{"id":103093,"date":"2025-03-28T08:20:33","date_gmt":"2025-03-28T07:20:33","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=103093"},"modified":"2025-03-28T08:20:33","modified_gmt":"2025-03-28T07:20:33","slug":"nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\/","title":{"rendered":"Nearshoring, reshoring, friendshoring, de-risking as resilience strategies?"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"Initiale CharOverride-26\">D<\/span>ie Freihandelsidee hat traditionell einen schweren Stand. Derzeit sieht sie sich \u2013 vor allem seitens westlicher L\u00e4nder \u2013 mit lauter werdenden Forderungen nach vermehrtem Friendshoring (= privilegierten Handelsbeziehungen mit \u201ebefreundeten\u201c L\u00e4ndern) neuem Gegenwind ausgesetzt. Bereits seit der Weltfinanzkrise 2008 kommt es in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen zu einem Ausma\u00df an Fragmentierung und Blockbildung wie seit der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr. Dabei w\u00e4re es falsch, die Zeit vor 2008 als frei von Ungleichbehandlung und Diskriminierung von Handelspartnern zu feiern. Die Regeln der Welthandelsordnung, verankert zun\u00e4chst im GATT (Zoll- und Handelsabkommen, englisch General Agreement on Tariffs and Trade) und sp\u00e4ter erweitert um den Handel mit Dienstleistungen und den Schutz geistigen Eigentums in der WTO (Welthandelsorganisation, englisch World Trade Organization), sahen durchaus Ausnahmen vom Prinzip der Meistbeg\u00fcnstigung vor, demzufolge bei einer Markt\u00f6ffnung alle Partner von ihr profitieren sollten. Entwicklungsl\u00e4nder konnten sich mit Hinweis auf ihren Entwicklungsstand und eine \u00f6konomisch strittige Auslegung des Erziehungszollarguments von Verpflichtungen zur Markt\u00f6ffnung befreien und bevorzugten Zugang zu den Industriel\u00e4nderm\u00e4rkten verlangen. Auch alle \u00fcbrigen L\u00e4nder konnten sogenannte Freihandelszonen, Zollunionen und Gemeinsame M\u00e4rkte gr\u00fcnden, die den strengen Ausnahmebestimmungen der Welthandelsordnung keineswegs entsprachen, weil der Schutz vor Nichtmitgliedern politischen Vorrang vor dem Freihandel innerhalb der Gemeinschaften erhielt. In der Folge wurden bei der WTO Hunderte von Gemeinschaften angemeldet, und keine, auch nicht die EU, erhielt jemals das uneingeschr\u00e4nkte Siegel der Vereinbarkeit mit dem Ausnahmeartikel 24 des GATT. Die Ausnahme verfiel zur Regel.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Durchl\u00f6chert wurde die Regeldisziplin aber nicht allein durch regionale Gemeinschaften, sondern auch durch Sonderbehandlung von Sektoren wie Landwirtschaft, Eisen und Stahl oder Textil und Bekleidung. Dahinter standen Lobbygruppen, die Rent Seeking zu ihrem Gesch\u00e4ftsmodell machten und immer wieder auf offene Ohren von Regierungen stie\u00dfen, was staatseigenen Unternehmen besonders gut gelingt. Daran hat sich bis heute nichts ge\u00e4ndert, w\u00e4hrend umgekehrt Privatpersonen oder Unternehmen ihre Interessen auf ungehinderten Zugang zu den wettbewerbsf\u00e4higsten Beschaffungsm\u00e4rkten nicht einklagen k\u00f6nnen. Konsumenteninteressen rangieren immer weit hinter Produzenteninteressen, was viel damit zu tun hat, dass sich kleine Gruppen besser organisieren lassen als gro\u00dfe \u2013 den schwersten Stand hat dabei traditionell das Gemeinwohl. Dass damit auch steigende Einkommensungleichheit in Kauf genommen wird, weil Protektionismus immer die Einkommen der \u00c4rmeren mehr als die der einkommensstarken Haushalte mindert, findet in der \u00d6ffentlichkeit keinen Widerhall.<\/p>\n<p class=\"fliess\">All das ist nicht neu. Neu ist, dass Regierungen seit einigen Jahren damit begonnen haben, die Welt in Wertegemeinschaften aufzuteilen, in sogenannte Freunde und Nicht-Freunde, und private Unternehmen anleiten, diese Aufteilung bei ihren Entscheidungen zu ber\u00fccksichtigen. Vor dem Hintergrund der europ\u00e4ischen Erdgaskrise nach dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine und zunehmenden Spannungen im amerikanisch-chinesischen Verh\u00e4ltnis leuchtet ein solcher R\u00fcckzug ans w\u00e4rmende Lagerfeuer der westlich gepr\u00e4gten Demokratien auch hierzulande vielen intuitiv ein. Intuition kann indes tr\u00fcgen, denn die Ziele dieser neuesten Beschr\u00e4nkung des freien Welthandels (mehr Resilienz, weniger Erpressbarkeit) sind keineswegs sicher und k\u00f6nnen mitunter mit erheblichen Wohlstandseinbu\u00dfen erkauft sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Handel mit \u201eFreunden\u201c: Was soll das sein?<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Henry Kissinger wird der Satz nachgesagt: \u201eAmerica has no permanent friends or enemies, only interests.