{"id":107764,"date":"2025-07-04T12:09:18","date_gmt":"2025-07-04T10:09:18","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=107764"},"modified":"2025-07-04T12:09:20","modified_gmt":"2025-07-04T10:09:20","slug":"eine-ganz-normale-nation-deutschland-und-die-fussballweltmeisterschaft-1954","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/eine-ganz-normale-nation-deutschland-und-die-fussballweltmeisterschaft-1954\/","title":{"rendered":"Eine ganz normale Nation?"},"content":{"rendered":"<p>Sie werden sich fragen, warum Sie bei dieser Tagung einen Vortrag \u00fcber Fu\u00dfball anh\u00f6ren sollen. Gab es zwischen 1945 und 1989 nicht zahlreiche andere Themen, die mehr \u00fcber diese Zeit aussagen und wichtigere Wendemarken oder Trends verk\u00f6rpern? Was k\u00f6nnen Fu\u00dfball und die Weltmeisterschaft von 1954 dazu beitragen, die fr\u00fche Bundesrepublik besser zu verstehen?<\/p>\n<p>Eine Menge, wie ich zeigen m\u00f6chte. Das Thema meines Beitrages erlaubt ungew\u00f6hnliche und interessante Einblicke in viele Bereiche, die Deutschland so kurz nach dem Krieg kennzeichneten. Dazu geh\u00f6rt nicht zuletzt die Frage, welche Rolle damals Nation, Nationalgef\u00fchl oder ein aufkommender Nationalismus spielten. Aber auch auf den Alltag, die gro\u00dfe Politik und vorherrschende Sorgen wird der Beitrag eingehen.<\/p>\n<p>Vorab eine Erl\u00e4uterung. Wenn ich von Deutschland spreche, ist die Bundesrepublik gemeint. In der DDR besa\u00df der Titelgewinn der westdeutschen Mannschaft ebenfalls bemerkenswerte Auswirkungen, auch hier erlaubt dieses Ereignis wichtige Einsichten. Doch die Verh\u00e4ltnisse in der DDR unterschieden sich so sehr von denen in der Bundesrepublik, dass ich darauf in der knappen Zeit nicht eigens eingehen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der Titel und die Analysen 50 Jahre sp\u00e4ter <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zum Jahr 1954. Am 4. Juli wurde die (west)deutsche Nationalmannschaft in Bern Weltmeister und l\u00f6ste einen Begeisterungstaumel aus, der damals alle \u00fcberraschte und noch heute fasziniert. Als 2004 der 50. Jahrestag dieses Erfolges gefeiert wurde, erschien eine kaum \u00fcbersehbare Zahl an Beitr\u00e4gen in B\u00fcchern, Zeitungen und Zeitschriften, Radio- und Fernsehsendungen gingen darauf ein, und der Film <em>Das Wunder von Bern<\/em> lockte mehrere Millionen Zuschauer in die Kinos.<\/p>\n<p>Immer wieder wurde dabei die Frage diskutiert, wie die damalige Begeisterung zu erkl\u00e4ren sei, und \u00fcbereinstimmend betonten viele Autoren die nationale Bedeutung des Titelgewinns. Am 4. Juli 1954, so die verbreitete Meinung, fand die tats\u00e4chliche Gr\u00fcndung der Bundesrepublik statt. Besonders pr\u00e4gnant formulierte diese Position ein Leitartikel der S\u00fcddeutschen Zeitung, der fast auf den Tag genau f\u00fcnfzig Jahre nach dem Endspiel erschien, von einem der beiden Chefredakteure stammte und all die Deutungsmuster enthielt, die zu diesem Thema im Umlauf waren (und noch sind).<\/p>\n<p>Dem Artikel zufolge l\u00f6ste der Titelgewinn ein Wir-sind-wieder-wer-Gef\u00fchl aus, das erstmals nach dem Krieg die M\u00f6glichkeit bot, sich an einem Erfolg zu berauschen, der quasi gemeinschaftlich erwirtschaftet worden sei. Der Autor beschrieb Jubelfeiern, die zu patriotischen Kundgebungen gerieten, wies den Ereignissen eine staatstragende Bedeutung zu und sah hierin sogar das \u201ewahre Gr\u00fcndungsdatum der Bundesrepublik\u201c, das wichtiger gewesen sei als die W\u00e4hrungsreform, die Verabschiedung des Grundgesetzes und selbst der Fall der Mauer.<\/p>\n<p>Diese Einsch\u00e4tzungen sind verst\u00e4ndlich, denn der Titelgewinn zeitigte ganz ungew\u00f6hnliche Reaktionen. Den Berichten nach verfolgten fast alle Bewohner der Bundesrepublik \u2013 und der DDR \u2013 das Endspiel. Die Stra\u00dfen wirkten wie leergefegt, die wenigen Fernseher \u2013 es gab im ganzen Lande gerade einmal 40.000 \u2013 waren umlagert, w\u00e4hrend die \u00fcbergro\u00dfe Mehrheit die \u00dcbertragung im Radio verfolgte. Der Sieg l\u00f6ste riesigen Jubel aus, und als die Mannschaft am Tage nach dem Endspiel aus der Schweiz zur\u00fcckkam und mit dem Zug \u00fcber Konstanz nach M\u00fcnchen fuhr, waren die Bahnh\u00f6fe und deren Umgebung v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllt, entlang der Strecke standen Hunderttausende. Allein in M\u00fcnchen haben etwa 400. 