{"id":104466,"date":"2025-04-29T09:40:15","date_gmt":"2025-04-29T07:40:15","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=104466"},"modified":"2025-04-29T09:40:15","modified_gmt":"2025-04-29T07:40:15","slug":"ostgotische-gruppen-als-beutegenossen-und-foederaten-in-pannonien-und-auf-dem-balkan","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/ostgotische-gruppen-als-beutegenossen-und-foederaten-in-pannonien-und-auf-dem-balkan\/","title":{"rendered":"Ostgotische Gruppen als Beutegenossen und F\u00f6deraten in Pannonien und auf dem Balkan"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Historische Rahmenbedingungen<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die ostgotische Ethnogenese war Teil eines viel umfassenderen Wandlungsprozesses zweier Gro\u00dfreiche. Zum einen war sie eine Folge weitr\u00e4umiger Migrationsbewegungen heterogener Gewaltgemeinschaften w\u00e4hrend und nach dem Zerfall des Hunnenreiches Mitte des 5. Jahrhunderts. Zum anderen geh\u00f6rte sie zu jenem langfristigen Prozess, welcher in der Forschung \u201eTransformation des Imperium Romanum\u201c genannt wird. Der Begriff \u201eV\u00f6lkerwanderung\u201c hingegen zur Bezeichnung der Migrationsvorg\u00e4nge vom 4.-6. Jahrhundert ist seit l\u00e4ngerer Zeit obsolet, weil es sich nicht um Wanderungen ethnisch oder konfessionell einheitlicher Gro\u00dfformationen handelte.<\/p>\n<p>Eine umfassende politische, wirtschaftliche und soziale Transformation zwischen Sp\u00e4tantike und Mittelalter pr\u00e4gte die politische Landkarte nicht nur West- und Mitteleuropas dauerhaft. \u00a0Der Begriff der Transformation lenkt den Blick auch auf die langfristigen Kontinuit\u00e4ten, die uns mit der christlichen griechisch-lateinischen Sp\u00e4tantike verbinden. Er weist darauf hin, in welchem Ma\u00dfe das r\u00f6mische Reich multiethnisch und offen war f\u00fcr Ver\u00e4nderungen, wie es Zuwanderer verschiedenster Herkunft zu integrieren und zu assimilieren verstand, so dass noch das heutige Europa die Frucht damaliger Akkulturationsprozesse ist.<\/p>\n<p>Was geschah in diesen Jahrhunderten? Das Imperium war seit dem Ende des 2. Jahrhunderts aufgrund seiner wirtschaftlichen und kulturellen \u00dcberlegenheit Ziel von Beute- und Eroberungsz\u00fcgen ethnisch heterogener Gruppen, die als aristokratische Clangesellschaften hierarchisch strukturiert waren. Es gestattete seit dem Ende des 4. Jahrhunderts verschiedenen zugewanderten Gruppen, die es milit\u00e4risch nicht mehr bezwingen konnte, auf der Basis von Vertr\u00e4gen auf seinem Territorium zu siedeln. Gegen die Leistung von Waffenhilfe f\u00fcr das Imperium wurde diesen als F\u00f6deraten bezeichneten Gruppen erlaubt, de facto selbst\u00e4ndige K\u00f6nigreiche unter gotischer, burgundischer, vandalischer, langobardischer und fr\u00e4nkischer \u00c4gide zu bilden.<\/p>\n<p>Gab es au\u00dfer den Migrationen weitere Gr\u00fcnde f\u00fcr die schleichende Parzellierung und Ruralisierung des westlichen Imperium Romanum? Hier sind vor allem die Militarisierung des Kaisertums und die zunehmende Abh\u00e4ngigkeit Roms von gentilen Verb\u00e4nden zu nennen, die unter eigenen Anf\u00fchrern k\u00e4mpften und nur bedingt bereit waren, gegen Ihresgleichen vorzugehen. Vorwiegend im Westen des Reiches ereigneten sich daher h\u00e4ufig Usurpationen ehrgeiziger Milit\u00e4rs. Die jeweiligen gentilen Heeresverb\u00e4nde hoben in sicherer Distanz zur Zentralregierung jeweils vor Ort die ihnen genehmen Heerf\u00fchrer auf den Schild und versuchten, ihnen das Kaisertum zu verschaffen. Das Reich wurde vor allem durch solche B\u00fcrgerkriege geschw\u00e4cht, in denen immer neue Koalitionen von R\u00f6mern und \u201eBarbaren\u201c um das Kaisertum k\u00e4mpften.