{"id":107784,"date":"2025-07-04T13:48:28","date_gmt":"2025-07-04T11:48:28","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=107784"},"modified":"2025-07-04T13:48:30","modified_gmt":"2025-07-04T11:48:30","slug":"neue-perspektiven-auf-die-geschichte-der-raf-40-jahre-danach","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/neue-perspektiven-auf-die-geschichte-der-raf-40-jahre-danach\/","title":{"rendered":"Neue Perspektiven auf die Geschichte der RAF"},"content":{"rendered":"<p>\u201eSelten ist so viel \u00fcber so Wenige geschrieben worden\u201c \u2013 mit dieser ebenso lakonischen wie irritierten Feststellung hat der Historiker und Terrorismusexperte Walter Laqueur schon 1987 die Geschichte der <em>Roten Armee Fraktion<\/em> bilanziert. Seitdem ist die Flut von publizistischen und wissenschaftlichen, aber auch von im weitesten Sinne k\u00fcnstlerischen Beitr\u00e4gen zur RAF mitnichten abgeebbt \u2013 im Gegenteil. Woran liegt das?<\/p>\n<p>Nun, der deutsche Linksterrorismus ist im Kontext von mindestens drei Themenkomplexen zu sehen, um deren Deutung bis heute intensiv gestritten wird. Erstens war die RAF Teil der Nachgeschichte des Nationalsozialismus. Sowohl die Gewaltt\u00e4ter als auch staatliche Akteure und Medien deuteten das Geschehen vor dem Hintergrund der NS-Vergangenheit, die sich wie ein Wahrnehmungsfilter vor die Wirklichkeit schob. Zweitens war die RAF ein Ausl\u00e4ufer der weltweiten 68er-Bewegung mit ihren internationalistischen Anspr\u00fcchen sowie ihren grenz\u00fcbergreifenden Vernetzungen und Transfers. Und drittens ist die von ihr ausge\u00fcbte Gewalt Teil einer l\u00e4ngeren Geschichte des modernen Terrorismus, die vom 19. Jahrhundert bis in unsere Gegenwart reicht.<\/p>\n<p>Mit dem Soziologen Peter Waldmann verstehe ich unter Terrorismus eine bestimmte, destruktive Form der Kommunikationsstrategie. F\u00fcr Waldmann bedeutet Terrorismus \u201eplanm\u00e4\u00dfig vorbereitete, schockierende Gewaltanschl\u00e4ge gegen eine politische Ordnung aus dem Untergrund, die vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten, aber auch Sympathie und Unterst\u00fctzungsbereitschaft erzeugen sollen.\u201c Nach dieser Definition ist die RAF sp\u00e4testens seit den sechs Anschl\u00e4gen der sogenannten Mai-Offensive im Fr\u00fchjahr 1972 mit ihren vier Toten und 74 Verletzten als eine terroristische Organisation zu betrachten. In diesem Beitrag m\u00f6chte ich in Form von vier Thesen die wichtigsten Aspekte meiner Interpretation dieser terroristischen Organisation erl\u00e4utern, deren Geschichte viel zu oft nur eindimensional erz\u00e4hlt oder gar auf Kosten der Opfer zum Mythos verkl\u00e4rt wird. Die drei eingangs genannten Themenkomplexe werden dabei immer wieder explizit oder implizit aufgenommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>I.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>These:<\/strong> F\u00fcr den Weg in die Gewalt, den eine kleine, sich als Avantgarde verstehende Fraktion der Studentenbewegung einschlug, waren weder eine bestimmte Ideologie noch psychische Dispositionen der Beteiligten allein ausschlaggebend. Vor dem Hintergrund der ambivalenten Sprache der antiautorit\u00e4ren Revolte von \u00b468 waren es vor allem interpersonale Dynamiken, die im Zusammenspiel mit den Medien und staatlichen Akteuren die Radikalisierung forcierten.<\/p>\n<p>Die erste These ist nicht zuf\u00e4llig auch die l\u00e4ngste und umst\u00e4ndlichste. Denn die 1976 von Heinrich Albertz formulierte Frage, \u201ewie es dazu hat kommen k\u00f6nnen, dass junge Menschen diesen Formats, aufgeschlossen, intelligent, engagiert, in Terror und Verbrechen abgetrieben werden konnten\u201c, ist nat\u00fcrlich die Frage aller Fragen, zumal im Kontext einer Ende der 60er Jahre zwar sicherlich defizit\u00e4ren, aber doch vergleichsweise gut funktionierenden Demokratie. V\u00f6llig klar ist, dass dazu ein ganzes B\u00fcndel von Faktoren beigetragen hat, die weder von sozialwissenschaftlichen Strukturanalysen noch von biographischen Zug\u00e4ngen allein erfasst werden k\u00f6nnen. Die Suche nach den Wurzeln der Gewalt f\u00fchrt direkt in die Stadt, in der Albertz seinerzeit Oberb\u00fcrgermeister war \u2013 nach West-Berlin.<\/p>\n<p>In der durch einen virulenten Antikommunismus gepr\u00e4gten Frontstadt des Kalten Krieges befand sich nicht nur das Epizentrum der 68er-Bewegung, hier experimentierten auch die ersten Gruppen mit terroristischen Gewaltformen. Vorausgegangen war eine Inflation gewaltbetonter, aus dem exotischen Kontext der antikolonialen Befreiungsbewegungen importierter Reizworte und Appelle in der systemkritischen Studentenschaft. Ob diese tats\u00e4chlich w\u00f6rtlich oder aber nur symbolisch bzw. satirisch zu interpretieren seien, war im Lauf der Zeit immer weniger eindeutig zu entscheiden. Vor allem nach dem skandal\u00f6sen Verlauf der Anti-Schah-Proteste vom 2. Juni 1967, bei denen sich eine Woge der Polizeigewalt \u00fcber die Demonstranten ergossen und unter den Studenten ein Todesopfer gefordert hatte, kam es zur verbalen Aufr\u00fcstung der Bewegung. An dieser rhetorischen Enttabuisierung der Gewalt, die nicht zuletzt durch die diffamierende und wahrheitswidrige Berichterstattung der Springer-Presse provoziert worden war, war auch Rudi Dutschke prominent beteiligt.