\u201c Was h\u00e4ufig als wertefreie machiavellistische Realpolitik kritisiert wird, ist richtig. Personen schlie\u00dfen Freundschaften, Staaten schlie\u00dfen \u00fcber ihre Regierungen B\u00fcndnisse auf Zeit, die ihren Interessen dienen. Auch Unternehmen schlie\u00dfen mit anderen Unternehmen \u2013 unabh\u00e4ngig von Landesgrenzen \u2013 Vertr\u00e4ge auf Zeit \u00fcber K\u00e4ufe und Verk\u00e4ufe und orientieren sich dabei an unternehmerischen Zielen wie dem Aufbau von stabilen Lieferketten \u2013 binnenwirtschaftlich wie grenz\u00fcberschreitend. Abh\u00e4ngigkeiten innerhalb von Lieferketten gelten national wie international. Optionsgesch\u00e4fte an Terminm\u00e4rkten k\u00f6nnen dabei helfen, sich gegen pl\u00f6tzliche Preisanstiege oder -st\u00fcrze als Folge des Ausfalls von Lieferanten zu versichern, indem sie einen Teil der Risiken von Preisvolatilit\u00e4ten als Versicherungspartner \u00fcbernehmen. Gegen Unsicherheiten, f\u00fcr die es im Gegensatz zu Risiken keine Eintrittswahrscheinlichkeiten gibt, helfen auch sie nicht. Sie sind Teil der individuell und \u00fcber Kapitalm\u00e4rkte bewerteten unternehmerischen Wagnisse.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Unternehmen, bei denen private Investoren in der Haftung stehen, muss die Politik bei der Risikobewertung ihrer Gesch\u00e4ftsmodelle nicht zum Jagen tragen. Sie sind sich ihrer zentralen unternehmerischen Aufgabe bewusst, die Chancen und Risiken aus grenz\u00fcberschreitenden Lieferketten mit sorgf\u00e4ltiger Partnerwahl und Diversifikation von Absatz- und Beschaffungsquellen immer wieder neu auszutarieren. So zeigen die ifo Konjunkturumfragen, wie sich die Unternehmen in Reaktion auf den Lieferkettenstress als Folge der Pandemie und geopolitischer Spannungen neu orientieren.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Anh\u00e4nger wertegeleiteten Handels argumentieren nun, dass der Handel mit Unternehmen aus L\u00e4ndern, die in Werten wie Demokratie, Gewaltenteilung und Marktwirtschaft mit einem Land wie Deutschland \u00fcbereinstimmen, das Risiko von Lieferkettenstress mindert. Dieses Argument ist zu hinterfragen. Es unterstellt, dass kollektive und individuelle Rationalit\u00e4t auseinanderklaffen, der Staat also besser und weiter in die Zukunft schauen k\u00f6nne als Unternehmen und sowohl die Interessen von Konsumenten und Produzenten wahrnehme, w\u00e4hrend Unternehmen nur Produzenteninteressen verfolgten und die Konsumenten die Folgen ihres Konsums unzureichend einsch\u00e4tzten. Es wird also unterstellt, dass Friendshoring notwendig sei, um Marktversagen infolge externer Effekte zu verhindern. Marktversagen ist indes leichter behauptet als belegt. So auch hier.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Sowohl die empirische Evidenz als auch die legislativen Beschr\u00e4nkungen, denen die Regierungen in Demokratien durch den Wahlrhythmus weniger Jahre ausgesetzt sind und die das Verhalten von Regierungen pr\u00e4gen, sprechen gegen diese Diskrepanz zwischen kollektiver und individueller Rationalit\u00e4t mit Blick auf verzerrte Zeithorizonte. Sie st\u00fctzen vielmehr die These, dass Regierungen kurzsichtiger agieren als Unternehmen. Die j\u00fcngste empirische Evidenz ist die Abh\u00e4ngigkeit, in die sich die deutsche Politik durch das Setzen auf einen wichtigen Gaslieferanten, Russland, und die F\u00f6rderung der entsprechenden Infrastruktur (Northstream 1 und 2) brachte. Die politischen Risiken wurden entweder verkannt oder ignoriert. Die legislativen Beschr\u00e4nkungen und das Ziel, wiedergew\u00e4hlt zu werden, sprechen auch dagegen, dass Regierungen eine niedrigere Zeitpr\u00e4ferenz haben als Unternehmen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Unter dem Eindruck einer akuten Krise neigt die \u00d6ffentlichkeit \u2013 und mit ihr die Regierungen \u2013 dazu, einen Tunnelblick zu entwickeln und dabei ein abgekl\u00e4rtes Abw\u00e4gen zwischen Krisensch\u00e4rfe und Krisenh\u00e4ufigkeit zu vernachl\u00e4ssigen. Stattdessen werden in solchen Phasen Forderungen laut, dass sich die aktuelle Krise k\u00fcnftig niemals wiederholen darf. Ein solches Vorgehen ist indes nicht rational und zeugt insbesondere nicht von einer \u00fcberlegenen langfristigen Zielorientierung. Denn es kann in langfristiger Betrachtung sinnvoll sein, seltene Krisen als notwendige Marktbereinigung zu akzeptieren, wenn deren Eintritt weniger Wohlstand kostet (z. B. Produktionsausfall durch gest\u00f6rte Lieferketten) als die Vorbeugungsma\u00dfnahmen (entgangene Spezialisierungsgewinne) in den vielen krisenfreien Jahren. Unternehmen d\u00fcrften hier beim Abw\u00e4gen zwischen Gewinnchancen und Gesch\u00e4ftsrisiken insgesamt abgekl\u00e4rter agieren. Leichtfertig werden sie mit der Frage indes nicht umgehen, schlie\u00dflich ist der Zugang zu Beschaffungs- und Absatzm\u00e4rkten f\u00fcr sie existenziell.