{"id":108428,"date":"2025-07-23T12:52:49","date_gmt":"2025-07-23T10:52:49","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=108428"},"modified":"2025-07-23T12:52:49","modified_gmt":"2025-07-23T10:52:49","slug":"kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\/","title":{"rendered":"Kubas Weg im 20. und 21. Jahrhundert"},"content":{"rendered":"<p>Das 20. Jahrhundert begann f\u00fcr Kuba mit dem Krieg von 1895-1898, der zur Unabh\u00e4ngigkeit der Karibikinsel von Spanien, gleichzeitig jedoch zu erneuter Abh\u00e4ngigkeit \u2013 diesmal von den USA \u2013 f\u00fchrte. Die neue politische Struktur ist h\u00e4ufig als abh\u00e4ngige oder neokoloniale Republik bezeichnet worden, wobei wesentliche Elemente der Kolonialgesellschaft in die Republik \u00fcberf\u00fchrt wurden. Bezeichnenderweise wurde der Friede von Paris im Dezember 1898 nicht zwischen Spanien und Kuba, sondern zwischen Spanien und den USA unterzeichnet. In der US-Politik setzte sich in dieser entscheidenden Phase der neokolonialistische und annexionistische Fl\u00fcgel durch. Den USA gelang es schlie\u00dflich, dass die kubanische Verfassung von 1901 in Form des sog. <em>Platt-Amendment<\/em> einen Zusatz erhielt, der den US-Amerikanern das jederzeitige Recht auf Intervention in Kuba einr\u00e4umte. Damit waren die Beziehungen zwischen den USA und der Karibikinsel auf Jahrzehnte hinaus festgeschrieben. Au\u00dferdem sah ein \u201edauerhafter Vertrag\u201c von 1903 v\u00f6lkerrechtlich vor, dass der Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt Guant\u00e1namo f\u00fcr \u201eimmer und ewig\u201c an die USA fiel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Kuba als Quasi- Protektorat der USA<\/strong><\/h3>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Die Erste und die Zweite Republik zwischen 1902 und 1958 lassen sich als ein Quasi-Protektorat der USA bezeichnen, vor allem im Hinblick auf die Beibehaltung und den Ausbau der kolonialen Wirtschafts- und Sozialstrukturen sowie auf die politische Dominanz der Vereinigten Staaten. In dieser Periode griffen die USA immer wieder in die Geschicke des Karibikstaates ein, und h\u00e4ufig genug waren die kubanischen Regierungen durchaus willf\u00e4hrig und lie\u00dfen diese Eingriffe zu. Schon der erste Pr\u00e4sident des unabh\u00e4ngigen Kuba, Tom\u00e1s Estrada Palma (1836-1908), wurde mit Unterst\u00fctzung durch die USA ins Amt eingef\u00fchrt. Auch sp\u00e4tere Wahlen fanden unter Kontrolle der Okkupationsmacht statt. Die sozio\u00f6konomischen Bedingungen und Strukturen ver\u00e4nderten sich in jener Phase nur geringf\u00fcgig; sie waren gepr\u00e4gt von einer stets st\u00e4rkeren Durchsetzung des Gro\u00dfgrundbesitzes und der Zucker-Monoproduktion sowie vom Ausbau der Transportinfrastruktur unter Kontrolle zumeist US-amerikanischer Gesellschaften und Banken. Schon w\u00e4hrend der Pr\u00e4sidentschaft von Mario Garc\u00eda Menocal (1913-1921), sp\u00e4ter noch mehr unter seinen Nachfolgern, kam es zur Durchsetzung der US-amerikanischen Dominanz in der kubanischen Wirtschaft. Die Zuckerproduktion expandierte immer weiter in den Osten der Insel, wo moderne Zuckerverarbeitungsbetriebe und riesige Latifundien entstanden, die h\u00e4ufig von der <em>United Fruit<\/em> <em>Company<\/em> kontrolliert wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Zur Vorgeschichte der Revolution<\/strong><\/h3>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Nach Erlangung der Unabh\u00e4ngigkeit und verschiedenen schweren Auseinandersetzungen um die politisch-soziale Rolle von Wei\u00dfen, Farbigen und Schwarzen im Staat bildeten sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts klare Machtverh\u00e4ltnisse heraus, die jahrzehntelang andauern sollten: An der Spitze der sozialen Pyramide hielten hohe wei\u00dfe Offiziere des Unabh\u00e4ngigkeitskrieges, Gro\u00dfgrundbesitzer, wei\u00dfe zivile Oligarchen und einige wenige Farbige die Macht in ihren H\u00e4nden. 1933 brach jedoch ein Massenaufstand aus, der sich prim\u00e4r gegen die bestehenden Agrarstrukturen (Dominanz der Zuckerwirtschaft) richtete. Der ehemalige Korporal Fulgencio Batista (1901-1973) nutzte die Gunst der Stunde, lie\u00df das alte Offizierskorps niedermetzeln, bildete sodann einen gemischten Milit\u00e4r- und Sicherheitsapparat, w\u00fcrgte den Aufstand nieder und versuchte, als \u201estarker Mann\u201c seine Herrschaft durch Reformpolitik zu legitimieren. Batista blieb nach dem Zweiten Weltkrieg, der Kuba viele \u00f6konomische Vorteile brachte, die bestimmende Figur in der kubanischen Politik.