{"id":104498,"date":"2025-04-29T12:02:09","date_gmt":"2025-04-29T10:02:09","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=104498"},"modified":"2025-04-29T12:02:11","modified_gmt":"2025-04-29T10:02:11","slug":"der-messias-ahne-als-raeuberhauptmann-schurke-bisexueller-und-ehebrecher-koenig-david-und-die-dialektische-ethik-der-hebraeischen-titel","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/der-messias-ahne-als-raeuberhauptmann-schurke-bisexueller-und-ehebrecher-koenig-david-und-die-dialektische-ethik-der-hebraeischen-titel\/","title":{"rendered":"Der Messias-Ahne als R\u00e4uberhauptmann, Schurke, Bisexueller und Ehebrecher"},"content":{"rendered":"<p>Der Messias-Ahne als R\u00e4uberhauptmann, Schurke, Bisexueller und Ehebrecher \u2013 K\u00f6nig David und die Dialektische Ethik der Hebr\u00e4ischen Bibel<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Grundz\u00fcge K\u00f6nig Davids<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der Messias komme aus dem Hause David. So die christliche <em>and<\/em> j\u00fcdische Verhei\u00dfung. Christen sagen: Der Messias <em>ist<\/em> bereits gekommen. Jesus ist der Messias, der Heiland, der Christus. Nein, sagen Juden: Der Maschiach, w\u00f6rtlich: der Gesalbte oder auch der (von Gott) Gesandte <em>wird <\/em>kommen.<\/p>\n<p>Die j\u00fcdische Tradition w\u00e4re nicht j\u00fcdisch, h\u00e4tte sie ausgerechnet hier auf Dialektik verzichtet.<\/p>\n<p>Die alttestamentliche Messiasverhei\u00dfung ist \u2013 nicht nur der wegen des krassen \u00dcbersetzungsfehlers aus Jesaja 7, 14 (\u201eJungfrau\u201c statt \u201ejunge Frau\u201c) \u2013 alles andere als eindeutig. \u201eSchuld\u201c ist einmal mehr die Septuaginta. Die Siebzig (wohl ausschlie\u00dflich\u2026) M\u00e4nner \u00fcbersetzten in Alexandria seit dem dritten vorchristlichen Jahrhundert Numeri 24, 17 anthropozentrisch. Aus \u201eund es wird sich ein <em>Stamm <\/em>aus Israel erheben\u201c machten sie: \u201eund es wird sich ein <em>Mensch<\/em> bzw. Mann aus Israel erheben.\u201c Das war Basis und Beginn der seit dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert unter Juden zunehmend menschbezogenen Messiaserwartung. Siehe das Buch Daniel oder, noch personalistischer, das (apokryph) \u00c4thiopische Henoch-Buch sowie, im ersten nachchristlichen Jahrhundert, also quasi im Wettbewerb zum entstehenden Christentum, ebenfalls apokryph, Das Vierte Buch Esra sowie die Griechische Baruch-Apokalypse. In der Vision Esras sitzt der \u201eBar Enosch\u201c bzw. Menschensohn (wie Jesus) auf dem Thron Gottes oder zu seiner Rechten.<\/p>\n<p>Die j\u00fcdisch-davidische Personalisierung des Messiask\u00f6nigs war sowohl hochpolitisch als auch, daraus abgeleitet, nostalgisch. Sie hatte vornehmlich drei Gr\u00fcnde: Erstens die sich steigernde Abneigung gegen das aus dem einst puristisch j\u00fcdischen Makkab\u00e4ern hervorgegangene, dann extrem hellenistische K\u00f6nigshaus der Hasmon\u00e4er. Zweitens Opposition und Widerstand gegen die seit 63 v. Chr. w\u00e4hrende r\u00f6mische Besatzung. Drittens Opposition und Widerstand gegen das neuj\u00fcdisch idum\u00e4ische K\u00f6nigshaus Antipatros-Herodes. Messiaserwartung und \u201eDavidisierung\u201c sind nicht zuletzt der Suche nach der vermeintlich guten, altj\u00fcdischen Zeit geschuldet.<\/p>\n<p>Aus dieser in der Gegenwart wirksame und auf die physische plus metaphysische Zukunft gerichtete Nostalgie-\u00c4ra stammt die Urform des Achtzehner-Gebetes (eigentlich ein 19er-Gebet) \u2013 fromme Juden sprechen es an Werktagen dreimal t\u00e4glich \u2013 aus der Sp\u00e4tzeit des Zweiten Tempels, der 70 n. Chr. im J\u00fcdischen Krieg von den R\u00f6mern zerst\u00f6rt wurde.<\/p>\n<p>Die Tanaiten von Jawne (Jamnia) haben das 18er-Gebet im ersten nachchristlichen Jahrhundert umgestaltet. Einer von Ihnen war Rabban bzw. Rabbi Gamliel, der Lehrer (und Retter) des Apostels Paulus. Sieben der 18 Gebete sind der Messias-Hoffnung und -Ewartung gewidmet.<\/p>\n<p>Rabban Gamliel, Paulus. Beide Namen erkl\u00e4ren fast alles: Als Reaktion auf sowie im Wettbewerb mit dem fr\u00fchen Christentum betont das Talmudische bzw. Neue, sprich: Nach-Tempel-Judentum den Messiasgedanken <em>zun\u00e4chst<\/em> <em>und kurzfrsitig <\/em>st\u00e4rker als je zuvor. \u201eMessias\u201c, hebr\u00e4isch: \u201eMaschiach\u201c, der Gesalbte, bezog sich urspr\u00fcnglich sowohl auf den Hohepriester aus dem Hause Aron als auch auf den jeweils gesalbten K\u00f6nig Israels (Saul, David, Salomon) und dann auf die K\u00f6nige Jud\u00e4\u00e4s aus dem Hause David. (Das aus biblischer Sicht \u201eketzerische\u201c Israel wurde ignoriert, kannte und pflegte aber, wie viele nichtj\u00fcdische K\u00f6nigreiche vorher, damals und sp\u00e4ter, dieses Ritual.)<\/p>\n<p>Den Messias-Wettbewerb mit dem fr\u00fchen Christentum gaben die talmudischen Weisen \u2013 au\u00dfer Rabbi Akiva \u2013 dann aber faktisch sehr schnell auf, und zwar bereits im zweiten nachchristlichen Jahrhundert. Sie verschoben das Kommen des Messias auf den Sankt Nimmerleinstag. Rabbi Akiva hielt Bar Kochba, den Heerf\u00fchrer im Aufstand gegen Rom in den Jahren 132 bis 135, f\u00fcr den gekommenen Messias. Rabbi Akivas Kollegen konterten: Bar Kochba stamme nicht aus dem Hause David und sei deshalb, als vermeintlicher K\u00f6nig der Juden ein Usurpator und meinten, implizit, \u201ewie die Hasmon\u00e4er und Idum\u00e4er-K\u00f6nige\u201c, mit denen die Juden schlechte Erfahrungen gemacht hatten. Akivas Kontrahenten mussten nicht aufs Reich Gottes warten, denn der Bar-Kochba-Aufstand brach zusammen. Reales Unheil, kein messianisch-davidisches Heil.