{"id":107811,"date":"2025-07-04T15:36:36","date_gmt":"2025-07-04T13:36:36","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=107811"},"modified":"2025-07-04T15:36:39","modified_gmt":"2025-07-04T13:36:39","slug":"ein-kirchliches-schreckgespenst-die-kontexte-der-missbrauchskrise-in-den-usa-und-ihre-deutschen-parallelen","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/ein-kirchliches-schreckgespenst-die-kontexte-der-missbrauchskrise-in-den-usa-und-ihre-deutschen-parallelen\/","title":{"rendered":"An ecclesiastical spectre?"},"content":{"rendered":"<p>Die letzten Enth\u00fcllungen zu Kardinal McCarrick haben in den USA ein Beben ausgel\u00f6st und eine ohnehin schon verwundete und ihrer selbst irrewerdende Kirche noch weiter verst\u00f6rt. Dazu hat nicht nur die Tatsache beigetragen, dass Theodore McCarrick als charismatische, politisch einflussreiche und in Rom wohl gelittene Bischofspers\u00f6nlichkeit wahrgenommen worden war, dessen einstmals so strahlendes, \u00f6ffentliches Image aber so gar nicht zu den moralischen Abgr\u00fcnden passen will, in die man durch die Kenntnis der gruseligen Details zu blicken hatte. Und diese Verst\u00f6rung wurde auch nicht allein dadurch ausgel\u00f6st, dass McCarrick zum Symbol, ja geradezu zum Totem einer Entt\u00e4uschung wurde, die sich mit voller Verve gegen jene Bisch\u00f6fe richtet, die \u2013 wie der ungl\u00fccklich agierende Kardinal von Washington D.C., Donald Wuerl, \u00ad\u2013 in den Sog der Krise geraten mussten, weil sie sich der Mitwisserschaft oder des Vertuschens, zumindest des Hinwegsehens schuldig gemacht hatten.<\/p>\n<p>Vielmehr sind es auch die \u2013 sozusagen seismographisch \u2013 instabilen kirchenpolitischen Verh\u00e4ltnisse, die bewirken, dass es anders als nach der ersten Missbrauchskrise 2002 (bzw. f\u00fcr Deutschland: 2010) kaum mehr m\u00f6glich sein wird, nach einer bestimmten Phase der Besinnung und Beratung zur Tagesordnung zur\u00fcckzukehren. Diese kirchenpolitischen Kontexte bilden einen nicht zu vernachl\u00e4ssigenden Hintergrund, der den richtigen Umgang mit der Missbrauchskrise erschwert, ja die n\u00f6tigen Diagnosen vielleicht sogar verstellt.<\/p>\n<p>Auch wenn die US-amerikanische Situation aufgrund kultureller und politischer Unterschiede anders ist als die deutsche, lassen sich doch an den Faktoren und Kontexten, die zu der genannten Verunsicherung und zu den weiteren ekklesiologischen und strukturellen Folgen der Missbrauchskrise beigetragen haben, auch Herausforderungen f\u00fcr die deutsche Kirche ablesen, die mit der Publikation der sogenannten MHG-Studie im Jahr 2018 vor nicht geringeren Aufgaben steht. Auch hierzulande ger\u00e4t eine eigentlich an Konsens und Gemeinsamkeit orientierte kirchliche Grundstimmung zusehends zwischen die M\u00fchlen von sich antagonistisch gerierenden kirchenpolitischen Kr\u00e4ften, die jeweils f\u00fcr das eigene Lager markante Symbolfiguren in Kardinalsrot oder bisch\u00f6flichem Violett f\u00fcr sich beanspruchen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein besonders schmerzhaftes, aktuelles Beispiel ist das Ringen um den synodalen Weg, das medial und dank r\u00f6mischer Interventionen zu einem Gezerre geworden ist. Dieser Weg wird von den einen als letzte Rettung begr\u00fc\u00dft, von den anderen als zahnlose Veranstaltung schon im Vorfeld kritisiert, von einer dritten Partei als unn\u00f6tiger Pleonasmus verworfen und neuerdings aus r\u00f6mischen Kan\u00e4len mit nicht unerheblichen kirchenrechtlichen Bedenken konfrontiert.