{"id":108441,"date":"2025-07-23T13:06:48","date_gmt":"2025-07-23T11:06:48","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=108441"},"modified":"2025-07-23T13:06:51","modified_gmt":"2025-07-23T11:06:51","slug":"vermittlerin-oder-zwischen-allen-stuehlen-zur-rolle-der-kirche-in-kuba","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/vermittlerin-oder-zwischen-allen-stuehlen-zur-rolle-der-kirche-in-kuba\/","title":{"rendered":"Vermittlerin oder zwischen allen St\u00fchlen?"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Hinf\u00fchrung <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich reise seit 2007 zwei- bis dreimal im Jahr nach Kuba. Die Benediktinerkongregation von Sankt Ottilien, deren Abtpr\u00e4ses ich bin, hat dort im Jahr 2008 eine Klostergr\u00fcndung begonnen. Das ist sozusagen der Sitz im Leben meines Vortrags. Ich bin der zust\u00e4ndige kirchliche H\u00f6here Obere, der diese Gr\u00fcndung beaufsichtigt und darf da von Zeit zu Zeit hinfahren. Wie es dazu gekommen ist, werde ich an geeigneter Stelle erw\u00e4hnen \u2013 die Geschichte passt durchaus zum Thema des heutigen Tages.<\/p>\n<p>Diese Klostergr\u00fcndung in Kuba \u2013 das will ich einfach vorausschicken \u2013, die mir und uns ein sehr wichtiges und gro\u00dfes Anliegen ist, wird von der Regierung intensiv begleitet. Das beginnt damit, dass ich nicht mit einem Touristenvisum einreise, sondern immer mit einem Spezialvisum, das beim Innenministerium beantragt werden muss. Das Land, das uns f\u00fcr die Klostergr\u00fcndung zur Verf\u00fcgung gestellt wurde, ist von der Regierung bewilligt worden. Es gab vor allem in den Anf\u00e4ngen unserer Klostergr\u00fcndung eine sehr intensive Beobachtung unseres Alltagslebens, optisch und akustisch. Wir haben den Eindruck, dass wir nicht mehr so interessant sind wie am Anfang, dass da inzwischen etwas weniger intensiv aufgepasst wird. Aber auch das, was wir anderswo \u00fcber die Verh\u00e4ltnisse in Kuba erz\u00e4hlen, wird gerne und aufmerksam beobachtet. Das erfordert von mir Umsicht und Klugheit, auch heute, und daf\u00fcr bitte ich Sie um Verst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Sie vorneweg mitnehmen nach Santiago de Cuba. Auf einem der Bilder, die uns Professor Baier gezeigt hat, war die dortige Kathedrale zu sehen, mit zwei pr\u00e4chtigen T\u00fcrmen, im Hintergrund das Meer und vor der Kathedrale ein Platz. Am 31. Dezember 1958 hatte der Diktator Fulgencio Batista y Zald\u00edvar Kuba verlassen, und am 1. Januar rief Fidel Castro den Triumph der Revolution aus, und zwar auf diesem Platz, vor dieser Kathedrale. Er stand auf dem Balkon des Rathauses, des \u201eayuntamiento\u201c, gegen\u00fcber der Kathedrale und hat da eine Rede gehalten, eine dieser ausf\u00fchrlicheren Reden, die sein Markenzeichen wurden. Diese wird zitiert als die Rede vom 1. und 2. Januar: sie begann am Abend und endete erst am n\u00e4chsten Morgen.<\/p>\n<p>Fidel Castro war nicht allein auf diesem Balkon. Neben ihm stand Enrique P\u00e9rez Serantes, der Erzbischof von Santiago und Primas von Kuba. Er hatte die T\u00fcren der Kathedrale f\u00fcr diesen Anlass \u00f6ffnen lassen. In der frommen katholischen \u00dcberlieferung hei\u00dft es: damit Fidel Castro w\u00e4hrend seiner ganzen Rede immer den Tabernakel vor Augen habe. Wichtiger war wahrscheinlich diese symbolische Geste: die katholische Kirche von Santiago und implizit von ganz Kuba begr\u00fc\u00dft diese Revolution mit offenen T\u00fcren. Das war am 1. und 2. Januar. Am 3. Januar