<\/p>\n<p>Dennoch spricht einiges daf\u00fcr, dass ein anderer, heute wie damals zu wenig ernst genommener Mann f\u00fcr die Vorgeschichte des Linksterrorismus eine mindestens ebenso wichtige Rolle gespielt hat \u2013 der Polit-Provokateur Dieter Kunzelmann. Schon vor dem 2. Juni hatte der Spiritus Rector der skandalumwitterten Kommune 1 Flugbl\u00e4tter produziert, die einen verheerenden Kaufhausbrand in Br\u00fcssel mit der zynischen Aufforderung kommentierten, mit dem Anz\u00fcnden von Kaufh\u00e4usern \u201edas knisternde Vietnamgef\u00fchl\u201c nach Europa zu holen. Es waren vier Personen vom Rand des Umfelds der Kommune, die diese Idee ein knappes Jahr sp\u00e4ter in Frankfurt in die Tat umsetzen sollten, unter ihnen das ungleiche Paar Andreas Baader und Gudrun Ensslin.<\/p>\n<p>Weniger bekannt, aber f\u00fcr das weitere Geschehen genauso wichtig war die Beziehungsdynamik zwischen Baader und Kunzelmann. Beide setzten in der Folge alles daran, den jeweils anderen mit neuen Grenz\u00fcberschreitungen zu \u00fcberbieten. Dutschke wiederum erg\u00e4nzte diese Konstellation um ein weiteres Element mit Radikalisierungspotential \u2013 die Internationalisierung. Im Herbst 1967 nahm er Kontakt zum Mail\u00e4nder Verleger Giangiacomo Feltrinelli auf. Als gl\u00fchende Verehrer des kubanischen Revolution\u00e4rs und Guerillatheoretikers Che Guevara hatten Dutschke und Feltrinelli einander gesucht und gefunden. Ihr mit apokalyptischen Krisendiagnosen einhergehender Tatendrang steckte auch andere an, darunter die gemeinsame Freundin Ulrike Meinhof. Im Herbst 1967 begannen beide M\u00e4nner, f\u00fcr die Sabotage von NATO-Einrichtungen zu werben, darunter Angriffe auf US-amerikanische Schiffe, die von deutschen H\u00e4fen in Richtung Vietnam ausliefen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst aber liefen alle Zuspitzungen auf den Internationalen Vietnamkongress zu, der, organisiert von Dutschke und finanziert von Feltrinelli, im Februar 1968 in West-Berlin stattfand. Die riesige Fahne des Vietcong und der Verbalradikalismus der Redner euphorisierten und mobilisierten nicht nur die Anwesenden, darunter alle sp\u00e4teren Gr\u00fcndungsmitglieder der RAF. Sie alarmierten auch die Beh\u00f6rden. Die rechtsstaatlich hochproblematische Konsequenz daraus lag in der verdeckten Bereitstellung von Sprengs\u00e4tzen durch den Verfassungsschutz, um die Wortf\u00fchrer der Bewegung endg\u00fcltig in die Illegalit\u00e4t zu dr\u00e4ngen. Auch staatliche Regelverletzungen haben mithin dazu beigetragen, dass sich die in Teilen der 68er-Bewegung angelegte Gewalteskalation am Ende nicht mehr vollst\u00e4ndig einhegen lie\u00df.<\/p>\n<p>Die Frankfurter Kaufhausbrandstifter hatten ihre Brands\u00e4tze allerdings selbstgebastelt. Ihre Motive hatte wohl der sp\u00e4tere Mitgr\u00fcnder der <em>Bewegung 2. Juni<\/em>, Bommi Baumann, am besten erfasst: \u201eDie Brandstiftung ist nat\u00fcrlich auch eine Konkurrenzgeschichte, da wird schon versucht, \u00fcber Praxis die Avantgardepositionen abzustecken. (\u2026) Wer die knallh\u00e4rtesten Taten bringt, der gibt die Richtung an.\u201c Nicht von ungef\u00e4hr \u00e4hnelte der Auftritt der Brandstifter vor Gericht der Darbietung einer K\u00fcnstlertruppe bei einem Happening, das dank der Berliner APO-Anw\u00e4lte Horst Mahler und Otto Schily gleichwohl eine klare politische Richtung erhielt. Vor allem Ensslin wurde zur H\u00fcterin einer h\u00f6heren Moral aufgebaut, die sich aus Verzweiflung \u00fcber die Verh\u00e4ltnisse f\u00f6rmlich zu einem Fanal gezwungen gef\u00fchlt habe. Die Tat sei, so Mahler in seinem Pl\u00e4doyer, \u201eAusdruck der Rebellion gegen eine Generation, die in der NS-Zeit millionenfache Verbrechen geduldet und sich dadurch mitschuldig gemacht\u201c habe.<\/p>\n<p>Auf diese Weise verschaffte Mahler den bisherigen Randfiguren der Berliner Szene eine ungeahnte Prominenz, die sich durch das h\u00e4rteste Urteil in der Geschichte der Protestbewegung \u2013 drei Jahre Haft \u2013 noch erh\u00f6hte. Schon w\u00e4hrend des Prozesses hatte Ulrike Meinhof, damals Redakteurin bei der Zeitschrift <em>konkret<\/em>, ein l\u00e4ngeres Gespr\u00e4ch mit Ensslin gef\u00fchrt und in ihrer Kolumne den \u201eGesetzesbruch\u201c als den \u201eprogressiven Moment einer Warenhausbrandstiftung\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>In West-Berlin rief derweil der aus der Kommune 1 ausgeschiedene Kunzelmann den von ihm so genannten <em>Zentralrat der umherschweifenden Haschrebellen<\/em> ins Leben, dessen Mitglieder nicht nur Drogen konsumierten, sondern einen \u00e4u\u00dferst militanten Anarchismus auslebten \u2013 regelm\u00e4\u00dfige gewaltsame Konfrontationen mit der Polizei eingeschlossen. Einige Haschrebellen folgten im Sommer 1969 dem Werben einer r\u00f6mischen Anarchistengruppe, die nach dem Attentat auf Dutschke nach Berlin gekommen war. Sie behauptete, im italienischen S\u00fcden gebe es eine F\u00fclle potentiell revolution\u00e4rer Subjekte, mit denen man gemeinsam auf Rom marschieren k\u00f6nne. Die etwa 20 Deutschen, die sie \u00fcber den Brenner begleiteten, \u00fcberschritten nicht nur geographisch eine Grenze. Denn in Italien spitzten sich 1969 anders als in der Bundesrepublik die politischen Konflikte in Form gewaltiger Massenstreiks in der Arbeiterschaft weiter zu. In diesem Klima wurde die Idee geboren, statt nach S\u00fcditalien zur Al Fatah nach Pal\u00e4stina zu fahren, um dort das n\u00f6tige Knowhow f\u00fcr Terrorakte zu erwerben. Finanziert wurde die spezielle Bildungsreise von Feltrinelli. Weitere Revolutionstouristen sollten ihnen auf dieser Route folgen \u2013 nicht nur, aber auch aus der Bundesrepublik.