<\/p>\n<p>Unterhalb dieser Kakophonie werden Lagerbildungen der Deutschen Bischofskonferenz erkennbar, die kirchenpolitischen Schablonen entsprechen, die den Entwicklungen in der amerikanischen Kirche nicht un\u00e4hnlich sind: \u201eReformierer\u201c stehen gegen \u201eEvangelisierer\u201c. Die einen predigen radikale Ver\u00e4nderung und Verheutigung, die anderen eine R\u00fcckbesinnung auf den katholischen Markenkern, der verloren zu gehen droht. Und mittendrin macht sich ein nicht immer aufrichtig und nicht hinreichend diskursiv ausgetragener Dissens \u00fcber eben den Inhalt dieses Markenkerns breit: Was bedeutet es, angesichts der radikalen gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen der Sp\u00e4tmoderne und sich anbahnender neuer ideologischer Rigorismen, \u201ekatholisch\u201c zu sein?<\/p>\n<p>Die historisch so minimalistische, manchmal zu formalistisch-machtorientiert wirkende, aber doch so weitherzig auslegbare Devise, dass sich Katholischsein letztendlich \u201enur\u201c in einer \u00dcbereinstimmung mit dem Papst zu erweisen habe, wird inzwischen durch die theologische Projektion zweier P\u00e4pste empfindlich gest\u00f6rt: Wem soll die Herde folgen? Dem sakrosankten Theologenpapst, der gleichsam auf dem Himmelfahrtsberg stehend sich letzter Weisungen nicht enthalten kann? Oder dem jesuitischen Pragmatiker, der von einer selbsternannten konservativen Elite als Papstpraktikant verunglimpft wird?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind die innerkirchlichen Oppositionsbewegungen in den USA um ein Vielfaches lauter und schriller, sodass man die dortigen Entwicklungen auch als eine Art Warnung begreifen kann, die uns zeigt, wie schnell und wie dramatisch die Missbrauchskrise zu einem ausl\u00f6senden Faktor wird, der nicht nur die Glaubw\u00fcrdigkeit, sondern schlussendlich auch die Einheit der katholischen Kirche ultimativ zerst\u00f6rt. Die zur Beschreibung antagonistischer Kr\u00e4fte herangezogenen Unterschiedsmarkierungen zwischen \u201eliberal\u201c und \u201ekonservativ\u201c erweisen sich vor diesem Hintergrund als reichlich stumpf, wenn wir auf der einen Seite Kr\u00e4ften und Parteiungen begegnen, die die kirchliche Hierarchie f\u00fcr unheilbar diskreditiert halten, w\u00e4hrend auf der anderen Seite bestimmte Kreise die Missbrauchskrise als Anlass nehmen, mit dem angeblich verlotterten Zeitgeist abzurechnen und sogar die Lehrautorit\u00e4t des amtierenden Papstes zu diskreditieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Drei Kontexte<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die innerkirchlichen Folgen der Missbrauchskrise lassen sich in den USA nicht ohne einen Blick auf spezifische Kontexte erhellen. Diese Kontexte sind anders als die der deutschen Kirche, aber bei aller Eigenart doch nicht unvergleichlich. Es braucht kaum Fantasie, um sich auszumalen, dass wir in Deutschland vor \u00e4hnlichen Problemen, Anfragen und Herausforderungen stehen werden, wie sie die amerikanische Kirche schon l\u00e4nger zu gew\u00e4rtigen hat. Drei Hintergr\u00fcnde sind es, auf die im Folgenden das Augenmerk gelegt werden soll (es mag mehr und ver\u00e4steltere, einschl\u00e4gige Kontexte geben, die auff\u00e4lligsten sollen daher in den Vordergrund ger\u00fcckt werden): erstens, die Wucht der biopolitischen Fragen; zweitens, das Ringen um das Selbstverst\u00e4ndnis katholischer Zugeh\u00f6rigkeit und Identit\u00e4t, drittens, der eigenartige Status von religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen in postmodernen Gesellschaften.