{"id":103095,"date":"2025-03-28T08:25:26","date_gmt":"2025-03-28T07:25:26","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=103095"},"modified":"2025-03-28T08:25:27","modified_gmt":"2025-03-28T07:25:27","slug":"lieferkettenregulierungen-empirische-evidenz-und-wirtschaftspolitische-implikationen","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/lieferkettenregulierungen-empirische-evidenz-und-wirtschaftspolitische-implikationen\/","title":{"rendered":"Lieferkettenregulierungen"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"Initiale CharOverride-26\">N<\/span>achdem das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz im Jahr 2023 in Kraft trat, wurde im Sommer 2024 auch die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeit der Lieferkette von in der EU t\u00e4tigen Unternehmen\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Corporate Sustainability Due Diligence Directive<\/span>\u00a0(CSDDD) endg\u00fcltig verabschiedet. Die Richtlinie verpflichtet, \u00e4hnlich wie beim deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, international t\u00e4tige Unternehmen, mehr Wert auf die Achtung von Menschenrechten, Arbeitnehmerrechten und den Umweltschutz zu legen. Was nach einer positiven Nachricht f\u00fcr die Steigerung der sozialen und \u00f6kologischen Nachhaltigkeit entlang der Lieferkette klingt, kann nicht nur der Wettbewerbsf\u00e4higkeit europ\u00e4ischer Unternehmen schaden, sondern auch negative Implikationen f\u00fcr die Wirtschaftsentwicklung insbesondere in den am wenigsten entwickelten L\u00e4ndern dieser Welt haben.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Vorteile und Risiken internationaler Lieferketten<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Der Ausbau globaler Lieferketten im Zuge des Globalisierungsprozesses hat zu einer hoch komplexen Verflechtung der Produktionsprozesse weltweit gef\u00fchrt. Industriell hergestellte Produkte \u00fcberqueren oft mehrere Male die Grenzen, um die verschiedenen Produktionsschritte zu durchlaufen, bevor sie den Endverbraucher erreichen. Davon profitieren sowohl die Verbraucher als auch die Unternehmen, denn sie nutzen die Vorteile der verschiedenen Standorte, um die Kosten und somit die Preise der Produkte zu senken, einen besseren Zugang zu Rohstoffen und anderen nat\u00fcrlichen Ressourcen zu erlangen und n\u00e4her an den Endkunden zu sein. Doch globale Lieferketten bergen auch nicht zu untersch\u00e4tzende Risiken. Zum einen haben die Unterbrechungen der Lieferketten im Zuge der COVID-19-Pandemie und des russischen Angriffskriegs in der Ukraine offenbart, wie Abh\u00e4ngigkeiten von Vorleistungsimporten zu Verletzlichkeit f\u00fchren und in krisenhaften Situationen Produktionsschritte oder gar den kompletten Produktionsprozess stilllegen k\u00f6nnen. Zum anderen macht die Komplexit\u00e4t der hochvernetzten Produktions- und Lieferstrukturen es unm\u00f6glich, die Produktionsbedingungen bei jedem einzelnen Produktionsschritt zu \u00fcberwachen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im Jahr 2023 importierte Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamts Waren im Wert von fast 1,4 Billionen Euro aus aller Welt. Textilien aus Bangladesch, Smartphones aus China, Soja aus Brasilien, Autos aus Japan, Kakao aus der Elfenbeink\u00fcste: Die Palette der importierten Produkte ist sehr vielf\u00e4ltig. Dabei entfiel mehr als die H\u00e4lfte der importierten Waren auf Vorprodukte, die in die Produktionsprozesse unserer Unternehmen hineinflie\u00dfen und weiterverarbeitet werden. Keine andere unter den gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften weltweit handelt so viel mit der Au\u00dfenwelt (gemessen an der Wirtschaftsleistung) wie Deutschland. Nicht nur die deutschen Unternehmen und Verbraucher haben Vorteile davon, sondern auch die Herkunftsl\u00e4nder der Produkte, denn hinter der Produktion der gehandelten Produkte stecken wertvolle Arbeitspl\u00e4tze und Einkommen. Durch die Integration dieser L\u00e4nder in die globalen Produktionsstrukturen haben sie die Chance erhalten, ihr Wirtschaftswachstum zu steigern, die Wirtschaft zu st\u00e4rken, neue Technologien zu implementieren und insgesamt die Produktionsbedingungen zu verbessern. Insbesondere f\u00fcr die am wenigsten entwickelten L\u00e4nder (Least Developed Countries, LDCs) ist die Rolle internationaler Investoren f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung von enormer Bedeutung, denn sie haben weder die technologischen noch die finanziellen Kapazit\u00e4ten, aus der eigenen Kraft zu wachsen. Aus diesen L\u00e4ndern importiert Deutschland Rohstoffe, landwirtschaftliche Erzeugnisse aber auch viele andere Industrieprodukte, wie etwa Textilien und Bekleidung. Dabei liegt der Wert der aus LDCs importierten Produkte in Deutschland deutlich \u00fcber dem Wert der dorthin exportierten Produkte. In den letzten f\u00fcnf Jahren konnten die wertm\u00e4\u00dfigen Einfuhren aus LDCs um fast 50 % gesteigert werden. Somit importierte Deutschland im Jahr 2023 Waren im Wert von 9,2 Milliarden Euro aus den am wenigsten entwickelten Volkswirtschaften.