{"id":108320,"date":"2025-07-11T10:14:50","date_gmt":"2025-07-11T08:14:50","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=108320"},"modified":"2025-07-11T10:14:50","modified_gmt":"2025-07-11T08:14:50","slug":"die-rezeption-der-wissenschaftlichen-arbeit-von-marcel-jousse","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-rezeption-der-wissenschaftlichen-arbeit-von-marcel-jousse\/","title":{"rendered":"Die Rezeption der wissenschaftlichen Arbeit von Marcel Jousse"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Das Evangelium ist kein Buch. Bibelpastorale Aufbr\u00fcche, ganzheitliche Ans\u00e4tze<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dem Vorabendgottesdienst beginnt heute am 1. Dezember ein neues Kirchenjahr. Das ist auch der Zeitpunkt, zu dem im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz die neuen Lektionare mit der neuen Einheits\u00fcbersetzung aus dem Jahr eingef\u00fchrt werden. Die k\u00fcnstlerische Gestaltung der neuen Lektionare und ihr besonderes Schriftbild wollen alle, die daraus vorlesen, einladen, die Bibeltexte noch bewusster als m\u00fcndliche Verk\u00fcndigung vorzutragen. Welch ein geistlicher Genuss, wenn eine biblische Lesung ansprechend und \u00fcberzeugend vorgetragen wird! Wie begl\u00fcckend, wenn die helle Stimme einer selbstbewussten Lektorin in der ersten Lesung der Christmette ank\u00fcndigt: Dem Volk im Finstern des Todesschattens ist ein Licht aufgestrahlt! Wie niederschmetternd, wenn sich ein Firmling widerwillig durch den Pfingstbericht qu\u00e4lt!<\/p>\n<p>Diese Tagung ist Einstimmung in den Advent und Vorbereitung f\u00fcr den Umgang mit dem Wort Gottes im neuen Lesejahr. Die M\u00fcndlichkeit (style oral) war das Lebensthema von Marcel Jousse, dessen biografischer und intellektueller Lebensweg uns eben vorgestellt wurde.<\/p>\n<p>Dass unsere heilige Schrift aus m\u00fcndlicher \u00dcberlieferung stammt, dass viele biblische Texte vor ihrer schriftlichen Fixierung eine l\u00e4ngere Phase der M\u00fcndlichkeit durchlaufen haben, klingt selbstverst\u00e4ndlich. Und doch k\u00f6nnen wir es uns nur schwer vorstellen, denn wir leben in einer Kultur der Schriftlichkeit, auch noch im digitalen Zeitalter.<\/p>\n<p>Viele sprechen heute von den monotheistischen Buchreligionen, oft leider verbunden mit der Frage nach ihrem Gewaltpotential. Aber diese Redensart ist undifferenziert und wenig hilfreich. Denn das Evangelium ist f\u00fcr uns Christen etwas anderes als die Tora f\u00fcr die Juden oder der Koran f\u00fcr die Muslime. Zwar halten auch viele Christen das Evangelium f\u00fcr ein Buch, eine Schrift, einen Text, ein St\u00fcck Literatur. Dagegen stellt der Titel dieser Tagung die These: Das Evangelium ist kein Buch, keine Rede, keine Predigt. Es geh\u00f6rt zum Wesen des Evangeliums, dass es nur m\u00fcndlich genau \u00fcberliefert und verk\u00fcndigt werden kann.<\/p>\n<p>Jesus ist kein Schriftsteller, kein Redner, kein Prediger. Wohl ist er ein Dichter, jedenfalls in einem bestimmten, typisch j\u00fcdischen Sinn. Seine poetische Kunst ist originell, volkst\u00fcmlich, wirkungsvoll und ganz auf m\u00fcndliche Weitergabe angelegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Das biblische Jahrhundert<\/strong><\/h4>\n<p>Papst Benedikt XVI. \/ Joseph Ratzinger ist einer der letzten \u00dcberlebenden aus der Generation der gro\u00dfen Theologen des 20. Jahrhunderts. Er \u00e4u\u00dfert die \u00dcberzeugung, dass die sch\u00f6nste Frucht aus dieser gro\u00dfartigen Bl\u00fctezeit der neue Zugang zu den Quellen des Glaubens ist. Keiner fr\u00fcheren Generation stand die Heilige Schrift, die Urkunde unseres Glaubens, so wie uns heute in ungeahntem Umfang offen: Editionen, \u00dcbersetzungen, Kommentare, Auslegungen in einer kaum mehr \u00fcberschaubaren \u00dcberf\u00fclle. F\u00fcr viele ist heute die Begegnung mit der Schrift der Einstieg zu einem pers\u00f6nlichen Glauben. Das Lesen der Schrift ist H\u00f6ren auf das Wort des Gottes, der zu seinem Volk spricht. Kirche entsteht als Gemeinschaft des H\u00f6rens auf das Wort Gottes. Man spricht von ekklesialer Mystagogie: Kirche erneuert sich dort, wo dem Umgang mit dem Evangelium Priorit\u00e4t einger\u00e4umt wird. Die Bibel ist die Seele aller geistlichen Reformans\u00e4tze. Und umgekehrt: Wo man dem Wort Gottes die Chance verweigert, seine befreiende und erneuernde Kraft zu entfalten, bleibt Kirche steril, defensiv, \u00e4ngstlich, fl\u00fcgellahm.