{"id":107595,"date":"2025-07-03T11:48:48","date_gmt":"2025-07-03T09:48:48","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=107595"},"modified":"2025-07-03T11:48:51","modified_gmt":"2025-07-03T09:48:51","slug":"das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\/","title":{"rendered":"Das Verh\u00e4ltnis von Meister Eckhart zur Kirche"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"Initiale\">D<\/span>er gro\u00dfe Prediger, Theologe, Philosoph, Mystiker, Lehrer und Ordensorganisator Meister Eckhart hatte es mit seiner Kirche nicht leicht. Das zeigt auch der Prozess, der gegen ihn gef\u00fchrt wurde, und die Verurteilung einzelner S\u00e4tze seiner Lehre nach seinem Tod im Jahr 1328 durch die p\u00e4pstliche Bulle\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">In agro dominico<\/span>\u00a0als h\u00e4retisch (durch Papst Johannes XXII. am 27. M\u00e4rz 1329). Die Jahrestagung 2024 fragte danach, in welchem Verh\u00e4ltnis Eckhart zu seiner Kirche, zu seinem Dominikanerorden und dem M\u00f6nchtum allgemein stand, was er selbst \u00fcber Kirche dachte, und welche Rolle Kirche als Institution oder Raum, Papsttum, Priesterschaft und Laien, aber auch die kirchliche Dogmatik f\u00fcr ihn und in seiner Zeit spielten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im Folgenden eine Zusammenfassung der Beitr\u00e4ge:<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">I.<\/span><\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Zwei Beitr\u00e4ge ber\u00fchrten das Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen Eckhart und der \u201aAmtskirche\u2018 bzw. das Verh\u00e4ltnis zwischen ihm und seinem Orden; einer vom Faktisch-Historischen her und aus dem Blickwinkel der Kirche, einer von Eckharts Denken her kommend:<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">J\u00f6rg Voigt<\/span> entwarf ein Bild der historischen Situation zurzeit Eckharts in der Spannung zwischen Papst und Kaiser und ging unter dem Titel<\/p>\n<p class=\"fliess\"><em><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt CharOverride-21\">Zwischen Etablierungsprozess und Gefahrenabwehr. Der Pontifikat Papst Johannes\u2018 XXII. (\u2020 1334) und der Fall Meister Eckharts<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"fliess\">besonders auf deren Auswirkungen auf den Dominikanerorden ein: Die Verlegung der p\u00e4pstlichen Kurie von Rom nach Avignon im fr\u00fchen 14. Jahrhundert stie\u00df einen wesentlichen Entwicklungsprozess des mittelalterlichen Papsttums an, und zwar die Etablierung einer geistlich f\u00fchrenden, administrativ funktionierenden und politisch einflussreichen Institution, was besonders w\u00e4hrend des Pontifikats Papst Johannes\u2018 XXII. (1316\u20131334) zu beobachten ist. Besondere Bedeutung lag dabei auch auf der Abwehr von Gefahren und Irrlehren, was sich auch auf den Prozess gegen Meister Eckhart auswirken sollte, der aus der Perspektive der Kurie in Avignon nachverfolgt wurde.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Fokus des Vortrags lag auf dem Prozess gegen Meister Eckhart, der verschiedene Verfahrensstufen durchlief, vor dessen Urteilsfindung Meister Eckhart jedoch im Januar 1328 verstarb. Bekannterma\u00dfen wurde der Prozess fortgesetzt und 1329 \u2013 durch die Bulle\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">In agro dominico<\/span>\u00a0Johannes\u2019 XXII. \u2013 mit der Verurteilung von mehreren S\u00e4tzen aus verschiedenen Werken Meister Eckharts abgeschlossen. In Ankn\u00fcpfung an die wichtigen Forschungsergebnisse von Walter Senner und Loris Sturlese zu den einzelnen Verfahrensstufen dieses Prozesses und ihrer textlichen \u00dcberlieferung sollte der Blick geweitet und nach m\u00f6glichen Einflussfaktoren gefragt werden, die sich aus dem Pontifikat Johannes\u2019 XXII. auf das Vorgehen gegen Eckhart ergeben haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dazu wurde zun\u00e4chst ein Schlaglicht auf Jacques Du\u00e8ze, den sp\u00e4teren Papst Johannes XXII., geworfen, der nach einer universit\u00e4ren Karriere einen steilen Aufstieg in der Kirche nahm und als Kanzler der K\u00f6nige Karl II. von Anjou und dessen Sohn Robert I. t\u00e4tig war, zu den einflussreichen Teilnehmern des Konzils von Vienne (1311\/12) z\u00e4hlte und schlie\u00dflich nach \u00fcber zweij\u00e4hriger Sedisvakanz 1316 zum Papst gew\u00e4hlt wurde. Zu den Herausforderungen, mit denen er sich besonders konfrontiert sah, z\u00e4hlte die personelle und strukturelle Etablierung der wenige Jahre zuvor durch seinen Vorg\u00e4nger Papst Clemens V. nach Avignon verlegten p\u00e4pstlichen Kurie. Zu seinen Ma\u00dfnahmen geh\u00f6rte die Neuordnung des p\u00e4pstlichen Benefizialwesens sowie die Modernisierung der kurialen Verwaltung und Jurisdiktion, was hier nur kurz umrissen wurde.<\/p>\n<p class=\"fliess\">St\u00e4rker hervorgehoben wurde hingegen das Vorgehen gegen die politischen Gegner des Papstes und die als h\u00e4retisch verurteilten Lehren \u2013 nicht selten lag beides aus Sicht des Papstes nahe beieinander und beides wurde mit Entschiedenheit bek\u00e4mpft. Zu den gr\u00f6\u00dften Konflikten auf reichspolitischer Ebene z\u00e4hlte f\u00fcr Johannes XXII. die Doppelwahl 1314, aus der mit Ludwig dem Bayern sein Hauptgegner als neuer K\u00f6nig hervorgegangen ist. Zu den theologischen St\u00fctzen des Wittelsbachers geh\u00f6rten bekannterma\u00dfen die Franziskaner, die sich bereits durch den Armutsstreit in einem theologischen Grundsatzkonflikt mit dem Papst befanden. Dieser Konflikt weitete sich aus auf den gesamten Franziskanerorden, auf alle Anh\u00e4nger Ludwigs des Bayern und schlie\u00dflich auf generell jene, die als Gefahr f\u00fcr das Papsttum angesehen wurden, was u. a. auch in l\u00e4ngeren Inquisitionsprozessen zum Ausdruck kam, die in jenen norditalienischen St\u00e4dten stattfanden,\u00a0<a id=\"_idTextAnchor003\" target=\"_blank\"><\/a>die Ludwig den Bayern unterst\u00fctzten, wie Todi oder Modena.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Entwicklungen wirkten auch auf den Dominikanerorden ein. In den Beschl\u00fcssen des Generalkapitels f\u00fcr das Jahr 1325 wurde deutlich, dass der Orden interne Konflikte hinsichtlich der Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber der Kurie gezielt anging. Dennoch sandte Johannes XXII. zwei Dominikaner in west- und s\u00fcddeutsche Ordensniederlassungen, die er mit umfangreichen Befugnissen ausstattete. Jedoch entwickelte sich in dieser angespannten Situation eine Eigendynamik, die auch Meister Eckhart erfasste, der im Jahr 1326 Anschuldigungen ausgesetzt war und der in dieser Angelegenheit an den Hl. Stuhl appellierte. Anhand neuer Quellenfunde konnte wahrscheinlich gemacht werden, dass s\u00fcdfranz\u00f6sische Dominikaner in diesen Prozess eingebunden wurden. Diese haben sehr wahrscheinlich als Gutachter der Werke Eckharts mitgewirkt; deren Verurteilung einzelner Passagen seiner Werke ist auch vor dem Hintergrund der von Papst Johannes XXII. gef\u00fcrchteten Verwundbarkeit der Kirche zu sehen.<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Mauritius Wilde OSB,\u00a0<\/span>selbst Benediktinerm\u00f6nch und Prior der Primatialabtei Sant\u2019Anselmo in Rom kam vom Denken Eckharts her und w\u00e4hlte den Titel<\/p>\n<p class=\"fliess\"><em><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt CharOverride-21\">Meister Eckhart und das M\u00f6nchtum.