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Motivation f\u00fcr Lieferkettenregulierungen<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Gleichzeitig wird immer wieder in den Medien von Missst\u00e4nden in der Produktion in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern berichtet, von Ausbeutung und unw\u00fcrdigen Produktionsbedingungen. Nach Angaben von UNICEF ist Kinderarbeit weit verbreitet: Eins von f\u00fcnf Kindern im Alter von f\u00fcnf bis siebzehn Jahren verrichten regelm\u00e4\u00dfig bezahlte oder unbezahlte Arbeit in den \u00e4rmsten L\u00e4ndern der Welt, die ihre k\u00f6rperliche, geistige, soziale oder schulische Entwicklung beeintr\u00e4chtigt. Zudem befinden sich fast 28 Millionen Menschen weltweit in Zwangsarbeit, bei fast 4 Millionen davon handelt es sich um eine staatlich auferlegte Form der Zwangsarbeit. Dar\u00fcber hinaus finden sich immer wieder Beispiele von Produktionsst\u00e4tten in Entwicklungsl\u00e4ndern, in denen zu menschenunw\u00fcrdigen Bedingungen gearbeitet wird, ohne R\u00fccksicht auf die Gesundheit der Mitarbeiter und ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen. Sp\u00e4testens seit dem Einsturz der Rana Plaza in Bangladesch am 24. April 2013, bei dem mehr als 1.100 Menschen ums Leben kamen und \u00fcber 2.500 verletzt wurden, ist es klar, dass die Produktionsbedingungen hinter den importierten Waren, die wir hierzulande konsumieren, nicht immer unseren Vorstellungen entsprechen und mit erheblichen Risiken f\u00fcr die beteiligten Besch\u00e4ftigten einhergehen.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Beispiele f\u00fcr Lieferkettenregulierungen weltweit<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Gerade solche Beispiele haben das Entstehen von Lieferkettenregulierungen motiviert und den Gesetzgeber dazu bewegt, hiesige Unternehmen zu verpflichten, mehr Wert auf die Vermeidung von Missst\u00e4nden wie Kinderarbeit, Ausbeutung, Zwangsarbeit oder Umweltverschmutzung entlang der Lieferketten zu legen. Dabei ist das 2023 hierzulande eingef\u00fchrte Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzt zwar ein Novum f\u00fcr Deutschland, doch f\u00fcr Anforderungen an die Importe gibt es zahlreiche Beispiele weltweit, die teilweise mehr als 100 Jahre alt sind. So verbot der US-Kongress im Jahr 1890 den Import von Waren, die durch den Einsatz von Str\u00e4flingen hergestellt worden waren (CRS, 2021). Sp\u00e4ter wurde das Verbot ausgeweitet: Abschnitt 307 des US-Zollgesetzes aus dem Jahr 1930 untersagt die Einfuhr von Produkten, die ganz oder teilweise durch Zwangsarbeit, einschlie\u00dflich Kinderarbeit, hergestellt wurden. Verbote wurden jedoch selten tats\u00e4chlich verh\u00e4ngt, so dass bis in die 1980er Jahre nur in acht F\u00e4llen konkrete Waren von dem Import ausgeschlossen wurden. Seit dem Jahr 2016 mehren sich die F\u00e4lle, in denen der Import bestimmter Waren verboten wird \u2013 vor allem mit Bezug auf Waren chinesischen Ursprungs. Im Dezember 2021 sch\u00e4rften die USA weiter nach und erlie\u00dfen zudem den\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Uyghur Forced Labor Prevention Act<\/span>\u00a0(UFLPA), der konkret darauf abzielt, den Import von Waren in die USA zu verhindern, die ganz oder teilweise durch Zwangsarbeit in der Xinjiang-Region in China hergestellt wurden. Mit dem neuen Gesetz wurde die Beweispflicht umgekehrt, so dass unterstellt wird, dass alle Waren, die aus Xinjiang stammen, durch den Einsatz von Zwangsarbeit produziert wurden, es sei denn, die Importeure k\u00f6nnen klare und \u00fcberzeugende Beweise vorlegen, die das Gegenteil best\u00e4tigen. Oft handelt es sich hier um Produkte wie Baumwolle, Kleidung und Textilien, Lebensmittel oder Elektronikkomponenten. Auch der\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Dodd-Frank Act<\/span>\u00a0aus dem Jahr 2010, der als Reaktion auf die Finanzkrise in den USA eingef\u00fchrt wurde und die Stabilit\u00e4t des Finanzsystems in den USA verbessern soll, enthielt Regelungen zur Nachverfolgung der Lieferkette. So m\u00fcssen b\u00f6rsennotierte US-Unternehmen seit der Einf\u00fchrung des Gesetzes offenlegen, ob sie im Produktionsprozess Rohstoffe verwenden, die aus Konfliktregionen wie der Demokratischen Republik Kongo stammen (sogenannte Konfliktmineralien).