{"id":104403,"date":"2025-04-28T15:31:06","date_gmt":"2025-04-28T13:31:06","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=104403"},"modified":"2025-04-29T08:46:37","modified_gmt":"2025-04-29T06:46:37","slug":"die-anfaenge-der-goten-und-die-scythica-vindobonensis","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-anfaenge-der-goten-und-die-scythica-vindobonensis\/","title":{"rendered":"Die Anf\u00e4nge der Goten und die Scythica Vindobonensis"},"content":{"rendered":"<h3><strong>I.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Anf\u00e4nge eines Fr\u00fchen Volkes handeln vor allem von dessen Herkunft und Namen. Wer aber einen Historiker damit befasst, versetzt ihn in gr\u00f6\u00dfte Verlegenheit. Diesbez\u00fcglich befragt, w\u00fcrde er am liebsten wie weiland Ritter Lohengrin den n\u00e4chsten Schwan nehmen und abreisen. Der Historiker kann n\u00e4mlich die Frage mit seinem methodischen Instrumentarium und aus Mangel zeitnaher schriftlicher Quellen nicht beantworten; denn Urspr\u00fcnge und Anf\u00e4nge werden erst literarisch, wenn man sie braucht und dann viele Generationen weit von ihnen entfernt ist. So muss der Historiker Anleihen bei Arch\u00e4ologie und Linguistik machen. Beide sind aber keine Historien mit anderen Mitteln, sondern haben ihre eigenen Fragestellungen, auf die sie mit eigenen Methoden ihre eigenen Antworten zu finden suchen. Die Zeugnisse der Arch\u00e4ologie und Linguistik sind daher nur mit gro\u00dfer Sorgfalt einer historischen Darstellung einzuf\u00fcgen, um nicht in die Falle der \u201evermischten Argumentation\u201c zu tappen, wovor Rolf Hachmann und Volker Bierbrauer so eindringlich gewarnt haben.<\/p>\n<p>Es ist zwar weitgehend anerkannt, dass die Namen der gotisch\/gautischen V\u00f6lker diesseits wie jenseits der Ostsee das Gleiche bedeuten und etwas mit \u201egie\u00dfen\u201c, got. <em>giutan<\/em>, zu tun haben. Fraglich ist jedoch, wer oder was der\/die Gie\u00dfenden waren, ob ethnozentrisch die gotischen M\u00e4nner, die Samenausgie\u00dfer, die sich bescheiden als <em>the<\/em> Menschen verstanden, wie es viele derartige V\u00f6lkernamen tun. Oder sie waren die Hengste nach einer eponymen Gottheit in Pferdegestalt, von der man allerdings nichts wei\u00df, au\u00dfer dass \u00fcbelmeinende Nachbarn sich die Geschichte erz\u00e4hlten, wonach das gesamte Gotenvolk nicht mehr wert sei als ein einziger Gaul. Oder die Goten\/Gauten, aktuell G\u00f6tar trugen ihren Namen nach einem Fluss, wof\u00fcr in S\u00fcdschweden der noch aktuell so benannte G\u00f6ta \u00c4lv und auf dem Kontinent der vom \u00c4lteren Plinius im 1. Jahrhundert erstmals erw\u00e4hnte Guthalus = vielleicht Gotenfluss zur Verf\u00fcgung standen. Dazu gibt es neben den beiden s\u00fcdschwedischen G\u00f6tal\u00e4nder auch die nach Goten\/G\u00f6tar benannte Insel Gotland. Anscheinend oder scheinbar eindeutige Sachverhalte. Doch bleiben wir zun\u00e4chst noch bei der Namensfrage.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens f\u00fcr die Zeit ab dem Ende des 3. Jahrhunderts spricht man im Deutschen von Westgoten und Ostgoten, meist ohne die damals g\u00fcltigen Namen zu ber\u00fccksichtigen. Tats\u00e4chlich wird bereits im Fr\u00fchjahr 291 zum ersten Mal von einer <em>pars Gothorum<\/em> berichtet, die Terwingen, Waldbewohner, hie\u00df und die westliche Abteilung im heutigen Rum\u00e4nien bildete. Das \u00f6stliche ukrainische Gegenst\u00fcck dazu waren die Greutungen, die Steinbewohner. Beide Ethnonyme waren landschaftsgebundene Exonyme, Fremdbezeichnungen, und verschwanden um 400 mit der Aufgabe der gotischen Sitze n\u00f6rdlich von Donau und Schwarzem Meer. Ihre Namen lebten aber in aufschlussreicher Weise im nordischen Heldenlied fort. Sich selbst bezeichneten die westlichen Goten auch als Vesier, als die Guten\/Edlen, die \u00f6stlichen Goten als die Ostrogothen, als die durch den Sonnenaufgang gl\u00e4nzenden Goten. Die Getica machten im 6. Jahrhundert aus diesem Namenspaar die Vesigothen im Sinne von Westgoten im Gegensatz zu den Ostrogothen, den Ostgoten. Als Selbstbezeichnung \u00fcberwog jedoch zu dieser Zeit und f\u00fcr die Zukunft bei beiden V\u00f6lkern stets der einfache Gotenname, wie auch der Wechsel von einem Gotenvolk zum andern jederzeit leicht m\u00f6glich war.