{"id":104472,"date":"2025-04-29T10:59:52","date_gmt":"2025-04-29T08:59:52","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=104472"},"modified":"2025-04-29T10:59:54","modified_gmt":"2025-04-29T08:59:54","slug":"zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\/","title":{"rendered":"Zwischen Ravenna und Konstantinopel"},"content":{"rendered":"<p>Fragt man nach der Legitimation und Verankerung ostgotischer Herrschaft \u00fcber Italien, kommt man am Verh\u00e4ltnis Theoderichs und seiner Nachfolger zu den Bisch\u00f6fen der Stadt Rom kaum vorbei. Um sich in Italien auf Dauer behaupten zu k\u00f6nnen, waren die ostgotischen K\u00f6nige sowohl auf die Kooperation der senatorischen Eliten als auch auf gute Beziehungen zum Kaiser in Konstantinopel angewiesen, in dessen Auftrag Theoderich 489 \u00fcber die Alpen gezogen war und den <em>rex Italiae<\/em> Odoaker beseitigt hatte. F\u00fcr beides spielten die r\u00f6mische Kirche und ihre Leiter eine nicht zu untersch\u00e4tzende Rolle. Die senatorischen Familien waren seit dem ausgehenden 5. Jahrhundert. personell wie auch hinsichtlich ihrer Interessen eng mit den kirchlichen Strukturen des ehemaligen <em>caput imperii<\/em> verflochten.<\/p>\n<p>Und als wichtigster Bischofssitz innerhalb der Reichskirche hatten die Bisch\u00f6fe Roms \u2013 bei aller kirchenpolitischen Distanz, die sie mitunter zum Kaiserhof in Konstantinopel bezogen \u2013 eine zentrale Bedeutung f\u00fcr die Integration der Reichskirche, die sich die r\u00f6mischen Kaiser seit der konstantinischen Wende auf ihre Fahnen geschrieben hatten. Aus Sicht der ostgotischen K\u00f6nige waren die Beziehungen zur r\u00f6mischen Kirche demnach eine neuralgische Schnittstelle, um eine erfolgreiche Implementierung ihres Herrschaftsanspruchs voranzutreiben.<\/p>\n<p>Wenn der Titel des Beitrags dennoch \u201eDas Papsttum im ostgotischen Italien\u201c (und nicht etwa \u201eDie ostgotischen Herrscher und das Papsttum\u201c) lautet, hat das freilich gute Gr\u00fcnde. Um die Handlungsoptionen, die f\u00fcr die gotischen Herrscher bestanden, auszuloten, erscheint es erforderlich, das Thema zun\u00e4chst einmal aus der Perspektive der r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe anzugehen. Welche Entfaltungsm\u00f6glichkeiten boten sich ihnen nach dem Zusammenbruch der Kaiserherrschaft im Westen des r\u00f6mischen Reichs und wie ist diese postimperiale \u2013 speziell die ostgotische \u2013 Phase in den umfassenderen Entwicklungszusammenhang einer Geschichte des Papsttums einzuordnen? Erst im Anschluss daran erscheint es sinnvoll, die komplement\u00e4re, aber eben doch ganz anders gelagerte Frage zu stellen, wie die ostgotischen K\u00f6nige selbst ihr Verh\u00e4ltnis zu den r\u00f6mischen Bisch\u00f6fen gesehen und ihre Rolle ihnen gegen\u00fcber gestaltet haben. Letzteres hing entscheidend ab von den Vorteilen und Chancen, die ein alternativer politischer Ordnungsrahmen dem Papsttum als Institution bzw. den einzelnen Vertretern auf der <em>cathedra Petri<\/em> zu bieten imstande war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Universalkirche und r\u00f6mische Gemeinde \u2013 zwei Ebenen der sp\u00e4tantiken Papstgeschichte<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Entwicklungslinien des sp\u00e4tantiken und fr\u00fchmittelalterlichen Papsttums f\u00fchren forschungsgeschichtlich auf ein weites Feld mit einem breiten Spektrum an Einsch\u00e4tzungen bez\u00fcglich eines kirchlichen Leitungsanspruchs durch den Bischof von Rom, seiner ideellen und institutionellen Grundlagen und der Dimensionen und Reichweite seiner Durchsetzung. Ohne hier zu sehr vergr\u00f6bern zu wollen, lassen sich dennoch zwei dominierende Sichtweisen benennen, die zwar auf den ersten Blick zu sehr unterschiedlichen Bewertungen hinsichtlich eines r\u00f6misch-p\u00e4pstlichen Primats kommen, bei n\u00e4herem Hinsehen jedoch nicht selten als zwei Seiten derselben Medaille erscheinen.<\/p>\n<p>Vertreter eines universal-ekklesiologischen Ansatzes gehen von einer grundlegenden Neufassung des kirchlichen Ordnungsrahmens aus, innerhalb dessen der Bischof von Rom einen F\u00fchrungsanspruch geltend gemacht habe. Hierf\u00fcr erscheint es erforderlich etwas weiter auszuholen und den Blick zur\u00fcck auf das fr\u00fche 4. Jahrhundert zu lenken. Die Hinwendung Kaiser Konstantins (306-337) zum Christentum hatte nicht nur einschneidende Folgen f\u00fcr die christlichen Kultgemeinschaften, sondern auch f\u00fcr deren institutionelle Organisation. Im r\u00f6mischen Reich bildete sich nun erstmals ein formaler Rahmen, der die <em>ecclesia<\/em> jenseits einzelner Bischofsgemeinden und regionaler Synoden in ihrer universalkirchlichen Dimension abbildete.<\/p>\n<p>In Nicaea fand im Jahr 325 erstmals ein \u00f6kumenisches Konzil statt, das sich an alle Bisch\u00f6fe des Reichs richtete und nicht nur in dogmatischen Fragen Regelungen von reichsweiter Geltung festlegte, sondern auch einige Kanones erlie\u00df, die darauf abzielten, die Kirchenstruktur in allen Provinzen des r\u00f6mischen Imperiums zu vereinheitlichen. Dieses Konzil war von Konstantin selbst einberufen worden und auch in Zukunft blieb der r\u00f6mische Kaiser diejenige Instanz, die f\u00fcr die Abhaltung dieser \u00f6kumenischen Synoden zust\u00e4ndig war und sich als Garant einer reichsweiten Orthodoxie verstand. Mit Blick auf die bedeutende Rolle, die die r\u00f6mischen Kaiser seit Konstantin f\u00fcr die Universalkirche spielten, spricht man daher auch von einer reichskirchlichen Kirchenorganisation, die mit der konstantinischen Wende ins Leben gerufen worden sei.