{"id":104468,"date":"2025-04-29T09:42:43","date_gmt":"2025-04-29T07:42:43","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=104468"},"modified":"2025-04-29T09:42:45","modified_gmt":"2025-04-29T07:42:45","slug":"theoderich-der-grosse-ein-gotischer-koenig-im-spaetroemischen-italien","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/theoderich-der-grosse-ein-gotischer-koenig-im-spaetroemischen-italien\/","title":{"rendered":"Theoderic the Great"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Einf\u00fchrung: Wieso hei\u00dft Theoderich \u201eder Gro\u00dfe\u201c?<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der gotische K\u00f6nig Theoderich, der Sohn des Thiudimir, tr\u00e4gt hierzulande den Beinamen \u201eder Gro\u00dfe\u201c. Das war nicht immer so. Theoderich in dieser Weise zu benennen wurde erst im 19. Jahrhundert \u00fcblich, und auch dann nur im deutschsprachigen Raum. Im frankophonen und anglophonen Bereich wird ihm der Beiname \u201eder Gro\u00dfe\u201c bis heute in der Regel vorenthalten. F\u00fcr die deutsche Entwicklung war die Politisierung des Nationalbewusstseins in und nach den Napoleonischen Kriegen ma\u00dfgeblich. K\u00f6nig Ludwig I. von Bayern trug sein Teil dazu bei, indem er den gotischen K\u00f6nig in die Walhalla, den \u201eEhrentempel des Vaterlandes f\u00fcr die r\u00fchmlich ausgezeichneten Deutschen\u201c, aufnahm und dort mit dem Pr\u00e4dikat \u201eder Gro\u00dfe\u201c vor anderen \u201eAhnen\u201c auszeichnete.<\/p>\n<p>Im deutschen Kaiserreich galt es f\u00fcr ausgemacht, dass Theoderich in die Reihe der welthistorisch bedeutsamen Herrschergestalten geh\u00f6re; in diesem Urteil stimmte der preu\u00dfische Protestant Otto Hintze (1861-1940) mit dem katholischen Bayern Georg Pfeilschifter (1870-1936) v\u00f6llig \u00fcberein. Hintze f\u00fchrte Theoderich 1901 in einer vertraulichen Denkschrift als \u201eHaupt der Germanenst\u00e4mme neben dem Kaiser\u201c an, dessen Gr\u00f6\u00dfe unbestritten sei. Der Kirchenhistoriker Pfeilschifter r\u00fchmte den K\u00f6nig in einer 1910 ver\u00f6ffentlichten Biographie des K\u00f6nigs, weil er das katholische Bekenntnis geduldet und \u201ebleibende kulturelle Werte\u201c geschaffen habe; obendrein habe er ein \u201estarkes gotisches Selbstbewu\u00dftsein\u201c gehabt und \u201enational gotisch\u201c gedacht.<\/p>\n<p>V\u00f6llig au\u00dfer Frage stand auch, da\u00df Theoderich Germane gewesen und seine Herrschaft darum Teil der deutschen Geschichte sei, ungeachtet der Tatsache, da\u00df er fernab der Gebiete gewirkt hatte, die zum Reich Bismarcks geh\u00f6rten. Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg wurde Theoderich zunehmend f\u00fcr v\u00f6lkische und rassistische Ideen vereinnahmt. Im Dritten Reich stand Theoderich hoch im Kurs; in Brosch\u00fcren und Wandkarten wurde das Bild eines germanischen Volksk\u00f6nigs verbreitet, der unter der Sonne Italiens ein weises Regiment f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Aus nationalsozialistischer Sicht war seine Gestalt jedoch durchaus problematisch. Dass er den Schutz von Juden vor Gewalttaten zu seinen Herrscherpflichten gez\u00e4hlt hatte, lie\u00df sich kaum bestreiten. Dass er sich als Herrscher \u00fcber zwei V\u00f6lker, Goten und R\u00f6mer, verstanden hatte, die in seinem Reich mit verteilten Aufgaben eintr\u00e4chtig und zum gegenseitigen Vorteil zusammen leben sollten, widersprach allen Grunds\u00e4tzen v\u00f6lkischen und rassistischen Denkens. Und nat\u00fcrlich passte Theoderichs italisches Reich weder zur Achse Berlin \u2013 Rom noch zu der erstrebten Eroberung von Lebensraum im Osten. Gleichwohl hat es nicht an Versuchen gefehlt, das Bild Theoderichs im Sinne der NS-Ideologie zu retuschieren.<\/p>\n<p>Die Theoderich-Biographie des konservativen Althistorikers Wilhelm Ensslins (1885-1965), eines Mannes protestantischer Konfession und deutschnationaler Gesinnung, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs geschrieben wurde und 1947 in erster Auflage erschien, ist gegen die Vereinnahmung Theoderichs durch NS-Ideologen gerichtet. Theoderich war f\u00fcr Ensslin \u201eder letzte der Germanen, der, vom Geiste Roms ber\u00fchrt, germanische Volkskraft und sich selbst f\u00fcr die alte R\u00f6merwelt eingesetzt hat.\u201c Ensslin zeichnete Theoderich als einen germanischen Helden, der als K\u00f6nig Italiens seinem Volk verbunden blieb, dabei aber die antike Kultur bewahren wollte, den Wohlstand aller Untertanen f\u00f6rderte und nach au\u00dfen f\u00fcr Frieden und Verst\u00e4ndigung unter den Herrschern des westlichen Europas eintrat. Ensslins Biographie, deren wissenschaftliche Qualit\u00e4t sogleich international anerkannt wurde, entsprach daher dem nach 1945 verbreiteten Bestreben, sich auf Traditionen zu besinnen, die sich als Fundament eines geeinten Europas zu eignen schienen. Im Zeichen eines christlichen Abendlandes sollte die politische und moralische Katastrophe Deutschlands bew\u00e4ltigt werden.