<\/p>\n<p>Was die Herkunft der oder, besser, von Goten betrifft, ist nochmals festzuhalten, dass auf beiden Seiten der Ostsee V\u00f6lker mit demselben Namen lebten. Ob sie jemals ein Volk gewesen sind, mus skeineswegs gesagt sein. In seiner Marius-Biographie berichtet Plutarch, die Schlacht von Aquae Sextiae 122 v. Chr. sei durch das Aufeinandertreffen der mit dem Teutonen verb\u00fcndeten, wohl germanischen Ambronen mit den ligurischen Ambronen des R\u00f6merheeres er\u00f6ffnet worden. Beide Ambronenv\u00f6lker gebrauchten ihren Namen als Schlachtruf, doch wird ihnen keine gemeinsame Abkunft zugesprochen. Dagegen behauptet die gotische Origo eine solche Herkunft f\u00fcr Goten und Gauten. Das hei\u00dft, eine schriftliche Quelle, die es trotz ihrer Problematik zu bedenken gilt.<\/p>\n<p>Was ich dazu, meine Damen und Herren, zu sagen habe, ist kein Dogma, sondern offen f\u00fcr jeden Ein- und Widerspruch und lautet ungef\u00e4hr so: Auf Wunsch Theoderichs des Gro\u00dfen verfasste Cassiodorus Senator eine gotische Herkunftsgeschichte, vollendete sie aber erst 533 nach des K\u00f6nigs Tod wohl in Ravenna und \u00fcberarbeitete sie um die Jahrhundertmitte im byzantinischen Exil. In Konstantinopel redigierte der anscheinend katholische M\u00f6sogote Jordanes das Werk Cassiodors. Er brachte dessen <em>origo actusque Getarum<\/em> (kurz: Getica) in eine Form, die erhalten blieb, weil sie die historische Entwicklung von um 550 ber\u00fccksichtigte, w\u00e4hrend die umfangreichere Vorlage ihre Aktualit\u00e4t verloren hatte und daher verloren ging.<\/p>\n<p>Jordanes \u00e4nderte aber nichts an Cassiodors Entwurf, wonach die Goten unter K\u00f6nig Berig die <em>Insel Skandza<\/em>, Skandinavien, in drei Schiffen verlassen hatten und an der <em>Gothiscandza<\/em>, an der heute pommerschen K\u00fcste, gelandet seien. Das sei genau im Jahre 1490 vor Christus geschehen. Das hei\u00dft noch vor dem Trojanischen Krieg, von dem die R\u00f6mer ihrerseits ihre Herkunft herleiteten. Von der Gothiscandza seien die Goten nach etwa f\u00fcnf Generationen in den s\u00fcdosteurop\u00e4ischen Raum gezogen, wo sie nacheinander drei Wohngebiete besiedelten. Zuerst in Skythien am Asowschen Meer, dann in den R\u00f6merprovinzen Moesien, Thrakien und Dacien, das hei\u00dft im Getenland, und schlie\u00dflich wieder in Skythien.<\/p>\n<p>In der ersten Heimat, in <em>Oium<\/em>, In den saftigen Wiesen, habe noch der Wanderk\u00f6nig Filimer regiert, der die schamanistischen <em>haliurunnae<\/em>, die M\u00fctter der Hunnen, aus dem Volk verbannen musste. In die zweite Heimat kamen die Goten, um hier die Geten zu werden. Zur\u00fcck in der dritten, wieder skythischen Heimat wurden sie kl\u00fcger und teilten sich in balthische Westgoten und amalische Ostgoten. Aber entscheidend war zun\u00e4chst ihre Gleichsetzung mit den Geten. Die Geschichte des seit Herodot bekannten Balkanvolkes schloss die der dakischen und skythischen Nachbarn ein und machte die Amazonen zu h\u00f6chst erfolgreiche gotische Kriegerinnen.<\/p>\n<p>Schon die j\u00fcdische Geschichtsschreibung hatte die Endzeitv\u00f6lker Gog und Magog bei den Skythen gefunden, ein Wissen, das nun ebenfalls auf die Goten \u00fcbertragen wurde, wobei man die urspr\u00fcnglich pejorative Bedeutung unterdr\u00fcckte. Bereits vor Cassiodor hatte ein unbekannter Autor den Japhet-Enkel Ashkenas trotz oder, gerade, wegen seiner biblischen Kinderlosigkeit zum Stammvater der <em>Ascanaci gentes Goticae <\/em>erkl\u00e4rt und damit die Goten zu den ersten Ashkenasim der Geschichte gemacht. Liutpold Wallach, der bereits 1939 und dann 1963 auf diese Stelle aufmerksam gemacht hat, stellte die Frage, ob nicht <em>Ascanaci<\/em> auch deswegen gew\u00e4hlt wurde, weil man den Namen etymologisch mit der Insel Scandza verband.<\/p>\n<p>Mit der Verschriftlichung ihrer Herkunft erhielten die Goten eine den antiken V\u00f6lkern, insbesondere den R\u00f6mern vergleichbare Geschichte: \u201eOriginem Gothicam historiam fecit Romanam\u201c, (=\u201eer machte die gotische Herkunftsgeschichte zur r\u00f6mischen Historie\u201c), l\u00e4\u00dft Cassiodor den K\u00f6nig Athalarich \u00fcber seine Komposition in Kapitel 40 der <em>Getica<\/em> von Jordanes sagen. Kein Wunder, dass die \u00e4ltesten Goten keine Ahnung von einer solchen Herkunft hatten und sich wunderten, als sie Cassiodors r\u00f6mische Gotengeschichte h\u00f6rend lasen, als sie ihnen vorgetragen wurde, wie der Autor selbst zugeben musste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>II.