<\/p>\n<p>Dieses reichskirchliche Prinzip wurde nun nach Auffassung weiter Teile der Papstforschung durch die r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe bereits seit dem sp\u00e4ten 4. Jahrhundert in Frage gestellt. Sie setzen sie dem kaiserlich-reichskirchlichen ein petrinisches Leitungs- und Ordnungsprinzip der Kirche entgegen, in dem sich der hierarchische Aufbau der Kirche nicht am Kaiser orientierte, sondern an Petrus als Fundament der Kirche bzw. am r\u00f6mischen Bischof als Erben des Petrus. Dies war nicht nur mit einer erheblichen ideologischen Neubestimmung verbunden \u2013 die P\u00e4pste leiteten ihre Autorit\u00e4t nicht mehr aus der r\u00f6mischen Gemeinde, der sie vorstanden, ab, sondern aus Petrus, als dessen Rechtsnachfolger sie sich verstanden. Es ging auch mit der Entwicklung neuer kirchenrechtlicher Instrumente einher: Papstbriefe \u2013 Dekretalen \u2013 hatten nun einen vergleichbaren Rang wie Synodalbeschl\u00fcsse. Und es hatte Auswirkungen auf das Hierarchiegef\u00fcge der Kirche, in der sich die Rangfolge der wichtigsten Bischofssitze an ihrer Relation zum Apostel Petrus bema\u00df.<\/p>\n<p>Diese konkurrierende petrinische Kirchenauffassung gewann nach allgemeiner Auffassung unter den politischen Rahmenbedingungen des ausgehenden 5. Jahrhunderts eine besondere Dynamik. Zu dieser Zeit gab im <em>Imperium Romanum<\/em> bekanntlich zwei Kaiser, einen im Westen und einen im Osten, von denen der westliche Herrscher infolge der rapiden Desintegration weiter Regionen seines Reichsteils im Laufe des 5. Jahrhunderts massiv an politischer Bedeutung verlor. Infolge der zunehmenden Schw\u00e4chung und schlie\u00dflich sogar Beseitigung der westr\u00f6mischen Monarchie habe der r\u00f6mische Bischof Freir\u00e4ume erhalten, um seine Eigenst\u00e4ndigkeit gegen\u00fcber dem Kaisertum zu entfalten und seiner Auffassung von einer apostolisch-petrinischen Kirchenleitung Nachdruck zu verleihen.<\/p>\n<p>Nur wenige Jahre nach der Absetzung des letzten westr\u00f6mischen Kaisers Romulus Augustulus (476) h\u00e4tten die r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe dies auch gegen\u00fcber dem noch verbliebenen ostr\u00f6mischen Kaiser demonstriert. Unter Papst Felix III. (483-492) vollzogen sie einen Bruch mit dem Bischof von Konstantinopel namens Akakios (471-489) und mit der Kirchenpolitik des ostr\u00f6mischen Kaisers Zenon (474-491), die besagter Akakios vertrat. F\u00fcr rund 35 Jahre, die Zeit zwischen 484 und 519, belastete dieses Schisma das Verh\u00e4ltnis zwischen der Kirche von Rom und Konstantinopel schwer: Die r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe tilgten das liturgische Gedenken an Akakios und stellten sich kaiserlichen Versuchen entgegen, die drohende Spaltung der kirchlichen Einheit durch die Unterzeichnung eines kaiserlichen Einheitsdekrets zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Diese r\u00f6mische Opposition gegen die vom ostr\u00f6mischen Kaiser unterst\u00fctzte Kirchenpolitik sei einer grunds\u00e4tzlichen Absage an die Kirchenleitung durch den Kaiser gleichgekommen, die dann im weiteren Verlauf des akakianischen Schismas von Papst Gelasius I. (492-496) in der sogenannten Zweigewaltenlehre auch offen formuliert worden sei. Auch die Beilegung des akakianischen Schismas, die im Jahr 519 auf Initiative der ostr\u00f6mischen Kaiser Justin (518-527) und Justinian (527-565) erfolgte, habe den Strukturkonflikt zwischen einem petrinisch-apostolischen und einem reichskirchlichen Ordnungsprinzip allenfalls an der Oberfl\u00e4che \u00fcberbr\u00fcckt. Letztlich habe es sich um die Wiederherstellung einer kaiserlich-reichskirchlichen Kirchenordnung gehandelt, die eine dauerhafte und stabile Integration des r\u00f6mischen Bischofs nicht habe gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen und auf mittlere Sicht zu einer immer st\u00e4rkeren Entfremdung und schlie\u00dflich Losl\u00f6sung des Papstes aus der Reichskirche gef\u00fchrt habe.<\/p>\n<p>Bestimmend f\u00fcr die im Vorigen skizzierte Sichtweise ist also ein struktureller Konflikt zwischen petrinisch-apostolischen und kaiserlich-reichskirchlichen Vorstellungen von der Kirchenorganisation, ein Konflikt, der sich bereits seit dem ausgehenden 4. Jahrhundert abgezeichnet habe, aber erst unter den politischen Voraussetzungen einer zunehmenden Schw\u00e4chung und schlie\u00dflich Aufhebung der westr\u00f6mischen Monarchie virulent geworden und versch\u00e4rft worden sei.<\/p>\n<p>Eine andere Perspektive auf den r\u00f6mischen Bischof beziehen demgegen\u00fcber Studien und Untersuchungen, die ihren Fokus nicht auf die Universalkirche richten, sondern auf die Stadt Rom und deren Gemeinde, der die P\u00e4pste als bisch\u00f6fliche Leiter vorstanden \u2013 eine Perspektive, die sich mit dem Schlagwort lokal-stadtr\u00f6misch umrei\u00dfen l\u00e4sst. Verfechter dieser Auffassung stehen den Annahmen von der Genese und Entwicklung eines Papsttums in der Sp\u00e4tantike insgesamt distanziert gegen\u00fcber und betonen, dass der r\u00f6mische Bischof weit davon entfernt gewesen sei, die Leitungsstellung innerhalb der Kirche einzunehmen. In Rom selbst sei der r\u00f6mische Bischof durchaus nicht mit einem p\u00e4pstlichen Herrschaftsanspruch aufgetreten, im Gegenteil.<\/p>\n<p>Die sp\u00e4tantiken Bisch\u00f6fe der Stadt h\u00e4tten sich mit einem selbstbewussten st\u00e4dtischen Klerus und vor allem einer einflussreichen Senatsaristokratie arrangieren m\u00fcssen und seien infolgedessen nicht selten in Schismen und Auseinandersetzungen mit rivalisierenden Kandidaten um das Bischofsamt verstrickt gewesen. Ihre Lage vor Ort sei demnach \u00e4u\u00dferst prek\u00e4r und wenig dazu angetan gewesen, ein energisches Auftreten nach au\u00dfen zu f\u00f6rdern: Im lokalen Kontext der Stadt und der christlichen Gemeinde Roms erscheinen die sp\u00e4tantiken r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe als vergleichsweise schwache Figuren. Hier dominieren Krisenanf\u00e4lligkeit und fehlende Durchsetzungskraft gegen\u00fcber einem gesellschaftlichen und politischen Umfeld, in dem auch weiterhin die senatorische Elite tonangebend blieb.