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Generell sinken Zeitpr\u00e4ferenzen mit steigendem Wohlstand. Konsumenten wie Produzenten in reifen, alternden Industriel\u00e4ndern haben eine niedrigere Zeitpr\u00e4ferenz als \u00e4rmere Entwicklungsl\u00e4nder im Aufholprozess, weil sie zeitlich entferntere Entwicklungen st\u00e4rker in ihrer Nutzenfunktion ber\u00fccksichtigen, als dies in \u00e4rmeren L\u00e4ndern der Fall ist. Daher besteht ein elementares Eigeninteresse von Unternehmen in \u00e4rmeren L\u00e4ndern, sich in die Lieferketten etablierter Unternehmen aus Industriel\u00e4ndern zu integrieren, Skalenvorteile und Technologievorspr\u00fcnge zu nutzen und knappes Kapital so effizient wie m\u00f6glich einzusetzen. Das setzt voraus, dass sie aus der Sicht der Unternehmen in Industriel\u00e4ndern zu vertrauensw\u00fcrdigen Lieferanten avancieren. Der Aufbau von Vertrauenskapital ist also ein wichtiges Unternehmensziel in Unternehmen in \u00e4rmeren L\u00e4ndern, wenn sie sich auf den Weltm\u00e4rkten etablieren wollen. Daran werden sie auch nicht von ihren h\u00e4ufig autokratisch agierenden Regierungen gehindert. Im Gegenteil, Export\u00aderfolge st\u00e4rken das Wohlstandsniveau in aufholenden L\u00e4ndern und st\u00fctzen die Machtbasis ihrer Regierungen, wie das Nachkriegsbeispiel S\u00fcdkoreas nach dem Zweiten Weltkrieg und das Beispiel Chinas nach der \u00d6ffnung zum Weltmarkt Ende der Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts eindrucksvoll gezeigt haben. Viele asiatische L\u00e4nder folgten diesem Weg. Dagegen konnten L\u00e4nder, vor allem in Lateinamerika, die sich der Importsubstitutionsstrategie verschrieben, ihr fr\u00fcheres Wohlstandsniveau nicht halten und sahen sich permanent politischen Krisen ausgesetzt. Argentinien steht beispielhaft f\u00fcr diesen Niedergang und ist beileibe nicht der einzige Beleg.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wichtig ist, dass nicht wenige, sondern viele autokratisch regierte L\u00e4nder der Weltmarktorientierung hohe Bedeutung zuwiesen und damit die Wettbewerbsintensit\u00e4t auf den Markt f\u00fcr zun\u00e4chst standardisierte, arbeitsintensiv erzeugte Produkte sp\u00e4ter auch f\u00fcr hochwertigere Produkte erheblich erh\u00f6hten: zum Nutzen von Produzenten und Konsumenten in Industriestaaten. Auch haben sich damit die Wahlm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Unternehmen in Industriel\u00e4ndern erh\u00f6ht und die Abh\u00e4ngigkeiten von wenigen L\u00e4ndern reduziert. Im Bereich der Industrieg\u00fcter ist dies sp\u00fcrbarer als im Rohstoffbereich. Das Argument pro Friendshoring ist zumindest im Industrieg\u00fcterbereich nicht \u00fcberzeugend. Selbst der Hinweis auf ein m\u00f6gliches Risiko mit China als wichtigstem Beschaffungsmarkt h\u00e4lt der empirischen Evidenz nicht stand. Als die Pandemie ausbrach, wurde China in k\u00fcrzester Zeit zu einem sicheren Lieferanten von qualitativ guten Produkten wie Masken und sogar Selbsttests, f\u00fcr die es in China selbst keinen Markt gab, weil China auf PCR-Tests setzte. China konnte daher bei Selbsttestprodukten nicht auf die Erfahrungen eines etablierten Binnenmarktes zur\u00fcckgreifen, schaffte in k\u00fcrzester Zeit einen Kaltstart und befreite die deutsche Versorgungslage aus einem Engpass. Das kommerzielle Eigeninteresse von chinesischen Unternehmen, die schwache Binnennachfrage, ausreichende Produktionskapazit\u00e4ten und der Wettbewerbsdruck anderer potenzieller Lieferl\u00e4nder waren gute Bremsen gegen eine m\u00f6gliche Versuchung chinesischer Unternehmen, den Engpass f\u00fcr sich auszunutzen. Eine \u201eAbh\u00e4ngigkeitsphobie\u201c w\u00e4re nach diesem Beispiel unbegr\u00fcndet gewesen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In der \u00f6ffentlichen Diskussion wird gelegentlich argumentiert, der Handel unter \u201eFreunden\u201c w\u00e4re angesichts kultureller und geografischer N\u00e4he zu Nachbarn auch ein Handel unter \u201eNachbarn\u201c. Aus \u201eFriendshoring\u201c wird \u201eNear\u00adshoring\u201c. In der EU und den benachbarten Nicht-EU Mitgliedern als Partner im Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum (EFTA-L\u00e4nder) nebst der T\u00fcrkei in der Teilzollunion wird dabei auch auf die Vertiefung der Integration hin zur Wirtschaftsunion und zur Ausdehnung des Euroraums verwiesen. Das Argument ist verf\u00fchrerisch, da es der gerade in Frankreich popul\u00e4ren Forderung nach einer Abschottung der EU gegen\u00fcber Drittl\u00e4ndern T\u00fcr und Tor \u00f6ffnet. Nichts ist gegen die Vollendung des Binnenmarktes zu sagen, wenn sie mit der \u00d6ffnung gegen\u00fcber Nichtmitgliedern einhergeht, aber sehr viel gegen eine Substitution von EU-Au\u00dfenhandel durch Binnenhandel. Die Kosten der Handelsumlenkung sind aus der klassischen Zollunionsliteratur wohl bekannt. Dabei muss auch gesehen werden, dass EU-L\u00e4nder im Vergleich zu L\u00e4ndern wie die USA und China als Folge jahrzehntelanger Integrationsvertiefung in einem Binnenmarkt bereits sehr viel Handel unter \u201eFreunden\u201c treiben. Dieses Niveau noch h\u00f6her zu treiben, hie\u00dfe daher besonders hohe Risiken an Effizienzverlusten einzugehen, insbesondere im Agrarbereich, der bereits jetzt schon h\u00f6her gesch\u00fctzt ist als in den USA.