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir Heutigen k\u00f6nnen die Verwunderung der gotischen Alten verstehen, k\u00f6nnen aber die getische Geschichte der Goten als unhistorisch bezeichnen, weil wir wissen, dass sie der heute verlorenen Getika des Dion Chrysostomos (gest. vor 120 n. Chr.) entnommen wurde. Aber wir spitzen wie die gotischen Greise die Ohren, wenn mitten im Getenblock die 17gliedrige, inhaltlich wie sprachlich rein gotische Genealogie der Amaler auftaucht. Ein Sieg \u00fcber die R\u00f6mer zur Zeit Kaiser Domitians (81-96) \u2013 selbstverst\u00e4ndlich der getischen Historia entnommen \u2013 motivierte die <em>origo Amalorum<\/em>, den Stammbaum der Amaler, des h\u00f6chstrangigen gotischen K\u00f6nigsgeschlechts, dem auch der Auftraggeber Theoderich der Gro\u00dfe angeh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Der Text bezieht sich ausdr\u00fccklich auf die m\u00fcndliche \u00dcberlieferung der Goten, die <em>in ipsis fabulis<\/em> die Amaler als A(n)sen, wie das viel sp\u00e4ter \u00fcberlieferte skandinavische G\u00f6ttergeschlecht hie\u00df, und Halbg\u00f6tter, als best\u00e4ndige Gl\u00fccksbringer im Kampf und keineswegs als <em>puri homines <\/em>priesen. Trotzdem beginnt die <em>origo Amalorum<\/em> nicht mit dem Heros eponymos, sondern weist Amal blo\u00df den vierten Platz in einer Genealogie zu, die mit zwei oder drei skandinavischen G\u00f6tternamen beginnt. An der Spitze steht Gaut, der Stammvater vieler V\u00f6lker auf dem Kontinent, in Britannien und vor allem der skandinavischen Gauten. Einst bekennt Odin, sein \u201efr\u00fcherer\u201c Name sei Gautr gewesen, und auch die gotische \u00dcberlieferung kennt keinen Odin\/Wodan.<\/p>\n<p>Also kamen die Goten doch aus Skandinavien, wie es die Getica ohnehin behaupten? Oder waren es nur die Amaler, die von dort nach S\u00fcden aufbrachen? Tats\u00e4chlich kannte Ptolemaios um 150 nicht blo\u00df Gutonen an der Weichsel, sondern auch skandinavische Guten, und Prokopios wusste im 6. Jahrhundert von Gauten auf Thule. Die beiden Griechen \u00fcbertreffend, erw\u00e4hnt Cassiodor skandinavische Ostrogothen, Gautigothen und andere gotisch-gautische V\u00f6lker. Liest man aber die Getica-Stellen genauer, k\u00f6nnte man sagen: Die Kunde von ihren skandinavischen Verwandten und ihrer daraus abgeleiteten Herkunft hatten die Goten nicht ein halbes Jahrtausend lang auf ihren Wanderungen mitgeschleppt, was schon deswegen nicht denkbar ist, weil es die Goten als unver\u00e4nderliches Ethnos nie gab. Vielmehr hatte ein Fl\u00fcchtling diese Nachricht erst vor kurzem nach Ravenna gebracht. Um 500 verzichtete n\u00e4mlich ein skandinavisch-gautischer Roduulf auf \u201esein eigenes K\u00f6nigtum, vertraute sich dem Schutz des Gotenk\u00f6nigs Theoderich an und fand das Gew\u00fcnschte (in Ravenna, wie bei einem Stammesverwandten, m\u00f6chte man hinzuf\u00fcgen)\u201d.<\/p>\n<p>Mit der Nennung Roduulfs schlie\u00dft Cassiodor den Skandinavien-Block ab; der Autor kennt daf\u00fcr keine andere Quelle, und zwar ganz im Unterschied zur skythischen Vergangenheit der Goten. F\u00fcr deren Beglaubigung zitiert Cassiodor die m\u00fcndlichen Tradition , die <em>prisca carmina pene storico ritu<\/em>, und die <em>verissima historia<\/em> des omin\u00f6sen Ablabius, des <em>descriptor Gothorum gentis egregius<\/em>, der diese \u00dcberlieferung best\u00e4tigt. Aus der Erz\u00e4hlung Roduulfs k\u00f6nnte Cassiodor die Herkunft der Goten aus Skandinavien konstruiert und folglich mit einer mythischen Fahrt in drei Schiffen \u00fcber die Ostsee verbunden haben. Die Dreiheit bedingte der Umstand, da\u00df es f\u00fcr den Autor Ostgoten, Westgoten und die zur Einschiffung fast zu sp\u00e4t gekommenen Gepiden gab.