<\/p>\n<p>Wenn das Ende der westr\u00f6mischen Monarchie von den Vertretern eines universal-ekklesiologischen Ansatzes als wesentlicher Katalysator f\u00fcr die Weiterentwicklung eines petrinisch-apostolischen Kirchen- und Hierarchieverst\u00e4ndnisses verstanden wird, gilt das in \u00e4hnlicher Weise auch f\u00fcr diejenigen, die eher einer lokal-stadtr\u00f6mischen Perspektive auf den Bischof von Rom zuneigen: Auch sie begreifen die Zeit unter Odoaker, Theoderich und seinen Nachfolgern als eine historische Phase, in der eine Verstrickung der r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe in die lokalen politischen und gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen Roms eine besondere Dynamik und Zuspitzung gewonnen habe. Schismen und Doppelwahlen hatte es zwar auch schon im 4. und 5. Jahrhundert gegeben und zum Teil erreichten sie bereits in dieser Zeit eine gro\u00dfe Heftigkeit. Die Anh\u00e4nger der Kandidaten Damasus und Ursinus etwa lieferten sich im Jahr 366 regelrechte Stra\u00dfenschlachten mit mehreren hundert Toten.<\/p>\n<p>In ostgotischer Zeit aber bekamen die Auseinandersetzungen nochmals eine neue Dimension. Dies betrifft nicht nur die Dauer von Konflikten, sondern auch die H\u00e4ufigkeit, mit der sie auftraten. Im Jahr 498 brach ein Schisma zwischen zwei rivalisierenden Kandidaten, Symmachus (498-514) und Laurentius, aus, das sich \u00fcber beinahe zehn Jahre erstreckte und dazu f\u00fchrte, dass zeitweilig die gesamte christliche Sakraltopographie Roms zwischen diesen beiden Kandidaten aufgeteilt war und es in dieser Zeit immer wieder zu gewaltsamen \u00dcbergriffen auf Kleriker der jeweils anderen Partei kam.<\/p>\n<p>Dieser Extremfall wiederholte sich nicht, aber wir haben untr\u00fcgliche Hinweise darauf, dass es auch sonst bei der Nachfolge der r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe in der Zeit zwischen 483 und 537 geradezu standardm\u00e4\u00dfig zu Unruhen und Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten kam. In die Wahl des Bischofs Felix III. griff der Pr\u00e4torianerpr\u00e4fekt pers\u00f6nlich ein, um drohenden Wahlunruhen einen Riegel vorzuschieben. Von der Doppelwahl des Symmachus und Laurentius, die sich zu einem regelrechten Schisma verfestigte, war eben bereits die Rede. Der Erhebung von Felix IV. (526-530) auf die <em>cathedra Petri<\/em> waren Auseinandersetzungen vorausgegangen, die erst durch das Eingreifen des kurz vor seinem Ableben stehenden Theoderich beendet wurden.<\/p>\n<p>Nach Felix IV. kam es erneut zu einer Doppelwahl zweier Kandidaten, Bonifatius II. (530-532) und Dioskoros, bei der der siegreiche Kandidat Bonifatius weite Teile des r\u00f6mischen Klerus gegen sich hatte. Bei der darauffolgenden Wahl von Johannes II. (533-535) kam es erneut zu Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten und Verz\u00f6gerungen. Der Bischofssitz blieb au\u00dfergew\u00f6hnlich lange unbesetzt und der frischgek\u00fcrte Bischof sah sich nach seiner Wahl Vorw\u00fcrfen ausgesetzt, Bestechungsgelder eingesetzt zu haben \u2013 auch dies ein untr\u00fcgliches Indiz daf\u00fcr, dass der \u00dcbergang von Bonifatius II. zu Johannes II. nicht reibungslos verlaufen war.<\/p>\n<p>Der kurze \u00dcberblick zeigt: Wenige Pontifikate zwischen Felix III. und Silverius (536-537) waren frei von Sukzessionsproblemen. Zum Teil versuchten die r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe, dieses Problem durch Designation zu umgehen, ein Verfahren, das eigentlich bei der Besetzung von Bischofssitzen nicht vorgesehen und kirchenrechtlich hoch umstritten war. Eine r\u00f6mische Synode des Jahres 465 hatte derartige Designationen nur wenige Jahrzehnte zuvor sogar ausdr\u00fccklich verurteilt. Dass Symmachus, Felix IV., ebenso wie sein Nachfolger Bonifatius II. Designationen dennoch als ein probates Mittel begriffen, um Wahlunruhen zu vermeiden, ist bezeichnend und wirft ebenfalls Licht auf die Spannungen, denen die r\u00f6mische Kirche und das Bischofsamt in dieser Zeit ausgesetzt waren.<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rungen f\u00fcr diese auff\u00e4llige Destabilisierung des Papsttums in ostgotischer Zeit sind vielschichtig. Besonders prominent und verbreitet sind jedoch Versuche, sie aus den politischen Pr\u00e4missen und Rahmenbedingungen heraus zu verstehen, in denen sich der r\u00f6mische Klerus und vor allem die r\u00f6mische Senatsaristokratie bewegte, die als die treibenden Kr\u00e4fte in diesen Spannungen agierten. Auf diese Weise schlie\u00dft sich ein Kreis, der die beiden Perspektiven auf das sp\u00e4tantike Papsttum miteinander verbindet: In Anlehnung an die alternativen Ordnungskonzepte, die auf eine Integration des r\u00f6mischen Bischofs in die Reichskirche oder eine von diesem imperialen Rahmen losgel\u00f6ste petrinische <em>ecclesia<\/em> abzielten, h\u00e4tten sich in der Stadt Rom konkurrierende Lager formiert, die unterschiedliche kirchenpolitische Kurse verfochten h\u00e4tten: Auf der einen Seite Teile der Senatorenschaft, die in Anlehnung an die ostgotischen Herrscher eine politische Emanzipation Italiens vom ostr\u00f6mischen Kaiser vorantrieben und dies auch kirchenpolitisch unterst\u00fctzten \u2013 auf der anderen Seite diejenigen Kr\u00e4fte, die weiterhin an einem engen Verh\u00e4ltnis Roms am ostr\u00f6mischen Reich festhielten und eine Einbindung des r\u00f6mischen Bischofs in den traditionellen reichskirchlichen Ordnungsrahmen bef\u00fcrworteten.