{"id":108156,"date":"2025-07-09T16:15:45","date_gmt":"2025-07-09T14:15:45","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=108156"},"modified":"2025-07-09T16:15:47","modified_gmt":"2025-07-09T14:15:47","slug":"warum-ein-eigenes-sakrament-einige-aspekte-zur-gnadentheologisch-fundierten-pastoraltheologie-des-priesterlichen-amtes","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/warum-ein-eigenes-sakrament-einige-aspekte-zur-gnadentheologisch-fundierten-pastoraltheologie-des-priesterlichen-amtes\/","title":{"rendered":"Warum ein eigenes Sakrament?"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Luthers Bekehrung<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit einer vielleicht \u00fcberraschenden Replik auf Martin Luther bzw. auf seine Erfahrung der Rechtfertigungstheologie m\u00f6chte ich meine Ausf\u00fchrungen er\u00f6ffnen, denn diese Erfahrung hat viel mit dem priesterlichen Amt im katholischen Bereich zu tun.<\/p>\n<p>F\u00fcr den jungen Luther ist es die belastende Seite der Fr\u00f6mmigkeit, die er nicht nur erlebt, sondern die er selber in sich best\u00e4tigt und versch\u00e4rft: \u201eLuthers theologische Entwicklung hin zu einem neuen Verst\u00e4ndnis der Gerechtigkeit Gottes und der Rechtfertigung des Menschen hatte sich an der qu\u00e4lenden Erfahrung des S\u00fcnder-Seins entz\u00fcndet, umso mehr je st\u00e4rker er sich als Augustiner-Eremit um ein regelstrenges und spirituell verdichtetes M\u00f6nchsleben bem\u00fcht hatte.\u201c Diese \u201eRadikalit\u00e4t seiner Anfechtungs\u00e4ngste\u201c bestimmte die \u201eexistenzielle Wucht der religi\u00f6sen Erfahrung [\u2026] in ihrer die ganze Richtung des theologischen Nachdenkens neuordnenden und strukturierenden Dynamik\u201c (Andreas Holzem).<\/p>\n<p>Luther kann seiner S\u00fcndigkeit und seiner Unzul\u00e4nglichkeit nicht entfliehen. Je weniger dies gelingt, desto mehr schiebt sich die Schraube tiefer mit der qu\u00e4lenden Frage, ob denn die religi\u00f6sen \u00dcbungen genug waren. Und er kommt nicht davon los, dass man von Gott nichts geschenkt bekommt, sondern dass man sich seine Zuneigung zu verdienen hat. Aber je mehr er auf diese Weise mit Gott umgeht, je mehr er sich abfordert, desto deutlicher wird ihm auch, dass dies alles nicht gelingen kann.<\/p>\n<p>Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? Dreht sich diese Spirale n\u00e4mlich immer weiter nach unten, dann bleibt am Schluss nur noch der zwanghaft-paranoide Wahnsinn; oder aber muss man sich der Magie ergeben, indem man daraus ein Spiel macht, diese Wenn-Dann-Beziehung zu Gott so in die Hand zu nehmen, dass man damit Gott selber austrickst: Wenn ich das und das tue, dann kann Gott gar nicht anders, als so und so mit mir zu verfahren. Mit jedem Wenn-Dann, das ein Gott dem Menschen auferlegt, gewinnt letzterer seinerseits gerade mit der Erf\u00fcllung dieses Wenn-Dann einen Zugriff auf Gott selbst. Ein solches Verhalten Gott gegen\u00fcber nennt Paulus Hybris und Selbstruhm des Menschen (vgl. Gal 6,3 und 14) \u2013 zwar mit dem Gef\u00fchl des Menschen, Gott gegen\u00fcber eine Leistung zu erbringen, aber im Sinne eines Verrechnungszusammenhanges und nicht einer lebendigen Beziehung der Freundschaft und des Vertrauens.<\/p>\n<p>Luther kann noch rechtzeitig aus dieser letztlich alles zerst\u00f6renden Dynamik aussteigen. Es kommt zur Wende. Beim Studium der Paulusbriefe f\u00e4llt es wie Schuppen von seinen Augen: Man kann sich die Liebe Gottes nicht verdienen, und man braucht dies auch gar nicht, weil sie l\u00e4ngst durch Jesus Christus \u201everdient\u201c ist. Hier bringt Luther den Kern der christlichen Botschaft zum Vorschein. Er entdeckt auf schmerzlichem Weg und darum umso erl\u00f6sender etwas, was leicht vergessen werden kann und was alle angeht. Luther erf\u00e4hrt die begl\u00fcckende Einsicht: Nichts, gar nichts muss ich tun, damit mich Gott liebt. Er liebt mich unbedingt, ohne Bedingungen, und zwar als S\u00fcnder, noch bevor ich mich ver\u00e4ndert habe. Nicht ein Wenn-Dann, sondern ein Ohne-Wenn-und-Aber bestimmt diese Beziehung. Was f\u00fcr eine Befreiung: Gott ist nicht eine Belastung, sondern eine Entlastung im Leben, er fordert nicht erst, sondern er schenkt. Seine Gnade ist voraussetzungslos. Und darin liebt er das Gegenteil seiner selbst, n\u00e4mlich die s\u00fcndigen Menschen. Diese Anerkennung und Liebe umfasst die Menschen nicht ausschlie\u00dflich, sondern einschlie\u00dflich ihrer dunklen Schattenseiten. Denn was nicht angenommen ist, ist auch nicht erl\u00f6st. Luther erkennt: Es ist ein Wahn, sich Gottes Liebe erwirtschaften zu wollen. Gott liebt bedingungslos, jeden Augenblick neu. So findet Luther den gn\u00e4digen Gott.<\/p>\n<p>Vor einiger Zeit ist nach einem Gottesdienst eine \u00e4ltere Dame auf mich zugekommen und hat gesagt: \u201eWissen Sie, ich habe Predigten fast immer nur erlebt als Muss, als Forderung, fr\u00fcher sogar als Beschimpfung: Wir m\u00fcssen das und das tun. Nur dann liebt uns Gott.\u201c Es ist f\u00fcrchterlich. Gott wird besetzt mit einem Arsenal von Bedingungen, damit er uns liebt. Diese Moralisierung unseres Glaubens steckt vielen Gl\u00e4ubigen zutiefst im Bauch, sodass wir Gott viel zu wenig oder manchmal \u00fcberhaupt nicht mehr zutrauen k\u00f6nnen, dass er uns bedingungslos liebt, weil wir die Bedingungen von vornherein hineinschalten. Wir trauen es ihm nicht zu.