<\/p>\n<p>Ensslins Theoderich-Biographie ist fest in der Germanen-Ideologie des 19. Jahrhunderts verwurzelt. Das Germanische war f\u00fcr ihn eine stabile und wirksame Gr\u00f6\u00dfe, Theoderich ein germanischer Herrscher, der seinem Volk diente, indem er ein Reich in Italien schuf, seine r\u00f6mischen Untertanen dabei aber zu ihrem Recht kommen lie\u00df. Die seit der Napoleonischen \u00c4ra kontrovers diskutierte Frage, ob Theoderich die Verschmelzung dieser ungleichen Bev\u00f6lkerungsgruppen anstrebte, verneinte Ensslin. Er hielt die gleichberechtigte Koexistenz einer kleinen Minderheit gotischer Krieger mit der gro\u00dfen Mehrheit r\u00f6mischer Zivilisten aber auch nicht f\u00fcr grunds\u00e4tzlich problematisch, solange ein Herrscher vom Format Theoderichs regierte. Die kurze Dauer des von Theoderich begr\u00fcndeten Reichs lag seiner Ansicht nach in Faktoren begr\u00fcndet, die au\u00dferhalb seiner Kontrolle lagen, im Expansionismus Chlodwigs und im Revanchismus Justinians, aber auch im Scheitern der Nachfolgeregelung.<\/p>\n<p>Neue Deutungen wurden in Deutschland erst am Ende des 20. Jahrhunderts vorgelegt. Man sah im gotischen Italien jetzt ein Exempel f\u00fcr die gescheiterte Integration einer eingewanderten Minderheit und mutma\u00dfte, der konfessionelle Gegensatz zwischen Katholiken und sogenannten Arianern sei die Achillesferse der Herrschaft Theoderichs gewesen.<\/p>\n<p>Andere dagegen sahen in Theoderich einen \u00fcberaus erfolgreichen Vorreiter des Multikulturalismus; wenn sein Reich schon eine Generation nach seinem Tod unterging, so hie\u00df es auf dieser Seite, lag das nicht etwa an einem Konstruktionsfehler, sondern war eine Folge des Schlachtengl\u00fccks. In einem k\u00fcrzlich erschienenen Buch eines nordamerikanischen Historikers kann man lesen, dass die Herrschaft Theoderichs ein wahres goldenes Zeitalter f\u00fcr das von ihm erneuerte Westr\u00f6mische Reich gewesen sei. Diese Lobeshymnen sind direkt aus zeitgen\u00f6ssischen Quellen entnommen. Die sp\u00e4tantike Herrscherpanegyrik kehrt im Gewande moderner Wissenschaftsprosa zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ich habe meine Theoderich-Biographie, erschienen in M\u00fcnchen bei C. H. Beck im Jahr 2018, bewusst von anderen Voraussetzungen aus entwickelt. Der Germanenbegriff muss beiseite bleiben, weil er in der wissenschaftlichen Diskussion der letzten 50 Jahre fast alle Inhalte eingeb\u00fc\u00dft hat, die noch Ensslin mit ihm verband, und weil er f\u00fcr das Selbstverst\u00e4ndnis Theoderichs und seiner Zeitgenossen keine Rolle gespielt hat. Germanisch ist f\u00fcr mich ein Begriff der modernen Sprachwissenschaft; er dient zur Klassifikation von Sprachen, nicht von Personen.<\/p>\n<p>Ebenfalls ausgeklammert bleibt die Frage nach dem Menschen Theoderich. Politisches Handeln aus dem Charakter von Entscheidungstr\u00e4gern zu erkl\u00e4ren ist in der Geschichtswissenschaft mit Recht in Verruf geraten. Die Frage lie\u00dfe sich mit unseren Mitteln \u00fcberdies auch gar nicht beantworten. Theoderich als Sohn und Bruder, Vater und Ehemann ist f\u00fcr uns nicht fassbar. Wir wissen nichts \u00fcber seine inneren Beweggr\u00fcnde, k\u00f6nnen auch nicht sagen, was der Glaube an Jesus Christus ihm pers\u00f6nlich bedeutete, ob er seine S\u00fcnden bereute, auf das ewige Leben hoffte oder das J\u00fcngste Gericht f\u00fcrchtete. Theoderichs Pers\u00f6nlichkeit l\u00e4\u00dft sich nur in ihren Handlungen greifen.<\/p>\n<p>Theoderichs Handlungen aber lassen sich nur verstehen, wenn man ber\u00fccksichtigt, da\u00df er seine Laufbahn als Anf\u00fchrer eines mobilen Kriegerverbands begann, der vor der Eroberung Italiens weite Teile S\u00fcdosteuropas durchstreifte. Die Herrschaft in Italien verdankte er den Kriegern, die mit ihm von der unteren Donau \u00fcber die Alpen gezogen waren und in einem vierj\u00e4hrigen, verheerenden Krieg den Sieg \u00fcber die Soldaten Odovakars davongetragen hatten. Die Mehrheit dieser Krieger rechnete sich zu den Goten und wurde von anderen so wahrgenommen, auch wenn die tats\u00e4chliche Herkunft oftmals viel komplizierter gewesen sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Nachdem Theoderich die Kontrolle \u00fcber die Ressourcen dieses immer noch reichen Landes erlangt hatte, mu\u00dfte er diese Gewaltgemeinschaft in sein Reich integrieren. Es waren wohl etwa 20.000 bewaffnete und kampferprobte M\u00e4nner mit ihren Frauen und Kindern, die \u00fcber viele Jahre hinweg Entbehrungen und Strapazen auf sich genommen, Verwandte und Freunde verloren und oftmals ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt hatten. Diese entwurzelten Menschen erwarteten nun eine angemessene Belohnung; sie beanspruchten ein komfortables und krisensicheres Auskommen und eine ihrem Selbstbewusstsein entsprechende Bet\u00e4tigung und Stellung. Nur wenn er diese M\u00e4nner und Frauen zufrieden stellte, konnte Theoderich darauf hoffen, seine Herrschaft in Italien auf Dauer zu behaupten.