<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"fliess\">Um heute weitverbreiteten Missverst\u00e4ndnissen entgegenzuwirken, war es klar auszusprechen: Meister Eckhart war kein M\u00f6nch. Seine Adressaten jedoch finden sich im monastischen Kontext. Auch die Art seines Theologisierens k\u00f6nnte man als kontemplativ beschreiben. Mit dem Konzept der \u201aAbgeschiedenheit\u2018 trifft er ein monastisches Prinzip, das auch f\u00fcr Menschen au\u00dferhalb des Klosters relevant war und ist.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Meister Eckhart war als Dominikaner kein M\u00f6nch (wie etwa die Benediktiner). Die dominikanische Spiritualit\u00e4t aber ist nicht unwesentlich von der monastischen Tradition gepr\u00e4gt. Im Fall Meister Eckharts wird das besonders in seinem Fr\u00fchwerk der\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Reden der Unterscheidungen<\/span>\u00a0bemerkbar, in dem er auf Johannes Cassian zur\u00fcckgreift. Monastische Themen wie die Gottsuche und das Motiv des Verlassens (<span class=\"Minion-Italic\">relinquere<\/span>) spielen dabei eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Am st\u00e4rksten aber verbindet sich Eckharts Denken mit der Tradition der M\u00f6nche durch den Begriff der Abgeschiedenheit, einer Wort-Neusch\u00f6pfung, die besonders charakteristisch f\u00fcr den Meister ist. Das M\u00f6nchtum kennt als urspr\u00fcngliche Motivation die\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">fuga mundi<\/span>. M\u00e4nner und Frauen ziehen sich aus der Welt zur\u00fcck, verlassen Familie und Zivilisation, um sich auf Bergen oder in H\u00f6hlen niederzulassen. Sie ordnen der Gottsuche alles unter. Als Dominikaner, der in den St\u00e4dten lebt, modifiziert Eckhart mit Hilfe seiner Theologie das Thema der Abgeschiedenheit, indem er es weitertreibt und dabei verinnerlicht. Es geht ihm um die innere Klausur, in der sich Gott finden l\u00e4sst, auch und gerade mitten in der Welt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Damit ber\u00fchrt er einen kirchenkritischen Aspekt, der dem M\u00f6nchtum immer wieder zu eigen ist. In Predigt 73 (<span class=\"Minion-Italic\">Deutsche Werke<\/span>\u00a0II, Herausgeber J. Quint) kommt Eckhart explizit auf Benedikt von Nursia zu sprechen. Indem er aus der Lebensbeschreibung Benedikts von Gregor dem Gro\u00dfen eine Szene paraphrasiert, wird deutlich, dass er die\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Vita<\/span>\u00a0kennt. In dieser aber wird der Blick frei f\u00fcr ein origin\u00e4res Verst\u00e4ndnis von Kirche. \u201eEs ist Ostern, weil Du da bist\u201c, erwidert Benedikt einem Priester, der den M\u00f6nch darauf aufmerksam macht, dass er das Osterfest vergessen habe. Es ist dieselbe innere Freiheit, um die es Eckhart in seinen Schriften und seinem Denken geht. Das Losgel\u00f6stsein vom\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">hic et nunc<\/span>\u00a0der Kirche bedeutet dabei gerade nicht, dass es Eckhart darum geht, auf die Kirche zu verzichten oder die Sakramente f\u00fcr obsolet zu halten: Diese dienen dazu, das Geheimnis hinter den Formen zu entdecken und zu erreichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">II.<\/span><\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Diesem, wie man sagen k\u00f6nnte, Kirchenverst\u00e4ndnis von innen her blieben auch drei weitere Vortr\u00e4ge auf der Spur (Gottschall, Vinzent, L\u00f6ser), die konkrete Textarbeit vornahmen. Sie untersuchten Eckharts deutsche Predigten, um danach zu fragen, was er eigentlich in diesen Texten genau unter \u201aKirche\u2018 versteht:<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Dagmar Gottschall\u00a0<\/span>stellte sich die Frage,<\/p>\n<p class=\"fliess\"><em><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt CharOverride-21\">Was Meister Eckhart in seinen deutschen Predigten \u00fcber \u201aKirche\u2018 sagt<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"fliess\">Meister Eckhart\u00a0scheint auf den ersten Blick dazu nicht viel zu sagen. Aber, wenn man seine \u00c4u\u00dferungen in den deutschen Predigten zugrunde legt und die Predigten auch als solche genauer liest, ergibt sich doch einiges, auch \u00dcberraschendes, zum Beispiel\u00a0zum Bau der Kirche, zu architektonischen und im \u00fcbertragenen Sinn zu spirituellen R\u00e4umen, in denen er agiert.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Meister Eckhart erw\u00e4hnt die Kirche nur in drei seiner kritisch edierten deutschen Predigten (<span class=\"Minion-Italic\">Deutsche Werke,<\/span>\u00a0Predigt 4, 66 und 68) und in einem Kapitel seiner\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">Erfurter\u00a0<\/span><span class=\"Minion-Italic\">Reden<\/span>\u00a0(RdU, c. 6). Er spricht dabei stets von dem konkreten Kirchenraum. Deshalb gilt es zun\u00e4chst den Kirchenbau zurzeit Eckharts n\u00e4her zu betrachten, und hier besonders die Situation d<span class=\"GELB\">er Erfurter Predigerkirche (Baubeginn im 13. Jh., Abschluss im 15. Jh.), deren Bau Eckh<\/span>art in den ersten Jahren selbst miterlebt hatte und f\u00fcr den er w\u00e4hrend seines Priorats (1294\u20131302) in Erfurt auch verantwortlich war. Die Erfurter Dominikanerkirche, deren Chor 1279 geweiht wurde, ist der erste rein gotische Bau in Th\u00fcringen und erfuhr als solcher besondere Beachtung: auf der einen Seite die vergeblichen Bem\u00fchungen der Ordensleitung, das dominikanische Armutsideal auch in architektonischen Fragen zu wahren, also Beschr\u00e4nkung der H\u00f6he, Zur\u00fcckhaltung im Schmuck, und auf der anderen Seite ehrgeizige Finanzierungssummen seitens der Stadt, die den Kirchenbau als Prestigeprojekt betrachtete.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Eckhart interessiert die Kirche als architektonisches Monument nicht, ja, als Prestigeprojekt der Verdienstfr\u00f6mmigkeit reicher Geldgeber, die dank einer gro\u00dfz\u00fcgigen Spende hoffen, sich das Seelenheil erkaufen zu k\u00f6nnen, verurteilt er sie ohne Wenn und Aber. Johannes Taulers Haltung ist hier weniger rigoros: Stiftungen und Geldspenden k\u00f6nnen sehr wohl zum Seelenheil beitragen, insofern sie anonym erfolgen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Doch Eckhart sieht den Kirchenraum auch nicht als den privilegierten Ort der Gottesbegegnung, denn die Gegenwart Gottes h\u00e4ngt nicht von einem besonderen Ort ab, sondern von der besonderen Disposition unseres Inneren. Wenn wir uns in der Kirche Gott nahe f\u00fchlen, so ist das nur ein Zeichen menschlicher Schw\u00e4che, denn \u201eGott ist gleich in allen Dingen und an allen St\u00e4tten\u201c (<span class=\"Minion-Italic\">Deutsche Werke<\/span>\u00a0III, Predigt 68) und er wohnt nicht in der Kirche, sondern in der menschlichen Seele.<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Markus Vinzent <\/span>schloss daran an:<\/p>\n<p class=\"fliess\"><em><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt CharOverride-21\">Gott hat nie mehr als ein einziges Wort gesprochen: Vater, Sohn, Geist, Kreaturen \u2013 wo ist die Kirche?<br \/>\n(Pfeiffer Nr. 17)<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"fliess\">Unter diesem Titel stellte er, anders als Dagmar Gottschall, die sich auf die Predigten der kritischen Edition konzentriert hatte, eine weitere Predigt (Pfeiffer Nr. 17) vor, die den Weg in diese Edition bisher nicht geschafft hat, die er aber f\u00fcr eine echte Predigt Meister Eckharts erkl\u00e4rte. Sie behandelt, gerade zu Beginn, etliche Aspekte, die mit Blick auf Eckharts Auffassung von Kirche von Bedeutung sind, und hat deshalb eine ausf\u00fchrliche Analyse verdient.