<\/p>\n<p>Der Ausdruck \u201eBiopolitik\u201c, der aus dem hellsichtigen diagnostischen Inventar Michel Foucaults stammt, versucht begrifflich eine Scharnierstelle zu bestimmen, bei der das Individuell-K\u00f6rperliche gesellschaftlich relevant wird. Auf keinem Feld ist das historisch \u2013 und in der Diagnostik der kulturellen Entwicklungen und Abgr\u00fcnde hat Foucault Ma\u00dfst\u00e4be gesetzt \u2013 so markant festzustellen wie auf dem Gebiet der menschlichen Sexualit\u00e4t: Regularien, Tabus, Emanzipationsbestrebungen und Restriktionen verbinden sich mit den Bedingungen menschlicher Sexualit\u00e4t, sodass das Individuelle hier immer auch gesellschaftsrelevant wird, das Biologische immer sofort ein kulturelles Gegenst\u00fcck, eine soziale Einhausung findet. In den USA ist der nicht zu befriedende K\u00f6rperdiskurs zum Gegenstand eines Kulturkampfes geworden.<\/p>\n<p>Greifbar ist dies etwa an Rod Drehers <em>The Bendict Option<\/em>, in der er angesichts einer christlich verlorenen Gegenwartswelt f\u00fcr einen zeitweisen R\u00fcckzug des Christlichen in Bastionen und Schutzgebiete des Glaubens wirbt, von wo aus die Neu-Missionierung der Gesellschaft auf der Basis der Sicherung der eigenen Werte und Traditionen initiiert werden soll. Diese sehr augustinisch anmutende Sicht auf die Gegenwartskultur entz\u00fcndet sich nicht etwa an den neu anst\u00fcrmenden nationalistischen Egoismen oder an den fragw\u00fcrdigen Konsequenzen des ungeb\u00e4ndigten globalen Kapitalismus, sondern an den Errungenschaften der Selbstaneignungsbestrebungen in Hinsicht auf die eigenverantwortlich gelebte sexuelle Bestimmung. Dreher wird nicht m\u00fcde, sich an Homo-Ehe und Diversit\u00e4tssensibilit\u00e4t, an fluider sexueller Identit\u00e4t und Transsexualit\u00e4t wund zu reiben, als ob davon der Kern der christlichen Botschaft bedroht w\u00e4re.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es christlicherseits legitim, an den Selbstaneignungsdiskursen die Selbsterm\u00e4chtigungs- und Selbstgratifikationsmaximen zu bem\u00e4ngeln und \u00fcberhaupt den Zerfall klassischer Familienwerte und Verbindlichkeitsvorstellungen angesichts einer so genannten \u201eHook-Up\u201c-Culture zu beklagen, aber es erstaunt doch sehr, wie massiv die Bestimmung des Katholischseins offensichtlich auf jene K\u00f6rperdiskurse eingeschr\u00e4nkt wird, die sich nur im Bereich zwischen Knie und Nabel abspielen. Dabei ist die umfassende Frage nach den Grenzen der Selbstaneignung der menschlichen biologischen Natur vielleicht <em>the<\/em> Gegenwartsfrage schlechthin \u2013 wenn wir an die M\u00f6glichkeiten des maschinell-technologischen Enhancement, an die Manipulation des menschlichen Erbguts, an artifizielle Verbreiterung unserer Leib-Sph\u00e4re durch elektronische und digitale Medien denken.<\/p>\n<p>Auf diesem perspektivisch erweiterten Feld eines umfassenden K\u00f6rperdiskurses h\u00e4tte ein Glaube, der an der Erdschwere der Inkarnation festh\u00e4lt, sicherlich etwas Prophetisches, Verst\u00f6rendes, Entlarvendes und Tr\u00f6stendes zu sagen. Stattdessen lassen sich katholische Glaubensh\u00fcter in den USA vor den Karren viktorianischer Sexualtabuisierung spannen und tragen dazu bei, dass Katholischsein mehr und mehr mit einem Ressentiment gegen\u00fcber den Zeitl\u00e4uften identifiziert wird.<\/p>\n<p>Die Selbstaneignungsfragen, aber auch die innerkirchliche kulturk\u00e4mpferische Attit\u00fcde haben dazu gef\u00fchrt, dass die prophetische Dimension christlicher Sexualmoral und Ehetheologie nicht mehr ansichtig wird: Hat die klassische auf Konsens, Freiwilligkeit, Hingabe und Liebe gebaute Ehetheologie immer auch impliziert, dass der K\u00f6rper eben nicht der Herkunftsfamilie, dem Oberhaupt des Clans, dem Staat oder sonst einer an \u201eZucht\u201c, Arrangement und sexuellen Dirigismen interessierten Kraft geh\u00f6rt, sondern in letzter Konsequenz Gott (und mir als einem verk\u00f6rperten Wesen), so mutierte eben diese prophetische und bisweilen anarchische Botschaft unter den Bedingungen modernen Selbstverantwortungsdenkens zu einem, mit einem hyperromantischen Personalismus nur bedingt zu belebenden vertrockneten Ausschlusskatalog, der sich nunmehr selbst des externalistischen Dirigismus schuldig zu machen scheint.