<\/p>\n<p>Von der literarischen Konstruktion abgesehen, ist aber sicher: Es gab V\u00f6lker in Skandinavien wie auf dem gegen\u00fcber liegenden Festland, die ein Gef\u00fchl der Zusammengeh\u00f6rigkeit einte, woraus wie im Falle Roduulfs praktisches Handeln wurde. Diese V\u00f6lker f\u00fchrten denselben Namen, was auch f\u00fcr je einen Fluss n\u00f6rdlich wie s\u00fcdlich der Ostsee zugetroffen haben d\u00fcrfte. Obwohl Zuwanderungen nicht auszuschlie\u00dfen, ja geschehen sind, denn Roduulf ist sicher zun\u00e4chst mit dem Schiff und keineswegs ohne Begleitung nach Ravenna gekommen, ist jedenfalls die Annahme falsch, die Goten seien als fertiges Volk von Skandinavien ausgezogen, wie schon Reinhard Wenskus betonte. Dass K\u00f6nigsgeschlechter, wie die Amaler, ihre Herkunft von Skandinavien herleiteten, ist an ihrer Namenstradition als m\u00fcndliche, von wo immer auch bezogene \u00dcberlieferung festzumachen, als Narratio aber das Werk der antiken und fr\u00fchmittelalterlichen Ethnographie.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gab es die gute Erkl\u00e4rung, die auch die Getica \u00fcbernahmen: Skandinavien sei die <em>officina gentium aut certe velut vagina nationum <\/em>und daher das Auswanderungsland der antiken Ethnographie schlechthin gewesen. Das kalte Klima verl\u00e4ngerte die Fortpflanzungsf\u00e4higkeit von Mann und Frau. Die extrem langen und eisigen Wintern\u00e4chte f\u00f6rderten in den zugigen H\u00fctten das Zusammenr\u00fccken und beg\u00fcnstigten den phantastischen Fortpflanzungsdrang der Einheimischen, so dass Skandinavien stets unter \u00dcberv\u00f6lkerung litt. Diese Vorstellung ist ein ethnographischer Topos und beruht weder auf historischen Daten noch auf arch\u00e4ologischen Vorgaben, die \u00fcbrigens keine oder bestenfalls umstrittene Verbindungen zwischen Skandinavien und dem Festland feststellen (Rolf Hachmann).<\/p>\n<p>Ein weiterer Grund f\u00fcr die Bevorzugung Skandinaviens als Ursprungsland k\u00f6nnte die Ferne der \u201eInsel Scandia\u201c gewesen sein, vergleichbar mit Abrahams Ur in Chald\u00e4a, das den Juden einen besonderen Stammbaum verschaffte. Vielgliedrige Genealogien schufen Altehrw\u00fcrdigkeit und damit Vorrang unter den V\u00f6lkern und K\u00f6nigsgeschlechtern. Sie halfen aber auch im t\u00e4glichen Leben. Wer die 24 Vorfahren der gro\u00dfen keltischen Heiligen Brigit, die freilich einst eine heidnische G\u00f6ttin war, aufsagen konnte, war damit vor den Nachstellungen des Teufels, aber auch vor irdischen Feinden f\u00fcr den Tag und die Nacht gefeit. Lange Stammb\u00e4ume entsprechen dem Konservatismus einer Inselkultur. Dagegen blieben sie auf dem Kontinent nur in geringer Zahl und ohne skandinavischen Bezug zumeist nur in kurzer Form erhalten. Der m\u00e4chtige Frankenk\u00f6nig Chlodwig nahm in seiner vorethnographischen Genealogie bereits den vierten Platz ein. Schon sein Urgro\u00dfvater war ein halbg\u00f6ttlicher Stier, erz\u00e4hlte man sich in Kreisen, die den Merowingern eher unfreundlich gesinnt waren. Jedenfalls kann die Antwort auf die gotische Herkunftsfrage nur lauten: skandinavischer Zuzug ist in irgendeiner Form m\u00f6glich, aber nur f\u00fcr Roduulf nachweisbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>III.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Damit kann endlich die historische Erz\u00e4hlung die Origo abl\u00f6sen. W\u00e4hrend die \u00dcberlieferung in- wie au\u00dferhalb der Getica f\u00fcr Skandinavien nur Namen kennt, werden als erstes m\u00f6gliches gotisches Volk die Gutonen als handelnde Subjekte beschrieben. Zwischen Christi Geburt und der Mitte des 2. Jahrhunderts erw\u00e4hnen sie je zwei griechische und lateinische Autoren und lokalisieren sie zun\u00e4chst in K\u00fcstenn\u00e4he zwischen Oder und Weichsel, also noch in, obgleich am Rande der Germania. Zugegeben, die Bezeichnung der Gutonen als gotisches Volk ist keine rein historische, sondern eine linguistisch-arch\u00e4ologische Annahme. Es gibt nicht wenige Arch\u00e4ologen, die die pommersch-westpreu\u00dfische Wielbark\/Willemberg-, die ukrainische \u010cernjachov-und die siebenb\u00fcrgische S\u00e2ntana-de-Mure\u015f-Kultur miteinander in Verbindung bringen, sie als gotisch verstehen und somit die Gutonen als Vorg\u00e4nger der donaul\u00e4ndischen und pontischen Goten annehmen. Linguistisch wird argumentiert, dass der Name <em>Gutones<\/em> die volkssprachliche Eigenbezeichnung <em>Gut <\/em>enth\u00e4lt, wie vielleicht in <em>G\u00fathalus<\/em>, vor allem aber in <em>G\u00fatthiuda <\/em>= Gotenvolk im Sinne von Gotenland nachweisbar.