{"id":104484,"date":"2025-04-29T11:44:29","date_gmt":"2025-04-29T09:44:29","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=104484"},"modified":"2025-04-29T11:44:31","modified_gmt":"2025-04-29T09:44:31","slug":"was-wirklich-geschah-der-historische-jesus","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/was-wirklich-geschah-der-historische-jesus\/","title":{"rendered":"Was wirklich geschah"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Die ganz kurze Fassung des Vortrags<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um etwas historisch beweisen zu k\u00f6nnen, bed\u00fcrfen wir in der Regel zweier unabh\u00e4ngiger Zeugen. Das gilt bis heute vor Gericht so. Behauptet nur eine Seite was und die andere Seite das Gegenteil, so l\u00e4sst sich kein wirkliches Urteil f\u00e4llen. Erst ein zweiter Zeuge, der v\u00f6llig unabh\u00e4ngig vom ersten ist, kann die Richtigkeit einer Aussage best\u00e4tigen. Diese Erkenntnis findet sich auch schon im Alten Testament: \u201eWenn es um ein Verbrechen oder ein Vergehen geht, darf ein einzelner Belastungszeuge nicht Recht bekommen, welches Vergehen auch immer der Angeklagte begangen hat. Erst auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen darf eine Sache Recht bekommen\u201c (Dtn 19,15).<\/p>\n<p>Wendet man dieses Kriterium auf historische Aussagen zu David an, dann ist der Vortrag eigentlich an dieser Stelle beendet. Au\u00dfer den biblischen Texten der Samuelb\u00fccher, deren Entstehung sich zudem auch noch \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum erstreckt, haben wir keinerlei zeitnahe Belege zu David in au\u00dferbiblischen Texten des Vorderen Orients. Weder die \u00c4gypter noch die Assyrer noch sonst ein altorientalischer Text aus dem Bereich Pal\u00e4stinas oder den Nachbarstaaten kennt David. Wir haben also nur die Bibel und keinen anderen unabh\u00e4ngigen Zeugen.<\/p>\n<p>Allerdings darf das auch nicht unbedingt verwundern. Die Zeit um 1000 v.Chr., in die wir David nach der biblischen Chronologie ansetzen m\u00fcssen, ist eine h\u00f6chst quellenarme Zeit f\u00fcr die Region der s\u00fcdlichen Levante. Die \u00e4gyptischen Quellen schweigen, da \u00c4gypten seit ca. 1130 v.Chr. seinen Einfluss auf die Levante verloren hat. F\u00fcr die Assyrer wird die Levante erst im 9. Jh. v.Chr. interessant, so dass es dort auch keine Quellen gibt. In der Levante selbst ist die Zahl der Schriftfunde aus dem 10. Jh. v.Chr. trotz vieler Grabungen noch so gering, dass wir keinerlei relevante Texte erwarten d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Genaue chronologische Daten zu David und Salomo sind h\u00f6chst problematisch. Bis in die Mitte des 9. Jh. v.Chr. ist die biblische Chronologie mit einer Ungenauigkeit von ca. \u00b1 2-3 Jahren dank der Nennung von recht gut dokumentierten und berechenbaren assyrischen K\u00f6nigsdaten v\u00f6llig gesichert. Mit derselben Ungenauigkeit darf man wohl auch den Tod Salomos auf die Zeit um 926 v.Chr. ansetzen, auch wenn wir f\u00fcr die Zeit des sp\u00e4ten 10. und fr\u00fchen 9. Jh. nur die biblischen chronologischen Angaben haben. Problematisch ist aber die Regierungszeit der beiden K\u00f6nige David und Salomo, die jeweils 40 Jahre geherrscht haben sollen. Die Zahl 40 steht, wie ihre h\u00e4ufige Erw\u00e4hnung deutlich zeigt, symbolisch f\u00fcr eine lange Zeitspanne und kann nicht als historisch exakte Zeitspanne genommen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die etwas l\u00e4ngere Fassung des Vortrages<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Immerhin haben wir aber einen, vielleicht sogar zwei Texte aus dem 9. Jh., also gerade einmal 100 Jahre nach David, die uns die Existenz eines K\u00f6nigs dieses Namens best\u00e4tigen. 