<\/p>\n<p>Die Frage nach der Eigenart katholischer Identit\u00e4t wurde, wie Ross Douthat in seinem Buch <em>Bad Religion:<\/em> <em>How We Became a Nation of Heretics<\/em> herausgestellt hat, f\u00fcr die Kirche in den USA besonders seit den 1970er Jahren zu einem bohrenden Problem, weil gleich zwei Entwicklungen zu bew\u00e4ltigen waren: Zum einen musste eine Ern\u00fcchterung und Erkaltung verdaut werden, die sich einstellte, als eine durch die Atrozit\u00e4ten des 20. Jahrhunderts erwirkte hohe Nachfrage nach den Deutungsm\u00f6glichkeiten, die in der christlichen Botschaft lagen, langsam abk\u00fchlte und einer zunehmend individual-religi\u00f6sen und leicht synkretistischen Tendenz Platz machte.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung ist in der genannten Zeitspanne \u00fcber nahezu alle christlichen Denominationen hereingebrochen \u2013 und nur besonders evangelikal orientierte, fundamentalistische Kreise konnten sich ihrer zeitweise erwehren. F\u00fcr manche schien diese Beobachtung eine Legitimationsbasis daf\u00fcr zu sein, die breite Zustimmung zur Botschaft der Kontursch\u00e4rfte des eigenen Standpunkts unterzuordnen \u2013 mit martyrologischen \u00dcberh\u00f6hungen der zunehmenden eigenen Marginalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Solche Relevanzbeunruhigung \u00fcbersieht aber, dass der hohe Zuspruch zum Christentum in den westlichen Gesellschaften in der Mitte des 20. Jahrhunderts. durch die kontigenten Katastrophen des 20. Jahrhunderts. ausgel\u00f6st worden war, die ganz neu nach einer Deutung von Schuld und einer Hoffnung auf Erl\u00f6sung fragen lie\u00dfen. Dabei hatte das ausgehende und beginnende 19. Jahrhundert dem christlichen Glauben einige Brocken in den Weg gelegt, die schon seinerzeit zu Konjunktureinbr\u00fcchen f\u00fchrten: z.B. den nicht ausgetragenen Streit zum Verh\u00e4ltnis von Glaube und Wissenschaft, Gottesfrage und Natur, Sch\u00f6pfungstheologie und Evolution. Es ist keine \u00dcberraschung, dass diese nicht vollst\u00e4ndig bearbeiteten und in einigen christlichen Denominationen sogar restriktiv und reaktion\u00e4r behandelten Themen nach der Hochkonjunktur christlicher Zustimmungswerte wieder neu auf der Tagesordnung stehen. Es ist fast so, als h\u00e4tte sich ein Nebel verzogen und der christliche Glaube muss sich in einer wissenschaftsgl\u00e4ubigen und zunehmend naturromantischen Atmosph\u00e4re erneut beweisen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die katholische Kirche kam aber in den 1970er Jahren eine weitere, innerkirchliche Herausforderung hinzu: die Verarbeitung des Zweiten Vatikanischen Konzils. F\u00fcr die einen wurde dieses Konzil zum Inbegriff einer sinnvoll angelegten, aber in den zu ziehenden Konsequenzen letztendlich stecken gebliebenen Reform der Kirche, die zum ersten Mal seit dem 16. Jahrhundert eine produktive, dialogische und aneignende Antwort auf die stetigen Anfragen gefunden zu haben schien.<\/p>\n<p>F\u00fcr die anderen wurde das Vaticanum II zum Symbol eines schleichenden Ausverkaufs, einer zunehmenden Anbiederung an den Zeitgeist, einer fortschreitenden Entkernung der katholischen Charakteristika, die mit einer Tradition identifiziert werden, die (pikanter Weise) de facto nur bis in das 19. Jahrhundert zur\u00fcckreicht. Peter Steinfels beschreibt in <em>A People Adrift. The Crisis of the Roman Catholic Church in America<\/em> wie sehr die antagonistischen Deutungen von Irrelevanz und Reformbedarf die kirchenpolitische Szenerie in den USA gepr\u00e4gt haben.