<\/p>\n<p>In der Mishna findet sich so gut wie gar nichts Messianisches, und auch die talmudischen Belege halten sich in Grenzen. Kein Wunder nach (!) der Zerst\u00f6rung des Tempels und erst recht nach dem Scheitern des Bar-Kochba-Aufstands. Und ob ausgerechnet R. Akiva beim Bar Kochba-Aufstand aus der Reihe tanzte, ist ebenfalls umstritten und gr\u00fcndet sich nur auf die eine Stelle im Jerusalemer Talmud.<\/p>\n<p>Unmittelbar vor die Hawdala, dem Gebet am Sabbatausgang, haben sp\u00e4tere Rabbinen ein singendes Flehen um den Messias eingebaut: \u201eElijahu, der Prophet; Elijahu der Tischbi, Elijahu, der Giladi, wird schnell zu uns mit dem Messias aus dem Hause Davids kommen.\u201c Der spanisch-j\u00fcdische Denk-Gigant Maimonides (\u201eRambam\u201c; gestorben 1204, Zeitzeuge islamisch-iberisch-nordafrikanischer sowie christlicher Kreuzzugs-Intolerenz) klammerte sich im zw\u00f6lften seiner dreizehn Glaubenss\u00e4tze, die gesetzestreue Juden jeden Morgen sprechen, ebenfalls an diese Hoffnung: \u201eSelbst wenn sich das Eintreffen des Messias verz\u00f6gert, erwarte ich ihn tagt\u00e4glich.\u201c Vielleicht sollte man am besten von messianischen Erwartungszyklen in der J\u00fcdischen Welt sprechen. So oder anders, es f\u00e4llt auf, dass die Rabbinen dem Messias-Thema gegen\u00fcber in der Regel eher zur\u00fcckhaltend waren und des Volkes Hoffnung d\u00e4mpften.<\/p>\n<p>Das aber ist nicht unser Thema. Wir schauen wieder auf K\u00f6nig David, und der sei \u2013 ich wiederhole \u2013 aus j\u00fcdischer <em>and <\/em>christlicher Sicht der Messias. Ob Gott, Quasi Gott, \u00dcbermensch, Mensch oder Personifizierung von Tugend und Frieden schlechthin \u2013 nichts ist schlecht am erschienenen oder noch zu erscheinenden oder wiederzukehrenden Messias. Schlechter sieht es um den Ahnen des Messias aus: um K\u00f6nig David. Er kommt, anders als die monarchisch-priesteraristokratische Propaganda in K\u00f6nige bzw. Chronik 1, die prophetisch-alttestamentliche, talmudische oder auch neutestamentliche Tradition uns einzureden versucht, nicht unbedingt aus bestem Hause. Wer die Samuel-B\u00fccher 1 und 2 sowie den Anfang von K\u00f6nige 1 liest, wird schwerlich widersprechen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Schlussfolgerung am Anfang: Dieser David war alles andere als die Personifizierung von Tugend, virtus, oder Menschlichkeit. Die Hebr\u00e4ische Bibel, das \u201eAlte Testament\u201c, huldigt dem mutigen, m\u00e4chtigen, sch\u00f6nen und erfolgreichen K\u00f6nig; dem Reichseiniger und eigentlichen Gr\u00fcnder Alt-Israels; dem guten Freund Jonathans, dem vermeintlich loyalen Diener seines Vaters, K\u00f6nig Saul; dem Widerstandsk\u00e4mpfer aus politisch und religi\u00f6s gerechtfertigten Gr\u00fcnden; dem angeblichen Dichter, S\u00e4nger, Komponisten und Solisten sch\u00f6ngeistiger, kluger, gottesf\u00fcrchtiger, gottliebender, elegischer und hymnischer Psalmen. Doch die Hebr\u00e4ische Bibel erz\u00e4hlt auch, dass jener David ein R\u00e4uberhauptmann, Guerilla, Schurke, mindestens zweifacher Ehebrecher und offenbar auch kein einsatzfreudiger Vater war.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<h3><strong>Die Verhei\u00dfung: Der Messias aus dem Hause David<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wenn, wie die christliche Lehre besagt, der Neue (christliche) Bund den Alten (j\u00fcdischen) \u00fcberwindet und zugleich vollendet, ist es logisch sowie theologisch zwingend, dass die Hebr\u00e4ische Bibel \u2013 zum Missfallen missmutiger Christen \u2013 sozusagen die Ouvert\u00fcre zum Neuen Testament ist. Folglich gilt die alttestamentliche Verhei\u00dfung f\u00fcr die Verwirklichung des Messias, f\u00fcr Jesus als Christus \u2013 aus dem Hause David, hebr\u00e4isch: Maschiach ben david.<\/p>\n<p>Jesaja 11, 1ff: \u201eDoch aus dem Baumstumpf Isais w\u00e4chst ein Rei\u00df hervor\u2026\u201c Isai, hebr\u00e4isch Ischai, war der Vater Davids, und er stammt \u2013 woher wohl\u2026? \u2013 ja, v\u00f6llig \u00fcberraschend aus Bethlehem&#8230; Das Weihnachtslied aus dem 16. Jahrhundert: \u201eEs ist ein Ros entsprungen\u2026, davon Jesaja sagt\u2026\u201c<\/p>\n<p>Auch bei Jeremias 33, 15ff wird man f\u00fcndig: \u201eIn jenen Tag und zu jener Zeit werde ich f\u00fcr David einen gerechten Spro\u00df aufsprie\u00dfen lassen. Er wird f\u00fcr Recht und Gerechtigkeit sorgen im Land.\u201c Auch Ezechiel 38, 24: \u201eMein Knecht David wird ihr K\u00f6nig sein\u201c.<\/p>\n<p>Logisch und theologisch zwingend daher die Genealogie im Matth\u00e4us-Evangelium 1,1: \u201eStammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davis, des Sohnes Abrahams.\u201c<\/p>\n<p>Kein Zweifel: David, der Ahne Jesu, wird als makellose Lichtgestalt einf\u00fchrend vorausgesetzt, seine im Alten Bund erw\u00e4hnten Schattenseiten bleiben unerw\u00e4hnt. Das ist ebenso klarer wie theologisch und religionspolitisch verst\u00e4ndlicher, weil aus christlicher Sicht notwendiger Bruch mit der j\u00fcdischen Tradition. Deren Menschen-, Messias- und Gottesbild war und ist, anders als im Christentum, dialektisch oder mehrdimensional.<\/p>\n<p>Wie Maria bei ihrer Empf\u00e4ngnis bleibt Jesus der christliche Messias \u2013 bis auf \u201ezornj\u00fcdische Reste\u201c eindeutig eindimensional unbefleckt bis zu seinem Verh\u00e4ngnis, der Kreuzigung. Die ethischen Flecken seines Ahnen David bleiben, wie \u00fcbrigens auch bei den j\u00fcdischen Propheten, unerw\u00e4hnt. Vergangen, verdr\u00e4ngt, vergessen.<\/p>\n<p>Nicht so bei den Autoren, Redaktoren und Kanonisierern der Hebr\u00e4ischen Bibel. Sie hielten an ihrer Kernbotschaft fest: Mehrdimensional ist Gott, ist der Messias, ist der Mensch und war nat\u00fcrlich auch K\u00f6nig David der Gro\u00dfe, dessen M\u00e4ngel alles andere als klein waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong><em>Exkurs 1: Der Messias \u2013 Sohn einer Jungfrau oder jungen Frau?