<\/p>\n<p>Die Gutonen waren ein zeitweise abh\u00e4ngiges und noch um 150 n. Chr. kleines Volk, das Tacitus zu den germanischen Ostst\u00e4mmen z\u00e4hlte. Sie besa\u00dfen nach ihm und dem \u00c4lteren Plinius Beziehungen zu zwei gentilen Verb\u00e4nden, zur lugisch-vandalischen V\u00f6lkergruppe an und \u00f6stlich der Oder und zu den Markomannen im heutigen B\u00f6hmen und M\u00e4hren. Gemeinsam mit den Lugiern gerieten die Gutonen am Beginn des 1. Jahrhunderts unter markomannische Oberherrschaft, blieben jedoch am Rande des Einflussgebietes von K\u00f6nig Marbod, so dass sich bei ihnen eine Opposition gegen dessen Gro\u00dfreich bilden konnte.<\/p>\n<p>Vom gutonischen Stammesgebiet aus wurde der m\u00e4chtige Markomannenf\u00fcrst mit r\u00f6mischer Hilfe im Jahre 18 oder kurz danach gest\u00fcrzt. Aus der Marbod-Zeit stammen zwei Gegenst\u00e4nde, die das Markomannenland mit dem gutonischen Siedlungsgebiet verbinden. Von den zwei aus derselben r\u00f6mischen Werkstatt importierten, v\u00f6llig gleichen Bronzekesseln, denen die Produzenten je vier b\u00e4rtige Germanenk\u00f6pfe attachiert hatten, wurde der eine im s\u00fcdm\u00e4hrischen Mu\u0161ov\/Muschau, der andere im ostpommerschen Czarnowko\/Scharnhorst bei L\u0119bork\/Lauenburg gefunden.<\/p>\n<p>Die Gutonen hatten ein f\u00fcr Germanen sehr starkes K\u00f6nigtum. Dieses besa\u00df die F\u00e4higkeit, die Gutonen gefolgschaftlich wie als polyethnisches Volk zu organisieren. Nach der Mitte des 2. Jahrhunderts wurden die Gutonen so m\u00e4chtig, dass sie sich von Mittelpolen \u00fcber die Weichsel nach S\u00fcdosten zum Schwarzen Meer hin ausbreiteten. Die Wanderer l\u00f6sten eine so gro\u00dfe Unruhe aus, dass die Alte Welt von den Markomannenst\u00fcrmen heimgesucht wurde, und erlebten selbst eine gewaltige Ver\u00e4nderung. Sie vergesellschafteten sich mit finnischen, baltischen, iranisch-sarmatisch und venetischen V\u00f6lkern. Aus ihnen wurden \u201eSkythen\u201c, die die antiken Autoren als Goten von den Germanen unterschieden.<\/p>\n<p>Nach einigen Jahrzehnten der Konsolidierung begann 238 an der unteren Donau der gro\u00dfe Gotenkrieg, der im wesentlichen bis 269\/71 dauerte. Zu Lande und bald auch zur See greifen die Goten mit ihren verb\u00fcndeten V\u00f6lkern an. Sie pl\u00fcndern, verheeren und suchen dann beutebeladen das Weite. Oft fangen die R\u00f6mer die Angreifer ab und f\u00fcgen ihnen schwere bis schwerste Verluste zu; doch sobald die Einbu\u00dfen behoben waren, sind sie wieder da. Das Land ist zerst\u00f6rt; die Einheimischen, die der Feind nicht get\u00f6tet oder fortgetrieben hat, fallen nun Hunger und Seuchen zum Opfer.<\/p>\n<p>Aber im r\u00f6mischen Heer, das Kaiser Gordian III. im Jahre 242 gegen die Perser f\u00fchrte, befanden sich germanische und gotische V\u00f6lker. Man konnte sie offenkundig als Hilfsv\u00f6lker unter Vertrag nehmen. In den Jahren 250\/51 erlitten die R\u00f6mer eine gewaltige Goteninvasion, die zur Katastrophe von Abrittus f\u00fchrte. Die kappadokischen Vorfahren Wulfilas werden 257 von Donaugoten nach Norddanubien verschleppt. Das katatrophale Ausma\u00df der Zerst\u00f6rungen dokumentiert der kanonische Brief, worin Bischof Gregorios Thaumaturgos von Neokaisareia im Pontus Polemiakos die sozialen Verwerferungen anprangert, die die staatlichen Christenverfolgungen und die gotischen \u00dcberf\u00e4lle der Jahre 256 und wohl auch 257 verursachten.<\/p>\n<p>Im Jahre 268 gelingt den gotischen Flotten, denen sich Eruler angeschlossen hatten, der Durchbruch vom Schwaarzen Meer in die \u00c4g\u00e4is. Aber nur wenige der Angreifer werden die Heimat wiedersehen. Dazu erleidet ein gotisches Landheer 269 die schwere Niederlage von Naissus, worauf der Sieger Kaiser Claudius II. den Triumphaltitel Gothicus annimmt und die Goten der r\u00f6mischen Welt offiziell bekannt macht. Zwei Jahre sp\u00e4ter 271 besiegt Kaiser Aurelian die Goten auf ihrem eigenen Territorium n\u00f6rdlich der Donau. Ein ganzes Stammesheer geht zugrunde, angeblich 5000 Mann. Allerdings eine problematische Zahl, weil es so vieler toter Feinde bedurfte, um in Rom einen Triumph zu feiern, wie dies Aurelian tat. Der Gotenk\u00f6nig f\u00e4llt, das im Westen dominierende K\u00f6nigtum erlischt, die Goten spalten sich in westliche k\u00f6niglose Terwingen und \u00f6stliche Greutungen, die das K\u00f6nigtum behalten oder sehr bald mit den Amalern wieder errichten.