<\/p>\n<p>Auch beim priesterlichen Amt geht es um die Frage nach der Gnade. Die geistliche Leitung ist kein weltlich Ding allein. Es ist deswegen ein Sakrament, weil es mit dem zu tun hat, was Luther so wichtig ist und was jedes Sakrament symbolisiert und realisiert, n\u00e4mlich ein Zeichen der unbedingten Vorgegebenheit der Liebe Gottes zu sein. Daf\u00fcr steht auch das priesterliche Amt. Aber was hei\u00dft das dann? Ein erster Suchversuch f\u00fchrt ins Zweite Vatikanum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Konzilstexte: Fehlanzeige?<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDas aber genau ist die Schw\u00e4che des Priesterdekrets. Es wird theologisch nicht gesagt, wie das Priestertum der Priester zu verstehen ist [\u2026]\u201c. Diese Kritik von Ludwig M\u00f6dl trifft ins Schwarze. Dass \u00fcberhaupt ein eigener Text \u00fcber das priesterliche Amt entstanden ist, wird damit begr\u00fcndet, dass diesem Stand jedoch bei der Erneuerung der Kirche Christi h\u00f6chst bedeutsame schwierigere Aufgaben zukommen. Damit konzentriert sich das Konzil auf die Frage, wie denn der priesterliche Dienst konkret ausschaut. Die Frage ist allerdings: Wird vielleicht zu schnell die W\u00fcrde des Presbyteramtes handlungsbezogen er\u00f6rtert, also nicht erst einmal in seiner Eigenwertigkeit, die zwar Basis des Handelns ist, aber von diesem Handeln nicht ersetzt werden kann? Wird das Sakrament so ethisiert, dass es nur noch als H\u00fclle dient, in die hinein die schwierigen Aufgaben formuliert werden? Und was \u201ebringt\u201c das Amtscharisma gegen\u00fcber dem pers\u00f6nlichen Charisma?<\/p>\n<p>Wenn Friedrich Wulf in seinem Kommentar zu <em>Presbyterorum ordinis<\/em> schreibt: \u201eNicht Weihe und Heiligkeit des Priesters, sondern sein Dienst und seine Aufgabe in der Kirche stehen im Vordergrund der Betrachtung\u201c, und wenn er dies positiv vermeldet, beruhigt dies nicht; denn die Frage bleibt, ob, wo und wie dann Weihe und Heiligkeit bzw. Sakramentalit\u00e4t in ihrem Selbstwert er\u00f6rtert werden. Es handelt sich hier offensichtlich doch nur um \u201eDekrete\u201c mit besonderen Handlungsverweisen und weniger um \u201edogmatische Konstitutionen\u201c wie etwa die Kirchenkonstitution und die Pastoralkonstitution, in denen von einer gr\u00fcndlichen Besinnung auf das theologische Wesen der Kirche her ihr Innen- und Au\u00dfenbezug besprochen wird. Selbstverst\u00e4ndlich wird die Sakramentalit\u00e4t des priesterlichen Amtes auch in den Priester-Dekreten vorausgesetzt, aber zu wenig eigens als die gnadenhafte Bedingung der M\u00f6glichkeit verdeutlicht, das geforderte Handeln auch tun zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Wesen des Amtes zeigt sich in einem ganz bestimmten Leben und Dienst der Priester. Doch gr\u00fcndet dieses \u201eSich-Zeigen\u201c im vorg\u00e4ngigen Wesen dieses Amtes, dass die Gnade f\u00fcr seine Ausf\u00fchrung sakramental geschenkt ist. Sakramentalit\u00e4t steht f\u00fcr die Selbstwertigkeit der Gnade Gottes. Ein Blick auf die Fu\u00dfwaschungsgeschichte vor dem Abschiedsmahl in Joh 13,12-17 zeigt diesen Zusammenhang sehr deutlich. Zun\u00e4chst gilt diese Geschichte selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr das gesamte Volk Gottes, f\u00fcr alle Christen und Christinnen in ihrem Umgang miteinander und von daher mit allen Menschen. Derart wird diese Geschichte auch als Gr\u00fcndungsgeschichte christlicher Diakonie angesehen, in die alle Gl\u00e4ubigen im gemeinsamen Priestertum gerufen sind (vgl. Lumen gentium). Aber diese Geschichte meint eben auch jene, die als \u201eMeister\u201c eine besondere Verantwortung in diesem Volk Gottes haben. Aber woher kommt die Kraft? In der Geschichte wird dies in der anderen Szene erz\u00e4hlt. Denn hier erlebt Petrus: In dem Ma\u00df, in dem er sich von Jesus die F\u00fc\u00dfe waschen l\u00e4sst, hat er Anteil an Christus. Jedem priesterlichen Dienst geht das gnadenhafte Tun Christi voraus, und dies gilt umso mehr f\u00fcr das amtliche Priestertum.<\/p>\n<p>Diese Begegnung zwischen Petrus und Jesus erf\u00fcllt alle Bedingungen, die von einer klassischen katholischen Sakramententheologie an die Grundlegung eines Sakramentes zu stellen sind: \u00c4u\u00dferes Zeichen, innere Gnade und Einsetzung durch Jesus Christus. K\u00f6nnte man von daher nicht die gesamte Fu\u00dfwaschungsgeschichte auch als Gr\u00fcndungsgeschichte jenes Sakramentes ansehen, in dem bestimmten Menschen in einer besonderen Weise die Gnade geschenkt wird, sich zu Gunsten der Menschen, ihres Glaubens und ihres Heiles zu verausgaben?<\/p>\n<p>Die theologische Notwendigkeit, zwischen dem gemeinsamen und besonderen Priestertum nicht einen graduellen, sondern einen wesentlichen Unterschied zu sehen, der sich gegen jede Hierarchisierung zwischen Dienst und Volk Gottes sperrt (denn der konziliare Hierarchiebegriff bezieht sich nur auf die innere Struktur des Amtes selbst zwischen Bischof, Priestertum und Diakonat), gr\u00fcndet in der unbedingten Zusage Gottes f\u00fcr die Bedingungen dieses Dienstes. Die Formulierung aus <em>Lumen Gentium<\/em>, dass sich das gemeinsame Priestertum der Gl\u00e4ubigen und das amtliche Priestertum \u201ein ihrem Wesen und nicht nur dem Grade nach\u201c unterscheiden, ist ein Widerspruch in sich und dahingehend zu korrigieren, dass das \u201enur\u201c zu streichen ist. Denn wenn das Wesen des sakramentalen Amtes gnadentheologisch verstanden wird, kann es keine Gradunterschiede geben. Der Unterschied zwischen gemeinsamem und besonderem Priestertum darf \u201enicht graduell in dem Sinn verstanden werden \u2026, als seien die Priester die vollkommeneren Christen\u201c bzw. als st\u00fcnden sie in einer h\u00f6heren Ordnung \u00fcber dem gemeinsamen Priestertum, sondern beide \u201ewerden als in spezifischer Weise zu unterscheidender Anteilhabe am Priestertum Jesu Christi bestimmt\u201c (Peter Walter). Oder mit Julius Kardinal D\u00f6pfner gesprochen: \u201eErh\u00f6hen wir ja nicht unsere priesterliche Berufung auf Kosten der allgemeinen christlichen Berufung.