<\/p>\n<p>Seit Paul VI. hat Rom versucht, dieses Ringen zu befrieden oder das eine Lager gegen\u00fcber dem anderen durch gezielte Bischofsernennungen zu st\u00e4rken. Aber bis heute h\u00e4lt diese leicht ins Schismatische kippende Situation an, in der sich \u201eAkkommodisten\u201c und \u201eAbschotter\u201c gegen\u00fcberstehen, die einen jeweils diametral entgegengesetzten Umgang mit der umgebenden Kultur predigen: Soll die Kirche die Ergebnisse der j\u00fcngsten Emanzipationsbewegungen endlich anerkennen und sich zum Sachwalter globaler Gerechtigkeit machen? Oder soll sie sich in eine Bastion traditioneller Werte zur\u00fcckziehen und die Gegenwartskultur vornehmlich mit einer Diagnose ihrer Abgr\u00fcndigkeit konfrontieren? Die Unvers\u00f6hnlichkeit dieser Positionen wird inzwischen verst\u00e4rkt durch die Grabenk\u00e4mpfe und ideologischen Einigelungen der f\u00fchrenden politischen Parteien in den USA, die gesellschaftliche Spaltungen widerspiegeln (und gleichzeitig bef\u00f6rdern), von denen die katholische Kirche nicht unbeeinflusst bleiben konnte.<\/p>\n<p>Der dritte Kontext ist die Situation von Religion in der postmodernen und pluralen Gesellschaft \u00fcberhaupt. Was Vincent Miller in seinem Buch <em>Consuming Religion: Christian Faith and Practice in a Consumer Culture<\/em> f\u00fcr die USA festgestellt hat, gilt wohl f\u00fcr alle westlichen L\u00e4nder inzwischen gleicherma\u00dfen: Religionen und religi\u00f6se \u00dcberzeugungen sind zu Konsumg\u00fctern geworden, die auf einem Weltanschauungsmarkt durchaus nach Marktgesetzten miteinander konkurrieren. Verf\u00fcgbarkeit und Dienlichkeit \u2013 etwa die Erf\u00fcllung bestimmter Sinngebungszwecke oder die Hilfe zur Bew\u00e4ltigung existenzieller Kontingenzerfahrungen \u2013 bestimmen die Prosperit\u00e4t einer Marke genauso wie die klare Erkennbarkeit eines Markenkerns.<\/p>\n<p>In der Frage, ob im Gefolge von <em>Obamacare<\/em> der Staat die Kirchen zwingen k\u00f6nne, bei der Gesundheitsf\u00fcrsorge f\u00fcr Angestellte auch einen Versicherungsschutz zu bezahlen, der Kontrazeptiva enth\u00e4lt, haben katholische Bisch\u00f6fe in den USA nicht prim\u00e4r mit der katholischen Morallehre argumentiert, sondern mit der Religionsfreiheit: mit dem Recht auf eigene \u00dcberzeugungen, was nichts anders bedeutet, als dass hier gegen eine staatlich verordnete Regulierung des religi\u00f6sen Marktes Einspruch erhoben wurde. Und wer mit einem gewissen Staunen die Gespr\u00e4che zwischen katholischen Bisch\u00f6fen und evangelikalen F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten um biopolitische Fragen betrachtet, wird sich an <em>joint ventures<\/em> und andere marktanaloge Vorg\u00e4nge erinnert f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Die Dynamik einer Marktlogik, <em>with<\/em> der und <em>in<\/em> der religi\u00f6se \u00dcberzeugungen beurteilt bzw. gerastert werden, sollte f\u00fcr die Gegenwartssituation nicht untersch\u00e4tzt werden. Hans Joas wehrt in seinem Buch <em>Glaube als Option. Zukunftsm\u00f6glichkeiten des Christentums<\/em> zwar die etwas voreilige Vorstellung ab, Menschen der Sp\u00e4tmoderne w\u00fcrden religi\u00f6s promisk agieren und keinerlei Verbindlichkeit mehr kennen, gleichwohl l\u00e4sst sich nicht leugnen, dass der Blick auf religi\u00f6se \u00dcberzeugungen und die Institutionen, in denen sie verk\u00f6rpert sind, unter verst\u00e4rkt pragmatischen Gesichtspunkten betrachtet werden. Die Erh\u00f6hung der Optionalit\u00e4t in der Zustimmung zu religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen erzeugt eine Vervielf\u00e4ltigung und einen zunehmend kontingenten Status der religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen, sodass ihre Zugeh\u00f6rigkeit und Verbindlichkeit von allerlei au\u00dferrationalen Kriterien bestimmt wird \u2013 eben auch einer pragmatisch orientierten konsumeristischen Logik, wie Vincent Miller es herausstellte.