<\/p>\n<p>Als 1952 die Gefahr drohte, dass eine linksnationale Parteiformation die Wahlen gewinnen k\u00f6nnte, ergriff Batista mittels eines vom Milit\u00e4r unterst\u00fctzten Staatsstreichs direkt die Macht. Nach Abschaffung der damals progressiven Verfassung von 1940 regierte er brutal-diktatorisch, w\u00e4hrend sich die wirtschaftliche Lage der Insel zusehends verschlechterte. Hohe Arbeitslosigkeit, durch Marktabstimmung mit den USA hervorgerufene industrielle Fehlentwicklung, extrem ungleiche Besitzverh\u00e4ltnisse, nahezu ausschlie\u00dfliche Wirtschaftsabh\u00e4ngigkeit von der Zuckermonokultur und Kontrolle der wichtigsten Wirtschaftssektoren durch US-Kapital riefen massiven Widerstand hervor, auf den das korrupte Regime mit Terror reagierte. Zum Anf\u00fchrer der Widerstandsbewegung wurde der in einer jesuitischen Eliteschule ausgebildete Rechtsanwalt Fidel Castro Ruz (1927-2016), der schon 1953 einen (damals fehlgeschlagenen) Angriff auf die Moncada-Kaserne bei Santiago de Cuba unternommen und deshalb vor\u00fcbergehend gefangengesetzt worden war. Nach einer Amnestie begab er sich nach Mexiko, wo er \u2013 zusammen mit Ernesto \u201eChe\u201c Guevara (1928-1967) \u2013 den Sturz Batistas vorbereitete. Seit 1956 f\u00fchrten die Aufst\u00e4ndischen einen Guerillakrieg in der Sierra Maestra, der in der Silvesternacht 1958\/1959 mit der Flucht Batistas siegreich beendet werden konnte, nachdem sich die durch Korruptionsaff\u00e4ren und interne Streitigkeiten geschw\u00e4chte Armee allm\u00e4hlich zersetzt hatte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Revolution von 1959<\/strong><\/h3>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Am Vorabend der Revolution war Kuba eine noch junge Nation, in der Traditionen der Zucker-Monowirtschaft und das Erbe der (bis 1886 bestehenden) Sklaverei extreme gesellschaftliche Hierarchisierungen, ein gro\u00dfes Gef\u00e4lle zwischen Stadt und Land und starken Rassismus hervorgebracht hatten. Die siegreichen <em>guerrilleros<\/em> setzten \u2013 unter Leitung des neuen Ministerpr\u00e4sidenten Fidel Castro \u2013 ihr nationalistisch-sozialistisches Programm schnell in die Tat um: ein erstes Agrarreformgesetz legte H\u00f6chstgrenzen f\u00fcr landwirtschaftliche Betriebe fest und eliminierte damit praktisch den privaten Gro\u00dfgrundbesitz. Die enteigneten Betriebe wurden z. T. als Kooperative, z. T. als Staatsbetriebe unter Verwaltung der neu geschaffenen Agrarreformbeh\u00f6rde fortgef\u00fchrt. Unternehmer und Anh\u00e4nger des gest\u00fcrzten Regimes, Industrielle und ausl\u00e4ndische Konzerne wurden enteignet, Kollaborateure massenhaft hingerichtet. Nach der Verstaatlichung der wichtigsten US-Unternehmen k\u00fcrzte US-Pr\u00e4sident Dwight Eisenhower drastisch die Abnahme der kubanischen Zuckerquote, was eine empfindliche Reduzierung der kubanischen Deviseneinnahmen beim wichtigsten Exportartikel bedeutete. Kurz danach verh\u00e4ngten die USA ein Handelsembargo auf alle Einfuhren aus Kuba. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verurteilte scharf die radikalen Ma\u00dfnahmen der neuen kubanischen F\u00fchrung und schloss den Inselstaat aus der Organisation aus, was im Gegenzug zur Hinwendung Kubas zur Sowjetunion und zum ersten kubanisch-sowjetischen Handels- und Kapitalhilfeabkommen f\u00fchrte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ideologie, Politik und Au\u00dfenbeziehungen<\/strong><\/h3>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Bereits Anfang der 1960er Jahre wurden die wichtigsten politisch-ideologischen Grundlagen f\u00fcr die Entwicklung Kubas in den n\u00e4chsten Jahrzehnten gelegt. In jener Phase entfaltete die Revolution zweifelsohne ein emanzipatorisches Gesellschaftsprojekt, das aber bald in Stagnation und Reformstau m\u00fcndete. Im Herbst 1960 lie\u00df Castro von einer Million Menschen die \u201eErkl\u00e4rung von Havanna\u201c per Akklamation beschlie\u00dfen. Sie enthielt eine Absage an die herk\u00f6mmlichen Regeln der Demokratie und garantierte den Bauern das Recht auf Land, allen Menschen das Recht auf Arbeit, Zugang zu Bildung und Krankenversorgung, dem Staat wiederum das Recht, gro\u00dfe Unternehmen entsch\u00e4digungslos zu verstaatlichen. Aus der Zustimmung zu diesem Dokument leitete Castro die Legitimit\u00e4t ab, ohne Wahlen zu regieren. Schon Ende 1961 erkl\u00e4rte der <em>Comandante en Jefe<\/em> Kuba zur Sozialistischen Republik auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus, 1965 benannte sich die Vereinigte Partei der Sozialistischen Revolution in Kommunistische Partei Kubas um.