{"id":104039,"date":"2025-04-22T14:33:42","date_gmt":"2025-04-22T12:33:42","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=104039"},"modified":"2025-04-22T14:33:42","modified_gmt":"2025-04-22T12:33:42","slug":"eine-kleine-geschichte-der-demokratie","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\/","title":{"rendered":"Eine kleine Geschichte der Demokratie"},"content":{"rendered":"<p>Auf die moderne Konzeption von Demokratie haben im Lauf der Begriffs- und Ideengeschichte ganz unterschiedliche Faktoren eingewirkt. Um zu verstehen, was Demokratie begrifflich gesehen ausmacht, sollten wir uns darum genauer mit der langen historischen Entwicklung des Demokratieverst\u00e4ndnisses befassen. Ein rascher Blick auf die griechische Antike gen\u00fcgt da mit Sicherheit nicht. Man muss sich klarmachen, dass es neben Gemeinsamkeiten des griechischen und des modernen Demokratieverst\u00e4ndnisses auch erhebliche Differenzen gibt. Und so ist es wichtig zu sehen, dass man sich, um die moderne Auffassung von Demokratie richtig zu erfassen, auch die Merkmale des R\u00f6mischen Republikanismus vor Augen f\u00fchren muss. Danach kommen zwei weitere wesentliche Impulsgeber f\u00fcr unsere Auffassung von liberaler Demokratie zur Sprache: die sp\u00e4tantik-mittelalterlichen Zwei-Reiche-Lehren und die fr\u00fchneuzeitliche Tradition des utopischen Denkens. Und schlie\u00dflich wende ich mich noch der typisch neuzeitlichen Verbindung von Demokratie und Menschenrechten zu.<\/p>\n<p>Unsere moderne Bevorzugung der Demokratie richtet sich auf eine politische Organisationsform, die sich deutlich von derjenigen aus dem griechischen Ursprungskontext unterscheidet. Die Griechen verstanden unter einer Demokratie eine ziemlich kleine politische Einheit. Sie umfasste wenige tausend B\u00fcrger und sah eine unmittelbare Form der Staatsverwaltung durch das Volk vor. Historisch vertraut sind wir mit dieser Staatsform besonders durch jene Form, in der sie in Athen nach den Reformen des Kleisthenes (508\/7 v. Chr.) in Erscheinung trat und zu Lebzeiten des Perikles (ca. 500-429 v. Chr.) ihre Bl\u00fcte erreichte.<\/p>\n<p>Wesentliche Teile der politischen Macht in der Athenischen Demokratie lagen in den H\u00e4nden einer h\u00e4ufig zusammentretenden Volksversammlung (<em>ekkl\u00easia<\/em>), in der jeder freie m\u00e4nnliche Erwachsene mitberaten, mitstimmen und f\u00fcr jedes Amt kandidieren durfte. Dazu wurden aufw\u00e4ndige Sitzungen abgehalten, die mit komplizierten Prozeduren der Meinungsbildung, Entscheidungsfindung und \u00c4mtervergabe verbunden waren. Es handelte sich um eine personell, finanziell und zeitlich aufw\u00e4ndige Form direkter Demokratie, die jedoch gleichzeitig elit\u00e4r orientiert und menschenrechtlich problematisch war, da sie Sklaven und Frauen grunds\u00e4tzlich ausschloss. Ein schwaches repr\u00e4sentatives Element besa\u00df die Athenische Demokratie in ihrer Ratsversammlung (<em>boul\u00ea<\/em>), in welcher 500 Abgeordnete Diskussionsvorlagen f\u00fcr die <em>ekkl\u00easia<\/em> erarbeiteten. Das Gerichtswesen lag wiederum in den H\u00e4nden von B\u00fcrgern, die durch ein Losverfahren zu Richtern in Volksgerichten (<em>dikast\u00earia<\/em>) bestellt wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Herodot und Thukydides<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Andererseits bestehen auch wichtige Hinsichten, in denen moderne Demokratien mit jener Staatsform \u00fcbereinstimmen, die im Athen des 5. und 4. Jahrhunderts herrschte. Dies zeigt sich an zwei zeitgen\u00f6ssischen Dokumenten, in denen positive Einsch\u00e4tzungen von Prinzipien und Wirkungen auftauchen, die man bis heute f\u00fcr die Demokratie geltend macht.<\/p>\n<p>[<strong>a<\/strong>] In Herodots <em>Historien<\/em> finden wir eine der \u00e4ltesten \u00fcberlieferten Belegstellen f\u00fcr den Begriff Demokratie (VI 43). Auch ist es Herodot, der uns die \u00e4lteste Verfassungsdiskussion der Theoriegeschichte \u00fcberliefert (III 80-82). Er l\u00e4sst einen Verteidiger der Demokratie folgende Punkte anf\u00fchren: \u201eDie Herrschaft des Volkes besitzt zun\u00e4chst einmal die sch\u00f6nste Bezeichnung von allen [Verfassungsformen]: n\u00e4mlich die der rechtlichen Gleichheit (<em>isonomi\u00ea<\/em>). Zweitens weist sie keinen [von den Fehlern] auf, die der Monarch begeht. Sie vergibt Regierungsauftr\u00e4ge durch das Los, sie zieht die Regierung zur Verantwortung, und sie bringt alle Beschl\u00fcsse vor die Volksversammlung\u201c (III 80).