1993 und 1994 wurden in Tel Dan am Nordrand Israels drei Fragmente einer beschrifteten Stele gefunden, die das \u201eHaus Davids\u201c nennen (<em>Abb. 1<\/em>). Dort hei\u00dft es vom aram\u00e4ischen K\u00f6nig Hasalel: \u201e<em>[Ich t\u00f6tete den Jo]ram, den Sohn [Ahabs], 8den K\u00f6nig von Israel, und [ich t\u00f6tete Ahas]ja, den Sohn [Jorams, den K\u00f6-] 9nig von Bet-David.\u201c <\/em>Im 1. Jahrtausend v.Chr. wurden h\u00e4ufig Staaten als \u201eBet\u201c (= Haus) und der Nennung des Dynastiegr\u00fcnders benannt. Damit haben wir aus dem 9. Jh. v.Chr. den Beleg, dass es einen Staat gab, der vermutlich mit Juda identisch ist, und der von David gegr\u00fcndet wurde. M\u00f6glicherweise, so hat es A. Lemaire vorgeschlagen, ist dieses \u201eHaus Davids\u201c auch auf der etwa zeitgleichen Meschastele aus Dibon im Ostjordanland zu lesen. Beide Texte \u2013 Dan-Inschrift und Mescha-Stele \u2013 geh\u00f6ren zu den \u00e4ltesten und l\u00e4ngsten historischen Inschriften \u00fcberhaupt, die in der s\u00fcdlichen Levante gefunden wurden.<\/p>\n<p>Unter einem K\u00f6nigtum d\u00fcrfen wir uns allerdings nichts zu Gro\u00dfes vorstellen. Betrachtet man den Mitarbeiterstab Davids, dann beschr\u00e4nkt sich der auf<\/p>\n<ul>\n<li>seinen Heerf\u00fchrer Joab (2 Sam 8,16; 20,23 u. \u00f6.),<\/li>\n<li>seinen Kanzler Joschafat (2 Sam 8,16; 20,24),<\/li>\n<li>seine Schreiber Seraja (2 Sam 8,17) und dann Schewa (2 Sam 20,25) und<\/li>\n<li>auf den Oberaufseher der Fronarbeit Adoram\/Adoniram (nur 2 Sam 20,24) \u2013 nicht gerade ein machtvoller Mitarbeiterstab.<\/li>\n<\/ul>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<td><strong>Saul<\/strong><\/td>\n<td><strong>David<\/strong><\/td>\n<td><strong>Salomo<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Private Dienerschaft Sauls, ange\u00adf\u00fchrt von Doeg (1Sam 21,8)<\/td>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Leibwache Sauls mit David als F\u00fch\u00adrer (1Sam 22,14)<\/td>\n<td>Leibwache Kreti und Pleti mit Be-naj\u00ada als F\u00fchrer (2Sam 8,18; 20,23)<\/td>\n<td>(Zusatz?: Heerf\u00fchrer <u>Benajahu<\/u> (1K\u00f6n 4,4))<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Waffentr\u00e4ger Sauls (1Sam 31,4ff.)<\/td>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Heerf\u00fchrer Abner (1Sam 14,50f. u.\u00f6.)<\/td>\n<td>Heerf\u00fchrer Joab (2Sam 8,16; 20,23)<\/td>\n<td>Heerf\u00fchrer Eliab, Sohn des <u>Joab<\/u> (1K\u00f6n 4,6)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Kanzler Jehoschafat (2Sam 8,16; 20,24)<\/td>\n<td>Kanzler <u>Jehoschafat<\/u> (1K\u00f6n 4,3)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Schreiber Schuscha (2Sam 8,17; 20,25)<\/td>\n<td>Schreiber Elichaph und Achija, S\u00f6hne des Schischa (1K\u00f6n 4,3)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Priester Zadok und Ebjatar (2Sam 8,17; 20,25)<\/td>\n<td>Priester Asarja, Sohn des <u>Zadok<\/u> (1K\u00f6n 4,2); zu <u>Ebjatar<\/u> vgl. 1K\u00f6n 2,26; 1K\u00f6n 4,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Oberaufseher der Fronarbeit Ado\u00adram (erst 2Sam 20,24)<\/td>\n<td>Fronaufseher <u>Adoram<\/u> (1K\u00f6n 4,6)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>V\u00f6gte (1K\u00f6n 4,7-19) unter der F\u00fch\u00adrung von Asarja (1K\u00f6n 4,5)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Freund des K\u00f6nigs Sabud (1K\u00f6n 4,5)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Palastaufseher Achischar(1K\u00f6n 4,6)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das K\u00f6nigtum des 10. Jh.s v.Chr. war damit eine h\u00f6chst einfache und nicht weiter ausgebildete Institution. Damit verbunden ist auch die Frage, ob man von Israel und Juda \u00fcberhaupt von einem Staat reden k\u00f6nne. Man darf hier nicht von modernen Definitionen oder Begrifflichkeiten ausgehen. Die Bezeichnung des K\u00f6nigstums Davids und Salomos als eines \u201eStammesk\u00f6nigtums\u201c (im Englischen \u201etribal kingdom\u201c) trifft den Sachverhalt viel besser und nimmt etwas von der gro\u00dfen Last, die mit den Begriffen K\u00f6nig und Staat verbunden ist. Es ist ein K\u00f6nigtum im Werden, und die Zeit Davids ist gewisserma\u00dfen die Zeit der Geburt und fr\u00fchen Kindheit.