<\/p>\n<p>Freilich war das nur eine notwendige, keine ausreichende Voraussetzung f\u00fcr die Verstetigung der Herrschaft eines gotischen K\u00f6nigs in einem Land, in welchem einst r\u00f6mische Kaiser regiert hatten. Theoderichs Herrschaft in Italien erkl\u00e4rt sich nicht aus einem kaiserlichen Auftrag oder Amt, so lautet meine These; sie beruhte auf der Loyalit\u00e4t seines Heeres und der Kooperation der einheimischen Eliten, vor allem der Senatoren und der katholischen Bisch\u00f6fe.<\/p>\n<p>Ich werde im folgenden zun\u00e4chst mit knappen Strichen die soziale Existenzform der Goten skizzieren, die mit Theoderich seit 474 kreuz und quer \u00fcber den Balkan und schlie\u00dflich nach Italien zogen, dann n\u00e4her auf seine Herrschaft in Italien eingehen und zum Abschluss die Frage er\u00f6rtern, worin die historische Bedeutung Theoderichs besteht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Theoderich und seine Goten auf dem Balkan<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Werfen wir also zun\u00e4chst einen Blick auf die Zeit, in der Theoderichs Goten zwischen Plattensee und Bosporos agierten. Ich kann mich kurz fassen, da Verena Epp auf dieses Thema bereits eingegangen ist. Die Goten, die Theoderich 474 zu ihrem K\u00f6nig machten, sind in unseren Quellen ab der Mitte des 5. Jahrhunderts fassbar; ihre Familien waren damals in Pannonien (Ungarn) ans\u00e4ssig. Damals standen drei Br\u00fcder an ihrer Spitze, einer von ihnen war Thiudimir, der Vater Theoderichs; anscheinend handelte es sich um eine Koalition dreier Verb\u00e4nde. Thiudimir und seine Br\u00fcder Valamir und Vidimir durchzogen damals unter der F\u00fchrung des hunnischen K\u00f6nigs Attila weite Teile West- und S\u00fcdosteuropas; in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern k\u00e4mpften sie 451 im Heer Attilas gegen ein westgotisches Heer unter dem Oberbefehl des kaiserlichen Feldherrn A\u00ebtius. Der Ostgote Andag r\u00fchmte sich nach der Schlacht, den westgotischen K\u00f6nig Theoderich eigenh\u00e4ndig erschlagen zu haben.<\/p>\n<p>Diese Goten bildeten eine militarisierte und hochgradig mobile Gesellschaft, die durch einen kriegerischen Ehrenkodex gepr\u00e4gt war. Entscheidend f\u00fcr ihre Konstitution und Reproduktion war die Aneignung von G\u00fctern durch angedrohte oder ausge\u00fcbte Gewalt. Die materielle Existenz wurde durch Beute, erpresste Leistungen und Subsidien gesichert. Diese M\u00e4nner waren weder S\u00f6ldner noch Soldaten; Frauen und Kinder geh\u00f6rten ebenfalls zu dieser Gemeinschaft. Vieles spricht daf\u00fcr, dass diese Personen, die in den zeitgen\u00f6ssischen, aber nicht-gotischen Quellen durchweg als Goten angesprochen werden, \u00fcber ein ethnisches Identit\u00e4tsbewu\u00dftsein verf\u00fcgten, sich also als Teil einer durch gemeinsame Herkunft und Abstammung verbundenen Gemeinschaft verstanden.<\/p>\n<p>Grundlage dieses ethnischen Identit\u00e4tsbewusstseins war neben der gotischen Sprache wohl schon zu dieser Zeit eine spezifische Form des Christentums, die von ihren Gegnern als Arianismus bezeichnet wurde, besser aber hom\u00f6isches Christentum genannt wird. Das Glaubensbekenntnis der Hom\u00f6er war zu der Zeit, als die Goten an der unteren Donau das Christentum annahmen, auch dasjenige der Reichskirche gewesen. Die gotischen Christen hielten indessen daran fest, nachdem Kaiser Theodosius (379-395) dem Symbol von Niz\u00e4a in der Reichskirche zur Durchsetzung verholfen hatte.<\/p>\n<p>Die hom\u00f6ischen Christen bildeten seitdem eigene Gemeinden, mit eigenem Klerus, einer gotischen Liturgie und auch einer gotischer Bibel. Die Goten Thiudimirs und seiner Br\u00fcder waren jedoch keineswegs die einzigen Personenverb\u00e4nde, deren Anf\u00fchrer sich als Goten verstanden; von den Goten, die seit 418 in Aquitanien ans\u00e4ssig waren, ganz abgesehen, gab es auch auf dem Balkan, aber auch auf der Krim noch andere Gruppen, die sich so identifizierten.