{"id":104496,"date":"2025-04-29T11:56:54","date_gmt":"2025-04-29T09:56:54","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=104496"},"modified":"2025-04-29T11:56:54","modified_gmt":"2025-04-29T09:56:54","slug":"david-im-islam","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/david-im-islam\/","title":{"rendered":"David im Islam"},"content":{"rendered":"<p>David, der Gr\u00fcnder der Stadt Jerusalem, und Salomo, der Erbauer des Tempels, stehen am Anfang unserer gemeinsamen j\u00fcdisch-christlichen Religionsgeschichte. Ohne Jerusalem und ohne seinen Tempel w\u00e4ren Judentum und Christentum nicht denkbar. Das Mittelalter und noch die fr\u00fche Neuzeit stellen in Weltkarten die bewohnte Welt um Jerusalem als ihr Zentrum herum ausgelegt dar.<\/p>\n<p>Der Jerusalemer Tempel wiederum, das \u201eHaus\u201c par excellence, hebr. <em>bayit,<\/em> lebt in unseren \u201eDomen\u201c mit Altar und Tabernakel fort. Fr\u00fche Synagogen im Vorderen Orient, wie etwa die von Dura Europos aus dem 3.Jh., stellen sich durch ihre Bildausstattung unmissverst\u00e4ndlich als Erben des Tempels dar, w\u00e4hrend sp\u00e4tere Synagogen in westlichen L\u00e4ndern architektonisch den christlichen Vorbildern der Tempel-Imitation folgen. Es ist also keine \u00dcbertreibung zu sagen, dass Davids Gr\u00fcnderwerk, zusammen mit dem seines Sohnes Salomo, in die DNA unserer j\u00fcdisch-christlichen Kultur eingeschrieben ist.<\/p>\n<p>Im Kontext unserer Besinnung auf David im Islam ist zu fragen: Gilt diese genealogische Beziehung auch f\u00fcr den Islam? Kann die islamische David-Gestalt f\u00fcr den christlich-islamischen Dialog fruchtbar gemacht werden<strong>? <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die biblischen Voraussetzungen und die westliche Rezeption Davids <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der biblische David ist uns aus einer beispiellos dramatischen Narrative vertraut: Seine in den \u2013 f\u00fcr seine Person ma\u00dfgeblichen \u2013 Samuelb\u00fcchern gezeichnete Biographie pr\u00e4sentiert eine ungew\u00f6hnliche Karriere: zun\u00e4chst ein einfacher Hirt erwirbt sich der junge David durch seine Geschicklichkeit im Kampf und seine Begabung als S\u00e4nger und Harfenspieler das Vertrauen des herrschenden K\u00f6nigs und wird sp\u00e4ter dank eigener milit\u00e4rischer Leistungen selbst zum K\u00f6nig \u00fcber Judah und Israel ausgerufen. Er f\u00e4llt jedoch durch ein einziges schweres Vergehen aus der g\u00f6ttlichen Gunst: seine Aff\u00e4re mit der verheirateten Batsheva, deren Ehemann er heimt\u00fcckisch ermorden l\u00e4sst. Obwohl er die Bundeslade in das von ihm neu gegr\u00fcndete Jerusalem gebracht hat und so die Errichtung des Tempels vorbereitet hat, bleibt es ihm verwehrt, den Tempel zu erbauen. Und trotz seiner f\u00fcr seine Zeit einzigartigen k\u00f6niglichen Machtf\u00fclle wird sein sp\u00e4teres Leben von Ungl\u00fccksf\u00e4llen \u00fcberschattet. Sein Nachleben als historische Gestalt verdankt er denn auch weniger seiner politischen Karriere als seiner pers\u00f6nlichen Ausstrahlung, seiner Sangeskunst, die ihn als Wiederverk\u00f6rperung des antiken Hades-Bezwingers Orpheus, als Harfenspieler und S\u00e4nger, der die Tierwelt und sogar Landschaften zum Gotteslob zu bewegen vermag, verewigt hat. Die Verwandtschaft zu dieser mythischen Figur verleiht ihm den archetypischen Charakter eines Chaos-Bek\u00e4mpfers.<\/p>\n<p>Vor allem aber als exemplarischer Frommer, als Dichter von Psalmen, die oft biographisch auf ihn bezogen werden, ist er in der j\u00fcdischen und christlichen Fr\u00f6mmigkeit einzigartig pr\u00e4sent. Gegen\u00fcber dieser emotionalen Offenheit, die ihn auch als reum\u00fctigen B\u00fc\u00dfer f\u00fcr sein von ihm eingestandenes Fehlverhalten ins Bild bringt, was sowohl im Talmud als auch in der kirchensyrischen Literatur anerkannt wird, steht seine k\u00e4mpferische Seite eher im Hintergrund. Sie wird gelegentlich politisch reklamiert, nicht nur in einer sp\u00e4ten koranischen Sure, sondern im gleichen 7. Jahrhundert auch schon von dem byzantinischen Kaiser-Herrscher Herakleios, der David auf einer Silberplatte als Bezwinger des Riesen Goliath darstellen l\u00e4sst und dabei seine eigene milit\u00e4rische Leistung der \u00dcberw\u00e4ltigung eines \u00fcberlegenen Gegners im Sinn hat.<\/p>\n<p>In der Renaissance wird David vollends kulturell \u201evereinnahmt\u201c, er wird zum Nachfahren griechisch-r\u00f6mischer Helden; man denke an Michelangelos Statue, die ihn im Moment seiner Vorbereitung auf den Kampf mit dem \u00fcberlegenen Gegner als Verk\u00f6rperung menschlicher Willenskraft darstellt.<\/p>\n<p>In der Theologie wird Davids historische Figur aber \u00fcberstrahlt von seiner sp\u00e4tantiken, metahistorischen Deutung als messianischer K\u00f6nig, dessen Herrschaft \u201eohne Ende\u201c sein wird. Die Verhei\u00dfung der ewig dauernden Herrschaft an das Haus David geht zur\u00fcck auf 2 Sam 7, 16: \u201eDein Haus und dein K\u00f6nigtum sollen best\u00e4ndig sein in Ewigkeit vor dir und dein Thron soll ewig bestehen\u201c. Sie wird fr\u00fch auf Christus \u00fcbertragen. Schon in der Geburts-Verk\u00fcndigung an Maria, Lukas 1, 32, wird ihm der Thron Davids verhei\u00dfen: \u201eGott der Herr wird ihm den Thron Davids seines Vaters geben und er wird herrschen \u00fcber das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben\u201c. Die Verhei\u00dfung der David-Nachfolge wird im 4. Jahrhundert festgeschrieben im niz\u00e4nischen Glaubensbekenntnis, wo es von Christus hei\u00dft: <em>hou tes basileias ouk estin telos, \u201e<\/em>dessen Herrschaft ohne Ende sein wird\u201c.<\/p>\n<p>Diese Verhei\u00dfung der ewig dauernden Herrschaft an David ist das R\u00fcckgrat der Messiashoffnung im Judentum, wo zwar auch der historische David als begnadeter S\u00e4nger, <em>ne`im zemirot Yisrael<\/em> (2 Sam 23, 1), und als Psalmendichter gefeiert wird, wo er aber \u2013 schon in einzelnen Qumran-Schriften \u2013 vor allem Garant des messianischen K\u00f6nigtums ist. Diese messianische Deutung beherrscht das Denken der Sp\u00e4tantike. Sie hat sich besonders nachhaltig niedergeschlagen in der 15. und 16. Bitte des j\u00fcdischen 18-Bitten-Gebets, das in der Substanz bereits auf die Mischna, also die Zeit um 200, zur\u00fcckgeht. Die beiden Bitten erflehen die Wiederaufrichtung des Thrones Davids: \u201eNach Jerusalem, deiner Stadt, kehre in Barmherzigkeit zur\u00fcck und nimm deinen Wohnsitz in ihr, wie Du verhei\u00dfen hast und erbaue sie in K\u00fcrze. Den Thron Davids richte bald in ihr auf. Gepriesen seist du, o Herr, der Jerusalem aufbaut\u201c. \u201eDen Spross Davids, Deines Knechts lasse eilig aus ihr hervorsprie\u00dfen und sein Horn werde erh\u00f6ht durch sein Befreiungswerk. Denn auf die Befreiung durch dich hoffen wir alle Tage. Gepriesen seist du o Herr, der das Horn der Befreiung sprie\u00dfen l\u00e4sst\u201c.