<\/p>\n<p>Ein K\u00f6nig hatte damals drei wesentliche Aufgaben:<\/p>\n<ul>\n<li>Sicherung des Reiches nach au\u00dfen, um das Einbrechen von Chaos in das Reich zu verhindern;<\/li>\n<li>Erstellung einer Infrastruktur im Inneren, die ein Leben erm\u00f6glichte, das dem Willen Gottes entsprach;<\/li>\n<li>Aufrechterhaltung des Gottesverh\u00e4ltnisses, denn die Gottheit sorgte letztendlich f\u00fcr Sicherung nach au\u00dfen und innen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unterhalb der Ebene des K\u00f6nigs und seines kleinen Hofstabs hatten die \u00c4ltesten der St\u00e4mme, aber auch die \u00c4ltesten der einzelnen Orte starke Macht, z.B. nahezu ausschlie\u00dflich im Bereich der Rechtsprechung, aber auch auf der Ebene der Administration.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Langfassung: Eine Ann\u00e4herung an David, oder: eine arch\u00e4ologische und biblische Spurensuche<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die biblischen Texte sind in vielen F\u00e4llen keine zeitnah verfassten historischen Berichte. An diesen Texten hat eine Vielzahl von Autoren mitgewirkt. Sie<\/p>\n<ul>\n<li>sind in einem Redaktionsprozess entstanden, der Jahrhunderte andauerte;<\/li>\n<li>sind K\u00f6nigstexte, die den K\u00f6nig im richtigen Licht darstellen und verherrlichen wollen;<\/li>\n<li>sind Texte, die das gerade erst entstehende Reich Israel stabilisieren wollen;<\/li>\n<li>sind Texte, die Erinnerungen aufbewahren wollen;<\/li>\n<li>sind k\u00f6nigskritische Texte, die schon am Beispiel Davids Verfehlungen der sp\u00e4teren K\u00f6nige exemplarisch darstellen wollen;<\/li>\n<li>wollen zeigen, wie ein idealer K\u00f6nig wirkt;<\/li>\n<li>wollen zeigen, welche Fehler ein K\u00f6nig machen kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die biblische Davidsgeschichte l\u00e4sst sich ganz grob in drei Teile einteilen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Aufstiegsgeschichte oder Saul-David-Geschichte (1 Sam 16-31);<\/li>\n<li>Davids Weg zum K\u00f6nigtum \u00fcber Juda, Israel und Jerusalem (2 Sam 1-8);<\/li>\n<li>Thronfolgegeschichte\/Jerusalem Hofgeschichten (2 Sam 9-20; 1 K\u00f6n 1-2).<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Innerhalb dieser Erz\u00e4hlungen gibt es auch unterschiedliche Schwerpunkte und Sichtweisen Davids. Wie bereits erw\u00e4hnt, entstand der heutige Text in einem l\u00e4ngeren Redaktionsprozess. Darauf soll hier nicht eingegangen werden, da dies Thema eines anderen Vortrags sein wird. Ziel meiner \u201eLangfassung\u201c soll sein, ein wenig von dem aufzuzeigen, in welcher konkreten Welt und Umwelt damals David seinen Aufstieg machte. Es geht hierbei nicht darum aufzuzeigen, dass die Bibel doch recht hat oder die Bibel zu illustrieren. Vielmehr soll unter starkem R\u00fcckgriff auf die Arch\u00e4ologie ein kleiner Ausschnitt von dem gezeigt werden, was man heute \u00fcber das 10. Jh. sagen kann. Dem sollen biblische Informationen gegen\u00fcbergestellt werden, so dass sich ein Gesamtbild f\u00fcr diese Zeit ergibt. Dabei muss aber auch immer die Entwicklungsgeschichte der Texte mitber\u00fccksichtigt werden. Die biblischen Texte mythologisierten David immer. Sie bauten in sp\u00e4terer Zeit u.a. das Bild des Poeten (viele Psalmen werden auf David zur\u00fcckgef\u00fchrt), des Helden schon in fr\u00fchen Tagen (David und Goliath) und