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch in Europa gibt es bereits einige Beispiele f\u00fcr Lieferkettenregulierungen. So wurde 2015 im Vereinigten K\u00f6nigreich der\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Modern Slavery Act<\/span>\u00a0eingef\u00fchrt, der Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 36 Millionen Pfund dazu verpflichtet, eine j\u00e4hrliche Erkl\u00e4rung zur Bek\u00e4mpfung moderner Sklaverei in ihren Lieferketten abzugeben. Demnach m\u00fcssen die Unternehmen transparent offenlegen, welche Ma\u00dfnahmen sie ergreifen, um moderne Sklaverei und Menschenhandel zu verhindern. In Frankreich wurde im Jahr 2017 das\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Loi de Vigilance<\/span>\u00a0eingef\u00fchrt, das Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern dazu verpflichtet, einen Plan zu erstellen und umzusetzen, aus dem zu erkennen ist, dass schwerwiegende Verletzungen der Menschenrechte, der Gesundheit und Sicherheit von Personen sowie der Umwelt verhindert werden, die durch die Aktivit\u00e4ten des eigenen Unternehmens oder seiner Lieferanten entstehen k\u00f6nnen. Dabei geht es nicht nur darum, Risiken zu identifizieren und zu bewerten, sondern auch geeignete Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um die Risiken zu minimieren oder Sch\u00e4den zu vermeiden. Die Niederlande haben seit 2019 ebenfalls eine Lieferkettenregulierung, die Unternehmen dazu verpflichtet, Kinderarbeit in ihren Lieferketten zu verhindern.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz in Deutschland<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">In Deutschland trat Anfang 2023 das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz in Kraft, das deutsche Unternehmen zur Einhaltung von hohen Menschenrechtsstandards in ihren internationalen Lieferketten verpflichtet (BMAS 2023). Im Jahr 2023 waren davon Unternehmen mit mindestens 3.000 Besch\u00e4ftigen betroffen, seit Anfang 2024 wurde der Kreis der betroffenen Unternehmen erweitert und schlie\u00dft nun auch Unternehmen mit mindestens 1.000 Besch\u00e4ftigen mit ein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die betroffenen Unternehmen m\u00fcssen Ma\u00dfnahmen zur Sicherung von fairen Bedingungen bei der Herstellung ihrer Produkte ergreifen. Darunter fallen etwa der Schutz vor Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung, das Recht auf faire L\u00f6hne und Mitbestimmung im Rahmen von Gewerkschaften sowie der Schutz der Umwelt. Dabei gelten die im Gesetz definierten Pflichten nicht nur f\u00fcr den eigenen Gesch\u00e4ftsbereich, sondern auch f\u00fcr Vertragspartner und die weiteren mittelbaren Zulieferer. Daher deckt das Gesetz die gesamte Lieferkette der betroffenen Unternehmen ab, wenngleich nur gro\u00dfe Unternehmen explizit adressiert werden (BMAS 2023). Die Unternehmen m\u00fcssen die Risiken entlang ihrer Lieferkette ermitteln, bewerten und priorisieren sowie die Ergebnisse in einer Grundsatzerkl\u00e4rung festhalten. Desweitern m\u00fcssen sie Ma\u00dfnahmen zur Vermeidung oder zur Minimierung von Verst\u00f6\u00dfen gegen Menschenrechte und Umweltsch\u00e4den ergreifen. Sie sind auch verpflichtet, Beschwerdekan\u00e4le einzurichten und regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber das Lieferkettenmanagement Bericht zu erstatten.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">CSDDD in der EU<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Auf EU-Ebene ringen die europ\u00e4ischen Institutionen bereits seit einigen Jahren um eine Einigung f\u00fcr die Regulierung der Nachhaltigkeit internationaler Lieferketten. Nach mehreren Abstimmungsversuchen wurde die\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Corporate Sustainability Due Diligence Directive<\/span>\u00a0\u2013 kurz CSDDD \u2013 im Jahr 2024 verabschiedet und soll ab dem Jahr 2027 schrittweise eingef\u00fchrt werden. Die Richtlinie wird in der EU t\u00e4tige Unternehmen zu mehr Achtung von Menschenrechts-, Arbeitsschutz- und Umweltstandards verpflichten. Die Richtlinie sieht vor, dass die Unternehmen die Auswirkung ihrer Wirtschaftsaktivit\u00e4t auf Menschenrechte und Umwelt in ihre Managementsysteme integrieren und darauf achten, dass ihre T\u00e4tigkeit nicht auf Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Ausbeutung, Umweltverschmutzung oder anderer Sch\u00e4digung von \u00d6kosystemen beruht (Europ\u00e4isches Parlament 2023).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nach der stufenweisen Einf\u00fchrung wird die Richtlinie \u00e4hnlich wie das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz f\u00fcr Unternehmen mit mehr als 1.000 Besch\u00e4ftigten gelten. In der \u00dcbergangszeit ab 2027 werden jedoch zun\u00e4chst weniger Unternehmen davon betroffen sein (zun\u00e4chst Unternehmen mit mehr als 5.000 Besch\u00e4ftigten und einem globalen Jahresumsatz von mehr als 1,5 Mrd. Euro, ab 2028 dann Unternehmen mit mehr als 3.000 Besch\u00e4ftigten und einem Jahresumsatz von mehr als 900 Mio. Euro und dann ab 2029 f\u00fcr Unternehmen mit mehr als 1.000 Besch\u00e4ftigten und einem Jahresumsatz von mehr als 450 Mio. Euro). Von der Richtlinie erfasst werden auch Nicht-EU-Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 450 Mio. Euro innerhalb der EU. Dabei erstreckt sie sich \u00fcber die gesamte Kette von Aktivit\u00e4ten der Unternehmen \u2013 vom Vorleistungsbezug \u00fcber die Herstellung bis hin zum Vertrieb der Produkte. Somit sollen nicht nur die direkt von der Richtlinie erfassten Unternehmen, sondern auch etwa ihre Vorleistungslieferanten und die Vertriebspartner die Vorgaben in der Richtlinie umsetzen und Ma\u00dfnahmen ergreifen, die die Nachhaltigkeit der Produktions-, Vertriebs- und Entsorgungsprozesse steigern.