<\/p>\n<p>David pr\u00e4figuriert den Messias, der Jerusalem wieder aufbauen und sein Volk erl\u00f6sen wird \u2013 wie er in der christlichen Deutung eine Pr\u00e4figuration Christi ist. Davids metahistorische Pr\u00e4senz in den beiden Religionen, die seine historische Person in den Hintergrund r\u00fcckt, wird von keiner anderen biblischen Gestalt erreicht. Diese metahistorische Pr\u00e4senz Davids ist die gesamte weitere Religionsgeschichte hindurch brisant, denn sie wird in den beiden \u00e4lteren Religionen von Anfang an exklusivistisch verstanden und erzeugt so eine andauernde Spannung. Mit dieser Spannung ist die koranische Verk\u00fcndigung schon bald nach ihrem Beginn konfrontiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Islam und Sp\u00e4tantike<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Verst\u00e4ndnis der islamischen David-Tradition m\u00fcssen wir einen Perspektivwechsel vornehmen. David ist hier Prophet \u2013 ein Status, den er bereits in den Qumran-Schriften und in der Apostelgeschichte besitzt \u2013, so dass seine biblische Vita von anst\u00f6\u00dfigen Z\u00fcgen purgiert ist. So wird die Batsheva-Aff\u00e4re, die bereits in den Chronik-B\u00fcchern verschwiegen wird, nicht berichtet. Vielmehr wird die von David aus ihr gezogene Lehre, die Reue, zum Thema. Denn die koranische Darstellung setzt sich mit der neutestamentlichen und rabbinischen messianischen Deutung des biblischen Berichtes auseinander. In dieser Deutung interessiert an Davids Person zum einen seine Erw\u00e4hltheit, zum anderen seine Psychologie \u2013 konkret seine Bu\u00dffertigkeit. Die koranische Gemeinde lernt David in \u201emittelmekkanischer Zeit\u201c kennen, konkret: in der Periode der Verk\u00fcndigung, in der die Auslegung biblischer Geschichten im Vordergrund steht. David \u2013 wie auch Salomo \u2013 sind hier bereits exegetisch verwandelte Figuren, die in der rabbinischen wie auch syrisch-christlichen Tradition neue Bedeutungsdimensionen erhalten haben. Die Begegnung der Gemeinde mit David geschieht auch nicht in einem beliebigen Moment, sondern findet \u2013 wie gezeigt werden kann \u2013 in einer ideologisch aufgeheizten Situation statt; der Koran bringt sich hier als eine neue Stimme in eine aktuell-politische Debatte ein. Herausgefordert von der \u2013 um die mit David verbundene Wiederherstellung des Gottesreiches kreisenden \u2013 byzantinischen Reichsideologie der Zeit entwickelt die koranische Botschaft als Gegenmodell ein eigenes, von mythischen Z\u00fcgen gereinigtes Herrscherbild. Diese Debatte \u00fcber den idealen Herrscher bzw. seine im 7. Jahrhundert erfahrenen Verzerrungen ist sp\u00e4ter, nach dem Durchdringen des Islam, obsolet geworden. Sp\u00e4tere islamische Geschichtsberichte, die die David-Vita selektiv mit erbaulichen Details ausgef\u00fcllt haben, wissen nichts mehr von dieser theologisch-politischen Auseinandersetzung der fr\u00fchen Gemeinde. Sie restituieren die im Koran eliminierten biblischen Daten und pr\u00e4sentieren ein erbauliches David-Bild. Da dieses infolge der Reform um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert stark an Autorit\u00e4t verloren hat und heute au\u00dferhalb von popul\u00e4ren Kontexten praktisch kein Fortleben mehr hat, k\u00f6nnen wir uns bei unserer Darstellung auf den Koran konzentrieren, dessen besondere Theologie es war, die das Durchdringen des Islam erm\u00f6glicht hat. Wie stellt sich David also in der Verk\u00fcndigung des Propheten Muhammad aus den Jahren 610 &#8211; 632 dar?<\/p>\n<p>Der Islam \u2013 und mit ihm der Koran \u2013 ist ein Sp\u00e4tank\u00f6mmling in der Religionsgeschichte. Er betritt die B\u00fchne erst in der Sp\u00e4tantike \u2013 gemeint nicht als Epoche, sondern als \u201eDenkraum\u201c, in dem Gebildete \u00fcber die Grenzen von Religionskulturen hinweg ein zentrales Projekt verfolgten, n\u00e4mlich ihre jeweiligen \u201eantiken\u201c, kanonischen Texte, vor allem die Hebr\u00e4ische Bibel, unter einer ver\u00e4nderten, man k\u00f6nnte sagen: \u201emetahistorischen\u201c Perspektive, neu zu lesen. Diese Perspektive ist beherrscht vom Wort, vom Logos. Nicht \u201eim Anfang\u201c, sondern \u201emit dem Anfang\u201c (d.h. \u201emit dem Sch\u00f6pfungswort\u201c) \u201eerschuf Gott Himmel und Erde\u201c, \u2013 so interpretiert eine sp\u00e4tantike \u2013 auch im Johannes-Prolog reflektierte \u2013 Deutung den Text von Gen 1.1. Das Wort geht also der Sch\u00f6pfung voraus. Nicht mehr Gott allein wirkt in der Geschichte, es ist seine Rede, sein Wort, das wirkt. Faktische Ereignisse haben damit ihre Signifikanz an ihre geistige Bedeutung abgegeben. Die beiden traumatischen \u2013 in Jerusalem lokalisierten \u2013 Erfahrungen, die die Entstehung der beiden \u00e4lteren Religionen vorangesto\u00dfen hatten, die Kreuzigung Jesu und die Tempelzerst\u00f6rung, werden von Christen und Juden spirituell verwandelt: die Kreuzigung war durch die Auferstehung verkl\u00e4rt worden, die Tempelzerst\u00f6rung hatte im Judentum zumindest f\u00fcr einige Zeit die Vorstellung von einem transzendenten, \u201eoberen Jerusalem\u201c inspiriert, zu dem einzelne exemplarische Fromme in vision\u00e4ren Reisen aufsteigen k\u00f6nnen. W\u00e4hrend aber f\u00fcr die Juden das \u201eobere Jerusalem\u201c zu keinem Zeitpunkt den Verlust der Stadt und des Tempels aus dem Ged\u00e4chtnis tilgen konnte, war im christlichen Kontext das in der Johannes-Apokalypse gezeichnete \u201ehimmlische Jerusalem\u201c als Antipode der irdischen Stadt so beherrschend, dass das reale Jerusalem zun\u00e4chst theologisch kaum eine Rolle spielte.