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Universal und lokal &#8211; zur Neufassung eines Paradigmas<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Eine solche Verschr\u00e4nkung universaler und lokaler Aspekte er\u00f6ffnet aufschlussreiche Perspektiven auf das postimperiale Papsttum. Es erscheint jedoch notwendig, die Akzente bei den beiden genannten Ebenen etwas anders zu setzen und sie unter anderen Vorzeichen zueinander in Beziehung zu setzen als allgemein \u00fcblich \u2013 gerade auch mit Blick auf die hier interessierende Frage, inwieweit die ostgotische Herrschaft \u00fcber Italien dem Selbstverst\u00e4ndnis und innerkirchlichen Leitungsanspruch der r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe neue M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnete.<\/p>\n<p>Dies betrifft zum einen die universal-ekklesiologische Ebene. In der Gegen\u00fcberstellung von petrinisch-apostolischem und reichskirchlichem Ordnungsprinzip werden in der Regel zwei Aspekte miteinander vermengt, die klar voneinander getrennt werden sollten, n\u00e4mlich das Verh\u00e4ltnis von Papst und Kaiser auf der einen Seite und die Beziehung des r\u00f6mischen Bischofs zu seinem Amtskollegen in Konstantinopel \u2013 dem Neuen Rom \u2013 auf der anderen. Was das Verh\u00e4ltnis zum ostr\u00f6mischen Kaiser betrifft, bleibt festzuhalten, dass die r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe keine Position bezogen haben, die die Bedeutung des Kaisers als Kristallisationspunkt einer Kircheneinheit infrage gestellt h\u00e4tten. Im Gegenteil: Auch Verfechter einer petrinischen Ideologie wie Papst Leo I. (440-461) arbeiteten kontinuierlich darauf hin, gute Beziehungen zum Kaiser zu unterhalten, um auf diese Weise ihrer Doktrin eine reichsweite kirchliche Geltung zu sichern. Von einer inneren Distanz zwischen Kaiser und Papst wird man hier nicht sprechen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dies zeigt sich insbesondere auch im akakianischen Schisma, das gemeinhin als H\u00f6hepunkt einer p\u00e4pstlich \u2013 kaiserlichen Entfremdung gilt. Selbst in der Hochphase des Schismas haben die r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe ihre Loyalit\u00e4t zum Kaiser in Konstantinopel niemals in Frage gestellt. Sowohl Felix III. als auch Gelasius schickten ihre Wahlanzeigen an den ostr\u00f6mischen Kaiser, Felix sogar mit der Bemerkung, dass nunmehr, im Jahr 483, Zenon, der in Konstantinopel residierende Kaiser, der einzige Herrscher sei, in dem der Name des altehrw\u00fcrdigen R\u00f6mischen Reichs noch verblieben sei.<\/p>\n<p>Selbst scheinbar weitreichende Forderungen gegen\u00fcber dem Kaiser wie das ber\u00fchmte Schreiben des Papstes Gelasius an Kaiser Anastasios I., in dem Gelasius von der <em>auctoritas<\/em> der Priester und der <em>potestas<\/em> des Kaisers sprach, sind im Kontext dieser \u00fcbergreifenden Haltung zu lesen. Gelasius formulierte hier keine Hierarchie zwischen Papst und Kaiser, wie es die Zweigewaltenlehre im Hochmittelalter, ausgehend von der Rezeption dieses Textzeugnisses, tat. Vielmehr ging es ihm darum, die privilegierte Partnerschaft mit dem Kaiser herauszustellen, die der r\u00f6mische Bischof innerhalb der Reichskirche f\u00fcr sich in Anspruch nahm.<\/p>\n<p>Anders sah es hingegen mit den Bisch\u00f6fen von Konstantinopel aus. Im Unterschied zu den Kaisern wurden sie von den P\u00e4psten keiner Wahlanzeige gew\u00fcrdigt. Und obwohl die Nachfolger des Akakios verschiedentlich Initiativen unternahmen, den unter dogmatischen Gesichtspunkten nur schwer zu rechtfertigenden Bruch zwischen Rom und Konstantinopel zu \u00fcberwinden, stie\u00dfen sie bei den r\u00f6mischen Bisch\u00f6fen auf Granit. Im Kern der Auseinandersetzungen zwischen den beiden Bischofssitzen stand eben kein dogmatisches, sondern ein kirchenpolitisches Problem: Solange die r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe auf der Streichung des Akakios aus den Diptychen der Kirche von Konstantinopel beharrten und die Bisch\u00f6fe von Konstantinopel mit der Forderung konfrontierten, sich von ihrem Vorg\u00e4nger zu distanzieren, ging es um die Identit\u00e4t der Kirche von Konstantinopel und die Frage, in welcher hierarchischen Relation die Bisch\u00f6fe von Rom und Konstantinopel zueinander standen.<\/p>\n<p>Dies r\u00fchrte an ein altes Problem, das bereits seit den 380er Jahren virulent war, die Frage, welchen Rang Konstantinopel innerhalb der Reichskirche einnehmen sollte. Das Konzil von Konstantinopel hatte 381 dem Bischof der Stadt am Bosporus einen Ehrenvorrang nach dem Bischof von Rom zugesprochen mit der Begr\u00fcndung, dass Konstantinopel das Neue Rom sei und somit \u2013 orientiert an der politischen Geographie des Imperiums \u2013 auch der Bischofssitz in der Residenz des ostr\u00f6mischen Kaisers eine Aufwertung erfahren m\u00fcsse. Die r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe haben das nicht akzeptiert und auf einer Synode, die nur ein Jahr sp\u00e4ter in Rom abgehalten wurde, eine alternative Rangfolge der wichtigsten Bischofssitze des Reichs entworfen, die sich an deren N\u00e4he zum Apostel Petrus orientierte und in der Konstantinopel keine Rolle spielte.<\/p>\n<p>Das dadurch aufgekommene Reizthema zwischen den Bischofssitzen von Rom und Konstantinopel blieb freilich auch weiterhin bestehen: Auf dem Konzil von Chalkedon 451 schrieb der ber\u00fchmte Kanon 28 fest, dass der Bischof des Neuen Rom dieselben Patriarchenrechte erhalten solle, wie sie auch dem Bischof im <em>Alten<\/em> Rom zustanden. Erneut verweigerten die r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe dieser durch die politische Geographie motivierten Aufwertung des Bischofs von Konstantinopel ihre Anerkennung und diese Frontstellung bildete, wie eben ausgef\u00fchrt, eine wesentliche Ursache f\u00fcr das Zerw\u00fcrfnis der beiden Kirchen im akakianischen Schisma.