ver\u00f6ffentlichte Erzbischof P\u00e9rez Serantes einen Hirtenbrief mit dem Titel \u201eVida nueva\u201c, neues Leben, und formulierte in diesem Brief eine ziemlich enthusiastische Begr\u00fc\u00dfung der Revolution. Das nur einmal als kleine Szene, als Einstieg in diesen Vortrag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Historische Wegmarker<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Geschichte der Kirche in Kuba ist eingebettet in die \u00fcbliche lateinamerikanische Kolonialgeschichte einschlie\u00dflich des \u201ePatronado\u201c. Das hei\u00dft, die spanische Krone hatte sich vom Heiligen Stuhl umfassende Vollmachten f\u00fcr den Aufbau der Organisation der Kirche in allen Kolonien Lateinamerikas \u00fcbertragen lassen. Es gab deshalb von vornherein eine gewisse Gleichschaltung der kirchlichen Entwicklung mit den Kolonialstrukturen. Die katholische Kirche war von daher auch positiv unterst\u00fctzend auf die spanische Kolonialregierung hin orientiert. Kuba war enger an Spanien gebunden als die anderen Kolonien und erlangte als letzte \u00fcberseeische Besitzung Spaniens eine vor\u00fcbergehende Unabh\u00e4ngigkeit, die dann rasch durch die Abh\u00e4ngigkeit von den USA abgel\u00f6st wurde. In Spanien wird der Verlust Kubas bis heute als ein Trauma erinnert, mehr als der Rest Lateinamerikas. Eine bis heute g\u00e4ngige Redewendung dr\u00fcckt das aus: \u201eM\u00e1s se perdi\u00f3 en Cuba\u201c. Bei einem Fehlschlag tr\u00f6stet man sich damit, es h\u00e4tte ja noch schlimmer kommen k\u00f6nnen, \u201ein Kuba haben wir noch viel mehr verloren\u201c.<\/p>\n<p>Die Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung Kubas hatte, anders als im Rest Lateinamerikas, eine starke katholische Basis. Anderswo gab es im Rahmen der Unabh\u00e4ngigkeitsbestrebungen starke antiklerikale und freimaurerische Str\u00f6mungen. In Kuba war das kaum der Fall, und das liegt unter anderem daran, dass das intellektuelle Leben Kubas sehr stark von zwei katholischen Einrichtungen gepr\u00e4gt worden ist, der Real y Pontificia Universitad de San Jeronimo, die 1728 vom Dominikanerorden gegr\u00fcndet worden war, und vom Priesterseminar San Carlos y San Ambrosio, das sich ebenfalls zu universit\u00e4ts\u00e4hnlichen Institution entwickelt hatte, mit Kursen in vielen weltlichen F\u00e4chern. Beide liegen in Havanna und existieren bis heute in dem stolzen Bewusstsein einer ruhmreichen Geschichte. Das Seminar ist weiterhin das Priesterseminar der kubanischen Kirche. Die Universit\u00e4t ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr p\u00e4pstliche Universit\u00e4t; sie hat sich 1842 sozusagen s\u00e4kularisiert, besteht aber ausdr\u00fccklich auf der ehrw\u00fcrdigen Traditionslinie der alten P\u00e4pstlichen Universit\u00e4t.<\/p>\n<p>In diesen beiden Institutionen wurde die Unabh\u00e4ngigkeit Kubas vorgedacht und intellektuell entwickelt. Eine f\u00fchrende Rolle hat dabei ein Mann gespielt, der neben dem genannten Jos\u00e9 Mart\u00ed vielleicht der zweite Vater der intellektuellen Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung in Kuba ist: F\u00e9lix Varela. F\u00e9lix Varela ist etwas \u00e4lter als Mart\u00ed; er lebte von 1788 bis 1853, war Priester, Intellektueller und daneben Dozent an diesem Priesterseminar, hat dort Philosophie, Physik und Chemie unterrichtet, hat einen Lehrstuhl f\u00fcr Verfassungsfragen eingerichtet und wurde von der ganzen nachfolgenden Generation kubanischer Intellektueller als ihr Zieh- oder Stammvater betrachtet. \u201eF\u00e9lix Varela ist der Mann, der uns das Denken gelehrt hat\u201c, sagte Jos\u00e9 de la Luz y Caballero. Seine Sch\u00fcler spielten eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des kubanischen Nationalbewusstseins; einer von ihnen war der Lehrer Jos\u00e9 Mart\u00eds.