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Empirisch ist die Identit\u00e4t von \u201eFreunden\u201c und \u201eNachbarn\u201c nicht begr\u00fcndet. Geografisch weit entfernte L\u00e4nder wie Neuseeland, Australien oder Singapur stehen Deutschland in der Abwesenheit von Korruption viel n\u00e4her als L\u00e4nder wir Bulgarien, Rum\u00e4nien oder Ungarn.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gleiches l\u00e4sst sich auch f\u00fcr den Schutz von Arbeitnehmerrechten sagen. Selbst EU-Mitglieder wie Rum\u00e4nien und Bulgarien verletzen nach j\u00e4hrlichen Analysen des Internationalen Gewerkschaftsbundes Arbeitnehmerrechte deutlich st\u00e4rker als die genannten L\u00e4nder in \u00adOzeanien und S\u00fcdostasien.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das Argument zugunsten von Nearshoring l\u00e4sst sich auch nicht mit niedrigeren Transportkosten halten. Sie machen im Industrieg\u00fcterbereich dank der technologischen Innovationen in der Seetransportlogistik nur einen sehr geringen Teil der Produktionskosten aus. Risiken wie die vor\u00fcbergehende Sperre des Roten Meeres oder des Suezkanals waren bislang vor\u00fcbergehend und schlugen sich in tempor\u00e4ren Anstiegen der Frachtraten und der Versicherungspr\u00e4mien nieder. W\u00e4ren sie dauerhaft, w\u00fcrden sie \u00fcber den internationalen Preiszusammenhang auch die Beschaffung aus benachbarten Staaten oder den Binnenhandel verteuern. Realeinkommenseinbu\u00dfen auf beiden Seiten des Handels lie\u00dfen sich nicht verhindern, zumal damit auch die deutschen Exporte sowohl vom Preiseffekt h\u00f6herer Transaktionskosten im Handel als auch vom Einkommenseffekt sinkender Importnachfrage auf den deutschen Absatzm\u00e4rkten in Mitleidenschaft gezogen w\u00fcrden. Hinzu kommt, dass kurzfristigen St\u00f6rungen auf den Transportm\u00e4rkten auch durch erh\u00f6hte Lagerhaltung begegnet werden kann. Welche Reaktion unter Abw\u00e4gung der Eintrittswahrscheinlichkeiten am g\u00fcnstigen ist, k\u00f6nnen Unternehmen nur individuell einsch\u00e4tzen, nicht aber die Regierungen durch pauschale Vorgaben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Transportkosten allgemein als Argument gegen Fernhandel einzusetzen, wie es h\u00e4ufig aus umweltpolitischen Gr\u00fcnden im Agrarbereich herangezogen wird, hie\u00dfe hinzunehmen, dass erstens \u00e4rmere L\u00e4nder, die h\u00e4ufig komparative Vorteile bei Agrarprodukten haben, arm bleiben und zweitens, dass sich die Produktion und der Handel mit diesen Produkten zwischen Nachbarn in Europa zu Lasten von Natur und Umwelt ausdehnen m\u00fcsste. Die oft kritisierte Fl\u00e4chennutzungsintensivierung w\u00fcrde nicht gestoppt, sondern verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Welches Weltbild haben Regierungen, die sich zugunsten des Handels unter \u201eFreunden\u201c einsetzen? Sie behaupten, Unternehmen w\u00fcrden die Risiken eines Handels mit L\u00e4ndern, die andere Normen und Ziele vertreten als die eigenen, zu naiv, kurzsichtig, und rein unternehmensbezogen einsch\u00e4tzen. Dieser Vorwurf geht indes ins Leere. Unternehmensbezogen zu agieren, geh\u00f6rt zur \u00dcberlebensstrategie von Unternehmen. Andernfalls w\u00fcrden sie vom Markt verschwinden. Dass Regierungen mehr \u00fcber die Risiken von Handel unter \u201eNicht-Freunden\u201c wissen und l\u00e4ngerfristiger Vorausschau als Unternehmen halten, ist eine M\u00e4r. Weder haben sie das in der Vergangenheit bewiesen (Stichwort: Erdgashandel mit Russland), noch k\u00f6nnen und wollen sie sich als Folge der Wahlzyklen \u00fcber mehrere Legislaturperioden die H\u00e4nde binden. Zudem untersch\u00e4tzen sie die Kurzlebigkeit von \u201eFreundschaften\u201c auf Regierungsebene. Die US-Pr\u00e4sidentschaft unter Donald Trump ist daf\u00fcr ein beredtes Beispiel. Sie sind zudem h\u00e4ufig Opfer der Versuchung, eine fehlende sofortige Reaktion von Teilnehmern an M\u00e4rkten auf ge\u00e4nderte Rahmenbedingungen als Marktversagen zu brandmarken und agieren dann kurzfristig dagegen. Dass in einer dezentralen Marktwirtschaft<br \/>\nmarktrelevante Signale von unabh\u00e4ngigen Marktteilnehmern mit unterschiedlichen Reaktionszeiten (oder gar nicht) wahrgenommen und beantwortet werden, bleibt \u00adihnen h\u00e4ufig unverst\u00e4ndlich. Mit kurzfristiger Gegenreaktion tritt dann das ein, was man Zeitinkonsistenz des Handelns und Politikversagen nennt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Wirkungen von Handel unter \u201eFreunden\u201c auf die heimische Wirtschaft<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Eine Wirkungsanalyse h\u00e4ngt sehr davon ab, wie gravierend Eingriffe des Staates zugunsten eines Handels unter \u201eFreunden\u201c sind. Bleibt es bei unverbindlichen Appellen, k\u00f6nnen Unternehmen sie ignorieren. Damit w\u00fcrde der Graben zwischen staatlichen und privaten Lageeinsch\u00e4tzungen tiefer und Kosten der Kommunikation zwischen beiden Seiten h\u00f6her. Das