<\/p>\n<p>Im Kontakt mit Rom kam es freilich langfristig zur Akkulturation der Zuwanderer. Sie organisierten sich monarchisch unter Heerk\u00f6nigen und gerade die F\u00fchrungsschichten imitierten r\u00f6mische Lebensweisen. Die Kultur des Imperiums blieb ohnehin in den neuen <em>regna<\/em> tonangebend, denn die Zuwanderer stellten im Mittelmeerraum maximal zwei Prozent der Bev\u00f6lkerung, bildeten also nur einen hauchd\u00fcnnen Firnis \u00fcber der r\u00f6mischen Provinzialbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Als weiterer Faktor der Parzellierung des Imperiums sind die politischen Sprengkr\u00e4fte der christologischen Glaubensvarianten anzusehen, die damals existierten und f\u00fcr die Zeitgenossen unmittelbar heilsbedrohend erschienen. Ein Gro\u00dfteil der Zuwanderer, z.B. die Goten und die Vandalen, hatte das Christentum in der hom\u00f6ischen Form angenommen, das hei\u00dft, sie glaubten, dass Christus lediglich wesens\u00e4hnlich, aber nicht wesensgleich mit dem Gottvater sei. Der ber\u00fchmte Streit um ein Iota. (homoousios-homo<em>i<\/em>ousios) Zwischen Romanen und Zuwanderern konnte sich unter diesen Bedingungen noch kein religi\u00f6ses Band der Einheit entwickeln.<\/p>\n<p>Als weiteres Hindernis f\u00fcr die Reichseinheit erwies sich das entstehende Papsttum, welches sich seit dem ausgehenden 5. Jahrhundert mit dem Anspruch auf <em>plenitudo potestatis<\/em> (F\u00fclle der Amtsgewalt), auf einen Lehr-und Jurisdiktionsprimat in der Kirche zu Wort meldete. Vor allem infolge der Vakanz des westr\u00f6mischen Kaisertums konnte dieser Machtanspruch langfristig auch im politischen Bereich Wirkung entfalten.<\/p>\n<p>Auch die sprachliche Einheit des Reiches zerbrach: seit dem 6. Jahrhundert sprach man im Osten nur noch griechisch, die Gesetzesnovellen Kaiser Justinians sind schon zweisprachig ergangen. Die Einf\u00fchrung der Tetrarchie im Zuge der Reformen Diokletians und Konstantins hatte diese Entwicklung vorbereitet.<\/p>\n<p>Soweit zur politischen Gro\u00dfwetterlage, innerhalb derer die gotischen Gruppen agierten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Zur gotischen Ethnogenese im 5. Jahrhundert<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bedroht vom Hunnenzug nach Westen hatten die Goten Ende des 4. Jahrhunderts nur die Wahl, sich dem Imperium Romanum oder dem Reitervolk zu unterwerfen. Aus der Gruppe, die sich f\u00fcr das Imperium entschied, entstanden die Goten Alarichs und aus diesen die Westgoten. Aus den Goten unter hunnischer Oberhoheit entstanden die Goten Valamirs und seiner beiden Br\u00fcder, Thiudimir und Vidimir, aus deren jahrzehntelangen Rivalit\u00e4ten um die F\u00fchrung der gesamten <em>gens <\/em>schlie\u00dflich die Gruppe um Theoderich, des Sohnes von Thiudimir, letztlich zuf\u00e4llig als Sieger hervorging. Doch der Reihe nach.<\/p>\n<p>Nach dem Fehlschlag ihres Gallien-Feldzuges und dem pl\u00f6tzlichen Tod K\u00f6nig Attilas 453 lie\u00df die Macht der Hunnen auf dem Balkan nach, so dass verschiedene gentile Gruppen es 454 wagten, um ihre Unabh\u00e4ngigkeit zu k\u00e4mpfen. Am Fluss Nedao in Pannonien kam es zur Schlacht, in der ostgotische Gruppen auf Seiten der Unterlegenen k\u00e4mpften. Sie mussten Zuflucht im Imperium Romanum suchen, und das hei\u00dft bei Ostrom, denn Ravenna hatte sich seit der Mitte des 5. Jh. aus diesem Gebiet zur\u00fcckgezogen. Kaiser Markian gestattete K\u00f6nig Valamir die Ansiedlung seiner Gruppe in Pannonien als r\u00f6mische F\u00f6deraten. Sie erhielten die pannonischen Provinzen zwischen Sirmium und Vindobona und waren f\u00fcr die Bewachung der Grenze zwischen ost- und westr\u00f6mischem Machtbereich zust\u00e4ndig \u2013 eine heikle Aufgabe, bei der man leicht zwischen die Fronten geraten konnte.<\/p>\n<p>Die Goten siedelten entsprechend ihrer gentilen Dreigliederung in drei Bereichen: im Westen siedelte Thiudimir, in der Mitte der j\u00fcngste Bruder Vidimir, im Osten Valamir als der tatkr\u00e4ftigste, der den am meisten bedrohten Grenzabschnitt \u00fcberwachte. Insgesamt d\u00fcrften die drei \u00fcber etwa 18.000 Krieger verf\u00fcgt haben. Sie wurden aber nicht in diesem Gebiet sesshaft. Denn die Zuwanderer in den Mittelmeerraum, ob sie nun Goten, Vandalen oder Franken hie\u00dfen, blieben davon abh\u00e4ngig, Sold und Subsidien als Existenzgrundlage zu erhalten, da sie nicht b\u00e4uerlich leben wollten, sondern von den Reicht\u00fcmern, die das Imperium auch in der Sp\u00e4tantike noch produzierte, zu profitieren gedachten. Daf\u00fcr war die Situation auf dem Balkan, gleichsam in der M\u00fchle zwischen den Anspr\u00fcchen von Ost- und Westreich, aber denkbar ungeeignet.