<\/p>\n<p>Erst im 4. Jahrhundert, mit der imperialen Anerkennung des Christentums, trat jene Wende ein, die wir als Hintergrund f\u00fcr die koranische Entwicklung vorauszusetzen haben. Pal\u00e4stina, auf das bis dahin nur die Juden als <em>Erets Israel<\/em>, als ihr Gelobtes Land, Anspruch erhoben hatten, wurde nun zum christlichen Heiligen Land, zum Land des Herrn (<em>terra sancta\/terra domini<\/em>) umgedeutet und als solches auch dargestellt. Die Madaba-Karte aus dem 5. Jh., die Moses Bild des Gelobten Landes, gesehen vom Berg Nebo, darstellt, bietet eine \u00dcbersetzung der biblischen Landschaft in das christliche Heilige Land.<\/p>\n<p>Christliche Exegeten des 4. bis 6. Jahrhunderts traten in eine geschichtstheologische Auseinandersetzung mit den Juden ein, die f\u00fcr Jerusalem eine ihnen allein geltende eschatologische Bedeutung beanspruchten: Biblische Verhei\u00dfungen wie Ez 36-48 wurden auf den Wiederaufbau des Tempels unter j\u00fcdischer Herrschaft gedeutet,, ein Ereignis, dem apokalyptische Kriege vorausgehen w\u00fcrden. Auch die christliche Eschatologie lokalisierte die Ereignisse der Endzeit, die sie chiliastisch in die nahe Zukunft datierten, in Jerusalem. Hier w\u00fcrde nach dem noch auszufechtenden endg\u00fcltigen Sieg der Christen von dem \u201eletzten r\u00f6mischen Kaiser\u201c die Herrschaft an Christus \u00fcbergeben werden. Die Stadt Jerusalem hatte damit religions\u00fcbergreifend die Aura des erwarteten Schauplatzes apokalyptischer Ereignisse auf sich gezogen.<\/p>\n<p>Nicht weniger umstritten war die reale Stadt, zu der Juden nur ausnahmsweise, am Gedenktag der Tempelzerst\u00f6rung, Zugang hatten. Bei solchen Besuchen mussten sie selbst Zeuge der triumphalen Sieges-Architektur \u2013 pr\u00e4chtige Kirchen \u2013 in Jerusalem werden. Wie die Jerusalem-Darstellung der Madaba-Karte zeigt, galt der Sieg des Christentums \u00fcber das Judentum als besiegelt. David, der Gr\u00fcnder Jerusalems, war in beiden Religionen enthistorisiert worden; seine historische Gr\u00fcnder-Leistung war in der von Christen dominierten Realit\u00e4t durch das \u201eNeue (christliche) Jerusalem\u201c abgel\u00f6st. Dieses \u201eNeue Jerusalem\u201c steht in der Tradition der Hadrianischen Neug\u00fcndung, es tr\u00e4gt deutlich r\u00f6mische Z\u00fcge wie die beiden s\u00e4ulengerahmten Cardos und die S\u00e4ule f\u00fcr die Kaiserstatue. Vor allem aber bekr\u00e4ftigt es ideologisch \u2013 mit der Exklusion des Tempelbergs, der etwa ein F\u00fcnftel der Stadt einnehmen w\u00fcrde, der aber seit r\u00f6mischer Zeit verw\u00fcstet war \u2013 die anti-j\u00fcdische Ausgrenzungspolitik der R\u00f6mer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die koranische David-Perikope <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Antagonismus zwischen byzantinischem Christentum und Judentum beherrscht das fr\u00fche 7. Jahrhundert, das Jahrhundert des Koran, das das Jahrhundert einer \u201eWeltkrise\u201c ist. James Howard Johnston spricht zu recht von \u201eWeltkrise\u201c, weil die Jahrzehnte lang andauernden Kriege zwischen Byzanz und dem Sassanidenreich, seit 610 gef\u00fchrt von Herakleios, die s\u00fcdmittelmeerischen Gebiete nachhaltig ersch\u00fctterten. Zwei messianische Bewegungen gerieten in Kollision: die w\u00e4hrend der Kriege wieder entfachte j\u00fcdische und die von den Byzantinern aufrechterhaltene christliche, die das Eintreten der Parousie Christi an imperiale eigene Anspr\u00fcche band. Die koranische David-Perikope muss daher unter politischem Aspekt, als eine Stimme in der Auseinandersetzung um die g\u00f6ttlich legitimierte Herrschaft gelesen werden. Es versteht sich dabei von selbst, dass wir den Koran \u2013 anders als \u00fcblich \u2013 als die Mitschrift eines Ereignisses in der Zeit, nicht als ein nur vage datierbares \u201eBuch\u201c behandeln, dessen Einzeltexte man in beliebiger Folge lesen kann. Die Verk\u00fcndigung folgt einer wissenschaftlich zu rekonstruierenden Folge von Aussagen, die eine diachrone Lekt\u00fcre n\u00f6tig machen. Nicht nur kann man sie inzwischen handschriftlich mit Gewissheit in die erste H\u00e4lfte des siebten Jahrhunderts datieren; sie ist aufgrund ihrer stilistischen, vor allem aber hermeneutischen Homogenit\u00e4t als von einem \u00dcberbringer stammend anzunehmen. Es ist der islamischen Tradition, die mit Muhammad einen einzigen Verk\u00fcnder annimmt, also zuzustimmen. Wir wissen durch die neuere Forschung inzwischen sehr viel mehr \u00fcber die historischen Netzwerke, in die sich die koranische Verk\u00fcndigung eingebracht hat, als dass wir weiterhin mit von R\u00e4tseln und unl\u00f6sbaren Problemen ausgehen m\u00fcssten. Um den Koran zu einer uns vertrauten Schrift zu machen, muss es in Zukunft vermehrt um die Wahrnehmung seiner politischen Dimension in seiner Zeit gehen. Die David-Perikope kann als Beispiel dienen.<\/p>\n<p>Die wesentlichen Aussagen \u00fcber David finden sich konzentriert in Sure 38. Da hei\u00dft es \u2013 nach einer Klage \u00fcber den Unglauben der mekkanischen Zeitgenossen \u2013 in dem mit biblischen Erz\u00e4hlungen ausgef\u00fcllten Mittelteil (V. 17):<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>17\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sei du geduldig bei dem, was sie sagen!<\/p>\n<p>Und gedenke unseres kraftvollen Dieners David.<\/p>\n<p>Er war bu\u00dffertig.<\/p>\n<p>18\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wir machten die Berge dienstbar,<\/p>\n<p>dass sie mit ihm das Lob erschallen lassen,<\/p>\n<p>am Abend und am hellen Morgen,<\/p>\n<p>19\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 zusammen mit der Schar der V\u00f6gel \u2013<\/p>\n<p>ein jeder war mit ihm bu\u00dffertig,<\/p>\n<p>20\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 und wir st\u00e4rkten seine Herrschaft<\/p>\n<p>und gaben ihm Weisheit und Urteilskraft.<\/p>\n<p>21\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Kam zu dir die Kunde der Streitenden?<\/p>\n<p>Damals, als sie \u00fcber die Mauer in den Palast eindrangen,<\/p>\n<p>22\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 als sie zu David traten und er vor ihnen erschrak \u2013<\/p>\n<p>da sprachen sie: \u201eF\u00fcrchte dich nicht!<\/p>\n<p>Zwei Streitende,<\/p>\n<p>von denen der eine dem anderen Unrecht tat.<\/p>\n<p>Entscheide zwischen uns nach Recht!,<\/p>\n<p>handle nicht willk\u00fcrlich<\/p>\n<p>und f\u00fchre uns auf den geraden Weg!\u201c<\/p>\n<p>23\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eDieser mein Bruder hat neunundneunzig Schafe,<\/p>\n<p>ich nur eines. Da sprach er: \u201aVertraue es mir an!\u2019<\/p>\n<p>Und er \u00fcberw\u00e4ltigte mich in der Rede.