<\/p>\n<p>Die Reaktion von Seiten der USA blieb nicht aus. Washington unterst\u00fctzte eine Invasion antirevolution\u00e4rer Exilkubaner, die im April 1961 einen Umsturzversuch unternahmen. Diese Schweinebucht-Invasion wurde zum Debakel; innenpolitisch beschleunigte sie die Entwicklung Kubas zum sozialistischen Staat. Weit gravierender war ein Jahr sp\u00e4ter die \u201eKubakrise\u201c, die die Welt an den Rand eines Atomkriegs brachte, nachdem die Sowjets auf der Insel eine Raketenbasis errichten lie\u00dfen, von der aus die USA mit Atomwaffen bedroht werden konnten. US-Pr\u00e4sident John F. Kennedy lie\u00df sich (trotz anf\u00e4nglicher Drohungen) nicht von Scharfmachern zu gezielten Luftschl\u00e4gen gegen Kuba provozieren, sondern verh\u00e4ngte eine Seeblockade, bis die Sowjets in sprichw\u00f6rtlich letzter Sekunde ihre Offensivwaffen aus Kuba wieder abzogen. Castro w\u00e4re offensichtlich das Risiko eines Atomkriegs eingegangen und r\u00fcgte seinen sowjetischen Verb\u00fcndeten wegen dessen Einknickens gegen\u00fcber der kapitalistischen Supermacht. Kennedy wiederum musste die Garantie abgeben, nicht in Kuba einzumarschieren und auch keine weiteren Invasionen zu unterst\u00fctzen; und Nikita Chruschtschow erreichte, dass die USA ihre Offensiv-Raketen aus dem NATO-Land T\u00fcrkei abzogen.<\/p>\n<p>Um den Aufbau des Sozialismus aus seiner weltpolitischen Isolierung zu befreien, war Castro in den 1960er Jahren bereit, die Revolution zu \u201eexportieren\u201c; in ganz Lateinamerika unterst\u00fctzte er in vielf\u00e4ltiger Weise Guerillabewegungen. \u201eChe\u201c Guevara begab sich pers\u00f6nlich an der Spitze einer Rebellentruppe auf das lateinamerikanische Festland; dort wurde er 1967 in Bolivien ermordet, der Revolutionsexport scheiterte kl\u00e4glich. Aufgrund der castristischen These von der Notwendigkeit des bewaffneten Aufstands und der davon ausgehenden Politik des \u201eExports von Revolution\u201c, die der sowjetischen Reformismusstrategie (Bildung von Volksfrontregierungen) entgegenstand, kam es zu vermehrten Meinungsverschiedenheiten zwischen der kubanischen und der sowjetischen F\u00fchrung. Erst nach dem Scheitern der revolution\u00e4ren Bewegungen auf dem lateinamerikanischen Subkontinent und infolge der st\u00e4rker werdenden wirtschaftlichen Abh\u00e4ngigkeit Kubas von der Sowjetunion gab die F\u00fchrung in Havanna ihre ideologische Eigenst\u00e4ndigkeit zum Teil auf. Der Besuch des sowjetischen Parteichefs Leonid Breschnew in Havanna (1974) wurde von der kubanischen F\u00fchrung als das Ende der Politik des Revolutionsexports interpretiert. Neben der festen Einbindung in den Sowjetblock bildeten die schrittweise Ann\u00e4herung an den Westen und die Solidarit\u00e4t mit der Dritten Welt die Hauptbestandteile kubanischer Au\u00dfenpolitik. Offensichtlichen Erfolgen wie der Intensivierung der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Westen (Anerkennung durch eine Reihe von Staaten, Lockerung der US-Blockade) standen auch Schwierigkeiten gegen\u00fcber, die vor allem aus dem milit\u00e4rischen Engagement Kubas in Afrika resultierten. In Verfolgung der \u201ePolitik der Solidarisierung mit den L\u00e4ndern der Dritten Welt\u201c beteiligte sich Kuba n\u00e4mlich 1975\/76 mit ca. 20.000 Soldaten und Milit\u00e4rberatern am Angolakrieg auf Seiten der Befreiungsorganisation MPLA. Zwei Jahre sp\u00e4ter beteiligten sich kubanische Truppen auf \u00e4thiopischer Seite auch am Kampf um das Ogadengebiet, und auch in den Folgejahren wurde die Linie des \u201eproletarischen Internationalismus\u201c mit Unterst\u00fctzung der Befreiungsbewegungen, vor allem in Afrika, fortgesetzt.<\/p>\n<p>L\u00e4sst sich in der wirtschafts- und b\u00fcndnispolitischen Ausrichtung ein hoher Grad an Flexibilit\u00e4t feststellen, so war auch die grunds\u00e4tzlich kirchenfeindliche Haltung der Revolution zur Kirche zu Pragmatismus bereit, vor allem nachdem die Befreiungstheologie ab den 1960er Jahren ein Zusammengehen sozialistischer und christlicher Werte zu erm\u00f6glichen schien. Schlie\u00dflich reisten zwei P\u00e4pste nach Kuba, und die Neuausrichtung der Kirchenpolitik integrierte die revolution\u00e4re Botschaft des Evangeliums in das sozialistische Weltbild der Revolution. Verschlagen-pragmatisch verhielt sich Castro auch 1980, als Tausende von Kubanern vom Hafen Mariel aus die Flucht in die USA antraten, was der <em>m\u00e1ximo lider<\/em> nicht nur zulie\u00df, sondern durch zahlreiche Begnadigungen die Gef\u00e4ngnistore \u00f6ffnete und somit viele Gewaltverbrecher und Betr\u00fcger an den verhassten kapitalistischen Nachbarn loswurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Wirtschaftspolitik und -entwicklung<\/strong><\/h3>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Die ersten Agrarreformen f\u00fchrten de facto zur Ausschaltung der l\u00e4ndlichen Mittelschicht. Die weiter bestehenden kleinen Privatparzellen wurden im Laufe der Zeit immer mehr in das sozialistische Wirtschaftssystem integriert: Sie waren von staatlichen Krediten abh\u00e4ngig, der Staat erhielt das Handelsmonopol f\u00fcr Agrarprodukte, seit 1967 musste sich der Anbau landwirtschaftlicher G\u00fcter unter den nationalen Produktionsplan im Austausch gegen staatliche Sozialleistungen unterordnen. Castros Mitstreiter Ernesto \u201eChe\u201c Guevara unternahm 1960 in seiner Eigenschaft als Pr\u00e4sident der Nationalbank (1959-1961) die ersten Vorst\u00f6\u00dfe zur zentralen Planung der Volkswirtschaft. Im gleichen Jahr erfolgte die Verstaatlichung der ausl\u00e4ndischen Betriebe und parallel dazu die Sozialisierung aller gr\u00f6\u00dferen kubanischen Firmen der Textil-, Tabak-, Zement-, Eisen- und anderer Industrien sowie aller Banken, Waren- und Lagerh\u00e4user. Das private Eigentum an st\u00e4dtischen Mietsh\u00e4usern wurde beseitigt, die fortlaufenden Mietzahlungen der Bewohner wurden im \u201eStadtreformgesetz\u201c in Beitr\u00e4ge f\u00fcr einen Mietkauf umgewandelt.