<\/p>\n<p>Das II. Vaticanum hat in der Offenbarungskonstitution \u2013 <em>Dei Verbum<\/em> \u2013 den Wert der Heiligen Schrift herausgestellt. Drei Kernaussagen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Heilige Schrift ist die Seele der christlichen Praxis. (21)<\/li>\n<li>Die Heilige Schrift ist die Seele der Theologie. (24)<\/li>\n<li>Darum sollen die Gl\u00e4ubigen einen m\u00f6glichst breiten Zugang zur Bibel haben. (22)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat\u00fcrlich steht das Konzil dabei an einer bestimmten Stelle der angedeuteten Entwicklung, keineswegs schon an ihrem Abschluss. In den Jahrzehnten seit dem Konzil hat sich die Landschaft weiter entscheidend ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Auch Marcel Jousse repr\u00e4sentiert nur eine bestimmte, fr\u00fchere Epoche der biblischen Erneuerung. Seine fruchtbarste Zeit sind die Jahre zwischen den beiden Weltkriegen. Damals verf\u00fcgte man noch nicht \u00fcber die kritischen Bibelausgaben und \u00fcber die exegetischen Erkenntnisse unserer Zeit. Die ermutigenden Impulse des Konzils kannte man noch nicht. Auf seine Weise hat Jousse mit seinen philologischen und ethnologischen Forschungen zum Fortschritt beigetragen, indem er viele Plausibilit\u00e4ten der Exegese seiner Zeit kritisch hinterfragte. Seine ganze Aufmerksamkeit galt der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung, konkret v.a. dem, was zwischen der m\u00fcndlichen Verk\u00fcndigung Jesu in Pal\u00e4stina und der Abfassung der Evangelien passiert ist. Das ist ein Zeitraum von f\u00fcnf oder mehr Jahrzehnten, \u00fcber den wir nicht umfassend durch schriftliche Quellen informiert sind. Die Br\u00fccke von der m\u00fcndlichen Verk\u00fcndigung zur schriftlichen Komposition kann man nur durch plausible Hypothesen schlagen. Jousse zieht daf\u00fcr st\u00e4rker die Tradition der orientalischen Kirchen heran, weil er \u00fcberzeugt ist, dass ihre Bibelversionen \u2013 unabh\u00e4ngig vom Alter der Handschriften \u2013 den Urspr\u00fcngen wesentlich n\u00e4her kommen als westliche Textfassungen.<\/p>\n<p>Die katholische Bibelpastoral hat seit dem Konzil m\u00e4chtig aufgeholt: Die Liturgiereform hat dem Wort Gottes seinen zentralen Platz im Gottesdienst zur\u00fcckgegeben. Die bisher allein vorherrschende Vulgata wurde durch eine Vielzahl von \u00dcbersetzungen verdr\u00e4ngt. Die Einheits\u00fcbersetzung in den neuen Lektionaren ist ein gro\u00dfer Wurf allein schon dadurch, dass mit ihr im deutschen Sprachraum ein einheitlicher Bibeltext im liturgischen Gebrauch ist. Die Texte der Heiligen Schrift werden verbreitet und vertieft. Die exegetische Forschung macht t\u00e4glich Fortschritte. Alle \u00f6kumenischen Bem\u00fchungen finden in der Bibel ihren Bezugspunkt. Die Theologie nimmt die Bibel immer st\u00e4rker zum Ausgangspunkt. Es gibt B\u00fccher, Zeitschriften, katechetisches Material, Internetseiten.<\/p>\n<p>Aber nach diesen gro\u00dfartigen Zwischenergebnissen bleiben Ern\u00fcchterungen nicht aus. Heute erlebt die Exegese \u201eeine Periode der W\u00fcste und der Infragestellung\u201c (D. Marguerat). Viele st\u00fcrzen sich mit Enthusiasmus in die Bibelpastoral, aber viele geben nach kurzer Zeit auch wieder entmutigt auf; denn letztendlich ist der Umgang mit der Bibel eine komplexe Operation, die eine Reihe Instrumente und eine gute Vorbereitung voraussetzt. Das Bibelrezitativ verspricht eine nachhaltige Alternative.