\u201c<\/p>\n<p>24\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Da sprach er (David): \u201eEr hat dir Unrecht angetan,<\/p>\n<p>dass er dein Schaf zu seinen hinzuforderte\u201c.<\/p>\n<p>Viele, die Besitz zusammenlegen,<\/p>\n<p>tun einander Unrecht. \u2013<\/p>\n<p>Nur die nicht, die glauben und gute Werke tun,<\/p>\n<p>doch wie wenige sind das! \u2013<\/p>\n<p>David ahnte, dass wir ihn pr\u00fcfen wollten.<\/p>\n<p>Da bat er seinen Herrn um Vergebung,<\/p>\n<p>fiel nieder und kehrte sich ihm dem\u00fctig zu.<\/p>\n<p>25\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wir vergaben ihm das.<\/p>\n<p>Er ist uns nahe und hat eine sch\u00f6ne Heimkehr.<\/p>\n<p>26 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eDavid!<\/p>\n<p>Wir machen dich zu einem Statthalter auf Erden.<\/p>\n<p>So entscheide du zwischen den Menschen nach Recht<\/p>\n<p>und folge nicht der Willk\u00fcr,<\/p>\n<p>denn das f\u00fchrt dich ab von Gottes Weg.\u201c<\/p>\n<p>Die von Gottes Weg abweichen<\/p>\n<p>haben eine schwere Strafe zu erwarten<\/p>\n<p>daf\u00fcr, dass sie den Tag verga\u00dfen,<\/p>\n<p>an dem abgerechnet wird.<\/p>\n<p>Dazu ein kurzer Kommentar: Nicht der aus der Bibel bekannte K\u00f6nig David, nicht der charismatische Held, steht vor uns \u2013 der koranische David bezaubert allenfalls durch seine Kraft, die Landschaft und die Tierwelt, zum Gotteslob anzustiften (V. 17). Doch auch der anf\u00e4nglich hymnische Ton wird sogleich von dem ernsthaften Motiv der Bu\u00dffertigkeit \u00fcberstimmt. Die Perikope geh\u00f6rt zusammen mit zwei weiteren \u00fcber Salomo (V. 30-43) und Hijob (V. 44-45). Alle drei zeichnen sich als \u201ebu\u00dffertig\u201c, introspektiv, <em>auw\u0101b,<\/em> aus, etymologisch abgeleitet von einer Wurzel, die \u201ezur\u00fcckkehren\u201c bedeutet. Es geht um den Gedanken der Introspektion und Gewissenspr\u00fcfung, der sich auch in den Nachbarkulturen mit \u201eUmkehr\u201c verbindet, hebr\u00e4isch als <em>teshuva<\/em> und griechisch als <em>metanoia<\/em>. Erst der Fortgang zeigt, dass Davids Reue einem besonderen Ereignis in seinem Leben gilt.<\/p>\n<p>Doch zun\u00e4chst wird in V. 18-9 Davids Lob-Gesang thematisiert. Die f\u00fcr David bewirkte Unterwerfung der Natur und der Tierwelt, vertreten durch die V\u00f6gel, l\u00e4sst David als eine Art Orpheus-Figur erkennen, ein der Christus-Typologie entstammender Gedanke, der aus der Ikonographie bekannt war. Davids schon biblisch bezeugte Begabung zu Harfenspiel und Gesang (1 Chron 23:6, 2 Chron 7:6) hatte ihm in 2 Sam 23:1 den Ruhmestitel <em>ne\u2019im zemirot Yisra\u2019el,<\/em> der \u201esch\u00f6nstimmige S\u00e4nger Israels\u201c, eingetragen. Im Korantext ist es aber nicht er, der durch seinen Zauber die Natur und Tierwelt unterwirft, sondern es ist Gott, der diese Verwandlung f\u00fcr ihn bewirkt, also keine christologische Referenz.<\/p>\n<p>Von der Inspiration der Landschaft ist in mehreren Psalmen, vor allem in Ps 148:7-10, die Rede: \u201eBerge und alle H\u00fcgel, Fruchtb\u00e4ume und alle Zedern, Wildtiere und alles Vieh, Kriechtiere und gefl\u00fcgelte V\u00f6gel\u2026 Lobpreisen sollen sie den Namen des Herrn, denn erhaben ist sein Name allein\u201c. Insofern die Psalmen der koranischen Gemeinde als \u201eDavids Schrift\u201c, als seine Rede, gelten, (so in Q 17:55, Q 4:16), k\u00f6nnten diese Aufforderungen biographisch als Davids besondere \u2013 die Natur einbeziehende \u2013 Akte der Fr\u00f6mmigkeit verstanden werden, die er am Morgen und Abend vollzieht. In der sp\u00e4tantiken Exegese, etwa bei Ephrem von Nisibis (4. Jh.), aber auch im Talmud hat sein Verh\u00e4ltnis zur Natur allerdings eine andere Gewichtung: David erscheint hier als der gro\u00dfe B\u00fc\u00dfer, dessen exzessive Trauer \u00fcber sein Fehlverhalten sogar von den V\u00f6geln geteilt wird, sie nehmen mit ihm an seinen Bu\u00df\u00fcbungen teil. Gegen\u00fcber dieser Bu\u00dffertigkeit erscheint sein in V. 20 angesprochenes K\u00f6nigtum zun\u00e4chst eher marginal.<\/p>\n<p>Auch die einzige im Koran erz\u00e4hlte Episode aus seinem Leben (V. 21-24) soll seine Bu\u00dffertigkeit illustrieren: seine Begegnung mit zwei geheimnisvollen Gestalten, die ihm ein Drama vorspielen. Die beiden M\u00e4nner, die konspirativ in den Palast eingedrungen sind, geben sich als zwei Prozessgegner, <em>kha<\/em><em>\u1e63<\/em><em>m\u0101n<\/em>, aus und fordern sein Urteil ein. Davids Reaktion, sein Erschaudern, \u00e4hnelt demjenigen von Abraham im Angesicht der unbekannten G\u00e4ste, die ihn in Mamre aufsuchen. Auch David \u00fcberkommt Furcht, vielleicht in Vorahnung der nicht menschlichen Natur der beiden Eindringlinge, deren Streitfall er am Ende selbst als eine g\u00f6ttliche Pr\u00fcfung erkennt, so dass er wie Abraham eingangs mit einem \u201eF\u00fcrchte dich nicht!\u201c bes\u00e4nftigt werden muss.<\/p>\n<p>Der vermeintliche Streitfall, V. 21, entspricht dem Gleichnis Nathans aus 2 Sam 12,1-4, mit dem der Prophet dem K\u00f6nig sein Vergehen des Ehebruchs mit der Gattin seines Feldherrn Uriah vorh\u00e4lt: ein reicher Mann, Besitzer gro\u00dfer Herden, bedient sich f\u00fcr sein Gastmahl nicht seiner eigenen Tiere, sondern vergreift sich an dem kargen Besitz seines armen Nachbarn, der nur ein einziges Lamm besitzt, das ihm dazu besonders lieb ist. Das Gleichnis wird in Q 38:22f. aber nicht erz\u00e4hlt, sondern von den beiden Streitenden inszeniert. Anstelle der im biblischen Bericht erw\u00e4hnten \u201evielen Schafe und Rinder\u201c im Besitz des reichen Mannes ist dabei von 99 Schafen die Rede, eine rhetorische Zuspitzung, die eine Rezeption des Jesus-Gleichnisses in Mt 18,12 durchscheinen l\u00e4sst. In dem Evangeliengleichnis geht es jedoch \u2013 ganz unabh\u00e4ngig von der David-Geschichte \u2013 um den hohen Wert, den ein Sch\u00e4fer (Besitzer von hundert Schafen) einem einzigen, verlorenen Schaf beimisst, so dass er sich unter Zur\u00fcckstellung der gesamten Herde nach ihm auf die Suche macht. Das <em>tertium comparationis<\/em> bei der Kontextualisierung beider Gleichnisse ist der hohe emotionale Wert des jeweils einen Schafes, den es in den Augen seines Eigent\u00fcmers besitzt. W\u00e4hrend aber das Natan-Gleichnis eine \u00dcbersetzung von Davids \u2013 vorher berichteten \u00dcbergriff auf die eine Frau des Uriah \u2013 ist, bleibt das konkrete Vergehen im Koran unausgesprochen.