<\/p>\n<p>Im Laufe der folgenden Jahre entfernte sich das \u00f6konomische System des Landes durch Einf\u00fchrung der Planwirtschaft nach dem Vorbild des Realsozialismus \u00f6stlicher Pr\u00e4gung immer mehr von der Marktwirtschaft; auch die Gesellschaftsordnung entfernte sich stets weiter vom westlich-liberalen Modell, indem Oppositionsparteien und Versammlungsfreiheit abgeschafft sowie die unabh\u00e4ngige Presse an den Rand gedr\u00e4ngt wurden. Die neuen Eigentumsverh\u00e4ltnisse, die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, die Einebnung der Einkommensstruktur und die Umgestaltung des Erziehungs- und Gesundheitswesens ver\u00e4nderten zunehmend die soziale Lage der Bev\u00f6lkerung. Die Alphabetisierungskampagne von 1961 beseitigte binnen k\u00fcrzester Frist weitgehend den Analphabetismus auf der Insel.<\/p>\n<p>Das US-Wirtschaftsembargo (1960\/1962) stellte die Insel vor schwerste Versorgungsprobleme und zwang das Land kurzfristig zur Suche neuer Absatzm\u00e4rkte. Die UdSSR begann als Haupthandelspartner eine \u00e4hnlich dominierende Rolle zu spielen wie zuvor die USA. Die Exportabh\u00e4ngigkeit der Gesamtwirtschaft blieb ungeschm\u00e4lert. Da die Einfuhren zunahmen, stieg das Handelsdefizit an; die Exportl\u00fccke wurde durch sowjetische Kredite finanziert, wodurch die Auslandsverschuldung stieg. Der im kubanisch-sowjetischen Handelsabkommen von 1963 vereinbarte Zuckerpreis lag w\u00e4hrend der gesamten Zuckerplan-Periode (1965-1970) betr\u00e4chtlich \u00fcber dem schwankenden Weltmarktniveau. Fast w\u00e4hrend der gesamten sechziger Jahre exportierte Kuba knapp 50 % aller G\u00fcter in die Sowjetunion und importierte mehr als 50 % von dort. Seit 1965 bem\u00fchte sich die Insel um die Wiederbelebung des Handels mit den westlichen Nationen, seit Beginn der siebziger Jahre nahm der Handelsaustausch mit nichtsozialistischen L\u00e4ndern wieder erheblich zu.<\/p>\n<p>Wirtschaftspolitisch erhielt 1961 die Industrialisierung Priorit\u00e4t, bald jedoch gewann der Zuckersektor wieder an Bedeutung. Nach der \u201eKubakrise\u201c von 1962 mussten Lebensmittel und Kleidung rationiert werden, was zur Herausbildung eines Schwarzmarktes f\u00fchrte. Nach einer Phase der Improvisation in der zweiten H\u00e4lfte der sechziger Jahre setzte sich das (vor allem von \u201eChe\u201c Guevara formulierte) Modell der Budgetfinanzierung bei vorrangiger Verwendung moralischer Anreize durch. Dieser Weg f\u00fchrte zur Zentralisierung der Wirtschaftssteuerung, zur Zur\u00fcckdr\u00e4ngung von Arbeitsnormen und Pr\u00e4mien, zum Abbau von Lohndifferenzierungen, zu umfangreichem Einsatz freiwilliger Arbeit. Nach der \u201eSelbstkritik\u201c Castros im Juli 1970 setzte auf diesem Gebiet eine Neuausrichtung ein: Verwendung materieller Anreize, Normierung der Arbeitsleistung und Lohndifferenzierungen traten nunmehr immer st\u00e4rker in den Vordergrund. Nach \u00dcberwindung des Tiefstandes von 1970 trat allm\u00e4hlich ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Mit seinem Beitritt zum COMECON schloss Kuba seine wirtschaftspolitischen Experimente weitgehend ab und integrierte sich st\u00e4rker in das sozialistische Lager. Von gro\u00dfer Bedeutung wurden die zwischen Kuba und der Sowjetunion abgeschlossenen Wirtschaftsabkommen, in denen die UdSSR die R\u00fcckzahlung aller von 1960-1972 entstandenen kubanischen Verpflichtungen gegen\u00fcber der Sowjetunion bis 1986 aussetzte (nach westlichen Sch\u00e4tzungen waren dies drei Milliarden US-Dollar). Danach sollte die Tilgung zinslos in Naturalform (Zucker- und Nickellieferungen) erfolgen.