<\/p>\n<p>1821 wurde Varela w\u00e4hrend einer kurzen Bl\u00fcte des Liberalismus Abgeordneter f\u00fcr Kuba im spanischen Parlament. Er hat in dieser Zeit Petitionen f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit und ein Memorandum zur Abschaffung der Sklaverei verfasst. Als es in Spanien 1823 zur Restauration eines autorit\u00e4ren Regimes kam, wurden die renitenten Abgeordneten zum Tode verurteilte, darunter auch F\u00e9lix Varela. Dieser ging ins Exil nach New York, wo er noch jahrzehntelang wirkte. Er gr\u00fcndete Zeitungen, schrieb mit am ber\u00fchmten Baltimore-Katechismus und wurde Generalvikar der Di\u00f6zese New York. Er starb schlie\u00dflich im Exil. Dabei blieb er f\u00fcr Kuba eine wichtige Bezugsperson, auf die sich bis heute viele berufen. Er wird in allen gesellschaftlichen Kreisen hoch geehrt und gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>1910 wurden seine Gebeine in New York exhumiert und nicht, wie sonst \u00fcblich, in eine Kapelle verbracht, um eine etwaige Seligsprechung vorzubereiten. Felix Varela wurde stattdessen in der Aula Magna der Universit\u00e4t von Havanna beigesetzt und liegt dort heute noch. Inzwischen gibt es auch den Seligsprechungsprozess, aber ich wei\u00df nicht, ob die Knochen aus der Aula Magna wieder herausgebracht werden k\u00f6nnen. In Kuba verleiht die Regierung seit 1981 den F\u00e9lix Varela-Orden, als \u201eh\u00f6chste Auszeichnung f\u00fcr die unverg\u00e4nglichen Werte der nationalen und universalen Kultur\u201c, wie es hei\u00dft.<\/p>\n<p>Das ist wichtig, weil nicht \u00fcberall in Lateinamerika die katholische Kirche und ihre Repr\u00e4sentanten so eng mit der nationalen Befreiungsbewegung verbunden waren. Daraus ergab sich ein gewisses Vorschusskapital und eine Tradition, auf denen auch der Erzbischof von Santiago noch aufbaute, als er die Revolution 1959 zun\u00e4chst so enthusiastisch begr\u00fc\u00dfte.<\/p>\n<p>In der Republik, also in der Zeit dieser Quasi-Kolonialherrschaft durch die USA, ist es der Kirche nicht schlecht gegangen. Sie konnte starke Institutionen entwickeln, die eben auch weiter das kubanische Nationalbewusstsein f\u00f6rderten, gro\u00dfe Laienverb\u00e4nde und Schulen. Fidel Castro, das wurde schon erw\u00e4hnt, war Jesuiten-Sch\u00fcler. Das hatte durchaus Folgen: Im katholischen Kuba wird erz\u00e4hlt, dass Fidel Castro nach der Aufhebung und Umwandlung des Jesuitenkollegs in eine Milit\u00e4reinrichtung pers\u00f6nlich die Anweisung gegeben habe, dass die Kapelle nicht anger\u00fchrt werden d\u00fcrfe. Sie m\u00fcsse bleiben, wie sie zu seiner Schulzeit war, und so sei es dann auch geschehen.<\/p>\n<p>Am Vorabend der Revolution gab es in Kuba ungef\u00e4hr 670 Weltpriester f\u00fcr 6,5 Millionen Gl\u00e4ubige. Das ist eine ziemlich gute Quote. Es gab 158 Frauenkl\u00f6ster und 87 M\u00e4nnerorden. Damit stellte die katholische Kirche in Kuba eine starke, auch sozial und kulturell bedeutsame Kraft dar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Kirche und Revolution<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Entsprechend ihrer kubanischen Eigentradition war die katholische Kirche auch in die Revolution oder Rebellion einbezogen. Zahlreiche Geistliche wirkten