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Obwohl diese Predigt, eine Weihnachtspredigt, durch Franz Pfeiffer bereits 1857 ver\u00f6ffentlicht wurde, fehlt sie bis heute in der kritischen Werkausgabe Eckharts. Georg Steer, Nachfolger Josef Quints als Eckhartherausgeber und inzwischen leider verstorben, wollte sie zwar f\u00fcr eine Ber\u00fccksichtigung pr\u00fcfen (<span class=\"Minion-Italic\">Die Schriften Meister Eckharts in den Handschriften des Mittelalters<\/span>, 2002, S. 252\u2013253), doch h\u00e4ngt sie seither editorisch in der Luft. Dabei geh\u00f6rt sie, Markus Vinzent zufolge, \u00fcberlieferungsgeschichtlich zu dem ber\u00fchmten sogenannten Gottesgeburtszyklus. Zwar wird im Text explizit gesagt: \u201e<span class=\"Minion-Italic\">Meyster Eckhart sprach<\/span>\u201c, doch scheint schon Pfeiffer das auf diese Ank\u00fcndigung folgende St\u00fcck gerade wegen des ausdr\u00fccklichen Bezugs auf Eckhart aus der Predigt herausgenommen und es unter die Spr\u00fcche eingereiht zu haben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Allerdings best\u00e4tigt ein R\u00fcckverweis aus dem in Frage stehenden Teil der Predigt, dass der Prediger diesen Text mit der zweiten Predigt des Gottesgeburtszyklus (<span class=\"Minion-Italic\">Deutsche Werke<\/span>\u00a0IV, Predigt 102) in Verbindung setzt. Denn in Predigt Pfeiffer 72 sagt er: \u201eGott hat kein (anderes) Gesch\u00f6pf, das eine so weitreichende Auffassungsgabe hat, wodurch Gott seine\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Kraft<\/span>\u00a0und den Grund seines\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Wesens<\/span>\u00a0so vollkommen hineinschreiben oder eingie\u00dfen kann, als in das\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Werk<\/span>, in welches er sich geistig in die Seele gebiert. Gottes Geb\u00e4ren in die Seele, wie ich fr\u00fcher sagte (\u201e<span class=\"Minion-Italic\">als ich vor mer gesprochen han<\/span>\u201c), ist nichts anderes, als dass Gott sich in einer neuen Erkenntnis und auf eine neue Weise der Seele offenbart.\u201c In Predigt 102 hei\u00dft es: \u201eGott ist in allen Dingen dem\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Wesen<\/span>, dem\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Wirken<\/span>\u00a0und der\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Kraft<\/span>\u00a0nach; mehr noch, er alleine ist derjenige, der sich in der Seele gebiert\u201c (\u201e<span class=\"Minion-Italic\">Got ist in allen dingen wesenl\u00eeche, w\u00fcrkl\u00eeche und gewalticl\u00eeche, m\u00ear<\/span>:\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">er ist aleine gebernde in der s\u00eale<\/span>\u201c). Alle vier Stichworte, die in der vorliegenden Predigt aneinandergereiht sind \u2013 \u201eGottes Kraft, Wesen, Wirken, in die Seele geb\u00e4ren\u201c \u2013 finden sich auch an dieser einen Stelle in Predigt 102.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Daraus schloss Markus Vinzent, dass das von Pfeiffer (sowie auch von Quint) ausgeschiedene Textst\u00fcck kein eigener Spruch Eckharts sei, sondern integraler Bestandteil der vorliegenden Predigt. In \u00e4hnlicher Weise wurde auch ein sogenannter R\u00fcckverweis aus der Eckhartpredigt 68 auf die vorliegende Predigt er\u00f6rtert. Geht man schlie\u00dflich davon aus, dass die Predigt Pfeiffer 17 tats\u00e4chlich eine Predigt Eckharts ist, lassen sich ihm nun wichtige Aussagen \u00fcber \u201aKirche\u2018 zuordnen, ohne dass das Wort ausdr\u00fccklich f\u00e4llt. Es wird n\u00e4mlich eine Antwort auf die Frage, wie \u201ewir das ewige Wort wissen und lieben\u201c k\u00f6nnen, entfaltet; sie bietet vier M\u00f6glichkeiten, dies zu erlangen:<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">A)\u00a0<\/span>aus den H\u00e4nden des Priesters,<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">B)\u00a0<\/span>durch den Lehrer oder Prediger,<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">C)<\/span>\u00a0durch diejenigen, die dem Herrn folgen,<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">D)<\/span>\u00a0durch \u201edas ewige Wort\u201c, indem \u201ees durch die nackte Gottheit in die nackte Seele gesprochen wurde\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Falls man vorschnell meinen k\u00f6nnte, dass es das Priesteramt sei, die Institution der Kirche, Lehrer oder Prediger, die Christus nachfolgen, die uns das ewige Wort wissen und lieben lehren, so zeigt diese Predigt, dass es einzig das ewige Wort selbst ist, das nackt zu uns spricht, wenn wir nackt sind: \u201eIhr solltet wissen, dass das ewige Wort sich selbst in die Seele gebiert, sich selbst durch sich selbst, nicht weniger und ohne Unterlass. Bedenkt, dass die Seele das ewige Wort besser kennt, als alle Meister es ausdr\u00fccken k\u00f6nnen.\u201c \u2013 Diese charakteristische Eckhartsche Lehre findet sich gerade in dem Teil, der bisher gesondert als Spruch ausgeklammert wurde. Dadurch aber verlor die Predigt ihre Spitze oder ihr Herz und die Hauptaussage Eckharts verlor sich im Nebel der Unauthentizit\u00e4t und der Dekontextualisierung.<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Das alles ber\u00fchrte sich weitgehend mit \u00dcberlegungen<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">\u00a0Freimut L\u00f6sers,\u00a0<\/span>der als Pr\u00e4sident der Meister-Eckhart-Gesellschaft<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">\u00a0<\/span>zuvor die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer zum Jubil\u00e4um des zwanzigj\u00e4hrigen Bestehens der Gesellschaft begr\u00fc\u00dft hatte. Er hatte, bewusst auf aktuelle Str\u00f6mungen anspielend, den folgenden Titel gew\u00e4hlt:<\/p>\n<p class=\"fliess\"><em><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt CharOverride-21\">Wir sind Kirche! Meister Eckharts Predigt \u00fcber uns in der Kirche und die Kirche in uns (Sievers Nr. 22)<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"fliess\">L\u00f6ser verfolgte dabei grunds\u00e4tzlich die These: Dass Eckharts Aussagen \u00fcber Kirche in Forschung und \u00d6ffentlichkeit relativ wenig beachtet werden, liegt auch daran, dass einige seiner wichtigen Predigten zu diesem Themenkomplex bisher schlicht unbeachtet (weil eben nicht kritisch ediert) geblieben sind. Im Zentrum des Vortrags stand daf\u00fcr stellvertretend die Predigt 22, die Eduard Sievers schon 1872 gedruckt hatte und f\u00fcr die L\u00f6ser Eckharts Verfasserschaft schon zuvor in eigenen Aufs\u00e4tzen nachgewiesen hatte. Sie gibt wichtige Einblicke in Eckharts Vorstellung von Kirche.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zun\u00e4chst aber wurde Eckharts Kirche konkret und historisch verortet:<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn man von \u201aMeister Eckharts Kirche\u2018 spricht, sind zahlreiche Aspekte zu bedenken, die man mithilfe von bestimmten Bauwerken veranschaulichen kann: In der heute noch stehenden Predigerkirche in Erfurt las er die Messe, predigte, spendete die Sakramente, betete in derselben Art wie sein Ordensgr\u00fcnder der heilige Dominikus, spendete das Abendmahl, verrichtete seine Stundengebete gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Konvents, vollzog die Liturgie. Dabei sa\u00df er in der Erfurter Predigerkirche w\u00e4hrend des Chorgebets im heute noch existierenden Chorgest\u00fchl auf dem Platz des Priors und nahm von dort aus seine Leitungsfunktion wahr. Im Refektorium, das unter Eckharts Priorat und unter seiner pers\u00f6nlichen Leitung erbaut worden war, trafen sich die Predigerbr\u00fcder; wahrscheinlich hielt Eckhart in diesem Raum seine Erfurter Lehrgespr\u00e4che (sog.