<\/p>\n<p>Die sowjetische Hilfe an Kuba belief sich in rund drei\u00dfig Jahren auf \u00fcber 65 Milliarden US-Dollar. Wenn auch Fidel Castro grunds\u00e4tzlich an seinem politischen Motto \u201eAlles in der Revolution, nichts au\u00dferhalb der Revolution\u201c lebenslang festhielt, bewies er bei vielen Entscheidungen eine geh\u00f6rige Portion Pragmatismus. Als z. B. die sozialistische Welt 1989\/90 weitgehend zusammenbrach und die Sowjetunion die Subventionierung Kubas einstellte, sah sich Castro gezwungen, das Land f\u00fcr den Tourismus als Devisenbringer zu \u00f6ffnen und schlie\u00dflich den verhassten US-Dollar als Parallelw\u00e4hrung zuzulassen, wenn er auch deutlich die Perestroika Gorbatchows ablehnte und stattdessen die neue und f\u00fcr viele unverst\u00e4ndliche Parole \u201eSozialismus oder Tod\u201c ausgab. Gerade in jener Phase der zunehmenden Isolierung Kubas, als die \u201eSonderperiode\u201c (<em>per\u00edodo especial<\/em>) die Bev\u00f6lkerung zunehmendem Sparzwang und gro\u00dfen Entbehrungen aussetzte, bildete sich eine Zweiklassengesellschaft heraus, in der all jene privilegiert wurden, die in irgendeiner Form Zugang zu Devisen hatten. Nach 1993 hatte sich schon ein Zweiw\u00e4hrungssystem mit konvertiblen und nicht-konvertiblen Pesos herausgebildet, das zu einem v\u00f6llig verzerrten Lohn- und Preisgef\u00fcge mit der Folge einer stets ungleicher werdenden Gesellschaft f\u00fchrte. Nach dem Ausbleiben der sowjetischen Unterst\u00fctzung sank in den 1990er Jahren das kubanische Bruttoinlandprodukt um 30%. Die Wirtschaftsstabilisierung gelang erst wieder als Folge der neuen Unterst\u00fctzung durch den venezolanischen \u201eSozialismus des 21. Jahrhunderts\u201c, als Hugo Ch\u00e1vez und sp\u00e4ter Nicol\u00e1s Maduro viel Erd\u00f6l entweder unentgeltlich oder zu Preisen weit unter dem Weltmarktniveau an Kuba abgaben. Im Grunde genommen war Kubas Revolution von Anfang an subventioniert; auf sich selbst gestellt h\u00e4tte der karibische Sozialismus nicht so lange bestehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ra\u00fal Castro (2006-2018): Beginn einer neuen Revolutions\u00e4ra?<\/strong><\/h3>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Als Fidel Castro krankheitsbedingt sich 2006 aus dem politischen Leben Kubas weitgehend zur\u00fcckzog, \u00fcbernahm sein bisheriger Stellvertreter und Bruder Ra\u00fal die F\u00fchrung im Lande. Aus heutiger Perspektive sind die bisherigen zw\u00f6lf Jahre Ra\u00fal Castros \u00e4u\u00dferst ambivalent einzusch\u00e4tzen. Strukturelle Reformen gab es nur in sehr begrenztem Umfang. Es gelang Ra\u00fal zwar ein R\u00fcckbau der personalisierten Strukturen, nachdem der \u00dcbervater Fidel die vorderste Linie der Politik verlassen hatte, und ein \u00dcbergang vom charismatischen Sozialismus Fidels zum b\u00fcrokratischen Sozialismus neuerer Pr\u00e4gung, was auch zu einer Ver\u00e4nderung der politischen Kultur f\u00fchrte; aber das Kernst\u00fcck der Reformen, die Wirtschaftsstruktur, erfuhr nur eine begrenzt-graduelle \u00d6ffnung hin zum Privatsektor (nachdem es schon in den 1990er Jahren gewisse Zugest\u00e4ndnisse unter Fidel gegeben hatte). Die Zahl der \u201eArbeiter auf eigene Rechnung\u201c liegt heute (bei einer Gesamtbev\u00f6lkerung von rund 11 Millionen) bei unter 600.000 und ist sehr kleinteilig, nahezu ausschlie\u00dflich auf Dienstleistungen und Tourismus begrenzt. Diese z\u00f6gerliche \u00d6ffnung hin zum Privatsektor, die momentan wieder stagniert, konnte jedoch wegen der anhaltenden Krise und Ineffizienz der Staatsbetriebe keine Wachstumsdynamik entfalten. Zwischen 2009 und 2016 fiel ein Viertel der Arbeitspl\u00e4tze im Staatssektor weg (das bedeutete eine Verringerung von 4,25 auf 3,25 Millionen Staatsarbeiter). Zugleich hat die Kontrolle in allen Sektoren zugenommen, von einer Ausweitung der \u00f6konomischen oder sozialen Spielr\u00e4ume kann keine Rede sein.<\/p>\n<p>Das Dilemma der wiederholt angek\u00fcndigten Wirtschaftsreformen besteht darin, dass diese f\u00fcr die Erzielung von Wachstumsdynamik nicht ausreichen, f\u00fcr den Erhalt der proklamierten Egalit\u00e4t in der kubanischen Gesellschaft aber zu weit gehen. Vor allem fehlt es an einer gr\u00fcndlichen Reform des bisherigen W\u00e4hrungs- und Finanzsystems. Das bestehende Zweiw\u00e4hrungssystem mit der Parallelit\u00e4t der Weichw\u00e4hrung \u201ekubanischer Peso\u201c und des an den US-Dollar gekoppelten \u201ekonvertiblen Peso\u201c stellt einen eklatanten Widerspruch zum proklamierten Gleichheitsideal dar. Das Fazit muss notgedrungen sehr ern\u00fcchternd ausfallen. Durch Planungsfehler, mangelnde Investitionen, fehlende Klarheit im Endziel und ungen\u00fcgende Koordination erfuhr die erstrebte \u201eAktualisierung des Wirtschaftsmodells\u201c kaum Fortschritte. Ganz im Gegenteil: Die nur sehr partiellen Ver\u00e4nderungen haben inzwischen zu gro\u00dfen sozialen Ungleichheiten gef\u00fchrt, und diese wiederum unterminieren laufend die Legitimationsgrundlagen von Revolution und Sozialismus kubanischer Pr\u00e4gung.