<\/em><\/strong><\/h3>\n<p>Wir sahen: Die Verhei\u00dfung des christlichen Messias basiert auf der j\u00fcdischen und hat sie doch entscheidend im Sinne eindimensionaler statt dialektischer Ethik ver\u00e4ndert. Vergleichbares gilt f\u00fcr die Verhei\u00dfung der Messias-Geburt.<\/p>\n<p>Jesaja 7, 14: \u201eSeht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn geb\u00e4ren, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben\u201c, lesen wir in der Einheits\u00fcbersetzung. Sie ist in einem entscheidenden Punkt falsch, ja, total und gewiss willentlich sowie wissentlich falsch. Im hebr\u00e4ischen Original ist an dieser Stelle von einer jungen Frau (alma) die Rede, nicht von einer Jungfrau (betula). Einerlei, denn auch hier war \u2013 ganz im Sinne neutestamentlicher Kontinuit\u00e4t im Wandel \u2013 die Symmetrie zur alttestamentlichen Sarah der Vater des Gedankens. Hier die 90-j\u00e4hrige Altfrau Sarah, die Isaak das Leben schenkt, dort \u2013 biologisch undenkbar und theologisch zwingend \u2013 die Jungfrau Maria, die Jesus gebiert.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<h3><strong><em>Exkurs 2: Die dialektische Ethik der Hebr\u00e4ischen Bibel<\/em><\/strong><\/h3>\n<p>Wieso gilt ausgerechnet so ein \u201eFinsterer Geselle\u201c als Ahne des Messias? Im Detail spekulieren m\u00f6chte ich nicht, wohl aber an die fast durchgehende, allgemeine sowie dialektische Ethik der Hebr\u00e4ischen Bibel erinnern. Jeder, alle und alles ist darin dialektisch, also in sich mindestens doppelschichtig, nicht eindimensional, sondern widerspr\u00fcchlich: Tag und Nacht, gut und b\u00f6se, neben den Werktagen Sabbat und Feiertage und so weiter und so weiter. Ja, selbst Gott ist nicht eindimensional. Er ist barmherzig <em>and<\/em> hart, zornig <em>and<\/em> g\u00fctig, liebevoll <em>and<\/em> rachs\u00fcchtig, also \u201ewie du und ich\u201c. Wir Menschen sind halt sein Ebenbild. Was Wunder, dass selbst Noah (der von der Arche\u2026 der seinen unschuldigen Enkel Kanaan verfluchte\u2026) und Lot (der, nichtsahnend, seine beiden sonst mannlosen T\u00f6chter im Rausch schw\u00e4ngerte) oder auch Stammvater Abraham alles andere als nur tugendhaft und vorbildlich, eher wie ein von der klafftigen Sarah dressierter Mann geschildert wird. Von Stammvater Isaak mit seinem \u00d6dipus-Komplex und Jakob, den Vater und Bruder Esau Hintergehenden, sowie den Stammm\u00fcttern Sarah, ihren Mann austricksenden Rebekka, der weinerlichen Lea und der die G\u00f6tzen ihres Vatters stehlenden Rachel oder dem ersten Hohepriester Aron (der mit dem Goldenen Kalb\u2026) ganz zu schweigen. Auch Arons Bruder, der Prophet und Volksf\u00fchrer Moses, benahm sich in Gottes Augen daneben. Freilich nur einmal. Von wegen \u201eeinmal ist kein Mal\u201c: Dieses eine Mal hat den Lieben Gott so erz\u00fcrnt, dass er, alles andere als \u201elieb\u201c, den so verdienstvollen Moses das Heilige Land nur von weitem betrachten lie\u00df. Betreten durfte es der gr\u00f6\u00dfte j\u00fcdische Prophet nicht.<\/p>\n<p>Nachgefragt und nachgehakt: Warum also werden die Gro\u00dfen und Gr\u00f6\u00dften, selbst Gott oder David \u2013 hier sind endlich wir wieder bei ihm \u2013 in der Hebr\u00e4ischen Bibel einerseits als Verk\u00f6rperung aller Tugenden verherrlicht und andererseits mit ihren Schw\u00e4chen zwar nicht verdammt, doch verdammt menschlich, schw\u00e4chlich und fehlbar dargestellt? Die Antwort ist ebenso klar wie eindeutig: Weil eben nichts und niemand, nie etwas oder jemand eindeutig, sondern mindestens zweideutig ist. Selbst Gott und, versteht sich, der Ahne des Messias, also David. Das Kommen des Messias wird dann von den Propheten verk\u00fcndet bzw. verhei\u00dfen, der Messias selbst aber, versteht sich ebenfalls, nicht beschrieben, weil nicht erschienen. Das geschieht aus christlicher Sicht im Neuen Testament. Versteht sich ebenfalls.<\/p>\n<p>Nicht richtig versteht oder liest das Neue Testament, wer meint, Jesus werde hierin nur als sanft, verst\u00e4ndnis- und liebevoll dargestellt. Im Prinzip schon, aber eben nicht \u00fcberall und immer. Kontinuit\u00e4t im Wandel vom Judentum zum Christentum. Was bezogen auf Jesus gilt, gilt erst recht bezogen auf Petrus: \u201eIch aber sage dir: Du bist\u00a0<em>Petrus<\/em>\u00a0und auf diesen\u00a0<em>Felsen<\/em>\u00a0werde ich meine <em>Church<\/em>\u00a0bauen\u201c (Matth\u00e4us 16, 18). Derselbe Petrus hatte in jener verh\u00e4ngnisvollen Nacht Jesus dreimal verleugnet. Genug der beweisenden Beispiele.<\/p>\n<p>Wen \u00fcberrascht\u2018s? Nur den, der nicht die geistig-geistliche und auch sprachlich-stilistische Kontinuit\u00e4t im Wandel vom Alten Judentum zum Christentum kennt, erkennt und nur widerwillig benennt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der sch\u00f6ne Messias-Ahne als R\u00e4uberhauptmann, Ehebrecher, Homo und Mordgeselle \u2013 Die dialektische Ethik der Hebr\u00e4ischen Bibel<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Seltsam, weil offenbar oberfl\u00e4chlich-\u00e4u\u00dferlich war schon Gottes Auswahlkriterium. \u201eDavid war blond, hatte sch\u00f6ne Augen und eine sch\u00f6ne Gestalt. Da sagte der Herr (zum Priester Samuel): Auf, salbe ihn, denn er ist es. Samuel nahm das Horn mit dem \u00d6l und salbte David mitten unter seinen Br\u00fcdern\u201c (1Samuel, 16, 12f). David, der blonde \u2013 etwa \u201egermanisch\u201c blau\u00e4ugige J\u00fcngling? Auch ohne in die NS-Fu\u00dfstapfen von Hans Friedrich Karl G\u00fcnther, genannt: \u201eRasse-G\u00fcnther\u201c bzw. \u201eRasse-Papst\u201c, zu treten, ist man ob der scheinbar v\u00f6llig belanglosen Erw\u00e4hnung der Haarfarbe \u00fcberrascht. Doch selbst ob einer solchen Kleinigkeit ist die Hebr\u00e4ische Bibel mehrdimensional. \u201eDer\u201c Jude ist eben nicht nur dunkelhaarig, sondern auch blond oder oder oder. Eine auf den Menschen bezogene Variante zum Gebot \u201eDu sollst dir kein Bildnis machen\u201c. Das Alte Testament zeichnet eher Realbilder als Ideal- oder Zerrbilder. Angefangen bei Gott, endend im Detail, hier der Haarfarbe.