ist nicht erstrebenswert, k\u00f6nnte aber hingenommen werden, wenn die Trennung der Verantwortlichkeit f\u00fcr die Produktion \u00f6ffentlicher und privater Seite klar w\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Versucht die Regierung, das Verhalten der Unternehmen zu steuern, erzeugt sie Wirkungen, die umso gravierender sind, je mehr imperativ und je weniger indikativ die Steuerung ist. Die Spannweite reicht von Verboten bis hin zu gezielter Vergabe von Investitionsgarantien, gestaffelt nach dem \u201eFreundschaftsgrad\u201c des Handelspartners. Dabei muss sie das Risiko eingehen, sich Klagen auf internationaler Ebene einzuhandeln, wenn sie gegen das WTO-Gebot der Nichtdiskriminierung verst\u00f6\u00dft. Im Folgenden sei angenommen, dass die Regierung in ihren Instrumenten wirksam und sichtbar den Handel unter \u201eFreunden\u201c beg\u00fcnstigt. Diese \u201eBeg\u00fcnstigung\u201c kann zwar als Zahlung einer Versicherungspr\u00e4mie gegen den Einsatz des Handels als Waffe durch gegnerische Staaten oder Bl\u00f6cke gerechtfertigt werden; Javorcik et al. (2024) zeigen aber anhand eines Handelsmodells, das zwischenstaatliche und inter-industrielle Verflechtungen ber\u00fccksichtigt, dass diese Pr\u00e4mie einem Verlust bis zu 4,2 % des BIP in einigen Volkswirtschaften gleichkommt. Dabei bleiben negative Effekte von Wirkungen auf Arbeits- und Kapitalm\u00e4rkte noch unber\u00fccksichtigt. Zu \u00e4hnlichen Gr\u00f6\u00dfenordnungen von globalen Einkommensverlusten in H\u00f6he von 4,5 % des globalen BIP kommen Analysen von Cerdeiro et al. (2024). Sie sch\u00e4tzen die Konsequenzen einer \u201ede-risking\u201c Strategie zwischen China und den OECD-Staaten (Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, englisch Organisation for Economic Cooperation and Development) durch Importsubstitution und Beg\u00fcnstigung des Handels mit \u201ebefreundeten\u201c Staaten auf Kosten des Handels mit dem \u201eGegner\u201c.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Weniger Diversifizierung belastet Resilienz<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Die Vermeidung von Abh\u00e4ngigkeiten gegen\u00fcber einem einzelnen Land beinhaltet immer auch die Unabh\u00e4ngigkeit vom eigenen Land (bzw. \u201eFreundeskreis\u201c). So ist man vor den produktionsbehindernden Folgen eines Lockdowns nicht gefeit, wenn dieser im eigenen Land (oder befreundeten L\u00e4ndern) verh\u00e4ngt wird. Ein R\u00fcckzug der Produktion hinter die eigenen Landes- bzw. Freundschaftsgrenzen schm\u00e4lert daher grunds\u00e4tzlich die Resilienz gegen\u00fcber entsprechenden exogenen Schocks. Umgekehrt ist man mit Blick auf Lieferketten stabiler aufgestellt, wenn man statt mit einem Problemstaat Handelsbeziehungen zu mehreren Problemstaaten unterh\u00e4lt, die im Zweifel nicht gleichgerichtet agieren und deren Produkte qualitative M\u00e4ngel gegen\u00fcber den Produkten des urspr\u00fcnglichen Handelspartners aufweisen, worauf \u00adCerdeiro et. al. (2024) hinweisen.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Behinderung des Strukturwandels<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Jeder Eingriff in die Sektor- und Regionalstruktur des Welthandels beg\u00fcnstigt und behindert Industriesektoren und die in den Sektoren t\u00e4tigen Unternehmen. Er setzt Anreize zuungunsten der Unternehmen, die den Handel mit \u201eNicht-Freunden\u201c fortsetzen. Sie laufen Gefahr, Arbeitskr\u00e4fte an Unternehmen zu verlieren, die f\u00fcr mehr Handel unter \u201eFreunden\u201c Zusch\u00fcsse oder andere Verg\u00fcnstigungen erhalten. Diese Unternehmen k\u00f6nnen mit h\u00f6heren L\u00f6hnen Arbeitskr\u00e4fte von anderen Unternehmen abwerben und damit am Markt verbleiben oder sogar Marktanteile gewinnen. Ein Malus f\u00fcr den Handel mit leistungsf\u00e4higen, aber politisch als zu risikoreich eingestuften Unternehmen bzw. ein Bonus f\u00fcr den Handel mit weniger leistungsf\u00e4higen aber als \u201eFreunde\u201c eingestuften Partnern kostet die Konsumenten Einkommen und zementiert den Strukturwandel. In einer \u201eWerteunion\u201c werden komparative Kostenvorteile f\u00fcr vermeintlich mehr Sicherheit geopfert. Da eine Werteunion nicht stabil ist, wie das Beispiel des Handels mit Russland nach 1990 gezeigt hat, sind die Kosten und Friktionen nach einem Regimeschock erheblich. Insgesamt l\u00e4uft eine Werteunion Gefahr im internationalen Standortwettbewerb gegen\u00fcber den L\u00e4ndern zur\u00fcckzufallen, die ihre Unternehmen von einer Bindung an \u201eFreunde\u201c freihalten. Darauf weisen auch Javorcik et al. (2024) hin, wenn sie in L\u00e4ndern relativ geringe Verluste oder sogar (in Ausnahmef\u00e4llen) leichte Gewinne f\u00fcr m\u00f6glich halten, die keinen Bl\u00f6cken angeh\u00f6ren und keine Vergeltungsma\u00dfnahmen bei einseitigen Sanktionen zu gew\u00e4rtigen haben. Insbesondere Unternehmen aus Schwellenl\u00e4ndern wie China, Indien, S\u00fcdkorea oder den ASEAN-L\u00e4ndern scheinen hier Vorteile gegen\u00fcber deutschen und anderen Unternehmen aus Europa zu besitzen.