\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Reden<\/span>) mit den Mitgliedern seines Hauses.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Als Leiter der dominikanischen Ordensprovinz Saxonia war er unter anderem in Verhandlungen mit dem Rat der Stadt Braunschweig oder in G\u00f6ttingen mit Regelungen von Klostergr\u00fcndungen, Klosterverlegungen und Kirchenbau befasst und urkundete in solchen Amtsgesch\u00e4ften.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die gro\u00dfartige Darstellung des Freskos aus der sogenannten Spanischen Kapelle der Dominikanerkirche Santa Maria Novella in Florenz ist in der Eckhart-Forschung zuletzt dadurch sehr bekannt geworden, dass man in einem der Dargestellten Meister Eckhart vermutet hat. Ob das nun zutrifft oder nicht, wichtig ist die Darstellung der Dominikaner und ihres Ordens:\u00a0<span class=\"GELB\">Das Fresko von Andrea di Bonaiuto (um 1365) vermittelt n\u00e4mlich nichts anderes als das g\u00fcltige Kirchenbild von Eckharts Orden zu seiner Zeit: Di<\/span>e\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">ecclesia triumphans\u00a0<\/span>in der oberen H\u00e4lfte, dem Himmelreich verbunden, darunter die Kirche als Bauwerk (hier der gerade entstehende Dom von Florenz) und die\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">ecclesia militans,\u00a0<\/span>also<span class=\"Minion-Italic\">\u00a0<\/span>die k\u00e4mpfende Kirche und ihre besten K\u00e4mpfer: die Dominikaner als\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">domini canes,\u00a0<\/span>Hunde des Herrn, besonders befasst mit der Bek\u00e4mpfung und Bekehrung von Ketzern. Eckhart aber, wenn er es denn tats\u00e4chlich ist, hat der Maler mit anderen in Irrt\u00fcmern befangenen Gelehrten (wie den Franziskanern William von Ockham und Michael de Cesena) in die Gruppe der f\u00fcr ihre S\u00fcnden b\u00fc\u00dfenden Kirche (<span class=\"Minion-Italic\">ecclesia poenitens<\/span>)<span class=\"Minion-Italic\">\u00a0<\/span>gestellt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im heute nicht mehr existenten Dominikanerkonvent Saint Jacques (Jahrhunderte sp\u00e4ter der Versammlungsort der revolution\u00e4ren, nach diesem Treffpunkt benannten Jakobiner) lebte und arbeitete Eckhart, als er zweimal den dominikanischen Lehrstuhl der Pariser Universit\u00e4t besetzte und damit Teil einer Institution war, die neben dem Papst die h\u00f6chsten theologischen Gewissheiten vertrat und als Autorit\u00e4t in Glaubensfragen galt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im Palast in Avignon schlie\u00dflich residierte der Papst, der Eckhart 1327\/28 selbst verh\u00f6rte und nach seinem Tod eine Bulle gegen ihn erlies, die zahlreiche seiner S\u00e4tze als \u00fcbel klingend und das Mal der H\u00e4resie enthaltend verurteilte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">All das also ist und war Meister Eckharts Kirche. In seinem Leben war sie in all ihren Formen \u00fcberall und stets pr\u00e4sent. Warum, so muss man sich fragen, spielt sie dann in seinen deutschen Predigten und in der Forschung, die sich bisher mit ihnen besch\u00e4ftigt hat, eine derart geringe Rolle? Das Bild ver\u00e4ndert sich, wenn man die lateinischen\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">sermones\u00a0<\/span>ber\u00fccksichtigt, in denen Eckhart sich ja \u2013 mindestens auch \u2013 an seine Mitbr\u00fcder wendet, oder betrachtet, wie h\u00e4ufig er sich in den deutschen Predigttexten mit der Predigt selbst, den Aufgaben eines Predigers und dem, was Predigen eigentlich ist, besch\u00e4ftigt, mit der Messe und den Sakramenten, insbesondere der Eucharistie. Der Vortrag erl\u00e4uterte anschlie\u00dfend die in der Forschung vernachl\u00e4ssigte Predigt Sievers Nr. 22, die unter der von den Handschriften wiedergegebenen \u00dcberschrift\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Von dem betehu\u00dfe\u00a0<\/span>den Evangelientext Matth\u00e4us 22,13 erl\u00e4utert:<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eDomus mea domus orationis vocabitur: Min hus sal heissen ein betehu\u00df.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dabei macht Eckhart vier eigene Punkte; er spricht zun\u00e4chst von der Kirche als Bauwerk und, trinitarisch, von der Kirche des Sohnes, des Vaters und des Geistes:<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">1.\u00a0<\/span>\u201eDie geweihte<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">\u00a0<\/span>Kirche hei\u00dft ein Bethaus; darin nimmt man die Arznei der Seele in Gestalt der sieben Sakramente.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">In diesem ersten Schritt geht es ganz einfach um das Haus: die geweihte Kirche, das Kirchengeb\u00e4ude, das auch wir heute als \u201eGotteshaus\u201c bezeichnen, eine Bezeichnung, die nebenbei erw\u00e4hnt, auch in kontrahierter Form das Mittelalter schon kennt. Dieses Geb\u00e4ude bezeichnet Eckhart als geweihte Kirche, den Ort des Empfangs der Sakramente. Es ist als Bauwerk, wie Dagmar Gottschall gezeigt hat, in Eckharts Texten durchaus pr\u00e4sent. Aber es spielt in seinem Denken keine gro\u00dfe Rolle. Der Ort des Empfangs der Sakramente ist ihm nur wenige Worte wert, aber er legt Wert darauf, dass es sich um einen geweihten Ort handelt; hier sind die Sakramente (das bekannte Bild von Christus als Arzt abwandelnd) die Arznei der Seele, n\u00f6tig und hilfreich dann, wenn die Seele krank ist, wenn sie beispielsweise (dies sei erg\u00e4nzt) in der Beichte und durch die Bu\u00dfe von den S\u00fcnden heilbar gemacht und gel\u00e4utert wird, wenn sie durch den Empfang der Eucharistie gest\u00e4rkt und mit Christus geeint wird. Bedeutungsvoll wird es in den n\u00e4chsten kurzen drei Abschnitten, wobei die Wortwahl sich \u00e4ndert und die Kirche jetzt als Christenheit, als Himmelreich und als Seele erscheint. Dem entspricht ein klarer trinitarischer Ansatz, der sich entschl\u00fcsselt, wenn man die Parallele zu Eckharts lateinischem<span class=\"Minion-Italic\">\u00a0Sermo\u00a0<\/span>XXIV,1 (Echtheitskriterium 2) erkennt.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">2. <\/span>\u201eDy heylige cristenheit hei\u00dft ouch eyn bethu\u00df unsers herren gotes; darynne wirt unser herre gespi\u00dft an syme heyligen lichnam und wechst und nemt czu an syn ledeme\u00dfen, das ist an cristenluten.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Kirche ist demnach, so wie zu Beginn der Predigt angegeben, der geweihte Ort der Sakramente und hier insbesondere der Ort der Eucharistie, sie ist aber auch als Kirche des Sohnes, die als \u201eChristenheit\u201c seinen Namen tr\u00e4gt, die Gemeinschaft aller Christen, die als einzelne Glieder diese Gemeinschaft f\u00fcr das Wachsen und Wohlergehen der \u201eChristenheit\u201c sorgen. Eckhart definiert Kirche demnach nicht als geordnete Institution und von ihren einzelnen Organisationsstrukturen her, sondern als Gemeinschaft der Christen. Im Blick auf die Kirche in unserer Predigt hei\u00dft das: Christi Leib wird uns zuteil und wir sind Teil seines Leibes. Im Anschluss an Paulus, 1. Korinther 12,12ff. ist die Kirche, ist die heilige Christenheit der mystische Leib Christi. Auch das ist traditionelle, gut mittelalterliche Ekklesiologie. Kirche w\u00e4chst und nimmt zu an den \u201ecristenluden\u201c,<span class=\"Minion-Italic\">\u00a0<\/span>die ihren Namen ebenso nach Christus<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">\u00a0<\/span>haben wie die Christenheit als Ganzes. Kirche besteht aus ihren Gliedern, die Mitglieder der Kirche sind. Interessant scheint dabei, wie Eckhart das Verb \u201espeisen\u201c verwendet, indem er, was im Mittelhochdeutschen noch leichter m\u00f6glich ist als im heutigen Hochdeutsch, transitive und intransitive Bedeutung in einem einzigen Verbgebrauch vereint: im Sakrament der Eucharistie wird Christi Leib von den Gl\u00e4ubigen verspeist und st\u00e4rkt als Arznei diejenigen, die ihn einnehmen; aber dieser Leib Christi wird seinerseits eben auch durch die Glieder der Kirche gespeist und gest\u00e4rkt. Die Bewegung ist also \u2013 sprachlich auf das Engste verschr\u00e4nkt \u2013 eine gegenseitige: Christus in uns, aber wir auch in Christus.