<\/p>\n<p>Davids Vorg\u00e4nger und zun\u00e4chst Vorgesetzter bzw. Herr und Herrscher, K\u00f6nig Saul, war ebenfalls alles andere als nur ein B\u00f6sewicht und Frevler, der David verfolgte. Bisweilen \u201egewann er ihn sehr lieb\u201c (1 Samuel, 16, 21). Es \u201equ\u00e4lte ihn ein b\u00f6ser Geist\u201c (1 Samuel 16,14). Er war also entweder manisch-depressiv oder schizophren. Wieder \u201ekam \u00fcber Saul \u2026 ein b\u00f6ser Geist, so dass er in seinem Haus in Raserei geriet. David aber spielte wie jeden Tag (die Zither). Saul hatte den Speer in der Hand. Saul dachte: Ich will David an die Wand spie\u00dfen! Und schleuderte den Speer, aber David wich ihm zweimal aus\u201c (1 Samuel 18, 10f). Es kommt zum B\u00fcrgerkrieg. Hie K\u00f6nig Saul mit seinen regul\u00e4ren Truppen, dort David, der Guerillak\u00e4mpfer \u201ein den schwer zug\u00e4nglichen Bergen\u201c (1 Samuel 24, 1). \u201eEdel sei der Mensch, hilfreich und gut\u201c. Goethe fordert\u00b4s (viel sp\u00e4ter), David ist folgsam. Im B\u00fcrgerkrieg erleben wir David als Edelmann, der trotz g\u00fcnstiger Gelegenheiten Saul nicht t\u00f6tet (1 Samuel 24 und 26).<\/p>\n<h4><strong>David der Ehebrecher<\/strong><\/h4>\n<p>Die Hebr\u00e4ische Bibel w\u00e4re nicht die Hebr\u00e4ische Bibel, folgte nicht \u2013 im Sinne ihrer Dialektischen Ethik \u2013 sogleich das Gegenteil. David, der Ehebrecher. Die Geschichte von David und Abigail. Machen wir es kurz, zumal der gro\u00dfartige israelische Schriftsteller Meir Shalev Davids Schurkereien in seinem Buch \u201eDer S\u00fcndenfall \u2013 ein Gl\u00fccksfall\u201c ebenso ausf\u00fchrlich wie wunderbar witzig, kess, ketzerisch und boshaft beschreibt.<\/p>\n<p>Davids (versteht sich \u2026 rein defensive) Guerilla-Truppe war im Kampf gegen Sauls Monarchie offensichtlich zu einer marodierenden R\u00e4uberbande verkommen, die es auch auf Teile der Aristokratie abgesehen hatte. Der wohlhabende Nabal bekam es zu sp\u00fcren. Davids Mannen verlangten von ihm, was Mafiosi und ihresgleichen heute als \u201eSchutzgeld\u201c bezeichnen. Die Bibel formuliert diesen Sachverhalt in 1 Samuel 25, 8 freilich salonf\u00e4higer: \u201e\u2026gib deinen Knechten und deinem Sohn David, was du gerade zur Hand hast.\u201c Diesen \u201eSohn\u201c kannte Nabal nicht. \u201eWer ist denn David?\u201c fragte er schroff und schickte Davids Boten zum Teufel. O-Ton Bibel: \u201eDie Leute Davids kehrten um\u201c, und David zog mit vierhundert Mann gen Nabal, der \u00fcbrigens ein Nachfahre Kalebs, also j\u00fcdischer Hochadel war. Kaleb? Ja, richtig, einer der zw\u00f6lf Kundschafter, die Moses ausgesandt hatte, um Land und Leute des von Gott den Juden gelobten Territoriums auszuspionieren. Nur Kaleb und Josua berichteten Erfreuliches, die \u00fcbrigen zehn packte die Angst.<\/p>\n<p>Angstfrei und vollbepackt mit Geschenken ritt nun Nabals Frau Abigail auf ihrem Esel David entgegen und sagte nur Nettes \u00fcber ihren Gatten: \u201eMein Herr, achte nicht auf diesen \u00fcblen Mann.\u201c David lie\u00df sich erweichen. Abigail kehrte zur\u00fcck und berichtete ihrem Mann. \u201eDa versagte das Herz in seiner Brust, und er war wie versteinert\u201c (1 Sam 25, 37). Zehn Tage sp\u00e4ter war er tot. F\u00fcr Meir Shalev ein klarer Schierlings-Giftmord durch die, ach, so liebende Ehefrau. \u201eDarauf schickte David (Boten) zu Abigail (mit dem Angebot), er wolle sie zur Frau nehmen\u201c (1 Sam 25, 39). Sie lie\u00df sich nicht lange bitten, \u201emachte sich\u2026 in aller Eile auf\u2026 und wurde seine Frau\u201c (1 Sam 25, 42). Es war Davids zweite, und die n\u00e4chsten folgten gleich. Wir \u00fcberspringen die \u00fcbrigen sechs Ehefrauen Davids und kommen zur achten, zu Batseba (2 Samuel 11). Die Talmudischen Weisen sprechen von 18 Ehefrauen Davids, die \u201eKebsen\u201c bzw. Nebenfrauen nicht eingerechnet. Erw\u00e4hnt sei, dass Gott vor der Batseba- und nach der Nabal-Abigail-Schurkerei David (als Belohnung?) ein weitgehendes Versprechen offenbart: \u201eDein Haus und dein K\u00f6nigtum sollen durch mich auf ewig bestehen bleiben\u201c (2 Sam 7, 16). Vier Kapitel sp\u00e4ter wird der starke K\u00f6nig wieder liebesschwach. Vom Flachdach seines Palastes sieht er \u201eeine Frau, die badete. Die Frau war sehr sch\u00f6n anzusehen\u201c (2 Sam 11, 2). Er erf\u00e4hrt: Sie ist die Frau des Hetiters Urija, eines Fremden also, der im Milit\u00e4r Davids diente. Der K\u00f6nig \u201elie\u00df sie holen, sie kam zu ihm, und er schlief mit ihr\u201c (2 Sam 11, 4). Sie wurde schwanger. David schickt Urija an die vorderste Front, wo er nat\u00fcrlich den Tod fand. \u201eSobald die Trauerzeit vor\u00fcber war, lie\u00df David (Batseba) zu sich ins Haus holen. Sie wurde seine Frau und gebar ihm einen Sohn\u201c (2 Sam 11, 27). \u201eDem Herrn aber missfiel, was David getan hatte\u201c, lesen wir (ebd.). Der Sohn stirbt. David tr\u00f6stet Batseba, schl\u00e4ft mit ihr. \u201eUnd sie gebar einen Sohn, und er gab ihm den Namen Salomo\u201c (2 Sam 12, 24), hebr\u00e4isch: Schlomo, was, jedermann versteht\u00b4s, etwas mit dem Wort \u201eSchalom\u201c zu tun hat, Frieden. Und siehe da: \u201eDer Herr liebte Salomo\u201c (2 Sam 12, 25). Wieder die Dialektische Ethik der Hebr\u00e4ischen Bibel: Verhei\u00dfung, dann Missfallen inklusive harter Strafen, n\u00e4mlich Familien- und B\u00fcrgerkrieg. David leidet, aber bleibt an der Macht.<\/p>\n<h4><strong>M\u00e4nnerliebe?