des frommen Gefolgsmanns Gottes (z.B. Davids Reue) stark aus. So entstand immer mehr ein theologisiertes Bild von David, was sich dank der Literarkritik deutlich aufzeigen l\u00e4sst. Es gibt aber auch ein Bild eines eher historisch greifbaren David, das sich gut in die Welt des 10. Jh. einpasst \u2013 in eine Welt der Umbr\u00fcche von einer stark tribalen zu einer immer mehr staatlich organisierten Welt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das 2. Jahrtausend v.Chr. war gr\u00f6\u00dftenteils gepr\u00e4gt von einer Stadtstaatenkultur. Dieses Gesellschaftssystem brach am Ende des 2. Jahrtausends allm\u00e4hlich zusammen. Hungersn\u00f6te auf Grund ausbleibender Niederschl\u00e4ge, der zunehmende Verlust der \u00e4gyptischen Hegemonie \u00fcber die Levante und das Expansionsbestreben der Hetiter, innere Unruhen, soziale Probleme u.a.m. waren die Gr\u00fcnde daf\u00fcr. Viele Menschen wanderten in einem lang anhaltenden Prozess von ca. 1300 bis ca. 1100 v.Chr. aus den Stadtstaaten aus, lie\u00dfen sich in \u00c4gypten nieder oder aber im bis dahin weitgehend unbesiedelten Bergland. Dort bildeten sich zun\u00e4chst Clans (hebr. bet abot \u2013 mehrere kleine Ortschaften, die untereinander zusammenhielten) und dann kleine, noch instabile Territorialstaaten (die biblischen St\u00e4mme), die aber keinesfalls geeint auftraten (vgl. Ri 4-5). Es gab im 12. und 11. Jh. v.Chr. noch kein geeintes Israel, sondern einzelne, separat agierende St\u00e4mme mit lokalen Richtern als ihre F\u00fchrer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>David war in seinen Anfangsjahren ein sog. Habiru-F\u00fchrer. Habirus sind im Vorderen Orient f\u00fcr das 2. Jahrtausend bestens belegt. Es handelt sich um Personen, die in den Stadtstaaten auf Grund wirtschaftlicher Probleme nicht mehr \u00fcberleben konnten und sich durch Kleinkriminalit\u00e4t, \u00dcberf\u00e4lle, S\u00f6ldnertum etc. am Leben erhielten.<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<td><strong>Habiru<\/strong><\/td>\n<td><strong>David<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Keine Stadtbewohner, keine Landbesitzer, keine Viehbesitzer (Nomaden); soziale Gruppe, keine ethnische Gruppe<\/td>\n<td>Versammelt 400\/600 Leute um sich herum: <em><u>\u201e<\/u>Und es sammelten sich bei David allerlei M\u00e4nner, die in Not und Schulden und verbitterten Herzens waren, und er wurde ihr Oberster; und es waren bei ihm etwa vierhundert Mann\u201c (1 Sam 22,2).<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Leben als S\u00f6ldner, einfache H\u00e4ndler, billige Arbeiter ohne festen Wohnsitz, Tagel\u00f6hner, Kleinkriminelle<\/td>\n<td>David fordert Schutzzoll von Nabal (1 Sam 25); David und seine Truppe wirkten als S\u00f6ldner der Philister (1 Sam 27; 29), aber auch gegen die Philister (1 Sam 23,1-13); \u00dcberf\u00e4lle auf Amalekiter (1 Sam 30)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00dcberfallen gelegentlich H\u00e4ndler, um sich so zu bereichern -&gt; f\u00fchrt zur Verunsicherung des \u00fcberregionalen Handels<\/td>\n<td>\u00dcberf\u00e4lle im Negev (1 Sam 27; 30)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Vereinigen sich zu Gruppen und stellen so eine Gefahr f\u00fcr die St\u00e4dte dar<\/td>\n<td>\u00dcberfall auf Philister bei Kegila (1 Sam 23,1-13); \u00dcberf\u00e4lle auf Amalekiter (1 Sam 30)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf Grund politischer Notlagen und weil sie allm\u00e4hlich eine Gefahr f\u00fcr das ganze Land darstellten, wurden solche Habiru-F\u00fchrer zu K\u00f6nigen eingesetzt, wenn es eine milit\u00e4rische Notlage gab. Anfangs handelte es sich offenbar nur um zeitlich begrenzte Hilfen bei Kriegsf\u00e4llen (vgl. 1 Sam 23,1-13), allm\u00e4hlich verfestigte sich aber die