000 bis 500.000 Personen die Mannschaft empfangen und zeigten eine Begeisterung, die bis heute schwer zu erkl\u00e4ren ist.<\/p>\n<p>Es liegt nahe, darin den Ausdruck eines neuen Nationalismus zu sehen, der nach dem Krieg unterdr\u00fcckt war und sich jetzt endlich wieder entfalten konnte. Einige Autoren gehen weiter. Sie bezeichnen die Ereignisse vom Juli 1954 nicht nur als nationale Jubelst\u00fcrme. F\u00fcr sie hat vielmehr die Mannschaft durch den Titelgewinn \u201edie Verletzungen repariert, die w\u00e4hrend und nach dem Krieg erlitten wurden\u201c.<\/p>\n<p>Die Spieler h\u00e4tten nachgeholt, \u201ewas den deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg, die sich in den Augen der Bev\u00f6lkerung durch \u00e4hnliche Qualit\u00e4ten ausgezeichnet hatten, verwehrt geblieben war \u2013 der gerechte Lohn f\u00fcr Opfermut, Mannschaftsgeist und Bescheidenheit\u201c. Die junge Republik, so eine andere Ver\u00f6ffentlichung, \u201eberauschte sich an sich selbst. Hatte Bern nicht irgendwie den Ausgleich f\u00fcr Stalingrad gebracht?\u201c Waren die letzten Worte der Rundfunk\u00fcbertragung &#8211; Aus! Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! &#8211; \u201enicht die Revanche f\u00fcr den 8. Mai? Und hatte nicht der deutsche Stehaufmann die Geschichte umgebogen, aus dem Zwischenstand in der Stunde Null noch ein 3:2 gemacht?\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die diese Deutung spricht, dass die deutschen Zuschauer im Stadion nach dem Abpfiff die erste Strophe der Nationalhymne sangen: Deutschland, Deutschland \u00fcber alles, die offiziell verboten war. Daran hielt sich keiner. Zu gro\u00df war offensichtlich der Wunsch, Deutschland zu feiern und durch den Sieg der Mannschaft an vergangene Gr\u00f6\u00dfe zu erinnern. Doch diese Deutung greift zu kurz, denn tats\u00e4chlich herrschten eine gro\u00dfe Sorge vor einem aufkommenden Nationalismus und eine Unsicherheit, wie nationale Gef\u00fchle ausgedr\u00fcckt werden konnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Nationalgef\u00fchl und nationale Symbole<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der Deutschland-Uniondienst der CDU\/CSU warnte bereits am Montag nach dem Endspiel davor, \u201enach dem Fu\u00dfballerfolg in Bern von einem \u201adeutschen Fu\u00dfballwunder\u2019 zu sprechen\u201c. Der gro\u00dfe sportliche Erfolg d\u00fcrfe nicht in nationale Phrasen geh\u00fcllt und das Geschehen in der Schweiz so kommentiert werden, als habe das deutsche Volk neun Jahre nach dem Zusammenbruch wieder zu \u201asiegen\u2019 verstanden. Ebenso zur\u00fcckhaltend fielen die offiziellen Gratulationen von Adenauer und Heuss aus, die \u201elediglich protokollarisch korrekte Gl\u00fcckwunschtelegramme\u201c formulierten. Diese zeigten ein \u201ezur Schau gestelltes Desinteresse\u201c, da die Regierung glaubte, \u201esich keine nationale Ekstase leisten zu k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p>Das Absingen der ersten Strophe der Nationalhymne bezeichneten Kommentare \u00fcbereinstimmend als \u201emehr oder minder\u201c gedankenlos \u2013 so selbst Eduard von Schnitzler, Chefkommentator der DDR, der ansonsten tats\u00e4chliche und vermeintliche Fehlentwicklungen im kapitalistischen Westen begierig aufgriff. Diese zur\u00fcckhaltenden Beurteilungen werden verst\u00e4ndlich, wenn wir die Bem\u00fchungen betrachten, nach dem Krieg eine Nationalfahne, eine Hymne und einen nationalen Feiertag zu bestimmen. \u201aNormale\u2019 Staaten hatten alle drei Elemente aufzuweisen, doch die Bundesrepublik geh\u00f6rte nicht zu diesen Staaten. Hier war noch zu bewusst, welchen Missbrauch die Nationalsozialisten mit den nationalen Symbolen betrieben hatten.