<\/p>\n<p>Die eigentliche Sollbruchstelle zwischen einem apostolischen und reichskirchlichen Prinzip verlief demnach nicht zwischen dem Papst und dem ostr\u00f6mischen Kaiser, sondern zwischen dem Bischof von Rom und dem Bischof von Konstantinopel. Das apostolisch-petrinische Selbstverst\u00e4ndnis der r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe implizierte keine Distanz zum Kaiser als Spitze der politischen Ordnung. Die ostgotischen Herrscher stellten aus Sicht der P\u00e4pste keinerlei Alternative zum Kaiser in Konstantinopel dar. Dies wiederum hat Auswirkungen auch auf die Interpretation der Schismen und der lokalen Ersch\u00fctterungen, denen die r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe ausgesetzt waren.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, bilden divergierende politische Interessen der senatorischen Eliten ein weit verbreitetes Erkl\u00e4rungsmuster f\u00fcr die Polarisierungen und Spannungen, denen der r\u00f6mische Episkopat in ostgotischer Zeit ausgesetzt war: Auf der einen Seite Unterst\u00fctzer f\u00fcr einen Kurs, sich vom Kaiser in Konstantinopel und seinen kirchenpolitischen Leitlinien abzugrenzen, auf der anderen Seite Vertreter einer konzilianteren Haltung, die eine Ann\u00e4herung des r\u00f6mischen Bischofs an den Kaiser und Konstantinopel begr\u00fc\u00dft h\u00e4tten. Diese Deutung begegnet freilich dem Problem, dass sich eine Polarisierung entlang dieser Leitlinien nicht nachweisen l\u00e4sst: Das wenige, was wir \u00fcber die senatorischen Anh\u00e4ngerschaften im Schisma zwischen Laurentius und Symmachus wissen, reicht nicht aus, um solche Schl\u00fcsse zu ziehen.<\/p>\n<p>\u00dcberlegungen, dass sich hinter den rivalisierenden Kandidaten um die <em>cathedra Petri<\/em> probyzantinische gegen progotische Kr\u00e4fte in der Senatorenschaft formiert h\u00e4tten, erscheinen aber auch aus ganz grunds\u00e4tzlichen Erw\u00e4gungen heraus schief. Denn das Interesse an einer auf Rom und Italien zentrierten Profilierung des Papsttums, unabh\u00e4ngig vom Kaiser in Konstantinopel, l\u00e4sst sich, wie eben gesehen, bei den r\u00f6mischen Bisch\u00f6fen selbst gar nicht nachweisen \u2013 auch nicht bei denjenigen Vertretern auf der <em>cathedra Petri<\/em>, die im akakianischen Schisma einen harten Kurs gegen\u00fcber Konstantinopel verfochten. Konsequenterweise sollte man es dann aber mit Blick auf den Senat und die senatorischen Eliten ebenso wenig veranschlagen wie f\u00fcr das Papsttum selbst.<\/p>\n<p>Dieses Problem ist auch in der Forschung gesehen und mit der Hypothese verbunden worden, dass politische Faktoren m\u00f6glicherweise gar keine wesentliche Rolle f\u00fcr die Schismen und Spannungen gespielt h\u00e4tten, die das Papsttum zwischen 483 und 537 ersch\u00fctterten. Man verweist stattdessen vor allem auf \u00f6konomische Motive. Im Laufe des 5. Jahrhunderts hatte die r\u00f6mische Kirche einen erheblichen Besitz akkumuliert, der sie zu einem der gr\u00f6\u00dften Grundeigent\u00fcmer Italiens machte. Unter Papst Gelasius waren diese Eink\u00fcnfte offenbar bereits so gro\u00df, dass sie erstmals umfassend registriert und in zentralen Rechnungsb\u00fcchern der r\u00f6mischen Kirche archiviert wurden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig begegnen unter Gelasius auch erstmals Formulare, die Kirchenstiftungen durch verm\u00f6gende Laien und die damit verbundenen Eigentums\u00fcbertragungen festhalten. Die Senatoren hatten durch Stiftungen und Schenkungen massiv in die r\u00f6mische Kirche investiert und mussten Abfl\u00fcsse in Form von Wahlversprechen und Bestechungsgeldern an den zahlenstarken Klerus der Stadt Rom f\u00fcrchten, den bisch\u00f6flichen Klerus ebenso wie die Kleriker der immerhin 25 Titelkirchen der Stadt.<\/p>\n<p>Diese \u00f6konomischen Faktoren m\u00f6gen nun durchaus eine wichtige Rolle gespielt haben, sie reichen aber wohl nicht aus, um das Interesse der Senatorenschaft am Papsttum zu begr\u00fcnden. Denn der Einfluss der senatorischen Elite beschr\u00e4nkte sich nicht allein darauf, dass einzelne Senatoren die Bischofswahlen durch die Patronage von Kandidaten manipulierten. Neben diesen gesellschaftlichen und au\u00dferinstitutionellen Einflussm\u00f6glichkeiten beanspruchten die Senatoren auch eine institutionelle Mitwirkung des Senats an der Besetzung des Bischofsamtes. Die beiden letzten Senatsbeschl\u00fcsse, die uns aus der Sp\u00e4tantike \u00fcberhaupt \u00fcberliefert sind, beziehen sich darauf, wie die Nachfolge des r\u00f6mischen Bischofs geregelt werden sollte: Zu Lebzeiten des Papstes sollten keine diesbez\u00fcglichen Absprachen getroffen und Wahlgeschenke gemacht werden. An der Designation des Bischofs Bonifatius II. im Jahr 530 durch seinen Vorg\u00e4nger Felix IV. war der Senat beteiligt; ein Versuch des Bonifatius, zwei Jahre sp\u00e4ter seinerseits einen Nachfolger zu designieren, scheiterte daran, dass der Senat nicht mit einbezogen wurde. In all\u2018 dem zeigt sich ein klar ausgepr\u00e4gtes Interesse des Senats, den Willen dieser politischen Institution bei der Besetzung des r\u00f6mischen Bischofsamts zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr werden deutlich, wenn wir den Blick nochmals auf die kirchenpolitische Gro\u00dfwetterlage richten \u2013 die Beziehungen zwischen Konstantinopel und Rom w\u00e4hrend des akakianischen Schismas und unmittelbar nach seiner Beilegung. Im Jahr 516 unternahm Kaiser Anastasios I. einen letzten Versuch, den r\u00f6mischen Bischof Symmachus davon zu \u00fcberzeugen, die Streichung des Akakios aus den Diptychen zur\u00fcckzunehmen und damit zu einer Einigung zu kommen. Bezeichnenderweise wandte er sich bei seiner Initiative nicht allein an den r\u00f6mischen Bischof Hormisdas (514-523), sondern trat parallel dazu auch an den Senat heran, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen und politischen Druck auf den r\u00f6mischen Bischof erzeugen.