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der westliche Reichsfeldherr Rikimer die <em>gens<\/em> aus Noricum zu verdr\u00e4ngen suchte, verfolgte Konstantinopel die Strategie, sich mit den au\u00dferhalb des Imperiums siedelnden F\u00f6deraten gegen die Goten zu verb\u00fcnden. Eine un\u00fcbersichtliche und stets prek\u00e4re politische Gemengelage war die Folge, in der ethnisch heterogene Gefolgschaftsgruppen einzelner gentiler F\u00fcrsten vom Ostkaiser phasenweise gegen Zahlungen in Dienst genommen und anschlie\u00dfend wieder bekriegt wurden.<\/p>\n<p>Als Reaktion auf diesen Wankelmut unterstrichen die gotischen F\u00f6deraten ihre Forderungen nach Subsidien 460 mit Raubz\u00fcgen nach Ostillyrien. Unter diesem Druck schloss Kaiser Leo I. umgehend mit dem Amalerk\u00f6nig Valamir ein B\u00fcndnis, welches mit der Vergeiselung seines Neffen Theoderich, des sp\u00e4teren Gro\u00dfen, bekr\u00e4ftigt wurde, der in der Folge zehn pr\u00e4gende Jahre in der politischen und kulturellen Weltmetropole Konstantinopel verbrachte. Im Gegenzug halfen die gotischen F\u00f6deraten dem Ostreich sogar im Jahr 469, den Sohn Attilas, Dengizich, zu besiegen und zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Die Hilfe f\u00fcr Konstantinopel hielt die Goten jedoch nicht davon ab, weiterhin eigene Pl\u00fcnderungsz\u00fcge auf dem Balkan zu unternehmen und Skiren, Sueben, versprengte Hunnen, Gepiden, Rugier, Sarmaten und andere zu bekriegen. Die Kaiser reagierten meist mit Zugest\u00e4ndnissen auf solche Gewaltausbr\u00fcche: Kaiser Leo I. schickte 471 die inzwischen 18j\u00e4hrige Vertragsgeisel Theoderich an die <em>gens<\/em> zur\u00fcck. Dieser \u00fcbernahm das Gebiet seines inzwischen gefallenen Onkels Valamir, w\u00e4hrend sein Vater Thiudimir K\u00f6nig aller pannonischen Goten wurde.<\/p>\n<p>Der Sohn jedoch profilierte sich in der Folge, ohne den Vater einzuweihen, durch eigene Kriegsz\u00fcge gegen die Sarmaten, er eroberte Singidunum, das heutige Belgrad, ohne es an Konstantinopel zur\u00fcckzugeben: \u201esuae subdedit dicioni\u201c hei\u00dft es bei Jordanes. Damit brachte sich Theoderich als potentieller Kandidat f\u00fcr das K\u00f6nigtum der gesamten <em>gens<\/em> ins Spiel. Von diesem Zeitpunkt an datierte er sp\u00e4ter auch den Beginn seiner eigenst\u00e4ndigen K\u00f6nigsherrschaft, so bei der Feier der Tricennalien im Jahr 500.<\/p>\n<p>Warum jedoch verlie\u00dfen die Goten zwei Jahre sp\u00e4ter Pannonien und spalteten sich auf? Mehrere Gr\u00fcnde sind zu erschlie\u00dfen: Theoderichs Verwandter Strabon war 471 <em>magister militum per Thracias<\/em> und wurde 473, nachdem ihn seine Gefolgsleute zum K\u00f6nig erhoben hatten, vom Kaiser als K\u00f6nig aller Goten anerkannt und sollte j\u00e4hrlich 2000 Goldpfund Subsidien bekommen, ein Vielfaches von dem Betrag, der f\u00fcr die pannonischen Goten \u00fcblich war. Damit ging wohl die Einstellung der Zahlungen des Kaisers an die pannonischen Goten einher. Doch so weit muss man nicht gehen: Jordanes berichtet, dass die Goten Theoderichs, des Sohnes von Thiudimir, aus Mangel an Beutem\u00f6glichkeiten in ihrem Umfeld und aus Friedensm\u00fcdigkeit (\u201ehominibus, quibus dudum bella alimonia prestitissent, pax coepit esse contraria\u201c) Thiudimir \u201ecum magno clamore\u201c aufgesucht und gefordert h\u00e4tten, er m\u00f6ge sie wohin auch immer in den Krieg f\u00fchren.<\/p>\n<p>Nach R\u00fccksprache mit seinem Bruder und dessen gleichnamigem Sohn Vidimir und einem Losentscheid wurde Vidimir in den Westen geschickt, w\u00e4hrend sich Thiudimir in Selbsteinsch\u00e4tzung als der m\u00e4chtigere in Richtung des m\u00e4chtigeren Ostreichs im wahrsten Sinne des Wortes orientieren sollte, so Jordanes in seiner Getica, Kap. 283. W\u00e4hrend Vidimir vom Westkaiser Glycerius aus Italien mit Geschenken in das umk\u00e4mpfte Gallien hinauskomplimentiert wurde, bis er sich den Westgoten anschloss, konnte sich der \u00e4ltere Thiudimir mit seinem Sohn an \u201eundique prospera\u201c delektieren. Sie nahmen Naissus und Stobi ein und marschierten ins Illyricum, wo sie Heraclea und Larissa pl\u00fcnderten.