als Kapl\u00e4ne bei den Rebellentruppen, mit Duldung oder Erlaubnis ihrer Bisch\u00f6fe. Die Kirche reklamierte in den Folgejahren f\u00fcr sich, dass sie bei der Gewissensbildung der Revolutionsf\u00fchrer, auch bei denen, die sich sp\u00e4ter als atheistisch deklariert haben, durchaus eine wichtige Rolle gespielt habe. Der besagte Primas von Kuba, der Erzbischof von Santiago, der da auf dem Balkon stand, hatte schon 1953 nach dem gescheiterten Angriff auf die Moncada-Kaserne f\u00fcr den untergetauchten Fidel Castro verhandelt, damit es bei einem Gerichtsverfahren nicht zur Todesstrafe komme. Auf diese Garantie hin stellte sich Fidel Castro, es kam zum Gerichtsverfahren und zu einer Verurteilung. 1955 ging er nach einer Generalamnestie ins Exil, kehrte 1956 zur\u00fcck und begann die Revolution.<\/p>\n<p>Die Folgen der Revolution sind bis heute bestimmend, und das schl\u00e4gt sich auch in der Sprache nieder. Der Ausdruck \u201eTriumph der Revolution\u201c ist ein selbstverst\u00e4ndlicher Redebestandteil, insbesondere bei Datierungen. Gemeint ist der 1. Januar 1959, und vieles wird danach datiert, z.B. die Ausgaben der einzigen kubanischen Tageszeitung \u201eGranma\u201c, dem Organ des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas. An vielen Geb\u00e4uden sieht man Jahreszahlen, die ab 1959 gez\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p>Zwei Castro-Zitate aus den ersten Jahren nach der Revolution belegen die katholische Rolle: \u201eDie kubanischen Katholiken haben entschieden an diesem Werk der Freiheit mitgearbeitet.\u201c Und: \u201eDies ist eine sozialistische Revolution sui generis. Das sehen Sie schon an diesem Detail: Es handelt sich um die erste derartige Revolution auf der ganzen Welt, die mit v\u00f6lliger Unterst\u00fctzung der Kirche beginnt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBeginnt\u201c ist hier allerdings ein sehr wichtiges Wort: nach etwa zehn Monaten nahm die Revolution einen ausdr\u00fccklich kommunistischen und prosowjetischen Kurs auf. Daraufhin kam es zu Gegendemonstrationen, die stark katholisch gepr\u00e4gt waren, und nach der fallierten Schweinebucht-Invasion 1961 dann zu umfangreichen Verhaftungen auch von Kirchenf\u00fchrern. Dies f\u00fchrte zu einer Desillusionierung; es kam zu Hirtenbriefen, die sich sehr kritisch mit den Eingriffen der Regierung ins Unterrichtswesen besch\u00e4ftigten, mit den Verstaatlichungen, den Agrarreformen, der Unterbindung der katholischen Medien und so fort. Im September 1961 wurden dann 161 Priester und ein Bischof ausgewiesen, auf ein kleines Schiff namens Covadonga gesetzt und losgeschickt. Das f\u00fchrte dazu, dass dann kurz danach viele Kirchenobere, vor allem solche mit Sitz in Spanien, ihre Priester, Ordensbr\u00fcder und -Schwestern aus Kuba abberiefen. Von etwa 800 Priestern blieben nur 200 zur\u00fcck, von 2000 Ordensfrauen ebenfalls nur etwa 200. Am Ende des Jahres 1962 konnte die Kirche nur noch mit 10 Prozent ihres Personals weiterarbeiten.<\/p>\n<p>Die Situation war nun schwierig. Jahrzehntelang galten die Anstrengungen dem einfachen \u00dcberleben der Kirche. Es wurde versucht, die Grunddienste des kirchlichen Lebens sicherzustellen: Gottesdienste, Sakramente, Taufen, Firmungen. Es gelang kaum, ein dar\u00fcber hinausgehendes kirchliches Leben aufrechtzuhalten. \u00dcberdies war die Kirche auch verunsichert, da sie nicht wusste, wie sie sich angesichts der dramatisch ver\u00e4nderten Verh\u00e4ltnisse positionieren sollte.