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">No-Bail-Out Klausel wird br\u00fcchig<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Im idiosynkratischen Krisenfall nicht mit staatlichen Hilfen rechnen zu k\u00f6nnen, geh\u00f6rt zu den Grundpfeilern der Marktwirtschaft. Moral hazard-Verhalten soll entmutigt werden. Wird aber der Handel mit Unternehmen aus wertem\u00e4\u00dfig gleichgesinnten L\u00e4ndern beg\u00fcnstigt, w\u00e4chst deren Macht auf dem Markt f\u00fcr politische Verg\u00fcnstigungen (Rent-Seeking) im Vergleich zu den Unternehmen, die sich lediglich Unternehmenszielen gegen\u00fcber verantwortlich sehen und staatlich vorgegebene Wertema\u00dfst\u00e4nde lediglich zur Kenntnis nehmen. Das hei\u00dft nicht, dass sie unternehmens\u00fcbergeordnete Wertevorstellungen wie Nachhaltigkeit in ihren verschiedenen Facetten vernachl\u00e4ssigen oder ignorieren. Es hei\u00dft nur, dass sie diese gegen\u00fcber ihren Kunden und nicht gegen\u00fcber den Regierungen vertreten. Sollte am Ende eine \u00dcbereinstimmung zwischen Unternehmenswerten und denen der Regierung entstehen, w\u00e4re das dann das Ergebnis eines Marktprozesses und nicht das einer \u00dcbernahme von Regierungsvorstellungen. Hinzu kommt, dass ein staatliches Sortieren in erw\u00fcnschte und unerw\u00fcnschte Handelspartner implizite Subventionsanspr\u00fcche begr\u00fcndet, wenn sich die staatliche Klassifikation zuk\u00fcnftig als Irrtum erweisen sollte. Unternehmen k\u00f6nnen in solchen F\u00e4llen geltend machen, nur politischen Vorgaben gefolgt zu sein, deren Folgen nun politisch (\u201esolidarisch\u201c) zu tragen seien.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Innovationskraft von Finanzm\u00e4rkten schwindet<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Vielfach wird in der \u00d6ffentlichkeit die Gefahr gesehen, dass Finanzm\u00e4rkte in \u00e4rmeren L\u00e4ndern unentwickelt bleiben und ihre W\u00e4hrungen auf den internationalen Finanzm\u00e4rkten vor allem in der Wertaufbewahrungsfunktion von Geld, also als Anlagew\u00e4hrung, keine Reputation genie\u00dfen. Hohe Risikoaufschl\u00e4ge auf entsprechende Anlagen sind dann die Folge, ebenso sehr rasche Kapitalabfl\u00fcsse bei ersten Anzeichen von Krisen. Diese Krisen haben dann, wie die S\u00fcdostasienkrise 1997 gezeigt hat, auch negative Auswirkungen f\u00fcr globale Finanzm\u00e4rkte und damit f\u00fcr Unternehmen aus Industriel\u00e4ndern. F\u00fcr Unternehmen aus Werteunionen verringern sich damit Wahlm\u00f6glichkeiten bei Finanzierungen von Handel und Investitionen. Der Werteunion im Handel folgt dann eine Werteunion auf den Finanzm\u00e4rkten, mit der Folge, dass sehr wenige W\u00e4hrungen den Markt bestimmen. Die amerikanische Sicht \u201eUnsere W\u00e4hrung, euer Problem\u201c steht in dieser Tradition. Nichts spricht dagegen, dass sich Skalenvorteile bei der Nutzung von W\u00e4hrungen durchsetzen. Sie sollten aber das Ergebnis von Wettbewerb sein und nicht das einer staatlich verordneten Festlegung, wer Freunde im Handel sind und wer nicht.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Gefahr von Vergeltungsma\u00dfnahmen w\u00e4chst<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Wer Friendshoring zum Ziel erhebt, darf sich \u00fcber Gegenreaktionen nicht wundern. \u201eNicht-Freunde\u201c schaffen dann ihrerseits Allianzen. Den \u201ewestlichen\u201c Werten werden dann \u201easiatische\u201c oder \u201ekonfuzianische\u201c gegen\u00fcbergestellt und offensiv als \u201ebessere\u201c Werte vertreten. Dies geschieht seit geraumer Zeit in China und anderen asiatischen L\u00e4ndern und breitet sich im globalen S\u00fcden aus. Der singapureanische Diplomat und Politikwissenschaftler Kishore Mahbubani ist einer der h\u00e4rtesten Verfechter asiatischer Werte gegen\u00fcber dem Westen. Vielfach werden in aufholenden L\u00e4ndern (mit hoher Zeitpr\u00e4ferenz) das Beharren auf westlichen Werten als anma\u00dfend, post-kolonialistisch und protektionistisch verstanden und mit Forderungen nach Vergeltung beantwortet. Im Ergebnis k\u00f6nnen diese Forderungen in die Weigerung einm\u00fcnden, sich an Sanktionen der G7-L\u00e4nder gegen Russland zu beteiligen, oder sogar in ein aktives Unterlaufen der Sanktionen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Wirkungen von Handel unter \u201eFreunden\u201c auf die Volkswirtschaften von \u201eNicht-Freunden\u201c<\/h3>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Gespaltene Arbeitsm\u00e4rkte<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Handel unter \u201eFreunden\u201c zu propagieren, geht Hand in Hand mit einer weiteren Entwicklung in Europa: der Durchsetzung von Nachhaltigkeitszielen \u00fcber die Verpflichtung von Unternehmen, ihre Lieferketten auf Einhaltung von Arbeitnehmerrechten von UN und OECD-Zielen zu kontrollieren. Das problematische deutsche Sorgfaltspflichtengesetz, das 2023 in Kraft trat und gro\u00dfe deutsche Unternehmen verpflichtet, ihren wichtigsten Lieferanten in der Lieferkette auf Einhaltung von Nachhaltigkeitszielen zu kontrollieren, steht daf\u00fcr Pate.