<\/p>\n<p>David geht mit seinem Richtspruch auf den ihm vorgespielten Fall ein, V. 24. Er ahnt jedoch, dass hinter der vorgespielten Entscheidungssuche eine g\u00f6ttliche Pr\u00fcfung steht und wirft sich dem\u00fctig nieder, um Vergebung zu erbitten. Die sp\u00e4tantike Lekt\u00fcre der biblischen Davidgeschichte geht \u00fcber die biblisch berichtete Zerknirschung Davids hinaus, denn hier geht es um Gewissenspr\u00fcfung. Im Talmud wird sogar die \u00dcbertretung selbst als eine g\u00f6ttliche Pr\u00fcfung verstanden. Pr\u00fcfung ist ein Schl\u00fcsselbegriff der sp\u00e4tantiken Ethik, die der Innerlichkeit besondere Bedeutung zumisst.<\/p>\n<p>David ist in der Sp\u00e4tantike und so auch koranisch ein \u201eProphet\u201c, dem charakterliche Integrit\u00e4t eignen sollte. Davids Ersch\u00fctterung, seine Einsicht in die nicht bestandene g\u00f6ttliche Pr\u00fcfung, wird dieser Erwartung gerecht. Die nach biblischem Zeugnis mit dem Vergehen verlorene innerweltliche Gunst Gottes, die sein weiteres Schicksal \u00fcberschattet, wird nicht ber\u00fchrt. Sein Geschick wird vielmehr, nachdem er Vergebung erlangt hat, V. 25, unter einen eschatologischen Aspekt gestellt. Ihn erwartet \u201eeine sch\u00f6ne Heimkehr\u201c, <em>\u1e25<\/em><em>usnu ma<\/em><em>\u02be<\/em><em>\u0101<\/em><em>b,<\/em> wohl der Eintritt ins Paradies.<em> Ma<\/em><em>\u02be<\/em><em>\u0101<\/em><em>b<\/em> ist Derivat desselben Verbal-Stammes, von dem auch <em>auwab<\/em>, ,bu\u00dffertig\u2018, abgeleitet ist. Die Verhei\u00dfung, dass den zur \u201eUmkehr\u201c Bereiten (<em>auwab<\/em>) eine sch\u00f6ne \u201eHeimkehr\u201c (<em>ma\u2019ab<\/em>) erwartet, wird also bereits durch die arabische Sprache selbst nahegelegt. Damit ist der historische David im Koran bereits vorgestellt. Aus dem antiken, heroischen und tragischen David ist ein sp\u00e4tantiker eschatologisch orientierter, verinnerlichter David geworden. Dazu passt, dass ihm die \u00dcberbringung der Psalmen zugeschrieben wird, die als eine \u201eSchrift\u201c verstanden werden, eine introspektive Version der Tora, die Mose \u00fcberbracht hat, und des von Jesus \u00fcberbrachten Evangeliums.<\/p>\n<p>Weitere Kurzerw\u00e4hnungen Davids betreffen isolierte Details, etwa seine F\u00e4higkeit, Panzerhemden anzufertigen \u2013 ein K\u00f6nnen, f\u00fcr das er auch schon in der vorislamischen Legende bekannt war. Auch sein Kampf mit Goliath findet \u2013 allerdings erst Jahre sp\u00e4ter, in einer medinischen Sure \u2013 Erw\u00e4hnung, wobei David als Sieger mit Herrschaft und Weisheit belohnt wird. Diese Details werden in der exegetischen Literatur weiter entfaltet, sie werden jedoch keiner theologischen Sto\u00dfrichtung untergeordnet.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<h3><strong>Der metahistorische David im Koran <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es folgt mit V. 26 aber noch eine \u2013 vielleicht etwas sp\u00e4ter erg\u00e4nzte \u2013 direkte Anrede an David, die das zentrale (politische) Thema der mittelmekkanischen Verk\u00fcndigungen aufgreift, n\u00e4mlich die gerechte Herrschaft, <em>al-<\/em><em>\u1e25<\/em><em>ukm bi-l-<\/em><em>\u1e25<\/em><em>aqq <\/em>und ihr Verh\u00e4ltnis zu den messianischen Erwartungen der Zeit.<\/p>\n<p>David wird hier \u2013 sehr unerwartet nach den vorausgehenden Kontextualisierungen mit dem Naturreich und dem Viehz\u00fcchterwesen \u2013 als \u201eStatthalter (Gottes) auf Erden\u201c, <em>khalifa,<\/em> akklamiert, eine einzigartige Auszeichnung, die sp\u00e4ter, in einem medinischen Vers, nur noch Adam und damit der Menschheit insgesamt zugesprochen wird. Diese Aussage ist innerhalb der Perikope unerwartet politisch. Zieht man aber das Entstehungsmilieu der Verse aus einem von apokalyptischen Erwartungen ersch\u00fctterten Kontext in Betracht, so ist es kein Zufall, dass David, als einzige historische Gestalt im Koran, mit diesem Titel geehrt wird. Die besondere Auszeichnung als <em>khal\u012bfa<\/em> muss mit seiner Modellrolle zusammenh\u00e4ngen, die er in der j\u00fcdischen und christlichen sp\u00e4tantiken Tradition als Typus des messianischen K\u00f6nigs innehat. Noch der Talmud diskutiert \u2013 zu Daniels Beschreibung des Weltgerichts, wo es hei\u00dft: \u201eThrone wurden aufgestellt\u201c \u2013 eine messianische Auslegung: Die mehreren Throne seien \u201ezwei Throne\u201c, bestimmt f\u00fcr Gott und den Messiask\u00f6nig David\u201c. Wenn sich diese \u201eZwei M\u00e4chte im Himmel\u201c-Theologie bei den Rabbinen auch nicht durchsetzen konnte, so verbindet sich doch mit David f\u00fcr die Juden die nachexilische Hoffnung, dass Gott einen Nachkommen aus dem Haus David erwecken und als zuk\u00fcnftigen irdischen Herrscher einsetzen wird (Jes 11,1; Jer 23,5-6). Der \u201eneue David\u201c soll \u00fcber Israel herrschen und wie der von Gott erw\u00e4hlte Gottesdiener David f\u00fcr Recht und Ordnung sorgen: \u201eDavid, mein Diener soll K\u00f6nig \u00fcber sie sein \u2026.und sie sollen meinen Gesetzen folgen\u2026\u201c. David ist in der Sp\u00e4tantike Symbol einer zuk\u00fcnftigen messianischen Heilszeit.<\/p>\n<p>Der Titel <em>khal\u012bfa, \u201eStellvertreter\u201c,<\/em> \u00fcbersetzt w\u00f6rtlich aber einen byzantinischen Begriff, \u201evicarius\u201c, und evoziert damit eine K\u00f6nigtumsvorstellung, die in der byzantinischen politischen Theorie der nach-konstantinischen Zeit eine Gottes-Stellvertreterschaft f\u00fcr den Herrscher reklamierte. In dieser Theorie spielt auch David eine Modellrolle. Gerade diese imperiale Konnotation von Herrschaft wird im Koran nun unterminiert. Hier ist die Auszeichnung mit <em>khalifa\/vicarius<\/em> auf diejenige eines idealen Herrschers zur\u00fcckgeschnitten, dem keine Zukunftsherrschaft verhei\u00dfen wird, sondern der den g\u00f6ttlichen Satzungen wie alle anderen Menschen unterliegt, und der sich der Unumst\u00f6\u00dflichkeit des J\u00fcngsten Gerichts bewusst sein soll. Die Aufforderung, in die Rolle eines musterhaften K\u00f6nigs einzutreten, m\u00fcndet denn auch ein in eine eschatologische Ermahnung. Von der messianischen Verhei\u00dfung ist gerade keine Rede.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Stadt Davids zwischen den Religionen<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Welche Bedeutung f\u00e4llt nun, wenn in der koranischen Verk\u00fcndigung schon Davids messianische Bedeutung abgewehrt ist, seiner Stadt, dem im 7. Jahrhundert milit\u00e4risch und ideologisch so stark umk\u00e4mpften Jerusalem, zu?