<\/p>\n<p>Am einfachsten war die Frage nach der Flagge zu l\u00f6sen. Hieran bestand der gr\u00f6\u00dfte Bedarf, da der neu gegr\u00fcndete Staat bei offiziellen Anl\u00e4ssen auf eine Nationalfahne angewiesen war. Bereits 1949 entschied sich der Parlamentarische Rat f\u00fcr die Farben Schwarz-Rot-Gold, die auf die deutsche Einheitsbewegung des 19. Jahrhunderts verwiesen und nach heftigem Streit bereits in der Weimarer Republik zur Nationalflagge gew\u00e4hlt worden waren. Bedeutend schwieriger war die Frage nach einem Nationalfeiertag zu beantworten. Welches Ereignis in der deutschen Geschichte war so positiv verlaufen und so wenig umstritten, dass es die ganze Nation, jenseits von Klasse, Religion oder Geschlecht ansprechen konnte? Das war im Kaiserreich nicht gelungen. Hier hatten die Feiern zum Geburtstag des Kaisers oder zum Sieg im Krieg gegen Frankreich (Sedantag) nur einen Teil der Bev\u00f6lkerung angesprochen. Auch die Weimarer Republik hatte keine \u00fcberzeugende Antwort gefunden. Es war deshalb ratsam, in dieser Frage vorsichtig vorzugehen, und Gustav Heinemann unterbreitete 1950 den Vorschlag, daf\u00fcr jeweils den ersten Sonntag im September zu nehmen, um an die erste gemeinsame Sitzung der beiden Bonner Parlamente, des Bundestags und des Bundesrates, zu erinnern. Doch die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung betrachtete einen solchen \u2013 etwas konstruierten &#8211; nationalen Gedenktag mit einer gewissen Distanz, zumal er nicht in gro\u00dfer \u00d6ffentlichkeit gefeiert, sondern im Rahmen einer Staatskundgebung begangen wurde.<\/p>\n<p>Genauso wichtig war die Suche nach einer Nationalhymne, denn zunehmend gab es Staatsbesuche oder andere internationale Kontakte, die eine Hymne erforderten. Diese Kontakte nahmen auch im Sport zu und f\u00fchrten zu kuriosen L\u00f6sungen, als etwa 1950 der Hamburger Sportverein in den USA ein Spiel bestritt. Die Gastgeber konnten nicht auf eine Nationalhymne zur\u00fcckgreifen und spielten deshalb die \u201aNordseewellen\u2019. Bei anderen Gelegenheiten ert\u00f6nten deutsche Volkslieder oder aktuelle Schlager, die aber sp\u00e4testens dann keinen Ersatz mehr boten, als die Olympischen Spielen 1952 in Helsinki und Oslo anstanden, an denen erstmals nach dem Krieg wieder deutsche Sportler teilnehmen konnten.<\/p>\n<p>Die zust\u00e4ndigen Vertreter des Nationalen Olympischen Komitees wandten sich deshalb im Mai 1951 an Adenauer und baten um seinen Rat, welches Lied bei einem deutschen Olympiasieg gespielt werden sollte. Adenauer riet zum Deutschlandlied, \u201eda ein anderes Lied im Ausland nicht bekannt\u201c sei. Kurz zuvor hatte er bei einer Kundgebung in Berlin bereits dazu aufgefordert, dieses Lied zu singen, allerdings nur die dritte Strophe. Das war verst\u00e4ndlich, denn das Deutschlandlied wies eine demokratische Tradition auf. Es besa\u00df aber auch eine nationalistische Aussage, da die erste Strophe \u201aDeutschland, Deutschland \u00fcber alles\u2019 stellte und die Nation von der Maas bis an die Memel vereinen wollte. Adenauer forderte deshalb dazu auf, lediglich die dritte Strophe zu singen, die von derartigen Untert\u00f6nen frei war und sich darauf beschr\u00e4nkte, \u201aEinigkeit und Recht und Freiheit f\u00fcr das deutsche Vaterland\u2019 zu fordern. Doch derart feine Unterschiede konnte nicht jeder nachvollziehen. Entsprechend erhoben sich die drei anwesenden Stadtkommandanten nicht von ihren Sitzen, als die Hymne erklang, und im Ausland war eine heftige Reaktion zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Als Ausweg gab Theodor Heuss eine neue Nationalhymne in Auftrag, die jedoch nur wenig Zustimmung fand, denn Melodie und Inhalt galten als zu k\u00fchl und wenig ansprechend. Zugleich r\u00fcckten die Olympischen Spiele n\u00e4her, und Adenauer und Heuss einigten sich schlie\u00dflich auf die dritte Strophe des Deutschlandlieds. F\u00fcr die Olympischen Spiele wiederum war in der Zwischenzeit eine andere L\u00f6sung gefunden worden. Hier verst\u00e4ndigten sich die Verantwortlichen auf \u201aFreude, sch\u00f6ner G\u00f6tterfunke\u2019 aus Beethovens 9. Sinfonie. Doch