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Insbesondere im Umweltbereich bringt die CSDDD gravierende \u00c4nderungen im Vergleich zum deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Sie enth\u00e4lt deutlich mehr umweltbezogene Sorgfaltspflichten gem\u00e4\u00df internationaler Umweltabkommen, wie etwa hinsichtlich der Herstellung, Einfuhr und Ausfuhr von mit Quecksilber versetzten Produkten nach dem Minamata-\u00dcbereinkommen oder in Bezug auf den Handel mit gef\u00e4hrlichen und anderen Abf\u00e4llen nach dem Basler \u00dcbereinkommen. Zudem wurden auch weitere Pflichten im Umgang mit Chemikalien und zum Schutz der biologischen Vielfalt, von gef\u00e4hrdeten Arten oder auch von besonders gesch\u00fctzten Gebieten \u00adund der Meere formuliert.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Weiterhin wird von den betroffenen Unternehmen erwartet, anders als im deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, dass sie einen Verhaltenskodex erstellen und einen Plan verabschieden, der sicherstellt, dass ihr Gesch\u00e4ftsmodell im Einklang mit der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens und somit mit der Begrenzung der Erderw\u00e4rmung auf 1,5\u00b0C ist. Aus diesem Plan soll zu erkennen sein, dass sie den \u00dcbergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft in ihr Gesch\u00e4ftsmodell integriert haben \u2013 \u00e4hnlich wie in den Vorschriften der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Social Responsibility Directive, CSRD).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Eine deutliche Versch\u00e4rfung der Lieferkettenregulierung durch die CSDDD ergibt sich auch durch die explizite Vorgabe einer zivilrechtlichen Haftung. W\u00e4hrend das deutsche Lieferkettengesetz vor allem Geldstrafen bis hin zum Ausschluss aus \u00f6ffentlichen Vergabeverfahren als Strafe im Falle einer Missachtung der Vorschriften vorsieht, geht die CSDDD somit deutlich dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p class=\"fliess\">F\u00fcr einzelne Bereiche mit h\u00f6heren Risiken, wie die Bekleidungs- und Textilindustrie, die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei oder auch die Herstellung von Lebensmitteln und den Handel mit Rohstoffen, war im urspr\u00fcnglichen Entwurf der Richtlinie vorgesehen, den Anwendungsbereich auch auf kleinere Unternehmen mit mehr als 250 Besch\u00e4ftigten und einem Umsatz von mehr als 40 Millionen Euro auszudehnen, wenn mindestens 20 Millionen Euro ihres Umsatzes im Hochrisikobereich erwirtschaftet werden. Nach gro\u00dfem Widerstand aus einigen EU-L\u00e4ndern, darunter auch Deutschland, wurde der Entwurf jedoch \u00fcberarbeitet, so dass in der Endfassung der Richtlinie die genannten Hochrisikosektoren keiner gesonderten Betrachtung unterliegen.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Argumente f\u00fcr Lieferkettenregulierungen<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Die Argumentation f\u00fcr das Entstehen von Lieferkettenregulierungen basiert auf der Beobachtung, dass der freie Markt nicht in allen F\u00e4llen in der Lage ist, ein gesellschaftlich optimales Ergebnis zu liefern \u2013 insbesondere dann, wenn er nicht auf die Art und Weise funktioniert, wie in der Theorie beschrieben. Ein Aufruf unter 137 deutschen \u00d6konomen und \u00d6konominnen aus dem Jahr 2021, in dem sie sich f\u00fcr das Gesetz aussprachen, fasst die Hauptargumente zusammen, die einen staatlichen Eingriff rechtfertigen sollen (Anwander, 2021):<\/p>\n<p class=\"fliess\">Externe Kosten: Die Unterzeichner betonen, dass Unternehmen oft die negativen Nebenwirkungen (externen Effekte) ihrer Aktivit\u00e4t nicht ber\u00fccksichtigen, etwa die Umweltverschmutzung oder unw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen, die jedoch reale Kosten f\u00fcr die Gesellschaft darstellen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Kollektiv- und Allmendeg\u00fcter: Die Nutzung von nat\u00fcrlichen Ressourcen kann nicht immer ad\u00e4quat durch den Marktmechanismus geregelt werden, so dass es zu einer \u00dcbernutzung und gar Zerst\u00f6rung nat\u00fcrlicher Ressourcen kommt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Marktkonzentration und Machtungleichgewicht: Abh\u00e4ngigkeiten entlang globaler Lieferketten, etwa von einzelnen Gro\u00dfabnehmern, f\u00fchren oft zu ungleicher Verhandlungsmacht und Wettbewerbsverzerrungen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Kosten der Umsetzung und Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit: Die mit der Einf\u00fchrung eines Lieferkettengesetzes entstandenen Kosten k\u00f6nnen etwa durch die damit verbundene Senkung von Reputationsrisiken kompensiert werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zudem listet die Europ\u00e4ische Kommission eine Reihe von Vorteilen der CSDDD (Europ\u00e4ische Kommission 2023). Sie