<\/p>\n<p>Theoderichs Erfolge waren so ebenfalls eine Gefahr insbesondere f\u00fcr seine Verwandten. Es ging den Br\u00fcdern darum, sich eigenes Land zu sichern, das ihnen und ihren Leuten Unabh\u00e4ngigkeit von kaiserlichen Zahlungen brachte. Die Anf\u00fchrer rivalisierten um die Gunst des Kaisers, der sie wiederum gegeneinander auszuspielen versuchte. Die\u00a0 Eifersucht auf die Erfolge Strabons veranlasste jetzt Theoderich und seine Gruppe, weiter ins Zentrum des Reiches zu marschieren, um eine gotische Monopolstellung Strabons zu verhindern. Mit Pl\u00fcnderungsz\u00fcgen und einem Angriff auf Thessaloniki konnten Thiudimir und sein Sohn immerhin erreichen, dass sich der Kaiser zu besseren Vertragsbedingungen bereitfand.<\/p>\n<p>Die Gruppe konnte einen freilich kurzlebigen Einflussbereich um Kyrrhos an der Via Egnatia errichten, bevor Theoderichs Vater 474 starb. Nachdem Theoderich von einer Versammlung der Goten einer Designation des Vaters folgend zum K\u00f6nig erhoben wurde, starb auch Kaiser Leo I.\u00a0 Dessen Nachfolger Zenon lie\u00df Strabon fallen. Dieser r\u00e4chte sich und unterst\u00fctzte den Usurpator Basiliskos, der ihn daf\u00fcr zum obersten Heermeister und damit Vorgesetzten auch Theoderichs machte.<\/p>\n<p>Das konnte dieser nicht auf sich sitzen lassen. Er verb\u00fcndete sich mit Zenon, beide st\u00fcrzten den Usurpator, und Zenon zeigte sich 476 erkenntlich: Theoderich wurde zum <em>amicus populi Romani<\/em>, zum Waffensohn des Kaisers und <em>patricius<\/em> ernannt und avancierte zum obersten Heermeister des Ostreichs. Dennoch gab Strabon nicht auf, und auch Zenon taktierte. Er verweigerte Theoderichs Forderung, sich nie wieder mit Strabon auszus\u00f6hnen und lie\u00df sogar die Versorgung der Gefolgschaft Theoderichs aussetzen. Nachdem sich beide Gruppen als Teil einer perfiden kaiserlichen Strategie unerwartet bewaffnet gegen\u00fcberstanden, er\u00f6ffneten sie aber nicht das Gefecht gegeneinander, sondern verb\u00fcndeten sich gegen den Kaiser. Die gentile Solidarit\u00e4t \u00fcberwog.<\/p>\n<p>Gefechte, Scharm\u00fctzel und diplomatische L\u00f6sungsversuche brachten in den Jahren 479-481 keine durchschlagende Ver\u00e4nderung, so dass Zenon schlie\u00dflich sogar die Bulgaren gegen den erfolgreichen Strabon zu mobilisieren versuchte. Der Gote schlug sie zur\u00fcck und marschierte Richtung Konstantinopel. Strabon war kurz vor dem Ziel, alleiniger Gotenk\u00f6nig zu werden \u2013 wenn nicht, ja wenn nicht 481 ein Reitunfall sein Leben j\u00e4h beendet h\u00e4tte. Er wurde von einem noch nicht zugerittenen Pferd aus dem Sattel geschleudert und st\u00fcrzte im Fallen so ungl\u00fccklich auf eine Lanzenspitze, dass er kurz darauf seinen Verletzungen erlag.<\/p>\n<p>Theoderich und die zun\u00e4chst in Pannonien und dann in M\u00f6sien siedelnden Goten waren die Gewinner dieses Ungl\u00fccks. Der \u00fcberlebende Theoderich band die Gefolgsleute seines toten Gegners an sich und ermordete h\u00f6chst selbst den Sohn seines Rivalen, Rekitach, und zwar mit Wissen des Kaisers. Er durchbohrte ihn, als dieser nichtsahnend vom Bad in der Vorstadt Bonophatianae zu einem Fest ging, eigenh\u00e4ndig mit dem Schwert. Anschlie\u00dfend startete er eine Eroberungsaktion in Griechenland, deren Verw\u00fcstungen Zenon dazu zwangen, ihm endlich die gew\u00fcnschten Vertragsbedingungen zu gew\u00e4hren. Er wurde wieder <em>magister militum<\/em> and <em>patricius<\/em>, zum Konsul f\u00fcr das Jahr 484 designiert sowie mit Uferdakien und Teilen M\u00f6siens ausgestattet.<\/p>\n<p>Das wechselseitige Misstrauen zwischen gotischem Heerf\u00fchrer und Kaiser war damit keineswegs ausger\u00e4umt. In den Jahren 486 und 487 kam es zum offenen Schlagabtausch: Zenon stachelte erneut die Bulgaren gegen die Goten auf, Theoderich marschierte auf Konstantinopel, besetzte wichtige Vororte und unterbrach die Wasserversorgung der Stadt, deren Topographie er aus der Zeit seiner Geiselhaft bestens kannte. Zenon musste ihm daraufhin die immer noch in Geiselhaft gehaltene Schwester Amalafrida zur\u00fcckgeben und er zog nach Thrakien ab.