Au\u00dfenstehenden, denen die Problematik nicht so vertraut war, fiel es schwer, den Verzicht auf eine Nationalhymne zu verstehen. Als in Oslo die erste Siegerehrung f\u00fcr einen Deutschen anstand, glaubten die verantwortlichen Norweger, durch ein Versehen die falschen Noten erhalten zu haben. Sie setzten die Zeremonie deshalb ab und holten die Siegerehrung vierundzwanzig Stunden sp\u00e4ter nach, als sie die Best\u00e4tigung erhalten hatten, dass Beethovens Melodie tats\u00e4chlich die Nationalhymne ersetzte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Begegnungen mit dem Ausland<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Eine vergleichbare Unsicherheit charakterisierte auch die zunehmenden Reisen von Deutschen ins Ausland. Im Fr\u00fchjahr 1954, kurz vor der Weltmeisterschaft, bem\u00fchten sich niederl\u00e4ndische Stellen darum, deutsche Touristen zu gewinnen, und erzielten einen unerwarteten Erfolg. \u00dcber die Osterfeiertage reisten mehr als 150.000 Deutsche in die Niederlande, wo sie jedoch nicht nur Begeisterung ausl\u00f6sten. Denn die Stra\u00dfen waren voll mit deutschen Autos und Bussen, zwischen denen die wenigen holl\u00e4ndischen Fahrzeuge wie verloren wirkten. Da auf denselben Stra\u00dfen und mit derselben Fahrtrichtung im Jahre 1940 Hitlers Wehrmachtkolonnen eingefallen waren, kamen schmerzhafte Erinnerungen auf, der Vergleich mit der wenige Jahre zur\u00fcckliegenden Invasion lag nahe.<\/p>\n<p>Das Verhalten einiger Deutscher best\u00e4rkte die unguten Gef\u00fchle, wenn diese gestikulierend auf fr\u00fchere Wirkungsst\u00e4tten verwiesen oder erkl\u00e4rten, bei der Sprengung von Hafenanlagen beteiligt gewesen zu sein. Doch die gro\u00dfe Mehrheit der Besucher verhielt sich zur\u00fcckhaltend, w\u00e4hrend auf holl\u00e4ndischer Seite ein erstaunliches Entgegenkommen zu bemerken war. Da die Hotels ausgebucht waren, wurden Privatleute \u00fcbers Radio gebeten, Zimmer und Betten zur Verf\u00fcgung zu stellen. Dazu waren gen\u00fcgend Holl\u00e4nder bereit, und deutsche Touristen fanden bei ihnen eine Bleibe.<\/p>\n<p>Diese Zur\u00fcckhaltung bei nationalen Gef\u00fchlen zeigte sich auch daran, dass die Berichterstattung \u00fcber die Weltmeisterschaft und deren Auswirkungen rasch abklang. Nach wenigen Tagen hatten andere Ereignisse wieder den Vorrang gewonnen. So ging die <em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em> lediglich am Tag nach dem Endspiel in ihrer Titelseite auf die Weltmeisterschaft und deren Auswirkungen ein, verbannte die Berichte ansonsten in den Sportteil und ging anschlie\u00dfend gar nicht mehr darauf ein \u2013 abgesehen von einem kurzen Hinweis auf den Empfang in M\u00fcnchen, zu dem sich immerhin, wie erw\u00e4hnt, etwa 500.000 Personen eingefunden hatten. Selbst die <em>Bild-Zeitung<\/em> befasste sich nur kurz mit der WM und der allgemeinen Begeisterung. Auch in anderen Zeitungen waren keine Beitr\u00e4ge zu finden, welche die Frage der nationalen Identit\u00e4t er\u00f6rterten oder gar von einem Gr\u00fcndungsdatum des neuen Staates sprachen.<\/p>\n<p>Dazu trug auch bei, dass der Fu\u00dfball bei weitem nicht die Anerkennung erfuhr, die wir heute kennen. Er war in weiten Teilen der Bev\u00f6lkerung \u00fcberaus popul\u00e4r, galt jedoch weiterhin als Arbeitersport, der im B\u00fcrgertum wenig Interesse, oft sogar Ablehnung fand. Entsprechend enthielten die \u201aseri\u00f6sen\u2019 Zeitungen zwar Spielberichte, befassten sich ansonsten aber nicht mit diesem Sport. Das galt erst recht f\u00fcr Akademiker, Intellektuelle oder andere Meinungsf\u00fchrer. Bei ihnen gab es Ausnahmen. Doch die Vorstellung, Fu\u00dfballspieler k\u00f6nnten \u00fcber den Kreis von Fans und Jugendlichen hinaus als Vorbilder dienen oder gar die Nation einen, waren damals geradezu absurd.