<\/p>\n<p>Dies war nicht die erste Gelegenheit, bei der Anastasios I. Verbindungen zur Senatorenschaft Roms nutzte, um Einfluss auf den r\u00f6mischen Bischof zu nehmen. In den 490er Jahren hatte Kaiser Anastasios mehrfach die Gegenwart senatorischer Gesandter, die im Auftrag Theoderichs am Kaiserhof von Konstantinopel weilten, zum Anlass genommen, seine kirchenpolitischen Anliegen in Richtung des r\u00f6mischen Bischofs zu lancieren. Der ostr\u00f6mische Kaiser versuchte, sich politisch einflussreicher r\u00f6mischer Senatoren zu bedienen, um den r\u00f6mischen Bischof auf seine Linie zu bringen.<\/p>\n<p>Diese Beispiele verdeutlichen, warum das Interesse der Senatorenschaft am r\u00f6mischen Bischof in ostgotischer Zeit so stark zunahm \u2013 mit all\u2018 den Turbulenzen und Instabilit\u00e4ten, die das f\u00fcr das Papsttum mit sich brachte. Die Kirchenpolitik entwickelte sich zu einem zentralen Feld, auf dem sich politisch relevante Beziehungen des r\u00f6mischen Senats und einzelner Senatoren zum Kaiser in Konstantinopel aufrechterhalten lie\u00dfen \u2013 ein Feld weitgehend eigenst\u00e4ndiger au\u00dfenpolitischen Bet\u00e4tigung, auf das die ostgotischen K\u00f6nige keinen wirksamen Zugriff hatten. Was wir demnach fassen k\u00f6nnen, ist eine bis dahin ungekannte Politisierung des Papsttums oder genauer: eine gestiegene Bedeutung des r\u00f6mischen Bischofs als einer Gr\u00f6\u00dfe, die f\u00fcr die politische Kommunikation zwischen Konstantinopel und dem durch die Ostgoten beherrschten Italien mit Rom als der Stadt, von der das Imperium immerhin seinen Ausgangspunkt genommen hatte, von Bedeutung war.<\/p>\n<p>Folgt man dieser Deutung, dann ergibt sich ein anderes Bild als das einer in ihrer Haltung zum Papsttum zwischen gotischen und ostr\u00f6mischen Loyalit\u00e4ten gespaltenen Senatsaristokratie. In der Frage, wie man sich mit Blick auf den r\u00f6mischen Bischof positionierte, war und blieb immer der ostr\u00f6mische Kaiser der Bezugspunkt; Theoderich war hier nicht geeignet, eine Alternative zum Kaiser zu bilden. In vieler anderer Hinsicht war er das durchaus: Wie ein Cassiodor exemplarisch zeigt, er\u00f6ffneten die ostgotischen K\u00f6nige den r\u00f6mischen Adligen vielversprechende Chancen und Karrierewege, vor allem \u00fcber die Besetzung der Hof\u00e4mter in Ravenna. Mit Blick auf die Kirchenpolitik griff das jedoch nicht. Auf diesem Feld blieb allein das ostr\u00f6mische Kaisertum ein stabiler politischer Bezugspunkt und mit Blick auf diesen Bezugspunkt bildeten sich innerhalb der Senatsaristokratie Rivalit\u00e4ten aus \u2013 etwas, das f\u00fcr die senatorische Oberschicht Roms zu allen Zeiten ein zentrales Charakteristikum war. Bereits seit der Begr\u00fcndung der r\u00f6mischen Monarchie unter Augustus agierte die Senatorenschaft nicht als eine Einheit, schon gar nicht in Opposition zum Kaiser, sondern in sich gespalten in dem st\u00e4ndigen Ringen um Kaisern\u00e4he. Daran hatte sich auch in ostgotischer Zeit grunds\u00e4tzlich nichts ge\u00e4ndert. Neu war, dass unter den besonderen historischen Bedingungen das Papsttum diese Tendenzen aufnahm und kanalisierte, weil der r\u00f6mische Bischof nunmehr ein wesentliches Medium war, um eine Relation zum ostr\u00f6mischen Kaiser herzustellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Keine Alternative zum Kaiser \u2013 die ostgotischen K\u00f6nige und das Papsttum<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Welche Haltung bezogen Theoderich und seine Nachfolger gegen\u00fcber dieser Politisierung des Papsttums? Haben sie sie bef\u00f6rdert und vorangetrieben oder eher geduldet und hingenommen oder gar bek\u00e4mpft? Insgesamt wird man die Impulse, die in dieser Hinsicht von ostgotischer Seite ausgingen, eher zur\u00fcckhaltend beurteilen. Versuche der ostgotischen Herrscher, das Papsttum als eine politische Gr\u00f6\u00dfe aufzuwerten und nutzbar zu machen, begegnen vergleichsweise sp\u00e4t und in Reaktion auf Entwicklungen, die ma\u00dfgeblich von anderer Seite \u2013 n\u00e4mlich vom ostr\u00f6mischen Kaiser und der Senatorenschaft Roms \u2013 angesto\u00dfen wurden. Man kann dies vor allem an zwei Dingen zeigen: Zum einen an der Einbindung r\u00f6mischer Bisch\u00f6fe in Gesandtschaften, die im Auftrag der ostgotischen Herrscher an den Kaiserhof in Konstantinopel abgingen, zum anderen an der Frage, welchen Einfluss die ostgotischen Herrscher auf die Besetzung des r\u00f6mischen Bischofsamts geltend machten.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst zu den Gesandtschaften: Obwohl der Hom\u00f6er Theoderich sonst durchaus gerne auf katholische Bisch\u00f6fe in der Funktion als Gesandte zur\u00fcckgriff, machte er davon mit Blick auf den ostr\u00f6mischen Kaiser zun\u00e4chst keinen Gebrauch. In der Zeit vor und nach dem Sieg Theoderichs \u00fcber Odoaker gingen mehrfach Gesandtschaften aus Ravenna in den Osten ab, die auf eine Anerkennung von Theoderichs Herrschaftsstellung abzielten. Sie wurden s\u00e4mtlich von hochrangigen Senatoren geleitet, der r\u00f6mische Bischof war jedoch nicht mit einbezogen. Eine \u00e4hnliche Zur\u00fcckhaltung nahm Theoderich auch bei Gesandtschaften ein, die zwischen Papst und Kaiser hin und hergingen. Als unter Papst Hormisdas die Initiativen zur Beilegung des akakianischen Schismas erneut in Gang kamen und 519 schlie\u00dflich zu dessen Beilegung f\u00fchrten, hat der r\u00f6mische Bischof mehrfach Delegationen an den ostr\u00f6mischen Kaiser geschickt und in Empfang genommen. Beide Seiten haben Theoderich zwar regelm\u00e4\u00dfig informiert und in Abstimmung mit ihm gehandelt. Doch auch hier blieb Theoderich letztlich au\u00dfen vor, trat nicht gestaltend in Erscheinung. Er wurde zwar nicht \u00fcbergangen, wurde informiert und miteinbezogen. Insgesamt aber blieb er auf Distanz und reagierte: Die Initiativen gingen von anderen aus.