<\/p>\n<p>Der d\u00fcrre Bericht \u00fcber das 3. Jahrhundert entspricht der d\u00fcrftigen Quellenlage, die noch dazu auf sp\u00e4ten, nicht immer verl\u00e4sslichen Autoren beruht. Der einzige und au\u00dferdem h\u00f6chst kompetente Zeitgenosse der Ereignisse w\u00e4re der Grieche Publius Herennius Dexippos gewesen, der in der Mitte der 270er Jahre eine <em>Skythika<\/em>, vorwiegend eine Gotengeschichte, verfasste, wovon jedoch nur Fragmente erhalten blieben. Ihre Zahl wurde erst j\u00fcngst und wird weiterhin durch das Projekt <em>Scythica Vindobonensia<\/em> vermehrt. Damit ist die Bearbeitung eines griechischen Palimpsests der Wiener Handschriftensammlung gemeint, die Jana Gruskov\u00e1 und Gunther Martin so erfolgreich durchf\u00fchren. Ihnen und ihren Mentoren Otto Kresten und Fritz Mitthof kann nicht genug gedankt werden.<\/p>\n<p>Als die Kollegen vor einiger Zeit den Namen Knivas entdeckten, war zu erwarten, dass dadurch die Geschichte des blo\u00df in den Getica einwandfrei genannten Gotenk\u00f6nigs erweitert und gesichert w\u00fcrde. Als aber nicht lange danach ein Zeitgenosse Knivas und gotischer Heerf\u00fchrer namens Ostrogotha auftauchte, hatte der ostrogothische Heros eponymos, ansische Amaler und mythische Vorfahre Theoderichs des Gro\u00dfen einen sehr realen historischen Namensvetter erhalten, und zwar einen, auf den der Gotenk\u00f6nig zu Ravenna wahrlich nicht stolz sein konnte, erinnerte er ihn doch an seinen gl\u00fccklosen j\u00fcngeren Bruder Thiudimund.<\/p>\n<p>Cassiodor kannte Dexippos, zitierte ihn jedoch aus guten Gr\u00fcnden nicht im Zusammenhang mit den r\u00f6misch-gotischen K\u00e4mpfen der Mitte des 3. Jahrhunderts. In der Schlacht von Abrittus beim heutigen bulgarischen Hisarl\u0203k nahe Razgrad besiegte der Gotenk\u00f6nig Kniva die beiden Decier, wobei Vater und Sohn den Tod fanden. In den Getica nimmt ein K\u00f6nig Ostrogotha an keiner der gotischen Gro\u00dftaten s\u00fcdlich der Donau teil, sondern Cassiodor macht ihn, den Amaler, zum Vorg\u00e4nger des nichtamalischen Kniva und l\u00e4\u00dft ihn, wie zu errechnen, 251, im Jahr von Abrittus, sterben. Der Getica-Ostrogotha hatte \u00fcber eine gewaltige Streitmacht aus germanisch-sarmatischen V\u00f6lkern und r\u00f6mischen \u00dcberl\u00e4ufern verf\u00fcgt, richtete jedoch nichts Gro\u00dfartiges aus, so dass man diesen Ostrogotha schon als Beinamen Knivas angesehen oder ihm \u00fcberhaupt jegliche Historizit\u00e4t abgesprochen hat.<\/p>\n<p>Cassiodor fand jedenfalls in seiner Vorlage Dexippos offenkundig nichts, was f\u00fcr seine Gotengeschichte verwendbar gewesen w\u00e4re. Deshalb l\u00e4sst er Ostrogotha, der eigentlich schon tot ist, auch das R\u00f6merreich verlassen. Nach langer erfolgloser Belagerung von Marcianopolis sei Ostrogotha mit seinen Goten, durch Empfang von L\u00f6segeldern \u201ebereichert\u201c, in die Heimat abgezogen, hei\u00dft es in den Getica. Die Heimkehr war aber auch h\u00f6chste Zeit, denn die Gepiden hatten es auf das L\u00f6segeld und die Wohnsitze der Goten abgesehen. Ostrogotha besiegt die Gepiden unter K\u00f6nig Fastida und ist scheinbar vor der Geschichte gerettet. Nur dumm, dass sich die gotisch-gepidische Auseinandersetzung 40 Jahre sp\u00e4ter um 290 ereignet hat, als der Getica-Ostrogotha wahrlich l\u00e4ngst schon tot war, und wahrscheinlich im heutigen Siebenb\u00fcrgen stattfand, wo ein Ostrogotha als K\u00f6nig von pontischen Ostrogothen nichts zu suchen hatte.<\/p>\n<p>Aber auch f\u00fcr diese Schwierigkeit wei\u00df Cassiodor Rat: f\u00fcr ihn ist Ostrogotha im Widerspruch zu anderen Stellen der Getica und zur Logik einer ethnischen Namensgebung hier noch der K\u00f6nig beider Gotenv\u00f6lker. Dagegen berichtet eine gute zeitgen\u00f6ssische Quelle zum Fr\u00fchjahr 291 von K\u00e4mpfen der westlichen Goten, der Terwingen, und ihrer taifalischen Verb\u00fcndeten, mit Gepiden und Vandalen<strong>. <\/strong>Es werden aber weder die Namen der beteiligten Heerf\u00fchrer noch die Orte der Auseinandersetzungen genannt.