<\/p>\n<p>Das Zweite Vatikanische Konzil f\u00fchrte vielerorts und auf vielen Ebenen zu einem Aufbruch und zu einer Befreiung aus Verkrustungen. Dies traf auch auf die kubanische Situation zu. Das Konzil und in der Nachfolge des Konzils die lateinamerikanischen Bischofsversammlungen von Medell\u00edn und Puebla boten in den 1970er Jahren eine neue Perspektive. Sie boten eine theologisch Grundlegung f\u00fcr eine Kirche, die sich sehr bewusst auf die Seite des Volkes stellt. Das schuf M\u00f6glichkeiten einer vorsichtigen \u00d6ffnung auch im Blick auf ein kommunistisches Regime, und kam es schlie\u00dflich zu einem Modus vivendi: Die Kirche fand sich damit ab, dass sie in einem Land mit einem von einer sozialistischen Revolution gepr\u00e4gten Regime zu leben hatte und verzichtete auf Fundamentalopposition. Es wurde nun auch m\u00f6glich, einige gemeinsame Ziele zu bejahen \u2013 etwa die h\u00e4ufig aufgez\u00e4hlten Errungenschaften der Revolution bei der Armenf\u00fcrsorge, im Gesundheitswesen, der Egalit\u00e4t innerhalb gewisser Grenzen und bei der Abdeckung der Grundbed\u00fcrfnisse. Andererseits fand sich der kubanische Staat mit der Existenz der Kirche ab und akzeptierte ihre historisch gewachsene Rolle in Kuba und Lateinamerika und ihre Dimension als Weltkirche.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Kirchliches Leben in der Gegenwart<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie sieht das kirchliche Leben heute in Kuba aus? Als die Benediktiner 2008 nach Kuba kamen, sagte mir der Apostolische Nuntius: \u201eSubstanziell haben wir hier Freiheit.\u201c Es gibt allerdings Einschr\u00e4nkungen. Die Kirche hat keinen Zugang zu Massenkommunikationsmitteln und es ist ihr versagt, im Bildungssektor t\u00e4tig zu werden. Sie wirkt weiterhin im Bereich von Caritas und Altenf\u00fcrsorge, aber nicht mehr im Gesundheitswesen. Sie unterliegt einer intensiven staatlichen Aufsicht, die durch ein B\u00fcro f\u00fcr religi\u00f6se Angelegenheiten wahrgenommen wird. Dieses ist auf der Leitungsebene der Partei verankert. Alle Religionen unterliegen dieser Aufsicht in gleicher Weise. Dies wird gerne betont, und man kann heraush\u00f6ren, dass die Einreihung der katholischen Kirche neben den Zeugen Jehovas, verschiedenen Gruppen der Santer\u00eda, den Mormonen und der kleinen Kapelle der russisch-orthodoxen Kirche die katholische Kirche ein bisschen zurechtstutzen soll. Aber es wird gleichzeitig auch ernstgenommen, dass die katholische Kirche nach wie vor historisch, kulturell-sozial, aber auch durch eine gro\u00dfe Anzahl von Gl\u00e4ubigen bedingt eine entscheidende Rolle in Kuba spielt.<\/p>\n<p>Die Kirche unterliegt auch den Einschr\u00e4nkungen, mit denen jeder Kubaner in seinem Alltagsleben zurechtkommen muss. Politische Bet\u00e4tigung gibt es nur im Rahmen eines sozialistischen Einparteienstaates. Alle Aspekte von Staatssicherheit werden sehr stark betont; man muss also auch damit rechnen, dass man abgeh\u00f6rt und beobachtet wird usw. Das geht aber allen so, nicht nur den kirchlichen Amtstr\u00e4gern. Und dann gibt es da noch den Alltag beherrschenden Faktor: Das Wirtschaftsleben ist auf einem sehr, sehr niedrigen Niveau. Viele Alltagsbed\u00fcrfnisse, beginnend bei der elementaren Nahrungsversorgung, sind nur ganz schwer zu meistern, und das gilt f\u00fcr alle. Bisch\u00f6fe und Priester m\u00fcssen sich genauso bem\u00fchen, dass sie selber oder jemand anderer f\u00fcr sie jeden Tag etwas zum Essen auf den Tisch bringen bzw. bringt, wie alle anderen auch.