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">3.\u00a0<\/span>Der trinitarischen Deutung, die auch in lateinischen Texten Eckharts deutlich wird, entspricht das Himmelreich als Haus des Vaters: \u201eDas hymmilrich hei\u00dft ouch ein hu\u00df; darynne geruwet unser herre und gebrucht syner craft.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">4.\u00a0<\/span>Im vierten Punkt (trinitarisch dem Geist entsprechend) definiert Eckhart die Seele des Menschen als Haus Gottes: \u201eDas virde hu\u00df gotes hei\u00dft dy sele; darynne wirket unser herre got sine gotlichen werk mit siner gnade.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">In der lateinischen Parallelpredigt liest sich das so: \u201eDomus spiritus sancti est fidelis anima; anima domus est gratiosa.\u201c Die Gleichsetzung der Kirche mit der gl\u00e4ubigen Seele, die sich in Eckharts lateinischen Predigten h\u00e4ufiger findet, wird besonders in der zweiten lateinischen Predigt zu Lukas 19,41 erkl\u00e4rt. In dieser Predigt, die er selbst als Entwurf versteht, hat sich Eckhart notiert, es sei wichtig, zum Terminus\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">domus mea\u00a0<\/span>als erstes zu bemerken, \u201edass das Haus Gottes das Wesen der Seele selbst ist, in das Gott allein sich einsenkt, und zwar Gott blo\u00df\u201c. Hier sei zu behandeln, \u201edass er sich in die Sele einsenkt, wenn die geistigen Kr\u00e4fte zuvor von den Eindr\u00fccken der sinnlichen gereinigt sind. Deswegen eben m\u00fcssten die \u201eK\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer\u201c hinausgeworfen werden, weil die Seele nicht auf den Lohn sehe und weil dort Ruhe und Schweigen herrsche. Von dieser Position aus kann sich die Predigt jetzt der Frage widmen, was denn, nachdem das \u201eBethaus\u201c erl\u00e4utert wurde, nun das Wesen des Gebets sei: Gott um nichts zu bitten als nur um Gott, der in die Seele, ist sie leer, eingehen wird. Damit kommt die Predigt in einer Kreisbewegung zum Schluss: Die Kirche ist die Seele, ist das Haus Gottes, ist das Haus des Gebets; ist sie leer von allen Dingen, kann sie den einlassen, zu dem und um den sie betet. Dann ist Gott in seinem Haus und die Seele k\u00f6nnte, aus heutiger Sicht formuliert, mit Gott sagen: \u201eWIR sind Kirche\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">III.<\/span><\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Eine Serie von drei theologischen Vortr\u00e4gen befasste sich mit den Konsequenzen f\u00fcr Eckharts theologisches Kirchenverst\u00e4ndnis:<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die inzwischen auch f\u00fcr die neu zur Verf\u00fcgung stehenden Texte festzustellende Verschiebung von \u201aKirche\u2018 ins Innere des Menschen bei Eckhart war auch Ansatzpunkt f\u00fcr <span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Dietmar Mieth<\/span>, der sich die Frage stellte:<\/p>\n<p class=\"fliess\"><em><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt CharOverride-21\">Theologie statt Kirche? Warum Kirche bei Meister Eckhart pr\u00e4sent ist, aber nicht zum Thema wird<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"fliess\">Erst mit den Konfessionen wurde Kirche zum kontroversen Thema. Dennoch kann man Differenzen \u00fcber Kirche erschlie\u00dfen, z. B. zwischen Thomas von Aquin und Meister Eckhart. Eckhart spricht prim\u00e4r von der Menschwerdung Gottes in ihrer Bedeutung f\u00fcr alle Menschen. Er stellt bestehende Strukturen implizit in Frage. Die Kirche geh\u00f6rt nicht in die \u201eZeit der Ernte\u201c (vgl. Mt 13,30). Das hat z. B. Auswirkungen auf die theologische Begr\u00fcndung der Inquisition.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Romano Guardini betrachtete mit den griechischen Kirchenv\u00e4tern die Kirche als ein Innen im Menschen. Jedoch scheint eher Menschsein als Kirche das innere Thema f\u00fcr den Theologen Eckhart zu sein. Er geht von einem in der Sch\u00f6pfung erl\u00f6sungsbed\u00fcrftigen und in der Teilhabe an der Menschwerdung, in der \u201eGottesgeburt\u201c, erl\u00f6sungsw\u00fcrdigen Menschsein aus, das keine kirchliche Grenze und keine kirchliche \u00dcberlegenheit kennt. Das ist ein Pfad zur allgemeinen Menschenw\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ist die Kirche mit Augustinus eine die Zukunft vorausnehmende Gottesgesellschaft in der Welt? F\u00fcr Thomas von Aquin muss Kirchenstruktur weder gerechtfertigt noch befragt werden. Sie ist vorgegebene Lebenswelt und darin \u201eGottes Werk\u201c als Gnadenvermittlerin. Mit Thomas verbindet Eckhart der Gedanke der Kirche als\u00a0<span class=\"CharOverride-7\">creatura verbi<\/span>, als Gesch\u00f6pf des Wortes, aber dieses Wort findet bei Eckhart seinen Weg \u00fcber die Kirche hinaus. Das Wort entfaltet sich in der theologischen Vernunft, in der inneren Einsicht, im Intellekt. Philosophie und Theologie verschmelzen als Denk-Orte der Weisheit (\u201esapientia et scientia\u201c).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dietmar Mieth erweiterte noch den Blick auf das Thema, indem er vergleichend wichtige weibliche Perspektiven aus Eckharts Zeit und Umfeld einbrachte: W\u00e4hrend sich die Kritik mancher Mystikerinnen \u2013 z. B. Mechthild von Magdeburg \u2013 auf schlechte Vertreter der Kirche, die \u201ePr\u00e4laten\u201c, richtete, hat Marguerite Porete, die Zeitgenossin Eckharts, die Kirche als \u201ekleine\u201c (Kleriker)-Kirche, d. h. also die bestehende reale Form der Kirche, kritisiert. Au\u00dferdem ist f\u00fcr sie die \u201eheilige\u201c Kirche nicht Gott selbst, sondern als ein \u201egeschaffenes Ding\u201c (\u201ecreatura verbi\u201c &#8211; \u201echose cr\u00e9\u00e9e\u201c) unvollkommen.