{"id":104464,"date":"2025-04-29T09:36:32","date_gmt":"2025-04-29T07:36:32","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=104464"},"modified":"2025-04-29T09:36:34","modified_gmt":"2025-04-29T07:36:34","slug":"ulfila-bischof-der-christen-im-gotischen-land-seine-bedeutung-fuer-die-anfaenge-des-gotischen-christentums","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/ulfila-bischof-der-christen-im-gotischen-land-seine-bedeutung-fuer-die-anfaenge-des-gotischen-christentums\/","title":{"rendered":"Ulfila &#8211; Bischof der Christen im gotischen Land"},"content":{"rendered":"<p>In Leben und Werk Ulfilas sind die Anf\u00e4nge des Christentums unter den Goten greifbar. In seiner Person laufen unterschiedliche Entwicklungsstr\u00e4nge des 4. Jahrhunderts von ma\u00df\u00adgeb\u00adlicher Bedeutung zusammen, darunter die r\u00f6misch-gotischen diplomati\u00adschen Bezieh\u00adun\u00adgen, dogmatische Streitigkeiten der Kirche des Imperium Romanum, die Missions\u00adgeschichte und Martyrien im Barbaricum, sowie die Erfindung einer gotischen Schrift und die \u00dcber\u00adsetz\u00adung der Bibel in die gotische Sprache. Ulfilas Einfluss auf die genannten Entwicklungen reicht \u00fcber seine Lebenszeit hinaus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>I. \u00dcberblick<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Geschichte der (West-)Goten und ihres Christentums l\u00e4sst sich in vier Ab\u00adschnitte einteilen. Der erste Abschnitt erstreckt sich vom 1. bis ins 3. Jahrhundert. In diesem Zeit\u00adraum breitete sich das Christentum im Wesentlichen in\u00adnerhalb des R\u00f6mischen Reiches aus. Parallel dazu wanderten die Vorfahren der Goten an die Peripherie der Mittelmeerwelt. Eine Beziehung zwischen den Goten und dem Christentum l\u00e4sst sich in dieser Zeitspanne nicht nachweisen.<\/p>\n<p>Der zweite Abschnitt erstreckt sich vom sp\u00e4ten 3. Jahrhundert bis 375\/376. Das R\u00f6mische Reich wurde in dieser Zeit christlich. Die Be\u00adv\u00f6lkerungsmehrheit blieb sicher noch bis ins 5. Jahrhundert heid\u00adnisch, die mei\u00adnungsf\u00fchrende und gesetzgebende Elite christianisierte sich jedoch rasch. Die Goten erlebten diesen Prozess als direkte Nachbarn des R\u00f6\u00admischen Reiches mit. Es gab unter ihnen Individuen, die den Status freier Goten hatten und das Christentum praktizierten. Die beiden genannten Aspekte, Go\u00adtisch-sein und Christ-sein, blieben jedoch konzeptionell klar ge\u00adtrennt: Die Stammesidentit\u00e4t der terwingischen Goten war heidnisch gepr\u00e4gt. Die Landkarte (<strong>Abb. 1<\/strong>) skizziert den Balkanraum in dieser Zeit zeigt Siedlungsgebiete und Wanderungsstr\u00f6me.<\/p>\n<p>Der dritte Abschnitt dauerte vom sp\u00e4ten 4. bis zum Ende des 6. Jahrhunderts. Die Konversion der Westgoten zum Christentum fand in dieser Zeit auf Reichsboden statt. Sie haben dabei bewusst ein von der Orthodoxie der r\u00f6\u00admischen Reichskirche ab\u00adweichendes christliches Bekenntnis angenommen. Die Zugeh\u00f6rigkeit zu diesem gotischen christlichen Bekenntnis war wenigstens f\u00fcr die Obrigkeit konstitutiv. Gotisch-sein bedeutete, Anh\u00e4nger eines anderen Chris\u00adtentums zu sein als die \u00fcbrigen Reichs\u00adbewohner. Das Bekenntnis erf\u00fcllte eine Funktion als ein Kennzeichen von Alteri\u00adt\u00e4t und dokumentierte einen h\u00f6heren Sta\u00adtus.<\/p>\n<p>Im Anschluss hieran gab es seit dem sp\u00e4ten 6. Jahrhundert und bis 711 einen vierten und letzten Abschnitt der Beziehung der Westgoten zum Chris\u00adtentum. Seit 589 hingen die Goten demselben katholischen Glauben an wie die hispanische Bev\u00f6lkerungs\u00admehrheit des <em>Regnum Toledanum.<\/em> Das bedeutete einen konzeptionellen Um\u00adbruch, der von einer Stammes- oder Volksreligion, die den Goten ei\u00adgen sein konnte, weg- und zu einer Reichsreligion hinf\u00fchrte, die alle Ein\u00adwohner und Unterta\u00adnen umfasste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>II. Leben des Ulfila<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ulfilas Name ist gotischer Herkunft, in griechischer und lateinischer Sprache in einer Reihe von Schreibweisen \u00fcberliefert und bedeutet etwa \u201eW\u00f6lfchen\u201c.