<\/p>\n<p>Zudem lastet der von Herodot dargestellte Verteidiger der Isonomie oder Demokratie es der Monarchie an, dass sich Alleinherrscher in ihr mit Notwendigkeit zu Tyrannen entwickeln, welche sich an Leib und Leben sowie an den G\u00fctern ihrer B\u00fcrger vergreifen. Somit enth\u00e4lt sein Lob der Demokratie folgende Punkte: Demokratische Staaten stellen rechtliche Egalit\u00e4t unter den B\u00fcrgern her, sie vergeben Regierungs\u00e4mter ohne Ansehen der Person und mit befristeter Amtszeit, sie verbinden politische Funktionen mit dem Prinzip der Rechenschaftsgabe, sie stellen alle wesentlichen Fragen \u00f6ffentlich zur Diskussion und zur Entscheidung, und sie vermeiden egozentrische Willk\u00fcrakte, wie sie f\u00fcr Monarchien typisch sind. Dieser bemerkenswerte Text entstammt der zweiten H\u00e4lfte des f\u00fcnften Jahrhunderts v. Chr.<\/p>\n<p>[<strong>b<\/strong>] Einige Jahrzehnte sp\u00e4ter verfasste Thukydides sein Geschichtswerk (<em>Historiae<\/em>) \u00fcber den Peloponnesischen Krieg (431-404 v. Chr.), in welchem er Perikles im Rahmen der ber\u00fchmten Gefallenenrede folgende Feststellungen \u00fcber die demokratische Verfassung Athens in den Mund legt: \u201eDie Staatsverfassung, die wir haben, richtet sich nicht nach den Gesetzen anderer, viel eher sind wir selbst f\u00fcr manchen ein Vorbild, als dass wir andere nachahmten. Mit Namen hei\u00dft sie, weil die Staatsverwaltung nicht auf wenige, sondern auf die Mehrheit ausgerichtet ist, Demokratie. Es haben aber nach den Gesetzen in den pers\u00f6nlichen Angelegenheiten alle das gleiche Recht, nach der W\u00fcrdigkeit aber genie\u00dft jeder \u2013 wie er eben auf irgendeinem Gebiet in Ansehen steht \u2013 in den Angelegenheiten des Staates den Vorzug weniger aufgrund eines regelm\u00e4\u00dfigen Wechsels [in der Bekleidung der \u00c4mter], sondern aufgrund seiner T\u00fcchtigkeit. Ebenso wenig wird jemand aus Armut, wenn er trotzdem f\u00fcr die Stadt etwas leisten k\u00f6nnte, durch seine unscheinbare Stellung daran gehindert. Frei leben wir als B\u00fcrger im Staat und frei vom gegenseitigen Misstrauen des Alltags, ohne gleich dem Nachbarn zu z\u00fcrnen, wenn er sich einmal ein Vergn\u00fcgen macht, und ohne unseren Unmut zu zeigen, der zwar keine Strafe ist, aber doch durch die Miene kr\u00e4nkt. Wie ungezwungen wir aber auch unsere pers\u00f6nlichen Dinge regeln, so h\u00fcten wir uns doch im \u00f6ffentlichen Leben, allein aus Furcht, vor Rechtsbruch \u2013 in Gehorsam gegen Amtstr\u00e4ger und Gesetze, hier vor allem gegen solche, die zum Nutzen der Unterdr\u00fcckten erlassen sind, und die ungeschriebenen, deren \u00dcbertretung nach allgemeinem Urteil Schande bringt\u201c (II 37.1-3; \u00dcbers. Vretska\/Rinner).<\/p>\n<p>Auch Perikles\u2019 Rede ist ein bemerkenswertes Dokument. Aus seinen Worten sprechen zun\u00e4chst Stolz und Selbstbewusstsein \u00fcber die progressive Sonderstellung Athens, das seinen eigenen, von anderen vielfach imitierten Weg geht. Sodann hebt Perikles die Orientierung dieser Staatsform an der Mehrheit hervor, womit sowohl das Mehrheitsprinzip (als Entscheidungsregel) als auch der Gemeinnutzen (als Staatsziel) gemeint sein k\u00f6nnen. Davon unber\u00fchrt ist nach Perikles das Leistungsprinzip, das nicht-egalit\u00e4r und bereichsspezifisch gilt.<\/p>\n<p>Entkoppelt sind in der von Perikles ger\u00fchmten Athenischen Demokratie das rechtlich-politische Gleichheitsprinzip und der bereichsspezifische Konnex von Leistung und Verdienst; ebenfalls voneinander losgel\u00f6st sind das Besitzprinzip und die Grunds\u00e4tze der \u00c4mtervergabe. \u00dcberdies wird herausgestrichen, dass in Athen Liberalit\u00e4t und Toleranz herrschen, und zwar im Sinn von B\u00fcrgertugenden: Die B\u00fcrger nehmen im Verh\u00e4ltnis zueinander Haltungen der Nachsicht und des Wohlwollens ein; erforderlich sind diese Haltungen vor dem Hintergrund ihrer differenten Pr\u00e4ferenzen und Lebensstile. Sodann wird der politische Gehorsam akzentuiert, d.h. die Loyalit\u00e4t der B\u00fcrger gegen\u00fcber den Spielregeln und den demokratisch zustande gekommenen Einzelentscheidungen. Und schlie\u00dflich betont Perikles den Respekt der Athener gegen\u00fcber den \u201aungeschriebenen Gesetzen\u2019 (<em>agraphoi nomoi<\/em>), seien damit nun gewohnheitsrechtlich-konventionelle oder allgemein menschliche moralische Standards gemeint.