<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Manfred Gerwing\u00a0<\/span>argumentierte, zun\u00e4chst vom Textwort einer Eckhartpredigt ausgehend, f\u00fcr die Intensivierung des theologischen Sinnes von Kirche im Blick auf jeden einzelnen Gl\u00e4ubigen durch Eckhart:<\/p>\n<p class=\"fliess\"><em><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt CharOverride-21\">Freund, zieh h\u00f6her hinauf (Lk 14,10). Zum kritischen Gottes- und Glaubensverst\u00e4ndnis Meister Eckharts<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"fliess\">Meister Eckhart will tun, was die Kirche tut oder zumindest tun sollte: dem Leben dienen. Der Machtanspruch und der \u00e4u\u00dfere Reichtum der Kirche damals \u2013 in der Zeit der mittelalterlichen Expansionsphase \u2013 hat innerkirchlich zu den verschiedensten Gegenbewegungen gef\u00fchrt. Die gro\u00dfe Ordensbewegung der Mendikanten aber, vor allem die Dominikaner und Franziskaner, wahrten die Einheit der Kirche. Sie protestierten zwar gegen die Ver\u00e4u\u00dferlichung und Verrechtlichung der Kirche, aber lie\u00dfen es doch nicht zu einem un\u00fcberbr\u00fcckbaren Gegensatz zwischen der Kirche als unsichtbarer Gemeinschaft der Heiligen auf der einen, und als sichtbarem gesellschaftlichem Gef\u00fcge der sakramentalen und hierarchischen Kirche auf der anderen Seite kommen. Zwar kann erst seit dem Sp\u00e4tmittelalter von einer systematischen Behandlung des Themas Kirche die Rede sein, also von einer systematischen Ekklesiologie \u2013 als erster systematischer Traktat gilt die um 1450 erschienene\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Summa de Ecclesia\u00a0<\/span>von Johannes de Torquemada (1388\u20131468) \u2013, aber die mittelalterlichen Theologen haben in Schriftauslegungen, zum Hohen Lied und zum Epheserbrief etwa, in kirchenrechtlichen Texten, geistlichen Schriften und Predigten immer wieder von der Kirche gehandelt. Meister Eckhart jedenfalls versucht im Anschluss an die augustinische Tradition, die im Blick auf die Kirche vom\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">corpus Christi mysticum\u00a0<\/span>spricht, den theologischen Sinn von Kirche aufzugreifen und im Blick auf jeden einzelnen Gl\u00e4ubigen und jede einzelne Gl\u00e4ubige zu intensivieren. \u201eMein Freund, zieh h\u00f6her hinauf!\u201c, will sagen, lass dich, getaufter Christ, selbst von Gott, genauer vom Wort Gottes in Anspruch nehmen und in Form bringen: in die Christusform, d. h. \u00f6ffnen f\u00fcr Gott und den N\u00e4chsten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Es geht Meister Eckhart darum, dass der Mensch sich tats\u00e4chlich erhebt und auf den Weg zu Gott macht. Darin besteht sein Kirchesein: das Wort Gottes so zu verk\u00fcnden, dass Christen zu Christus werden, zum\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">alter Christus<\/span>. Eine Neuorientierung im Denken durch ein kritisches Gotterkennen ist sein Ziel: Gott nicht blo\u00df als gedachten, sondern als wirklich-wahren, lebendigen und ewigen Gott zu erkennen. Darin finden seine Reden zur Orientierung im Denken ihr Ma\u00df: Gott teilhaftig zu sein, ihn \u201azu haben\u2018, ihn wahrhaft zu besitzen, ihn, Gott, den der Mensch von sich aus gar nicht \u201ahaben\u2018 und \u201abesitzen\u2018 kann. Es mag sein, dass Meister Eckhart den Verteidigern der religi\u00f6sen Rechtgl\u00e4ubigkeit und Ordnung des 14. Jahrhunderts als ein gef\u00e4hrlicher Mystiker erschien. Doch dieser Verdacht darf uns nicht davon abhalten wahrzunehmen, dass Meister Eckhart sich tats\u00e4chlich f\u00fcr diese Kirche einsetzte, f\u00fcr diese Kirche und ganz und gar in dieser Kirche lebte. Es ist die Kirche Jesu Christi. Meister Eckhart wollte zeitlebens rechtgl\u00e4ubig sein und wurde erst nach langj\u00e4hriger T\u00e4tigkeit im Dienst seines Ordens als\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">frater<\/span>,\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">praedicator<\/span>\u00a0and\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">magister<\/span>\u00a0in seinen letzten Lebensjahren wegen H\u00e4resie angezeigt und angeklagt. F\u00fcr jene allerdings, die nur die vordergr\u00fcndigen Z\u00fcge der Kirche, ihre zeitbedingte Verfasstheit, Einrichtungen und gesellschaftliche Funktionen im Auge haben, war Eckharts innere Sicht der Kirche gef\u00e4hrlich; denn dieses \u00c4u\u00dfere tritt bei Meister Eckhart ganz und gar zur\u00fcck. Er achtet auf das Wort und Wirken Gottes im Menschen, auf den inneren Dialog, den Gott mit dem Menschen f\u00fchrt<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">.<\/span><\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Martina Roesner\u00a0<\/span>fragte, bestimmte festgef\u00fcgt scheinende Urteile \u00fcber Eckhart auf den Pr\u00fcfstand stellend, nach der Bedeutung der Sakramente f\u00fcr seine Theologie:<\/p>\n<p class=\"fliess\"><em><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt CharOverride-21\">Jenseits von Konrad und Heinrich. Zur Sakramentalit\u00e4t des \u00dcberindividuellen in Meister Eckharts Mystik<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"fliess\">Meister Eckharts Mystik gilt gemeinhin als eine Form der Spiritualit\u00e4t, in der die sonst \u00fcblichen Formen kirchlicher Heilsvermittlung keine Rolle spielen. Dennoch betont Eckhart immer wieder, dass die von ihm thematisierte Einheit mit Gott \u201eohne Mittel\u201c gerade nicht auf der Ebene der Individualit\u00e4t als solcher verwirklicht werden kann. Der Vortrag ging folglich der Frage nach, inwiefern die mit dem Begriff der \u201eGelassenheit\u201c verbundene \u00dcberschreitung des individuellen Eigenseins gleichsam das eckhartsche \u00c4quivalent zu jener theologischen Wirklichkeit ist, die sonst im Kontext der Sakramentenlehre und Ekklesiologie behandelt wird:<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gemeinhin gilt die Mystik als eine Form individualisierter Fr\u00f6mmigkeit, bei der die \u00e4u\u00dferen institutionellen, doktrinalen und liturgischen Aspekte des Glaubens keine Rolle mehr spielen oder sogar als f\u00fcr das geistliche Leben hinderlich angesehen werden. Auch mit Blick auf Meister Eckhart wird oft die Auffassung vertreten, die von ihm vertretene M\u00f6glichkeit einer Einheit mit Gott \u201eohne Mittel\u201c gehe Hand in Hand mit einer prinzipiellen \u00dcberwindung aller kirchlich-sakramentalen Formen der Heilsvermittlung.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Entgegen diesem weitverbreiteten Klischee wollte der Vortrag aufzeigen, dass Eckharts Mystik gerade nicht in einer Verabsolutierung der individuellen Innerlichkeit besteht, sondern vielmehr darin, von der eigenen Individualit\u00e4t zu lassen, um die Universalit\u00e4t des g\u00f6ttlichen Logos wirksam werden zu lassen. Nicht der \u00e4u\u00dfere Vollzug des Gebets oder des Sakramentsempfangs als solcher wird demnach von Eckhart kritisiert, sondern nur die egoistisch motivierte Verengung der Intention dieser religi\u00f6sen Vollz\u00fcge auf die eigene Person. Das Lassen von der empirischen Individualit\u00e4t des \u201eKonrad und Heinrich\u201c ist demnach jene Grundhaltung, die den Menschen zum rechten Empfang der Sakramente disponiert, doch bedeutet dies nicht, dass die Sakramente als solche \u00fcberfl\u00fcssig w\u00fcrden. In Predigt 95 und Predigt 104 (beide\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Deutsche Werke<\/span>\u00a0IV) betont Eckhart sogar ausdr\u00fccklich, dass der Priester bei der Zelebration der Messe bzw. bei der Predigt nicht seine eigene mystische Innerlichkeit, sondern die Erbauung der anwesenden Gl\u00e4ubigen im Blick haben solle. Eckhart geht sogar so weit, die kirchenrechtlich gebotene Erf\u00fcllung von Gel\u00fcbden auch im Falle einer mystischen Entr\u00fcckung aufrecht zu erhalten, nur dass in diesem Falle Gott selbst anstelle des Menschen das betreffende Gel\u00fcbde erf\u00fcllt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Letztlich erkl\u00e4rt sich Eckharts grunds\u00e4tzliches Festhalten an den richtig verstandenen \u00e4u\u00dferen Formen und institutionellen Strukturen der Kirche dadurch, dass der wahrhaft gelassene, verg\u00f6ttlichte Mensch keine Trennung zwischen \u201eAu\u00dfen\u201c und \u201eInnen\u201c mehr kennt, sondern alles vermeintlich \u00c4u\u00dferliche als Ausdruck absoluter Innerlichkeit zu leben vermag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">IV.