Struktur, indem die Heerf\u00fchrer dauerhafte F\u00fchrungspositionen erhielten (Titel: Haupt oder K\u00f6nig). Hierf\u00fcr gibt es aus derselben Zeit inneralttestamentliche Parallelen:<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<td width=\"216\"><strong>David<\/strong><\/td>\n<td width=\"216\"><strong>Jiftach<\/strong><\/td>\n<td width=\"172\"><strong>Reson <\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"216\"><strong>2 Sam 2,2<\/strong>\u00a0So zog David dort [nach Hebron] hinauf \u2026 3\u00a0Auch die M\u00e4nner, die bei ihm waren, f\u00fchrte David hinauf, \u2026 und sie wohnten in den St\u00e4dten von Hebron. 4\u00a0Und die M\u00e4nner Judas kamen und <strong>salbten<\/strong> dort David zum K\u00f6nig \u00fcber das Haus Juda.<\/p>\n<p><strong>2 Sam 5,3<\/strong>\u00a0Und es kamen alle \u00c4ltesten in Israel zum K\u00f6nig nach Hebron. Und der K\u00f6nig David schloss mit ihnen einen Bund in Hebron vor <strong>Jahwe<\/strong>, und sie <strong>salbten<\/strong> David zum <strong>K\u00f6nig<\/strong> \u00fcber Israel.<\/td>\n<td width=\"216\"><strong>Ri 11,1<\/strong>\u00a0Jeftah, der Gileaditer, war ein streitbarer Mann. <strong>Er war der Sohn einer Hure<\/strong>. \u2026 5\u00a0Als nun die Ammoniter mit Israel k\u00e4mpften, gingen die \u00c4ltesten von Gilead hin, um Jeftah aus dem Lande Tob zu holen,\u00a06\u00a0und sprachen zu Jeftah: Komm und sei unser <strong>Hauptmann<\/strong>, dass wir gegen die Ammoniter k\u00e4mpfen. \u2026 9\u00a0Jeftah sprach zu den \u00c4ltesten von Gilead: Wenn ihr mich wieder holt, um gegen die Ammoniter zu k\u00e4mpfen, und der HERR sie vor mir dahingibt, werde ich dann euer <strong>Haupt<\/strong> sein?<\/td>\n<td width=\"172\"><strong>1 K\u00f6n 11,23<\/strong>\u00a0Auch erweckte Gott dem Salomo noch einen Widersacher, Reson, den Sohn Eljadas, der von seinem Herrn, Hadad-Eser, dem K\u00f6nig von Zoba, geflohen war. 24\u00a0<strong>Der hatte M\u00e4nner um sich gesammelt und war Hauptmann einer Schar geworden <\/strong>\u2013 als David die Aram\u00e4er schlug \u2013, <strong>und sie zogen nach Damaskus und nahmen es ein und<\/strong> <strong>herrschten in Damaskus<\/strong>.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Zeit des fr\u00fchen 10. Jh. stellte offenbar eine Zeit von Expansionsbewegungen der Seev\u00f6lker dar. In dieser Zeit scheint es mehrere milit\u00e4rische Ma\u00dfnahmen der Seev\u00f6lker gegeben zu haben, die ihr Gebiet bis ins Bergland hinein ausweiten wollten. Dies wird in unterschiedlichen biblischen Texten festgehalten, ist aber au\u00dferbiblisch oder arch\u00e4ologisch nicht zu verifizieren:<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<td><strong>Kampfma\u00dfnahme der Seev\u00f6lker\/Philister gegen<\/strong><\/td>\n<td><strong>Beleg<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Kampf bei Afek\/Eben-Eser, Verlust der Lade<\/td>\n<td>1 Sam 4,1-11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kampf bei Mizpa, Sieg der Israeliten bei Bet-Kar<\/td>\n<td>1 Sam 7,7-13<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wachposten der Philister bei Gibea\/Geba Gottes, von Jonatan besiegt<\/td>\n<td>1 Sam 10,5; 13,3-5; 14<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Racheschlacht nach der T\u00f6tung der Wachposten, Schlacht zwischen Geba und Michmas<\/td>\n<td>1 Sam 13,15-18<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Dauerhafter Krieg zwischen Philister und Saul<\/td>\n<td>1 Sam 14,52<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Schlacht David und Goliath zwischen Socho und Aseka<\/td>\n<td>1 Sam 17<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Forderung Sauls von 100 philist\u00e4ischen Vorh\u00e4uten als Brautpreis f\u00fcr Michal<\/td>\n<td>1 Sam 18,25-27<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>David