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren haben sich die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Indikatoren wieder zum Schlechteren ver\u00e4ndert. So engte etwa das Regime den Spielraum f\u00fcr die politische Opposition wieder ein. Bei den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2017 verhinderte die Regierung auf vielf\u00e4ltige Weise die Teilnahme oppositioneller Kandidaten und war nicht bereit, die Macht auch nur in einer einzigen Kommune abzugeben. Auch die wirtschaftliche Lage hat sich eher verschlechtert. Kuba ist f\u00fcr ausl\u00e4ndische Unternehmer nach wie vor ein sehr schwer zu erschlie\u00dfender Markt \u2013 trotz der merklichen \u00c4nderungen, die es in der Wirtschaft nach der Macht\u00fcbergabe von Fidel an Ra\u00fal Castro (2006) gegeben hat (vom Aufkommen privatbetriebener Restaurants bis hin zu Ans\u00e4tzen f\u00fcr Investorenschutz durch Schiedsgerichte). Mittlerweile gibt es in Kuba drei Arten von wirtschaftlichen Akteuren: Zum einen k\u00f6nnen Kubaner in einer begrenzten Zahl von Berufen selbst\u00e4ndig arbeiten, die sog. <em>cuentapropistas.<\/em> Nach neueren Berechnungen gibt es heute in Kuba rund 550.000 offiziell lizenzierte, allerdings stark regulierte Kleinunternehmer (Dienstleistungs- und Taxibetriebe, Restaurants, Privatunterk\u00fcnfte), die inzwischen 12 % der kubanischen Arbeitnehmer besch\u00e4ftigen. Damit die soziale Ungleichheit nicht weiter anw\u00e4chst (Staatsbedienstete verdienen umgerechnet rund 25 Dollar im Monat), werden z. Zt. keine weiteren Genehmigungen f\u00fcr neue Privatbetriebe erteilt. Zum anderen agieren in gro\u00dfen Teilen der Wirtschaft weiterhin Staatsunternehmen, die zumeist vom Milit\u00e4r betrieben werden; zum dritten schlie\u00dflich hat sich Kuba f\u00fcr gro\u00dfe ausl\u00e4ndische Unternehmen ge\u00f6ffnet, die auf der Insel \u2013 trotz enormer Probleme \u2013 Handel treiben und investieren. Seit Jahren h\u00e4ngt der Inselstaat allerdings stark von \u00d6llieferungen und Hilfeleistungen aus dem sozialistisch orientierten Venezuela ab; aber wegen der eigenen enormen Wirtschaftsprobleme Venezuelas steht zu erwarten, dass die \u00f6konomische Situation sich weiter verschlechtern wird, schon gar, nachdem US-Pr\u00e4sident Donald Trump die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und Kuba erneuten Restriktionen unterworfen hat.<\/p>\n<p>Seit Jahren ist die Rede von vermeintlichen Schritten hin zu einer wirtschaftlichen und politischen \u00d6ffnung Kubas. Am Ende der Regierungszeit von Barack Obama (2016) als US-Pr\u00e4sident standen die Zeichen auf Ann\u00e4herung an die USA. Nach dem R\u00fcckzug Ra\u00fal Castros aus dem Amt des Staatspr\u00e4sidenten steht seit 2018 mit Miguel D\u00edaz-Canel zum ersten Mal ein \u201eApparatschik\u201c formal an der Spitze des Staates, der nicht an der Revolution von 1959 teilgenommen hat. Ra\u00fal Castro h\u00e4lt allerdings weiterhin die Z\u00fcgel in Milit\u00e4r, Geheimdienst, Polizei und wichtigen Wirtschaftssektoren in der Hand, da er bis 2021 Vorsitzender der Kommunistischen Partei bleibt. Der Wechsel im Amt des Staatspr\u00e4sidenten stellt zwar einen Generationenwechsel dar, bedeutet aber keinen weitergehenden Wandel. Ganz im Gegenteil: Der <em>Hashtag <\/em>des Staates zur Amts\u00fcbergabe lautete <em>Somos Continuidad<\/em> und betonte damit die Kontinuit\u00e4tsstr\u00e4nge in Staat und Politik. Das \u00dcberleben des Regimes ist zum reinen Selbstzweck geworden; zentral f\u00fcr den Machterhalt ist dabei die Geschlossenheit der Eliten, die auf keinen Fall preisgegeben werden soll.<\/p>\n<p>Weitgehende Kontinuit\u00e4t l\u00e4sst auch die neue Verfassung erkennen, die Kuba sich 2018 gab. Das neue Grundgesetz enth\u00e4lt zwar etliche innovative \u00c4nderungen, etwa eine weitere \u00d6ffnung zur Marktwirtschaft, die Legalisierung von Privatbesitz oder die Erm\u00f6glichung von gleichgeschlechtlichen Ehen; auch das Ziel der Schaffung einer \u201ekommunistischen Gesellschaft\u201c wurde aus der neuen Verfassung gestrichen. Das \u201ekubanische sozialistische Modell\u201c aber sollte im Prinzip erhalten bleiben; auch eine weitreichende Liberalisierung des politischen Systems oder der staats\u00f6konomischen Wirtschaftsstruktur erfolgte nicht. Die absolute Macht der Kommunistischen Partei wurde nicht angetastet, sie blieb und ist weiterhin unter der bis 2021 festgeschriebenen F\u00fchrerschaft von Ra\u00fal Castro die einzige legale politische Kraft im Land.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Conclusion and outlook<\/strong><\/h3>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Ein Charakteristikum der Revolution von 1959 besteht darin, dass sie die erste soziale Mobilisierung in Lateinamerika war, die siegreich aus dem Kampf gegen die landbesitzenden Oligarchien, den \u00fcberm\u00e4chtigen Einfluss der USA und deren autorit\u00e4re Marionettenregime hervorging. Die \u201ekubanische Revolution\u201c wurde jahrzehntelang als Synonym f\u00fcr Kuba und seine Entwicklung nach 1959 benutzt; aber sp\u00e4testens seit den 1970er Jahren gab es auf der Karibikinsel eine postrevolution\u00e4re Gesellschaft, die eher schlecht als recht ihren Alltag bew\u00e4ltigen konnte. Trotzdem versuchte die