<\/strong><\/h4>\n<p>L\u00e4ngst gilt in unserer Gesellschaft M\u00e4nnerliebe nicht mehr als Frevel. Die Hebr\u00e4ische Bibel ist hier allerdings geradezu grausam strikt. Steinigung war die hierf\u00fcr vorgesehene Strafe. Aufgekl\u00e4rten, modernen Juden und Christen ist sowohl das Delikt als Delikt als auch und erst recht die zwingende Bestrafung verst\u00e4ndlicherweise eine Horror-Vorstellung. Biblische Wortw\u00f6rtlichkeit und heutige j\u00fcdisch-christliche Fundamentalethik schlie\u00dfen inzwischen \u2013 gottlob \u2013 einander aus.<\/p>\n<p>Ein zweiter Blick in die Bibeltexte l\u00e4sst einmal mehr und auch bezogen auf M\u00e4nnerliebe die Dialektische Ethik der Hebr\u00e4ischen Bibel erkennen: \u201eNach dem Gespr\u00e4ch Davids mit Saul schloss Jonatan David in sein Herz. Und Jonatan liebte David wie sein eigenes Leben\u2026 Jonatan schloss mit David einen Bund, weil er ihn wie sein eigenes Leben liebte. Er zog den Mantel, den er anhatte, aus und gab ihn David, ebenso seine R\u00fcstung, sein Schwert, seinen Bogen und seinen G\u00fcrtel\u201c (1 Samuel 18, 1 \u2013 4). \u201eUnd Jonatan lie\u00df auch David bei seiner Liebe zu ihm schw\u00f6ren\u201c (1 Samuel, 20, 17). \u201e\u2026 verlie\u00df David sein Versteck \u2026, warf sich mit dem Gesicht zur Erde nieder und verbeugte sich dreimal tief (vor Jonatan). Dann k\u00fcssten sie einander, und beide weinten\u201c (1 Samuel 20, 41). Davids Klagelied nach dem Tod Jonatans belegt ebenfalls eindeutig seine Bisexualit\u00e4t. Oder nicht? \u201eWeh ist mir um dich, mein Bruder Jonatan. Du warst mir sehr lieb. Wunderbarer war deine Liebe f\u00fcr mich als die Liebe der Frauen\u201c (2 Samuel 1, 26). Viel Phantasie ben\u00f6tigt man, um diesen Worten homoerotische Schwingungen abzusprechen. \u00dcbersetzung und hebr\u00e4isches Original erlauben keinen Zweifel, denn hier ist von \u201eahavat naschim\u201c die Rede, also von \u201eLiebe der Frauen\u201c.<\/p>\n<h4><strong>Mordauftrag auf dem Sterbebett<\/strong><\/h4>\n<p>Zum dritten Fall der Dialektischen Ethik in der Geschichte des Messias-Ahnen David: der Ermordung des, wie Meir Shalev ihn im \u201eS\u00fcndenfall\u201c nennt, \u201eBraven Soldaten Joab\u201c. Joab war mehr als nur Soldat. Er war Davids lebenslang treuer, loyaler, also wirklich \u201ebraver\u201c Generalstabschef-Soldat und zugleich sein Neffe, n\u00e4mlich der Sohn von Davids Schwester Zeruya. Seiner Zeit um Jahrtausende voraus hielt sich General Joab strikt ans Primat der Politik. Nur einmal, w\u00e4hrend David im Sterben lag, \u201ewagte\u201c Joab, eine eigene politische Meinung kundzutun. Als Nachfolger des K\u00f6nigs bevorzugte Joab, dem \u00fcblichen Seniorit\u00e4tsprinzip entsprechend, Adonia, den Sohn der Chagit, und nicht Salomon, Batsebas Sohn. Das sollte ihm nicht gut bekommen. Auf dem Sterbebett erteilt David Salomon letzte Anordnungen und versteigt sich zu einer unglaublich dreisten L\u00fcge: \u201eDu wei\u00dft selbst, was Joab, der Sohn der Zeruya, mir angetan hat\u201c (1 K\u00f6nige 2, 5). Salomon wusste, die Bibelredakteure wussten, wir wissen: Joab hatte nichts gegen, wohl aber alles f\u00fcr den K\u00f6nig getan. Es kommt noch schlimmer. O-Ton David zu Salomon: \u201e Lass dich von deiner Weisheit leiten und sorge daf\u00fcr, dass (Joabs) graues Haupt nicht unbehelligt in die Unterwelt kommt\u2026 Schick sein graues Haupt blutig in die Unterwelt\u201c (1 K\u00f6nige 2, 6- 9). Gesagt, getan, gefrevelt.<\/p>\n<p>David stirbt vers\u00f6hnt mit Gott und Gott mit ihm, denn zu Davids letzten Worten geh\u00f6rte dieser Satz: \u201eDer Geist des Herrn sprach durch mich\u201c (2 Sam 23, 3). David wurde zum Mythos. Ethik \u2013 \u201ehier wird\u00b4s Ereignis\u201c. Auch im Talmud finden wir sie.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Der gesch\u00f6nte David &#8211; Alttestamentliche, Talmudische, Christliche und Islamische Kosmetik <\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Jenseits der B\u00fccher 1 und 2 Samuel sowie 1 K\u00f6nige wird David schon im Alten Testament ein Instrument moralischer Aus- und Aufr\u00fcstung der Tempel- bzw. Priesteraristokratie.<\/p>\n<p>Die theologische Reinwaschung oder Kosmetik Davids beginnt bereits, wie erw\u00e4hnt, in K\u00f6nige bzw. Chronik 1, dann bei den sonst ethisch eher rigoristischen Propheten und endet gesamtbiblisch im Neuen Testament. Fortsetzung folgt: In Teil 1 des Talmud, der Mischna, sowie in Teil 2, der Gemarah. Von der christlichen Glorifizierung des Hauses David ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>David in der<em> Mischna<\/em> sei beispielhaft anhand der \u201eSpr\u00fcche der V\u00e4ter\u201c (Pirkei Avot) vorgestellt. Hier ist viermal von ihm die Rede, in der restlichen Mischna etwa ebenso oft. Dreifach wird er gepriesen: Erstens als Vorbereiter des Tempels. Zweitens als eifriger Student der Torah, also des Pentateuch, der F\u00fcnf B\u00fccher Mose, und drittens als Psalmen-Dichter.<\/p>\n<p>Der Lobpreisung im Talmud, besonders in dessen Teil 2, der <em>Gemara<\/em>, kein Ende. David der Weise; der Dichter, Komponist und S\u00e4nger der Psalmen. \u201eEine Geige hing \u00fcber seinem Bett. Um Mitternacht umwehte ihn Nordwind und musiziert \u00fcber ihm. Sofort stand er auf und befasste sich mit der Torah bis zum Morgengrauen.\u201c David, der Gottesf\u00fcrchtige. David, der Mann, der alle Gebote ganz genau einh\u00e4lt. David, der \u00fcberall und jederzeit brav betet. David, der Gerechte. David, der sein eigenes Geld Bed\u00fcrftigen spendet und niemandem etwas wegschnappt. David, der Prediger und Tr\u00f6ster. David, melech israel chai, chai wekajam \u2013 David, K\u00f6nig Israels, lebt ewig. Rabbi Jehuda hanassi, der tannaitische Patriarch \u2013 also der \u201ePr\u00e4sident\u201c des Sanhedrins, der obersten religi\u00f6sen, politischen sowie rechtlichen Instanz der unter Rom autonomen Juden Pal\u00e4stinas, Rabbi Jehuda, der Kanonisierer der Mischnah (er lebte um 200 n. Chr.) \u2013 verfasste diese wenigen David-melech-israel-chaj-wekajam-Worte als Kommunikationscode. Heute sind sie ein allgemeinj\u00fcdischer und besonders israelischer Gassenhauer.