rechnet damit, dass sich die EU-B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger durch die Einf\u00fchrung der Lieferkettenrichtlinie einer h\u00f6heren Transparenz der Herstellungsprozesse erfreuen. Zudem rechnet sie damit, dass dadurch die Risiken minimiert werden, dass die von ihnen konsumierten Produkte unter Missachtung von Menschenrechts- und Umweltschutzstandards hergestellt wurden. F\u00fcr die Unternehmen schafft die Richtlinie einen harmonisierten europ\u00e4ischen Rechtsrahmen, der den nationalen Gesetzen wie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz in Deutschland (s. u.) oder dem\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Loi de Vigilance<\/span>\u00a0in Frankreich vorzuziehen ist, um Wettbewerbsverzerrungen auf dem Binnenmarkt zu vermeiden. Zudem steigert die Richtlinie das Kundenvertrauen, verbessert das Risikomanagement und die Anpassungsf\u00e4higkeit der Unternehmen und auch die Attraktivit\u00e4t f\u00fcr nachhaltigkeitsorientierte Investoren und \u00f6ffentliche Auftraggeber. Auch aus der Perspektive von Entwicklungsl\u00e4ndern nennt die Europ\u00e4ische Kommission Vorteile, wenn durch die Richtlinie der Schutz der Menschenrechte und der Umwelt verbessert wird und insgesamt gute internationale Standards in dieser Hinsicht \u00fcbernommen werden.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Risiken durch die umfassende Lieferkettenregulierung<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Andere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sahen die Einf\u00fchrung einer umfassenden Lieferkettenregulierung kritisch. Im Folgenden werden die entsprechenden Argumente er\u00f6rtert (siehe etwa Felbermayr, 2021; Kolev&amp;Neligan, 2021).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Deutsche und andere europ\u00e4ische Unternehmen \u00fcben einen positiven Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung in Drittl\u00e4ndern aus, der durch die Einf\u00fchrung der Lieferkettenregulierungen gef\u00e4hrdet ist. Zwar ist es nicht von der Hand zu weisen, dass nicht alle negativen externen Effekte entlang der Lieferkette bei der Herstellung eines Produktes vom Marktmechanismus ber\u00fccksichtigt werden. Jedoch gilt das gleiche auch f\u00fcr den positiven Einfluss, den Unternehmen aus entwickelten Volkswirtschaften auf die Entwicklung, den Arbeitsmarkt, die Produktionsbedingungen und die Einkommen in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern aus\u00fcben. Sie sind in der Regel gesch\u00e4tzte Arbeitgeber und bringen moderne Produktionstechnologien, gute Bezahlung und oft auch bessere Arbeitsbedingungen mit sich als inl\u00e4ndische Investoren oder Investoren etwa aus China. Gem\u00e4\u00df Angaben der Deutschen Bundesbank gingen die Direktinvestitionen der deutschen Wirtschaft im Ausland im Jahr 2022 mit der Schaffung von etwa 8,2 Millionen Arbeitspl\u00e4tzen weltweit einher.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zudem ist durch die rasante Entwicklung in den gro\u00dfen Schwellenl\u00e4ndern der Konkurrenzdruck weltweit stark gestiegen. Und das gewaltige chinesische globale Investitionsprojekt, bekannt als die neue Seidenstra\u00dfe, zeigt, dass der globale Wettbewerb auch in Sachen Investitionen neue Dimensionen annimmt, die zu einer Verschiebung der Anforderungen und Produktionsstandards in vielen Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern f\u00fchrt. So belief sich der Anteil Chinas an den langfristigen Auslandsschulden des privaten Sektors in Bangladesch im Jahr 2023 nach Angaben der Bangladeschi Zentralbank bereits auf fast 31\u00a0%. Zum Vergleich, der Anteil der USA lag zum selben Zeitraum bei 8 %, der Anteil Deutschlands bei knapp 6 %. Somit haben sich die Abh\u00e4ngigkeiten in einzelnen Entwicklungsl\u00e4ndern in den letzten Jahren stark verschoben und der Einfluss von Unternehmen aus entwickelten Volkswirtschaften nimmt kontinuierlich ab. Die Einf\u00fchrung von Lieferkettenregulierungen d\u00fcrfte diesen Prozess beschleunigen, was negative Konsequenzen f\u00fcr die Nachhaltigkeit in den entsprechenden L\u00e4ndern mit sich bringt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Damit zusammenh\u00e4ngend ist auch der Einfluss des Westens auf den Schutz der Umwelt und die Verwendung nat\u00fcrlicher Ressourcen in Entwicklungsl\u00e4ndern r\u00fcckl\u00e4ufig. Zwar mag es stimmen, dass die Nutzung von nat\u00fcrlichen Ressourcen nicht immer ad\u00e4quat durch den Marktmechanismus geregelt wird und dass es zu einer \u00dcbernutzung kommt. Eine globale oder regionale L\u00f6sung w\u00e4re hier angebracht, da es sich um ein globales bzw. regionales Problem handelt. Doch die geopolitischen Verschiebungen der letzten Jahre und der wirtschaftliche Aufstieg gro\u00dfer Schwellenl\u00e4nder haben dazu gef\u00fchrt, dass Deutschland oder die EU kaum die politischen Prozesse beeinflussen k\u00f6nnen, die die Nutzung nat\u00fcrlicher Ressourcen regeln sollen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Umsetzung von