<\/p>\n<p>Die ersten Christen, die im Gebiet der Goten lebten, waren als Sklaven dorthin gelangt. Sie waren die Opfer einer Reihe von gotischen Vorst\u00f6\u00dfen gegen das R\u00f6mische Reich, die im 3. Jahrhundert gef\u00fchrt wurden. So wurden vor allem aus Kleinasien Menschen \u2014 und darunter Christen \u2014 auf dem Seeweg in das gotische Barbaricum entf\u00fchrt. Die kirchengeschichtlichen Quellen, die von diesen Entf\u00fchrungen berichten, suggerieren, dass auf diese Weise sogar viele Christen zu den Goten gelangt seien, was je\u00addoch nicht unabh\u00e4ngig zu belegen ist.<\/p>\n<p>Im Jahr 257 sind auch Ulfilas Vorfahren von den Goten verschleppt worden, ihre Heimat war das D\u00f6rfchen Sadalgolthina auf dem Territorium des kappadokischen Par\u00adnassos, gelegen \u00a0etwa 100\u00a0Kilometer s\u00fcd-s\u00fcd\u00f6stlich vom heutigen Ankara. Der christliche Glaube wurde Ulfila also von seinen Gro\u00dfeltern mitgege\u00adben. Es wird oft davon ausgegangen, er sei das Kind eines goti\u00adschen Vaters und einer Mutter, die von jenen Kappadokiern abstammte. Dahinter ste\u00adcken Annahmen und Analogieschl\u00fcsse, wie ethnische Zugeh\u00f6rigkeit und der Sta\u00adtus des Freien weitergegeben werden \u2013 n\u00e4mlich \u00fcber den Vater \u2013, beziehungsweise welcher Eltern\u00adteil die religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen st\u00e4rker pr\u00e4gt \u2013 n\u00e4mlich die Mut\u00adter. Sein Name ist jedenfalls eindeutig gotisch, sagt jedoch nichts \u00fcber den sozialen Stand aus. Herwig Wolfram formuliert griffig: \u201eWas immer auch die Vorfahren des Gotenbis\u00adchofs f\u00fcr diesen bedeuteten, die ethnische Zugeh\u00f6rigkeit Ulfilas zu den Goten steht au\u00dfer Fra\u00adge. Er war ein geborener Gote, von dessen nichtgotischen Gro\u00df\u00adeltern man \u2014 im Un\u00adterschied zu vielen seiner Stammesgenossen \u2014 eine verl\u00e4ssliche Nach\u00adricht besitzt.\u201c<\/p>\n<p>Eine F\u00fclle von Quellen berichtet \u00fcber das Leben und Wirken Ulfilas: Er wurde in der Gothia geboren, wuchs dort im christlichen Glauben auf und wurde Lektor in seiner Gemeinde. In dieser Funktion nahm er an einer Gesandtschaft nach Konstantino\u00adpel teil und wurde im R\u00f6mischen Reich zum Bischof geweiht. Nach seiner R\u00fcckkehr wirkte Ulfila sieben Jahre lang in seiner Heimat als Bischof, bis er zusammen mit seiner Gemeinde verfolgt wurde und von Constantius\u00a0II. die Erlaubnis erhielt, sich bei Nikopolis in der Provinz Moesia anzusiedeln. Ulfila nahm 360 am Konzil von Konstantinopel teil und reiste nach 381 nochmals in die \u00f6st\u00adliche Hauptstadt, um an einem weiteren Konzil teilzunehmen, verstarb jedoch vor dessen Beginn. Er vertrat ein hom\u00f6isches Christen\u00adtum, entwickelte ein Alphabet f\u00fcr die gotische Sprache und fertigte eine Bibel\u00fcberset\u00adzung an.<\/p>\n<p>Die Quellentexte nennen keine exakten Daten und sie widerspre\u00adchen sich in den Details, woraus sich jeweils eine spezielle Intention ablesen l\u00e4sst. Die Datierung von entscheidenden Ereignissen in Ulfilas Leben, darunter besonders seine Weihe zum Bischof sowie seine Teilnahme an Konzilen, hat mitunter Einfluss darauf, welche Bewertung seine Handlungen erfahren. Hervorzuheben ist hier die Schrift <em>Dissertatio Maximini contra Ambrosium<\/em>, die Dokumentation kirchenpolitischer Streitig\u00adkeiten von 381, die in anhaltenden Debatten der 420er Jahre zum Einsatz kam. Hierin wird ein Brief ausf\u00fchrlich zitiert, den Auxentius von Durostorum verfasste, ein Sch\u00fcler des Ulfila.<\/p>\n<p>Auxentius bedient sich einer durch und durch biblisch gef\u00e4rbten Sprache. Besonders hervorgehoben stilisiert er Ulfila zum \u201eMann Gottes\u201c wie es Mo\u00adses und der Prophet Elias gewesen seien. Ulfila sollte als eine Pers\u00f6nlichkeit erscheinen, die unmittelbar von Gott inspiriert war, um f\u00fcr die bedr\u00e4ngten hom\u00f6i\u00adschen Gl\u00e4ubigen in Moesia und Thracia ein Vorbild abzugeben. Dieses Stilisieren bringt eine Gliederung von Ulfi\u00adlas etwa 70-j\u00e4hrigem Leben in 30 und 40 Jahre mit sich: Im Alter von 30 Jahren wurde er Bi\u00adschof (<em>de lec\u00adtore triginta annorum episkopus est ordinatus<\/em>), insgesamt 40 Jahre lang amtierte er, n\u00e4mlich sieben im Gotenland und weitere 33 Jahre auf Reichsboden. Die Vertreibung aus dem Stammesgebiet und die Dauer seines Bi\u00adschofsamts werden auf Moses bezogen. Ange\u00adsichts dieser aus\u00adge\u00adpr\u00e4gten Harmoni\u00adsierung auf biblische Vorbilder hin d\u00fcrften die angegebenen Jahre eher topisch denn als exakte Lebensdaten zu verstehen sein.