<\/p>\n<p>Die Ereignisgeschichte der Jahre 451 bis 488 ist verwickelt und verwirrend. Im vorliegenden Zusammenhang gen\u00fcgt es, wenige Grundtatsachen hervorzuheben. Nach dem Zerfall des Hunnenreichs machten die in Pannonien ans\u00e4ssigen, in diesem Sinne also pannonischen, Goten sich selbst\u00e4ndig. Es folgten zwei Jahrzehnte st\u00e4ndiger Raub- und Kriegsz\u00fcge; K\u00f6nig Valamir fiel im Kampf gegen eine suavisch-skirische Koalition. Da eine dauerhafte Existenzsicherung in Pannonien nicht gelang, trennten sich die Wege: Ein Teil zog 473 unter F\u00fchrung des K\u00f6nigs Vidimir Richtung Italien und von dort weiter nach Gallien, wo er sich aufl\u00f6ste. Thiudimir zog mit dem anderen Teil Richtung Makedonien. Als er 474 in der makedonischen Stadt Kyrrhos starb, wurde Theoderich umgehend zu seinem Nachfolger erhoben.<\/p>\n<p>Theoderich traf in diesem Raum auf einen anderen gotischen Anf\u00fchrer, der zu unserer Verwirrung ebenfalls Theoderich hie\u00df und deshalb in der modernen Forschung mit seinem Beinamen Strabon bezeichnet wird. Dieser Theoderich hatte in Thrakien, auf dem Boden des heutigen Bulgarien, eine Gefolgschaft um sich geschart, die es an Gr\u00f6\u00dfe mit derjenigen \u201eunseres\u201c Theoderich durchaus aufnehmen konnte. Diese von Historikern so genannten thrakischen Goten waren dem Kaiser kraft eines 473 geschlossenen Vertrags zu milit\u00e4rischem Dienst verpflichtet und bezogen daf\u00fcr Jahrgelder; ihr Anf\u00fchrer wurde mit dem h\u00f6chsten milit\u00e4rischen Rang des Reiches, dem Amt eines Heermeisters ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Theoderich und seine Goten bedrohten diese privilegierte Stellung, indem sie \u00e4hnliches f\u00fcr sich selbst erstrebten. Die kaiserliche Regierung sah sich au\u00dferstande, die Anspr\u00fcche beider Theoderiche zu befriedigen, und versuchte daher, die beiden Gruppen gegeneinander auszuspielen. Aus dieser Dreieckskonstellation resultierte ein auf dem R\u00fccken der r\u00f6mischen Provinzialbev\u00f6lkerung ausgetragener Machtkampf zwischen den beiden Theoderichen, der bis 481 andauerte, als der \u201eandere\u201c Theoderich bei einem Reitunfall den Tod fand.<\/p>\n<p>\u201eUnser\u201c Theoderich vermochte in der Folge, die Anh\u00e4nger seines toten Widersachers f\u00fcr sich zu gewinnen, und konnte seine Gefolgschaft dadurch auf etwa 20.000 Krieger vergr\u00f6\u00dfern. Eine dauerhafte Regelung des Verh\u00e4ltnisses zum Imperium Romanum aber gelang auch danach nicht, obwohl er 483 das Heermeisteramt und 484 sogar das prestigetr\u00e4chtige Amt eines Konsuls erlangt hatte.<\/p>\n<p>Der Kriegerverband Theoderichs erf\u00fcllt in dieser Phase seiner Existenz alle Kriterien, die eine Gewaltgemeinschaft definieren: Sein Kern bestand aus waffenf\u00e4higen und kampfge\u00fcbten M\u00e4nnern; der innere Zusammenhalt und zeitweise auch das \u00dcberleben der Gruppe wurde durch Beute und Subsidien gesichert. Die Gr\u00f6\u00dfe und Zusammensetzung dieser Gewaltgemeinschaft war starken Schwankungen unterworfen, weil ihre Macht nicht ausreichte, um eine dauerhafte Anerkennung und \u00f6konomische Absicherung als reichsangeh\u00f6riges Kriegervolk zu erreichen. Die wirtschaftliche Existenz des Verbandes, den Theoderich anf\u00fchrte, blieb daher stets prek\u00e4r. Der Kaiser zahlte nur unregelm\u00e4\u00dfig Subsidien; Beute, Schutz- und L\u00f6segelder brachten kurzzeitig hohe Einnahmen, hielten aber nie lange vor. Theoderichs Gefolgsleute hatten selten ein festes Dach \u00fcber dem Kopf und litten oftmals Hunger. Die Raubwirtschaft war zugleich eine Mangelwirtschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Integration durch Separation: Die Herrschaft Theoderichs in Italien<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem sich ein dauerhafter Ausgleich zwischen Zenon und Theoderich auf dem Balkan als unm\u00f6glich erwiesen hatte, beauftragte der Kaiser den gotischen K\u00f6nig im Jahre 488, nach Italien zu ziehen, Odovakar, der dort seit 476 als K\u00f6nig herrschte, zu beseitigen und an dessen Stelle so lange zu herrschen, bis er selbst dorthin kommen werde. Theoderich hat diesen Auftrag bekanntlich erfolgreich ausgef\u00fchrt. Er hat dazu jedoch viel l\u00e4nger gebraucht, als er und seine M\u00e4nner sich vorgestellt oder jedenfalls gew\u00fcnscht haben werden. Der Krieg gegen Odovakar dauerte mehr als drei Jahre und verw\u00fcstete gro\u00dfe Teile Ober- und Mittelitaliens.<\/p>\n<p>Der Ausgang stand lange auf des Messers Schneide, auch wenn Odovakar seit 490 in Ravenna eingeschlossen war. Erst am 5. M\u00e4rz 493 konnte Theoderich in Ravenna einziehen, nachdem er einen Vertrag beschworen hatte, k\u00fcnftig gemeinsam mit Odovakar zu herrschen. Keine zwei Wochen sp\u00e4ter war Odovakar tot, heimt\u00fcckisch erschlagen von dem Mann, der einen Eid geleistet hatte, die Herrschaft mit ihm zu teilen.