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch \u00fcber dieses Instrument wird versucht, die Kunden von Unternehmen an die Wertekonformit\u00e4t der Lieferanten zu binden. Diese Werte (z. B. Verbot der schlimmsten Formen von Kinderarbeit, Rechte auf Gr\u00fcndung von Interessenvertretungen) sind legitim und wurden von fast allen L\u00e4ndern verabschiedet und ratifiziert, aber gerade in \u00e4rmeren L\u00e4ndern nicht umgesetzt. Das deutsche Gesetz und eine vorgesehene noch weitergehende EU-Direktive verpflichten nun Unternehmen, die Einhaltung von Werten zu kontrollieren, nachzuweisen und Abhilfe zu schaffen. Ungeachtet des hohen Kontrollaufwandes (Schaffung einer eigens f\u00fcr das Sorgfaltspflichtengesetz vorgesehenen Au\u00dfenstelle des Bundesamtes f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Borna bei Leipzig) und der damit \u00adverbundenen Kosten in Deutschland hat das Gesetz zwei schwerwiegende Nachteile, die auch symptomatisch f\u00fcr die Probleme des Handels unter Freunden sind: erstens die einseitige Durchsetzung an den Regierungen der betroffenen L\u00e4nder vorbei, obwohl die Verantwortung f\u00fcr die Einhaltung der Arbeitnehmerrechte bei diesen L\u00e4ndern liegt, und zweitens die Konsequenzen f\u00fcr die Arbeitsm\u00e4rkte in diesen L\u00e4ndern. Sie werden gespalten, da einige Unternehmen in diesen L\u00e4ndern, die den Zugang zu den Lieferketten nicht gef\u00e4hrden wollen, Arbeitskr\u00e4fte auch entgegen der Auftragslage besser entlohnen oder automatisieren und damit andere Arbeitskr\u00e4fte in den nicht regulierten Arbeitsmarkt, d. h. in die informellen Arbeitsm\u00e4rkte, abdr\u00e4ngen. M\u00f6glich ist auch, dass deutsche Unternehmen als Folge sehr hoher Kontrollkosten die Gesch\u00e4ftsbeziehung zu den Lieferanten aufk\u00fcndigen und diese dann entweder ihr Gesch\u00e4ftsmodell verlieren oder sich anderen Unternehmen als Lieferanten andienen, die andere oder gar keine \u201eWerte\u201c vertreten. Niemandem ist damit gedient und aus einer gutgemeinten Politik wird wie h\u00e4ufig eine schlechte Politik. Diese Effekte d\u00fcrften nicht auf die gr\u00f6\u00dferen Unternehmen im Westen beschr\u00e4nkt bleiben, da diese von ihren kleineren Lieferanten entsprechende Zusicherungen fordern werden, so dass die Regulierung auf weite Teile der im Au\u00dfenhandel direkt oder indirekt t\u00e4tigen Unternehmen ausstrahlt.<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG ParaOverride-21\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Unternehmen in \u00e4rmeren L\u00e4ndern werden im Risiko alleingelassen<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Hinter der Forderung nach Friendshoring steht das Ziel, Risiken in den Lieferketten zu minimieren. Dieses Ziel zu erreichen, liegt in der Verantwortung der Unternehmen. Vielfach liegt es an der mangelhaften infrastrukturellen Ausstattung von L\u00e4ndern und nicht an unterschiedlichen politischen Werten, dass diese Risiken betr\u00e4chtlich sind und weit \u00fcber den Einflussbereich einzelner Unternehmen hinausgehen. Stromausf\u00e4lle geh\u00f6ren dabei zu den wichtigsten Risikofaktoren innerhalb von Lieferketten. W\u00fcrde man sich von diesen L\u00e4ndern abwenden und stattdessen auf den Handel unter \u201eFreunden\u201c setzen, die diese Probleme nicht haben, w\u00fcrde man sie ihren Entwicklungsm\u00f6glichkeiten beschneiden und finanziell schw\u00e4chen. Sie w\u00fcrden wieder in die Arme derjenigen \u201eNicht-Freunde\u201c getrieben, die ihnen eine Infrastruktur anbieten, mit der die Regierungen in Europa sicherheitspolitische Probleme haben. Der IT-Anbieter Huawei ist daf\u00fcr ein illustratives Beispiel. Kurzum: Friendshoring ist gleichbedeutend mit der Verweigerung von Risksharing und damit entwicklungspolitisch kontrainduziert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Conclusion<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Staatliche Einflussnahme auf die Handelsbeziehungen unter dem Gesichtspunkt der \u201eWerten\u00e4he\u201c oder des \u201eFreundschaftsstatus\u201c \u00fcberdehnt die Zust\u00e4ndigkeit des rahmensetzenden Staates und der innerhalb dieses Rahmens operierenden Unternehmen. Ordnungspolitisch w\u00e4re es zielf\u00fchrender, das Haftungsprinzip zu st\u00e4rken und so die Risikoabsch\u00e4tzung mit Blick auf Bezugs- und Absatzm\u00e4rkte in den Kalkulationen der privaten Akteure zum Tragen kommen zu lassen. Dies reizt entsprechende Diversifizierungsstrategien an, die die Resilienz nicht nur der einzelnen Unternehmen, sondern auch der Gesamtwirtschaft st\u00e4rkt. Genau dies geschieht aber nicht, wenn der Staat die Weltwirtschaft in Freunde und Nicht-Freunde unterteilt. Zum einen werden hierdurch m\u00f6gliche Diversifizierungsgelegenheiten