<\/p>\n<p>Marcel Jousse f\u00fchrte seine Studien zu einer Zeit durch, als die Auslegung der Bibel in einem radikalen \u00c4nderungsprozess begriffen war; und zu seinen Lebzeiten war nicht absehbar, wohin dieser Prozess f\u00fchren w\u00fcrde. Wenn man heute Fachexegeten auf seinen Namen anspricht, reagieren sie meist mit Achselzucken. In einigen Fachver\u00f6ffentlichungen werden seine Werke zwar zitiert, aber in der Breite ist sein Ansatz, der in der Bibelpastoral so fruchtbar eingesetzt wird, wissenschaftlich nicht rezipiert worden.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle, die sich heute mit Jousse besch\u00e4ftigen, bleibt der Dialog mit den Fachleuten der Bibelkunde ein dringendes Desiderat. Der Rekurs auf den aram\u00e4ischen Jesus ist bei Jousse nicht wie bei Franz Alt ein Instrument f\u00fcr fundamentale Kirchenkritik. Das Bibelrezitativ geh\u00f6rt auch nicht in die Esoterik. Seine Praxis will sich der fachwissenschaftlichen Kritik stellen. Es will seinerseits einen neuen Zugang zu den biblischen Texten erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die christliche Bibelauslegung im Altertum und im Mittelalter folgte der Lehre vom \u201evierfachen Schriftsinn\u201c. Renaissance und Reformation hatten diese uralte Lehre verworfen und lie\u00dfen nur den Literalsinn gelten. Sie forderten vehement die R\u00fcckkehr zu den Quellen, <em>ad fontes<\/em>. Luther erhob <em>sola scriptura<\/em> zum exklusiven Prinzip. In der Aufkl\u00e4rung trennte man den Literalsinn der biblischen Texte vom offenbarenden Wort Gottes und untersuchte den Bibeltext nach philologischen und historischen Methoden, wie man sie aus der Altertumsforschung z.B. zu Werken von Homer kannte. So entwickelte sich vor allem im protestantischen Raum die historisch-kritische Methode der Bibelauslegung.<\/p>\n<p>Katholischerseits betonte man v.a. seit dem Trienter Konzil, dass das p\u00e4pstliche und bisch\u00f6fliche Lehramt f\u00fcr die Erkl\u00e4rung der Bibel ma\u00dfgeblich sei. Von der historisch-kritischen Zugangsweise bef\u00fcrchtete man eine Infragestellung der lehramtlichen Autorit\u00e4t. 1893 erlie\u00df Leo XIII. Normen zum Gebrauch der Heiligen Schrift. Sie waren schon gegen die Inspirationslehre von Alfred Loisy gerichtet. 1902 gr\u00fcndete er die P\u00e4pstliche Bibelkommission, praktisch ein Anh\u00e4ngsel des Heiligen Offiziums. Mit Pius X. versch\u00e4rfte sich der antimodernistische Kurs. 1907 sprach er die entsprechenden Verurteilungen aus; und durch Neubesetzungen wurde in der Bibelkommission eine radikale Richtung durchgesetzt. Den Antimodernismus-Eid mussten seit 1910 alle katholischen Dozenten ablegen, sp\u00e4ter alle kirchlichen Amtstr\u00e4ger. Er wurde erst 1960 unter Johannes XXIII. abgeschafft. 1909 wurde das P\u00e4pstliche Bibelinstitut als Anh\u00e4ngsel der Gregoriana gegr\u00fcndet, dessen erster Rektor Leopold Fonck SJ war. Sp\u00e4tere renommierte Rektoren waren Bea, Martini, Vanhoye und Stock.<\/p>\n<p>Eine vorsichtige \u00c4nderung dieses schroffen Kurses bewirkte Pius XI., der selbst als ehemaliger Rhetoriklehrer und Bibliothekar den historischen Forschungen aufgeschlossen gegen\u00fcber stand. Er verlieh der Bibelkommission das Promotionsrecht, sah sie also mehr als Forschungsinstitut und weniger als Kontrollinstrument. In diese Zeit fallen der Rom-Besuch und die Papstaudienz von Marcel Jousse, der einige Sonntagsvortr\u00e4ge am p\u00e4pstlichen Bibelinstitut hielt und dort 1927 seine Forschungsergebnisse vorstellte.