k\u00e4mpft gegen die Philister<\/td>\n<td>1 Sam 19,8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Philister k\u00e4mpfen gegen Kegila<\/td>\n<td>1 Sam 23<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Einfall der Philister ins Land<\/td>\n<td>1 Sam 23,27<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Einfall der Philister ins Land, Kampf bei Afek (ohne Beteiligung Davids)<\/td>\n<td>1 Sam 28,1-2; 29<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Schlacht bei Gilboa, Tod Sauls<\/td>\n<td>1 Sam 31; 2 Sam 1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Davids Sieg \u00fcber Philister s\u00fcdwestlich von Jerusalem (Refaim-Ebene)<\/td>\n<td>2 Sam 5,17-25<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Summarium Siege Davids gegen Philister<\/td>\n<td>2 Sam 8,1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Krieg gegen Philister, David wird beinahe get\u00f6tet bei Nob<\/td>\n<td>2 Sam 21,15-17<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wachposten der Philister in Betlehem<\/td>\n<td>2 Sam 23,14<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Heldentaten der Helden Davids gegen die Philister<\/td>\n<td>2 Sam 23<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Angesichts der Vielzahl von weitgehend unabh\u00e4ngigen Texten kann man durchaus von einem Expansionsdrang der Philister\/Seev\u00f6lker im 10. Jh. sprechen. Diese milit\u00e4rische Bedrohung erforderte neue Ma\u00dfnahmen, und hier scheint die biblische Darstellung, dass ein erfahrener Habiru-F\u00fchrer zum dauerhaften K\u00f6nig wird, durchaus vorstellbar und realistisch. Die milit\u00e4rische Gefahr beg\u00fcnstigte somit trotz einer weitgehend egalit\u00e4ren Gesellschaft die Etablierung einer milit\u00e4risch geschulten F\u00fchrungskraft. David schien angesichts seiner Erfahrung hierf\u00fcr ein idealer Kandidat zu sein. Und er war offenbar erfolgreich. In der Folgezeit h\u00f6ren wir von keinen gr\u00f6\u00dferen Expansionsbestrebungen der Philister mehr; es gab nach der Reichsteilung nur noch kleinere Grenzscharm\u00fctzel. David hatte hier offenbar erfolgreich die Philister zur\u00fcckgedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Die Philister kontrollierten mit ihren f\u00fcnf Hauptst\u00e4dten Gaza, Aschkelon, Aschdod, Ekron und Gat die K\u00fcstenregion. (<em>Abb. 2<\/em>) Sie siedelten vor allem in St\u00e4dten mit wenigen sonst belegten kleineren Orten. N\u00f6rdlich davon lebten die Daniten, deren Gebiet sp\u00e4ter von den Philistern erobert oder in ihr Reich eingegliedert wurde. In der Schefela gab es zwischen dem Philistergebiet und dem allm\u00e4hlich entstehenden Stamm Juda im fr\u00fchen 10. Jh. v.Chr. einige noch existierende Stadtstaaten: Lachisch (nach 1156 v.Chr. von den Philistern erobert), Kegila (1 Sam 23: Philister bedrohen Kegila, die Stadt wird durch Davids Truppen gerettet, war also wohl noch ein selbstst\u00e4ndiger Stadtstaat), Bet-Schemesch und Gezer (vgl. 1 K\u00f6n 9,15-17). Jerusalem war auch ein noch existierender Stadtstaat, dessen Territorium vielleicht entlang des Sorek-Tals bis an das Gebiet von Bet-Schemesch reichte. S\u00fcdlich von Jerusalem war das Gebiet des sich allm\u00e4hlich etablierenden Juda, n\u00f6rdlich davon das der St\u00e4mme Benjamin und Efraim, die sp\u00e4ter zu Israel geh\u00f6rten. Jud\u00e4er und Israeliten hatten andere Siedlungsmuster als die Philister. Sie siedelten in kleinen D\u00f6rfern mit max. 100 Einwohnern.<\/p>\n<p>In der Zeit Davids entwickelte sich Gat zu Lasten von Ekron zur wichtigeren philist\u00e4ischen Inlandsstadt, was gut zu den David-Geschichten passen w\u00fcrde. Im 7. Jh. war Gat dagegen v\u00f6llig unbedeutend. In dieser Zeit h\u00e4tte wohl niemand mehr eine Geschichte \u00fcber Gat geschrieben, da niemand den Ort mehr kannte oder ihn f\u00fcr erw\u00e4hnenswert hielt.