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Platon und Aristoteles<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von der vereinfachten Vorstellung ausgehend, dass die Demokratie die ungebildete, charakterlich instabile Bev\u00f6lkerung in einen despotischen Regentenstatus bef\u00f6rdert, haben demgegen\u00fcber Platon und Aristoteles die Demokratie kritisch beurteilt. Platons Demokratie-Kritik in der <em>Politeia<\/em> wirkt ausgesprochen karikaturhaft; er vermutet, es komme aufgrund der demokratietypischen Abschaffung jeglichen Zwangs zu einer ungez\u00fcgelten, anarchischen Freiheit (555b-562a). Die von ihm favorisierte herausgehobene Rolle des Philosophen im Staat fasst Platon in das Bild des Steuermannes, der das Staatschiff mit seiner nautischen Kompetenz vollkommen lenken k\u00f6nnte (488b-489a). In seinem <em>Politikos<\/em> erh\u00e4lt die Demokratie immerhin einen Mittelrang bei der vergleichenden Bewertung der Staatsverfassungen.<\/p>\n<p>Aristoteles legt in seiner <em>Politik<\/em> der Demokratie zur Last, sie sei zu sehr an Volksabstimmungen und zu wenig an der Gesetzesbefolgung ausgerichtet (IV 7). In diesem von Platon und Aristoteles gemeinsam vorgebrachten Einwand scheint ein berechtigter Kern zu liegen. Was beide Philosophen dieser Staatsform vorwerfen, ist, dass sie sich bei politischen Entscheidungen mehr auf Rhetorik als auf Expertenwissen st\u00fctzt, zu populistischen Kurzschl\u00fcssen neigt und bei ihren Amtstr\u00e4gern zu wenig Wert auf gute Charaktereigenschaften legt. Man kann diesen Kritikpunkt als die Zur\u00fcckweisung eines politischen Voluntarismus bezeichnen. Es wirkt gut nachvollziehbar, dass sich willk\u00fcrlich getroffene Einzelfallentscheidungen verglichen mit einer politischen Prinzipienorientierung, die in Institutionen und Prozeduren ihren Niederschlag findet, h\u00e4ufig nachteilig auswirken.<\/p>\n<p>Ein Konzept, das dem Kontext der r\u00f6mischen Verfassungstheorie entstammt, erlangte in der Neuzeit eine vergleichbar hohe Bedeutung wie der griechische Demokratiebegriff (und ging dann h\u00e4ufig Verbindungen mit diesem ein): die Idee der Republik. Man verband damit zum einen den Gedanken einer allgemeinen B\u00fcrgerbeteiligung (der Staat ist nach republikanischer Auffassung eine \u201a\u00f6ffentliche Angelegenheit\u2019), zum anderen eine strikte Prinzipienorientierung und Regeleinhaltung: Die r\u00f6mischen Spitzenbeamten (<em>magistratus<\/em>), insbesondere die Konsuln, waren unter strenge Regulative der Gesetzesbefolgung und der Machtbegrenzung gestellt; charakteristisch hierf\u00fcr sind etwa der Grundsatz des j\u00e4hrlichen Amtswechsels (Annuit\u00e4t) oder der der wechselseitigen Amtsaufsicht (Kollegialit\u00e4t).<\/p>\n<p>Das Konsulat wurde ebenso wie die anderen \u00c4mter nach Grunds\u00e4tzen der W\u00fcrde und Eignung und aufgrund einer Wahl vergeben. Bereits in der Antike waren es \u00fcberdies zwei weitere Merkmale, in denen man die Ursache f\u00fcr den erstaunlichen Aufstieg Roms zur Weltmacht erblickte: die r\u00f6mische Mischverfassung und das integrative Traditionsbewusstsein. Es war der griechische Historiker Polybios, der als erster die Besonderheit der R\u00f6mischen Republik darin sah, dass sie die besten Elemente aus Monarchie, Aristokratie und Demokratie in sich vereinige, weswegen sie allen Bev\u00f6lkerungsgruppen gerecht werde und einen hohen Stabilit\u00e4tsgrad erreiche (<em>Historien<\/em> VI).<\/p>\n<p>Die Konsuln repr\u00e4sentieren das monarchische Prinzip, der Senat steht f\u00fcr das aristokratische Element und die Volksversammlung f\u00fcr den Aspekt der Demokratie. In <em>De re publica<\/em> I hat Cicero diese Darstellung des altr\u00f6mischen Staates als einer Mischverfassung (<em>permixta conformatio rei publicae<\/em>) aufgegriffen und dieser Staatsform bescheinigt, sie erreiche ein einzigartiges Ma\u00df an Fairness (<em>aequalitas<\/em>) und Stabilit\u00e4t (<em>firmitudo<\/em>). Hinzu kommt, dass r\u00f6mische Historiker und Staatstheoretiker die politische Gr\u00f6\u00dfe immer wieder damit in Verbindung brachten, dass die B\u00fcrger ein hohes Ma\u00df an Loyalit\u00e4t und Identifikation mit