<\/p>\n<p>Die Exegese findet damals im Spannungsfeld zwischen katholischen und protestantischen Autoren und zwischen deutschem und franz\u00f6sischem Sprachraum statt. Alfred Loisy wurde von seinen Landsleuten als Einfallstor der deutschen protestantischen Exegese in die frankophone katholische Welt angesehen. Jousse erlebte die Zensur und das Lehrverbot von einigen seiner Mitbr\u00fcder, darunter Teilhard de Chardin, dessen Rehabilitation jetzt auf der Tagesordnung von Papst Franziskus steht. Jousse betont darum gerne, wenn auch mit ironischem Unterton, er sei Anthropologe und nicht Theologe. So will er seine Lehren aus dem fruchtlosen Modernismus-Streit heraushalten. Er erkl\u00e4rt sich darin gewisserma\u00dfen neutral und m\u00f6chte sich nicht vereinnahmen lassen.<\/p>\n<p>Jousse l\u00e4sst sich schwer in das Schema konservativ \u2013 progressiv \u2013 reaktion\u00e4r \u2013 liberal einordnen. In gewisser Weise war er mit seiner Betonung der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung seiner Zeit voraus. Sie war noch ganz fasziniert von den Forschungserfolgen der historisch-kritischen Methode, von den philologischen Errungenschaften der Bibelkritik, von den unaufhaltsamen Verbesserungen des Bibeltextes durch die Handschriftenforschung und von den Kontroversen um Schrift und \u00dcberlieferung.<\/p>\n<p>Konservative r\u00f6mische Stellen interessierten sich positiv f\u00fcr Jousse wegen der Betonung der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung. Darin erkannte man eine Affinit\u00e4t zum katholischen Traditionsverst\u00e4ndnis. Beim Streitthema \u201eSchrift und \u00dcberlieferung\u201c (um die Materialsuffizienz der Bibel, die das ganze Glaubensgut enth\u00e4lt) gewann man so ein Argument f\u00fcr die katholische Lehre von der unverzichtbaren Bedeutung der Tradition.<\/p>\n<p>Jousse hat sich diese kirchenpolitische Deutung seiner Studien gefallen lassen. Seine Forschungen waren fortschrittlich, seine Geisteshaltung ist konservativ. Er steht in gewisser Weise au\u00dferhalb der damaligen Konfrontationen: protestantisch \u2013 katholisch, historisch-kritisch \u2013 lehramtlich. Auch das ist wom\u00f6glich ein Grund f\u00fcr die geringe Rezeption, die sein Werk zu Lebzeiten erfahren hat. Erst lange nach seinem Tod 1961 findet sein Werk gr\u00f6\u00dfere Beachtung, jedoch mehr im bibelpastoralen und praktisch-katechetischen Bereich. Ob einmal eine breitere Rezeption in der Fachexegese kommen wird, ist schwer vorherzusagen. Manche sehen eine Zeit kommen, in der die aram\u00e4ische Muttersprache Jesu f\u00fcr unser Verst\u00e4ndnis seiner Verk\u00fcndigung aus den Evangelien bis hinein in die Textfassungen und \u00dcbersetzungen eine st\u00e4rkere Rolle spielen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Paradigmenwechsel in der Exegese \u2013 Autor, Text, Leser<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Marcel Jousse starb am Vorabend des II. Vatikanischen Konzils. Die Entwicklung ist nicht an diesem Punkt stehengeblieben. Die j\u00fcngere Geschichte der Exegese hat drei hermeneutische Wenden oder Paradigmenwechsel vollzogen, wobei das jeweils j\u00fcngere Modell die \u00e4lteren nicht \u00fcberwindet, sondern erg\u00e4nzt und sie in ein komplexeres Modell einf\u00fcgt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Der Autor und seine Aussageabsicht<\/strong><\/h4>\n<p>Zur Zeit des Konzils galt die Aufmerksamkeit der biblischen Forschung noch den Autoren, und das Konzil greift das ausdr\u00fccklich auf. In Dei Verbum 12 hei\u00dft es: \u201e\u2026 mit gro\u00dfer Aufmerksamkeit danach forschen, was die Autoren der Heiligen Schrift wirklich sagen wollten \u2026\u201c. Welche Aussageabsicht hatten die Synoptiker, Paulus, Johannes? Welche literarischen Gattungen haben sie zur Umsetzung ihrer Aussageabsicht verwendet?<\/p>\n<p>Im Hintergrund steht das Verst\u00e4ndnis von Hermeneutik bei Schleiermacher und Dilthey: Einen Text verstehen hei\u00dft, in die Geisteswelt des Autors eindringen und den geistigen Horizont des Lesers mit dem des Autors verschmelzen. Der kompetente Leser ist derjenige, der sich mit dem, was der Autor bei der Abfassung des Textes gedacht, gemeint, empfunden hat, identifizieren und es wiedergeben kann.