<\/p>\n<p>K\u00f6nig David, David, David der Gro\u00dfe, der Gr\u00f6\u00dfte, der Allergr\u00f6\u00dfte. Ganz anders, n\u00e4mlich vielschichtig oder dialektisch-ethisch beschreiben ihn 1 und 2 Samuel sowie der Anfang von 1 K\u00f6nig bzw. Chronik der Hebr\u00e4ischen Bibel.<\/p>\n<p>Im agadischen (also erz\u00e4hlend-interpretierenden) Teil der Gemarra besch\u00e4ftigen sich die Weisen eingehend mit Davids S\u00fcnden \u2013 und waschen ihn weitgehend rein. So auch den faktischen Auftragsmord an Urija, Batsebas Gatten. Oft emanzipieren sich die Talmudischen Weisen in ihren Kommentaren der biblischen Geschichten auch ethisch geradezu bravour\u00f6s von der Wortw\u00f6rtlichkeit des Originaltextes, indem sie aus der Geschichte A eine Geschichte B zaubern und suggerieren, es w\u00e4re doch die Geschichte A. So auch im Traktat Sabbat. \u201eRabbi Schmuel ben Nachmani sagte im Namen Rabbi Jonathans: Wer da glaubt, David habe ges\u00fcndigt, irrt sich nur. Denn es hei\u00dft (in 1 Sam 18,4): David war in allen seinen Wegen erfolgreich, und der Herr war mit ihm. W\u00e4re es denn m\u00f6glich, dass die G\u00f6ttlichkeit mit ihm war, wenn er eine S\u00fcnde begangen h\u00e4tte?\u201c Das Urteil: \u201eNicht strafbar\u201c, weil Urija \u201eMajest\u00e4tsverbrecher war, denn er sagte (1 Sam 11, 11) in (Davids) Gegenwart: Mein Herr Joab und die Knechte meines Herren lagern auf dem Feld\u201c. Tats\u00e4chlich hatte Urija das gesagt, aber ganz anders gemeint als von Rabbi Nachmani, n\u00e4mlich seinen Joab, Kameraden und auch David gegen\u00fcber r\u00fccksichtsvoll.<\/p>\n<p>Kein Geringerer als Rav widersprach Rabbi Schmuuel. Rav, <em>der<\/em> Rav, nicht irgendeiner der vielen talmudischen oder gar neuzeitlichen Rabbis. Rabbi Aba bar Ivo bzw. Aba Aricha, der Gr\u00fcnder der Jeschiwa (Talmud-Thora-Schule) von Sura, dem heutigen Nadschaf im heutigen Irak. Er war so etwas wie der Rabbiner-\u201ePapst\u201c nicht nur seiner Zeit, 175 bis 247 n. Chr., und gilt als eher strikter Gesetzes- und Textinterpret.<\/p>\n<p>Raw sagte: \u201eWenn du \u00fcber David nachdenkst, so findest du an ihm nichts weiter als die Angelegenheit mit Urija\u201c. \u201eAngelegenheit\u201c und \u201enichts weiter\u201c? Das ist doch wohl gesch\u00f6nt. Der rabbinische Disput geht weiter. Am Ende einigen sich diese beiden sowie sp\u00e4tere Talmudisten ganz allgemein auf diese Formel: David sei die paradigmatische Personifizierung eines \u201eBaal Tschuwa\u201c, eines Menschen, der Umkehr (\u201etschuwa\u201c) leistet. Im Garten Eden sitze er (genderpolitisch skandal\u00f6s) neben den Stammv\u00e4tern und Propheten, ja, sogar an ihrer Spitze. Bei dieser talmudischen <em>Geschichten- und Ethik-Kosmetik <\/em>kommen noch deftige Salomon-Prisen in die David-Mischung, zum Beispiel un\u00fcbertreffliche Weisheit sowie \u00fcbermenschliche oder \u00fcberzeitliche Richter-Qualtit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Diese David-plus-Salomon-plus-Talmud-Mischung, erg\u00e4nzt um eine Prise Propheten, finden wir dann auch in der islamischen David-Tradition, besonders in Sure 38, 17 bis 30:<\/p>\n<p><em>Und denke an unseren kraftvollen Knecht David.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe, er war bereit zur Bu\u00dfe.<\/em><\/p>\n<p><em>\u2026.<\/em><\/p>\n<p><em>Und st\u00e4rkten seine Herrschaft und gaben ihm Weisheit und Urteilskraft.<\/em><\/p>\n<p><em>Kam zu dir die Kunde der Streitenden?<\/em><\/p>\n<p><em>\u2026<\/em><\/p>\n<p><em>David! Siehe, wir haben dich zum Nachfolger im Lande gemacht.<\/em><\/p>\n<p><em>\u2026<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Buch voll Segen (den Koran), wir sandten es zu dir herab,<\/em><\/p>\n<p><em>auf dass sie seine Verse recht bedenken<\/em><\/p>\n<p><em>und die Einsichtsvollen sich mahnen lassen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir schenkten David Salomo. Welch guter Knecht!<\/em><\/p>\n<p>Jene Geschichten- und Ethik-Kosmetik, diese M\u00e9lange bzw. Mischung, haben freilich weder der Islam noch die Talmudisten erfunden. Diese Kosmetik l\u00e4sst sich leicht aus der <em>dialektischen Ethik <\/em>der Hebr\u00e4ischen Bibel ableiten.<\/p>\n<p>In 2 Samuel 7, 16 verhei\u00dft der Prophet Nathan im Namen Gottes dem Schier-endlos-Sieger David: \u201eDein Haus und dein K\u00f6nigtum sollen durch mich ewig bestehen bleiben; dein Thron soll auf ewig Bestand haben.\u201c Auch daraus wiederum folgte logisch und theologisch zwingend f\u00fcrs Christentum die Stammbaum-Herleitung Jesu\u00b4 aus dem Hause David \u2013 INRI, Jesus Nazarenus Rex Iudaeorum. Nur aus dem Hause David konnte ein und erst recht \u201eder\u201c Judenk\u00f6nig stammen. Ethisch ist das \u00fcberraschend, wenn man bedenkt, wie nachteilig und vorwurfsvoll die nachdavidischen K\u00f6nige seiner Dynastie in den biblischen B\u00fcchern K\u00f6nige 1 und 2 dargestellt werden. Fast alle waren regelrechte Schufte, M\u00f6rder oder G\u00f6tzendiener. Der David-Mythos lebte und lebt weiter \u2013 \u00fcber die Kabala, die j\u00fcdisch-mittelalterlich-fr\u00fchneuzeitliche Mystik, Moses Maimonides, den \u201eRambam\u201c (gestorben 1204) bis zur politischen Instrumentalisierung im modernen Israel seit 1948.<\/p>\n<p>Doch Vorsicht. Die \u2013 boshaft interpretiert \u2013 verzerrende Instrumentalisierung Davids oder \u2013 wohlwollend interpretiert \u2013 die Zentralit\u00e4t Davids ist eben keine exklusiv j\u00fcdische Erfindung. Das Christentum braucht sie ebenso wie der Islam. Jede der drei monotheistischen Religionen braucht David f\u00fcr je ihre eigene und doch auf dem alttestamentlichen Judentum aufbauende <em>Theologie und, ja, Politik.