<\/p>\n<p>Greifbar wird diese pragmatisch-konsumeristische Orientierung an drei Imperativen, denen religi\u00f6se \u00dcberzeugungen marktlogisch mehr und mehr zu gehorchen haben: Ein Authentisierungsimperativ fordert, dass religi\u00f6se und spirituelle Inhalte sich mit dem eigenen Leben, der eigenen Lebensdeutung und Biographie zur Deckung bringen lassen m\u00fcssen, ansonsten werden sie als irrelevant betrachtet. Ein Emotionsimperativ hat, wie Alasdair MacIntyre schon vor Jahrzehnten s\u00fcffisant bemerkte, dazu gef\u00fchrt, dass ethische Entscheidungen ultimativ auf starke leitende Gef\u00fchle gest\u00fctzt werden; Analoges wird auch von religi\u00f6sen Gehalten gefordert: Sie m\u00fcssen sich in Gef\u00fchlen bestimmter Art zuspielen, um als wirklichkeitstreffend zu gelten. Und mindestens ebenso stark wirkt sich ein therapeutischer Imperativ aus, der von Religion fordert, dass sie in der Lage sein muss, reale Lebens-Probleme besonders an den Gelenkstellen einer Biographie erfolgreich auszuheilen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Was die Missbrauchskrise in den Kontexten bedeutet<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die drei skizzierten Kontexte \u2013 und sie sind, wie bereits betont, nur exemplarisch ausgew\u00e4hlt \u2013 ergeben schon von sich aus einen Hintergrund, vor dem kirchliches Christentum eine ungesunde Farbe annimmt: Die auf Sexualit\u00e4t restringierte, biopolitisch-kulturk\u00e4mpferische Emphase bildet politische Antagonismen auch im Inneren der Kirche ab. Die Frage nach dem Kern des Katholischen l\u00e4sst Exklusionsrhetorik und auch handfeste Exklusionsmechanismen entstehen, w\u00e4hrend in einer rigorosen Wettbewerbslogik der Weltanschauungen die moderaten Konsensfindungsbem\u00fchungen sehr schnell als flaue Kapitulation vor dem Gebot der Sch\u00e4rfung des Profils gelten k\u00f6nnen. Der Missbrauchsskandal addiert hier nicht einfach eine neue zu schon bekannten Krisen, sondern bildete in den USA den sprichw\u00f6rtlichen Tropfen, der das Fass zum \u00fcberlaufen brachte.<\/p>\n<p>So stellt die Missbrauchskrise im Rahmen der biopolitischen Kontroverse f\u00fcr nahezu alle kirchenpolitischen Fl\u00fcgel den Ausweis eines exorbitanten Scheiterns dar: Hat die klassische katholische Sexualmoral und Ehetheologie unter den Bedingungen der oben beschriebenen Selbstaneignungsmaxime ihren prophetischen Stachel verloren und findet sich in einer Daueropposition zu verantwortungsethisch zu regelnden Bedingungen der Selbstaneignung des K\u00f6rpers wieder, aus denen schlussendlich eine gesellschaftlich konsensf\u00e4hige Ethik der sexuellen Selbstverantwortung resultieren soll, so geht mit dem Aufdecken der Dimensionen sexueller Gewalt, die von Amtstr\u00e4gern an Abh\u00e4ngigen und Unm\u00fcndigen ver\u00fcbt wurde, der moralische Kredit dieser Oppositionsperspektive vollkommen verloren. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die kulturk\u00e4mpferische Attit\u00fcde wird zur Farce.<\/p>\n<p>Und dieses Gef\u00fchl f\u00fcr verlorenes Glaubw\u00fcrdigkeitskapital oder f\u00fcr eine sich abzeichnende Farce geh\u00f6rt zu jenen Motiven, die einflussreiche katholische Laien-Pers\u00f6nlichkeiten in den USA bewogen haben, mit monet\u00e4rem und politischem Druck eine Ver\u00e4nderung der Kirche an der Hierarchie vorbei zu fordern. Denn insbesondere die Glaubw\u00fcrdigkeit der Bisch\u00f6fe, denen der Schutz der Lehre und der Gl\u00e4ubigen anvertraut ist, ist auf unabsehbare Zeit verspielt. Mit einem Mal geh\u00f6rten Bisch\u00f6fe in der Au\u00dfenwahrnehmung in dieselbe Kategorie wie jene fragw\u00fcrdigen politischen Zyniker, die im Privaten