<\/p>\n<p>Die Aussageabsicht l\u00e4sst die Dialektik von explizit Gesagtem und implizit Gemeintem mitschwingen. Ein Text bedeutet immer mehr, als er sagt. Der Sinn \u00fcberragt den Wortlaut. Man h\u00e4lt fest an einem Ideal der Objektivit\u00e4t und der Genauigkeit. Man stellt es sich so vor, dass der Autor sein Denken in einem Text objektiviert und dass dessen Sinn bestimmt, unwandelbar und fix ist. Der Leser erreicht den objektiven Sinn umso besser, je mehr er sich in die Aussageabsicht des Autors hinein versetzt. Die exegetischen Fachleute \u00fcben ein W\u00e4chteramt aus: Sie wachen mit kritischem Bewusstsein dar\u00fcber, dass kein inkompetenter Leser mit seiner abweichenden Subjektivit\u00e4t diesen einen Sinn verunkl\u00e4rt. Letztlich liegt der Sinn nicht im Text selbst, sondern er liegt ihm voraus.<\/p>\n<p>Das Erkl\u00e4rungsmuster der Aussageabsicht st\u00f6\u00dft aber irgendwann an Grenzen. Dagegen steht schon die pure Tatsache, dass der Text selbst Offenbarungsqualit\u00e4t hat. Die unparteiliche Objektivit\u00e4t des einen eindeutigen Sinnes ist eine Fiktion ohne Realit\u00e4tsgehalt. Die neuen Theorien \u00fcber Narrativit\u00e4t f\u00fchren die Vorstellung eines Autors mit einer klaren Aussageabsicht ad absurdum. Der Text enth\u00e4lt viel an Instinkt, Sehnsucht, Fantasie, Unbewusstem des Autors jenseits seiner bewussten Absicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Der Text und seine Struktur<\/strong><\/h4>\n<p>In einer zweiten Phase wendet sich die Exegese daher dem Text selbst zu. Egal wer ihn wann mit welcher Absicht verfasst hat: Der Text hat in sich eine Struktur und einen Sinn. Es interessiert nicht die Diachronie, die Fragen wie ein Text im Lauf mehrerer Redaktionsschichten entstand, sondern die Synchronie: Der aktuell ma\u00dfgebliche kanonische Text ist eine Ganzheit, eine von seinem Autor unabh\u00e4ngige Wirklichkeit, ein organisches System von verbalen und non-verbalen Bedeutungstr\u00e4gern. Er hat eine Mikrostruktur seiner einzelnen Teile und eine Makrostruktur als Einheit und Ganzheit. Die Konzentration auf den Text selbst ist eine immanente Methode. Alle Elemente au\u00dferhalb des Textes selbst, sogar sein Autor, verlieren an Bedeutung. Alle au\u00dfersprachlichen Elemente werden eliminiert. Interessant sind nur die innertextlichen Beziehungen. Der Sinn des Textes ergibt sich als Wirkung aus dem Spiel dieser Beziehungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Leser und die Praxis<\/strong><\/p>\n<p>Die dritte und bisher letzte Phase der Bibelhermeneutik lenkt den Blick weg von Autor und Text hin auf den Leser und auf die Praxis des H\u00f6rens und Lesens. Der Rezeptionsprozess geh\u00f6rt zur Geschichte des Textes selbst. Ein Text, der nicht geh\u00f6rt und gelesen wird, ist kein Text. Der Text selbst erfordert, dass er einen H\u00f6rer und Leser findet. Er wartet auf ihn und stellt \u00fcber ihn Hypothesen an. Er lenkt ihn und l\u00e4sst ihm Freir\u00e4ume f\u00fcr sein eigenes Verstehen. Der Text ist unvollst\u00e4ndig, wenn ihn keiner liest und versteht. Ein Leser schlie\u00dft im Akt des Lesens eine Art Pakt mit dem Text. Indem er den Text versteht, versteht der Leser in erster Linie sich selbst. Er erkennt sich selbst mit seinen Fragen, Themen und Vorlieben im Text wieder. Der Text ist ihm existentiell nicht fremd. Indem ich einen Text h\u00f6re oder lese, springe ich in mein Inneres hinein und entziffere mich selbst. Ich setze mich dem Text aus und empfange mich von ihm bereichert und erneuert zur\u00fcck. Dieses Verst\u00e4ndnis von Hermeneutik findet sich z.B. bei Paul Ricoeur. Was von der Lekt\u00fcre allgemein gilt, das gilt insbesondere von der Lekt\u00fcre der Bibel. Die Bibel zu lesen wird fruchtbar in dem Ma\u00df, wie ich mich selbst ihr aussetze, wie ich selbst das Risiko eingehe, das diese Lekt\u00fcre beinhaltet, wie ich mich verwundbar mache durch die Worte, denen ich begegne.