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Denkmalsturz, Renaissance, Relativierung und Politisierung: Modernes Judentum Israel<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Denkmalsturz<\/strong><\/p>\n<p>Die j\u00fcdische Moderne kratzt am Denkmal oder st\u00fcrzt es. Heinrich Heine zum Beispiel in seinem Gedicht \u201eK\u00f6nig David\u201c<\/p>\n<p><em>L\u00e4chelnd scheidet der Despot,<\/em><\/p>\n<p><em>Denn er wei\u00df, nach seinem Tod<\/em><\/p>\n<p><em>Wechselt Willk\u00fcr nur die H\u00e4nde,<\/em><\/p>\n<p><em>Und die Knechtschaft hat kein Ende.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Armes Volk! wie Pferd und Farr&#8217;n<\/em><\/p>\n<p><em>Bleibt es angeschirrt am Karr&#8217;n,<\/em><\/p>\n<p><em>Und der Nacken wird gebrochen,<\/em><\/p>\n<p><em>Der sich nicht bequemt den Jochen.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Sterbend spricht zu Salomo<\/em><\/p>\n<p><em>K\u00f6nig David: \u00bbApropos,<\/em><\/p>\n<p><em>Dass ich Joab dir empfehle,<\/em><\/p>\n<p><em>Einen meiner Gener\u00e4le.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Dieser tapfre General<\/em><\/p>\n<p><em>Ist seit Jahren mir fatal,<\/em><\/p>\n<p><em>Doch ich wagte den Verhassten<\/em><\/p>\n<p><em>Niemals ernstlich anzutasten.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Du, mein Sohn, bist fromm und klug,<\/em><\/p>\n<p><em>Gottesf\u00fcrchtig, stark genug,<\/em><\/p>\n<p><em>Und es wird dir leicht gelingen,<\/em><\/p>\n<p><em>Jenen Joab umzubringen.\u00ab<\/em><\/p>\n<h4><strong>Renaissance und \u201eAuferstehung\u201c<\/strong><\/h4>\n<p>Auf dem Weg zu einem neuen J\u00fcdischen Staat und zu dessen Festigung, also f\u00fcr Zionismus und Staat Israel, wurde David quasi unverzichtbar, auch wenn in der Zionistischen Bewegung niemand ernsthaft an eine Monarchie gedacht hatte. David war zwar nicht der erste, aber doch der eigentliche Staatsgr\u00fcnder in der J\u00fcdischen Antike. Keine Nation, kein Staat ohne Mythen. Das mag gefallen oder nicht, so ist es. Christopher Clark hat es, bezogen auf die deutsche Geschichte, j\u00fcngst kenntnis- und gedankenreich in seinem Buch \u201eVon Zeit und Macht\u201c beschrieben.<\/p>\n<p>Folglich brauchten, brauchen (oder missbrauchen&#8230;?) Zionismus und Staat Israel vor, f\u00fcr sowie unmittelbar nach der Staatsgr\u00fcndung die J\u00fcdische Vergangenheit als Argument oder Waffe f\u00fcr Gegenwart und Zukunft. Das war (lange nach dem Michelangelo-Florenz-Renaissance-David) Ursache und Ansto\u00df der j\u00fcdischen David-Renaissance.<\/p>\n<p><strong>Politisierung 1 &#8211; gesamtstaatlich<\/strong><\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein trefflicher Zufall (oder vielleicht doch Vorsehung\u2026?), dass auch Neu-Israels Staatsgr\u00fcnder David hie\u00df \u2013 David Ben Gurion, der Chef der israelischen Sozialdemokratie. Wie K\u00f6nig David ebenfalls ein scheinbar allm\u00e4chtiges \u00dcber-Ich.<\/p>\n<p>\u201eDavid, melech israel, chai wekajam\u201c (David, K\u00f6nig Israels, lebt ewig) \u2013 dieser knapp zweitausend Jahre alte Textcode aus dem Babylonischen Talmud, wurde 1954 von Mordechai Zeyra umfunktioniert, sprich: in ein neu komponiertes, total primitives F\u00fcnf-W\u00f6rter-Lied mit Dauer-Refrain integriert. Inzwischen ist es ein sozusagen israelisch-gesamtj\u00fcdischer \u201eKlassiker\u201c, obwohl oder gerade weil ein \u201eBr\u00fcller\u201c im doppelten Wortsinn. Erstens wird das Lied meistens mehr gebr\u00fcllt als gesungen, und zweitens ist es im Sinne von \u201eHit\u201c ein echter Br\u00fcller. Ob Mordechai Zeyra mit diesem Ohrwurm (s)einen Beitrag zum demokratisch abgefederten Personenkult um Ben Gurion liefern wollte, wei\u00df ich nicht. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, weil er zun\u00e4chst die N\u00e4he der Linkssozialisten vom \u201eHaschomer Hazair\u201c suchte und sich erst allm\u00e4hlich sozialdemokratisierte. Wahrscheinlich waren Text und Musik als gesamtstaatlich-autosuggestiv-historisch-politische Selbstvergewisserung gedacht. Tenor: Staatsgr\u00fcndung einst \u2013 Staatsgr\u00fcndung heute, David als \u201eBeweis\u201c-Br\u00fccke j\u00fcdischer Kontinuit\u00e4t und Legitimit\u00e4t im Heiligen, \u201eGelobten\u201c Land.<\/p>\n<h4><strong>Politisierung 2 \u2013 Israels gesamtstaatliches Image<\/strong><\/h4>\n<p>Damals: David war klein, widerstand dem Riesen Goliath und obsiegte kraft seines Verstandes.<\/p>\n<p>1948 bis heute: Israel ist klein, steht der riesigen Arabisch-Islamischen Welt gegen\u00fcber \u2013 und obsiegt kraft seines Verstandes.<\/p>\n<p>Das zweite Wortbild mag einen Sturm der Entr\u00fcstung wegen des und gegen das zweite Wortbild ausl\u00f6sen, doch die geografischen, demografischen und \u00f6konomischen Fakten plus Proportionen lassen sich nicht wirklich bestreiten \u2013 wenn man die Wirklichkeit der Wirklichkeit beachtet.<\/p>\n<h4><strong>Politisierung 3 \u2013 parteipolitisch rechts<\/strong><\/h4>\n<p>Vor allem seit dem Wahlkampf 1981 hat Israels politische Rechte jenen David-Song quasi f\u00fcr sich vereinnahmt, genauer: f\u00fcr die eigenen F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten Begin, Scharon, Netanjahu. Man tausche den Namen David gegen Begin, Arik (Scharon) oder Bibi (Benjamin Netanjahu): Begin oder Arik oder Bibi \u201emelech israel\u201c\u2026 So verleiht man, in die weit zur\u00fcckliegende Vergangenheit springend, dem eigenen Gegenwartsidol das David-Charisma f\u00fcr die Zukunft der eigenen Ideologie und Partei.