\u201c<\/p>\n<p>Das priesterliche Amt repr\u00e4sentiert die Vorgegebenheit des Leibes Christi und konstituiert damit nicht ein h\u00f6heres oder besseres Priestertum als das gemeinsame Priestertum aller Gl\u00e4ubigen, sondern ein wesentlich anderes, insofern es die Vorgegebenheit Christi in den Gnadengaben und ihrer Vernetzung repr\u00e4sentiert, so dass sich die Gl\u00e4ubigen in der Gemeinschaft der Kirche in Christus miteinander verbunden erfahren und diese Einheit aus der Hand Gottes als Gabe empfangen k\u00f6nnen. Aus dieser Perspektive kann es sich \u00fcberhaupt nicht um einen Gradunterschied handeln, als g\u00e4be es zwischen den Getauften und Ordinierten einen W\u00fcrdeunterschied vor Gott und den Menschen. Die Differenz liegt im Wesen, n\u00e4mlich in der sakramental geschenkten und amtlich vollzogenen Proexistenz f\u00fcr das Volk Gottes in Kirche und Welt.<\/p>\n<p>Was das Priesterdekret also nicht ausf\u00fchrlich genug bedenkt, ist die gnadenhaft-sakramentale Begr\u00fcndung des priesterlichen Dienstes. Dies d\u00fcrfte auch der Grund daf\u00fcr sein, dass diese Texte weitgehend als \u00dcberforderungen der Priester wahrgenommen wurden, und zwar bei gleichzeitiger Unsicherheit ihrer Kernidentit\u00e4t in dem, was sie nicht selber herstellen m\u00fcssen, n\u00e4mlich in der sakramentalen Herkunft ihres Dienstes. Additiv aufgenommene Handlungsanweisungen machen nicht klar genug, wie die T\u00e4tigkeiten mit der in diesem Sakrament geschenkten Gnade zusammenh\u00e4ngen, sowohl erm\u00f6glichend wie auch inhaltlich bestimmend.<\/p>\n<p>Die Suche nach dem sakramentalen Kern der priesterlichen T\u00e4tigkeiten ist also nicht immer nur eine Frage r\u00fcckw\u00e4rtsorientierter Priestersehns\u00fcchte, sondern darin kann sich die Weigerung manifestieren, \u201egnadenlos\u201c in den Dienst genommen zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Gnade: tragend und orientierend<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der presbyterale Dienst ist ein Amt, das durch die Gnade Gottes als Erm\u00f6glichungsbedingung dessen getragen ist, was in den Diensten und Funktionen, wie sie vom Wesen der Kirche her erforderlich sind, nottut. Von dieser Gnade im eigenen Dienst getragen, sind weder Identit\u00e4ts\u00e4ngste noch machtstrategische Abgrenzungen n\u00f6tig. Denn die eigene priesterliche Identit\u00e4t muss nicht hergestellt werden, sondern ist zum Dienst am Volk Gottes geschenkt.<\/p>\n<p>Es handelt sich dabei nicht zuerst um das pers\u00f6nliche Charisma, sondern um ein eigenes, im Sakrament geschenktes \u201eCharisma\u201c (die Sakramententheologie spricht von einem \u201eunausl\u00f6schlichen Merkmal\u201c), das den pers\u00f6nlichen Charismen im Sinne dieser Gnade und dieses Dienstes die entsprechende Richtung und zus\u00e4tzliche Dynamik gibt. Das Ritual der Handauflegung verk\u00f6rpert diesen f\u00fcr diesen Dienst geschenkten Indikativ der Gnade: \u201eVernachl\u00e4ssige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die \u00c4ltesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die H\u00e4nde auflegten\u201c (1 Tim 4, 14). Das Weiheamt ist ein Geschenk der Gnade, das nicht mit dem personlichen Charisma identisch ist, wenn es dieses auch voraussetzt, sondern ein im Sakrament zus\u00e4tzlich gegebenes Gnadengeschenk f\u00fcr diese Verantwortung.<\/p>\n<p>Mit der Abwehr einer substantialistischen Sicht der Sakramente darf nicht die gnadentheologische Dimension der Sakramente als Wirklichkeiten, die im Sein der Gnade Gottes verwurzelt sind und von daher Leben und Handeln in diesem Sein erm\u00f6glichen, verabschiedet werden. Denn die im Sakrament jeweils spezifisch geschenkte Treue Gottes ist kein idealistisches Hirngespinst, sondern eine Substanz \u2013 allerdings eine Substanz, die in dieser Relation zwischen Gott und Mensch gegeben und aufgegeben ist. Sie bedeutet, dass Gott in unbedingter Weise immer erst einmal die Gnade schenkt und hat das Ziel, dass diese Gnade dann auch die Kraft gibt, Leben, Handeln und, wie beim priesterlichen Dienst, die jeweiligen Aufgaben aus dieser Gegebenheit heraus zu gestalten. Diese Gestaltung ist, sp\u00e4testens seit dem Zweiten Vatikanum, nicht mehr ein Akzidenz des Sakraments, sondern sein integraler Bestandteil, womit gerade gesichert ist, dass das Handeln der Menschen in dem Sinne \u201esubstantiell\u201c wird, als es sich von seiner innersten Substanz, n\u00e4mlich von der gnadenhaften Beziehung Gottes her, selbst \u201etranssubstantiieren\u201c l\u00e4sst (Elmar Klinger).<\/p>\n<p>Dieses sakramentale Geschenk des Dienstes am und im Volk Gottes ist als Basis der eigenen T\u00e4tigkeit voraussetz- und spirituell erfahrbar. Man muss dann das Standbein der eigenen Identit\u00e4t nicht mehr in dem suchen, was eigentlich das Spielbein ist, n\u00e4mlich in einer bestimmten Lebensform. Vielmehr kann von diesem Gnadengeschenk her die Freiheit entwickelt werden, in unterschiedlichen Lebensformen die Radikalit\u00e4t dieses Dienstes zu leben.<\/p>\n<p>Es ist die Bedingungslosigkeit der Gnade, die von denen, denen sie geschenkt ist, nicht in Bedingungen umgem\u00fcnzt werden darf. Dies hat Auswirkungen f\u00fcr die T\u00e4tigkeiten dieses Amtes. Denn diese Vorgegebenheit der Gnade ist nicht herrschaftsf\u00f6rmig, sondern zerbricht jede Herrschaft. Sie ist eine Macht, aber eine, die gezeichnet ist vom Ursprung, n\u00e4mlich von der liebenden Bedingungslosigkeit im Umgang mit den Menschen. In diesem Geist ist das Amt zu gestalten: in dieser Unbedingtheit in der Gegebenheit und zugleich in der Unbedingtheit, dass nicht zu eigenen Bedingungen damit umgegangen werden darf.