<\/p>\n<p>Die drei skizzierten Phasen der biblischen Hermeneutik waren Jousse noch nicht reflexiv bewusst; aber mit Theorie und Praxis des Bibelrezitativs hat er die Aufmerksamkeit schon st\u00e4rker vom Autor auf den Text und auf den H\u00f6rer oder Leser gelenkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>M\u00fcndliche und schriftliche Kultur \u2013 Merkmale, Zusammenh\u00e4nge, Unterschiede<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die R\u00fcckkehr zum Evangelium ist immer der (einzige) Weg f\u00fcr die Reform der Kirche. So war es bei Franz von Assisi, bei Luther, beim II. Vatikanischen Konzil, so ist es bei Papst Franziskus.<\/p>\n<p>Die R\u00fcckkehr zum Evangelium war auch das Lebensthema von Jousse. Er rekurriert dazu auf die allgemein geltenden anthropologischen Gesetze. Er erforscht, wie Menschen sich ausdr\u00fccken. Diese Gesetze liegen fest. Sie lassen sich nicht ver\u00e4ndern. Sie sind im digitalen Zeitalter dieselben wie zu Zeiten der Bibel. Jousse spricht vom Evangelium meist mit dem aram\u00e4ischen Terminus Peshitta. Gemeint ist das Evangelium Jesu jenseits des geschriebenen Textes, das Evangelium in seiner Urspr\u00fcnglichkeit, in seinem genuinen Anfang beim Lehrer Jesus selbst. M\u00fcndliche \u00dcberlieferung ist ein gestisches Geschehen zwischen Lehrer und Sch\u00fcler, zwischen Rabbi und J\u00fcnger. Vorausgesetzt ist eine Kultur der Erinnerung und der m\u00fcndlichen Verk\u00fcndigung.<\/p>\n<p>Die Art von Marcel Jousse, das Evangelium zu lernen und zu lehren, steht in der Tradition Israels seit 3000 Jahren. Diese Art der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung trennt uns Christen nicht von Juden und Muslimen, sondern sie verbindet uns mit ihnen. Sie gibt Jesus seinen Platz in der Geschichte seines Volkes zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Worte sind wie Perlen. Man kann eine Handvoll davon in H\u00e4nden halten. Besser ist, sie an einer Kette aufzureihen. Im Hebr\u00e4ischen sind <em>sefer<\/em> (Buch) und <em>seder<\/em> (Ordnung, Reihenfolge) oft in eins gesetzt. Ein Buch ist wie die Schnur, auf der die W\u00f6rter wie Perlen aufgereiht sind, eine Halskette aus Rezitativen. Jetzt kann ich mit einer Fingerspitze mehr Perlen sicher hoch halten, als ich in der Faust unsicher h\u00e4tte halten k\u00f6nnen. Indigene V\u00f6lker, kleine Kinder, rurale Kulturen, wie die in Jousse&#8217;s Heimatregion Sarthe, besitzen noch mimische Spontaneit\u00e4t. Wir Menschen der Schriftkultur haben sie verloren; wir m\u00fcssen solche Gesten wieder neu lernen.<\/p>\n<p>Wenn wir die m\u00fcndliche Verk\u00fcndigung Jesu Katechese nennen, dann ist der Sinn von Katechese zu pr\u00e4zisieren. Katechismen sind heute eher eingeschmolzene Theologien, Dogmatik-Handb\u00fccher en miniature. Der urspr\u00fcngliche Sinn ist ein anderer: Katechese geschieht in der \u00dcbertragung von der Mutter auf das Kind. Ein Kind lernt das Glauben so, wie es das Sprechen lernt: durch Echo, Nachahmung, Nachsprechen, Verinnerlichen.<\/p>\n<p>Jesus ist kein Akademiker. Er hat nie eine h\u00f6here Schulbildung bekommen. Trotzdem begegnet uns Jesus als exzellent gebildete Pers\u00f6nlichkeit, mit einer Bildung ganz eigener Pr\u00e4gung. Jesus ist auch kein Autodidakt. Jesus steht ganz selbstverst\u00e4ndlich in der jahrhundertealten Lerntradition seines Volkes. Er ist ein besonders aufmerksamer und begabter Sch\u00fcler seines Lehrers Johannes. Er ist auch ein kritischer Sch\u00fcler, der die Botschaft des Johannes weiterdenkt und vom Kopf auf die F\u00fc\u00dfe stellt.