<\/p>\n<p>Denn auch Baader und Ensslin setzten sich nach dem Scheitern ihres Revisionsantrags im Kaufhausbrandprozess in den S\u00fcden ab. Sie fanden bei dem fr\u00fcheren Kommune 1-Mitglied Ulrich Enzensberger in Rom Unterschlupf, der sie fortan als Dolmetscher durch die linke Intellektuellenszene seiner Wahlheimat begleitete. \u201eEigenartig, wie ernst wir \u00fcberall genommen wurden\u201c, erinnert sich Enzensberger. \u201eEine lange Reihe von K\u00fcnstlern, Schriftstellern und Politikern wurde besucht (\u2026). Die Sympathie, die den Brandstiftern entgegenschlug, war enorm.\u201c<\/p>\n<p>Dass der Schritt in die Militanz und die radikale Distanzierung von der eigenen Nationszugeh\u00f6rigkeit, die sie mit der Brandstiftung ausgedr\u00fcckt hatten, ihnen ganz selbstverst\u00e4ndlich T\u00fcren \u00f6ffnete und selbst unter Intellektuellen Bewunderung hervorrief \u2013 das war wohl die wichtigste Erfahrung, die Ensslin und Baader aus Italien mitnahmen. Aber auch die scheinbar vorrevolution\u00e4re Unruhe in Italien selbst hatte radikalisierende Wirkung. F\u00fcr fast alle sp\u00e4teren Terroristen der ersten Generation gibt es Berichte dar\u00fcber, welch tiefen Eindruck die Italienerfahrung auf sie machte, wo der Schulterschluss zwischen Studenten und Arbeiterschaft tats\u00e4chlich gelungen zu sein schien. Dass das in der Bundesrepublik nicht der Fall war, machte die Deutschen nicht bescheidener \u2013 im Gegenteil. Der Kontakt zu den italienischen Militanten, darunter den sp\u00e4teren Gr\u00fcndern der Roten Brigaden, verst\u00e4rkte noch ihren Wunsch, auch und gerade als Deutsche ihre vielversprechende Identit\u00e4t als Revolution\u00e4re zu behalten. Als Horst Mahler schlie\u00dflich in Rom vorstellig wurde, um Baader und Ensslin seine Pl\u00e4ne zur Bildung einer bewaffneten Kadergruppe zu unterbreiten, die Kunzelmanns Tupamaros Konkurrenz machen sollte, begleiteten sie den Anwalt umgehend zur\u00fcck nach West-Berlin. Bald darauf sollten sie ebenfalls \u00fcber die von Feltrinelli gebahnte Route nach Jordanien aufbrechen, um sich von den Pal\u00e4stinensern milit\u00e4risch ausbilden zu lassen. Auch Ulrike Meinhof war zu diesem Zeitpunkt schon dabei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>II.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>These:<\/strong> Trotz und gerade wegen ihres engen Bezugs zur NS-Vergangenheit ist die Geschichte der RAF nur unter Ber\u00fccksichtigung ihrer europ\u00e4ischen Dimension angemessen zu verstehen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir uns heute der Tatsache v\u00f6llig bewusst sind, dass das Ph\u00e4nomen Terrorismus eine internationale Betrachtung erfordert, tun wir beim Reden \u00fcber die RAF meist immer noch so, als handle es sich um eine rein deutsche Geschichte. Zu dieser Fehlwahrnehmung hat die st\u00e4ndige Beschw\u00f6rung des <em>Deutschen<\/em> Herbstes sicherlich ihren Teil beigetragen. Es ist zwar richtig, dass der Linksterrorismus der 70er und 80er Jahre insofern ein nationaler Terrorismus war, als dass die Mitglieder der aktiven Gruppen mit wenigen Ausnahmen dieselbe Nationalit\u00e4t hatten und \u00fcblicherweise (wenn auch nicht immer) auf dem Territorium ihres eigenen Staates zuschlugen. Das ist heute anders.<\/p>\n<p>Aber auch der damalige Terrorismus war Teil einer internationalen Welle, bei der Nachahmungs- und Ansteckungseffekte eine wichtige Rolle spielten. Die RAF nannte sich nicht von ungef\u00e4hr Rote Armee Fraktion, um ihr Selbstverst\u00e4ndnis deutlich zu machen. Sie bezog ihre Legitimation zu einem guten Teil aus internationalen Zusammenh\u00e4ngen \u2013 anfangs vor allem dem Vietnamkrieg, aber auch aus kolonialen und postkolonialen Herrschaftsverh\u00e4ltnissen, die als imperialistisch gedeuteten wurden. Ihre direkten Vorbilder waren antikoloniale Guerillabewegungen des <em>Trikont<\/em> \u2013 also Lateinamerikas, Afrikas und Asiens.<\/p>\n<p>Die Kooperation mit den Pal\u00e4stinensern ist der bekannteste Aspekt dieser internationalen Dimension. Ohne die logistische und milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung der Pal\u00e4stinenser, da ist sich die Forschung l\u00e4ngst einig, h\u00e4tte die RAF niemals so lange existieren k\u00f6nnen. Aber erst die Dynamik zwischen europ\u00e4ischen Akteuren, die sich gegenseitig darin best\u00e4rkten, dass lateinamerikanische Guerilla-Theorien auch in Europa zur Anwendung kommen und das pal\u00e4stinensische Hilfsangebot angenommen werden sollten, hatte zur \u00dcberschreitung der Grenze zur organisierten Gewalt gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die widerspr\u00fcchlichen Gef\u00fchle gegenseitiger Solidarit\u00e4t und Rivalit\u00e4t, die die radikalen, deutsch-italienischen Subkulturen von Anfang an kennzeichneten, begleiteten RAF und Rote Brigaden durch ihre gesamte Geschichte. Sie bildeten ein geheimes Band, das noch die wenige Monate auseinanderliegenden Entf\u00fchrungen des deutschen Arbeitgeberpr\u00e4sidenten Hanns Martin Schleyer im Herbst 1977 und des mehrfachen Ministerpr\u00e4sidenten Aldo Moro im Fr\u00fchjahr 1978 miteinander verkn\u00fcpfte. Urspr\u00fcnglich war die politisch motivierte Personenentf\u00fchrung das Markenzeichen der Roten Brigaden gewesen, das die Bewegung 2. Juni nach intensiver Beratung durch die italienischen Genossen Anfang 1975 mit der Lorenz-Entf\u00fchrung in den deutschen Kontext transferiert hatte.