umfassenden Lieferkettenregulierungen ist des Weiteren mit zum Teil hohen Kosten verbunden. Die Lieferkette eines Unternehmens ist \u00e4u\u00dferst komplex: Wenn ein gro\u00dfes Unternehmen, das vom Gesetz betroffen ist, zehn Lieferanten f\u00fcr Rohstoffe, Zwischenprodukte, Bauteile, Technik usw. hat, und jeder dieser Lieferanten wiederum zehn eigene Lieferanten hat, ergibt das insgesamt 110 verschiedene direkte und indirekte Handelspartner, deren Produktionsbedingungen im Rahmen des Lieferkettengesetzes \u00fcberpr\u00fcft und \u00fcberwacht werden m\u00fcssen. Dabei endet die Lieferkette eines Unternehmens in der Regel nicht nach nur zwei Zwischenstufen. Zudem befinden sich viele dieser Lieferanten in weit entfernten L\u00e4ndern, was es f\u00fcr die betroffenen Unternehmen sehr aufwendig macht, ihre Produktionsbedingungen zuverl\u00e4ssig zu erfassen. Die Umsetzung des Gesetzes ist daher kostspielig und beeintr\u00e4chtigt die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der betroffenen Unternehmen gegen\u00fcber der ausl\u00e4ndischen Konkurrenz, die solchen Verpflichtungen nicht unterliegt. Es ist auch zu beachten, dass der Kreis der betroffenen Unternehmen wesentlich gr\u00f6\u00dfer ist, als das Gesetz vermuten l\u00e4sst. Eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft ergab, dass etwa die H\u00e4lfte der deutschen Unternehmen vom Gesetz betroffen sind \u2013 entweder direkt oder indirekt \u00fcber ihre Kunden- und Lieferantenbeziehungen (Kolev-Schaefer&amp;Neligan, 2024a). Laut einer Verbandsstudie in der Metall- und Elektro-Industrie verursacht das deutsche Gesetz f\u00fcr kleine Unternehmen mit weniger als 250 Besch\u00e4ftigten j\u00e4hrliche Kosten von rund 30.000 Euro, obwohl diese Unternehmen nicht direkt unter das Gesetz fallen (Gesamtmetall, 2023). Mittelst\u00e4ndische Betriebe rechnen sogar mit rund 69.000 Euro im Jahr. Die direkt betroffenen Unternehmen sehen sich mit deutlich h\u00f6heren Kosten konfrontiert und m\u00fcssen sogar neue Personalkapazit\u00e4ten schaffen, um den Anforderungen des Gesetzes gerecht zu werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die hohen Umsetzungskosten schm\u00e4lern nicht nur die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der deutschen und anderer europ\u00e4ischer Unternehmen. Sie k\u00f6nnen auch einen erheblichen Nachteil f\u00fcr die L\u00e4nder bedeuten, in denen es besonders schwierig ist, die Produktionsprozesse zu \u00fcberwachen \u2013 und das sind in der Regel die am wenigsten entwickelten Volkswirtschaften weltweit. Durch den mit den Regulierungen verbundenen b\u00fcrokratischen Aufwand entsteht f\u00fcr die Unternehmen der Anreiz, Vorprodukte vor allem aus L\u00e4ndern mit hohen Produktionsstandards zu beziehen, bzw. eigene Produktionskapazit\u00e4ten in solchen L\u00e4ndern aufzubauen, um leichter die Nachweise \u00fcber hohe Produktionsstandards erbringen zu k\u00f6nnen. Wenn die Unternehmen sich aus L\u00e4ndern wie Bangladesch oder Pakistan zur\u00fcckzuziehen und stattdessen ihre Vorprodukte in L\u00e4ndern mit verl\u00e4sslicheren Produktionsbedingungen herstellen lassen, w\u00e4re damit eine sinkende Nachfrage nach Produkten aus den L\u00e4ndern mit intransparenten Produktionsbedingungen verbunden, samt Verlust an Arbeitspl\u00e4tzen und einer Verschlechterung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage \u2013 und somit das Gegenteil von dem, was sich die Europ\u00e4ische Kommission und auch die Bundesregierung von der Einf\u00fchrung der Lieferkettenregulierung versprachen.<\/p>\n<h4 class=\"ZWISCHEN\">Evidenz f\u00fcr adverse Effekte durch das Lieferkettengesetz<\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Da das Lieferkettengesetz in Deutschland erst 2023 eingef\u00fchrt wurde und zudem noch nicht umfassend umgesetzt wird, ist es kaum m\u00f6glich, seine Auswirkung abschlie\u00dfend zu beurteilen. Umfragebasierte Analysen weisen jedoch darauf hin, dass die potenziell negativen Effekte von Lieferkettenregulierungen nicht zu untersch\u00e4tzen sind. Bereits vor der Einf\u00fchrung des Lieferkettengesetzes in Deutschland zeigte eine Umfrage, dass fast jedes f\u00fcnfte befragte Unternehmen beabsichtigte, Vorprodukte nur noch aus L\u00e4ndern mit hohen Menschenrechts- und Umweltschutzstandards zu beziehen (bei gro\u00dfen Unternehmen mit mehr als 250 Besch\u00e4ftigten jedes dritte, siehe Kolev&amp;Neligan, 2022). Ein Jahr nach der Einf\u00fchrung des Gesetzes best\u00e4tigte sich dieses Ergebnis: 22 % der direkt oder indirekt betroffenen Unternehmen (fast die H\u00e4lfte der befragten Unternehmen) setzen seit Einf\u00fchrung des Gesetzes gem\u00e4\u00df einer Umfrage von Ende 2023 verst\u00e4rkt auf ausl\u00e4ndische Produktion oder Lieferanten aus L\u00e4ndern mit sicheren und guten Arbeitsbedingungen sowie hohen Standards zum Schutz der Menschenrechte (Kolev-Schaefer&amp;Neligan, 2024a). Und eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer zeigt: Fast jedes dritte befragte Unternehmen gibt an, damit begonnen zu haben, Lieferl\u00e4nder nach sozialen und \u00f6kologischen Kriterien auszuw\u00e4hlen (IHK, 2023). Bei gro\u00dfen Unternehmen mit mindestens 1.000 Besch\u00e4ftigten best\u00e4tigt sogar jeder zweite Befragte diese Aussage.