<\/p>\n<p>Doch ihm war klar, dass er im Ostreich keine sichere Perspektive f\u00fcr sich und seine Leute hatte, da der Kaiser keine milit\u00e4rische Dominanz der Goten im Ostreich dulden w\u00fcrde. Als der Konflikt zwischen Zenon und dem italischen K\u00f6nigreich unter dem Skiren Odoaker einsetzte, ergriff Theoderich daher die Chance, sich vertraglich als Stellvertreter des Kaisers nach Italien entsenden zu lassen, um dort \u201epraeregnare\u201c, die Herrschaft auszu\u00fcben, bis der Kaiser selbst in diese Region kommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Der Bericht \u00fcber die Ereignisse auf dem Balkan hat gezeigt, wie sehr interne B\u00fcrgerkriege im Imperium Romanum sich stets mit den Rivalit\u00e4ten unter den verschiedenen gotischen Stammesgruppen verquickten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Was bedeutet \u201eHerrschaft? Vergleich der ostgotischen Ethnogenese mit dem Frankenreich<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch was verr\u00e4t uns diese Narration \u00fcber die Frage, welche Ver\u00e4nderungen Ende des 5. Jahrhunderts hinsichtlich der Begr\u00fcndung und Legitimation dessen, was wir \u201eHerrschaft\u201c nennen, beobachtbar sind. Um diese Frage zu beantworten, erhoffe ich mir zus\u00e4tzliche Erkenntnisse aus dem Vergleich der Karriere Theoderichs mit dem fast gleichzeitig vom Heermeister zum K\u00f6nig avancierenden Chlodwig, dem K\u00f6nig des Frankenreiches.<\/p>\n<p>Warum habe ich gerade Ostgoten und Franken f\u00fcr einen Vergleich ausgew\u00e4hlt? Deren Reiche in Gallien bzw. sp\u00e4ter in Italien repr\u00e4sentierten zwei Typen der Bildung neuer politischer Einheiten, die im Fall der Franken auf Integration und Assimilation heterogener Bev\u00f6lkerungsteile, im Fall der Ostgoten auf Separation von Goten und R\u00f6mern beruhten. Die dritte Variante, das Eroberungsmodell, welches in erster Linie auf Gewalt, Vertreibung und Enteignung basierte, nenne ich hier nur. Es war wenig erfolgreich und wurde von den Vandalen in Nordafrika und sp\u00e4ter den Langobarden in Italien praktiziert. Das Vandalenreich wurde 534 vom Imperium Romanum zur\u00fcckerobert und das Langobardenreich schlie\u00dflich von Karl dem Gro\u00dfen 774 einem neuen fr\u00e4nkischen Imperium einverleibt.<\/p>\n<p>Wirtschaftliche Gr\u00fcnde standen am Beginn auch der gotischen und fr\u00e4nkischen Landnahmen. in Gallien. Nicht erst der sp\u00e4tere K\u00f6nig Chlodwig und seine Gefolgsleute erhofften sich Gewinne aus dem wirtschaftlich h\u00f6her entwickelten Land westlich des Rheins. Schon seit dem 3. Jahrhundert hatten Franken Pl\u00fcnderungsz\u00fcge ohne Eroberungsabsicht in die linksrheinischen Gebiete unternommen und versuchten im 4. Jh. bereits, auch Territorium zu annektieren. Als sich Mitte des 5. Jahrhunderts die r\u00f6mische Armee aus Nordostgallien zur\u00fcckzog, hinterlie\u00df sie ein Machtvakuum, dessen Sog allm\u00e4hlich eine Migration ausl\u00f6ste.<\/p>\n<p>Auch bei den Franken bildeten Vertr\u00e4ge die Basis. Die f\u00fchrende Sippe der Salfranken, der Chlodwigs Vater Childerich angeh\u00f6rte, verb\u00fcndete sich mit Aegidius, dem r\u00f6mischen Heermeister (456\/7-464), 463 gegen die Westgoten, und sie wurden als F\u00f6deraten anerkannt. Sie siedelten schon lange verstreut in enger Nachbarschaft mit den Gallor\u00f6mern. \u00a0Die Einbindung in das r\u00f6mische System der Verwaltungs- und vor allem der Heeresorganisation war der Ausgangspunkt auch der fr\u00e4nkischen Machtentfaltung. Das Heermeisteramt war der Steigb\u00fcgel zu eigener Machtstellung, sowohl bei Theoderich wie bei schon bei Chlodwigs Vater Childerich. Die Nachfolge in der Provinzialverwaltung leitete bei Rhein- und Salfranken die Entwicklung zu gro\u00dfr\u00e4umigeren politischen Formationen ein, welche Chlodwig lediglich abschloss. In der Folge kam es zu einer Symbiose von Franken und Romanen, eine Mischzivilisation mit engem Kulturaustausch fand statt.