<\/p>\n<p>Mit der Entf\u00fchrung des von vier Personensch\u00fctzern begleiteten Schleyer gelang der RAF jedoch ein milit\u00e4rischer Erfolg, der sie gegen\u00fcber der italienischen Konkurrenz schlagartig in einen Vorteil zu versetzen schien. Nicht ganz zu Unrecht f\u00fchlten sich die Italiener auf ihrem ureigensten Terrain \u00fcberfl\u00fcgelt und lie\u00dfen die beabsichtigte Verschleppung des italienischen Arbeitgeberpr\u00e4sidenten Pirelli fallen \u2013 diesen Coup hatten die Deutschen ihnen sozusagen vor der Nase weggeschnappt. Stattdessen verfolgten sie die Planungen zur Entf\u00fchrung Aldo Moros umso verbissener weiter. Dass eine Stadtguerilla sich auch eines gut bewachten Opfers bem\u00e4chtigen konnte, wenn sie nur skrupellos genug dabei vorging, hatte die RAF in K\u00f6ln ja vorgemacht. Entsprechend \u00e4hnlich sehen sich die Bilder von den entsprechenden Tatorten in K\u00f6ln und in Rom 5 Monate sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>In Rom waren es sogar f\u00fcnf Menschen, die allein deswegen im Kugelhagel eines nach deutschem Muster durchgef\u00fchrten Attentats starben, weil sie den T\u00e4tern im Weg waren. Die Konkurrenz der gewaltbereiten Gruppen und Personen, die bereits im nationalen Kontext die Eskalation bef\u00f6rdert hatte, zeigte auch auf europ\u00e4ischer Ebene ihre Wirkung. Nicht zuletzt der Zwang zur \u00dcberbietung des jeweils vorausgegangenen Medienereignisses hatte die Gewaltspirale weitergedreht. Mit der \u201eEntf\u00fchrungstrag\u00f6die des Jahrhunderts\u201c, so der <em>Spiegel<\/em>, hatten sich die Roten Brigaden genau dorthin geschossen, wo die RAF wenige Monate zuvor bereits gewesen war: In die Schlagzeilen der europ\u00e4ischen Massenmedien.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hatten sich die Mitglieder der RAF stets als Akteure auf einer internationalen B\u00fchne imaginiert. Vor den Augen der europ\u00e4ischen \u00d6ffentlichkeit wenn nicht gar der ganzen Welt wollten sie sich bew\u00e4hren und beweisen \u2013 als die vermeintlich besseren, antifaschistischen Deutschen, die sich erfolgreich vom <em>Kainsmal Auschwitz<\/em> befreit hatten. Dass sie Deutsche waren, war ihnen vor allem im Kontakt mit ausl\u00e4ndischen Genossen bewusstgeworden. In diesem Sinne war der Besuch des in Stuttgart-Stammheim inhaftierten Baader durch den franz\u00f6sischen Existenzphilosophen Jean-Paul Sartre im Dezember 1974 ein besonders erfolgreicher Coup, da er sich sowohl im Ausland als auch in der deutschen Unterst\u00fctzerszene als politischer Ritterschlag instrumentalisieren lie\u00df.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen konnte man nicht nur in Frankreich, sondern auch in den Niederlanden angesichts der Behandlung des deutschen Linksterrorismus in den Medien den Eindruck gewinnen, \u201edie RAF habe nur ein paar Flugbl\u00e4tter verteilt\u201c, wie die niederl\u00e4ndische Historikerin Janneke Martens res\u00fcmiert. Auch 1977 war es nicht die Gewalt, die die zweite RAF-Generation und ihre pal\u00e4stinensischen Verb\u00fcndeten gegen andere ver\u00fcbten, die im Ausland die h\u00f6chsten medialen Wellen schlug. Es war die von vielen Medien so genannte \u201eTodesnacht von Stammheim\u201c.<\/p>\n<p>Vor allem in denjenigen westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern, die im Zweiten Weltkrieg den deutschen Besatzungsterror erlebt und ihr Selbstverst\u00e4ndnis stark am antifaschistischen Widerstand ausgerichtet hatten, provozierte der von eigener Hand herbeigef\u00fchrte, aber als Staatsmord inszenierte Tod von Baader, Ensslin und Raspe dr\u00e4ngende Fragen, die die Bundesregierung stark unter Druck setzten. Waren wom\u00f6glich in einem deutschen Gef\u00e4ngnis einmal mehr wehrlose H\u00e4ftlinge in staatlichem Auftrag exekutiert worden? Die offizielle Erkl\u00e4rung, den Gefangenen sei es gelungen, \u00fcber eine Sicherheitsl\u00fccke in der Anstalt Waffen in die Zellen zu schmuggeln, mit denen sie sich selbst get\u00f6tet h\u00e4tten, musste umso unglaubw\u00fcrdiger klingen, nachdem die GSG 9 in derselben Nacht bei der Befreiung der entf\u00fchrten Lufthansa-Maschine Landshut demonstriert hatte, dass die deutsche Unfehlbarkeit in milit\u00e4rischen Dingen immer noch weit mehr zu sein schien als ein Klischee aus l\u00e4ngst vergangener Zeit.