<\/p>\n<p>Marcel Jousse experimentiert viel mit aram\u00e4isch versetzten Wiedergaben und grafischen Darstellungen des Bibeltextes; aber er glaubte nicht, schon eine g\u00fcltige \u00dcbersetzung der Worte Jesu geschaffen zu haben. Er rechnete damit h\u00f6chstens f\u00fcr eine ferne Zukunft. Er verstand seine \u00dcbersetzungsvorschl\u00e4ge als Provisorien, als vorl\u00e4ufige Verstehenshilfen, zugespitzt auf den Punkt, auf den es ihm ankam, auf den Aspekt der M\u00fcndlichkeit.<\/p>\n<p>Die moderne neurologische Forschung best\u00e4tigt viele Intuitionen von Jousse. Die Entdeckung der Spiegelneuronen verweist auf die neuronalen Verbindungen zwischen den sinnlichen Wahrnehmungszentren und den Bewegungszentren, die die Gesten unseres k\u00f6rperlichen Ausdrucks bestimmen. Wir schauen einer T\u00e4nzerin bei ihren Bewegungen oder einem Handwerker bei seinen Vollz\u00fcgen zu; ansatzweise versp\u00fcren wir den Impuls, ihre Bewegungen mit den Muskeln unseres K\u00f6rpers nachzuahmen. Das ist der Mimismus, von dem Jousse spricht. Der Mensch lernt durch mimische Wiederholung.<\/p>\n<p>Als Erwachsene unterdr\u00fccken wir die Ausf\u00fchrung der mimischen Wiederholung; \u00fcbrig bleibt nur eine initiale Mikro-Bewegung, ohne dass der ganze Gestus ausgef\u00fchrt wird. Die vielen passiven Stunden vor Bildschirmen und Displays ersticken dann oft auch noch die initiale mimische Wiederholung. Die Aneignung durch Wiederholung wird durch eine \u00dcberf\u00fclle an Bildern und Informationen \u00fcberflutet und erstickt. Wir sind dauernd in eine Welt eingetaucht, die uns von anderen vorfabriziert wird und in der wir nicht selbst aktiv sind. Bildschirme und Displays sind falsche Gespr\u00e4chspartner. Sie sprechen nie <em>cor ad cor<\/em>. Das wahre Leben spielt sich in den m\u00fcndlichen Beziehungen der Menschen ab.<\/p>\n<p>Im Neuen Testament, z.B. in den Briefen, gibt es sicher schon urspr\u00fcnglich schriftlich abgefasste Texte; wesentliche Teile daraus sind aber im m\u00fcndlichen Stil verfasst oder aber sie stammen zumindest von Autoren wie z. B. Lukas, die damit vertraut waren und die diesen Stil perfekt imitieren. F\u00fcr Menschen im Mittelmeerraum war es normal, mehrere Sprachen gleich gut zu sprechen, virtuos zwischen Hebr\u00e4isch, Aram\u00e4isch, Griechisch und Lateinisch zu wechseln. Das gilt nicht nur f\u00fcr die gebildete Oberschicht, sondern f\u00fcr die breite Masse der Bev\u00f6lkerung. Ein Wanderhandwerker wie Josef von Nazareth und seine Familie waren in diesen verschiedenen Sprachen beheimatet. Jesus selbst hat durchg\u00e4ngig seine Muttersprache Aram\u00e4isch gesprochen; aber vermutlich sind Teile seiner Verk\u00fcndigung auch auf Griechisch, man denkt an die Gespr\u00e4che mit Pilatus oder mit der Syroph\u00f6nizierin, oder auf Hebr\u00e4isch, z.B. die Abendmahlsworte, gesprochen.<\/p>\n<p>Die griechische Fassung der Worte Jesu in den Evangelien ist literarische Nachbildung seiner m\u00fcndlichen Verk\u00fcndigung. Das Griechische liegt wie ein durchsichtiger Schleier \u00fcber dem alten Text. Die hebr\u00e4ischen und aram\u00e4ischen Denk- und Sprachformen schimmern darunter hindurch. Die semitischen Rhythmen und Denkgewohnheiten, die Sprechgewohnheiten der Schriftgelehrten Israels geben mehr den Ton an als der hellenistische Sprachrhythmus.<\/p>\n<p>M\u00fcndliche Kultur unterliegt einer gravierenden Einschr\u00e4nkung: Klang kann man nicht konservieren, oder jedenfalls nur sehr unvollkommen und erst seit kurzer Zeit. Man kann T\u00f6ne h\u00f6chstens aus der Erinnerung herbeirufen, nicht aber nachweisen oder nachschlagen. Orale Kultur ist gebunden an Kl\u00e4nge und T\u00f6ne als einziges Substrat aller Sprache. In einer m\u00fcndlichen Kultur funktionieren Soziodynamik und Psychodynamik nach eigenen Gesetzen, ganz anderen als denen der Schriftkultur. Das Ged\u00e4chtnis des Menschen ist anf\u00e4llig und verletzlich. Als Gegenmittel helfen nur st\u00e4ndige Rezitation und Wiederholung der Texte, rhythmische Atemtechnik, Rituale und Feste. Das orale Ged\u00e4chtnis ist intensiv, aber kurz. Man sagt, der Klang schwingt mir im Ohr, oder das Wort liegt mir auf der Zunge. Das schriftliche Ged\u00e4chtnis dagegen ist lang, aber schwach: \u201eDas hab ich doch irgendwo schon mal gelesen.