dem Staat besa\u00dfen, weil sie sich mit der freiheitlichen und partizipatorischen Tradition der Vorfahren (<em>mos maiorum<\/em>) identifizierten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Rousseau und Kant<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der fr\u00fchneuzeitlichen Theoriebildung spielte die Nachwirkung des r\u00f6mischen Republikanismus sogar eine wichtigere Rolle als das Vorbild der athenischen Demokratie, wie man an den Beispielen Rousseau, Kant und Madison belegen kann. Das Ideal einer Republik ist bei Rousseau direkt mit zwei wesentlichen positiven Neupr\u00e4gungen verkn\u00fcpft: dem Begriff der Volkssouver\u00e4nit\u00e4t und dem der <em>volont\u00e9 g\u00e9n\u00e9rale<\/em>. In <em>Du contrat social<\/em> (1762; II 4 und IV 2) postuliert Rousseau eine republikanische Staatsordnung, die die Freiheit, mit der alle Menschen bei ihrer Geburt ausgestattet seien, auch unter staatlichen Bedingungen zu bewahren vermag; darin soll sich eine Republik von den zeitgen\u00f6ssischen Monarchien unterscheiden, die einseitige Herrschafts- und Unterdr\u00fcckungsordnungen darstellen. F\u00fcr die Staatsetablierung nimmt Rousseau wie Hobbes an, alle Vertragschlie\u00dfenden m\u00fcssten beim \u00dcbergang vom Natur- in den Staatszustand ihre Freiheiten abtreten, meint aber, sie erhielten sie dadurch zur\u00fcck, dass in einem bestm\u00f6glichen Staat das Volk der Souver\u00e4n, d.h. der ungeteilte Machthaber, sei.<\/p>\n<p>Politische Machtaus\u00fcbung und Gesetzesherrschaft sollen n\u00e4mlich dann die Freiheit nicht beschr\u00e4nken, wenn sie im Interesse des Ganzen praktiziert werden. Legitime Herrschaft gilt f\u00fcr ihn als Ausdruck des Gemeinwillens (<em>volont\u00e9 g\u00e9n\u00e9rale<\/em>); unter diesem versteht Rousseau nicht die Summe oder ein Amalgam von Individual- und Partikularinteressen (das w\u00e4re eine <em>volont\u00e9 de tous<\/em>), sondern die Orientierung am gemeinsamen Guten.<\/p>\n<p>Auch Kants normatives Staatsideal hei\u00dft Republi\u2019, w\u00e4hrend er die Demokratie daf\u00fcr tadelt, dass sie zwingend zu einem Despotismus f\u00fchre. In der Schrift <em>Zum ewigen Frieden<\/em> (1795) unterscheidet Kant zwischen zwei Blickwinkeln, unter denen man Staatsformen thematisieren kann: zwischen der Form der Beherrschung (<em>forma imperii<\/em>) und der Form der Regierung (<em>forma regiminis<\/em>). Die erste Perspektive ergibt sich aus der Frage, wie viele Personen herrschen; je nach Anzahl der an der Macht Beteiligten kann man von Autokratie, Aristokratie oder Demokratie sprechen.<\/p>\n<p>Die zweite Perspektive h\u00e4ngt mit der Frage zusammen, ob ein Staat seine Machtvollkommenheit republikanisch oder despotisch gebraucht; republikanische Verfassungen trennen Exekutive und Legislative, stellen also die ausf\u00fchrende Gewalt unter den allgemeinen Willen (Ak. VIII 352 f.). Kant selbst favorisiert eine Herrschaft m\u00f6glichst weniger Personen, die aber im Sinn eines Republikanismus unter Regeln des Gemeinwohls gestellt ist.<\/p>\n<p>Selbst eine der Gr\u00fcndungsfiguren der Vereinigten Staaten, James Madison, verwendet in den <em>Federalist Papers<\/em> (1787-88) den Demokratiebegriff mit Zur\u00fcckhaltung und kennzeichnet die USA stattdessen als eine Republik. Versteht man jedoch unter Demokratie eine Staats- oder Herrschaftsform, die sich auf das Prinzip des Gemeinwillens oder der Volkssouver\u00e4nit\u00e4t st\u00fctzt, so l\u00e4sst sich der Republikanismus bei Rousseau, Kant und Madison durchaus auf die Demokratietheorie \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Augustinus und Luther<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus der langen Theoriegeschichte der Staatsideen und Verfassungsformen seien noch zwei weitere wesentliche Stationen erw\u00e4hnt: die christlichen Zwei-Reiche-Konzeptionen und die Tradition des Utopismus. Beide haben historisch betrachtet einen bemerkenswerten Beitrag zur Entstehung der liberalen Demokratie geleistet.