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der Kontext<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Am 3. Juli 1954, dem Tag vor dem Endspiel in Bern, schrieb die FAZ: \u201eWas wir hier erleben, ist in des Wortes echter Bedeutung: Geschichte\u201c. Doch von Fu\u00dfball war in diesem Artikel nicht die Rede. Sie meinte andere Ereignissen, die damals die Schlagzeilen der Zeitungen bestimmten, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Dazu geh\u00f6rten vor allem die Auseinandersetzungen \u00fcber die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und der Krieg in Indochina.<\/p>\n<p>Der Wiederbewaffnung hatten die Regierungen der USA, Gro\u00dfbritanniens und Frankreichs bereits 1952 zugestimmt und wollten dazu die Europ\u00e4ische Verteidigungsgemeinschaft gr\u00fcnden. Doch die Zustimmung des franz\u00f6sischen Parlamentes stand aus und wurde immer unwahrscheinlicher. Das lag nicht zuletzt am Krieg in Vietnam, wo franz\u00f6sische Truppen die Herrschaft \u00fcber diese Kolonie zur\u00fcckgewinnen wollten, im Mai 1954 jedoch in Dien Bien Phu eine verheerende Niederlage erlitten. Die Regierung in Paris st\u00fcrzte, und der neue Ministerpr\u00e4sident Pierre Mend\u00e8s-France war am 17. Juni mit nur einem Versprechen angetreten: innerhalb von drei\u00dfig Tagen Frieden zu schlie\u00dfen. Dieser war aber weiterhin nicht in Sicht, vielmehr drohten ein Eingreifen Chinas und der USA und damit eine Ausweitung des Krieges.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund war eine Zustimmung des franz\u00f6sischen Parlaments zur westdeutschen Wiederbewaffnung ausgeschlossen. Das bedeutete f\u00fcr Adenauer einen herben R\u00fcckschlag. Zusammen mit den Regierungen in Washington und London versuchte er deshalb, Druck auf Paris auszu\u00fcben und gab ein Interview, das am Vortag des Endspiels erschien und gro\u00dfes Aufsehen erregte. Zur europ\u00e4ischen Verteidigungsgemeinschaft, so Adenauer, gebe es nur eine Alternative: eine eigenst\u00e4ndige Bundeswehr. Er f\u00fcgte gleich hinzu, dass keiner diese L\u00f6sung wolle, auch seine Regierung nicht. Doch es war unsicher, was er wirklich beabsichtigte. Entsprechend gro\u00df war die Emp\u00f6rung in Frankreich dar\u00fcber, dass so wenige Jahre nach dem Krieg die deutsche Regierung anscheinend eine eigene Armee forderte.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu Wiederbewaffnung und dem Krieg in Indochina gab es zahlreiche andere Themen, die damals die \u00d6ffentlichkeit besch\u00e4ftigten. Dazu geh\u00f6rten die mehr als 1,5 Millionen Vermissten des Zweiten Weltkrieges, von denen vermutlich die weitaus gr\u00f6\u00dfte Zahl verstorben war. Doch jeder Einzelne konnte hoffen, dass sein Vater, seine Mutter, seine Geschwister oder Freunde zu den \u00dcberlebenden geh\u00f6rten und vielleicht bald gefunden w\u00fcrden. Ein anderes wichtiges Thema war die verbreitete Armut. Das Wirtschaftswunder hatte eingesetzt und erstaunliche Erfolge gezeigt, die jedoch nur teilweise unten ankamen. Vor allem Witwen, Waisen und Rentner mussten mit sehr geringen Betr\u00e4gen auskommen. Mit dem Alter kam f\u00fcr viele die Armut.<\/p>\n<p>Weniger Beachtung fanden Kriegsverbrecherprozesse oder das Verfahren um das Konzentrationslager in franz\u00f6sischen Struthof im Elsass, das parallel zur Weltmeisterschaft stattfand und dessen Urteile am Freitag vor dem Endspiel ergingen. Diese Prozesse riefen die Schrecken des Krieges und die Verbrechen des Nationalsozialismus in Erinnerung, die nicht einfach vergessen oder verschwiegen werden konnten. Die Zeitungsberichte hierzu blieben allerdings begrenzt, jedenfalls in Deutschland. Die franz\u00f6sischen Zeitungen hingegen berichteten ausf\u00fchrlich dar\u00fcber, in einem auffallend sachlichen Ton. Mehrfach hie\u00df es ausdr\u00fccklich, dass nicht Deutschland oder Deutsche insgesamt vor Gericht st\u00fcnden, sondern einzelne Personen und deren Verhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ein Medienereignis<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Umso schwieriger ist es, die Begeisterung nach dem Titelgewinn zu erkl\u00e4ren. Dagegen sprachen die beschriebene Unsicherheit gegen\u00fcber nationalen Gef\u00fchlen, die Vielzahl anderer Themen und Probleme, die die \u00f6ffentlichen Debatten bestimmten, und der geringe Stellenwert des Fu\u00dfballs, der zwar viele anzog, zahlreiche andere aber abstie\u00df und ungeeignet war, ein Gemeinschaftsgef\u00fchl zu stiften. Dieses entstand dennoch und ist vor allem auf ein neuartiges und packendes Medienerlebnis zur\u00fcckzuf\u00fchren, das fast die ganze Nation am Radio oder Fernsehapparat einte.