<\/p>\n<p>Vor allem in Italien l\u00f6ste dieser Verdacht breites Entsetzen und sogar eine Welle der Gewalt gegen deutsche Einrichtungen aus \u2013 in vieler Hinsicht erlebte das Land einen ganz eigenen <em>Deutschen Herbst<\/em>. Denn auch die Roten Brigaden lie\u00dfen es sich nicht nehmen, die vermeintlich ermordeten Genossen zu r\u00e4chen \u2013 unter anderem durch den gezielten Mord am Vize-Direktor der Turiner Tageszeitung \u201eLa Stampa\u201c, Carlo Casalegno. Bei dem Journalisten handelte es sich um ein prominentes Mitglied des antifaschistischen Widerstandes der Jahre 1943-45. Aufgrund seiner konsequenten Absage an eine Instrumentalisierung der historischen <em>Resistenza<\/em> zur Rechtfertigung von Gewalt war er auf die schwarze Liste der Roten Brigaden gekommen. Nachdem er in einem Leitartikel davor gewarnt hatte, die Ereignisse in Stammheim vorschnell als Mord zu bezeichnen, schoss man ihm nicht wie urspr\u00fcnglich geplant in die Beine, sondern ins Gesicht. 14 Tage sp\u00e4ter erlag er seinen schweren Verletzungen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4tfolgen des Deutschen Herbstes waren aber nicht nur in Italien sp\u00fcrbar. Seit 1979 trat in Frankreich mit der <em>Action Directe<\/em> eine neue sozialrevolution\u00e4re Formation auf den Plan, die der RAF allerdings nicht wie die Roten Brigaden auf Augenh\u00f6he begegnete, sondern nur zum Juniorpartner der Deutschen avancierte. Seit jeher hatten sich deutsche Terroristen in Frankreich auf eine Unterst\u00fctzerszene verlassen k\u00f6nnen, deren Mitglieder zwar nicht selbst das Vorbild der s\u00fcdamerikanischen Stadtguerillas adaptieren mochten, die aber keinerlei Skrupel hatten, den Genossen unter die Arme zu greifen, die das in den post-faschistischen Nachbarl\u00e4ndern taten. Ende der 70er Jahre radikalisierten sich Teile dieses Milieus unter dem Eindruck der Ereignisse in der Bundesrepublik und Italien jedoch weiter, zumal eine wachsende Zahl deutscher und italienischer Gewaltt\u00e4ter vor dem steigenden Fahndungsdruck nach Frankreich auswich.<\/p>\n<p>Im B\u00fcndnis mit der <em>Action Directe<\/em>, die einen aggressiven Antiamerikanismus, Antikapitalismus und Antizionismus mischte, beging die RAF Mitte der 80er Jahre den Doppelmord an Ren\u00e9 Audran und Ernst Zimmermann sowie den Anschlag auf die amerikanische Rhein-Main-Airbase, der zwei Tote und zahlreiche Schwerverletzte forderte. Zuvor war ein amerikanischer GI nur deshalb umgebracht worden, um sich mit Hilfe seiner ID-Card Zutritt zum Gel\u00e4nde zu verschaffen. In dieser Zeit bekamen die ausl\u00e4ndischen Kontakte f\u00fcr die Deutschen mehr und mehr die Funktion, das Schrumpfen der von solchen Untaten zunehmend abgesto\u00dfenen Unterst\u00fctzerszene im Inland logistisch und psychologisch zu kompensieren. Der ganz besonders im Ausland inzwischen etablierte <em>Mythos RAF<\/em>, zu dem seit 1977 die M\u00e4rtyrologie von Stammheim geh\u00f6rte, war dabei das wichtigste symbolische Startkapital der dritten Generation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>III.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Langlebigkeit der Gruppe war in erster Linie Ergebnis der erfolgreichen Selbststilisierung ihrer Gr\u00fcnder zu Opfern staatlicher Gewalt, an der einige Strafverteidiger erheblichen Anteil hatten.<\/p>\n<p>Gerade der Fokus auf die europ\u00e4ische Dimension der RAF-Geschichte wirft ein Schlaglicht darauf, dass die effizienteste Kommunikationsstrategie der RAF mitnichten in ihren Taten, sondern in einer erfolgreichen propagandistischen Umkehrung des T\u00e4ter-Opfer-Verh\u00e4ltnisses gelegen hat. Diese konnte ihre Verbrechen f\u00fcr nicht wenige Beobachter im In- und Ausland relativieren oder sogar fast zum Verschwinden bringen. Indem der westdeutsche Staat als faschistoide, seine Gegner erbarmungslos verfolgende Repressionsmaschinerie beschrieben wurde, entstand ein selbstreferentieller Opfer-Mythos, der schon aufgrund seiner beispiellosen Fixierung auf die Gr\u00fcnderpers\u00f6nlichkeiten innerhalb des internationalen Terrorismus seinesgleichen sucht.<\/p>\n<p>Nach den Fahndungserfolgen vom Sommer 1972 hatte f\u00fcr die meisten Beobachter eigentlich schon festgestanden, dass die RAF-Gr\u00fcnder ihre Wette mit der Geschichte verloren hatten. Aber die zuvor zu Staatsfeinden Nr. 1 avancierten M\u00f6chtegernrevolution\u00e4re beharrten auch hinter Gittern mehrheitlich auf ihrem Krieg gegen das System. Dazu griffen sie wiederholt zur \u201eMethode Mensch\u201c. So bezeichnete Holger Meins die ab 1973 durchgef\u00fchrten, hochgradig selbstzerst\u00f6rerischen Hungerstreiks, die als Gegenma\u00dfnahmen gegen\u00a0 \u201eIsolationsfolter\u201c und \u201eVernichtungshaft\u201c dargestellt wurden. Durch den Filter der deutschen Vergangenheit, aus dessen Sprach- und Bildfundus sich die Gruppe geschickt bediente, entwickelte diese Strategie der Selbst-Viktimisierung einen h\u00f6chst suggestiven Sog.<\/p>\n<p>Paradoxerweise liegt deshalb in der fr\u00fchen polizeilichen Zerschlagung der Gruppe auch ihre Langlebigkeit begr\u00fcndet. Auch Sartre war unter dem Vorwand nach Stammheim gelockt worden, es gehe um nichts weniger als die Rettung eines Menschenlebens: \u201edie bullen beabsichtigen, unseren hungerstreik dazu zu benutzen, andreas zu ermorden\u201c, so Ulrike Meinhof in ihrer Einladung. Behauptungen wie diese verschleierten in Wirklichkeit nur die Tatsache, dass die Angeh\u00f6rigen die Inhaftierten immer noch im Gef\u00e4ngnis besuchen konnten, w\u00e4hrend die Familien und Freunde der von ihnen Get\u00f6teten zu diesem Zweck auf den Friedhof gehen mussten. Denn die Gewaltstrategie auf den Stra\u00dfen sollte durch die \u201eMethode Mensch\u201c in der Haft nur flankiert, nicht ersetzt werden.