\u201c<\/p>\n<p>M\u00fcndliche \u00dcberlieferung kann man nur durch Auswendiglernen einigerma\u00dfen zuverl\u00e4ssig bewahren. Die J\u00fcnger hei\u00dfen Lehrlinge; sie m\u00fcssen das vom Rabbi Vorgetragene auswendig lernen. Sie sind st\u00e4ndige H\u00f6rer seiner st\u00e4ndig wiederholten Verk\u00fcndigung. Zwischen den Lehrst\u00fccken stehen dauernd Aufrufe an die H\u00f6rer, die Ohren zu spitzen, gut zuzuh\u00f6ren, sich zu konzentrieren, sich nicht ablenken zu lassen, nicht vergesslich zu sein und die Worte im Herzen zu bewahren. Es gibt ausdr\u00fcckliches Lob f\u00fcr den \u201eJ\u00fcnger, den Jesus liebte\u201c, nicht aufgrund irgendwelcher Gef\u00fchle zwischen ihm und dem Meister, sondern weil er die Worte Jesu mit besonderer Konzentration und Aufmerksamkeit verinnerlichte und zuverl\u00e4ssig weitergab.<\/p>\n<p>Die Bildung der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung h\u00e4ngt mit der Aussendung der J\u00fcnger zusammen: Jesus schickt die J\u00fcnger in alle Himmelsrichtungen, in alle D\u00f6rfer, Geh\u00f6fte und St\u00e4dte, um ihn in seiner Verk\u00fcndigung zu unterst\u00fctzen. Sie sind Apostel, Gesandte ihres Meisters, und geben seine Botschaft in Form der Lehrsummarien weiter, die sie sich als seine st\u00e4ndigen Begleiter durch h\u00e4ufige Wiederholung eingepr\u00e4gt haben. Nachdem die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung aber die Verk\u00fcndigung Jesu und seiner J\u00fcnger, den Ruf zur Umkehr, ablehnte, zog sich Jesus in den Kreis der engsten J\u00fcnger zur\u00fcck und beschr\u00e4nkte sich auf deren Unterweisung. Die Zw\u00f6lfergruppe wurde so zum wichtigsten Garanten f\u00fcr die Kontinuit\u00e4t der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung.<\/p>\n<p>Aber auch die ortsfesten J\u00fcnger, die nicht auf Mission auszogen und die r\u00e4umlich von Jesus getrennt waren, brauchten gepr\u00e4gte Traditionen. Darunter waren auch schon zu Lebzeiten Jesu Vertreter der gebildeten Oberschicht. Vermutlich wurden Jesusworte zum ersten Mal in solchen Kreisen aufgeschrieben, also in gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher N\u00e4he zu seinem oralen Stil.<\/p>\n<p>Die Kenntnis von Marcel Jousse ist heute im franz\u00f6sischen Sprachraum wieder verbreitet. Es gibt Rezeption in Schweden, USA, im italienischen und spanischen Sprachraum. Im deutschen Sprachraum gibt es das \u00dcbergewicht der protestantischen Bibelkultur, die eine eminent literarische, auf die Schriftlichkeit fixierte ist; Jousse fand bisher so gut wie keine Beachtung. Clara Vasseur hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Jousse und sein Werk bei uns bekannt zu machen.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle, die sich heute mit Jousse besch\u00e4ftigen, bleiben drei Desiderate:<\/p>\n<ul>\n<li>die Erarbeitung und Ein\u00fcbung von Bibelrezitativen im Geiste von Marcel Jousse,<\/li>\n<li>ein Anschluss an die philosophische Debatte im Deutungshorizont der Ph\u00e4nomenologie, um die leibliche Dimension der Jousse&#8217;schen Bibellekt\u00fcre zu verorten,<\/li>\n<li>als Fernziel eine \u00dcbersetzung der Evangelien aus der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung.<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Evangelium ist kein Buch. Bibelpastorale Aufbr\u00fcche, ganzheitliche Ans\u00e4tze &nbsp; Mit dem Vorabendgottesdienst beginnt heute am 1. Dezember ein neues Kirchenjahr. Das ist auch der Zeitpunkt, zu dem im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz die neuen Lektionare mit der neuen Einheits\u00fcbersetzung aus dem Jahr eingef\u00fchrt werden. 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