<\/p>\n<p>Theoderich wurde durch diese Bluttat, der ein Massaker an den Gefolgsleuten Odovakars folgte, zum alleinigen Herrscher in Italien. Niemand konnte es in diesem Moment wagen, sich ihm und seinen Leuten in den Weg zu stellen. Theoderich nutzte diese Macht, um seine Gefolgsleute zu versorgen. Er verwandelte die mobile Gewaltgemeinschaft, mit deren Hilfe er Italien erobert hatte, in ein stehendes Heer, indem er seine Krieger mit Landg\u00fctern ausstattete. Die Goten im Heer Theoderichs erhielten also Besitztitel f\u00fcr Landg\u00fcter, aus denen sie Grundrenten bezogen; zus\u00e4tzlich bezogen sie vom K\u00f6nig eine j\u00e4hrliche Sonderzahlung in H\u00f6he von f\u00fcnf Goldst\u00fccken, solange sie der milit\u00e4rischen Dienstpflicht unterlagen.<\/p>\n<p>Denn Theoderich bestellte seine Goten Jahr f\u00fcr Jahr zur Musterung an seinen Hof und \u00fcberzeugte sich pers\u00f6nlich von der Kampfkraft seines Heeres. Die Goten im Reich Theoderichs wurden dadurch zu einer milit\u00e4rischen Funktionselite; das Heer galt als bewaffneter Teil des gotischen Volkes, jedenfalls soweit es unter der Herrschaft Theoderichs stand. Umgekehrt galt, dass der Waffendienst f\u00fcr den K\u00f6nig Goten vorbehalten sei. R\u00f6mer sein war im Sprachgebrauch der k\u00f6niglichen Kanzlei gleichbedeutend mit Zivilist sein. Im Imperium Romanum galt das Gegenteil: Wer f\u00fcr den Kaiser die Waffen f\u00fchrte, galt ipso facto als R\u00f6mer, mochte er seiner Herkunft nach auch Armenier, Hunne oder Gote sein. Theoderich konzipierte sein K\u00f6nigtum in Italien als Herrschaft \u00fcber zwei V\u00f6lker, \u00fcber Goten und R\u00f6mer, denen verschiedene Lebensformen und Bet\u00e4tigungsfelder zugewiesen waren, auch wenn sie eintr\u00e4chtig und zum gegenseitigen Vorteil zusammenwirken sollten.<\/p>\n<p>Theoderich etablierte also eine funktionale Arbeitsteilung zwischen r\u00f6mischen Zivilisten und gotischen Kriegern: Die einen sollten f\u00fcr den K\u00f6nig k\u00e4mpfen, die anderen ihre Pflichten als Untertanen erf\u00fcllen, vor allem nat\u00fcrlich ihre Steuern und Abgaben zahlen. Eben darum dachte der K\u00f6nig auch ganz und gar nicht daran, Goten und R\u00f6mer zu einer neuen, einheitlichen Funktionselite zu verschmelzen, wie Alexander der Gro\u00dfe das f\u00fcr Makedonen und Iraner geplant zu haben scheint. Theoderichs Politik zielte gerade nicht auf Fusion, sondern auf Separation. Ich habe das \u201eIntegration durch Separation\u201c genannt.<\/p>\n<p>Nun h\u00e4tte Theoderichs Herrschaft in Italien kaum drei Jahrzehnte Bestand haben k\u00f6nnen, wenn er auf den entschlossenen Widerstand der einheimischen Eliten gesto\u00dfen w\u00e4re. Theoderich gelang es jedoch, die standesbewussten Senatoren zur Kooperation zu bewegen, obwohl er ihnen am Anfang nicht unerhebliche finanzielle Opfer abverlangte, um seine Goten mit Landg\u00fctern auszustatten. Dieses Arrangement mit den Senatoren war m\u00f6glich, weil Theoderich die Privilegien dieses Standes in vollem Umfang aufrechterhielt und seine Angeh\u00f6rigen am Regiment beteiligte. Denn Theoderich \u00fcbernahm den sp\u00e4tr\u00f6mischen Staatsapparat im Wesentlichen unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Alle leitenden Posten in der zivilen Verwaltung wurden mit Personen besetzt, die aus senatorischem Milieu stammten. Die Leitung der zivilen Ministerien lag bei hochrangigen Senatoren. Die k\u00f6nigliche Kanzlei kommunizierte in den althergebrachten und gewohnten Formen; die Schreiben, die Cassiodor im Namen und Auftrag Theoderichs verfasste, h\u00e4tten kaiserlichen Kanzleien Ehre gemacht. Das r\u00f6mische Recht blieb grunds\u00e4tzlich in Geltung. Vor r\u00f6mischen Gerichten wurde weiterhin in r\u00f6mischen Formen verhandelt. Nur wenn Goten betroffen waren, sollten F\u00e4lle von gotischen Richtern entschieden werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr den K\u00f6nig war die Kooperation der Senatoren auch deswegen von unsch\u00e4tzbarem Wert, weil das Steuersystem nur funktionieren konnte, wenn die Zentrale auf die soziale Macht der lokalen Eliten zur\u00fcckgreifen konnte. So aber wurde Theoderich zum nach dem Kaiser reichsten Herrscher seiner Zeit, der \u00fcber stetige und berechenbare Eink\u00fcnfte in einer H\u00f6he verf\u00fcgen konnte, von der sein Vater und seine Onkel nur hatten tr\u00e4umen k\u00f6nnen. Theoderichs Tochter Amalasvintha fand im K\u00f6nigsschatz mehr als 40.000 Pfund Gold vor.