kubanische F\u00fchrung bis 1989, ihr \u201eModell\u201c von Revolution und Gesellschaft in Lateinamerika und in Afrika gegen alle Widerst\u00e4nde zu propagieren, selbst mit milit\u00e4rischen Mitteln. Diese Politik f\u00fchrte im Innern des Landes, vor allem aber international, zu massiven Konflikten, insbesondere mit den USA, die schon 1960 eine im Grunde bis heute andauernde Blockade verh\u00e4ngten. Mit dem Zusammenbruch des Realsozialismus zu Beginn der 1990er Jahre versch\u00e4rften sich die internationalen, insbesondere die \u00f6konomischen Rahmenbedingungen. Der andauernde Versuch, die Ergebnisse der Revolution zu sichern, f\u00fchrte zur Verfestigung eines zentralistischen und autorit\u00e4ren Herrschaftssystems rund um die historischen Figuren Fidel und Ra\u00fal Castro.<\/p>\n<p>Die Gesamtbilanz von 60 Jahren \u201eRevolution\u201c ist ausgesprochen zwiesp\u00e4ltig. Bei aller berechtigten Kritik an Fidel Castro und seinem Regime wird ein n\u00fcchterner R\u00fcckblick auf seine \u00c4ra feststellen m\u00fcssen, dass es Kuba in jenen Jahrzehnten gelang, das (auch fr\u00fcher schon gute) Bildungs- und Gesundheitssystem deutlich zu verbessern, einen umfassenden Sozialstaat aufzubauen und in den Krisenjahren nach dem Zusammenbruch des Sozialismus den Zusammenhalt des Systems sicherzustellen. Als Verm\u00e4chtnis des Castrismus kann festgehalten werden, dass er eine zuvor eher unbedeutende Karibikinsel auf die weltpolitische B\u00fchne gehoben und tiefgreifende Transformationen im \u00f6konomischen und sozialen Bereich durchgef\u00fchrt hat, dass die sozialen Schranken weitgehend gefallen sind, der Index der menschlichen Entwicklung auf einer internationalen Skala (vor allem im Vergleich zu lateinamerikanischen L\u00e4ndern) hoch anzusetzen ist \u2013 die Kindersterblichkeit etwa ist geringer als in den USA \u2013 und das kubanische System jahrzehntelang Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr Freund und Feind (au\u00dferhalb wie innerhalb des Landes) war.<\/p>\n<p>Die Schlussphase des Castrismus, die zw\u00f6lf Jahre unter Fidels Bruder Ra\u00fal, sind insgesamt kritischer einzuordnen, da die allzu hohen Erwartungen bei weitem nicht erf\u00fcllt werden konnten. Grundnahrungsmittel und Benzin sind notorisch knapp geblieben, der bei weitem gr\u00f6\u00dfte Arbeitgeber ist (bei miserablen Arbeitsl\u00f6hnen) weiterhin der Staat, in der Landwirtschaft sind wenig Rationalisierungsfortschritte festzustellen, weshalb nach wie vor viele Nahrungsmittel importiert werden m\u00fcssen. Die j\u00e4hrlich ca. drei Milliarden US-Dollar an Rimessen von den (\u00fcberwiegend wei\u00dfen) Emigranten sind eine immer unverzichtbarere Einnahmequelle f\u00fcr das Land und schwemmen achtmal mehr Devisen nach Kuba als durch Tabak- und Zigarettenexport erzielt werden. Da die Finanzsendungen entlang der Familienbande stattfinden, reproduzieren die auch durch Rimessen hervorgerufenen neuen Ungleichheiten viele der vorrevolution\u00e4ren Hierarchien und bewirken eine Re-Stratifizierung der kubanischen Gesellschaft entlang der Hautfarbe. Eine baldige Besserung steht nicht zu erwarten, zumal US-Pr\u00e4sident Donald Trump die von seinem Vorg\u00e4nger Obama begonnene Entspannungspolitik zwischen beiden L\u00e4ndern wieder zur\u00fcckgenommen und abermals eine aggressive Au\u00dfenhandelspolitik in Gang gesetzt hat. Von den gro\u00dfen Idealen der Revolution spricht auf Kuba heute kaum noch jemand.<\/p>\n<p>Trotz aller Ver\u00e4nderungen im politischen und \u00f6konomischen Bereich muss festgehalten werden, dass Kuba im Kern eine von der Castro-Familie und dem Milit\u00e4r dominierte Diktatur geblieben ist, in der auch die \u00f6konomische \u00d6ffnung immer dann an ihre Grenzen st\u00f6\u00dft, wenn sie mit dem politisch-ideologischen Fundament des Regimes in Widerspruch ger\u00e4t. Das Fazit zur heutigen Lage Kubas bleibt somit ambivalent. Die Notwendigkeit von Reformen ist zwar gro\u00df, der Ver\u00e4nderungswille der Regierung allerdings nach wie vor gering.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das 20. Jahrhundert begann f\u00fcr Kuba mit dem Krieg von 1895-1898, der zur Unabh\u00e4ngigkeit der Karibikinsel von Spanien, gleichzeitig jedoch zu erneuter Abh\u00e4ngigkeit \u2013 diesmal von den USA \u2013 f\u00fchrte. Die neue politische Struktur ist h\u00e4ufig als abh\u00e4ngige oder neokoloniale Republik bezeichnet worden, wobei wesentliche Elemente der Kolonialgesellschaft in die Republik \u00fcberf\u00fchrt wurden. Bezeichnenderweise wurde&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":108429,"menu_order":419,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-108428","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Kubas Weg im 20. und 21. Jahrhundert - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kubas Weg im 20. und 21. Jahrhundert - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Das 20. Jahrhundert begann f\u00fcr Kuba mit dem Krieg von 1895-1898, der zur Unabh\u00e4ngigkeit der Karibikinsel von Spanien, gleichzeitig jedoch zu erneuter Abh\u00e4ngigkeit \u2013 diesmal von den USA \u2013 f\u00fchrte. Die neue politische Struktur ist h\u00e4ufig als abh\u00e4ngige oder neokoloniale Republik bezeichnet worden, wobei wesentliche Elemente der Kolonialgesellschaft in die Republik \u00fcberf\u00fchrt wurden. Bezeichnenderweise wurde&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Kuba_Bernecker_Castro_Guevara.