<\/p>\n<p>Anscheinend hatte Cassiodor davon auch andere Nachrichten. Er wusste n\u00e4mlich, dass der Kampf beim Oppidum Galtis stattfand, und zwar an einem Fluss, der den germanischen Namen Auha\/Ache trug. Diese ganze Geschichte stammt aus der \u00dcberlieferung der westlichen Goten, wof\u00fcr auch die Mitwirkung der n\u00f6rdlich der unteren Donau lebenden Taifalen spricht. Weil aber der gotische Anf\u00fchrer anscheinend ebenfalls Ostrogotha hie\u00df, l\u00e4\u00dft Cassiodor seinen amalischen Ostrogotha auch den Sieg \u00fcber den Gepidenk\u00f6nig Fastida feiern<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>IV.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Scythica Vindobonensia zeichnen dagegen ein ganz anderes Bild und bringen Licht in das Chaos von Widerspr\u00fcchen und Anachronismen.<\/p>\n<p>Es gab tats\u00e4chlich einen Zeitgenossen Knivas, der Ostrogotha hie\u00df, nur war er weder ein K\u00f6nig noch der Stammvater der Ostrogothen noch ein Angeh\u00f6riger der Ostrogothen, die es sicher noch nicht gab, noch der Sechste im heroisch-mythischen Stammbaum der Amaler, sondern ein Mann, der \u201eGlanzgote\u201c oder \u201eSonnenaufgangsgote\u201c (vgl. Anatol) hie\u00df und ein durchaus realer Archon von Skythen, das hei\u00dft, ein nichtk\u00f6niglicher Heerf\u00fchrer von Goten war. Kaiser Decius erwartet seinen Angriff; doch brechen hier die neuen Fragmente derzeit noch ab. Knapp vorher hatten diese Fragmente mitgeteilt, dass Ostrogotha auf r\u00f6mischem Boden operierte, und zwar gleichzeitig, aber v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von Basileus Kniva und ohne Erfolg.<\/p>\n<p>Dagegen priesen die Goten Knivas ihren K\u00f6nig in Lobliedern wegen gl\u00fccklicher Siege und im besonderen wegen der Einnahme von Philippopolis im Sommer 250. Ein derartiger Lobpreis war eine hohe Auszeichnung, wie die Getica an mehreren Stellen betonen. Dagegen warfen die Goten der Scythica Vindobonensia ihrem Anf\u00fchrer Ostrogotha Feigheit, \u03bc\u03b1\u03bb\u03b1\u03ba\u03af\u03b1, und vor allem \u03b4\u03c5\u03c3\u03c4\u03c5\u03c7\u03af\u03b1, Gl\u00fccklosigkeit, vor. Kein schlimmerer Vorwurf als dieser war denkbar. Gl\u00fcck musste ein K\u00f6nig haben, und das Gleiche galt von den nichtk\u00f6niglichen Anf\u00fchrern und ihren Sippen, die den \u201eK\u00f6nigen an W\u00fcrde und Gl\u00fcck nicht nachstanden,\u201c wie ausgerechnet Dexippos wusste. Die Ergebnisse der beiden Palimpsest-Forscher k\u00f6nnen daher getrost als Sensation gelten, zumal sie Ansto\u00df f\u00fcr eine Sicherung der Autorenschaft der Getica geben d\u00fcrften.<\/p>\n<p>Cassiodor z\u00e4hlte Ostrogotha zu den amalischen Heroen, die die Goten als nicht gew\u00f6hnliche Menschen, sondern als a(n)sische Halbg\u00f6tter verehrten, \u201emit deren Art von Gl\u00fcck sie zu siegen pflegten\u201c. Der Heros eponymos Amal \u201eergl\u00e4nzte\u201c in einem sicher von Cassiodor entworfenen Amalaswintha-Stammbaum durch sein Gl\u00fcck, <em>felicitate. <\/em>Ruhmreich setzte die Amalerin die Reihe ihrer k\u00f6niglichen Vorfahren fort, da \u201eunter einer solchen Herrin \u2026.unser (der Goten) Heer die Fremden schreckt\u201c. Soweit der Lobpreis, den Cassiodor der regierenden K\u00f6nigin spendet. Nun aber muss er bei Dexippos von Goten gelesen haben, die demjenigen Ostrogotha, den Cassiodor als amalischen Asen und m\u00f6glichen Heros eponymos der \u00fcber Italien herrschenden Ostrogothen stilisierte, Feigheit und Gl\u00fccklosigkeit vorwarfen, wodurch jede Form von Herrschaft infrage gestellt wird.<\/p>\n<p>So wusste Ammianus Marcellinus, dass die Burgunder eine Mehrzahl von K\u00f6nigen hatten, die den Namen <em>hendinos <\/em>(recte <em>*kindin\u014ds<\/em>) trugen. Ein solcher K\u00f6nig war f\u00fcr die <em>fortuna belli<\/em> verantwortlich und wurde \u201eentfernt\u201c, wenn das Kriegsgl\u00fcck ausblieb. Ammianus verwendete das Verbum <em>removeri<\/em>, was alles von der Absetzung bis zur T\u00f6tung des gl\u00fccklosen K\u00f6nigs bedeuten konnte. Nachdem K\u00f6nig Vitigis mit den in Ravenna eingeschlossenen Goten 540 vor Belisar kapituliert hatte, gaben die transpadanischen Goten nicht auf und trugen dem Vitigis-Neffen Uraias das K\u00f6nigtum an. Dieser konnte sich mehrerer Erfolge gegen die Kaiserlichen r\u00fchmen und war im Besitz der zweiten gotischen K\u00f6nigsstadt Pavia samt Teilen des K\u00f6nigsschatzes.