<\/p>\n<p>Eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr das Gelingen der Viktimisierungsstrategie der RAF war die Kooperations- und Identifikationsbereitschaft der beteiligten Anw\u00e4lte, wie sie allen voran von Klaus Croissant verk\u00f6rpert wurde. Obwohl dieser anders als seine Kollegen Mahler, Lang, Becker und Haag nicht selbst in den Untergrund ging, teilte er die Feindbilder seiner Klienten ebenso wie ihre Neigung zu Selbstdarstellung und M\u00e4rtyrertum. Nat\u00fcrlich haben nicht alle Verteidiger so eindeutig den Schulterschluss mit den Gefangenen gesucht wie er. Aber die erste Generation der RAF hat doch zweifellos auch eine Generation stark politisierter Rechtsanw\u00e4lte auf den Plan gerufen, die den Schwerpunkt ihres Engagements von der klassischen Strafverteidigung vor Gericht auf das Feld der \u00d6ffentlichkeitsarbeit verlegt hatten.<\/p>\n<p>Sie \u00fcbersetzten den schwer verdaulichen und ungebrochen gewaltstrotzenden Polit-Jargon ihrer Mandanten in medientaugliche Botschaften und r\u00fcckten statt ihrer Verbrechen den angeblichen Verfolgungs-Furor des Staates ins Zentrum ihrer zahlreichen \u00f6ffentlichen Interventionen im In- und Ausland. Dadurch leisteten die Anw\u00e4lte einen immer noch zu wenig beachteten Beitrag zur Kontinuit\u00e4t des Linksterrorismus \u00fcber die Verhaftung der ersten Generation hinaus. Zweifellos waren die beteiligten Anw\u00e4lte ein extrem beanspruchtes Bindeglied zwischen dem Staat und den Staatsfeinden. Sie sahen sich nicht nur mit den Anfeindungen eines Teils der Medien und der Politik konfrontiert. Sie agierten auch innerhalb eines Justizwesens, in dem prominente Vertreter aus der Auffassung keinen Hehl machten, dass sie die \u00dcbernahme eines Mandats zugunsten eines Terrorismus-Verd\u00e4chtigen per se f\u00fcr standeswidrig hielten.<\/p>\n<p>So formulierte es 1972 der sp\u00e4tere Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Solche Bemerkungen mussten die Wahlverteidiger, die von den Angeklagten naturgem\u00e4\u00df unter den um \u00b468 politisierten Anw\u00e4lten aus dem Umfeld der Studentenbewegung rekrutiert worden waren, in ihrem Selbstverst\u00e4ndnis als Antagonisten der bestehenden Rechtsordnung weiter best\u00e4rken. \u00dcberhaupt waren auch die Beh\u00f6rden keineswegs unschuldig daran, dass die RAF-Propaganda in Teilen der Bev\u00f6lkerung verfing. Die fragw\u00fcrdige H\u00e4rte, die aus den \u00fcberzogenen Anordnungen zur Sicherheitsverwahrung sprach, denen Ulrike Meinhof und Astrid Proll in der Fr\u00fchzeit ihrer Haft in K\u00f6ln-Ossendorf unterworfen waren, emp\u00f6rte nicht nur die Verteidiger. Sie zementierte in staatskritischen Milieus einen Generalverdacht, der auch durch die, wie wir heute wissen, eklatante Privilegierung der RAF-H\u00e4ftlinge in den Folgejahren nicht mehr zu zerstreuen war.<\/p>\n<p>Umso verh\u00e4ngnisvoller wirkte sich aus, dass einige Anw\u00e4lte wider besseres Wissen die Legende von der \u201eVernichtungshaft\u201c auch jetzt noch aufrechterhielten. Besonders in den Anti-Folter-Komitees hielten sie mit ihren Aktivit\u00e4ten die Sympathisantenszenen mit am Leben, in denen auch die Radikalisierungsprozesse neuer Terroristen ihren Anfang nahmen. Das gilt auch f\u00fcr Otto Schily, der seine juristische und rhetorische Brillanz ebenso in den Dienst der RAF wie den guten Ruf, der ihm lange auch in b\u00fcrgerlichen Kreisen vorauseilte. Im Stammheimer Strafverfahren verglich er die Anschl\u00e4ge auf US-Einrichtungen in Frankfurt und Heidelberg mit Angriffen auf das Reichssicherheitshauptamt, um sie juristisch als Aus\u00fcbung eines Nothilferechts begr\u00fcnden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Noch im Oktober 1975, als die Unterbringung der Gefangenen l\u00e4ngst keinen Anlass zur Kritik mehr bot, hielt er in Amsterdam eine Rede, in der er die Haftbedingungen als \u201eFolter\u201c und den deutschen Rechtsstaat als \u201eKulisse\u201c bezeichnete, hinter der sich \u201edie nackte Klassenherrschaft\u201c verberge. Die Rede gipfelte in dem Appell, \u201eh\u00e4rteren Widerstand gegen den Faschismus zu leisten, als es bisher der Fall war\u201c. Damit stie\u00df er ins selbe Horn wie seine Mandanten, die immer wieder darauf verwiesen, dass Knast und Vernichtungslager im Grunde ein und dasselbe seien, wie es Ulrike Meinhof formulierte. \u201eunsere isolation jetzt und das konzentrationslager demn\u00e4chst (&#8230;) kommt raus auf: vernichtungslager \u2013 reformtreblinka \u2013 reformbuchenwald \u2013 die \u201aendl\u00f6sung\u2019. so sieht\u00b4s aus.\u201c &#8211; Der \u201epolitische begriff f\u00fcr toten trakt (\u2026) sage ich ganz klar ist das gas. Meine auschwitzphantasien dadrin waren realistisch\u201c.<\/p>\n<p>Diese Botschaft suggerierte auch eine drastische Fotografie des ausgemergelten Leichnams von Holger Meins, der am 9. November 1974 im Hungerstreik gestorben war. Mit dem verst\u00f6renden Bild, das gezielt in die linke Szene eingespeist sowie an ausgew\u00e4hlte Auslandsmedien weitergereicht wurde, bef\u00f6rderten die Anw\u00e4lte Groenewold und Croissant die Analogiebildung zwischen dem Schicksal ihrer Mandanten und den Opfern der Shoah. Tats\u00e4chlich war Meins\u2019 selbstgew\u00e4hltes Martyrium f\u00fcr \u201eBaader-Meinhofs Kinder\u201c der 2. Generation, von denen viele in Klaus Croissants Kanzlei arbeiteten, ein Schl\u00fcsselereignis.