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"2143\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1916\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"22 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\\\/\",\"name\":\"Kubas Weg im 20. und 21. Jahrhundert - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Kuba_Bernecker_Castro_Guevara.jpg\",\"datePublished\":\"2025-07-23T10:52:49+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Kuba_Bernecker_Castro_Guevara.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Kuba_Bernecker_Castro_Guevara.jpg\",\"width\":2143,\"height\":1916,\"caption\":\"FILE - In this 1960 file photo, Cuba's revolutionary hero Ernesto \\\"Che\\\" Guevara, center, Cuba's leader Fidel Castro, left, and Cuba's President Osvaldo Dorticos, right, attend a reception in an unknown location in Cuba. Former President Fidel Castro, who led a rebel army to improbable victory in Cuba, embraced Soviet-style communism and defied the power of 10 U.S. presidents during his half century rule, has died at age 90. The bearded revolutionary, who survived a crippling U.S. trade embargo as well as dozens, possibly hundreds, of assassination plots, died eight years after ill health forced him to formally hand power over to his younger brother Raul, who announced his death late Friday, Nov. 25, 2016, on state television. (Prensa Latina via AP Images, File) |\"},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Kubas Weg im 20. und 21. Jahrhundert\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Kubas Weg im 20. und 21. Jahrhundert - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Kubas Weg im 20. und 21. Jahrhundert - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Das 20. Jahrhundert begann f\u00fcr Kuba mit dem Krieg von 1895-1898, der zur Unabh\u00e4ngigkeit der Karibikinsel von Spanien, gleichzeitig jedoch zu erneuter Abh\u00e4ngigkeit \u2013 diesmal von den USA \u2013 f\u00fchrte. Die neue politische Struktur ist h\u00e4ufig als abh\u00e4ngige oder neokoloniale Republik bezeichnet worden, wobei wesentliche Elemente der Kolonialgesellschaft in die Republik \u00fcberf\u00fchrt wurden. Bezeichnenderweise wurde&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","og_image":[{"width":2143,"height":1916,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Kuba_Bernecker_Castro_Guevara.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"22 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\/","name":"Kubas Weg im 20. und 21. Jahrhundert - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Kuba_Bernecker_Castro_Guevara.jpg","datePublished":"2025-07-23T10:52:49+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Kuba_Bernecker_Castro_Guevara.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Kuba_Bernecker_Castro_Guevara.jpg","width":2143,"height":1916,"caption":"FILE - In this 1960 file photo, Cuba's revolutionary hero Ernesto \"Che\" Guevara, center, Cuba's leader Fidel Castro, left, and Cuba's President Osvaldo Dorticos, right, attend a reception in an unknown location in Cuba. Former President Fidel Castro, who led a rebel army to improbable victory in Cuba, embraced Soviet-style communism and defied the power of 10 U.S. presidents during his half century rule, has died at age 90. The bearded revolutionary, who survived a crippling U.S. trade embargo as well as dozens, possibly hundreds, of assassination plots, died eight years after ill health forced him to formally hand power over to his younger brother Raul, who announced his death late Friday, Nov. 25, 2016, on state television. (Prensa Latina via AP Images, File) |"},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/kubas-weg-im-20-und-21-jahrhundert\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Kubas Weg im 20. und 21. Jahrhundert"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/108428","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/108428\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":108437,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/108428\/revisions\/108437"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/108429"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=108428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}