oder im abgekapselten Zirkel der Exekutivgewalt das Gegenteil von dem tun, was sie im \u00f6ffentlichen Rahmen unter dem Druck von Diskursen beteuern. Anders als der politische Raum lebt der kirchliche Raum von Glaubw\u00fcrdigkeit und moralischer Integrit\u00e4t. Den biopolitischen Kampf um die Deutung und moralische Sanktionierung k\u00f6rperlicher Selbstaneignung und sexueller Selbstverantwortung hat die Kirche als Institution in den USA aber vorerst verloren. Jede exklusivistisch argumentierende Sexualmoral tr\u00e4gt fortan das Wasserzeichen des degradierten Kardinals Francis McCarrick.<\/p>\n<p>Das Ringen um die katholische Identit\u00e4t bringt \u2013 bef\u00f6rdert durch die Missbrauchskrise \u2013 nachgerade gef\u00e4hrliche Narrative hervor, die eine an echter Diagnose, nachhaltigem Schuldeingest\u00e4ndnis und institutioneller Schamkultur orientierte Aufkl\u00e4rung der pers\u00f6nlichen und systemischen Faktoren nicht nur erschwert, sondern behindert. Zwei Narrative stehen sich in einer gewissen Ausschlie\u00dflichkeit gegen\u00fcber. Man mag sie \u201eliberal\u201c und \u201ekonservativ\u201c nennen, hat damit aber \u2013 wie oben schon angedeutet \u2013 nur altbackene Etiketten benutzt, die f\u00fcr eine treffende Beschreibung der antagonistischen Kr\u00e4fte nicht mehr richtig taugen. Sprechen wir daher lieber formal von einem ersten und einem zweiten Narrativ.<\/p>\n<p>Das erste Narrativ sieht die Krise als Folge einer nicht ausreichenden \u00d6ffnung der Kirche auf die Moderne hin. Bem\u00e4ngelt wird eine mangelhafte Umsetzung des Konzils, die insbesondere an einer Re-Sakralisierung des Amtes deutlich werde, aber noch mehr an einer strukturellen Abschottung der Machthaber, an der Unf\u00e4higkeit der Verantwortlichen, die kirchliche Morallehre auf ihre Lebbarkeit hin zu \u00fcberpr\u00fcfen, mit der Schuld der T\u00e4ter und dem Elend der Survivors ad\u00e4quat umzugehen. Kritisiert wird ein System, in dem autokratische Entscheidungsvollmachten dank des Ausfalls von kirchenverfassungsm\u00e4\u00dfig festgeschriebenen Kontroll- und Mitbestimmungsinstanzen gedeihen k\u00f6nnen, sodass T\u00e4ter lange Zeit unter einem Schutzmantel verblieben. An den schrillen Extremen dieses Narrativs h\u00f6ren wir die Geschichte von einem mit hierarchischer Ob\u00f6dienz organisierten, zu Geheimhaltung und Vertuschung neigenden M\u00e4nnerbund und von sogenannten Lavendel-Netzwerken, die im Verbund mit Geldw\u00e4sche-Kreisen und einer dadurch erpressbaren Kurie alles andere als eine wirkliche Aufkl\u00e4rung der Probleme wollte.<\/p>\n<p>Auch das zweite Narrativ beginnt mit durchaus nachvollziehbaren Beobachtungen und steigert sich ebenfalls in eine schrille Verschw\u00f6rungstheorie hinein: Verantwortlich gemacht f\u00fcr die Krise wird ein angeblicher Ausfall des S\u00fcndenbewusstseins, ein disziplinloser und moraltheologisch verwahrloster Klerus, die Infiltration durch egoistische, selbst-absorbierend hedonistische Lebenseinstellungen u.a.m. Am schrillen Ende dieses zweiten Narrativs finden sich handfeste Verschw\u00f6rungstheorien, die eine freimaurerische oder satanistische Unterwanderung der Kirche am Werk sehen und verdeckt oder offen sedisvakantistische Theorien spinnen.<\/p>\n<p>Beide Narrative m\u00f6gen an der einen oder andere Stelle das ber\u00fchmte Qu\u00e4ntchen Wahrheit enthalten, aber sie sind ummantelt von den hermeneutischen Verzerrungseffekten, die ideologische Voreingenommenheiten nun einmal mit sich bringen. Man erkennt die Abriegelungs- und Diskursverweigerungstaktik solcher ideologischen Voreingenommenheiten letztendlich daran, dass sie in sich konsistente Erkl\u00e4rungen zu liefern verm\u00f6gen, die aber keine Falsifikationsbasis mehr aufzuweisen imstande sind. N\u00fcchterne Erkenntnisse zu den, den Missbrauch beg\u00fcnstigenden, psychologischen oder systemischen Faktoren, zu T\u00e4ter- und Betroffenenprofilen dringen in diese abgeriegelten Geschichten nicht mehr ein.