<\/p>\n<p>Die Zahlenangaben in Jahreszahlen umzusetzen ist also nicht unproblematisch. Das Sterbeda\u00adtum Ulfilas ist wohl 383 (oder 382) gewesen und die Gesandtschaft nach Konstantino\u00adpel, die zur Bischofsweihe des Ulfila f\u00fchrte, ist auf 336 anzusetzen. Das Geburtsdatum ist nicht pr\u00e4ziser einzugrenzen als zu Beginn des 4. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Der griechische Kirchenhistoriker Philostorgios schrieb im fr\u00fchen 5. Jahrhundert \u00fcber die Bischofsweihe des Ulfila (Philost., h.e. 2,\u00a05,\u00a017\u201321): \u201eIn der Regierungszeit Constantins wurde er (Ulfila) gemeinsam mit anderen [Goten] von dem Herrscher dieses Volks (auch die barbarischen V\u00f6lker dort waren n\u00e4mlich dem Kaiser untertan) auf eine Gesandtschaft geschickt und wurde von Eusebius [von Nikomedien, E.F.] und den Bisch\u00f6fen, die bei ihm waren, (zum Bischof) der Christen im Gotenland geweiht.\u201c<\/p>\n<p>Die gotische Gesandtschaft, als deren Mitglied Ulfila nach Konstantinopel kam, galt Konstantin dem Gro\u00dfen. Dieser hatte die Terwingen milit\u00e4risch besiegt und 332 einem <em>foedus<\/em> unterworfen. Ent\u00adsprechend ist die gotische Gesandtschaft als Geste der Anerkennung der eigenen Unterordnung zu verstehen. Sie muss also zwischen 332 und 337, dem Todesjahr Konstantins, abgeschickt worden sein.<\/p>\n<p>Die gotische Gesandtschaft galt dem drei\u00dfigj\u00e4hrigen Regie\u00adrungsjubil\u00e4um des Kaisers im Jahre 336. Zu den <em>tricennalia<\/em> Konstantins geh\u00f6rte auch ein Konzil, das im Sommer des Jahres in Konstantinopel stattfand. Angesichts der herausgehobenen Bedeutung, die Eusebius von Nikomedien in den Berichten \u00fcber dieses Konzil einnimmt \u2014 er wird von den Kirchenhistorikern \u00fcberein\u00adstimmend als treibende Kraft hinter den arianer\u00ad-freundlichen Beschl\u00fcssen dargestellt \u2013, passt das Konzil von Konstantino\u00adpel 336 mindestens ebenso sehr zum zitierten Bericht wie die \u00fcbliche Verbindung der Bischofsweihe Ulfilas mit der Kirchweihsynode von Antiochia 341. Das ausdr\u00fcckliche Zeugnis, die Gesandtschaft habe Konstantin dem Gro\u00dfen gegolten, hat mehr \u00dcberzeugungskraft als die Zahlenangaben. Die Bischofsweihe Ulfilas f\u00fcgt sich in ein dezidiert christliches Programm f\u00fcr Konstantins Herrschaftsjubil\u00e4um, der auf diese Weise zum Schirmherren <em>aller<\/em> Christen wird, gerade auch derjenigen au\u00dfer\u00adhalb des Reichsterritoriums.<\/p>\n<p>Aus der Beteiligung Ulfilas an der Gesandtschaft geht hervor, dass er eine gewisse Geltung unter den Goten besa\u00df. Dazu hat ihm nur in geringem Ma\u00dfe seine soziale Stellung verholfen, Ulfila wird allgemein als freier Gote angesehen, der jedoch nicht der Stammesobrigkeit an\u00adgeh\u00f6rte. Er hatte eine gute Ausbildung genossen, und konnte in drei Sprachen (Gotisch, Griechisch, Latein) durch rhetorische F\u00e4higkeiten \u00fcberzeugen. Ausschlag\u00adgebend war jedoch sein christlicher Glaube \u2014 Ulfila nahm als <em>lector <\/em>an der Gesandtschaft teil. Hier manifestiert sich deutlich der Wunsch der gotischen F\u00fchrungsschicht, dem christli\u00adchen Kaiser Konstantin mit einer zumindest teilweise christlichen Gesandtschaft auf\u00adzuwarten.<\/p>\n<p>Ulfila versah seine seelsorgerische Mission bis gegen Ende der 340er Jahre n\u00f6rdlich der Donau, wurde dann aber mitsamt seiner Gemeinde vertrieben. Auf Reichsboden erfolgte die eigentliche, historisch bedeutsame Leistung des Ulfi\u00adla. Hier entwickelte er das Alphabet f\u00fcr die gotische Sprache und \u00fcbersetzte die Heilige Schrift aus dem Griechischen in seine Volkssprache.<\/p>\n<p>Ulfila partizipierte an der kirchenpolitischen Entwicklung im R\u00f6mischen Reich, wir kennen beispielsweise sein Abstimmungsverhalten auf der Synode von Konstantinopel im Jahre 360. Ulfila best\u00e4tigte bei dieser Gelegenheit seine Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Gruppe, die zun\u00e4chst Eusebius von Ni\u00adkomedien angef\u00fchrt hatte und der unter anderem der Bischof der Residenzstadt Mailand im Westen und kaisernahe illyrische Bisch\u00f6fe im Osten angeh\u00f6rten. Ulfila ist damit ein namentlich bekann\u00adter Bischof, der sich zur vorherrschenden trinitarischen Position bekannte, die vom Kaiser Constantius II. protegiert wurde. Impulse Ulfilas f\u00fcr die Reichskirche lassen sich nur begrenzt feststellen.