<\/p>\n<p>Sure 38 geh\u00f6rt in die mittelmekkanische Zeit, ihre Verk\u00fcndigung koinzidiert mit den sich zuspitzenden Auseinandersetzungen zwischen Byzanz und dem Sassanidenreich, die schlie\u00dflich, im Jahre 614, in der Eroberung des byzantinischen Jerusalem durch die Sassaniden kulminieren. Es ist dieses Ereignis, das den katastrophalen Tiefpunkt der einstigen Macht-F\u00fclle der Christen markiert, auf das die koranische Verk\u00fcndigung antwortet. Die Frage, die sich in dieser Lage stellt, ist: Wessen Erbe ist die \u2013 von David gegr\u00fcndete und messianisch in seiner Erwartung stehende \u2013 Stadt Jerusalem?<\/p>\n<p>Aus j\u00fcdischer Perspektive ist die Antwort eindeutig: Wie das 18-Bitten-Gebet bezeugt, besteht die vitale Erwartung der R\u00fcckkehr Gottes in seine Stadt, der Aufrichtung des Thrones Davids und der Herrschafts\u00fcbernahme durch einen Messias an seiner Stelle.<\/p>\n<p>Christen k\u00f6nnten Davids messianische Verhei\u00dfung bereits in dem \u201eNeuen Jerusalem\u201c best\u00e4tigt sehen, in dem die Stadt von christlichen Heiligt\u00fcmern gef\u00fcllt ist. Doch in der politischen Krise, w\u00e4hrend der andauernden Perserkriege, in denen der status quo gef\u00e4hrdet wird, muss David von neuem f\u00fcr die Gegenwart reklamiert werden. Bei den Hofhistorikern des byzantinischen Herrschers der Zeit erscheint dieser selbst als ein <em>alter ego<\/em> Davids. Dies manifestiert sich besonders im Kontext des Kampfes um Jerusalem.<\/p>\n<p>Byzantinische Historiker beschreiben die Einnahme Jerusalems im Jahr 614 als ein Ereignis, das mit der Zerst\u00f6rung von Sakralbauten, der Verschleppung der Reliquie des heiligen Kreuzes und der Ermordung von Gl\u00e4ubigen, die Dimensionen der Zerst\u00f6rung des davidisch-salomonischen Tempels erreicht hat, ein Bild, das auch im Koran vermittelt wird. Entsprechend wird auch die R\u00fcckholung der Kreuzes-Reliquie nach dem Sieg des Herakleios \u00fcber die Sassaniden im Jahr 630 bei Georgios Pisidis wieder mit David in Verbindung gebracht; Pisidis vergleicht in seinem Gedicht zur Restitution des heiligen Kreuzes (<em>In restitutionem Sanctae Crucis<\/em>) Herakleios mit dem tanzenden K\u00f6nig David, der den Einzug der Bundeslade nach Jerusalem begleitet (2 Samuel 6,5 und 6,14-15), er l\u00e4sst den Kaiser bei seinem Einzug in Jerusalem mit dem Heiligen Kreuz von tanzenden Engeln begleiten. Diese David-Referenz steht nicht allein. Einen \u00e4hnlichen Anspruch auf Verwandtschaft bezeugen die zu Anfang des letzten Jahrhunderts auf Zypern gefundenen Silberplatten aus Herakleios\u2018 Regierungszeit, auf denen Szenen aus dem Leben Davids dargestellt sind, die typologisch auf Herakleios hinzudeuten scheinen. Sie stellen u.a. Davids Einheirat in die K\u00f6nigsfamilie, und seinen \u2013 bereits oben vorgestellten \u2013 Sieg \u00fcber einen \u00fcberm\u00e4chtigen Gegner dar. Auch Herakleios hatte in die herrschende Familie eingeheiratet, auch er sollte sich schlie\u00dflich erfolgreich gegen einem \u00fcberm\u00e4chtigen Gegner Chosrow durchsetzen.<\/p>\n<p>Wie wir sahen, spielen gerade diese f\u00fcr die byzantinische Reichsideologie wichtigen, weil auf Herakleios \u00fcbertragbaren Ereignisse aus dem Leben Davids f\u00fcr das koranische David-Bild gar keine Rolle. So wird der Sieg \u00fcber Goliath erst Jahre sp\u00e4ter, in Medina, sehr kurz berichtet. Wenn David vor allem ein B\u00fc\u00dfer, ein S\u00e4nger und eine Art Natur-Magier ist, als Herrscher aber wie jeder andere den Gerichtstag f\u00fcrchten muss, ist er eine \u2013 politisch als solche intendierte \u2013 Gegenfigur zu dem byzantinischen Herrscher \u2013 und damit geeignet, dessen triumphales Selbstbild als zweiter David zu konterkarieren.<\/p>\n<p>Aber es geht bei der Auseinandersetzung mit Herakleios nicht nur um Polemik. Vielmehr kommt den Ereignissen im byzantinischen Jerusalem eine Schl\u00fcsselrolle f\u00fcr die Identit\u00e4tsbildung der koranischen Gemeinde zu. Wir wissen, ohne daf\u00fcr koranische Zeugnisse zu besitzen, dass ihre Gebetsrichtung w\u00e4hrend der mittelmekkanischen Zeit die nach Jerusalem war. Diese Ausrichtung steht in engem Zusammenhang mit einer vision\u00e4ren Erfahrung des Propheten, seiner Nachtreise nach Jerusalem, die in diese Zeit datiert und die im Koran eine prominente Stellung einnimmt: Q 17:1:<\/p>\n<p><em>Gepriesen sei der seinen Diener nachts reisen lie\u00df <\/em><\/p>\n<p><em>von der heiligen Gebetsst\u00e4tte (d.h. Mekka) zur fernen Gebetsst\u00e4tte (d.h. Jerusalem), <\/em><\/p>\n<p><em>die wir ringsum gesegnet haben, um ihm von unseren Zeichen zu zeigen, <\/em><\/p>\n<p><em>Er ist der H\u00f6rende, der Wissende. <\/em><\/p>\n<p>Der Hintergrund dieser vision\u00e4ren Reise des Propheten, die ihn nach Jerusalem versetzte, ist politisch. Denn die Nachtreise des Propheten dokumentiert eine Ann\u00e4herung der Gemeinde an das von der Katastrophe 614 heimgesuchte Jerusalem. Die in dieses Jahr datierende Eroberung der christlichen Stadt war f\u00fcr die Monotheisten der s\u00fcdmittelmeerischen Provinzen keine nebens\u00e4chliche Episode. Angesichts der damit wieder aufflammenden Messias-Erwartungen der Juden und der zeitweiligen Niederschlagung der Aspirationen der Byzantiner war das Ereignis ein Alarmsignal, das auch von der Gemeinde in Mekka eine Stellungnahme herausforderte. Sie manifestiert sich in dem Entr\u00fcckungsvers, der nun eine \u201eHeiligkeitsachse\u201c zwischen Mekka und Jerusalem herstellt und damit die mekkanische Gemeinde ein f\u00fcr alle Mal mit Jerusalem verbindet \u2013 allerdings nicht mit dem zerst\u00f6rten Tempel, auch nicht etwa mit den dortigen pr\u00e4chtigen Kirchen, sondern mit der weder j\u00fcdischen noch christlichen \u201eferneren Gebetsst\u00e4tte\u201c, <em>al-masdjid al-aqsa. <\/em>Sie ist am ehesten mit dem heiligsten Ort, der bereits von Salomo zur Gebetsrichtung erhoben worden war, dem Tempelberg, zu verbinden, denn sie liegt auf (oder \u00fcber) dem Areal, \u201edas wir ringsum gesegnet haben\u201c; sie ist jedoch \u201efern\u201c, also wohl als \u00fcberirdisch, oder zumindest \u00fcber dem irdischen Ort schwebend, anzunehmen, als Schauplatz des Gottesdienstes der Engel. Jerusalem ist damit \u2013 f\u00fcr etwa ein Jahrzehnt \u2013 das sakrale Zentrum der Gemeinde geworden, zu dem hin alle ihre Gebete konvergieren.