<\/p>\n<p>Bei den \u00dcbertragungen herrschte eine geradezu unertr\u00e4gliche Spannung. \u201eAtemlose Stille wechselte mit st\u00fcrmischem Geschrei, das die R\u00e4ume zu sprengen drohte, als die entscheidenden Tore fielen. Die Menschen sprangen von ihren Sitzen hoch, warfen die Arme in die Luft, Biergl\u00e4ser fingen auf den Tischen an zu tanzen\u201c \u2013 so einer von vielen derartigen Zeitungsberichten. Diese Begeisterung herrschte in ganz Deutschland, auch in der DDR, setzte sich bei der Heimkehr der Mannschaft fort und beruhte auf mehreren Faktoren. Dazu geh\u00f6rten der unerwartete Verlauf des Turniers, bei dem die deutsche Mannschaft in der ersten Runde gegen die Ungarn chancenlos war und dennoch das Endspiel erreichte; die ungeheure Anspannung w\u00e4hrend des Spiels, als sie fr\u00fch mit zwei Toren zur\u00fcck lag und ohne Chancen schien; der \u00fcberraschende Sieg des krassen Au\u00dfenseiters; ein intensives Gef\u00fchl der Gemeinschaft und nicht zuletzt die M\u00f6glichkeit, sich als Deutsche endlich wieder unbeschwert \u00fcber ein Ereignis freuen zu k\u00f6nnen, das nicht politisch belastet war.<\/p>\n<p>Selbst alte M\u00fctterchen, so ein Leserbrief an die S\u00fcddeutsche Zeitung, \u201edie kaum wissen, wie ein Fu\u00dfball aussieht, [brechen] beim Anblick einer Fu\u00dfballmannschaft in Freudentr\u00e4nen aus\u201c. Das war in der Tat schwer zu erkl\u00e4ren, denn nicht nur alte M\u00fctterchen brachen in Tr\u00e4nen aus, sondern auch viele andere, die mit Fu\u00dfball wenig zu tun hatten, \u00fcber das Spiel kaum etwas wussten und oft nicht einmal wussten, wie die Spieler hie\u00dfen oder aussahen.<\/p>\n<p>In diesen Bekundungen entlud sich auch ein Gef\u00fchl von und ein Bed\u00fcrfnis nach nationaler Gemeinsamkeit. Viele wollten dabei vern\u00fcnftig bleiben und warnten vor falschen Zungenschl\u00e4gen. Doch auch sie konnten der Versuchung nicht ganz widerstehen und bezeichneten etwa das Absingen der Nationalhymne in Bern als nationales Erlebnis. Andere beschrieben \u201edie seit langem in jedem einzelnen von uns schlummernde Sehnsucht, sich mit allen Deutschen aus einem unpolitischen Anlass heraus zu begeistern und zu freuen und endlich einmal wieder zu f\u00fchlen, dass wir alle, ohne R\u00fccksicht auf Politik und Konfession, ein Volk sind\u201c. Wieder Andere sahen in dieser Vorstellung eher Grund zur Sorge, wenn sie bei der R\u00fcckkehr der Mannschaft \u201eauf die wogende Menschenmenge\u201c blickten und nachdachten \u00fcber \u201eVergangenes und (vielleicht) Zuk\u00fcnftiges, jedoch ohne die Gedanken recht fassen zu k\u00f6nnen.\u201c F\u00fcr einen Moment wussten sie nicht, ob sie sich mitfreuen oder ob ihnen nicht ein wenig bange werden sollte: \u201eAber dann siegt die Freude.\u201c<\/p>\n<p>Diese Freude war verbreitet, und es sprach wenig daf\u00fcr, allzu bange zu sein. Denn in der Begeisterung entluden sich kein aufbrausender Nationalismus, sondern die gemeinsam erlebte Spannung und die Teilhabe an einem neuartigen Medienereignis. Wer heute die Reportage von Zimmermann h\u00f6rt oder Berichte in damaligen Zeitungen liest, kennt das Ergebnis des Endspiels und blickt mit gro\u00dfer Distanz darauf zur\u00fcck. Doch auch er wird er sich der darin \u00fcbermittelten Spannung kaum entziehen k\u00f6nnen. Damals war diese viel ausgepr\u00e4gter, und entsprechend erw\u00e4hnten Berichte immer wieder eine \u201aunertr\u00e4gliche Spannung\u2019, die nicht nur im Stadion herrschte, sondern auch vor den Fernsehger\u00e4ten und Radioapparaten.