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch die Handelsstatistik deutet darauf hin, dass sich negative Auswirkungen in einzelnen Entwicklungsl\u00e4ndern abzeichnen. So sanken die nominalen deutschen Bekleidungsimporte aus Kambodscha im Jahr 2023 um mehr als ein Zehntel gegen\u00fcber dem Vorjahr in nominaler Rechnung. Die Bekleidungsimporte aus Bangladesch und Pakistan gingen sogar um fast ein F\u00fcnftel zur\u00fcck (siehe Abbildung 1). Auf einen Einbruch der Nachfrage nach Bekleidung kann diese Entwicklung nicht zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, denn die privaten Konsumausgaben f\u00fcr Bekleidung und Schuhe verzeichneten Jahr 2023 nur einen R\u00fcckgang von 0,5 % in preisbereinigter Rechnung. Zudem war der R\u00fcckgang aus n\u00e4her liegenden L\u00e4ndern wie Bulgarien und Rum\u00e4nien deutlich geringer und die Importe aus L\u00e4ndern wie Tunesien, Marokko oder Nordmazedonien konnten im selben Jahr sogar zulegen. Bei all diesen L\u00e4ndern ist davon auszugehen, dass die Kosten der Umsetzung des Gesetzes deutlich geringer sind, da sie n\u00e4her liegen und auch ein h\u00f6heres Niveau an Nachhaltigkeit gem\u00e4\u00df internationalen Standards wie den\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Sustainable Development Goals<\/span>\u00a0aufweisen. Zwar k\u00f6nnen auch andere Faktoren wie etwa der Wechselkurs die Entwicklung der wertm\u00e4\u00dfigen Importe beeinflusst haben. Dennoch ist darin ein erster Hinweis auf potenziell negative Effekte des Lieferkettengesetzes zu erkennen und das Inkrafttreten der europ\u00e4ischen Regulierung d\u00fcrfte diese Entwicklung nur noch weiter versch\u00e4rfen. Im Laufe des Jahrs 2024 erholten sich die Bekleidungsimporte aus Entwicklungsl\u00e4ndern ein wenig, doch sie bleiben weiterhin deutlich unter dem<br \/>\nNiveau aus dem Jahr 2022.<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u00c4hnliche Evidenz findet sich auch in Bezug auf die Auswirkung des franz\u00f6sischen\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Loi de Vigilance<\/span>. So finden Kolev-Schaefer und Neligan (2024b), dass die franz\u00f6sischen Importe zwar in den drei Jahren nach Einf\u00fchrung des Gesetzes im Vergleich zu den drei Jahren davor zugenommen haben. Gleichzeitig gingen die Importe aus den am wenigsten entwickelten L\u00e4ndern jedoch deutlich zur\u00fcck, nach Ber\u00fccksichtigung der Wirtschaftsentwicklung und anderer relevanter Gr\u00f6\u00dfen in einem empirischen Modell. Insbesondere der Handel mit komplexeren Produkten mit den am wenigsten entwickelten L\u00e4ndern hat gelitten, wo die Nachverfolgung der Lieferkette besonders schwierig ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Benachteiligung der am wenigsten entwickelten Volkswirtschaften l\u00e4sst sich auch anhand der Handelsstatistik veranschaulichen. Abbildung\u00a02 stellt die Entwicklung der franz\u00f6sischen und deutschen Importe aus den LDCs und aus aller Welt in relativer Betrachtung dar. Im Jahr 2017, dem Jahr der Einf\u00fchrung des\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Loi de Vigilance<\/span>, war das Wachstum der Importe aus LDCs um mehr als 8 % geringer als das Wachstum der Gesamtimporte Frankreichs. Gleichzeitig konnten die deutschen Importe aus LDCs um \u00fcber 5 % kr\u00e4ftiger zulegen als die gesamten deutschen Einfuhren. Der negative Effekt in Frankreich verst\u00e4rkte sich in den folgenden Jahren. Im Jahr 2018 belief sich der Nachteil der LDCs gegen\u00fcber den Gesamtimporten in Frankreich auf fast ein Viertel verglichen mit dem Jahr 2016, dem Jahr vor der Einf\u00fchrung des Gesetzes. Somit deutet auch diese einfache Betrachtung darauf hin, dass Lieferkettenregulierungen in ihrer aktuellen Form ihren Zielen nicht gerecht werden, sondern Entwicklungsl\u00e4nder benachteiligen, da sie eine Handelsbarriere darstellen, die im Handel mit diesen L\u00e4ndern besonders hoch ist.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Woher kommen die negativen Effekte?<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Die mit der Einf\u00fchrung von Lieferkettenregulierungen verbundenen Herausforderungen entstehen unter anderem deshalb, weil sie nicht die Probleme an ihren Wurzeln packen (Kolev\/Neligan 2021). Denn das bestehende Problem liegt weniger darin, dass deutsche oder andere europ\u00e4ische Unternehmen vermeintlich L\u00fccken im Gesetz oder in der Gerichtbarkeit in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern ausnutzen. Problematisch sind viel mehr die L\u00fccken selbst. Somit ist die Einf\u00fchrung des Lieferkettengesetzes in Deutschland und demn\u00e4chst der CSDDD in der EU nur ein Tropfen im Ozean und kann sogar eine Verschlechterung in den entsprechenden Drittstaaten in Sachen Nachhaltigkeit herbeif\u00fchren, wenn deutsche und in der Zukunft auch andere europ\u00e4ische Unternehmen mit ihren vergleichsweise hohen Produktionsstandards, in der Regel fairen L\u00f6hnen und sicheren Arbeitspl\u00e4tzen diese L\u00e4nder verlassen, da sie sonst den gesetzlichen Verpflichtungen nicht gerecht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Wie lassen sich die negativen Effekte abmildern?