<\/p>\n<p>Die Vorstellung, der Mensch geh\u00f6re als B\u00fcrger zwei grundverschiedenen Reichen an, einem irdischen und einem himmlischen oder einem weltlichen und einem geistlichen Reich, ist eine Idee, die bereits in den antiken Naturrechtsideen und im Platonismus eine gewisse Rolle spielt. Eine beherrschende Stellung erlangte sie in der christlichen Staatsphilosophie, wo man sie haupts\u00e4chlich aus zwei neutestamentlichen Textpassagen ableitete, die zueinander in einem gespannten Verh\u00e4ltnis stehen: Zum einen schreiben die Evangelien Jesus die Aussage zu, man solle dem Kaiser geben, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist (Mt 22,21; Mk 12,17; Lk 20,25). Und zum anderen konstatiert Paulus, man m\u00fcsse als Christ der staatlichen Ordnung Gehorsam entgegenbringen, da sie von Gott eingesetzt sei und in Gottes Dienst stehe (<em>R\u00f6mer<\/em> 13,1-7).<\/p>\n<p>Man fragt sich mit Blick auf diese beiden Texte, ob eher eine Separation oder eher eine Einheit der religi\u00f6sen und der politischen Sph\u00e4re zu denken ist. Wie immer man die Qualit\u00e4t dieser Interpretation beurteilen mag: Im lateinischen Westen bildete sich in der christlichen politischen Theorie eine Richtung heraus, die man nach dem Kirchenvater Augustinus (354-430 n. Chr.) als <em>politischen Augustinismus<\/em> bezeichnet und die unterschiedliche Spielarten einer Zwei-Reiche- oder Zwei-Schwerter-Lehre enth\u00e4lt. Augustinus selbst vertrat in seiner Schrift <em>De civitate dei<\/em> eine stark philosophisch orientierte Version dieser Vorstellung: Danach geh\u00f6rt jeder Mensch aufgrund seiner moralischen Orientierung genau einem der beiden Reiche an, der <em>civitas caelestis<\/em> (der himmlischen Stadt) oder der <em>terrena civitas<\/em> (der irdischen Stadt).<\/p>\n<p>Hiermit ist keine institutionelle Mitgliedschaft gemeint, sondern eine moralische Gruppenzugeh\u00f6rigkeit, die Konsequenzen f\u00fcr die Erw\u00e4hlung oder Verwerfung des Menschen durch Gott besitzen soll. Die Zwei-Reiche-Lehre erh\u00e4lt auf diese Weise eine spiritualisierte und moralisierte Form. Nach Augustinus l\u00e4sst sich weder die himmlische Stadt mit der (moralisch teilweise fragw\u00fcrdigen) Kirche gleichsetzen noch die irdische Stadt mit der politischen Herrschaftsordnung (der ja nicht nur die moralisch unvollkommenen, sondern alle B\u00fcrger unterliegen). Kirche und Politik bestehen jeweils aus Angeh\u00f6rigen der zwei Reiche; sie bilden einen Mischk\u00f6rper aus beiden Gruppen (<em>corpus permixtum<\/em>). Die besondere Pointe dieses Ansatzes liegt darin, dass die Politik religi\u00f6se Forderungen und Gebote nicht sinnvoll gew\u00e4hrleisten kann. Religion und Staat m\u00fcssen prinzipiell voneinander getrennt werden.<\/p>\n<p>In Sp\u00e4tantike und Mittelalter besa\u00df die genaue Auslegung dieser Konzeption deswegen eine besondere Brisanz, weil sie f\u00fcr die Kompetenzzuweisung von geistlicher und weltlicher Autorit\u00e4t, von Kirche und Staat sowie des Papstes und des Kaisers ma\u00dfgeblich war. Innerhalb der mittelalterlichen Wirkungsgeschichte lassen sich zahlreiche Varianten des politischen Augustinismus unterscheiden, und zwar besonders im Zusammenhang mit dem Investiturstreit in der zweiten H\u00e4lfte des 11. Jahrhunderts. Separation oder Einheit von Religion und Politik bilden seit dieser Zeit ein Dauerthema der westlichen Staatstheorie.<\/p>\n<p>Eine brisante Rolle spielt die Zwei-Reiche-Lehre beispielsweise in der politischen Theologie Martin Luthers (1483-1546). In seiner Schrift <em>Von weltlicher Obrigkeit<\/em> (1523) ist Gott der Herr zweier Reiche, deren Regentschaft zum einen Christus und zum anderen der Kaiser innehaben; Luther tat sich aufgrund seiner Konzeption schwer, legitime politische Forderungen von illegitimen zu unterscheiden, wie der Fall der Bauernkriege zeigt. F\u00fcr die europ\u00e4ische Moderne ist die Zwei-Reiche-Konzeption insofern von erheblicher Bedeutung, als sich in ihr die Trennung von Kirche und Staat, von Religion und Gesellschaft abzeichnet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Thomas Morus und andere Utopien<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>In der \u00e4lteren Theoriegeschichte zum Problem staatlicher Verfassungen bilden ferner Utopien und Idealstaatsentw\u00fcrfe ein wichtiges Teilthema. Der sachliche Grund daf\u00fcr liegt auf der Hand: Sobald normative Zielvorstellungen diskutiert werden, stellt sich die weitergehende Frage, wie ein normatives Optimum des menschlichen Zusammenlebens auszusehen h\u00e4tte. Seit dem epochalen Werk <em>Utopia<\/em> (1516) von Thomas Morus (1478-1535) hat sich f\u00fcr solche Idealstaatsentw\u00fcrfe der Begriff der Utopie eingeb\u00fcrgert. Bei Morus\u2019 Entwurf handelt es sich um die Utopie einer idealen Inselgesellschaft, die in kritischer und satirischer Absicht den Zust\u00e4nden des zeitgen\u00f6ssischen England gegen\u00fcbergestellt wird.