<\/p>\n<p>Die gemeinsam erlebte und durch Medien erzeugte Spannung war der wohl wichtigste Grund f\u00fcr die \u00fcberschw\u00e4nglichen Reaktionen. Ein vergleichbares und zudem politisch unbelastetes Erlebnis hatte es bis dahin nicht gegeben, zumindest nicht f\u00fcr derart viele Menschen. Erst 1954 gab es gen\u00fcgend Radio- und Fernsehapparate, und erst jetzt fand ein Ereignis statt, das sowohl eine \u00e4u\u00dferst intensive Spannung erzeugte wie auch weitgehend folgenlos blieb. Auf der einen Seite ging es um alles \u2013 um den Gewinn der Weltmeisterschaft. Auf der anderen aber stand nichts auf dem Spiel. Die Mannschaft brachte einen Pokal mit nach Hause, doch mit ihrem Sieg erzielte sie keinen Exportrekord, trug nichts zur Debatte \u00fcber die EVG oder andere Kontroversen bei und l\u00f6ste keines der dr\u00e4ngenden politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Probleme. Wie heftig auch immer dieses Erlebnis die Beteiligten ergriff, es hat ihr Leben und die weitere Geschichte der Bundesrepublik nicht weiter ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Hinzu kam eine weitere Neuigkeit: Das Spiel wurde direkt \u2013 heute w\u00fcrde man sagen: live \u2013 aus der Schweiz \u00fcbertragen. Diese Form der \u00dcbertragung war f\u00fcr viele so ungew\u00f6hnlich, dass ein Journalist in Freiburg zu seinem Erstaunen eine Spannung bemerkte, \u201ewie sie 300 km weiter in Bern nicht anders gewesen sein kann\u201c. Genau wie im Berner Stadion w\u00fcrden die Anwesenden bei den entscheidenden Toren von den Sitzen springen \u2013 so als bef\u00e4nden sie sich am Ort des Geschehens. Direkt\u00fcbertragungen waren nicht neu und gerade im Sport beliebt. Neu jedoch waren die Kombination von Radio und Fernsehen, die fl\u00e4chendeckende Ausstrahlung, die gr\u00f6\u00dfere Zahl der Empfangsger\u00e4te und die \u00dcbertragung eines Ereignisses, das nicht nur die kleine Gruppe von Fu\u00dfballbegeisterten, sondern weite Teile der Bev\u00f6lkerung ansprach, die sich von dem neuartigen Medienerlebnis mitrei\u00dfen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Dessen Bedeutung zeigt schon die Zahl der 171 Journalisten aus beiden Teilen Deutschlands und dem Saarland, die eigens zur Weltmeisterschaft in die Schweiz reisten. Darunter befanden sich 132 Vertreter von Nachrichtenagenturen, Zeitungen, Illustrierten und Magazinen, 22 Fotografen und siebzehn Radio- und Fernsehreporter. Die \u00dcbertragung der Fernsehsendungen war Aufgabe der Eurovision, deren erste europ\u00e4ische Sendung am 6. Juni 1954 stattgefunden hatte, und die in den Spielen in der Schweiz ihre Bew\u00e4hrungsprobe sah. Das bedeutete einen technischen Durchbruch, den allerdings in Deutschland wegen der geringen Zahl der Fernsehger\u00e4te nur wenige genie\u00dfen konnten. Die Sendungen im Radio waren deshalb viel wichtiger. Doch hier war das Interesse an den Spielen der Nationalmannschaft anfangs gering, zumindest nach Meinung der Verantwortlichen. Denn die Radioanstalten \u00fcbertrugen vom ersten Spiel gegen die T\u00fcrkei lediglich die zweite Halbzeit, sehr zum Unmut vieler Zuh\u00f6rer, die sich heftig dar\u00fcber beschwerten.<\/p>\n<p>Trotz dieser z\u00f6gerlichen Schritte in die moderne Medienwelt ist festzuhalten, dass die Fu\u00dfballweltmeisterschaft 1954 das erste Sportereignis war, das weltweit \u201alive\u2019 im Radio und in Europa auch an Fernsehapparaten miterlebt werden konnte. Das hatte es bis dahin nicht gegeben, auch nicht jenseits des Sportes. Doch da es in der Bundesrepublik nur die erw\u00e4hnten wenigen Fernseher gab, konnte nur eine winzige Zahl die Ereignisse auf einem Fernseher verfolgen und sich \u2013 im engen Sinne des Wortes \u2013 ein Bild davon machen. Andere warteten deshalb am Bahnhof auf Schlachtenbummler, die von den Spielen in der Schweiz nach Hause kamen. Denn diese hatten \u201edas Spielgeschehen mit eigenen Augen verfolgt, sie konnten von den Flanken Fitz Walters und von Toni Tureks Hechtspr\u00fcngen\u201c aus eigener Anschauung berichten. Aus Orten, wo der Fernsehempfang schlecht war, fuhren Busse in andere St\u00e4dte, um dort die \u00dcbertragungen verfolgen zu k\u00f6nnen. Wo immer ein Empfang m\u00f6glich war, wuchs der Andrang so sehr an, dass Wirtschaften Berechtigungskarten verteilten und vor Kinos lange Schlangen entstanden, um Einlass zu erhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Eine