<\/p>\n<p>Der Wechsel eines Habiru-F\u00fchrers von der pro-philist\u00e4ischen zur anti-philist\u00e4ischen Seite scheint nicht au\u00dfergew\u00f6hnlich. S\u00f6ldner arbeiten f\u00fcr den, der am meisten zahlt (vgl. 1 Sam 29,3-4).<\/p>\n<p>David hat \u00dcberf\u00e4lle von Ziklag aus in den Negev unternommen, konkret in das Land der Geschuriter, Gezeriter und Amalekiter (1 Sam 27,8 \u2013 dabei handelt es sich um das schlecht erforschte Gebiet des n\u00f6rdlichen Sinai) und in den Negev Judas (das nahezu unbesiedelte Gebiet s\u00fcdlich von Hebron), den Negev der Jerachmeeliter (um En Ruchma s\u00fcdlich des Beckes von Beerscheba) und der Keniter (um die Ortschaft Kina = Khirbet Ghazze). Diese Expeditionen gef\u00e4hrdeten die Handelswege mit Fenan, wo in der damaligen Zeit Kupfer abgebaut wurde \u2013 die wichtigste Kupferabbaust\u00e4tte des damaligen Vorderen Orients mit einem Schwerpunkt der Kupferproduktion im 10. Jh. v.Chr. David ging es somit bei diesen \u00dcberf\u00e4llen um eine wirtschaftliche Schw\u00e4chung der mit dem Handel verbundenen Regionen. Die biblische Erz\u00e4hlung macht eigentlich nur zur Zeit Davids Sinn, da in der Folgezeit der Negev kaum mehr besiedelt war und ein besiedelter Negev nicht mehr im Vorstellungshorizont von sp\u00e4teren Schreibern war. Vermutlich durch einen Feldzug des Pharaos Schischak\/Schoschenk um 922 v.Chr. wurden die Ortschaften im Negev zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Juda war zur Zeit Davids vor der Eingliederung Jerusalems ein kleiner Stamm mit wenigen Einwohnern (max. 1000 Einwohner \u2013 hierbei ist schon ein erheblicher Anteil von Zeltbewohnern mitber\u00fccksichtigt). Es lebte einerseits von Landwirtschaft sowie andererseits von Asphalt- und Salzhandel (am Toten Meer abgebaut) und unterhielt offenbar Handelswege zur Schefela. Politisch und milit\u00e4risch war Juda v\u00f6llig unbedeutend.<\/p>\n<p>Jerusalem war vor David ein Stadtstaat in der Kontinuit\u00e4t der Sp\u00e4tbronzezeit mit ca. sechs Hektar Gr\u00f6\u00dfe und wohl kaum mehr als 600 Einwohnern und ein wenig Hinterland. Jerusalem besa\u00df aber eine intakte Administration als Stadtstaat, was f\u00fcr David wichtig war. Der Ort war durch seine Lage zwischen Kidron- und Tyropoiontal sehr gut gesch\u00fctzt, was die Jerusalemer zu ihrem Spott veranlasste, dass David die Stadt nicht erobern werde (2 Sam 5,6). Die Bauma\u00dfnahmen aus der Zeit Davids sind unklar, vielleicht kann die Stepped Stone Structure (auf jeden Fall \u00e4lter als 8. Jh.) mit dem Millo (\u201eF\u00fcllung\u201c) und mit David verbunden werden. Immerhin l\u00e4sst sich f\u00fcr das 10. Jh. eine geringe Ausweitung der Bauaktivit\u00e4ten feststellen, wobei nicht klar ist, ob sie eher David oder Salomo (das ist in manchen Bereichen wahrscheinlicher, zumindest f\u00fcr die neu ausgegrabene Large Stone Structure) zuzuweisen sind. Gut m\u00f6glich ist, dass David \u00fcberhaupt keine Bauten errichtet hat.<\/p>\n<p>Das Gebiet des Stadtstaates Jerusalem lag genau auf der Grenze zwischen Nord- und S\u00fcdreich. Mit der Eroberung wurde Jerusalem Davids 3. K\u00f6nigtum nach Juda und Israel, und es wurde seine neue Hauptstadt. Er brauchte diese Stadt f\u00fcr seine politischen Ziele. Der <em>Jud\u00e4er<\/em> David konnte so auf die Hauptstadt Hebron verzichten. Die wirtschaftlich viel potenteren <em>Israeliten<\/em> konnten so auf eine Hauptstadt in ihrem Gebiet verzichten. Mit der \u00dcbertragung der Lade (transportables Nordreichsheiligtum) wurde Jerusalem f\u00fcr die <em>Israeliten<\/em> aufgewertet (2 Sam 6). In Jerusalem gab es Schreiber, die David f\u00fcr die Administration eines Reiches ben\u00f6tigte. Die Wahl Jerusalems