<\/span><\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Der \u00f6ffentliche Abendvortrag durch<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">\u00a0Joel Harrington,\u00a0<\/span>US-amerikanischer Fr\u00fchneuzeithistoriker und Verfasser des weltweit rezipierten, auch ins Deutsche \u00fcbersetzten und mit Preisen ausgezeichneten Buches\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Dangerous Mystic: Meister Eckhart\u2019s Path to the God Within<\/span>\u00a0stellte die Frage:<\/p>\n<p class=\"fliess\"><em><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt CharOverride-21\">Wie gef\u00e4hrlich war Meister Eckhart?<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Vortrag kehrte damit zum Anfang der Tagung und dem Prozess gegen Eckhart zur\u00fcck, betonte aber, zun\u00e4chst \u00fcberraschend, bewusst die sehr geringe Gefahr, die Eckharts Lehre f\u00fcr die institutionelle Kirche seiner Zeit darstellte. Angesichts der von Harrington angenommenen begrenzten schriftlichen Verbreitung seiner Ideen, besonders nach der Bulle\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">In agro Dominico<\/span>, sowie des h\u00e4ufigen Unverst\u00e4ndnisses seitens der Laien wurde argumentiert, dass die Gefahr von Eckharts Lehre von seinen politischen Gegnern, insbesondere dem Bischof von Stra\u00dfburg, \u00fcbertrieben wurde. Im Vergleich dazu stellt, trotz der Aufnahme von Meister Eckhart durch viele moderne Katholiken und Protestanten, die Aufnahme durch bestimmte New-Age-Autoren und viele \u201espirituelle, aber nicht religi\u00f6se\u201c Laien eine viel gr\u00f6\u00dfere Herausforderung und Bedrohung f\u00fcr das institutionelle Christentum dar, besonders im Hinblick auf die bereits r\u00fcckl\u00e4ufige Mitgliederzahl. Die heutige Gefahr Eckharts und Gef\u00e4hrdung Eckharts zugleich liegt damit in einer Verk\u00fcrzung und populistischen Umdeutung seiner Lehren. Zum Abschluss wurde deshalb die wichtige Rolle hervorgehoben, die die Eckhart-Forschung im Kampf gegen Fehlinterpretationen und falsche Wiedergabe der Worte des Meisters leisten k\u00f6nne und solle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">V.<\/span><\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Die Meister-Eckhart-Tagung 2024 schloss mit einer\u00a0<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Podiumsdiskussion<\/span>, die unter dem Titel\u00a0<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt CharOverride-21\">Meister Eckharts Kirche heute \u2013 ein ferner Spiegel?<\/span>\u00a0die Frage nach Meister Eckharts Kirche in die Gegenwart \u00fcbertrug. Hierzu brachte Regina D. Schiewer die Referierenden der Tagung Christine B\u00fcchner, Gotthard Fuchs, Dietmar Mieth, Martina Roesner und P. Mauritius Wilde OSB sowie Freimut L\u00f6ser miteinander ins Gespr\u00e4ch<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">.<\/span><\/p>\n<p class=\"fliess\">Regina Schiewer fasste zu Beginn die unterschiedlichen Kirchendefinitionen zusammen, die bei den Vortr\u00e4gen und Gespr\u00e4chen der Tagung benannt und diskutiert worden waren: Kirche als Geb\u00e4ude, als Eckharts konkretes Kirchengeb\u00e4ude, als\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">societas perfecta,\u00a0<\/span>als Organismus des Heiligen Geistes, als Gemeinschaft der Heiligen und zugleich als organisatorische Struktur, als sakramentale Kirche, als Gemeinschaft der Christen, als Leib Christi, als Gesch\u00f6pf des Wortes, als Ort der Verk\u00fcndigung und Kirche als \u201ekleine Klerikerkirche\u201c und \u201egro\u00dfe Laienkirche\u201c, aber auch als \u201eEkklesiola\u201c, als kleine (kl\u00f6sterliche) Laienkirche.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bei der Diskussion wurde unter R\u00fcckgriff auf Dietrich Bonhoeffers Verst\u00e4ndnis von Kirche als einer \u201eKirche f\u00fcr andere\u201c Eckharts Haltung zur\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">caritas<\/span>\u00a0vor dem Hintergrund seiner spekulativen Einheitsmystik diskutiert. Die Diskussionsteilnehmer:innen sahen die Gefahr, dass die kontemplative Kirche in heutiger Zeit durch eine Verengung auf das diakonische\/karitative Element in Rechtfertigungszw\u00e4nge gerate, w\u00e4hrend gerade bei Eckhart kein Gegensatz zwischen Anbetung und Diakonie zu beobachten sei: Der gerechte Mensch lasse Gott in sich wirken; damit lasse der gerechte Mensch auch die Gerechtigkeit in sich wirken. Das diakonische Element, die\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">caritas<\/span>, sei neben\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">liturgia<\/span>\u00a0and\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">martyria<\/span>\u00a0ein Grundvollzug der Kirche. Eckhart weite das Kirchenverst\u00e4ndnis seiner Zeit \u00fcber enge Grenzen hinaus, da nur die Weitung in Gott eine. Diese Einung k\u00f6nne und d\u00fcrfe sich nicht nur in der Liturgie niederschlagen, sondern m\u00fcsse sich in der Zuwendung zum N\u00e4chsten zeigen. Insbesondere Eckharts Christologie, die die Menschwerdung Gottes in jedem Menschen, nicht nur im Christen, ins Zentrum g\u00f6ttlicher Zuwendung stellt, bedeute, dass die Kirche in die Menschheit verlagert werde. Eckhart fasse die Kirche universal, binde sie an das Inkarnatorische und verleihe ihr damit zugleich eine Bodenst\u00e4ndigkeit. An Eckharts Christologie als zentrale Bedingung seines\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">caritas-<\/span>Verst\u00e4ndnisses schloss sich auch die Frage von Eckharts m\u00f6glicher Bedeutung f\u00fcr die Sch\u00f6pfungstheologie und Sch\u00f6pfungsverantwortung der heutigen Kirche an: Die Geburt Christi in der Kreatur und in die Kreatur hinein zeigen das Ineinander und die Untrennbarkeit von Christusglauben und Sch\u00f6pfungsglauben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein weiterer wichtiger Aspekt der Diskussion fokussierte auf das \u00f6ffnende Kirchenverst\u00e4ndnis Eckharts: Mit seiner mit\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">credere ecclesiam<\/span>\u00a0und nicht mit\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">credere in ecclesiam<\/span>\u00a0zu beschreibenden Perspektive auf Kirche zeige sich, dass Eckhart sich in einer tausendj\u00e4hrigen Tradition gesehen habe, die Kirche in- und nicht exkludierend versteht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auch wenn Eckhart selbst die Kirche nicht explizit problematisiere, bestehe doch bei genauer Hinsicht die M\u00f6glichkeit, die in seiner Theologie zutage tretende Auffassung von der\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">unio mystica<\/span>, der Einheit zwischen Gott und dem Individuum als Teil der Gemeinschaft der Heiligen, zu aktualisieren. Heutige Probleme nur aus der Gegenwart zu behandeln, f\u00fchre zu einem Zirkelschluss, w\u00e4hrend der ferne Spiegel der Vergangenheit und die historische Verfremdung stets Anlass zur Reflexion gebe und infolgedessen die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffne, die Gegenwart klarer zu sehen und Perspektiven zu entwickeln. Die Tagung wurde von den Diskussionsteilnehmern auch deswegen als sehr hilfreich zur Besch\u00e4ftigung mit den heutigen Pro-<br \/>\nblemen der Kirche(n) empfunden, weil offene pers\u00f6nliche Stellungnahmen ausgel\u00f6st und Probleme angesprochen wurden, die zun\u00e4chst nur scheinbar in Meister Eckhart projiziert wurden: Bei genauerem Hinsehen kann sich Meister Eckharts Theologie als Brennspiegel erweisen, der eine Fokussierung erleichtert und Probleml\u00f6sungen aufscheinen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">VI.