<\/p>\n<p>Viele f\u00fchlten sich \u201emoralisch mitschuldig\u201c, da sie durch ihre Aktivit\u00e4ten die Trag\u00f6die nicht hatten verhindern k\u00f6nnen. Die medizinischen Vers\u00e4umnisse in der JVA Wittlich, wo Meins bis zu seiner geplanten Verlegung nach Stammheim untergebracht gewesen war, galten in der Sympathisantenszene schlicht als Mord. Dass im Rahmen des dritten und l\u00e4ngsten Hungerstreiks der RAF-Geschichte \u201etypen kaputtgehen w\u00fcrden\u201c \u2013 so die Formulierung Andreas Baaders \u2013 war allerdings von vornherein einkalkuliert gewesen.<\/p>\n<p>Im Grunde nahm die propagandistische Instrumentalisierung von Meins` und etwas sp\u00e4ter auch von Meinhofs Tod die Nacht des 18. auf den 19. Oktober 1977 vorweg, als Baader, Ensslin und Raspe ihren Suizid als vermeintlichen Staatsmord inszenierten. Dabei fungiert die einzige \u00dcberlebende Irmgard M\u00f6ller bis heute als ihr Sprachrohr: Unbekannte \u2013 wahrscheinlich Geheimdienstleute \u2013, so M\u00f6ller, h\u00e4tten Baader und Raspe erschossen, Ensslin erh\u00e4ngt und ihr selbst mehrmals mit einem Anstaltsmesser in die Brust gestochen; von einer Verabredung zum kollektiven Selbstmord k\u00f6nne keine Rede sein. In Wirklichkeit haben mehrere RAF-Mitglieder ausgesagt, von Brigitte Mohnhaupt erfahren zu haben, dass die Gefangenen sich selbst get\u00f6tet h\u00e4tten, \u201eund zwar nicht aus Verzweiflung, sondern um die Politik der RAF voranzutreiben\u201c (Monika Helbing). \u201eWenn schon nichts anderes l\u00e4uft, dann sollte diesem faschistischen Staat ihr Tod vor die F\u00fc\u00dfe fallen\u201c (Peter-J\u00fcrgen Boock).<\/p>\n<p>Schon zu einem fr\u00fchen Zeitpunkt seiner Inhaftierung hatte Baader seine Umgebung wissen lassen, er werde sich erst entschlie\u00dfen \u201ezu fallen, wenn mein fall ein erdbeben ausl\u00f6st\u201c. Auch an diesem Erdbeben waren, wie wir heute wissen, Strafverteidiger unmittelbar beteiligt gewesen. Mitarbeiter der Kanzlei Croissant hatten die Aktenordner der Anw\u00e4lte Arndt M\u00fcller und Armin Newerla so pr\u00e4pariert, dass sich Gegenst\u00e4nde darin verstecken lie\u00dfen. Auf diese Weise wurden ein Fotoapparat, zwei Pistolen, mehrere Stangen Sprengstoff und diverse elektronische Kleinteile an den unzureichenden Kontrollen vorbei in den Gerichtssaal geschmuggelt und von dort aus von den Gefangenen in ihre Zellen gebracht. Bis heute kann man nur spekulieren, ob es allein Unverm\u00f6gen war, das den Selbstmord erm\u00f6glichte, oder ob die Verantwortlichen vor Ort den Suizid wom\u00f6glich bewusst nicht verhinderten.<\/p>\n<p>Stefan Aust hat fr\u00fch mit guten Argumenten die These vom Selbstmord unter staatlicher Aufsicht vertreten. Ob in Stammheim zum fraglichen Zeitpunkt tats\u00e4chlich abgeh\u00f6rt wurde und welche Schl\u00fcsse aus den dabei gewonnenen Erkenntnissen gezogen wurden, k\u00f6nnte nur durch eine Offenlegung s\u00e4mtlicher Akten der in der Anstalt aktiven Geheimdienste nachgewiesen werden. Es w\u00e4re h\u00f6chste Zeit, diesen letzten Nebel des Deutschen Herbstes zu vertreiben. Damit w\u00e4re hoffentlich auch den letzten Verschw\u00f6rungstheoretikern, die auf Kosten der eigentlichen Opfer immer wieder die T\u00e4ter zu Opfern machen, der Boden entzogen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>IV.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>These<\/strong>: Auch als eine Folge dieser Selbst-Viktimisierung ist die Erinnerung an die RAF bis heute stark auf die T\u00e4ter fixiert.<\/p>\n<p>Die Faszination f\u00fcr die eben auch zum Selbstopfer bereiten T\u00e4ter zieht sich als vielleicht breiteste Spur durch die Geschichte der RAF. Mit ihren selbstm\u00f6rderischen Hungerstreiks und den als Staatsmorden ausgegebenen Suiziden steht die Gruppe in einer langen Reihe zwischen den fr\u00fchen Terroristen, die \u2013 selbst wenn sie das jeweilige Attentat \u00fcberlebten \u2013 stets ihre Hinrichtung riskierten, und den heutigen Dschihadisten, die den eigenen K\u00f6rper zur t\u00f6dlichen Waffe machen. \u201eEs ist mein Schicksal, jung zu sterben. Ich werde unseren Sieg nicht erleben und keine Stunde unseres Triumphes genie\u00dfen k\u00f6nnen. Aber mit meinem Tod habe ich meine Pflicht erf\u00fcllt\u201c, schrieb schon 1881 einer der beiden Verantwortlichen f\u00fcr den Dynamitanschlag auf Zar Alexander II.<\/p>\n<p>Der Abschiedsbrief des Studenten, dessen Sprengstoff nicht nur den Zaren, sondern auch ihn selbst t\u00f6tete, erscheint wie ein historisches Echo heutiger Internetbotschaften, die die Attent\u00e4ter von Madrid 2004 auf den Satz zuspitzten: \u201eIhr liebt das Leben, wir lieben den Tod\u201c. Offensichtlich ist der Drang nach Transzendenz, also nach Sinnstiftung jenseits des irdischen Hier und Jetzt, konstitutiv f\u00fcr jegliche Form des Terrorismus, ganz unabh\u00e4ngig davon, ob er explizit im Namen einer bestimmten Religion zu agieren beansprucht oder nicht. Trotz der Kontinuit\u00e4ten w\u00e4re es allerdings ein Missverst\u00e4ndnis, das Verm\u00e4chtnis der Terroristen als zeitlos zu betrachten. Vielmehr intendiert es immer eine Wirkung auf potentielle Sympathisanten und die m\u00f6glichst effektive Provokation der Macht in einem spezifischen historischen Kontext.