<\/p>\n<p>Die Krise hat die Frage nach der Identit\u00e4t des Katholischen noch einmal versch\u00e4rft, das Verh\u00e4ltnis von Kirche und Welt neu auf die Agenda gesetzt und in den USA gleichzeitig hermeneutisch anleitende kirchenpolitische Kr\u00e4fte entfesselt, die eine sachgem\u00e4\u00dfe Beantwortung dieser Fragen schier unm\u00f6glich machen. Aber auch die Art und Weise, wie sich \u201eReformer\u201c und \u201eEvangelisierer\u201c im deutschen Episkopat begegnen und sich gegenseitig auszuman\u00f6vrieren versuchen, l\u00e4sst erahnen, welche antagonistischen Narrative sich hierzulande im Formierungsprozess befinden.<\/p>\n<p>Dass sich die Missbrauchskrise \u2013 um noch einmal auf den dritten und letzten Kontext zu sprechen zu kommen \u2013 in einer marktlogischen Atmosph\u00e4re desastr\u00f6s auf die Stellung der katholischen Markenrelevanz auswirken muss, bedarf an dieser Stelle wohl keiner weiteren Erl\u00e4uterung. Das Warensortiment eines verwahrlost erscheinenden Anbieters besitzt \u2013 bei aller G\u00fcte, die die einzelnen \u201eProdukte\u201c je f\u00fcr sich noch besitzen m\u00f6gen \u2013 keine Attraktivit\u00e4t mehr. Da hilft es auch nichts, die unerbittlichen Gesetze dieser Marktlogik zu verteufeln und sich in eine Situation hinein zu w\u00fcnschen, in der man die eigene Botschaft von der Relevanz und der Nachfrage trennen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die deutsche Situation mag noch einmal anders, ged\u00e4mpfter, weniger extrem sein als die US-amerikanische. Noch immer wirkt sich das Erbe der \u201eLehmann\u201c-Kirche verhalten positiv aus: Konsens und Zusammenhalt gelten nach wie vor als Tugenden. Daher d\u00fcrfte es durchaus der Fall sein, dass sich vergleichbare antagonistische kirchenpolitische Kr\u00e4fte in der deutschen Kirche ebenso nachhaltig und unvers\u00f6hnlich festsetzen werden wie in der amerikanischen.<\/p>\n<p>Aber es gibt auch in Deutschland eine vergleichbare dritte, unsichtbare und ungeh\u00f6rte Kraft, mit der sich die US-Bisch\u00f6fe (allen voran der Vorsitzende der Bischofskonferenz: Kardinal Daniel DiNardo) ebenfalls neuerdings sehr bewusst und im Tonfall fast verzweifelt auseinandergesetzt haben \u2013 eine\u00a0 Kraft, die vielleicht sogar wichtiger ist als jene Schreih\u00e4lse, die dank digitaler Plattformen ihre extremen Deutungen und Narrative ungefiltert in die Welt verbreiten k\u00f6nnen: Es handelt sich um die stetig wachsende Gruppe der schweigend Resignierten, die sich mehr und mehr von der Kirche abwenden und von der Kirche nichts mehr erwarten. Sie finden sich sowohl unter denen, die die Kirche formal verlassen haben, als auch unter jenen, die sich noch in kirchlichen Kontexten zeigen, sich hauptamtlich oder ehrenamtlich f\u00fcr sie engagieren, aber doch im Ernst nicht mehr das Bekenntnis \u00fcber die Lippen bringen, dass die reale katholische Kirche f\u00fcr sie wirklich ein Sakrament des Heils ist. Diese schweigende, an der Schwelle stehende, \u00fcber die Schwelle schreitende Gruppe geh\u00f6rt zweifellos zu den kollateralen Opfern der Missbrauchskrise. Die schweigend Resignierten endg\u00fcltig zu verlieren, bedeutete nicht nur einen Verlust der Einheit, sondern letztlich der Substanz der Kirche.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten Enth\u00fcllungen zu Kardinal McCarrick haben in den USA ein Beben ausgel\u00f6st und eine ohnehin schon verwundete und ihrer selbst irrewerdende Kirche noch weiter verst\u00f6rt. 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