<\/span><\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Dass wir aber \u00fcberhaupt in der Lage sind, Eckharts Werke und damit auch seine Aussagen zur Kirche zu lesen oder in den Akten seines Prozesses zu studieren, ist zu einem immensen Anteil das Verdienst\u00a0<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Loris Sturleses<\/span>. Ihm wurde w\u00e4hrend der Tagung der zum dritten Mal vergebene Meister-Eckhart-Forschungspreis verliehen. Aus der Laudatio durch die Vorsitzende des Preiskuratoriums,\u00a0<span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Regina D. Schiewer<\/span>:<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eLoris Sturlese hat mit dem Abschluss der lateinischen Werke Eckharts eine herkuleische Leistung erbracht, die im besten Sinne philologisch-medi\u00e4vistische Grundlagenforschung ist. Aber er ist noch einen Schritt weiter gegangen, denn die Grundlagen m\u00fcssen auch f\u00fcr die Forschung verf\u00fcgbar und erschwinglich sein. Konsequenterweise begann er 2016 mit einer Studienausgabe der lateinischen Werke, die mittlerweile in zwei B\u00e4nden vorliegt. Parallel dazu legte er eine Auswahlausgabe mit 64 der deutschen Predigten Eckharts nach dem Kirchenjahr in italienischer \u00dcbersetzung vor.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der editorische Kraftakt wurde seit den fr\u00fchen achtziger Jahren von Forschungsbeitr\u00e4gen zu Eckhart und seinem dominikanischen Umfeld aus philosophiegeschichtlicher Perspektive eskortiert. Eine Vielzahl der Beitr\u00e4ge finden sich in dem 2007 erschienenen Sammelband\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Homo divinus. Philosophische Projekte in Deutschland zwischen Meister Eckhart und Heinrich Seuse<\/span>. Loris Sturlese lehrt uns darin, Eckhart im Kontext zu lesen und zu verstehen. Er ist ein inspirierender Lehrer und das Vorbild eines Gelehrten, der sich nicht scheut, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, Verantwortung als Pr\u00e4sident der Societ\u00e0 Italiana per lo Studio del Pensiero Medievale (Italienischen Gesellschaft zur Erforschung des Mittelalterlichen Denkens) (2001\u20132007), als Assesseur und Vizepr\u00e4sident der Soci\u00e9t\u00e9 Internationale pour l\u2018 \u00c9tude de la Philosophie M\u00e9di\u00e9vale (Internationalen Gesellschaft zur Erforschung der Mittelalterlichen Philosophie) (seit 2003) und als Mitherausgeber des\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Corpus Philosophorum Teutonicorum Medii Aevi<\/span>\u00a0und der\u00a0<span class=\"Minion-Italic\">Quaderni del Centro di cultura medievale della Scuola Normale Superiore di Pisa<\/span>.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wie ehren mit dem Preis einen beeindruckenden und zugleich bescheidenen Gelehrten, eine der ganz gro\u00dfen Pers\u00f6nlichkeiten der Eckhartforschung und gratulieren herzlich.\u201c<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gro\u00dfe Prediger, Theologe, Philosoph, Mystiker, Lehrer und Ordensorganisator Meister Eckhart hatte es mit seiner Kirche nicht leicht. Das zeigt auch der Prozess, der gegen ihn gef\u00fchrt wurde, und die Verurteilung einzelner S\u00e4tze seiner Lehre nach seinem Tod im Jahr 1328 durch die p\u00e4pstliche Bulle\u00a0In agro dominico\u00a0als h\u00e4retisch (durch Papst Johannes XXII. am 27. M\u00e4rz&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":107505,"menu_order":475,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-107595","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Das Verh\u00e4ltnis von Meister Eckhart zur Kirche - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Das Verh\u00e4ltnis von Meister Eckhart zur Kirche - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der gro\u00dfe Prediger, Theologe, Philosoph, Mystiker, Lehrer und Ordensorganisator Meister Eckhart hatte es mit seiner Kirche nicht leicht. Das zeigt auch der Prozess, der gegen ihn gef\u00fchrt wurde, und die Verurteilung einzelner S\u00e4tze seiner Lehre nach seinem Tod im Jahr 1328 durch die p\u00e4pstliche Bulle\u00a0In agro dominico\u00a0als h\u00e4retisch (durch Papst Johannes XXII. am 27. M\u00e4rz&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-07-03T09:48:51+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Meister-Eckhart_Fresco_Santa-Maria-Novella_1464x824_c_Andrea_di_Bonaiuto_Wikimedia_Commons.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1464\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"824\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"35 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\\\/\",\"name\":\"Das Verh\u00e4ltnis von Meister Eckhart zur Kirche - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Meister-Eckhart_Fresco_Santa-Maria-Novella_1464x824_c_Andrea_di_Bonaiuto_Wikimedia_Commons.jpg\",\"datePublished\":\"2025-07-03T09:48:48+00:00\",\"dateModified\":\"2025-07-03T09:48:51+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Meister-Eckhart_Fresco_Santa-Maria-Novella_1464x824_c_Andrea_di_Bonaiuto_Wikimedia_Commons.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Meister-Eckhart_Fresco_Santa-Maria-Novella_1464x824_c_Andrea_di_Bonaiuto_Wikimedia_Commons.jpg\",\"width\":1464,\"height\":824},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Das Verh\u00e4ltnis von Meister Eckhart zur Kirche\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Das Verh\u00e4ltnis von Meister Eckhart zur Kirche - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Das Verh\u00e4ltnis von Meister Eckhart zur Kirche - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Der gro\u00dfe Prediger, Theologe, Philosoph, Mystiker, Lehrer und Ordensorganisator Meister Eckhart hatte es mit seiner Kirche nicht leicht. Das zeigt auch der Prozess, der gegen ihn gef\u00fchrt wurde, und die Verurteilung einzelner S\u00e4tze seiner Lehre nach seinem Tod im Jahr 1328 durch die p\u00e4pstliche Bulle\u00a0In agro dominico\u00a0als h\u00e4retisch (durch Papst Johannes XXII. am 27. M\u00e4rz&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2025-07-03T09:48:51+00:00","og_image":[{"width":1464,"height":824,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Meister-Eckhart_Fresco_Santa-Maria-Novella_1464x824_c_Andrea_di_Bonaiuto_Wikimedia_Commons.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"35 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\/","name":"Das Verh\u00e4ltnis von Meister Eckhart zur Kirche - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Meister-Eckhart_Fresco_Santa-Maria-Novella_1464x824_c_Andrea_di_Bonaiuto_Wikimedia_Commons.jpg","datePublished":"2025-07-03T09:48:48+00:00","dateModified":"2025-07-03T09:48:51+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Meister-Eckhart_Fresco_Santa-Maria-Novella_1464x824_c_Andrea_di_Bonaiuto_Wikimedia_Commons.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Meister-Eckhart_Fresco_Santa-Maria-Novella_1464x824_c_Andrea_di_Bonaiuto_Wikimedia_Commons.jpg","width":1464,"height":824},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/das-verhaeltnis-von-meister-eckhart-zur-kirche-eine-uebersicht-und-zusammenfassung-aller-vortraege-der-tagung\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Das Verh\u00e4ltnis von Meister Eckhart zur Kirche"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/107595","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/107595\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":107596,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/107595\/revisions\/107596"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/107505"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=107595"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}