<\/p>\n<p>Seien es Meinhofs \u201eAuschwitzphantasien\u201c aus der Haft oder das neben Aufnahmen aus Buchenwald durch die Stra\u00dfen getragene Foto des Leichnams von Holger Meins: Die RAF war in vieler Hinsicht das Produkt einer auf den Tr\u00fcmmern des NS-Terrors wiederaufgebauten Gesellschaft. Das bedeutet dennoch nicht, dass die Gewalt, die mehr als 20 Jahre lang von der RAF ausging, als antifaschistischer Widerstand zu interpretieren ist, wie sie selbst es noch in ihrer Aufl\u00f6sungserkl\u00e4rung aus dem Jahre 1998 behauptete. Dass die \u00dcberwindung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung verfehlt worden sei, schm\u00e4lere nicht den Wert des Kampfes an sich, denn nur im Widerstand gegen den Kapitalismus k\u00f6nnten befreite Subjekte entstehen, hie\u00df es dort. Mit keiner Silbe wurde dagegen der 37 Menschen gedacht, die RAF und die sp\u00e4ter mit ihr vereinigte Bewegung 2. Juni ermordet hatten. Das Leid derjenigen, die keine Antwort auf die Frage finden konnten, wer oder was durch den Tod ihres Mannes, Vaters oder Bruders eigentlich hatte <em>befreit<\/em> werden sollen, blieb tabu.<\/p>\n<p>Aber auch wissenschaftliche Perspektiven f\u00fcr eine angemessene Einschreibung der Opfer \u2013 der Toten, Verletzten und Hinterbliebenen \u2013 in die Geschichte der RAF und des Terrorismus sind erst zu entwickeln. Vieles deutet darauf hin, dass es sich um eine Geschichte vielfacher, sich \u00fcberlagernder Instrumentalisierungen handeln k\u00f6nnte. Denn nach dem Missbrauch durch die Terroristen, den J\u00fcrgen Pontos Tochter Corinna treffend als \u201eRaubmord\u201c an der eigenen Geschichte bezeichnet hat, bedienten sich auch Medien und Politik auf ihre Weise der Opfer. Ihre eigenen Interessen mussten und m\u00fcssen sie dagegen weitgehend selbst vertreten, wobei sich die bereits von der RAF etablierten Hierarchien teilweise reproduzieren. Die prominenten, gezielt angegriffenen Funktionstr\u00e4ger und ihre Familien avancierten \u00fcblicherweise zu Opfern erster, die Polizisten, Fahrer und zuf\u00e4llig Betroffene zu Opfern zweiter Klasse. Letzteren wurde nicht nur weniger Aufmerksamkeit und Anteilnahme zuteil, es ging ihren Angeh\u00f6rigen auch materiell meist deutlich schlechter.<\/p>\n<p>\u201eSelten ist so viel \u00fcber so Wenige geschrieben worden\u201c. Die F\u00fclle der Worte und Bilder kann leicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, wie \u00fcberschaubar die Bedrohung durch den Linksterrorismus in der Bundesrepublik faktisch gewesen ist. Rund 500 Personen sind wegen Mitgliedschaft in der RAF bestraft worden; die Zahl der verurteilten Unterst\u00fctzer lag etwas weniger als doppelt so hoch. Im Untergrund aktiv waren sogar nur 60 bis 80 Personen \u2013 wohlgemerkt in allen drei Generationen zusammen. 26 von ihnen bekamen lebensl\u00e4ngliche Haftstrafen. Die Zahl ihrer Opfer entspricht einem Bruchteil dessen, was der islamistische Terrorismus der Gegenwart in einer Woche, manchmal in einem einzigen Attentat fordert, wenn auch bislang seltener im Westen als in den muslimischen L\u00e4ndern selbst.<\/p>\n<p>Fast ausschlie\u00dflich Muslime hatten auch unter der jahrelang nicht als solcher erkannten Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zu leiden. Sowohl die rechte wie die islamistische Szene beherbergt in Deutschland heute mehr Gef\u00e4hrder, als die RAF je Mitglieder hatte. Schon damals allerdings stand der rechte Terrorismus im Schatten des linken: Das verheerendste Attentat der deutschen Nachkriegsgeschichte war der rechtsterroristisch motivierte Anschlag auf das Oktoberfest von 1980 mit 13 Toten und 211 Verletzten.<\/p>\n<p>Dennoch ist Linksterrorismus nach wie vor die Folie, vor der in der Bundesrepublik \u00fcber Terrorismus gesprochen wird. Und tats\u00e4chlich kann der gute Kenntnisstand \u00fcber die Geschichte des Linksterrorismus zumindest der 70er Jahre dazu beitragen, das Ph\u00e4nomen Terrorismus insgesamt besser zu verstehen. Die Hoffnung, daraus unmittelbare Handlungsanleitungen f\u00fcr die Gegenwart ableiten zu k\u00f6nnen, ist allerdings nicht nur wegen der grundlegend ver\u00e4nderten Rahmenbedingungen eine Illusion. Denn wie gesehen, l\u00e4sst sich schon die Geschichte der RAF kaum in den Kategorien von Ursache und Wirkung beschreiben.<\/p>\n<p>Die theoretischen Sinnsysteme jedenfalls, die die Terroristen konstruierten, um ihr Handeln vor sich und anderen zu legitimieren, waren nie konsistent. Sie dienten der Selbsterm\u00e4chtigung zur gewaltsamen Aktion, selbst um den Preis des eigenen Lebens. Das machte die RAF auch attraktiv f\u00fcr ihre klammheimlichen Freunde. In der riesigen L\u00fccke zwischen Anspruch und Realit\u00e4t war der Raum f\u00fcr identit\u00e4re Projektionen und Imaginationen, f\u00fcr Sehns\u00fcchte nach Bedeutsamkeit und Wiedergeburt. M\u00f6glicherweise liegt ja genau darin die Verbindung zwischen den Gewaltkonversionen der Vergangenheit und der Gegenwart.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSelten ist so viel \u00fcber so Wenige geschrieben worden\u201c \u2013 mit dieser ebenso lakonischen wie irritierten Feststellung hat der Historiker und Terrorismusexperte Walter Laqueur schon 1987 die Geschichte der Roten Armee Fraktion bilanziert. 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