war eine kluge politische Entscheidung und ein Gl\u00fccksfall. Jerusalem war eigentlich nie eine wirtschaftlich bedeutende Stadt, aber immer in der Geschichte seit David und Salomo eine religi\u00f6se Stadt. (<em>Abb. 3<\/em>)<\/p>\n<p>Zwischen Bet-Maacha und Naftali war ein 10 km breiter Streifen Niemandsland. Offenbar wollte man hier Grenzkonflikte vermeiden. Die zu Bet-Maacha geh\u00f6rende Ortschaft Kinneret wurde Mitte des 10. Jh.s verlassen. Die Stadt war vermutlich die s\u00fcdliche Grenzfestung von Bet-Maacha. Daf\u00fcr wurden im Ostjordanland neue aram\u00e4ische Festungen in Bet-Saida und En-Gev gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Nach Ri 5 gab es im Norden offenbar eine Art lockeres Verteidigungsb\u00fcndnis, das aber nicht verpflichtend f\u00fcr die einzelnen St\u00e4mme war. Diese St\u00e4mme, die an der Schlacht Ri 5 (nicht) teilnahmen, scheinen sich als \u201eIsrael\u201c (so schon auf der Merenptahstele 1208 und wahrscheinlich schon auf einer Berliner Ortsnamensinschrift um 1300) verstanden zu haben. Eine erste erw\u00e4hnte gemeinsame Kriegshandlung f\u00fcr ganz \u201eIsrael\u201c unter Saul (Krieg gegen Ammoniter 1 Sam 11). Diese erfolgte unter Gewaltandrohung, also nicht freiwillig. Eine Einigung der St\u00e4mme Israels und damit ein Zusammenschlu\u00df zu einem Territorialstaat erfolgte offenbar erst unter David. Dies war eine enorme Leistung Davids, denn damit entstand erstmals ein in sich geschlossener Territorialstaat Israel unter der Leitung eines K\u00f6nigs \u2013 etwa gleichzeitig mit anderen \u201eStaatsgr\u00fcndungen\u201c in der ganzen Levante.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Davids Aufstieg war der eines ehrgeizigen S\u00f6ldnerf\u00fchrers. Die Aufstiegsgeschichte reiht sich gut in die zeitnahe historische Entwicklung der Umwelt ein. David war in der kriegerischen Auseinandersetzung mit den Philistern der geeignete K\u00f6nig, um Juda bzw. Israel zu verteidigen. David gelang offenbar eine au\u00dfenpolitische Absicherung; wir h\u00f6ren in der Zukunft nichts mehr \u00fcber gr\u00f6\u00dfere philist\u00e4ische Expansionsma\u00dfnahmen, und es gibt auch keine arch\u00e4ologischen Hinweise daf\u00fcr. David gelang es, die St\u00e4mme Israels, die bislang keine enge Einheit bildeten, zu einem Territorialstaat zu einigen (= Nordreich Israel). Zudem agierte er als F\u00fchrungsgestalt im S\u00fcden (= S\u00fcdreich Juda). Die Wahl Jerusalems als Hauptstadt war ein historischer Gl\u00fccksfall mit Folgen. In die Zeit Davids (und Salomos) fallen zahlreiche B\u00fcndnisse in der Levante, um milit\u00e4risch dominanter auftreten zu k\u00f6nnen (gegen \u00c4gypten und dann auch gegen Assyrien). David scheint in seiner Regierungszeit das Gebiet von Lachisch, Kegila und Bet-Schemesch in Juda integriert zu haben, m\u00f6glicherweise auch das Gebiet von Fenan und vielleicht auch Teile des s\u00fcdlichen Ostjordanlandes. David war ein erfolgreicher \u201eHaudegen\u201c als Milit\u00e4rf\u00fchrer, aber er hat noch keine sinnvolle Herrschaftsstruktur aufgebaut (in Anf\u00e4ngen erst Salomo). David kann deshalb bislang nicht oder kaum mit repr\u00e4sentativen Bauten (Palast, Tempel) verbunden werden (Ausnahme h\u00f6chstens Millo\/Stepped Stone Structure). David ist damit nicht nur ein Mythos (das ist er auch!), sondern er war ein f\u00fcr seine Zeit typischer Herrscher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ganz kurze Fassung des Vortrags &nbsp; Um etwas historisch beweisen zu k\u00f6nnen, bed\u00fcrfen wir in der Regel zweier unabh\u00e4ngiger Zeugen. Das gilt bis heute vor Gericht so. Behauptet nur eine Seite was und die andere Seite das Gegenteil, so l\u00e4sst sich kein wirkliches Urteil f\u00e4llen. 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