<\/p>\n<p>Doch eines ist klar: Ohne den Substanzverlust imperialer Autorit\u00e4t \u00a0im 5. Jahrhundert w\u00e4ren Chlodwigs und Theoderichs neue milit\u00e4rische und politische Karrieren kaum vorstellbar gewesen. In den best\u00e4ndigen B\u00fcrgerkriegen, die sich in der Regel um erfolgreiche Heerf\u00fchrer als potentielle Kaiserkandidaten und deren Anh\u00e4nger abspielten, erforderte der Aufbau von Herrschaft als wechselseitiger sozialer Beziehung, die zur Herstellung und dauerhaften Bewahrung der gesellschaftlichen Ordnung in politischen Verb\u00e4nden dient, zuerst milit\u00e4rische F\u00e4higkeiten. Doch es bedurfte in der politischen Interaktion mit dem Imperium auch einer Legitimation der mit Gewalt errungenen Stellung. Hier kommen die Vertr\u00e4ge ins Spiel, welche eine neue Form rechtlich-politischer Legitimation der Gewaltgemeinschaften einleiteten, die sich nach dem Sesshaftwerden im italischen <em>regnum<\/em> Theoderichs intensivierte. Auf der Basis von Recht und Konsens mit und unter den Beherrschten, insbesondere den F\u00fchrungsschichten, konnte der innere Zusammenhalt des neuen ethnisch und konfessionell heterogenen politischen Gebildes gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Welche Qualifikationen waren erforderlich, um in dieser Transformationsphase des Imperiums F\u00fchrungsfunktionen erreichen und bewahren zu k\u00f6nnen? Milit\u00e4rische Bew\u00e4hrung stand an erster Stelle, wie wir gesehen haben, aber es kamen r\u00f6mische Formen der politischen und gesellschaftlichen Anerkennung hinzu. Kaiser Zenon benutzte sowohl gentile Traditionen, um die herausgehobene Stellung seines Heermeisters zu demonstrieren, er ernannte ihn zum Waffensohn, als auch r\u00f6mische Formen der Auszeichnung wie den Patriziat und den Ehrentitel des <em>amicus populi Romani<\/em>, der seit alters her f\u00fcr die Bundesgenossen der R\u00f6mer \u00fcblich war. Die Verleihung des Konsulats schlie\u00dflich bezeugte, dass r\u00f6mische Formen der Karriere, des republikanischen <em>cursus honorum<\/em>, weiterhin sozialen Aufstieg begr\u00fcnden konnten. Das war f\u00fcr Theoderich umso wichtiger als er sich nicht auf ethnische Merkmale als Voraussetzung politischer Loyalit\u00e4t verlassen konnte und wollte.<\/p>\n<p>Wie funktionierte also Theoderichs Herrschaft, die alles andere war als unser heutiges, von Max Weber gepr\u00e4gtes Verst\u00e4ndnis nahelegt. Es war gerade nicht die Einbahnstra\u00dfe von Befehl und Gehorsam, die ihn und seine Gotengruppe zusammenschwei\u00dfte. In Theoderichs Tagen auf dem Balkan ging es vielmehr um ein wechselseitiges Vertrauensverh\u00e4ltnis: Loyalit\u00e4t konnte der vielversprechendste Feldherr erwarten, der seine Leute durch Beute und Vertrag verantwortlich zu versorgen und zu unterhalten verstand. Wenn wir also danach fragen, was diese Kriegergruppen zusammenhielt, bieten sich in erster Linie Theorieans\u00e4tze der Sozialpsychologie an.<\/p>\n<p>Der \u201eleadership\u201c-Forschungszweig der Sozialpsychologie ist hier m.E. weiterf\u00fchrend. F\u00fchrung wird nicht als Zwang, sondern als Form sozialen Einflusses definiert, durch welchen eine Person die Hilfe anderer zum Erreichen eines gemeinsamen Zieles gewinnt. Um effektiv zu sein, m\u00fcsse F\u00fchrung Integration nach innen und Anpassung nach au\u00dfen, zwei eigentlich widerspr\u00fcchliche Ziele, gleichzeitig verwirklichen. Das stimmt exakt mit den historischen Gegebenheiten \u00fcberein, denen sich Theoderich und auch Chlodwig gegen\u00fcber sahen. Es kam darauf an, die eigenen Gefolgsleute \u2013 in unseren F\u00e4llen durch Aussicht auf Ruhm und Beute \u2013 an sich zu binden und zusammenzuschwei\u00dfen, sp\u00e4ter aber auch durch eine Art Anpassungsleistung an die romanische Provinzialbev\u00f6lkerung deren <em>compliance<\/em> zu gewinnen. Diese Balance zu halten oder anders ausgedr\u00fcckt, diesen Zielkonflikt in konstruktiver Weise zu bew\u00e4ltigen, gelang Theoderich und Chlodwig auf teils \u00e4hnliche, teils unterschiedliche Weise. Beide besa\u00dfen die von der Sozialpsychologie als zentrale Elemente von F\u00fchrung benannten Qualit\u00e4ten des image management, relationship development und resource deployment.