<\/p>\n<p>Diese Verwurzelung in der Gnade Gottes ist ein Bereich, der nicht durch Funktionen und durch eigene Leistung ersetzt werden kann, weder durch rituelle und z\u00f6libat\u00e4re Gesetzlichkeit noch durch die faktischen Dienstfunktionen, und schon gar nicht durch ein aktivistisch-hektisches Dienstverst\u00e4ndnis. Denn es braucht Zeit, mit dieser geschenkten Gnade existentiell in Ber\u00fchrung zu kommen und von ihr her auch tats\u00e4chlich leben zu k\u00f6nnen. Eine Spiritualit\u00e4t, die sich in der Gnade verwurzelt wei\u00df, er\u00f6ffnet eine Dynamik, die alle Aktivit\u00e4ten, alle Liturgien und alle priesterlichen Lebensformen tr\u00e4gt und in ihrer Qualit\u00e4t bestimmt. Wird das priesterliche Amt von dieser Erm\u00f6glichungsdimension seiner selbst abgetrennt, wird die kirchliche Leitung vom Sakrament abgel\u00f6st, erf\u00e4hrt die menschliche Gebrauchsmacht \u00fcber Gott und \u00fcber die Menschen keine substantielle Kritik mehr von Seiten jenes Gottes, der alles gibt und gerade darin keinem Verwendungszweck zu unterwerfen ist. Von dieser Basis her, die ebenso fest ist im Glauben wie sie niemals machbar ist, weil sie sonst dem Verfall der menschlichen Machbarkeit unterliegt, strahlt eine Freiheit aus, die diese geschenkte priesterliche Identit\u00e4t nicht anderswo oder noch anderswo festmachen muss. Denn dann geht es nicht mehr darum, ob Mann oder Frau, ob verheiratet oder unverheiratet, diese priesterliche Identit\u00e4t geschenkt bekommen und wagen, sondern ob sie im Zeugnis ausdr\u00fccklich mit dem verbunden sind, was das Sakrament ausdr\u00fcckt, n\u00e4mlich Zeichen der in Christus erschienenen Gnade Gottes in der Leitung der Kirche zu sein.<\/p>\n<p>Wenn man sich vorstellt, welche Selbstver\u00e4nderung einer vierhundert Jahre relativ unver\u00e4nderten Liturgie in der Liturgiekonstitution zugemutet wird, vor allem bezogen auf die Heilige Messe, dann bleibt eine solche tiefgreifende Reflexion auf n\u00f6tige Ver\u00e4nderungen in der Lebensform des presbyteralen Amtes aus. Zwar wird gesagt, dass die Ehelosigkeit nicht mit der Natur des presbyteralen Dienstes (also mit seiner theologischen Identit\u00e4t) notwendig verbunden ist (Priesterdekret 16,1), doch vermisst man eine an den gegenw\u00e4rtigen Zeichen der Zeit und ihren Herausforderungen orientierte Konzeption priesterlicher Lebensformen. Die mangelnde Profilierbarkeit im theologischen Bereich (vor allem hinsichtlich der Gnadentheologie innerhalb dieses spezifischen Zusammenhangs), f\u00fchrt dazu, dass kaum daran gedacht wird, die Angemessenheit anderer Lebensformen f\u00fcr das priesterliche Amt in Betracht zu ziehen. Was f\u00fcr alle Zusammenh\u00e4nge zwischen Gnade und Leben gilt, gilt auch hier: Je unklarer die gnadentheologische Herkunft, desto unf\u00e4higer, unfreier und unpr\u00e4ziser wird der Bezug auf die Zeichen der Zeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Auf der Seite der Gnade<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alle Gl\u00e4ubigen haben an den drei \u00c4mtern Christi Anteil, und sind, wie in der Taufe erlebbar, K\u00f6nigInnen, PriesterInnen und ProphetInnen. Die Sendung in diese \u00c4mter Christi hinein beinhaltet immer schon das diese Sendung erm\u00f6glichende Geschenk, sie durchzuf\u00fchren \u2013 in der Gesellschaft wie auch im kirchlichen Dienst. Diese Sendung substantiiert sich allgemein im Sakrament der Firmung und speziell im Sakrament des presbyteralen Amtes. Indem derart jede Verantwortung in der Kirche aus einem Sakrament heraus w\u00e4chst, wei\u00df es sich zugleich mit jener Gnade in Verbindung und davon getragen, die Inhalt aller Sakramente ist.<\/p>\n<p>Im katholischen Bereich ist nicht jedes Amt, wohl aber das geistliche Leitungsamt mit einer sakramental verstandenen Ordination verbunden. Dabei geht es um das heikle Verh\u00e4ltnis von Gottes Gnade und menschlicher Leitung, von Evangelium und Macht. Indem die Gl\u00e4ubigen in der Taufe auf Christi Tod und Auferstehung getauft sind, sind sie zugleich in diesem Christus untereinander in einer bestimmten Beziehung. Alle Gl\u00e4ubigen sind nicht nur f\u00fcr sich mit Christus verbunden, sondern sind <em>in Christus<\/em> auch miteinander verbunden \u2013 noch bevor sie etwas daf\u00fcr \u201egeleistet\u201c haben. Genau dies benennt Paulus im 1. Korintherbrief mit dem Zuruf: \u201eIhr seid der Leib Christi\u201c, wobei er darin zugleich den Zusammenhang der Charismen aufweist: In diesem Leib Christi gibt es unterschiedliche Gnadengaben, die aufeinander bezogen sind (vgl. 1 Kor 12, 27).<\/p>\n<p>Was also gewisserma\u00dfen die Taufe und das darin geschenkte Priestertum aller Gl\u00e4ubigen f\u00fcr die einzelnen Menschen bedeutet, bedeutet analog dazu das priesterliche Amt f\u00fcr die Kirche. Geht es beim ersten Sakrament um die unbedingte Vorgegebenheit der Liebe Gottes f\u00fcr die einzelnen Menschen und darum, dass sie durch ihr Leben diese Gnade Gottes sichtbar machen, so geht es beim sakramentalen Amt um die unbedingte Gnade Gottes f\u00fcr die Beziehungen dieser Menschen in der Kirche, und zwar insofern, als es daf\u00fcr bestimmte Menschen gibt, die die Verantwortung \u00fcbernehmen, dass Gottes Gnade nie vergessen wird, nie in der Gesetzlichkeit erstickt und nie in widerlichen Strukturen zerst\u00f6rt wird. Sie sorgen daf\u00fcr, dass die zuvorkommende Liebe Gottes in der Kirche, ihren Institutionen und Texten, ihren Rechtsvorschriften und in ihrer Pastoral aufleuchtet und dass dieser Gnade keine kommunikativen und strukturellen Hindernisse in der Gemeinschaft der Gl\u00e4ubigen entgegengesetzt werden.