<\/p>\n<p>Diese grunds\u00e4tzlich distanzierte und reaktive Haltung \u00e4nderte Theoderich erst nach der Beilegung des akakianischen Schismas. Wie immer Theoderich zu dieser kirchenpolitischen Verst\u00e4ndigung gestanden haben mag \u2013 sie er\u00f6ffnete aus seiner Sicht offenbar die M\u00f6glichkeit, auf den r\u00f6mischen Bischof als Tr\u00e4ger diplomatischer Missionen zur\u00fcckzugreifen und ihn als eine politische Ressource im Kontakt zum Kaiser zu aktivieren. Im Jahr 525 entsandte Theoderich eine Delegation, die beim ostr\u00f6mischen Kaiser Justin gegen die von ihm verf\u00fcgte Schlie\u00dfung arianischer Kirchen intervenieren sollte. Dem im Kern kirchenpolitischen Anliegen entsprechend, setzte Theoderich diese Gesandtschaft nicht mehr nur aus hochrangigen r\u00f6mischen Aristokraten zusammen, sondern bezog auch Papst Johannes II. mit ein.<\/p>\n<p>Erstmals also ein Beispiel f\u00fcr einen scheinbar gelungenen Versuch, das Papsttum aktiv als Instrument f\u00fcr die politische Kommunikation mit dem Kaiser zu nutzen \u2013 und prompt zeigte sich, wie ambivalent und wenig steuerbar dieses Medium f\u00fcr die ostgotischen Herrscher war. In Konstantinopel eingetroffen, wurde Johannes vom Kaiser mit den h\u00f6chsten Ehren empfangen \u2013 als regelrechte Verk\u00f6rperung des Petrus, dem die besondere Auszeichnung zuteilwurde, den Kaiser in der Hagia Sophia zu kr\u00f6nen. Obwohl die Mission in der Sache nicht erfolglos verlaufen war, war ein solcher Umgang mit dem Kaiser aus Sicht Theoderichs Hochverrat und wurde entsprechend sanktioniert: Nach der R\u00fcckkehr der Delegation bereitete Theoderich Johannes II. und seinen senatorischen Begleitern einen schroffen Empfang und lie\u00df sie in Haft nehmen, in der Johannes kurz darauf, angeblich aufgrund von Misshandlungen, verstarb. Am Ende war das Ganze f\u00fcr Theoderich ein gro\u00dfer Misserfolg. Sein sp\u00e4ter Versuch, das Papsttum politisch zu aktivieren, zeigt exemplarisch die Grenzen auf, die den ostgotischen Herrschern mit Blick auf eine Nutzbarkeit des Papsttums gesetzt waren.<\/p>\n<p>Eine gleicherma\u00dfen reaktive Haltung und den Verzicht darauf, einen st\u00e4rkeren Zugriff auf das Papsttum zu gewinnen, legten die ostgotischen Herrscher auch mit Blick auf die Spannungen an den Tag, die in Rom um die Besetzung des Bischofsstuhls immer wieder aufbrachen. Die K\u00f6nige beschr\u00e4nkten sich darauf, bei Konflikten innerhalb von Klerus und Senatorenschaft zu intervenieren und in Pattsituationen die Entscheidung f\u00fcr einen der Kandidaten herbeizuf\u00fchren (dies war bei Symmachus, m\u00f6glicherweise auch bei Felix IV. und bei Johannes II. der Fall). Sie haben aber nie von vornherein Kandidaten lanciert und ins Spiel gebracht. Das war Sache der Senatoren und des r\u00f6mischen Klerus.<\/p>\n<p>Ein radikales Umdenken in dieser Hinsicht erfolgte erst, als die Gotenkriege bereits vor der T\u00fcr standen und ein offener Konflikt mit dem ostr\u00f6mischen Kaiser nicht mehr abzuwenden war. In dieser verzweifelten Situation griff der gotische K\u00f6nig Theodahat 535 zum letzten Mittel, indem er Papst Agapet (535-536) mit einer nicht mehr nur kirchenpolitischen, sondern dezidiert politischen Mission betraute: Agapet solle den Kaiser Justinian dazu bewegen, sein Heer zur\u00fcckzuziehen, andernfalls werde er, Theodahat, s\u00e4mtliche Senatoren Roms und ihre Familien umbringen lassen.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Aktivit\u00e4ten entfaltete Theodahat kurz darauf bei der Besetzung des r\u00f6mischen Bischofssitzes: Hier wurde mit gro\u00dfem Druck von oben ein Kandidat \u2013 Silverius \u2013 installiert, der die Loyalit\u00e4t der R\u00f6mer sichern sollte. Dies war nun in der Tat eine radikale Konsequenz aus der Einsicht in die gestiegene Bedeutung des r\u00f6mischen Bischofs als politischer Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr die Kommunikation mit dem ostr\u00f6mischen Kaiserhof. Das Vorgehen war aber auch gleichzeitig aus einer besonderen Situation heraus geboren, in der Theodahat mit dem R\u00fccken zur Wand stand. Eine tragf\u00e4hige und stabile Relation zum Papsttum h\u00e4tte sich daraus kaum entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das Papsttum im ostgotischen Italien \u2013 der Beginn einer neuen Zeit?<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Mit den Gotenkriegen endete die kurze Phase des Papsttums im ostgotischen Italien. Ein alternativer ekklesiologischer Ordnungsrahmen, der auf seine Losl\u00f6sung aus der Reichskirche hinausgelaufen w\u00e4re, hatte sich in dieser Zeit nicht entwickelt. Die P\u00e4pste blieben in elementarer Weise auf den ostr\u00f6mischen Kaiser und die Reichskirche bezogen; die ostgotischen Herrscher gaben in dieser Hinsicht keinen alternativen Bezugspunkt ab. Neu hingegen war der Umstand, dass dem Papsttum in der Lage zwischen Ravenna und Konstantinopel eine gestiegene Bedeutung zuwuchs \u2013 als Medium, \u00fcber das sich politische Beziehungen zwischen Ostrom und der alten Hauptstadt am Tiber aufrechterhalten und gestalten lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Formativ und richtungweisend ist das nicht geworden, schon deswegen, weil