abgeschnitten, zum anderen entstehen neue implizite Subventionsanspr\u00fcche, wenn entgegen der staatlichen Einsch\u00e4tzung bisherige Freundschaften br\u00fcchig werden sollten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Freihandelsidee hat traditionell einen schweren Stand. Derzeit sieht sie sich \u2013 vor allem seitens westlicher L\u00e4nder \u2013 mit lauter werdenden Forderungen nach vermehrtem Friendshoring (= privilegierten Handelsbeziehungen mit \u201ebefreundeten\u201c L\u00e4ndern) neuem Gegenwind ausgesetzt. Bereits seit der Weltfinanzkrise 2008 kommt es in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen zu einem Ausma\u00df an Fragmentierung und Blockbildung wie seit der&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":103005,"menu_order":591,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-103093","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","focus-area-globalisierung"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Nearshoring, Reshoring, Friendshoring, De-Risking als Resilienz-Strategien? - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Nearshoring, Reshoring, Friendshoring, De-Risking als Resilienz-Strategien? - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die Freihandelsidee hat traditionell einen schweren Stand. Derzeit sieht sie sich \u2013 vor allem seitens westlicher L\u00e4nder \u2013 mit lauter werdenden Forderungen nach vermehrtem Friendshoring (= privilegierten Handelsbeziehungen mit \u201ebefreundeten\u201c L\u00e4ndern) neuem Gegenwind ausgesetzt. Bereits seit der Weltfinanzkrise 2008 kommt es in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen zu einem Ausma\u00df an Fragmentierung und Blockbildung wie seit der&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/GlobHand_Kooths_Haende_Canva_c_sykono_Canva1881x1058.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1881\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1058\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"22 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\\\/\",\"name\":\"Nearshoring, Reshoring, Friendshoring, De-Risking als Resilienz-Strategien? - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/GlobHand_Kooths_Haende_Canva_c_sykono_Canva1881x1058.jpg\",\"datePublished\":\"2025-03-28T07:20:33+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/GlobHand_Kooths_Haende_Canva_c_sykono_Canva1881x1058.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/GlobHand_Kooths_Haende_Canva_c_sykono_Canva1881x1058.jpg\",\"width\":1881,\"height\":1058},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Nearshoring, Reshoring, Friendshoring, De-Risking als Resilienz-Strategien?\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Nearshoring, Reshoring, Friendshoring, De-Risking als Resilienz-Strategien? - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Nearshoring, Reshoring, Friendshoring, De-Risking als Resilienz-Strategien? - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Die Freihandelsidee hat traditionell einen schweren Stand. Derzeit sieht sie sich \u2013 vor allem seitens westlicher L\u00e4nder \u2013 mit lauter werdenden Forderungen nach vermehrtem Friendshoring (= privilegierten Handelsbeziehungen mit \u201ebefreundeten\u201c L\u00e4ndern) neuem Gegenwind ausgesetzt. Bereits seit der Weltfinanzkrise 2008 kommt es in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen zu einem Ausma\u00df an Fragmentierung und Blockbildung wie seit der&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","og_image":[{"width":1881,"height":1058,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/GlobHand_Kooths_Haende_Canva_c_sykono_Canva1881x1058.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"22 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\/","name":"Nearshoring, Reshoring, Friendshoring, De-Risking als Resilienz-Strategien? - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/GlobHand_Kooths_Haende_Canva_c_sykono_Canva1881x1058.jpg","datePublished":"2025-03-28T07:20:33+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/GlobHand_Kooths_Haende_Canva_c_sykono_Canva1881x1058.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/GlobHand_Kooths_Haende_Canva_c_sykono_Canva1881x1058.jpg","width":1881,"height":1058},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/nearshoring-reshoring-friendshoring-de-risking-als-resilienz-strategien\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Nearshoring, Reshoring, Friendshoring, De-Risking als Resilienz-Strategien?"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/103093","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/103093\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":103094,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/103093\/revisions\/103094"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/103005"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=103093"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}