<\/p>\n<p>Bedenkt man das priesterliche Amt in diesem Horizont, dann ergibt sich ein ganz bestimmtes pastorales Profil, n\u00e4mlich daf\u00fcr zu sorgen, dass die Beziehungen der Gl\u00e4ubigen untereinander, die Beziehungen der verschiedenen kirchlichen Gruppen sowie die kirchlichen Strukturen nicht gnadenlos sind, sondern vom Zuspruch der Liebe Gottes getragen werden. Alle diesbez\u00fcgliche Vor-Gegebenheit ist immer zuerst als Gabe, und dann erst als Aufgabe zu erschlie\u00dfen: die Traditionen von Bibel und Kirche genauso wie die vielen unterschiedlichen Gegebenheiten in den Charismen der Gl\u00e4ubigen. Dass die Gabe Gottes im Leben der Menschen das Sagen bekommt und dass darin die Menschen selbst zu einem solchen Glauben erm\u00e4chtigt werden, daf\u00fcr steht die leitende \u201eMacht\u201c des priesterlichen Amtes.<\/p>\n<p>Im Folgenden m\u00f6chte ich einige Bereiche andeuten, die nicht ersch\u00f6pfend sein m\u00fcssen, die aber grunds\u00e4tzlich kl\u00e4ren, worum es im sakramentalen Amt geht, wenn seine \u201egeistliche Leitung\u201c gnadentheologisch begr\u00fcndet wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong> Gnade in der Tradition: <\/strong>In den ersten Jahrhunderten wurden jene, die eine besondere Verantwortung f\u00fcr die Gemeinden \u00fcbernahmen, Presbyter genannt. Presbyter hei\u00dft \u201eder \u00c4lteste\u201c und geht zur\u00fcck auf jene Grunderfahrung in fr\u00fchen Kulturen, dass die \u00c4ltesten die alten Geschichten zu erz\u00e4hlen wussten, die die Identit\u00e4t einer Kultur erlebnisbezogen ausdr\u00fcckten und atmosph\u00e4risch verdichteten. Sp\u00e4ter wird dieser Begriff nicht mehr an das Alter, sondern an die Funktion, an den Dienst der Verk\u00fcndigung gebunden, n\u00e4mlich kein Jota der Geschichten Jesu und der Geschichte Christi und \u00fcberhaupt aller Heiligen Schriften Israels unter den Tisch fallen zu lassen. Denn die Vorgegebenheit Gottes realisiert sich f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen darin, dass sie die Gottesbeziehung nicht zu produzieren haben, sondern dass ihnen jene Gottesbeziehung geschenkt ist, die in der Bibel und in der Tradition der Kirche erz\u00e4hlt wird \u2013 durchaus im entsprechenden Plural, wie sie dort begegnen. So gilt der Satz des kleinen Propheten Maleachi: \u201eDenn die Lippen des Priesters bewahren die Erkenntnis, und aus seinem Mund erwartet man Belehrung!\u201c (Mal 2,7).<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich sind alle Gl\u00e4ubigen auf Grund von Taufe und Firmung berufen, die Vorgegebenheit des Evangeliums auch in ihrem eigenen Leben und auch f\u00fcr die Kirche zu entdecken und wichtig zu nehmen; doch hat das Weiheamt die spezifische Verantwortung, dass die ganze Tradition durch die Geschichte hindurch weitergetragen wird, dass auch jene Geschichten in eine Zeit hinein gesagt oder zumindest aufbewahrt werden, die zun\u00e4chst mit den Erfahrungen der Gl\u00e4ubigen nicht viel zu tun haben \u2013 also auch dar\u00fcber hinaus, was alle Gl\u00e4ubigen (einschlie\u00dflich der Priester selbst) mit ihrem Glauben und Leben in Verbindung zu bringen verm\u00f6gen, die aber f\u00fcr andere Orte bzw. k\u00fcnftige Zeiten elementar sein k\u00f6nnen. Sie repr\u00e4sentieren die Vorgegebenheit des Glaubens, wie sie im Glauben der Verstorbenen des vergangenen Volkes Gottes zum Vorschein gekommen ist \u2013 vor allem die Erinnerungen vom Volk Gottes des ersten Bundes und von den Ursprungserinnerungen und Geschichten der ersten christlichen Gemeinden. Zu betonen ist vor allem die Vergangenheit der Opfer und M\u00e4rtyrer und M\u00e4rtyrerinnen als \u201egef\u00e4hrliche Erinnerung\u201c an die Ohnmacht der Botschaft, wenn sie der Gewalt ausgesetzt ist.<\/p>\n<p>Nicht zuerst den Gl\u00e4ubigen insgesamt, sondern dem priesterlichen Amt f\u00e4llt die rechenschaftspflichtige Verantwortung zu, dass diese \u201ealten\u201c Geschichten und Gedanken nicht in Vergessenheit geraten. Hier sind die Grenzen der M\u00f6glichkeit, die Kirche als \u201eDemokratie\u201c zu beschreiben. Denn die Vorgegebenheit zum Beispiel aller vier Evangelien und aller darin erz\u00e4hlten Geschichten und Gleichnisse kann weder von einer machtvollen Minorit\u00e4t noch von einer Majorit\u00e4t au\u00dfer Kraft gesetzt werden. W\u00fcrde der gegenw\u00e4rtige Erfahrungsbezug zum Ma\u00dfstab der christlichen Erinnerungen gemacht werden, dann w\u00e4re dies ein Verrat an den vielen Erfahrungsgeschichten zwischen Mensch und Gott in der Tradition der Kirche bzw. in den biblischen Geschichten \u2013 die auch dann vorgegeben bleiben, selbst wenn sie uns zu einer gewissen Zeit nicht viel sagen. Niemand wei\u00df, wann sie wieder bedeutsam werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong> Gnade in der Verk\u00fcndigung: <\/strong>Innerhalb dieser gesamten Vorgegebenheit von Gottesbegegnungen bzw. der Menschenbeziehungen im Horizont Gottes in Bibel und Tradition nimmt das Weiheamt, wenn es denn im Herzen sich aus der Gnade Gottes heraus verankert, insbesondere jene Geschichten ernst, die in der Verk\u00fcndigung diese Gnade Gottes erlebbar machen. Das Weiheamt wird jedenfalls allen Versuchen widerstehen, die Geschichten der Bibel und der Tradition vorschnell zu moralisieren und f\u00fcr Postulate, Verordnungen und Gesetze zu instrumentalisieren.