<\/p>\n<p>Erstaunlicher mag auf den ersten Blick wirken, da\u00df Theoderich auch mit den katholischen Bisch\u00f6fen seines Reiches ein gutes Verh\u00e4ltnis hatte. Eine Voraussetzung daf\u00fcr war, da\u00df der K\u00f6nig nicht daran dachte, seinen Untertanen das hom\u00f6ische Bekenntnis aufzudr\u00e4ngen, wie es einige vandalische und westgotische K\u00f6nige getan hatten. Theoderich machte zwar keinen Hehl daraus, da\u00df er einer anderen Konfession angeh\u00f6rte, die er nach Kr\u00e4ften f\u00f6rderte \u2013 man denke nur an die sogenannte Hofkirche Sant\u2019Apollinare Nuovo in Ravenna.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig respektierte aber den Besitzstand und die Privilegien der katholischen Gemeinden und Kleriker. Da er die Koexistenz zweier christlicher Konfessionen anerkannte, trat de facto ein bi-konfessioneller Zustand ein, der freilich nur praktiziert, aber nicht thematisiert oder gar legitimiert werden konnte. Die katholischen Bisch\u00f6fe Italiens aber sahen in Theoderich auch deswegen ein verschmerzbares \u00dcbel, weil die Kaiser Zenon und Anastasios versuchten, den in ihrem Reich mit gro\u00dfer Heftigkeit gef\u00fchrten Streit um die menschliche Natur Christi durch eine Kompromissformel, das sogenannte Henotikon, zu beenden, die im Westen, namentlich vom Papst, abgelehnt wurde.<\/p>\n<p>Solange in Italien Theoderich herrschte, reichte der Arm des Kaisers nicht bis zu ihnen. Tats\u00e4chlich wurde Theoderich sogar als Schiedsrichter angerufen, als es Ende 498 zu einer Doppelwahl im r\u00f6mischen Bistum kam. Theoderich entschied damals gegen Laurentius und zugunsten des Symmachus, weigerte sich aber sp\u00e4ter, \u00fcber die Anklagen zu befinden, die gegen die Amtsf\u00fchrung des Symmachus erhoben wurden. Erst 506 beendete er das Schisma, indem er Laurentius absetzen lie\u00df.<\/p>\n<p>Ein kurzes Wort sei schlie\u00dflich der Au\u00dfenpolitik Theoderichs gewidmet. Theoderich, der im Auftrag Zenons gegen Odovakar gezogen war, musste einige Jahre warten, bis sich Kaiser Anastasios, der 491 Nachfolger Zenons geworden war, bereit fand, die Herrschaft des gotischen K\u00f6nigs in Italien anzuerkennen. Im Jahre 497 oder 498 wurde dann aber ein Vertrag geschlossen, der bis zum Tode des K\u00f6nigs Bestand hatte, wenngleich es zwischen 504 und 508 auf dem Balkan zu Konflikten kam, die auch mit milit\u00e4rischen Mitteln ausgetragen wurden. Eine Kriegserkl\u00e4rung blieb indessen aus; Anastasios stellte den Vertrag von 497\/498 niemals grunds\u00e4tzlich in Frage, und auch sein Nachfolger Justin tat das in seiner Regierungszeit nicht.<\/p>\n<p>Die Herrscher des Westens wollte Theoderich zun\u00e4chst durch Heiraten an sich binden. 506 versuchte er, den drohenden Krieg zwischen seinem Schwiegervater Chlodwig und seinem Schwager Alarich durch Vermittlung zu verhindern. Als das misslang, trat er 508 in den Krieg ein, dr\u00e4ngte den siegreichen Chlodwig zur\u00fcck und eroberte nicht allein die Provence, sondern auch das Westgotenreich in Hispanien, das er fortan in Personalunion mit dem Gotenreich in Italien regierte. Theoderich konnte sein Herrschaftsgebiet dadurch nahezu verdoppeln und gewann erhebliche Ressourcen hinzu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Theoderich der Gro\u00dfe \u2013 eine Bilanz<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das gotische K\u00f6nigreich in Italien \u00fcberdauerte seinen Gr\u00fcnder nur um eine Generation. Theoderich starb am 30. August des Jahres 526, ohne seine Nachfolge geregelt zu haben. Der Hof einigte sich auf seinen minderj\u00e4hrigen Enkel Athalarich, was dessen Mutter Amalasvintha faktisch zur Regentin machte. Athalarich wiederum starb 534, ohne jemals selbst regiert zu haben. Daraufhin ergriff Amalasvintha die Flucht nach vorn, ernannte sich selbst zur K\u00f6nigin und bestellte Theoderichs Neffen Theodahad zu ihrem Mitk\u00f6nig. Als Theodahad Amalasvintha erst inhaftieren und dann umbringen lie\u00df, befahl Justinian die Invasion Italiens. Damit begann der r\u00f6misch-gotische Krieg, der 540 mit einem vollst\u00e4ndigen Sieg der kaiserlichen Truppen zu enden schien, aber bald wieder aufflammte und noch weitere 12 Jahre dauerte. Die Niederlage Tejas am Milchberg bei Neapel im Oktober 552 beendete zwar nicht den Krieg, wohl aber das gotische K\u00f6nigtum in Italien.<\/p>\n<p>Die kurze Dauer des gotischen Reiches in Italien wirft einen Schatten auf das Bild seines Gr\u00fcnders. Theoderich war ohne Zweifel erfolgreich, insofern er sich in Italien gut drei Jahrzehnte an der Macht hielt und das Land in dieser Zeit vor \u00e4u\u00dferen Feinden weitgehend abschirmte. Aber er geh\u00f6rt nicht zu den Herrschern, die Weichen f\u00fcr die folgenden Jahrhunderte gestellt haben. Er hat auch keine politische Tradition gestiftet, die das Ende seines Reiches \u00fcberdauert h\u00e4tte. In dieser Hinsicht h\u00e4lt Theoderich den Vergleich mit Constantin dem Gro\u00dfen oder Karl dem Gro\u00dfen nicht aus.