<\/p>\n<p>Unter deutlich ver\u00e4nderten Bedingungen beschloss im Jahr 381 ein Konzil in Kon\u00adstantinopel die nicaenisch-konstantinopolitanische Glaubensformel und im selben Jahr gelang es Ambro\u00adsius von Mailand, die illyrischen Bist\u00fcmer endg\u00fcltig von nicht-nicaenischen Bisch\u00f6fen zu befreien. In die\u00adsen Kontext geh\u00f6ren die <em>Dissertatio Maximini<\/em> und die Nachricht, dass Ulfila auf einem Religionsdisput vermit\u00adteln sollte. Er reiste im Jahre 383 auf Gehei\u00df des Kaisers an, starb jedoch, ehe das Konzil begonnen hatte. Ihm blieb damit erspart zu erleben, dass Theo\u00addosius entgegen der urspr\u00fcnglichen Planung keine Religions\u00adgespr\u00e4che f\u00fchren lie\u00df.<\/p>\n<p>Auxentius von Durostorum schreibt in \u00a0der<em> Dissertatio Maximini, 61\u201362<\/em>: \u201eEr [Ulfila] machte sich auf Grund des kaiserlichen Einberufungsbefehls zum Konzil nach [im Bischofsamt] erf\u00fcllten vierzig Jahren in die Stadt Konstantinopel auf zu den Ver\u00adhandlungen gegen die Ketzer. Und im Namen unseres Herrgottes hinreisend, setzte er sei\u00adne Kraft daf\u00fcr ein, da\u00df sie die ihm von Christus anvertrauten Kirchen nicht zerst\u00f6rten und gleich\u00adschalteten. Als er aber in der genannten Stadt eintraf, da hatten die Gottlosen durch ihre R\u00e4nke den Status des Konzils bereits abge\u00e4ndert, damit sie \u2013 deren J\u00e4mmerlichkeit noch gr\u00f6\u00dfer ist als ihre Nieder\u00adtracht \u2013 nicht durch ihr eigenes Urteil verdammt und der ewigen Verdammnis wert erfunden w\u00fcr\u00adden. Da erkrankte er pl\u00f6tzlich und wurde in seiner Schw\u00e4che gleich dem Propheten Elisa hin\u00adweggerafft.\u201c<\/p>\n<p>Die \u201eKetzer\u201c und \u201eGottlosen\u201c in diesem Zitat sind die Nicaener beziehungsweise\u00a0 Katholiken, da der Text zur Verteidigung einer abweichenden, von diesen als h\u00e4retisch bezeichneten Position verfasst wurde!<\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler des Ulfila haben in lateinische \u00dcbersetzung folgendes Bekenntnis \u00fcberliefert, welches der gotische Bischof auf seinem Totenbett bekr\u00e4ftigt haben soll. Bei Auxentius von Durostorum hei\u00dft es in der Dissertation, 63: \u201eIch glaube an den einen Gottvater, allein ungezeugt und unsichtbar, und an den eingeborenen Sohn, unseren Herrn und Gott, Sch\u00f6pfer aller Kreatur, der nicht seinesgleichen hat \u2013 und daher ist einer aller Gottvater, der auch der Gott unseres Gottes ist \u2013, und an den einen Heiligen Geist, den Lebensspender und Heiligmacher, der aber weder Gott noch Herr ist, sondern der treue Diener Christi, nicht ihm gleich, sondern unterworfen und in allem dem Sohn gehor\u00adsam, wie auch der Sohn dem Gottvater unterworfen und gehorsam ist.\u201c<\/p>\n<p>Im Spektrum der theologischen Positionen des 4. Jahrhunderts nimmt Ulfila eine vom Nicaenum entfernte, aber noch nicht extreme Position ein. Die Gruppe der Hom\u00f6er, denen er angeh\u00f6rte, lehnte trinit\u00e4tstheologische Definitionen aufgrund von Substan\u00adzen ab. Ulfilas Version der Dreifaltigkeit operiert ohne Sub\u00adstanzen, Wesenheiten oder Pers\u00f6nlichkeiten, sondern markiert pr\u00e4gnant Unter\u00adschiede und Unterordnungen. Es besteht eine klare Hierarchie der G\u00f6ttlichkeit, wenn auch der Monotheismus arg verwischt erscheint. Als Quelle von Ulfilas Glaubens\u00ad\u00fcberzeugung werden die Tradition und die Autorit\u00e4t der Heiligen Schrift genannt.<\/p>\n<p>Die Rekonstruktion seines Lebens, die nachweisbaren bisch\u00f6flichen Handlungen, die in der Bibel\u00fcbersetzung manifestierte theologische Position und das zitierte Credo erg\u00e4nzen und st\u00fctzen sich gegenseitig, so dass folgendes plausibles Gesamtbild von Ulfila als Bischof des an Konflikten reichen 4. Jahrhunderts entsteht. Ulfilas Leben war zweigeteilt in etwa gleich lange Abschnitte au\u00dferhalb beziehungsweise innerhalb des Impe\u00adriums. Sein Wirken als Bischof, das als eigentlich relevantes Han\u00addeln erscheint, weist sogar ein deutliches Schwergewicht auf, denn seine Arbeit auf Reichsgebiet ist zeitlich umfangreicher und durch die Bibel\u00fcber\u00adsetzung auch folgenreicher. Zu Lebzeiten war der Bischof Ulfila am theologischen Diskurs be\u00adteiligt, wie seine Teilnahme an Synoden belegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>III. Gothi minores<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die christliche