<\/p>\n<p>Im Blick auf meine eigene priesterliche Biographie schaue ich nicht ohne Schuldgef\u00fchle auf meine ersten Jahre als Kaplan in N\u00fcrnberg, als ich (wie \u00fcberhaupt viele aus unserer Generation) biblische Geschichten vor allem imperativisch ausgelegt habe: So haben wir die Geschichte von Johannes 8, die Begegnung Jesu mit der Ehebrecherin, vorschnell dahingehend interpretiert, dass auch wir Menschen so miteinander umzugehen h\u00e4tten, vor allem mit S\u00fcndern und S\u00fcnderinnen. Dabei haben wir gleichzeitig die erste und entscheidende Botschaft versch\u00fcttet, n\u00e4mlich zuerst zu sagen: Wie Christus mit der Ehebrecherin umgeht, so geht er jetzt mit uns um, die wir selber diese Vers\u00f6hnung n\u00f6tig haben, n\u00e4mlich in der von Gott her uns nicht erniedrigenden Selbsterkenntnis, S\u00fcnder und S\u00fcnderinnen zu sein.<\/p>\n<p>Fast alle biblischen Geschichten und Gleichnisse haben erst einmal diesen indikativischen Gnadenaspekt, bevor der entsprechende Imperativ des Handelns auszusprechen ist, damit dieses Handeln nicht nackte Forderung und \u00dcberforderung ist, sondern durch die Erfahrung der Gnade und Freundschaft Gottes seine vitale Erm\u00f6glichung bekommt. Dies muss nicht in jeder Verk\u00fcndigung, zum Beispiel in jeder Predigt geschehen. Aber dies darf auf keinen Fall in der Gesamtverk\u00fcndigung ausfallen. Gerade wenn Menschen immer wieder \u00fcber das Wort der Verk\u00fcndigung die Erfahrung der unbedingten Liebe Gottes geschenkt wird, ist es dann auch m\u00f6glich, im Ernstfall prophetisch in dem Sinne zu predigen, dass zugunsten einer ganz bestimmten Solidarisierung massive Forderungen und Anspr\u00fcche zu erheben sind.<\/p>\n<p>Die sakramentale Struktur des Weiheamtes, die es in der Gnade Gottes zentral einwurzelt, zeigt sich dann in einer quasi-sakramentalen Verwirklichung der Wortverk\u00fcndigung, indem darin nichts beansprucht wird, was nicht wenigstens versucht wurde, auf dem Hintergrund der Gnade Gottes zu erm\u00f6glichen. Deshalb bezieht sich die priesterliche Verantwortung besonders auf die Symbolhandlungen und Rituale der Kirche, vor allem in den Sakramenten, weil in deren relativ konstanter Vorgegebenheit die Gegebenheit der Gnade erfahren werden darf \u2013 und die freilich nicht erst hergestellt werden muss, sondern aus sich selbst heraus (es opere operato) tragende Kraft entwickelt.<\/p>\n<p>Auf diesem Hintergrund wird auch deutlich, dass die Gnade in Wort und Symbol zwar mit der Sinnkategorie zu tun hat, sich darin aber nicht ersch\u00f6pft, weil sowohl in der biblischen Spiritualit\u00e4t wie auch in den Sakramenten durchaus Erfahrungen zum Ausdruck kommen k\u00f6nnen, die menschliche Sinnproduktionen durchkreuzen, zumindest \u00fcberbieten: indem der Mensch n\u00e4mlich in den Erfahrungen der Br\u00fcche noch Rede- und Symbolformen bekommt, in denen sinnloses Leid und nicht mehr nachvollziehbare Gottesbeziehung in der Klage- und Konfliktbegegnung mit Gott \u2013 in der kein Sinn geschenkt wird, wohl aber eine Wegbegleitung \u2013 eingebracht werden bzw. wenn im Ritual kontrafaktisch vollzogen wird, wozu die eigene Erfahrung nicht mehr reicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong> Gnade f\u00fcr das Volk: <\/strong>Auch die Geschichten der lebenden Gl\u00e4ubigen hat eine eigene theologische Dignit\u00e4t, die das priesterliche Amt zu sch\u00e4tzen und zu sch\u00fctzen hat. Denn es wird in Zukunft einmal daf\u00fcr verantwortlich sein, dass auch die Geschichten und die Glaubenseinsichten der Gegenwart f\u00fcr eine k\u00fcnftige Gegenwart nicht verloren gehen. Man kann nicht auf der einen Seite von der Tradition viel halten und von der Gegenwart wenig, weil die Gegenwart immer einmal ein Bestandteil der Tradition werden wird. Das Traditionsprinzip der katholischen Kirche rekonstruiert auch die jeweilige gegenw\u00e4rtige Pastoral als geistgewirkte Wirklichkeit.<\/p>\n<p>So gibt es im Volk Gottes eine doppelte Machtkonzentration: einmal im Weiheamt, zum anderen in den strukturellen Ausdrucksformen des Sensus fidelium, des Glaubens der Gl\u00e4ubigen. Beide sind konstitutiv aufeinander verwiesen, um sie selbst sein zu k\u00f6nnen. Allerdings liegt das Problem darin, durch welche Prozesse hindurch sich der Sensus fidelium zum Ausdruck bringt: in zentralistischer Verordnung oder aber in einer entsprechenden Kommunikation, in der das kirchliche Amt tats\u00e4chlich auf den Glauben der Gl\u00e4ubigen h\u00f6rt und die eigene Macht daf\u00fcr einsetzt, dass dieser Glaube der Gl\u00e4ubigen und seine Repr\u00e4sentanzformen erm\u00e4chtigt und wichtig werden \u2013 auch sich selbst gegen\u00fcber. Ansonsten w\u00fcrde das Weiheamt die Vorgegebenheit der Gnade im Volk Gottes missachten.<\/p>\n<p>Zugleich macht die Zweipoligkeit der M\u00e4chte klar, dass kein Pol heilig zu sprechen ist, dass sowohl das Weiheamt wie auch der Sensus fidelium auch ambivalente Gr\u00f6\u00dfen sind und nicht aus der S\u00fcndhaftigkeit menschlicher Existenz herausfallen. Am Beispiel Jesu wird deutlich: Er beansprucht eine ganz bestimmte inhaltliche \u201eMacht\u201c (im Sinne des Reiches Gottes), und: im Kontext der Erfolgs-Macht scheitert er. Damit nun in der Kirche die reale Macht nicht die geistliche Macht ins Vergessen zur\u00fcckst\u00f6\u00dft, stellt sich die strukturelle Frage, wie das Geistliche real existierende Macht erh\u00e4lt, um sich durchzusetzen. Die katholische Kirche \u201el\u00f6st\u201c dieses Problem \u2013 mit aller Ambivalenz \u2013 dadurch, dass die geistliche Macht im priesterlichen Amt mit der rechtlichen Macht verbunden wird. Derart bekommt die Gnade ihr Recht.