<\/p>\n<p>Eine weitere Erschwernis des Alltags, die die Kirche aufgrund ihrer Befassung mit Projekten vielleicht doch mehr trifft als viele andere, ist ein kompliziertes und aufw\u00e4ndiges Genehmigungswesen. Wir Benediktiner haben bei unserer Klostergr\u00fcndung in vielerlei Weise Unterst\u00fctzung erfahren. Aber auch f\u00fcr uns sind relativ kleine Unternehmungen manchmal sehr beschwerlich: Erlaubnisse, Genehmigungen, Technikergutachten von vereidigten Sachverst\u00e4ndigen usw. Das l\u00e4hmt und kostet sehr Nerven. Ich kann das an meinen Mitbr\u00fcdern sp\u00fcren, die da vor Ort leben, und das geht nat\u00fcrlich allen anderen auch so, die irgendwo in einer Funktion sind, in der sie Dinge bewegen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>All das teilt die katholische Kirche allerdings mit allen Kubanern, das ist also keine herausgehobene Bedr\u00e4ngnis. Ein Mitarbeiter der Deutschen Bischofskonferenz, der k\u00fcrzlich in Kuba war, sagte mir, er habe \u00fcberall nachgefragt, wo die Verfolgung der Kirche sp\u00fcrbar werde. Die Gespr\u00e4chspartner vor Ort h\u00e4tten aber alle abgestritten, dass es solche Verfolgungen gebe, sie seien total eingesch\u00fcchtert. Nach meiner Erfahrung sind die Kubaner nat\u00fcrlich vorsichtig, aber ich glaube nicht, dass sich die katholische Kirche im Alltag verfolgt f\u00fchlt. Sie teilen das oft schwierige Alltagsleben aller Kubaner, aber dar\u00fcber muss man sich ja nicht gerade bei einem Ausl\u00e4nder beschweren.<\/p>\n<p>Die katholische Kirche ist heute in Kuba der gr\u00f6\u00dfte nichtstaatliche Akteur im gesellschaftlichen und kulturellen Leben, eigentlich auch der einzige, der diese Organisationstiefe aufbringt und zugleich so intensiv mit dem Ausland vernetzt ist. Das gibt der katholischen Kirche eine grunds\u00e4tzlich herausgehobene Stellung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Ortega-Jahre<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mein Beitrag steht unter dem Titel \u201eVermittlerin oder zwischen allen St\u00fchlen?\u201c, das hei\u00dft es geht \u00fcber Vermittlungen und Br\u00fcckenbau. Ich habe zwei gro\u00dfe Br\u00fcckenbauer vor Augen. Der erste ist der schon mehrfach genannte Kardinal Jaime Ortega, der sehr lange, von 1981 bis 2016, Erzbischof von Havanna war. Er hat es geschafft, in dieser Zeit vier Papstbesuche nach Kuba zur organisieren. Der mit Abstand bedeutendste war zweifellos der Besuch von 1998. Prof. Baier hat dargelegt, was dieser Besuch f\u00fcr die Kirchenmusik in Kuba bedeutet hat, aber das ist auch auf vielen anderen Ebenen so gewesen.<\/p>\n<p>Der Papstbesuch von Johannes Paul II. machte die katholische Kirche 1998 wieder als Massenorganisation sichtbar. Der Abschlussgottesdienst sollte im sogenannten Panamerikanischen Stadion abgehalten werden. Dort h\u00e4tten etwa 34.000 Gl\u00e4ubige Platz gehabt. Als deutlich wurde, dass dies nicht ausreicht, musste der Gottesdienst auf die monumentale Plaza de la Revoluci\u00f3n verlegt werden, die vom 109 Meter hohen Denkmal f\u00fcr Jos\u00e9 Mart\u00ed und von den stilisierten Gesichtsz\u00fcgen Che Guevaras beherrscht wird. Dort nahmen mehr als eine halbe Million Menschen am Gottesdienst teil. Diese eindrucksvolle katholische Pr\u00e4senz \u00fcberraschte viele, selbst die katholische Hierarchie.