<\/p>\n<p>Morus spielt dabei mit der im Englischen bestehenden Homophonie von \u201autopia\u2019 (=nicht-existenter Ort) und \u201aeutopia\u2019 (=vorz\u00fcglicher Ort). In Morus\u2019 Utopie spielen zum einen konservative Vorstellungen von einer optimalen agrarischen Wirtschaftsform eine Rolle, zum anderen aber auch die progressive Idee einer Aufl\u00f6sung des Privateigentums und einer kostenlosen staatlichen Verteilung aller G\u00fcter und Produkte. Beginnend mit Morus\u2019 Buch zieht sich durch die Geschichte utopischen Denkens eine Linie, die aus den Motiven des radikalen Egalitarismus, des Anarchismus und des G\u00fcterkommunismus besteht.<\/p>\n<p>Offenbar kann man Utopien aus zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven formulieren: Einerseits l\u00e4sst sich das \u00dcberlegen ganz von Realit\u00e4tsbedingungen losl\u00f6sen; Vorstellungen von einem bestm\u00f6glichen sozialen Zustand m\u00f6gen in diesen F\u00e4llen etwa auf religi\u00f6sen Pr\u00e4missen beruhen oder sich auf frei erfundene technische Fortschrittshoffnungen st\u00fctzen. Sie stellen dann blo\u00dfe Gegenbilder zur aktuellen sozialen Wirklichkeit dar, die immerhin einigen heuristischen Wert haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zum anderen kann man an den Realit\u00e4tsbedingungen festhalten und dennoch fragen: Wie m\u00fcsste ein Staat beschaffen sein, damit er unseren maximalen Hoffnungen, unseren weitestgespannten Erwartungen mit Blick auf Gerechtigkeit, Wohlstand oder das Gl\u00fcck aller Individuen (oder was wir uns sonst w\u00fcnschen m\u00f6gen) entsprechen k\u00f6nnte? Auf eine politische Umsetzung bezogen sind dagegen solche Utopien, die sich in ein greifbares Verh\u00e4ltnis zu den aktuellen politischen Zust\u00e4nden setzen und durch nicht zu weitreichende \u00c4nderungen der gegenw\u00e4rtigen Situation zu erreichen w\u00e4ren; dazu z\u00e4hlen etwa im vorrevolution\u00e4ren Frankreich des 18. Jahrhunderts die regimekritischen Utopien von F\u00e9nelon oder des Abb\u00e9 de Saint Pierre. In der Mehrzahl der Entw\u00fcrfe handelt es sich um Ideen zu einer starken Form von Republikanismus oder Demokratie.<\/p>\n<p>In der Geschichte utopischer Staatsentw\u00fcrfe kann man ferner zwischen Raumutopien und Zeitutopien unterscheiden: also solchen, die an anderen Schaupl\u00e4tzen (evtl. in exotischen L\u00e4ndern) spielen, und solchen, die ihre Kontrastwirkung aus der Verlegung der Perspektive in eine andere Epoche beziehen. Dabei sind r\u00fcckw\u00e4rtsgewandte von zukunftsgewandten Utopien voneinander abzugrenzen. Weiter ist zu ber\u00fccksichtigen, dass man den Utopie-Begriff keineswegs immer positiv aufzufassen braucht. Im 20. Jahrhundert tritt in grundlegender Opposition zur gesellschaftskritischen oder normativen Utopie die bedrohliche oder negative Dystopie auf den Plan, wie man sie aus den albtraumartigen Zukunftsvisionen in Aldous Huxleys <em>Brave New World<\/em> und aus George Orwells <em>Nineteen Eighty-Four<\/em> kennt. Hinzu kommt, dass man den Utopie-Begriff nicht selten geringsch\u00e4tzig und pejorativ verwendet.<\/p>\n<p>Innerhalb der Theorietradition des Sozialismus war es Friedrich Engels, der in seiner Schrift <em>Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft<\/em> (1882) dem Ausdruck utopisch die negative Einf\u00e4rbung des Naiven, Blau\u00e4ugigen oder Illusorischen verliehen hat. Damit versucht er die wissenschaftliche Zugangsart gegen\u00fcber der literarischen Darstellungsform der \u00e4lteren Sozialutopien aufzuwerten. Es war daher ein bewusster Gegenakzent, den Ernst Bloch (1885-1977) mit der Verteidigung der Kategorie des Utopischen setzte. Blochs Werk <em>Das Prinzip Hoffnung<\/em> (1959) verfolgt die Tradition des utopischen Denkens durch die gesamte philosophische, religi\u00f6se, literarische und politische Geistesgeschichte; dabei fasst Bloch das Utopische als das permanent vorhandene positive Potential f\u00fcr einen sozialen Wandel auf.