<\/p>\n<p>Damit ist die Frage freilich noch nicht beantwortet, ob Integration durch Separation die richtige Politik war, wenn er eine dauerhafte Herrschaft begr\u00fcnden wollte. Aus der R\u00fcckschau f\u00e4llt die Feststellung leicht, da\u00df die sprachliche und kulturelle Einkapselung einer so kleinen Gruppe von Einwanderern nicht unbegrenzt bestehen bleiben kann. Milit\u00e4rische und zivile Eliten tendieren dazu, ihr Kapital an Ansehen, Macht und Reichtum \u00fcber kurz oder lang zu fusionieren. Genau das geschah ja zwei Generationen sp\u00e4ter im Reich der Westgoten. Dort wurde 589 auch die konfessionelle Schranke zwischen Goten und R\u00f6mern beseitigt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Theoderich lag das noch au\u00dferhalb des Vorstellbaren. In jedem Fall sollte man sich h\u00fcten, die Frage nach der Zukunftsf\u00e4higkeit der inneren Politik Theoderichs mit derjenigen nach den Ursachen des milit\u00e4rischen Scheiterns seiner Nachfolger zu vermengen. Im Vergleich mit dem Reich der Vandalen in Nordafrika, das dem Angriff Belisars binnen eines Jahres erlag, f\u00e4llt gerade die enorme Resilienz der gotischen Krieger in Italien ins Auge.\u00a0 Auch wenn das Gotenreich in Italien dem Imperium an finanziellen Ressourcen weit unterlegen war, hing der Ausgang des Krieges in hohem Ma\u00dfe von kontingenten Faktoren ab.<\/p>\n<p>Theoderichs Au\u00dfenpolitik beruhte auf der Anerkennung einer Pluralit\u00e4t von Herrschern. Die Existenz des Imperium Romanum stand f\u00fcr ihn au\u00dfer Frage. Er hat f\u00fcr seine Ziele durchaus milit\u00e4rische Mittel eingesetzt und auch die Eroberung von Gebieten keineswegs verschm\u00e4ht, wenn sie mit kalkulierbarem Risiko m\u00f6glich war. Er betrieb aber keine Kriegs- und Eroberungspolitik als Selbstzweck wie sein Schwager Chlodwig. Seit er Herr Italiens war, hatte er es nicht mehr n\u00f6tig, sich auf diese Weise G\u00fcter anzueignen. Aber er war auch bereit, r\u00e4umliche Grenzen seiner Macht anzuerkennen; und er beanspruchte keine universale Herrschaft.<\/p>\n<p>Dass Theoderich Christen, die einer anderen Konfession anhingen als er selbst, gestattete, ihren Glauben frei auszu\u00fcben, ja Angeh\u00f6rige einer anderen Konfession sogar mit den h\u00f6chsten W\u00fcrden auszeichnete, hat ihm seit den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts Sympathien eingetragen. Aufgekl\u00e4rte Geister hielten ihm dar\u00fcber hinaus zugute, da\u00df er Juden den Schutz gew\u00e4hrte, den ihnen Kaiser Justinian und viele, die nach ihm kamen, vorenthielten. Aber es w\u00e4re verkehrt, Theoderich deswegen zum Verfechter des modernen Toleranzgedankens zu stilisieren. Toleranz ist mehr und anderes als blo\u00dfe Duldung. Wer in der Geschichte vor allem Vorbilder f\u00fcr eine aktive Reformpolitik sucht, wird bei Theoderich ebenfalls nicht f\u00fcndig werden. Sein politisches Handeln zielte ganz und gar auf die Konservierung des sozialen <em>status quo<\/em>. Damit meine ich nicht allein, dass Theoderich ebenso wenig wie irgendein anderer Herrscher seiner Zeit glaubte, es sei seine Aufgabe, die Ungleichheit von Lebenschancen und Daseinsrisiken zu verringern. Auch der missionarische Impetus, mit dem Justinian als Gesetzgeber die Verchristlichung des Imperium Romanum betrieb, gehen dem gotischen K\u00f6nig vollkommen ab.<\/p>\n<p>Man kann die historische Bedeutung Theoderichs auch auf andere Art bemessen. Man kann versuchen, die Wirkungen abzusch\u00e4tzen, die direkt oder indirekt, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, bei Lebzeiten oder nach dem Tode von ihm ausgingen. So betrachtet, ragt er \u00fcber die meisten seiner Zeitgenossen hinaus. Der Aktionsraum Theoderichs war im Wesentlichen auf Europa beschr\u00e4nkt. Bis 488 agierte er pers\u00f6nlich im s\u00fcd\u00f6stlichen Europa zwischen Plattensee und Bosporos; nach Kleinasien kam er nur einziges Mal und auch das nur f\u00fcr sehr kurze Zeit. Seit 489 hielt er sich so gut wie ausschlie\u00dflich in Oberitalien auf.<\/p>\n<p>Theoderichs Feldherren aber operierten in einem Raum, der von der iberischen Halbinsel bis nach Serbien reichte. Seine diplomatischen Kontakte erstreckten sich noch weit dar\u00fcber hinaus, im Norden bis nach Skandinavien, im S\u00fcden bis nach Tunesien und im Osten bis nach Konstantinopel. Dagegen scheint Theoderich keine Beziehungen zum Reich der Sassaniden, den arabischen Stammesb\u00fcnden der Ghassaniden oder Lakhmiden oder den Herrschern von Axum (im heutigen \u00c4thiopien) unterhalten zu haben. Der K\u00f6nig respektierte hier den Vorrang des Kaisers. Erst Theoderichs Nachfolger haben versucht, Beziehungen zum Perserk\u00f6nig aufzunehmen, jedoch vergeblich.