<\/p>\n<p>Beginnen wir mit der f\u00fcr die Motivation so zentralen Ressourcenverteilung. Die gefolgschaftlich organisierten Gewaltgemeinschaften, die Chlodwig und Theoderich anf\u00fchrten, praktizierten w\u00e4hrend der Migration eine Raubwirtschaft, die nicht oder jedenfalls nicht berechenbar und stetig, ihren Bedarf deckte. Der Kaiser zahlte nur unregelm\u00e4\u00dfig Subsidien, Beute, Schutz- und L\u00f6segelder waren stets prek\u00e4r. Nur die Zuweisung eigenen Siedlungslandes f\u00fcr die jeweiligen Gefolgsleute konnte dieses Problem dauerhaft l\u00f6sen und die Verb\u00e4nde damit pazifizieren. Die Franken erreichten dies durch f\u00f6derierte Ansiedlung und allm\u00e4hliches weiteres Einsickern in kleinen Gruppen nach Nordgallien meist mit Billigung ihrer Nachbarn. Den Goten gelang dies erst in Italien.<\/p>\n<p>Beide Anf\u00fchrer \u00fcbernahmen durch milit\u00e4rische Eroberungen fr\u00fcheres r\u00f6misches Fiskalland in gro\u00dfem Umfang, das \u00fcber Land und Steuereink\u00fcnfte die Basis ihrer Versorgung darstellte: das Syagriusreich und das Land der Westgoten im Falle Chlodwigs, Theoderich in Italien das Land Odoakers und Teile der <em>praedia<\/em> senatorischer Latifundienbesitzer. Durch Verj\u00e4hrung nach 30 Jahren wurden etliche Goten sogar zu Eigent\u00fcmern der ihnen \u00fcbertragenen G\u00fcter.<\/p>\n<p>Die r\u00f6mische Steuerverwaltung funktionierte andererseits in beiden Regionen weiter und generierte Einnahmen, die jetzt den K\u00f6nigen zuflossen. Die expansive Dynamik beider Anf\u00fchrer blieb vor allem aufgrund des inh\u00e4renten Zwanges, die Beuteanspr\u00fcche der Gefolgsleute zu befriedigen, erhalten und setzte sich bei den fr\u00e4nkischen Nachfolgern Chlodwigs fort. Vor allem bei dem Geschichtsschreiber Jordanes erscheint Theoderich sogar oft als Getriebener (\u201ecoactus\u201c) seiner Leute.<\/p>\n<p>Kommen wir zum zweiten Aspekt erfolgreicher F\u00fchrung, dem <em>image management<\/em> der K\u00f6nige. Dazu geh\u00f6ren in erster Linie die Herstellung von Legitimit\u00e4t, von Zusammenhalt innerhalb der eigenen Gruppe (integration) und die Anpassung nach au\u00dfen (accomodation). In unseren F\u00e4llen beruhte Legitimit\u00e4t auf dem Beweis der kriegerischen F\u00fchrungsf\u00e4higkeit nach innen und der vertraglichen Anerkennung beider K\u00f6nige durch den Kaiser.<\/p>\n<p>Kommen wir zum n\u00e4chsten Aspekt des F\u00fchrens, dem <em>relationship development<\/em>. Beziehungen zu ihren kriegerischen Gefolgsleuten hatten beide K\u00f6nige von fr\u00fchester Jugend an. Die agonale Gesellschaft dieser Zeit folgte in der Expansionsphase dem vielversprechendsten Feldherrn. So gelang es Theoderich und Chlodwig, mit ihren Siegen \u00fcber interne gentile Rivalen und ausw\u00e4rtige Feinde auch deren engstes Gefolge an sich zu ziehen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich Theoderich in Italien vorwiegend an r\u00f6mische Formen der Machtaus\u00fcbung im politischen und kulturellen Sektor anpasste und als Hom\u00f6er neutral blieb und den religi\u00f6sen Konflikt vermied, konnte es sich Chlodwig aufgrund des h\u00f6heren Bev\u00f6lkerungsanteils der Franken in Gallien und aufgrund seiner Konversion zur Mehrheitskonfession gleichsam als Trendsetter leisten, eine Neudefinition des Elitestatus und der damit verbundenen sozialen Normen und Werte vorzunehmen.<\/p>\n<p>Wichtig war im Gegensatz zur Arbeitsteilung zwischen gotischer Milit\u00e4r- und romanischer Zivilverwaltung in Italien die Beteiligung der Romanen am Milit\u00e4rdienst im Frankenreich. Diese Kampfgemeinschaft mag einen weiteren Impuls zum Zusammenwachsen beider Gruppen gegeben haben, denn rekrutiert wurden Romanen sogar au\u00dferhalb der fr\u00e4nkischen Siedlungsgebiete!<\/p>\n<p>Theoderich hingegen trennte seinen Verband von den Romanen, um den inneren Zusammenhalt zu st\u00e4rken. Keine Eheschlie\u00dfungen mit Romanen, auch wenn es einzelne Beispiele vor allem in der F\u00fchrungsschicht gab, konzentrierte Siedlung an strategisch wichtigen Punkten, keine Romanen im Heer in f\u00fchrenden Positionen \u2013 jedenfalls bis in die Gotenkriege gegen Justinian hinein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Abschlie\u00dfende W\u00fcrdigung<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Chlodwigs und Theoderichs Karrieren weisen wichtige Gemeinsamkeiten auf: beide waren als Erben ihrer V\u00e4ter f\u00e4hige milit\u00e4rische Anf\u00fchrer von gewaltbereiten