<\/p>\n<p>Von Platon stammt die fr\u00fcheste Idealstaatsutopie und in Verbindung damit die \u00e4lteste eingehende Schilderung fehlentwickelter Verfassungen, die erste \u201aPathologie der Staatsformen\u2019 (<em>Politeia<\/em> VIII 545c-IX 580b). Doch vielleicht muss er selbst als geistiger Urheber der problematischsten aller Staatsformen gelten: als Erfinder des Totalitarismus. Zumindest hat Karl Popper in seinem einflussreichen Werk <em>Die offene Gesellschaft und ihre Feinde<\/em> (1945) eine Reihe von Elementen, die als Merkmale des Totalitarismus gelten k\u00f6nnen, in der Platonischen <em>Politeia<\/em> ausfindig machen wollen: Kollektivismus und Militarismus, Eugenik und Rassismus, politische Propaganda und Historizismus (d.h. die Auffassung, es gebe einen objektiven, prognostizierbaren Geschichtsverlauf). Ob Platons Staatsentwurf tats\u00e4chlich totalit\u00e4r ist, ist ein bis heute kontrovers diskutiertes Problem.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Idee der Menschenrechte<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend ist es wichtig zu sehen, dass es einen Faktor unseres modernen Demokratieverst\u00e4ndnisses in Antike und Mittelalter tats\u00e4chlich gar nicht gibt, n\u00e4mlich die <em>Idee der Menschenrechte<\/em>. Weder existierte im Altertum (oder im Mittelalter) ein pr\u00e4zises \u00c4quivalent f\u00fcr den Ausdruck Menschenrechte, noch gibt es einschl\u00e4gige theoretische Reflexionen bei einem der Philosophen, noch finden wir irgendeine politisch-soziale Bewegung, die sich der Idee der Menschenrechte verschrieben h\u00e4tte. Dazu fehlt es u.a. an der universalistischen Perspektive, aber auch an der Idee der Menschenw\u00fcrde. So wurde etwa ein Abolitionismus, also die Forderung nach grunds\u00e4tzlicher Abschaffung der Sklaverei, in der Antike weder philosophisch noch politisch je vertreten, nicht einmal von aufst\u00e4ndischen Sklaven selbst. Menschenrechtskataloge liegen uns aus dem Altertum weder im Sinn von individuellen Schutz- oder Abwehrrechten gegen den Staat vor noch gar im Sinn von Teilnahmerechten oder Sozialrechten.<\/p>\n<p>Hingegen spielt die Forderung nach Sicherstellung grundlegender Menschenrechte eine erhebliche Rolle, die in politischen Bewegungen des 18. Jahrhunderts, besonders der Amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung und der Menschenrechtserkl\u00e4rung der Franz\u00f6sischen Revolution, ihren H\u00f6hepunkt erreicht.<\/p>\n<p>So schreibt Thomas Jefferson in der <em>Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung der USA<\/em> (4. Juli 1776): \u201eFolgende Wahrheiten erachten wir als selbstverst\u00e4ndlich: dass alle Menschen gleich geschaffen sind; dass sie von ihrem Sch\u00f6pfer mit gewissen unver\u00e4u\u00dferlichen Rechten ausgestattet sind; dass dazu Leben, Freiheit und das Streben nach Gl\u00fcck geh\u00f6ren; dass zur Sicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingerichtet werden, die ihre rechtm\u00e4\u00dfige Macht aus der Zustimmung der Regierten herleiten; dass, wenn irgendeine Regierungsform sich f\u00fcr diese Zwecke als sch\u00e4dlich erweist, es das Recht des Volkes ist, sie zu \u00e4ndern oder abzuschaffen und eine neue Regierung einzusetzen und sie auf solchen Grunds\u00e4tzen aufzubauen und ihre Gewalten in der Form zu organisieren, wie es zur Gew\u00e4hrleistung ihrer Sicherheit und ihres Gl\u00fccks geboten zu sein scheint. Gewiss gebietet die Vorsicht, dass seit langem bestehende Regierungen nicht um unbedeutender und fl\u00fcchtiger Ursachen willen ge\u00e4ndert werden sollten, und demgem\u00e4\u00df hat noch jede Erfahrung gezeigt, dass die Menschen eher geneigt sind zu dulden, solange die \u00dcbel noch ertr\u00e4glich sind, als sich unter Abschaffung der Formen, die sie gew\u00f6hnt sind, Recht zu verschaffen. Aber wenn eine lange Reihe von Missbr\u00e4uchen und \u00dcbergriffen, die stets das gleiche Ziel verfolgen, die Absicht erkennen l\u00e4sst, sie absolutem Despotismus zu unterwerfen, so ist es ihr Recht, ist es ihre Pflicht, eine solche Regierung zu beseitigen und sich um neue B\u00fcrgen f\u00fcr ihre zuk\u00fcnftige Sicherheit umzutun.