<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Um die negativen Effekte von Lieferkettenregulierungen abzumildern, m\u00fcssen die europ\u00e4ischen L\u00e4nder die betroffenen Unternehmen und auch die Drittstaaten im Prozess der Umsetzung des Gesetzes dringend unterst\u00fctzen. Denn gerade letztere sind nicht darauf vorbereitet, die notwendigen vertraglichen Zusicherungen zur Einhaltung der Gesetze zu liefern. Das stellt die europ\u00e4ischen Unternehmen vor gro\u00dfe Herausforderungen, so dass sie \u2013 wenn m\u00f6glich \u2013 auf alternative Lieferanten aus L\u00e4ndern mit verl\u00e4sslichen Produktionsbedingungen ausweichen mit negativen Folgen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigung und die wirtschaftliche Entwicklung von den am wenigsten entwickelten L\u00e4ndern. Durch gezielte Informationsangebote und Unterst\u00fctzung vor Ort k\u00f6nnten die EU-L\u00e4nder den Herstellern aus diesen L\u00e4ndern helfen, die f\u00fcr die Erf\u00fcllung der Lieferkettenregulierung notwendige Auskunft bereitzustellen. Ein Beispiel stellt die Initiative\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Mapped in Bangladesh<\/span>\u00a0dar, eine umfassende Datenbank, die Informationen \u00fcber die Bekleidungsindustrie in Bangladesch bereitstellt und auf diese Weise Transparenz und R\u00fcckverfolgbarkeit in der Branche f\u00f6rdert. Das Projekt ist finanziert teilweise von der internationalen Bekleidungsindustrie und auch von der deutschen Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit (GIZ).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zudem k\u00f6nnen Positiv- und\/oder Negativlisten sowie Zertifizierungen den b\u00fcrokratischen Aufwand der Umsetzung des Gesetzes f\u00fcr die betroffenen Unternehmen senken. Positiv\u00adlisten k\u00f6nnen (f\u00fcr einen bestimmten, zu definierenden Zeitraum) L\u00e4nder oder ausl\u00e4ndische Unternehmen enthalten, bei denen die Produktionsbedingungen nicht gepr\u00fcft werden m\u00fcssen, da dort von hohen Menschenrechts- und Umweltschutzstandards auszugehen ist. Negativlisten k\u00f6nnen hingegen einzelne Unternehmen oder G\u00fcter aus bestimmten L\u00e4ndern oder Regionen benennen, bei denen bereits Verst\u00f6\u00dfe gegen Nachhaltigkeits\u00ad-<br \/>\naspekte festgestellt wurden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Aktuelle Umfragen weisen darauf hin, dass die deutschen Unternehmen die Unterst\u00fctzung der Bundesregierung im Zusammenhang mit der Umsetzung des Lieferkettengesetzes als nicht ausreichend empfinden. Gem\u00e4\u00df der Umfrage der Arbeitgeberverb\u00e4nde der Metall- und Elektroindustrie in Bayern (bayme vbm 2023) sehen sich weniger als 17 % der Unternehmen ausreichend durch die Bundesregierung informiert. F\u00fcr 70\u00a0% sind die durch die Bundesregierung bereitgestellten Informationen unzureichend.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Noch besser w\u00e4re jedoch ein risikobasierter Ansatz, bei dem nur Unternehmen zu konkreten Ma\u00dfnahmen verpflichtet werden, wenn es klare Indikationen f\u00fcr Verst\u00f6\u00dfe gegen Menschenrechts- oder Umweltstandards gibt, statt zahlreiche Unternehmen mit neuen B\u00fcrokratiekosten zu belasten. Dies w\u00fcrde gezielt die Nachhaltigkeit international t\u00e4tiger Unternehmen verbessern, ohne dabei die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der europ\u00e4ischen Wirtschaft fl\u00e4chendeckend zu beeintr\u00e4chtigen. Somit w\u00fcrden die Kosten f\u00fcr die Beseitigung von Missst\u00e4nden entlang der Lieferkette von denjenigen getragen werden, die sie verursacht haben, anstatt sie wie aktuell der Gesamtwirtschaft, dem Verbraucher, dem Steuerzahler und den Entwicklungsl\u00e4ndern aufzub\u00fcrden. In einer Zeit, in der der globale Wettbewerb immer intensiver wird und viele L\u00e4nder ihre Wirtschaft durch Subventionen und Steuerverg\u00fcnstigungen st\u00e4rken, stellt sich die EU mit Regulierungen wie der CSDDD selbst ins Abseits. Dies \u00f6ffnet der Konkurrenz aus China, die weniger Wert auf Nachhaltigkeit legt und daher leichter zu bedienen ist, T\u00fcr und Tor. Dadurch wird weder die Nachhaltigkeit gef\u00f6rdert noch die Lebensbedingungen in Entwicklungs- und \u00ad<br \/>\nSchwellenl\u00e4ndern verbessert.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz im Jahr 2023 in Kraft trat, wurde im Sommer 2024 auch die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeit der Lieferkette von in der EU t\u00e4tigen Unternehmen\u00a0Corporate Sustainability Due Diligence Directive\u00a0(CSDDD) endg\u00fcltig verabschiedet. 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