<\/p>\n<h4><strong>Politisierung 4 &#8211; territorialpolitisch<\/strong><\/h4>\n<p>Sowohl Israels Linke als auch Rechte und (National-)Religi\u00f6se k\u00f6nnen David als politisches Argument oder Instrument nutzen. Rechte und (National-)Religi\u00f6se k\u00f6nnen, sich auf David berufend, ein noch gr\u00f6\u00dferes Gro\u00df-Israel als Israel plus Westjordanland plus Gaza plus Golan fordern. Linke und Pazifisten k\u00f6nnen, sich ebenfalls auf David beziehend und ihre ethisch-territorialpolitische Noblesse selbst betonend, darauf hinweisen, dass sie trotz und nach David auf sein territorialpolitisches \u00fcbergro\u00dfisraelisches Erbe verzichten \u2013 \u201eum des lieben Friedens willen\u201c. Der Harfe spielende David ist ihnen ganz allgemein sowie erst recht selbstdarstellerisch n\u00e4her als der Waffen tragende.<\/p>\n<h4><strong>Politisierung 5 \u2013 Multikulti? Zum j\u00fcdischen Charakter des J\u00fcdischen Staates<\/strong><\/h4>\n<p>J\u00fcdische Staatlichkeit, Staat der Juden, J\u00fcdischer Staat, Einheit der Juden \u2013 f\u00fcr all\u00b4 das gilt K\u00f6nig David als gedankliche und gef\u00fchlsgepr\u00e4gte Chiffre. Doch Vorsicht. Auch hier haben die Autoren und Redaktoren der Hebr\u00e4ischen Bibel ethisch, ethnisch und religi\u00f6s j\u00fcdischen Partikularisten ein ausgekl\u00fcgeltes Schnippchen geschlagen. Man k\u00f6nnte auch hier in gewisser Weise von \u201eDialektik\u201c sprechen.<\/p>\n<p>So \u201erein j\u00fcdisch\u201c, wie Davids Herkunft, Lebensumfeld und Reich scheinen, waren sie bei genauer Bibellekt\u00fcre keineswegs. Ruth, Davids Gro\u00dfmutter, war keine J\u00fcdin. Hilachisch, also religionsgesetzlich j\u00fcdisch, w\u00e4re David demnach auch kein Jude. Mindestens eine seiner acht namentlich bekannten Hauptfrauen, n\u00e4mlich Maacha, Tochter des Aram\u00e4er-K\u00f6nigs von Gschur am Golan, war keine J\u00fcdin. Sie gebar David zwei Kinder: Tamar und Absalom, dessen Rebellion David um ein Haar vom Thron gesto\u00dfen h\u00e4tte. \u00c0 propos Haar: Sein langes Haar wurde ihm zum Verh\u00e4ngnis, als sich auf der Flucht vor Davids Soldaten sein langes Haar in einem Baum verfing. Davids Offizier Urija, der geh\u00f6rnte Ehemann Batsebas, war Hethiter. Der Ismaelit Obil war als Minister f\u00fcr die wertvollen (echten) Kamele zust\u00e4ndig (und nicht f\u00fcr die Menschen, die von ihren Gegnern Kamel genannt wurden). Der arabische Hagarit Jasis f\u00fchrte das Ressort der Schafe. Weil Davids Sohn und Nachfolger zahlreiche nichtj\u00fcdische Haupt- oder Nebenfrauen erfreute (oder sie ihn) und ihren G\u00f6tzendienst amtlicherseits gestattete, wurde das Davidisch-Salominische Reich, so die biblische Begr\u00fcndung, geteilt. Hier das gr\u00f6\u00dfere Israel mit der Hauptstadt Samaria, dort das kleine Jud\u00e4a mit Jerusalem als Hauptstadt.<\/p>\n<h4><strong>Relativierung und Revidierung \u2013 in Literatur und Wissenschaft<\/strong><\/h4>\n<p>Der Schriftsteller Meir Shalev (Jahrgang 1948) geh\u00f6rt generationell und ideologisch zu den desillusionierten oder resignativen oder realistischen oder an Denkmalen kratzenden oder diese gar umst\u00fcrzenden Israelis. Er ist nicht der Einzige, er stehe f\u00fcr die David-Relativierer, also f\u00fcr diejenigen, die jedem Personenkult und nicht zuletzt dem David-Kult abhold sind. Es w\u00fcrde zu weit f\u00fchren, die David-Relativierer aus Literatur und ganz allgemein Kultur aufzuz\u00e4hlen oder gar im Detail zu kommentieren.<\/p>\n<p>Die Wissenschaft der Arch\u00e4ologie hat ihrerseits den David-Mythos, nicht zuletzt den gro\u00dfisraelisch-territorialpolitischen, vollkommen relativiert, ja, revidiert. Hier seien die Arbeiten von Finkelstein und Silberman hervorgehoben. Wenn man zum Beispiel ihr Buch \u201eDavid und Salomo, Arch\u00e4ologen entschl\u00fcsseln einen Mythos\u201c liest, erf\u00e4hrt man, dass von einem davidischen Gro\u00dfreich historisch-faktisch keine Rede sein k\u00f6nne. Sein Reich sei winzig gewesen. Einer ihrer Kernbefunde: \u201eAus arch\u00e4ologischer und historischer Sicht k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass das erste richtige K\u00f6nigreich Israel im fr\u00fchen 9. Jahrhundert vor Christus entstand\u201c und nicht ums Jahr 1.000, wie israelischen, diasporaj\u00fcdischen und weltweit Kindern in der Schule erz\u00e4hlt wurde. \u201eDoch dieses vereinigte K\u00f6nigreich\u201c, so beide Arch\u00e4ologen weiter, \u201ewurde nicht von den Omriden und nicht von den Daviden regiert, und seine Hauptstadt war Samaria, nicht Jerusalem.\u201c Eine \u201eumfassendere Baut\u00e4tigkeit\u201c lasse sich in Jerusalem erst \u201eaus dem 9. Jahrhundert v. Chr.\u201c feststellen, also 150 bis 200 Jahre nach David. Die \u201ebiblische Geschichte von David und Salomo\u201c sei, so ihr revisionistisches Fazit, \u201eein raffiniertes Propagandawerk\u201c. Die \u201ebiblische Idee von einem davidisch-salomonischen Gro\u00dfreich stammt aus dem 7. Jahrhundert, hat also keine historische Basis\u201c, bilanziert der M\u00fcnchener Alttestamentler Eckart Otto. Konkret meint er damit die \u00c4ra des jud\u00e4ischen K\u00f6nigs Josia.<\/p>\n<h4><strong>Re-Glorifizierung<\/strong><\/h4>\n<p>Ein \u201eraffiniertes Propagandawerk\u201c. Dieser Befund, diese Total-Widerlegung der biblischen Kunde, scheint eindeutig. Ist sie es wirklich? Bei, trotz und gegen Empirie und Wissenschaft sind diese ebenso wie andere biblischen Geschichten aus meiner Sicht literarisch und ethisch geradezu \u00fcberirdisch so genial und \u2013 soll ich sagen? \u2013 \u201eg\u00f6ttlich\u201c, dass man trotz aller Zweifel schon wieder gl\u00e4ubig wird.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Messias-Ahne als R\u00e4uberhauptmann, Schurke, Bisexueller und Ehebrecher \u2013 K\u00f6nig David und die Dialektische Ethik der Hebr\u00e4ischen Bibel &nbsp; Grundz\u00fcge K\u00f6nig Davids \u00a0 Der Messias komme aus dem Hause David. So die christliche und j\u00fcdische Verhei\u00dfung. Christen sagen: Der Messias ist bereits gekommen. 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