Gemeinde um Ulfila wurde mit ihrem Bischof 347 oder 348 aus dem Siedlungsraum der Terwingen n\u00f6rdlich der Donau vertrieben. Die gotische F\u00fch\u00adrungsschicht entfernte dabei eine Gruppe von Menschen, deren Loyalit\u00e4t sie anzweifelte, aus ihrem Einflussbereich. Denn die Gemeinde war der Reichskirche konfessionell ver\u00adbunden, Ulfila wurde vom Kaiser protegiert. Das Christentum wurde daher von den Goten mit dem R\u00f6mischen Reich identifiziert. Es ist aus dieser Perspektive folgerichtig, dass die Ulfila-Gruppe \u00fcber die Donau und auf Reichsgebiet vertrieben wurde. Die Christenverfolgung von 347\/348 ist eine Akti\u00adon zur Entfernung Unerw\u00fcnschter und zugleich eine symbolische anti\u00adr\u00f6mische Hand\u00adlung. Ferner ist die Relegierung des Gotenbischofs ein feindseliger Akt der regierenden konstantinischen Dynastie gegen\u00fcber denjenigen, die Ulfila zum Bischof hatte weihen lassen. Eine Be\u00adst\u00e4\u00adti\u00adgung erfuhr diese Sicht der Dinge, als die vertriebene Ulfila-Gruppe tats\u00e4chlich Asyl von Constanti\u00adus\u00a0II. erhielt und in der Umgebung von Nikopolis in M\u00f6sien Siedlungsland zugewiesen bekam.<\/p>\n<p>Die <em>Gothi minores<\/em> lebten dort nachweislich als eigene ethnisch-konfessionelle gebundene Gruppe, so Jordanes, Getica 267: \u201eEs gab auch noch andere Goten, die sogenannten Kleingoten, ein unz\u00e4hliges Volk. Ihr Priester und oberster Bischof war Wulfila, der ihnen auch die Buchstaben erfunden ha\u00adben soll. Heutzutage bewohnen sie in M\u00f6sien die Gegend von Nikopolis am Fu\u00df des Emimontus, ein zahl\u00adreiches, aber armes und unkriegerisches Volk, das an nichts reicher ist als an Herden aller Art, an Tristen f\u00fcr das Vieh und Holz im Wald; das Land hat wenig Weizen, ist aber reich an an\u00adderen Fruchtarten. Von Wein\u00adpflanzungen aber wissen sie nicht einmal, dass es anderswo solche gibt, und sie kaufen sich den Wein aus der Nachbarschaft. Meist aber trinken sie Milch.\u201c<\/p>\n<p>Die Kleingoten stellten die ihnen nachgesagte allseitige Friedfertigkeit tats\u00e4chlich unter Be\u00adweis. Als nach 376 die terwingischen Goten unter Fritigern und Alaviv sowie die Greu\u00adtungen unter Alatheus und Safrax pl\u00fcndernd durch Thrakien und M\u00f6sien zo\u00adgen, schloss sich ihnen die Mehrzahl der gotisch-st\u00e4mmigen Bewohner der betroffenen Pro\u00advinzen an, \u00fcberwiegend Sklaven. Nicht so die Kleingoten. Ganz offensichtlich be\u00adwerteten diese die gemeinsame Religion und die ihnen zuteil gewordene Aufnahme im Imperium Romanum h\u00f6her als die Zugeh\u00f6rigkeit zu ihrem fr\u00fcheren Stamm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>IV. Bibel\u00fcbersetzung<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Bibel\u00fcbersetzung des Ulfila schuf die Basis f\u00fcr die erfolgreiche Mission von Goten und Germanen durch andere Goten oder Germanen. Als einzige germanische Sprache wurde das Gotische zu diesem fr\u00fchen Zeitpunkt ver\u00adschrift\u00adlicht. Andere germanische Spra\u00adchen erreichten diese Ent\u00adwicklungsstufe erst etwa drei Jahrhunderte sp\u00e4ter. Die Fragmente der Bibel\u00fcberset\u00adzung sowie die sogenannten <em>Skeireins<\/em> \u2013 eine Sammlung theologischer Kommentare zum Johannes-Evangelium in gotischer Sprache \u2013 bilden die einzigen erhalten\u00aden Textzeugnisse f\u00fcr die nicht mehr ge\u00adsprochene Sprachfamilie des Ost-Germanisc\u00adhen.<\/p>\n<p>Die Voraussetzung der Verschriftlichung der gotischen Bi\u00adbel\u00fcbersetzung war zu\u00adn\u00e4chst die Schaffung eines gotischen Alphabets, das hei\u00dft die Adaption vor\u00adhan\u00addener Alphabet-Systeme an die Eigenheiten des Gotischen, und anschlie\u00dfend die Etablierung verbindlicher orthographischer Regeln f\u00fcr die neue Schriftform des Go\u00adti\u00adschen. Das gotische Alphabet stellt eine Kombination aus den Runen des <em>\u00e4lteren Futhark<\/em> und den griechischen Buchstaben dar. Die Lautwer\u00adte der Runen wurden auf korrespon\u00addierende griechische Buchstaben \u00fcbertragen und n\u00f6tigenfalls Buchstaben des lateinischen Alpha\u00adbets hinzugezogen.