<\/p>\n<p>Der Resonanzraum Theoderichs war freilich schon zu Lebzeiten erheblich gr\u00f6\u00dfer; er schloss den r\u00f6mischen Orient durchaus ein; byzantinische und syrische Chronisten kennen Theoderich und berichten von seinen Taten. Im lateinischen Westen war der K\u00f6nig niemals vergessen. Karl der Gro\u00dfe lie\u00df ein Reiterstandbild des K\u00f6nigs aus Ravenna nach Aachen bringen. In Ravenna und Verona kn\u00fcpfte sich die Erinnerung an Monumente, die dem K\u00f6nig zu Recht oder Unrecht zugeschrieben wurden. Im Kloster Mons Olivetus in Verona entstand im 12. Jahrhundert eine Sammelhandschrift mit lateinischen Texten zur Geschichte Theoderichs und der Goten, die mit Federzeichnungen illustriert ist; eine davon zeigt Theoderich und Odovakar im ritterlichen Zweikampf. (<strong>Abb. 3<\/strong>) Die <em>Varien <\/em>Cassiodors \u00fcberlieferten der Nachwelt das Bild eines K\u00f6nigs, der im Verein mit r\u00f6mischen Senatoren eine musterg\u00fcltige Herrschaft ausge\u00fcbt habe. Eine Sammelhandschrift des 12. Jahrhunderts aus dem Kloster Fulda zeigt Theoderich in der Gestalt eines deutschen K\u00f6nigs, gepaart mit seinem \u201eKanzler\u201c Cassiodor.<\/p>\n<p>Diesem positiven Theoderich-Bild stand jedoch ein negatives gegen\u00fcber. Dieses negative Theoderich-Bild speiste sich vor allem aus zwei Quellen: den <em>Dialogen<\/em> Papst Gregors des Gro\u00dfen und dem <em>Trost der Philosophie<\/em> des Boethius, die im hohen und sp\u00e4ten Mittelalter eines der beliebtesten Leseb\u00fccher f\u00fcr Kleriker war. Boethius sorgte daf\u00fcr, dass Theoderich stets mit dem Makel des Tyrannen behaftet blieb, der einen Weisen zum Tode verurteilt hatte. Gregor der Gro\u00dfe setzte die Geschichte in Umlauf, da\u00df den h\u00e4retischen K\u00f6nig die verdiente Strafe f\u00fcr seine S\u00fcnden ereilt habe: Seine unschuldigen Opfer, der Papst Johannes und der Patrizier Symmachus, h\u00e4tten ihn in einen Vulkan gest\u00fcrzt. Dieser \u201eH\u00f6llensturz\u201c Theoderichs fand Eingang in die meisten historiographischen Berichte des gesamten westeurop\u00e4ischen Mittelalters.<\/p>\n<p>Gro\u00dfen Nachruhm erlangte Theoderich nach seinem Tode im gesamten germanisch\u00adsprachigen Europa, von Skandinavien bis nach \u00d6sterreich. Aus dem gotischen K\u00f6nig Theoderich wurde Dietrich von Bern (Verona), ein K\u00f6nig, der aus seinem italischen Reich vertrieben wurde und vergeblich versuchte, dieses Reich zur\u00fcckzugewinnen. Der Amaler Theoderich streifte dabei jede Bindung an Volk oder Familie ab und verwandelte sich in einen heimatlosen, k\u00e4mpfenden und duldenden Helden, der Achtung gebietet und Mitleid verdient. Man empfand den K\u00f6nig zwar als Gestalt der fernen Vergangenheit, konnte und wollte ihn aber keiner bestimmten V\u00f6lkerschaft mehr zuordnen.<\/p>\n<p>Dietrich von Bern wird niemals als Gote bezeichnet. Die fr\u00fchesten Zeugnisse f\u00fcr diese erstaunliche Verwandlung stammen freilich erst aus dem 9. Jahrhundert. Das althochdeutsche Hildebrandslied aus der Zeit um 830, von dem nur 68 Langverse erhalten sind, scheint die Kenntnis des Stoffs vorauszusetzen; ebenso das etwa gleichzeitige altenglische Gedicht <em>Deors Klage<\/em>. Aus dem 13. Jahrhundert sind mehrere Epen in mittelhochdeutscher Sprache \u00fcberliefert, die von Dietrich erz\u00e4hlen. Das bedeutendste und bekannteste ist nat\u00fcrlich das <em>Nibelungenlied<\/em>, das im 19. Jahrhundert durch die Nachdichtung Karl Simrocks ein neues Leben erhielt, w\u00e4hrend die Dietrich-Epik des hohen Mittelalters seit dem 16. Jahrhundert der Vergessenheit anheimfiel.<\/p>\n<p>Kaiser Maximilian I. nahm eine Statue Theoderichs in die Heldengalerie auf, die sein Grabmal in der Innsbrucker Hofkirche umgibt (<strong>Abb. 5)<\/strong>. Auch Martin Luther hat noch gerne gegen das \u201elose Geschwetz\u201c von Dietrich von Bern polemisiert, dem man allerhand Wundertaten zuschreibe. Sein Gegner Johannes Cochl\u00e4us, ein Humanist und Kenner Cassiodors, ver\u00f6ffentlichte 1544 in Ingolstadt die erste Biographie des K\u00f6nigs, die auf den zeitgen\u00f6ssischen Quellen beruht. Damit begann die Geschichte der modernen Auseinandersetzung mit Theoderich, die bis heute andauert. Davon w\u00e4re bei anderer Gelegenheit zu sprechen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einf\u00fchrung: Wieso hei\u00dft Theoderich \u201eder Gro\u00dfe\u201c? &nbsp; Der gotische K\u00f6nig Theoderich, der Sohn des Thiudimir, tr\u00e4gt hierzulande den Beinamen \u201eder Gro\u00dfe\u201c. Das war nicht immer so. Theoderich in dieser Weise zu benennen wurde erst im 19. Jahrhundert \u00fcblich, und auch dann nur im deutschsprachigen Raum. 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