virtuelle Gemeinschaft<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>So entstand eine Gemeinschaft, die wegen ihrer Gr\u00f6\u00dfe und der Intensit\u00e4t ihrer Gef\u00fchle eine neue Qualit\u00e4t besa\u00df und die am besten mit dem Begriff \u201avirtuell\u2019 bezeichnet werden kann. Sie war virtuell, weil sie auf einem medial vermittelten Ereignis beruhte, bei dem fast keiner der so Begeisterten pers\u00f6nlich anwesend war und das sie meist nicht einmal auf einem Fernseher oder im Kino mit eigenen Augen verfolgen konnten. Ihnen stand lediglich die Stimme des Radioreporters zur Verf\u00fcgung, verst\u00e4rkt durch ihre Vorstellungen und Gef\u00fchle.<\/p>\n<p>Wer an dieser Gemeinschaft Anteil nahm, wollte dieses Erlebnis offensichtlich mit anderen teilen \u2013 wie Friedrich C. Delius in seiner Erinnerung beschreibt. Als kleiner Junge musste er die \u00dcbertragung zuhause alleine h\u00f6ren, lief nach dem Abpfiff sofort auf den Kirchplatz und hoffte, \u201edass meine Freunde nach dem Ende der \u00dcbertragung aus den Haust\u00fcren st\u00fcrmten und andere Leute suchten, um sich und <em>uns<\/em> als Weltmeister zufeiern\u201c. Anfangs kam keiner, er f\u00fchlte er sich wie nackt in seinem \u201eSiegesgef\u00fchl, allein unter den niedrigen \u00c4sten der Linden, und wartete ungeduldig, entdeckt zu werden mit meiner blanken, springenden Freude\u201c. Er sch\u00e4mte sich nicht seiner Gef\u00fchle, sondern genoss vielmehr den \u201eberauschenden Moment\u201c, aber das Dorf blieb ruhig. Entt\u00e4uschung machte sich breit, bis zuerst Erwachsene und dann seine Freunde auftauchten und \u201ewir uns, wie bl\u00f6de geworden, Wortbrocken wie \u201aWeltmeister\u2019 und \u201aDeutschland\u2019 und \u201aDreizuzwei\u2019 zuriefen\u201c und von der \u201eungewohnten Wucht der Worte\u201c mitgerissen wurden. Sie kippten, lachten, johlten, und er war \u201eohne es zu begreifen, der gl\u00fccklichste von allen, gl\u00fccklicher vielleicht als Werner Liebrich oder Fritz Walter\u201c.<\/p>\n<p>Der Sog dieser Gef\u00fchle und der Wunsch, dazu zu geh\u00f6ren, waren so gro\u00df, dass &#8211; so Dolf Sternberg &#8211; auch die \u201eUnempfindlichsten\u201c erfasst wurden, die vom Spiel \u201ewenig verstehen und sonst nur ihre eigenen, individuellen Gedanken und Empfindungen hegen\u201c. Jetzt jedoch konnten sie nicht anders, als sich gehen zu lassen und \u201esogar gl\u00fccklich dar\u00fcber zu sein, dass sie nicht unger\u00fchrt geblieben sind\u201c.<\/p>\n<p>Doch diese Stimmung verflog in k\u00fcrzester Zeit. Im Nachhinein dr\u00e4ngt sich der Eindruck auf, dass die Bewohner der Bundesrepublik beim Aufwachen verwundert ihre Augen rieben, sich frugen, was passiert war, und \u00fcber sich selbst staunten. Sie w\u00e4ren noch erstaunter, wenn sie heutige Berichte lesen w\u00fcrden, denen zufolge sie damals eine neue Identit\u00e4t begr\u00fcndeten. Tats\u00e4chlich hatten sie eine neuartige Gemeinschaft erlebt, die auf einem spannenden Erlebnis beruhte, das sie vor\u00fcbergehend faszinierte und zusammenband, aber auch rasch wieder verflog \u2013 wie Jahr sp\u00e4ter bei der Weltmeisterschaft im Jahre 2006. Auch hier fehlte es nicht an Versuchen, der allgemeinen Begeisterung einen Sinn zu geben, und erneut war die Rede von Nationalbewusstsein und nationaler Identit\u00e4t. Diese Elemente m\u00f6gen eine Rolle gespielt haben. Doch entscheidend war auch jetzt eine durch Medien erzeugte Gemeinschaft, die gekennzeichnet war durch Intensit\u00e4t und Spannung, keine politischen Botschaften verk\u00fcndete und im Moment des gemeinsamen Erlebens zwar ein intensives Gef\u00fchl der Zusammengeh\u00f6rigkeit erzeugte, jedoch rasch verflog und vor allem in Erinnerungen fortlebt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie werden sich fragen, warum Sie bei dieser Tagung einen Vortrag \u00fcber Fu\u00dfball anh\u00f6ren sollen. Gab es zwischen 1945 und 1989 nicht zahlreiche andere Themen, die mehr \u00fcber diese Zeit aussagen und wichtigere Wendemarken oder Trends verk\u00f6rpern? 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