<\/p>\n<p>Nach der Aussage der Kirchenhistoriker \u00fcbersetzte Ulfila die gesamte Heilige Schrift ins Gotische. Philostorgios berichtet, Ulfila habe bewusst die alttestamentarischen B\u00fccher der K\u00f6nige nicht \u00fcbersetzt, da die Goten ohnehin krie\u00adgerisch seien und in dieser Hinsicht keines weiteren Zuspruchs bed\u00fcrften. Die nur frag\u00admentarische \u00dcberlieferung macht es uns heute unm\u00f6glich, zweifelsfrei fest\u00adzu\u00adstellen, ob es solche Aus\u00adlassungen tats\u00e4chlich gegeben hat. Die vier kano\u00adnischen Evangelien und die Paulus-Briefe sind jedoch unzweifelhaft kom\u00adplett \u00fcber\u00adsetzt worden. Das be\u00adkannteste Zeugnis stellt der <em>Codex Argenteus<\/em> dar, ein prachtvolles Manuskript, das im 6. Jahr\u00adhundert in Italien mit silberner Tinte auf purpurnem Pergament geschrieben wurde.<\/p>\n<p>In Anbetracht des Umfangs der Textbest\u00e4nde ist davon auszugehen, dass Ulfila die mit seinem Namen verbundene Bibel\u00fcbersetzung nicht allein bew\u00e4ltigt hat. Stilistische Un\u00adterschiede zwischen den B\u00fcchern st\u00fctzen diese Einsch\u00e4tzung. M\u00f6glicherweise bereits in der Gothia, sicher aber w\u00e4hrend des Aufenthalts in Moesia gab es also einen Kreis von Mitarbeitern und Sch\u00fclern, die Gotisch und Griechisch sprachen, lasen und schrieben. Gerd Kampers weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich mit der Ausbildung und T\u00e4tigkeit dieser Geistlichen eine \u201egotische Schriftkultur\u201c und zugleich eine \u201ego\u00adtischsprachige[&#8230;] Liturgie\u201c entwickelten.<\/p>\n<p>Ulfila und seine Mitarbeiter haben mit der Arbeit am Bibeltext die \u201eM\u00f6glichkeit goti\u00adscher christlicher Rede\u201c (Knut Sch\u00e4ferdiek) geschaffen. Dies systematisch vorbereitet und erm\u00f6g\u00adlicht zu haben, ist wesentlicher Teil der zeitgen\u00f6ssischen Leistung Ulfilas, die f\u00fcr die Ger\u00admanen\u00admission grundlegend war. Das Gotische war die <em>lingua franca <\/em>mehrerer ostgermanischer St\u00e4mme, darunter die Goten, Gepiden, Vandalen, Burgunder und Rugier. Auf diese Wei\u00adse ist der Hom\u00f6er Ulfila als \u00dcbersetzer der Heili\u00adgen Schrift auch daf\u00fcr verant\u00adwort\u00adlich, dass Johannes Chrysostomus sp\u00e4ter in Kon\u00adstantinopel den Versuch unternehmen konnte, katholische Gottesdienste in gotischer Sprache halten zu lassen!<\/p>\n<p>Ein kurzer Blick auf den Text \u2013 wenige Zeilen aus dem Markus-Evangelium \u2013 illustriert die gew\u00e4hlte Methode der \u00dcbersetzung von Mk 15, 39, die gotische Fassung Codex Argenteus 186r.<\/p>\n<p>Nach dem Tod am Kreuz war es ein r\u00f6mischer Centurio, also ein Heide, der als erster Mensch Jesus als Sohn Gottes erkannte. Die zitierte Textstelle beginnt etwa auf der Mitte der Seite, auf H\u00f6he der Hervorhebung durch \u201eske\u201c links und umfasst vier Zeilen. Zu erkennen sind die Form der Buchstaben des von Ulfila geschaffenen gotischen Alphabets. Ein kleines Beispiel illustriert seine Vorgehensweise: \u201eqa\u03f8\u201c in der Umschrift ist \u201eUAL\u201c im Manuskript. Der griechische Buchstabe psi (\u03c8) bildet das gotische \u03f8 (thorn) ab. Das Wort \u201eqa\u03f8\u201c \u00fcbersetzt dabei das griechische \u03b5\u1f36\u03c0\u03b5\u03bd, der Centurio \u201esagte\u201c. Der griechische Bibeltext wurde Wort f\u00fcr Wort pr\u00e4zise \u00fcbersetzt, das war man dem Text schuldig. Als Folge davon ist das Bibelgotische eine sehr spezielle Schriftsprache, welche weder die Alltags- noch die eigentliche Hochsprache abbildet.<\/p>\n<p>Die B\u00f6gen, welche am unteren Rand der Seiten des Codex Argenteus zu erkennen sind, bilden Konkordanzen zwischen den vier Evangelien nach dem Eu\u00adsebischen Kanon ab \u2013 die gotischen Kleriker und Buchk\u00fcnstler nahmen also an der zeit\u00adgen\u00f6ssischen theologisch-praktischen Entwicklung teil, entweder bereits Ulfi\u00adla selbst, zumindest jedoch diejenigen Schreiber, welche im ostgotischen Italien den <em>Co\u00addex Argenteus<\/em> anfertigten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>V. Konversion der Terwingen<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ulfila hatte keinen pers\u00f6nlichen Einfluss mehr auf die Christianisierung der West\u00adgoten innerhalb des Imperium Romanum, er verstarb zwischen 381 und 383. Seine Bibel\u00fcbersetzung und der Stab an theologisch ausgebildeten Mitarbei\u00adtern waren jedoch Voraussetzungen f\u00fcr eine Konversion der Goten und die Missionie\u00adrung der \u00fcbrigen Germanen.