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Jerusalem der fr\u00fch-islamischen Gemeinde<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ist Jerusalem f\u00fcr sie \u2013 wie f\u00fcr Juden und Christen \u2013 der Ort apokalyptischer Ereignisse der Endzeit? Oder ganz apolitisch ein spiritueller Ort des Gottesdienstes? Die islamische Vorstellung l\u00e4sst sich am ehesten durch eine Gegen\u00fcberstellung mit Herakleios\u2018 Jerusalem-Begriff demonstrieren. Herakleios war es 628 gelungen, die Perser zu besiegen und die Kreuzesreliquie aus Ctesifon zur\u00fcckzuholen. Im Jahr 630, etwa zeitgleich mit Muhammads Einnahme von Mekka, zieht er wieder in Jerusalem ein. Zu diesem Ereignis, das den H\u00f6hepunkt seiner Herrscherkarriere markiert, gibt es eine weitverbreitete Legende, die sein besonderes, am apokalyptischen Denken der Zeit orientiertes Verh\u00e4ltnis zu Jerusalem spiegeln soll. Nach dieser Legende, die u.a. in der <em>Legenda aurea<\/em> \u00fcberliefert ist, traf der Kaiser bei seinem Einzug in Jerusalem im Jahre 630, als er die Kreuzesreliquie nach Golgatha zur\u00fcckbringen will, zun\u00e4chst auf Hindernisse. Zu Pferd und in kaiserlichem Prunk will er durch das \u00f6stliche Tor des Tempelbergs einziehen, eben das Tor, durch das nach der Prophezeiung Ezechiels Gott in die Stadt zur\u00fcckkehren wird, oder \u2013 sp\u00e4tantik gedacht \u2013 der Messias Ben David eintreten wird. \u201eDoch fielen pl\u00f6tzlich Steine aus dem Tor herunter, so als ob sie es verschlie\u00dfen sollten. Da erschien ein Engel, der ihn zur Demut gemahnt. Der Kaiser legt daraufhin seine Prachtgew\u00e4nder ab und n\u00e4hert sich barf\u00fc\u00dfig dem Tor. Sofort weichen die Steine zur\u00fcck und lassen ihn passieren.\u201c<\/p>\n<p>Das Szenario nimmt dasjenige der einige Jahrzehnte sp\u00e4ter redigierten syrischen Pseudo- Methodius-Apokalypse vorweg, nach welcher \u201eder letzte r\u00f6mische Kaiser\u201c seine Krone vom Haupt nehmen wird und sie dem Gekreuzigten darbringt. Der letzte r\u00f6mische Kaiser wird der chiliastischen Endzeit-Berechnung der Byzantiner zufolge mit der Niederlegung seiner Macht den Weg f\u00fcr das Gottesreich freimachen. Die Legende reflektiert diesen ehrgeizigen apokalyptischen Anspruch, den Herakleios in seiner eigenen Kriegspropaganda zufolge lange Zeit gehegt hat.<\/p>\n<p>Es ist bemerkenswert, dass Muhammad \u2013 obwohl faktisch in einem Nachfolge-Verh\u00e4ltnis zu Herakleios stehend, denn die von Herakleios zur\u00fcckgewonnenen ostmittelmeerischen Provinzen der Byzantiner fielen bereits kurz nach dem Tode des Propheten an die muslimischen Truppen \u2013 nicht in die Fu\u00dfstapfen des \u201eletzten r\u00f6mischen Kaisers\u201c eintrat und etwa davidische Anspr\u00fcche erhob. Ein sp\u00e4tmedinischer Koranvers kann sein ganz anderes Herrscherbild illustrieren: Der aus der gesamten Verk\u00fcndigung herausragende Vers, der Muhammad f\u00fcr ein einziges Mal eine transzendente Dignit\u00e4t verleiht, ist auch sonst nicht unbeachtet geblieben. Er wird von Abdalmalik, dem Bauherrn des Felsendoms, in seiner gro\u00dfen Bau-Inschrift im Inneren des Baus, in der er auf eigene Namensnennung g\u00e4nzlich verzichtet, gleich mehrmals zitiert, um den Propheten auf Augenh\u00f6he zu dem theologisch bereits transzendente Dimension besitzenden Jesus zu r\u00fccken.<\/p>\n<p>Wieder sind Engel involviert, die ihn als Herrscher, oder besser: als geistigen F\u00fchrer best\u00e4tigen. In Q 33:56 hei\u00dft es:<\/p>\n<p><em>Gott und die Engel beten \u00fcber dem Propheten, <\/em><\/p>\n<p><em>ihr die ihr glaubt, betet auch ihr \u00fcber ihm <\/em><\/p>\n<p><em>und w\u00fcnscht ihm Heil.<\/em><\/p>\n<p>Hier ist es aber keine wunderbare Engelerscheinung an einem messianisch konnotierten Ort im irdischen Jerusalem, die den Herrscher bei seinem Einzug in die heilige Stadt unterst\u00fctzt, sondern ein Engelkollektiv im transzendenten Raum, das seine W\u00fcrde als geistiges Oberhaupt seiner Gemeinde best\u00e4tigt. Der hier eingeblendete Gottesdienst der Engel ist am ehesten im himmlischen Heiligtum, im <em>masdjid al-<\/em><em>aq<\/em><em>\u1e63<\/em><em>\u0101, <\/em>vorzustellen. Auch hier geht es um gottgewollte Herrschaft, jedoch nicht um imperiale Macht nach byzantinischem Muster oder davidisch-messianisches K\u00f6nigtum, wie von den Juden ersehnt, sondern um die Implementierung der vom Propheten verk\u00fcndeten sakralen Ordnung, die nicht an eine irdische Herrscherfigur gebunden ist. David, der Prophet, ist zwar historisch ein Vorbild, metahistorisch aber problematisch \u2013 eine Herausforderung zum politischen Nachdenken.<\/p>\n<p>Gerade angesichts der politischen Problematik des von zwei Religionen mit David und seiner Stadt verbundenen Messianismus, angesichts der Unvers\u00f6hntheit von Judentum und Christentum, hat aber das historische Erbe Davids, die Stadt Jerusalem, in kaum zu \u00fcbersch\u00e4tzender Weise vom Islam profitieren k\u00f6nnen. Denn die neue islamische sakrale Ordnung hat ca. 60 Jahre nach der Einnahme Jerusalems 638 auch auf das Stadtbild des irdischen Jerusalem ordnend eingewirkt. Nach dieser Einnahme, die laut einem zwischen dem zweiten Kalifen Omar ibn al-Khattab und dem byzantinischen Patriarchen Sophronius abgeschlossenen Vertrag den Christen den Fortbestand ihrer Rechte garantierte, wurde auch den Anspr\u00fcchen der Juden Rechnung getragen: nicht nur wurde das Aufenthaltsverbot in der Stadt f\u00fcr sie aufgehoben, es wurde auch der ihnen heilige Ort, der Tempelberg, wieder in die Stadt eingemeindet.