Gefolgschaftsverb\u00e4nden, denen es \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume gelang, die Loyalit\u00e4t wachsender ethnisch und konfessionell heterogener Gruppen zu sichern. Beide waren Parteien in einem r\u00f6mischen B\u00fcrgerkrieg, die wechselnde B\u00fcndnisse eingingen. Beide handelten prim\u00e4r aus wirtschaftlichen Motiven und wendeten Gewalt an, um den Unterhalt ihrer Gefolgsleute zu sichern und nach M\u00f6glichkeit auf Dauer zu stellen. Beide strebten zun\u00e4chst nach mobilen Sch\u00e4tzen, sp\u00e4ter nach unabh\u00e4ngigen Siedlungsgebieten und Landeigentum zur agrarischen Nutzung. Sekund\u00e4r, in der Konsolidierungsphase ihrer Machtaus\u00fcbung nach der Anerkennung durch den Kaiser, kamen \u00fcber die Promulgation von Gesetzessammlungen f\u00fcr Zuwanderer und Romanen sowie im Falle Chlodwigs \u00fcber die Gewinnung bisch\u00f6flicher Eliten legitimierende und konsensstiftende Regierungsma\u00dfnahmen in traditionellen r\u00f6mischen Formen hinzu.(adventus mit Akklamationen in Rom und Tours)<\/li>\n<li>Beide waren mit nur geringem Widerstand aus der romanischen Bev\u00f6lkerung konfrontiert, weil sie bereits tiefgehend romanisiert waren, weil sie Gewalt androhten, im Rahmen der Kontraktualisierung politischer Beziehungen in dieser Zeit auch auf der Basis von <em>foedera <\/em>den Konsens mit den romanischen Eliten fanden und deren vor allem wirtschaftliche und politische Interessen bis zu einem gewissen Grad respektierten. W\u00e4hrend Chlodwig eher mit den Bisch\u00f6fen kooperierte, setzte Theoderich in Italien vor allem auf die Mitwirkung der senatorischen Latifundienbesitzer.<\/li>\n<li>Beiden gelang es, eine milit\u00e4risch begr\u00fcndete Machtposition wirtschaftlich zu nutzen und in politische Macht umzuwandeln, die sich in der Folge zus\u00e4tzlich ideologisch begr\u00fcndete. Chlodwig begann mit einer Sakralisierung der Macht (Konzil von Orl\u00e9ans), Theoderich hingegen setzte, inspiriert durch seinen Spin-Doktor Cassiodor, in Italien eher die Friedens- und Kulturmission des Imperiums fort.<\/li>\n<li>Die Ergebnisse der Politik Chlodwigs und Theoderichs unterschieden sich erheblich: in Italien kam es zur \u00fcberwiegend friedlichen Koexistenz separierter Gruppen von Goten und Romanen bei allm\u00e4hlicher Macht\u00fcbernahme der gotischen Milit\u00e4rs. In Gallien hingegen, wo die fr\u00e4nkische Zuwanderung zahlreicher und stetiger war, kam es zum Zusammenwachsen einer gemischten Elite aus Romanen und Franken in der Zeit vom 4.-6. Jahrhundert. W\u00e4hrend wir f\u00fcr Italien daher von einem partiellen Elitenwechsel sprechen k\u00f6nnen, entstand in Gallien nach einer lang w\u00e4hrenden Massenmigration eine neue F\u00fchrungsschicht.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Chlodwig war gegen\u00fcber Theoderich beim Aufbau eines <em>regnum<\/em> insofern im Vorteil, als er an der Peripherie des Imperiums in einem Machtvakuum ein legitimierendes r\u00f6misches Amt in Gestalt der Sprengelkommandantur \u00fcbernahm, mit seinen Leuten bereits l\u00e4nger in Gallien akkulturiert war, und die Franken einen h\u00f6heren Bev\u00f6lkerungsanteil stellten. Er und seine Leute waren die \u201ewave of advance\u201c einer Massenmigration. Aber die Randlage des Frankenreichs lie\u00df dort leichter ein neues Machtzentrum gedeihen als in der stets umzingelten Zentralit\u00e4t Italiens, in der sich Theoderich behaupten musste. Beide K\u00f6nige waren gerade in der Konsolidierungsphase ihrer Regierung f\u00e4hige Kommunikatoren und Vermittler, die \u00fcber Vertr\u00e4ge, Rechtssammlungen, politische Kompromisse mit den Eliten und religi\u00f6se bzw. traditionell r\u00f6mische Legitimationsstrategien die Basis neuer K\u00f6nigreiche legten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Historische Rahmenbedingungen &nbsp; Die ostgotische Ethnogenese war Teil eines viel umfassenderen Wandlungsprozesses zweier Gro\u00dfreiche. Zum einen war sie eine Folge weitr\u00e4umiger Migrationsbewegungen heterogener Gewaltgemeinschaften w\u00e4hrend und nach dem Zerfall des Hunnenreiches Mitte des 5. Jahrhunderts. 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