<\/p>\n<p>Der Besuch f\u00fchrte zu etlichen Ver\u00e4nderungen: Die Regierung gestattete den Bau eines neuen Priesterseminars und anderer kirchlicher Bauten. Weihnachten, zuvor ein normaler Arbeitstag, wurde zum Feiertag erkl\u00e4rt. Und der Kirche wurde das Agieren im \u00f6ffentlichen Raum erm\u00f6glicht. Hier haben die geschickte Verhandlungskraft und das Auftreten von Erzbischof Jaime Ortega (seit 1994 Kardinal) eine wichtige Rolle gespielt. Er erz\u00e4hlte mir einmal, was da f\u00fcr ihn wichtig war. Irgendwann durften in den Pfarreien wieder Prozessionen stattfinden, die den gesch\u00fctzten Raum der Kirche verlie\u00dfen. Man durfte wieder mit einem Kreuz durch die Stra\u00dfen von Havanna und von anderen Ortschaften ziehen. Er bekam die Erlaubnis, auf dem Kathedralplatz von Havanna, also an einem sehr sichtbaren \u00f6ffentlichen Ort, eine Krippe aufzustellen. Das klingt vielleicht banal, aber das waren richtige Durchbr\u00fcche. Der Kardinal betrachtete diese neue Sichtbarkeit als Gelegenheit zur Evangelisierung. So wird da nicht nur eine Krippe aufgestellt: neben der Krippe wird immer jemand stehen, ein Katechet oder sonst jemand, der die Krippe erkl\u00e4ren kann. So konnte den vielen Kubanern, die keine Glaubensinhalte mehr kennen, endlich wieder erkl\u00e4rt werden, was dieser Glaube eigentlich bedeutet, und das sogar im \u00f6ffentlichen Raum.<\/p>\n<p>\u201e\u00d6ffentlicher Raum\u201c ist ein Schl\u00fcsselbegriff. Die katholische Kirche hat keinen Zugang zu den normalen Massenmedien. Aber der Laienrat des Erzbistums konnte im Jahr 2005 eine Zeitschrift gr\u00fcnden, die bis heute erscheint. Sie tr\u00e4gt den programmatischen Titel \u201eEspacio Laical\u201c, \u201eRaum der Laien\u201c, und in dieser Zeitschrift habe ich vor einigen Jahren noch sehr mutige Artikel gesehen, in denen offen \u00fcber eine Gesellschaftsform \u201enach dem Kommunismus\u201c diskutiert wurde. Das Geb\u00e4ude des ehemaligen Priesterseminars, ein imposanter Komplex an herausgehobener Stelle in der historischen Altstadt, war durch den Umzug des Seminars in einen Neubau auf dem Land frei geworden. Kardinal Ortega hat dort ein Kulturzentrum eingerichtet, das Centro F\u00e9lix Varela. Dort finden zum Beispiel die von Rektor Baier geschilderten Kirchenmusikkurse statt. Es besteht die Hoffnung, hier mittelfristig eine akademische Institution der katholischen Kirche entstehen lassen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kardinal Jaime Ortega gelang es, unter Wahrung einer Grundloyalit\u00e4t zur kubanischen Gesellschaft die Grenzen des \u00f6ffentlichen Agierens der Kirche immer weiter hinauszuschieben und somit die Gestaltungsr\u00e4ume der Kirche zu vergr\u00f6\u00dfern. Diese nutzte er zur Evangelisierung, aber dort sind auch Freir\u00e4ume f\u00fcr Intellektuelle und f\u00fcr Kultur entstanden sowie f\u00fcr Werke der Caritas. Da durch internationale Hilfen dann auch Mittel zur Verf\u00fcgung standen, konnten die Pfarreien \u2013 gerade w\u00e4hrend des \u201ePeriodo especial\u201c (\u201aSonderperiode in Friedenszeiten\u2018, d.h. Wirtschaftskrise ab 1990, nach dem Zerfall der Sowjetunion) und auch sp\u00e4ter immer wieder \u2013 mithelfen, Not zu lindern und in der Armenf\u00fcrsorge t\u00e4tig zu werden.<\/p>\n<p>Eine weitere Folge des Papstbesuches von Johannes Paul II. ist die Gr\u00fcndung der Benediktiner, denn im Nachgang zu diesem Papstbesuch verhandelte der Kardinal mit Fidel Castro \u00fcber die neuen M\u00f6glichkeiten der Kirche in Kuba. Da ging es um das Priesterseminar und um ein neues Priesterhaus in Havanna. Der Kardinal f\u00fcgte hinzu: \u201eUnd ich m\u00f6chte Benediktiner holen.\u201c Darauf fragte Fidel Castro: \u201eBenediktiner\u201c \u2013 Sie m\u00fcssen denken, (er war) Jesuiten-Sch\u00fcler \u2013, \u201ewas machen die denn?!