<\/p>\n<p>Uraias aber lehnte ab, weil, wie die gl\u00fccklose Kriegf\u00fchrung des Onkels bewies, seiner Familie das n\u00f6tige Gl\u00fcck, die \u03c4\u03cd\u03c7\u03b7, fehle. Den antiken Autoren waren Bedeutung und Wirksamkeit des Gl\u00fccks jedoch nicht blo\u00df aus der barbarischen, sondern auch aus der eigenen Geschichte vertraut. In Lukans Pharsalia begr\u00fc\u00dft Caesar sein Heer mit den Worten: <em>O domitor mundi, rerum fortuna mearum, \/ miles<\/em>. \u201e Oh Ihr Soldaten, Ihr Beherrscher der Welt und das Gl\u00fcck meiner Sache.\u201c Im 13. Jahrhundert machte der unbekannte isl\u00e4ndische Verfasser der <em>R\u00f3mverja saga<\/em>, der Geschichte von den Romm\u00e4nnern, aus diesem Vokativ einen an die Getica erinnernden Instrumentalis und \u00fcbersetzte: \u201eH\u00f6ret nun ihr Ritter, die ihr \u00fcber die weite Erde mit meinem Gl\u00fcck, <em>me\u00f0 minni hamingiu<\/em>, gesiegt habt.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>V.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Verlauf und Ende des Kriegszugs von 250\/51 zeigen die Goten bereits auf einem ersten H\u00f6hepunkt ihrer Macht und Ausstrahlungskraft<strong>. <\/strong>Kniva erweist sich als Feldherr, der \u00fcber mehr als blo\u00df primitive Kenntnisse in Taktik und Strategie verf\u00fcgt. Trotz seines starken K\u00f6nigtums und seiner spektakul\u00e4ren Erfolge ist Kniva jedoch kein monarchischer K\u00f6nig aller Goten gewesen. Tats\u00e4chlich gab es unter Einschluss Theoderichs des Gro\u00dfen keinen einzigen K\u00f6nig von Goten, der der K\u00f6nig aller Goten gewesen w\u00e4re. Dexippos zeigt sich bestens darin, aber auch \u00fcber die barbarischen Institutionen insgesamt informiert. Er nennt Ostrogotha einen Archon, einen nichtk\u00f6niglichen Heerf\u00fchrer, und Kniva einen Basileus, einen Gro\u00dfk\u00f6nig. Lateinisch gesprochen, war Ostrogotha ein <em>dux<\/em>, Kniva ein <em>rex<\/em>; auf gotisch k\u00f6nnten Ostrogotha ein <em>*dra\u00fahtins<\/em>, Kniva noch ein<em> thiudans<\/em>, wenn nicht schon ein<em> reiks<\/em> gewesen sein.<\/p>\n<p>Das Wiener Palimpsest best\u00e4tigt einen historischen Ostrogotha f\u00fcr die Mitte des 3. nachchristlichen Jahrhunderts. Es ist nicht unm\u00f6glich, dass um 290 ein zweiter historischer Ostrogotha terwingische Krieger gegen Gepiden und Vandalen f\u00fchrte. Wahrscheinlich um seines\/ihres Namens willen hat Cassiodor den oder die nichtamalischen Ostrogothae der westlichen Tradition entnommen und daraus einen mythische Amaler, Vorfahren der K\u00f6nige von Ravenna und Vater der in Italien herrschenden Ostrogothen gemacht.<\/p>\n<p>Das Ethnonym schloss aber keineswegs die Vergabe des Namens als Personenname aus. Die Schwester eines ungl\u00fccklichen gepidischen Kronpr\u00e4tendenten des 6. Jahrhunderts hie\u00df Ostrogotho, in langobardisch-lateinischer Lautung Austrigusa. Der Name wurde demnach unabh\u00e4ngig von einer ostrogothischen Volkszugeh\u00f6rigkeit an Goten vergeben, und die Gepiden geh\u00f6rten dazu, wie die Tatsache beweist, dass Austrigusas Bruder der Westgote hie\u00df (Wolfgang Haubrichs).<\/p>\n<p>Dank der Scythica Vindobonensia sind viele beschriebene Seiten, davon auch manche eigenen Makulatur geworden. Handschriften-Arch\u00e4ologie lohnt sich eben, ihren erfolgreichen Adepten geb\u00fchrt unsere respektvolle Anerkennung. <em>Vivant sequaces<\/em>!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. &nbsp; Die Anf\u00e4nge eines Fr\u00fchen Volkes handeln vor allem von dessen Herkunft und Namen. Wer aber einen Historiker damit befasst, versetzt ihn in gr\u00f6\u00dfte Verlegenheit. Diesbez\u00fcglich befragt, w\u00fcrde er am liebsten wie weiland Ritter Lohengrin den n\u00e4chsten Schwan nehmen und abreisen. 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