<\/p>\n<p>Das Christentum hatte im 4. Jahrhundert unter den Goten festen Fu\u00df gefasst. Wir k\u00f6n\u00adnen drei christliche Konfessionen nachweisen (Audianer, Hom\u00f6er, Nicaener). Im Fall der beiden letztgenannten kennen wir punktuell sogar die Namen von Bisch\u00f6fen, Presbytern und Mitgliedern des niederen Klerus. Die eigentliche Verschriftlichung des Gotischen und die Bibel\u00fcbersetzung erfolgten zwar erst auf Reichsboden, die zugrundeliegenden theologischen Positionen blieben jedoch unver\u00e4ndert, Ulfila hat sie bereits in der terwingischen Heimat vertreten.<\/p>\n<p>Von einer massierten Konversion des Stammes n\u00f6rdlich der Donau kann dennoch keine Rede sein, weder in Erf\u00fcllung einer kaiserlichen Forderung als Vorbedingung zur Donau\u00fcberquerung noch als Lippenbekenntnis. Die gotische Christenverfolgung, die eine Reaktion auf das <em>foedus<\/em> von 369 darstellte, war zu umfassend und wurde zudem auch von jenem gotischen <em>re\u00edks<\/em> mitgetragen, der von den Kirchenhistorikern f\u00fcr die angebliche Konversion verantwortlich gemacht wird.<\/p>\n<p>Die Religion der Goten, die 376 ins Imperium einwanderten, war sicher ihr althergebrachter heidnischer Glaube. Dessen Konturen sind schwierig nachzuvoll\u00adziehen. Der Kult der ansischen Ahnen, den wir am besten rekonstruieren k\u00f6nnen, band jeweils die Angeh\u00f6rigen der einzelnen <em>kunja<\/em> aneinander und zementierte prim\u00e4r den Herr\u00adschaftsanspruch der gentilen F\u00fchrungsschicht der <em>maistans<\/em> bzw.<em> re\u00edkeis<\/em>. Dieses Herr\u00adschafts\u00adgef\u00fcge sollte sich w\u00e4hrend der Jahre der Migration innerhalb des Imperium Romanum tief\u00adgreifend \u00e4ndern, was dazu beitrug, den Religionswechsel zu erm\u00f6g\u00adlichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>VI. Antike Stimmen zum gotischen Christentum<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was macht die Darstellung und Beurteilung des Christentums unter den Goten nun so kompliziert? Die Sache war bereits f\u00fcr die Zeitgenossen heikel, da sich religi\u00f6se Differenzen und aktuelle politisch-milit\u00e4rische Konflikte in vielfacher Weise durch\u00adkreuzten. Hinzu kamen Falschinformationen, egal ob diese nun absichtsvoll oder unbe\u00adwusst falsch weitergegeben wurden. Beispielsweise <em>glaubte<\/em> der gro\u00dfe Augustinus von Hippo an eine Verfolgung der Christen unter den Goten, und war fest davon \u00fcberzeugt, diese seien s\u00e4mtlich rechtgl\u00e4ubige, also katholische Christen gewesen.<\/p>\n<p>Die Goten, von denen Augustinus seit 410 regelm\u00e4\u00dfig h\u00f6rte, waren hom\u00f6ische, also arianische Christen, wie er sehr wohl wusste (civ. Dei 18,\u00a052): \u201eSoll man es vielleicht nicht als Verfolgung ansehen, wenn ein Gotenk\u00f6nig im Gotenland selbst die Christen mit ungeheurer Grausamkeit verfolgt hat, als es dort nur Katho\u00adliken gab? Sehr viele von ihnen sind mit dem Martyrium gekr\u00f6nt worden: das haben wir von Br\u00fc\u00addern geh\u00f6rt, die es damals als Knaben miterlebt haben und sich genau daran erinnern konn\u00adten?\u201c<\/p>\n<p>Augustinus irrt hier, wenn er schreibt, dass es in irgendei\u00adner Verfolgungssituation unter den Goten n\u00f6rdlich der Donau ausschlie\u00dflich katholi\u00adsche Chris\u00adten gegeben habe: Bereits seit mehr als einem Jahrhundert, seit den Raubz\u00fcgen des 3. Jahrhunderts, hatten Christen im Gotenland gelebt und sp\u00e4testens in Ulfilas Generation gab es stammesangeh\u00f6rige Goten, die den neuen Glauben angenommen hatten. Seitdem haben wir Zeugnisse f\u00fcr Mission unter den Goten einerseits und Gegenma\u00dfnahmen wie Vertreibung und Ver\u00adfolgung andererseits. Bis in die 370er Jahre, unmittelbar vor dem Einfall der Hunnen, gab es im Gotenland n\u00f6rdlich der Donau christliche Gemeinden mit niederem Klerus und Presbytern. Es l\u00e4sst sich in den erhaltenen Quellen zu gotischen Martyrien an kei\u00adnem dogmatischen Merkmal festmachen, ob es sich um nicaenische oder hom\u00f6ische Christen beziehungsweise Gemeinden ge\u00adhandelt hat, es gab beide Gruppen.