\u201c<\/p>\n<p>Mehrheitlich fasste man im 18. Jahrhundert die Forderung nach einer Gew\u00e4hrleistung von Menschenrechten als Forderung des <em>Republikanismus<\/em> auf. Diesen Punkt in dem Demokratiebegriff zu integrieren, ist ein Ph\u00e4nomen des 20. Jahrhunderts. Wir w\u00fcrden heute mit Sicherheit dem Aspekt der Rechtsstaatlichkeit und der Grundrechtsorientierung ein ebenso gro\u00dfes Gewicht in der systematischen Formulierung des Demokratiebegriffs beimessen wie der politischen Partizipation des Volkes. In Zeiten der Gef\u00e4hrdung der Demokratie durch unterschiedliche Formen des Populismus scheint dies besonders hervorhebenswert zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf die moderne Konzeption von Demokratie haben im Lauf der Begriffs- und Ideengeschichte ganz unterschiedliche Faktoren eingewirkt. Um zu verstehen, was Demokratie begrifflich gesehen ausmacht, sollten wir uns darum genauer mit der langen historischen Entwicklung des Demokratieverst\u00e4ndnisses befassen. Ein rascher Blick auf die griechische Antike gen\u00fcgt da mit Sicherheit nicht. Man muss sich klarmachen, dass&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":32557,"menu_order":525,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-104039","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","focus-area-demokratie"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Eine kleine Geschichte der Demokratie - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Eine kleine Geschichte der Demokratie - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Auf die moderne Konzeption von Demokratie haben im Lauf der Begriffs- und Ideengeschichte ganz unterschiedliche Faktoren eingewirkt. Um zu verstehen, was Demokratie begrifflich gesehen ausmacht, sollten wir uns darum genauer mit der langen historischen Entwicklung des Demokratieverst\u00e4ndnisses befassen. Ein rascher Blick auf die griechische Antike gen\u00fcgt da mit Sicherheit nicht. Man muss sich klarmachen, dass&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Gesellschaft_Wirtschaft_Politik.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"872\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"490\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"21 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\\\/\",\"name\":\"Eine kleine Geschichte der Demokratie - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Gesellschaft_Wirtschaft_Politik.jpg\",\"datePublished\":\"2025-04-22T12:33:42+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Gesellschaft_Wirtschaft_Politik.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Gesellschaft_Wirtschaft_Politik.jpg\",\"width\":872,\"height\":490},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Eine kleine Geschichte der Demokratie\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Eine kleine Geschichte der Demokratie - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Eine kleine Geschichte der Demokratie - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Auf die moderne Konzeption von Demokratie haben im Lauf der Begriffs- und Ideengeschichte ganz unterschiedliche Faktoren eingewirkt. Um zu verstehen, was Demokratie begrifflich gesehen ausmacht, sollten wir uns darum genauer mit der langen historischen Entwicklung des Demokratieverst\u00e4ndnisses befassen. Ein rascher Blick auf die griechische Antike gen\u00fcgt da mit Sicherheit nicht. Man muss sich klarmachen, dass&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","og_image":[{"width":872,"height":490,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Gesellschaft_Wirtschaft_Politik.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"21 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\/","name":"Eine kleine Geschichte der Demokratie - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Gesellschaft_Wirtschaft_Politik.jpg","datePublished":"2025-04-22T12:33:42+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Gesellschaft_Wirtschaft_Politik.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Gesellschaft_Wirtschaft_Politik.jpg","width":872,"height":490},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/eine-kleine-geschichte-der-demokratie\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Eine kleine Geschichte der Demokratie"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/104039","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/104039\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":104040,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/104039\/revisions\/104040"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32557"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=104039"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}