<\/p>\n<p>Aber eben die Gnade: &#8222;Nennt mich nicht Meister, nur einer ist euer Meister!&#8220; (vgl. Mt 9,11; 19,16; 23,8). Genau diese Inhaltlichkeit, n\u00e4mlich Gnade zu repr\u00e4sentieren, wird dadurch konterkariert, dass die Macht nicht als Dienst an der Erm\u00e4chtigung der Gl\u00e4ubigen selbst realisiert wird, in der St\u00e4rkung <em>ihres <\/em>Glaubens, in ihrer eigenen Erinnerung und in ihrer eigenen Kompetenz, die Wirklichkeit im Horizont \u201eZeichen der Zeit\u201c zu lesen. Dabei hat das priesterliche Amt das Recht und die Pflicht, innerhalb des Volkes dann Kritik zu \u00fcben, wenn dort die Gl\u00e4ubigen sich gegenseitig unterwerfend und ausgrenzend miteinander bzw. mit anderen umgehen. Umgekehrt haben die Repr\u00e4sentanzen des Sensus fidelium auch das strukturelle Recht, das Weiheamt zu kritisieren, wenn es die eigene zugesprochene rechtliche Macht von der geistlichen Inhaltlichkeit abl\u00f6st, n\u00e4mlich sich auf die Macht Gottes in der Geschichte zu beziehen und damit auf die Ohnmacht der Liebe und der Gerechtigkeit. So realisiert sich das priesterliche Amt in seiner geistlichen Leitung immer dann, wenn es die eigene Wichtigkeit daf\u00fcr einsetzt, dass die anderen wichtig werden. Zugleich wird es einschreiten, wenn die Christen sich und andere nicht wichtig genug nehmen oder wenn sie wesentliche Erinnerungen der verstorbenen Gl\u00e4ubigen nicht mehr wichtig nehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong> Geistliche Leitung: <\/strong>Auf den ersten Blick scheinen Gnade und Leitung nicht leicht miteinander vereinbar, weil der moderne Leitungsbegriff eindeutig ein Kompetenz- und Leistungsbegriff ist. Das Adjektiv \u201egeistlich\u201c verunsichert den harten Kern des Leitungsprofessionellen und tauscht ihn mit einem anderen Kern aus, einem \u201egeistlichen\u201c, der dann auch den Leitungsbegriff entsprechend modifiziert. Die Geistlichkeit dieser Leitung kann am besten auf dem Hintergrund der Verbindung von Eucharistievorsitz und Gemeindeleitung er\u00f6rtert werden. Hier feiert die Gemeinde dadurch, dass sie sich aus der Hand Gottes als geschenkt erf\u00e4hrt, zugleich den Geschenkcharakter ihrer eigenen Einheit. Dass die Eucharistiefeier den zentralen Sammlungs-Ort der Kirche bildet, hat eben damit zu tun, dass auch die kirchliche Einheit nicht zuerst etwas ist, was die Menschen herzustellen haben, sondern was von Gott her geschenkt ist.<\/p>\n<p>Wenn Paulus der Gemeinde zuspricht, dass sie Leib Christi ist, noch bevor sie etwas daf\u00fcr getan hat, dann scheint darin auch die Vorgegebenheit der Einheit der Kirche in Christus auf. Geistliche Gemeindeleitung bedeutet dann, der Gemeinde erfahrbar werden zu lassen, dass sie in Christus eins ist, und zwar in allen Meinungsverschiedenheiten und Unterschieden \u2013 und diese auch insofern \u00fcberbr\u00fcckend, als Christus zu jedem und zu jeder von uns sowie zu jeder Ortskirche eine ureigene Beziehung innehat. Dabei zeigt sich sowohl die Kreativit\u00e4t des Geistes Gottes in ihrer Unterschiedlichkeit als auch die Einheit des Geistes Gottes in ihrer gemeinsamen Feier der Eucharistie. Von diesem Ort aus k\u00f6nnen dann die Gl\u00e4ubigen miteinander so umgehen, dass sie sich gegenseitig das Charisma des Geistes Christi zugestehen \u2013 auch dann, wenn sie die Meinung eines anderen Gl\u00e4ubigen nicht nachvollziehen k\u00f6nnen, ja auch dann, wenn sie dagegen durchaus aus inhaltlichen Gr\u00fcnden opponieren zu m\u00fcssen glauben. Denn die kirchliche Einheit beruht nicht in der macherischen oder konsensuellen Gleichschaltung der Gl\u00e4ubigen, sondern im Geschenk ihrer Verwurzelung im gemeinsamen Herrn, die nicht hergestellt, sondern gefeiert wird.<\/p>\n<p>Empf\u00e4ngt die Kirche ihre eigene Einheit so aus dem Sakrament der Eucharistie, dann kann geistliche Gemeindeleitung keine Vereinheitlichung bedeuten, auch keine Verordnungseinheit, sondern jene Leitung, die mit dem Geist Gottes in den Gl\u00e4ubigen rechnet, und zwar bei all der Gebrochenheit dieses Geistes in der Ambivalenz menschlicher Existenz. Sicher gibt es dann auch die Verantwortung, Grenzen ziehen zu m\u00fcssen gegen\u00fcber solchen Meinungen und Handlungen, die zum Schaden von Menschen und zum Schaden einer Gottesbeziehung ausarten, die auf dem Geschenk der Gnade aufruht. Wo die Gottesbeziehung zur \u00c4ngstigung und Unterdr\u00fcckung von Menschen benutzt wird, hat das Weiheamt zu widerstehen \u2013 wie umgekehrt alle Gl\u00e4ubigen das Recht und die Verantwortung haben, dem priesterlichen Amt zu widerstehen, wo es selber in diese Versuchung f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Die geistliche Gemeindeleitung braucht viel Kompetenz im Umgang mit Menschen und auch im Verstehen von Leitungsvorg\u00e4ngen und Strukturen, geht aber darin nicht auf, sondern ist bereit, all dieser Kompetenz nochmals ein eigenes Vorzeichen zu geben, das diese Kompetenz regiert, im gegebenen Fall sogar \u00fcberholt oder aussetzt. Wenn die professionelle Kompetenz nicht immer wieder bereit ist, sich vom Kern der Gnade unterbrechen und durchbrechen zu lassen, kann sie den Anspruch der \u201eGeistlichkeit\u201c nicht f\u00fcr sich beanspruchen. Damit soll nicht abgesprochen werden, dass sehr viel Gnade auch durch Kompetenz geschieht, wenn zugleich im Blick bleibt, dass professionelle Leistung immer wieder durch den Gnadenaspekt \u00fcberholt werden darf, wenn sie ihr im Wege steht.