<\/p>\n<p>Dem als Bauherrn des 691 fertiggestellten Felsendoms verdienten Abdalmalik ist die bedeutende Leistung zu verdanken, dass der so lange verw\u00fcstete, zu einem Zeichen der \u201eSchande\u201c herabgestufte Tempelberg Salomos wieder mit Gottesh\u00e4usern bebaut wurde und das durch das Vakuum augenf\u00e4llig gemachte Schisma zischen Judentum und Christentum wenigstens architektonisch \u00fcberbr\u00fcckt wurde. Der Islam hat sich damit als das erweisen, was er laut einem theologisch herausragenden Koranvers vor allem sein sollte: eine \u201eGemeinde der Mitte\u201c, man k\u00f6nnte zugespitzt sagen: eine \u201edazwischentretende Gemeinde\u201c, <em>umma wasat. <\/em>Es ist erst der islamischen Neu-Ordnung zu verdanken, dass die Schande der sechs Jahrhunderte andauernden Tabuisierung des Tempelbergs, der eigentlichen \u201eWiege des Monotheismus\u201c, schlie\u00dflich bedeckt worden ist. Der Bau Abdalmaliks beansprucht dabei nicht viel f\u00fcr die eigene Machtrepr\u00e4sentation: er zeigt keine imperialen Ma\u00dfst\u00e4be, ganz anders als der etwa 150 Jahre \u00e4ltere justinianische \u201eNeue Salomonische Tempel\u201c, die Hagia Sophia in Konstantinopel, sondern rekurriert lediglich mit der identischen Wiederaufnahme des Kuppel-Durchmessers auf die Kirche des lokal am h\u00f6chsten geehrten Jesus. Auch mit der Auskleidung des Baus mit Mosaiken, die urspr\u00fcnglich nicht nur innen, sondern auch au\u00dfen zu sehen waren, wird die Sprache der christlichen Sakralbauten Jerusalems aufgegriffen, mit denen der Bau offenbar in einen Dialog treten soll. Die Inschriften im Inneren \u2013 fast durchweg Koranzitate \u2013 weisen zwar einzelne christologische Aussagen zur\u00fcck, lassen aber generell den Tenor einer Harmonisierung, einer auf-Augenh\u00f6he-Stellung von Jesus und Muhammad erkennen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>David zwischen den Religionen<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein kurzer Rekurs auf die eingangs gestellte Frage nach der Teilhabe des Islam an der j\u00fcdisch-christlichen DNA sei an den Schluss gestellt: David spielt bereits zur Zeit der Korangenese in den beiden \u00e4lteren Religionen unter den biblischen Figuren eine Sonderrolle, insofern er nicht nur historisch Vorbild, sondern als metahistorisch als Herrscher eine Hoffnungsfigur ist. In diesem Punkt erweist sich nun die islamische David-Rezeption als widerst\u00e4ndig. Die koranische Verk\u00fcndigung schlie\u00dft sich nicht der j\u00fcdischen oder christlichen Deutung an, die beide \u2013 antagonistisch und daher mit politisch katastrophalen Konsequenzen \u2013 David als Pr\u00e4figuration einer Erl\u00f6serfigur in Anspruch nehmen. Der Koran entmythisiert David, stellt ihn zur\u00fcck in den Kontext der Weisheitsliteratur, den er mit Salomo und Hijob \u2013 die beide in derselben Sure zur Sprache kommen \u2013 teilt. Sie insistiert auf seinem biblisch bezeugten, aber erst sp\u00e4tantik, d. h. talmudisch und kirchensyrisch fokussierten gottesdienstlichen Eifer und seiner Bu\u00dffertigkeit. Vor allem aber stellt sie David als Mittelpunkt, geradezu als Verk\u00f6rperung des neuralgischen Punktes, der beiden \u2013 ebenfalls in der Sp\u00e4tantike herausgebildeten \u2013 \u00e4lteren Religionen dar: David steht im Fokus der f\u00fcr sie charakteristischen messianischen Denkweise, ihrer Annahme eines den Logos verk\u00f6rpernden und erwarteten Erl\u00f6sers, der in der Zukunft (wieder)erscheinen wird. Diese \u201eZwei-M\u00e4chte-im-Himmel\u201c-Theologie, die bereits in der rabbinischen Theologie verworfen wurde, stellt in koranischer Sicht die Einheit Gottes infrage. Sie wird daher an allen Stellen, an denen vom Logos die Rede ist, zugunsten der Vorstellung von einer Art \u201eInverbation\u201c, einer Einkleidung des Logos in verst\u00e4ndliches Menschenwort, ausgeschlossen.<\/p>\n<p>W\u00e4re auch der Islam ohne Jerusalem und ohne den Tempel nicht zu denken? Gewiss nicht. Der Islam, konkret die koranische Verk\u00fcndigung, baut wie die beiden \u00e4lteren Religionskulturen auf den durch die Tempelzerst\u00f6rung in Bewegung gesetzten Innovationen auf, auch hier also die Ersetzung des Opfers durch Liturgie, die Fokussierung der himmlischen und dann irdischen Schrift, und eine neue Innerlichkeit. Mit ihrem neuen Heiligtumsbegriff des himmlisch-irdischen Tempels, der \u201eferneren Gebetsst\u00e4tte\u201c, des <em>masdjid al-aqsa<\/em>, stellt sich die koranische Verk\u00fcndigung in den Kontext sp\u00e4tantiker j\u00fcdischer wie christlicher Jerusalem-Vorstellungen. Dass die Entwicklung hier nicht vergleichbar linear verlief, sondern eher dialektisch, erkl\u00e4rt sich aus dem Sp\u00e4t-Hinzugekommen-Sein des Islam, der als Theologumena in einer Zeit des <em>sectarian strife<\/em>, der theologischen und ideologischen Krise, nicht mehr einfach akzeptiert, sondern auch debattiert zu werden hatte.<\/p>\n<p>David ist also im Koran pr\u00e4sent, aber doch verschieden von seiner biblischen Repr\u00e4sentation, er ist nur eingeschr\u00e4nkt narrative Figur. Die exegetische und die hagiographische Tradition des Islam, die nachtr\u00e4glich viel biblisches Wissen in seine Vita eingetragen haben, kennen ihn n\u00e4her als die koranische Gemeinde \u2013 nicht aber als menschlich ambivalente Gestalt, sondern eher als emotional vorbildlichen B\u00fc\u00dfer; sie kennen ihn aber gar nicht mehr als Teil des sp\u00e4tantiken Diskurses, als brisante Figur auf dem Schachbrett einer Argumentation. Der Koran dagegen \u2013 das l\u00e4sst sich an der David-Gestalt von neuem aufzeigen \u2013 bietet nicht die Nacherz\u00e4hlung biblischer Geschichten, sondern ist weitgehend auf diesen Geschichten aufbauende politische Theologie, eine kritische, alles mythisch Erscheinende abwehrende Stimme im Konzert zwischen den bereits herausgebildeten Religionen. Dass diese Stimme zu ihrer Zeit nicht geh\u00f6rt worden ist, mag mit der topographischen Marginalit\u00e4t der koranischen Gemeinde begr\u00fcndbar sein. Dass sie auch auf die Dauer nicht geh\u00f6rt worden ist, h\u00e4ngt vor allem mit der rasch erfolgten Tabuisierung des Islam durch fr\u00fche christliche Ideologien zusammen, die bereits mit Johannes von Damaskus beginnt. Will man heute aber ernsthaft einen Dialog mit dem Islam beginnen, so wird ein Neubedenken der exklusivistisch aufrechterhaltenen messianischen Anspr\u00fcche der beiden \u00e4lteren Religionen unumg\u00e4nglich sein. Damit soll nicht die \u2013 groteske \u2013 Forderung nach der Aufgabe von Messias- bzw. Parusie-Erwartungen erhoben werden, wohl aber daran erinnert werden, dass die hermeneutische \u00dcbersetzung der beiden Theologumena in ein inklusivistischeres Denken noch immer ein Desiderat ist.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>David, der Gr\u00fcnder der Stadt Jerusalem, und Salomo, der Erbauer des Tempels, stehen am Anfang unserer gemeinsamen j\u00fcdisch-christlichen Religionsgeschichte. Ohne Jerusalem und ohne seinen Tempel w\u00e4ren Judentum und Christentum nicht denkbar. Das Mittelalter und noch die fr\u00fche Neuzeit stellen in Weltkarten die bewohnte Welt um Jerusalem als ihr Zentrum herum ausgelegt dar. 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