<\/p>\n<p>Unter Umst\u00e4nden haben sich die Traditionen erst in der Rezeption vermischt, Jahrzehnte und Jahrhunderte sp\u00e4ter, so dass ein byzantinischer Text eine adlige gotische Christin f\u00fcr \u201eorthodox\u201c erkl\u00e4rt, welche die Reliquien einer Gruppe hom\u00f6ischer M\u00e4rtyrer ins R\u00f6mische Reich ver\u00adbrachte. Oder aber die Bedingungen im Go\u00adtenland waren nicht so, dass die Christen dort, zumal in einer konkreten Verfolgungssituation, viel Zeit mit trinit\u00e4tstheologischen Dif\u00adferenzen verwendet h\u00e4tten. Au\u00dferhalb des Reichsgebiets, in einem Territorium, wo das Christentum noch nicht die offizielle Religion war, betonten christliche Gemeinden aller Konfessionen st\u00e4rker die Gemeinsamkeiten der Christen untereinander gegen\u00fcber einer heidnischen Umwelt, als ihre Differenzen zu Konflikten werden zu lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>VII. Schlussbetrachtung<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Beobachtung Adolf von Harnacks, dass auch nach der Erfindung des Bibelgotischen keine gotisch\u00adspra\u00adchig\u00ade oder germanische Literatur aufkommt, st\u00fcrzt ihn in eine Aporie: \u201eIn Tausenden von St\u00fccken und Fetzen, in zehn Sprachen vermummt, mit sp\u00e4teren Schriften ver\u00admengt, \u00fcberarbeitet und exzerpiert, liegt ein be\u00adtr\u00e4chtlicher Teil der altchristlichen griechischen Literatur vor uns und mu\u00df ge\u00adsam\u00admelt werden. Hierbei macht man die paradoxe, meines Wis\u00adsens noch nicht erkl\u00e4rte Beobachtung, da\u00df alle Nationen, welche von helleni-schen Gelehrten die \u00dcbersetzung der Bibel in ihre Sprache er\u00adhielten, als\u00adbald eine reiche christlich-nationale Litera\u00adtur ausbildeten und der Bibel\u00fcbersetzu\u00adng andere \u00dcbersetzungen hinzuf\u00fcgten. Nur die Goten ha\u00adben das nicht getan und auch bei den deutschen Nachbarst\u00e4mmen nicht er\u00adweckt. Die \u00dcberset\u00adzung des Ulfilas ist bei ihnen ohne jede literaturgeschi\u00adchtliche Frucht geblieben. Woher das? Waren sie barbarischer als Kopten, \u00c4thiopier, Armenier und Georgier? Haben andere Gr\u00fcnde ge\u00adwal\u00adtet? Ich wei\u00df keine Antwort.\u201c<\/p>\n<p>Eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr dieses scheinbare Problem ergibt sich aus der Landnahme und Errichtung der <em>regna<\/em>. Goten, Franken, Vandalen, Lango\u00adbarden und andere gewannen durch ihre Ansiedlung auf Reichsboden unmittelbaren Zu\u00adgang zu den administrativen Errungenschaften des R\u00f6mischen Reichs, die sie nach der tra\u00addi\u00adti\u00adonellen Zerst\u00f6rungs- und Niedergangs\u00adhypo-these dann umgehend zer\u00adschla\u00adgen ha\u00adben. Diese traditionelle Bewertung der so genannten \u201eV\u00f6lkerwanderung\u201c ist heute im wissenschaftlichen Diskurs \u00fcberholt. Um Nutzen aus ihrer Herr\u00adschaft \u00fcber ehe\u00admalige Reichsterritorien ziehen zu k\u00f6n\u00adnen, \u00fcbernahmen Goten und Germanen administra\u00adtive und territo\u00adriale Struktu\u00adren und kooperierten mit den etablierten Eliten.<\/p>\n<p>Dass die Verwaltung sich der lateinischen Sprache bediente, belegen die \u00fcberlieferten Rechtscodi\u00adces nachdr\u00fccklich. Die literaten Germanen hatten also unmittelbaren und greifbaren Nutzen von <em>lateinischer<\/em> Schriftlichkeit. Insofern ist das Ausbleiben einer germani\u00adschen oder gotischsprachigen Literatur die direkte Kehrseite der milit\u00e4\u00adrisch-politischen Erfolge. Der r\u00f6mische Verwaltungsapparat und die lateinische Spra\u00adche pr\u00e4gten die Eindringlinge nachhaltig, die zuvor den milit\u00e4rischen Sieg davongetragen hatten.<\/p>\n<p>Ulfilas Bedeutung f\u00fcr das gotische Christentum ist kaum zu \u00fcbersch\u00e4tzen. Von ihm oder bei ihm ausgebildete Kleriker erhielten eine Bibel\u00fcbersetzung in der gotischen Volkssprache sowie eindeutige, in der Praxis als Missionare nutzbare Richtlinien in der Trinit\u00e4tstheologie. Im m\u00f6sisch-dakisch-thrakischen Raum trafen diese Ulfila-Sch\u00fcler auf die vor den Hunnen geflohenen terwingischen Goten. Diese waren zuvor sesshaft gewesen, nun allerdings erzwungen entwurzelt und mobilisiert. Sie standen in t\u00e4glichem, engem Kontakt zu romanisierten Einwohnern des Imperium Romanum und lebten unter kaum zu kontrollierenden, fundamental unsicheren Bedingungen. Diese Gemengelage \u2013 gravierende Umw\u00e4lzung der Lebensumst\u00e4nde und erleichterte, intensivierte Mission in der eigenen, gotischen Sprache \u2013 machte Ulfila zum mittelbaren Stifter des Christentums der Westgoten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Leben und Werk Ulfilas sind die Anf\u00e4nge des Christentums unter den Goten greifbar. In seiner Person laufen unterschiedliche Entwicklungsstr\u00e4nge des 4. 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