<\/p>\n<p>F\u00fcr die priesterliche Person ergibt sich unter dem Aspekt der geistlichen Leitung auch eine weitere Konsequenz, damit die Weihe nicht missverstanden wird. N\u00e4mlich wenn Personen, die ordiniert werden, meinen, damit sei automatisch auch ihre eigene Glaubensgeschichte und theologische Meinung mitordiniert in dem Sinn, dass beide mehr wert w\u00e4ren als die Glaubenserfahrungen der Gl\u00e4ubigen und als k\u00f6nne man die eigene Glaubensrichtung dann allen Gl\u00e4ubigen in der Gemeinde verordnen. Ich rede hier nicht von den Inhalten des Glaubensbekenntnisses, sondern davon, wie sie erlebt und erfahren (oder auch nicht) werden. Die Ordination rechtfertigt nicht die Subordination der Gl\u00e4ubigen unter das, was man selber denkt; vielmehr besteht die Amtsgnade darin, die eigene Glaubenserfahrung und theologische Meinung als Erm\u00f6glichung des je besonderen Glaubens und der je besonderen Meinung der anderen einzubringen. Das Amtscharisma verdoppelt nicht das eigene Charisma, sondern relativiert es.<\/p>\n<p>Die geistliche Leitung besteht darin, durch das eigene Wort die Geistlichkeit der Gl\u00e4ubigen zu bewegen, ihr Raum zu verschaffen und die Gl\u00e4ubigen darin in Kontakt und Austausch zu bringen \u2013 freilich in gegenseitigem Respekt, was dann schon bedeutet, dass das priesterliche Amt massiv Kritik da anmeldet, wo verschiedene kirchliche Gruppen sich gegenseitig den katholischen Glauben absprechen oder sich gar verteufeln. Die geistliche Leitung kann auch eine harte Aufgabe sein, aber nicht im Durchsetzen der eigenen Meinung, sondern einerseits in der Abgrenzung von \u2013 f\u00fcr die christliche Gottesbeziehung und f\u00fcr die zwischenmenschliche Gerechtigkeit widrigen \u2013 Handlungen und Personen, andererseits im Durchsetzen von gegenseitig wahrnehmender und respektvoller Verbindung in den kirchlichen Gruppen und Sozialformen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong> Was du verk\u00fcndigst, erf\u00fclle im Leben: <\/strong>Die Vorgegebenheit der Gnade, wie sie durch das sakramentale Amt vermittelt wird, hat ganz spezifische Auswirkungen auf die Existenz der priesterlichen Amtsperson selbst. Was sie f\u00fcr sich und f\u00fcr die Kirche empfangen hat, ist im eigenen Selbstvollzug zugleich darzustellen. Damit f\u00e4llt insbesondere dem priesterlichen Amt zu, die Gegebenheit der Gnade durch die eigene Selbstbeanspruchung beispielhaft durch sich selbst vorzugeben, so dass die Menschen an der ihr vorgesetzten Person zugleich die Vorgabe eines Beispiels daf\u00fcr erfahren, anderen Menschen die Gnade Gottes erfahrbar werden zu lassen und so Christi Gegenwart zu repr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>So wird das priesterliche Amt ein Wahrnehmungs-, Erm\u00f6glichungs- und Energieraum christlicher Existenz f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen. Die Gabe der Weihe wird zur Aufgabe in der Existenz und genau damit zur Gabe des Vor-Bildes f\u00fcr die Kirche. Um jedes Missverst\u00e4ndnis zu vermeiden: Hier geht es gerade nicht um ein Sich-Verheizen-Lassen in quantitativer Hektik und im Leistungsstress, sondern um den qualitativen Blick f\u00fcr die entscheidende Zeugenschaft im Ernstfall.<\/p>\n<p>Ich kann mich noch gut an Gespr\u00e4che mit Mitbr\u00fcdern aus Lateinamerika an einer Tagung erinnern, die ein paar Monate nach der Ermordung des Bischofs Oscar Romero stattfand. Wir haben damals \u00fcber das priesterliche Amt gesprochen. Und die Priester aus Lateinamerika haben gesagt: An diesem Bischof wird uns klar, dass das Martyrium das Siegel der Echtheit des priesterlichen Amtes ist; dass die Menschen, die das priesterliche Amt auf sich nehmen werden, ganzheitlich Zeugnis geben, dass sie sich dieses Zeugnis der Wahrheit in ihrer eigenen Lebensform etwas \u2013 wenn es sein muss: die &#8222;Passion&#8220; \u2013 kosten lassen.<\/p>\n<p>Die Gl\u00e4ubigen im sakramentalen Amt sind die von Amts wegen berufenen Blutzeugen. In der Ordination wird die Gnade verliehen, amtlich und \u00f6ffentlich Christus bis zum Modus der Selbsthingabe darzustellen und <em>so<\/em> die Kirche zu leiten. Erst in solcher Kenosis wird das Hierarchische zugunsten der tats\u00e4chlichen Herrschaft des \u201eHeiligen\u201c, der sich um der Menschen willen erniedrigt hat, gebrochen und gewinnt damit ein eindeutiges \u201eumgekehrtes\u201c Vorzeichen. Eben darin zeigt sich eine geistliche Macht, die nicht nur auf den zwanglosen Zwang der besseren Argumente angewiesen ist, sondern sich auch auf den zwanglosen Zwang der besseren Existenz zu berufen vermag.<\/p>\n<p>Das J\u00fcngste Gericht wird darauf schauen: Das oben zitierte Wort aus dem Buch Maleachi, dass die Lippen des Priesters die Erkenntnis bewahren sollten, wird folgenderma\u00dfen weitergef\u00fchrt: &#8222;Ihr aber seid vom Wege abgewichen [\u2026] und habt den Bund Levis zunichte gemacht, spricht Jahwe Zebaot. So werde ich euch allem Volk ver\u00e4chtlich und niedrig machen, weil ihr ja doch meine Wege nicht beachtet [\u2026]\u201c (Mal 2,8-9). Es ist verbl\u00fcffend, wie der Prophet auch in unsere Zeit hineinspricht. Es gilt umso mehr die Bekehrung des priesterlichen Amtes zur Selbstverwurzelung im sakramental geschenkten Amtscharisma und zum Dienst aus dieser Gnade heraus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Luthers Bekehrung &nbsp; Mit einer vielleicht \u00fcberraschenden Replik auf Martin Luther bzw. auf seine Erfahrung der Rechtfertigungstheologie m\u00f6chte ich meine Ausf\u00fchrungen er\u00f6ffnen, denn diese Erfahrung hat viel mit dem priesterlichen Amt im katholischen Bereich zu tun. 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