sich mit den Gotenkriegen auch der komplette geopolitische Bezugsrahmen \u00e4nderte. Den kirchenpolitischen Bedeutungszuwachs, den die r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe aus ihrer Lage zwischen Rom und Ravenna erzielten, verloren sie in dem Moment, als sie politisch wieder in das ostr\u00f6mische Reich integriert wurden. Unmittelbar vor Ausbruch der Gotenkriege war Papst Agapet 535 noch mit h\u00f6chsten Ehren in Konstantinopel empfangen worden, hatte sogar daf\u00fcr gesorgt, dass der Bischof von Konstantinopel vom Kaiser abgesetzt wurde \u2013 ein H\u00f6he- und zugleich Wendepunkt p\u00e4pstlicher Einflussnahme auf die kaiserliche Kirchenpolitik. Denn unmittelbar danach gerieten Italien und Rom und mit ihnen der r\u00f6mische Bischof unter die Verf\u00fcgungsgewalt des Kaisers und der nutzte die gewandelten politischen Rahmenbedingungen, um nun seinerseits erheblichen Druck auf den r\u00f6mischen Bischof auszu\u00fcben. Das durfte schon Vigilius (537-555), den Justinian gewaltsam nach Konstantinopel bringen lie\u00df, um seine Zustimmung zu den kaiserlichen Direktiven der Kirchenpolitik zu erzwingen, am eigenen Leibe erfahren.<\/p>\n<p>Eine kirchenpolitische Aufwertung erfuhren die r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe demnach nur so lange, wie sie nicht der direkten Kontrolle des ostr\u00f6mischen Kaisers unterstanden und Kapital aus der umstrittenen politischen Zwischenstellung Italiens zwischen Ravenna und Rom schlagen konnten. Dies blieb freilich vorerst Episode und \u00e4nderte sich erst grundlegend, als die P\u00e4pste seit dem ausgehenden 7. Jahrhundert damit begannen, eine eigene, auch politische Herrschaftsstellung in Mittel- und Unteritalien aufzubauen. Erst auf diesem Fundament konnten sie dann im 8. Jahrhundert erneut eine Zwischenstellung \u2013 diesmal zwischen den Franken und Konstantinopel \u2013 zum Anlass nehmen, um eine dauerhafte kirchenpolitische Aufwertung zu erzielen. Aber das ist eine eigene und andere Geschichte.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fragt man nach der Legitimation und Verankerung ostgotischer Herrschaft \u00fcber Italien, kommt man am Verh\u00e4ltnis Theoderichs und seiner Nachfolger zu den Bisch\u00f6fen der Stadt Rom kaum vorbei. Um sich in Italien auf Dauer behaupten zu k\u00f6nnen, waren die ostgotischen K\u00f6nige sowohl auf die Kooperation der senatorischen Eliten als auch auf gute Beziehungen zum Kaiser in&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":32556,"menu_order":492,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-104472","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Zwischen Ravenna und Konstantinopel - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Zwischen Ravenna und Konstantinopel - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Fragt man nach der Legitimation und Verankerung ostgotischer Herrschaft \u00fcber Italien, kommt man am Verh\u00e4ltnis Theoderichs und seiner Nachfolger zu den Bisch\u00f6fen der Stadt Rom kaum vorbei. Um sich in Italien auf Dauer behaupten zu k\u00f6nnen, waren die ostgotischen K\u00f6nige sowohl auf die Kooperation der senatorischen Eliten als auch auf gute Beziehungen zum Kaiser in&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-04-29T08:59:54+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"872\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"490\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"29 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\\\/\",\"name\":\"Zwischen Ravenna und Konstantinopel - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Geschichte.jpg\",\"datePublished\":\"2025-04-29T08:59:52+00:00\",\"dateModified\":\"2025-04-29T08:59:54+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Geschichte.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Geschichte.jpg\",\"width\":872,\"height\":490},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Zwischen Ravenna und Konstantinopel\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Zwischen Ravenna und Konstantinopel - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Zwischen Ravenna und Konstantinopel - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Fragt man nach der Legitimation und Verankerung ostgotischer Herrschaft \u00fcber Italien, kommt man am Verh\u00e4ltnis Theoderichs und seiner Nachfolger zu den Bisch\u00f6fen der Stadt Rom kaum vorbei. Um sich in Italien auf Dauer behaupten zu k\u00f6nnen, waren die ostgotischen K\u00f6nige sowohl auf die Kooperation der senatorischen Eliten als auch auf gute Beziehungen zum Kaiser in&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2025-04-29T08:59:54+00:00","og_image":[{"width":872,"height":490,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"29 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\/","name":"Zwischen Ravenna und Konstantinopel - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg","datePublished":"2025-04-29T08:59:52+00:00","dateModified":"2025-04-29T08:59:54+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg","width":872,"height":490},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/zwischen-ravenna-und-konstantinopel-das-papsttum-im-ostgotischen-italien\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Zwischen Ravenna und Konstantinopel"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/104472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/104472\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":104473,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/104472\/revisions\/104473"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32556"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=104472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}