\u201c Die Geschichte ist etwas witzig, aber sie ist authentisch, sie ist mir oft erz\u00e4hlt worden. Der Kardinal wusste, dass er jetzt bei Fidel Castro Eindruck machen musste, und so sagte er: \u201eDie machen K\u00e4se.\u201c Das steht nicht ganz im Vordergrund unserer T\u00e4tigkeiten, aber es gibt tats\u00e4chlich auch Benediktinerk\u00e4se. Jedenfalls, Fidel Castro erwiderte: \u201eJa, dann sollen die mal kommen.\u201c Und dieses dahingesprochene Wort, das ist eben der Vorteil der charismatischen Herrschaft nach Max Weber, das gilt dann auch. Bis heute wei\u00df man im Religionsb\u00fcro sehr genau, dass nat\u00fcrlich diese grunds\u00e4tzliche Erlaubnis f\u00fcr unsere Gr\u00fcndung von Fidel Castro selber gegeben worden ist. Das z\u00e4hlt bis heute und ist ein Grund, warum wir uns in Kuba befinden.<\/p>\n<p>Papst Benedikt XVI. kam 2012. Das war ein kleinerer Besuch und der Papst war etwas ersch\u00f6pft. Das habe ich noch in Erinnerung, da war ich auch zuf\u00e4llig im Land. Das hat einen praktischen Effekt gehabt: Neben dem Weihnachtstag sollte jetzt noch ein zweiter Feiertag der Kirche genehmigt werden, und zwar auf Wunsch der Regierung der Karfreitag. Kardinal Jaime sagte mir: \u201eDas ist keine gute Idee. Unsere Leute, wenn die Feiertag h\u00f6ren, dann geht es um Rum und Tanzen, und Karfreitag passt nicht gut zusammen mit Rum und Tanzen.\u201c Den Karfreitag gibt es jetzt, und die Bef\u00fcrchtungen von Kardinal Ortega haben sich, glaube ich, erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Papst Franziskus war schon zweimal in Kuba. 2016 kam es zur historisch ersten Begegnung mit dem Patriarchen von Moskau, als Papst Franziskus auf dem Weg in die USA in Havanna zwischenlandete. Dass das ausgerechnet in Kuba stattfindet, sagt einiges \u00fcber die herausgehobene Rolle, die Kuba als ein Drehplatz internationaler Diplomatie und als ein relativ offener Ort hat \u2013 offen und gleichzeitig kontrollierbar. Da ist eben vieles m\u00f6glich. Wenn man verhindern will, dass solche G\u00e4ste von der \u00d6ffentlichkeit bedr\u00e4ngt werden, dann ist auch das in Kuba sehr gut m\u00f6glich, und deswegen kommt es ja in Kuba erstaunlich oft zu solchen internationalen Konsultationen, Friedenskonferenzen etc., zuletzt wegen Kolumbien. Nicht selten geschieht das mit einer gewissen Mitwirkung der katholischen Kirche.<\/p>\n<p>Man kann sagen, dass der H\u00f6hepunkt der Amtszeit von Kardinal Ortega die Auss\u00f6hnung mit den USA war, diese Wiederann\u00e4herung, die durch die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen besiegelt wurde. Das hatte er wesentlich mit angesto\u00dfen, unterst\u00fctzt durch die vatikanische Diplomatie. Der fr\u00fchere Nuntius in Havanna, der heutige Kardinal Becciu, sa\u00df zu der Zeit schon im Staatssekretariat in Rom und hat das von dort aus begleitet. Auch die Botschaft der USA spielte eine wichtige Rolle. Die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen wurde 2015 vollzogen und f\u00fchrte zum Besuch von Pr\u00e4sident Obama in Havanna im M\u00e4rz 2016. Ich war damals gerade in Kuba; Pr\u00e4sident Obama fuhr dreimal an unserem Kloster vorbei, im \u201eBeast\u201c, dieser gro\u00dfen gepanzerten Limousine, mit der er transportiert wird. Im Zuge dieser Ann\u00e4herung wurden die Reisebeschr\u00e4nkungen aufgehoben; B\u00fcrger der USA konnten freier nach Kuba reisen. Und es kam zu einem Konzert der Rolling Stones, \u00fcbrigens am Karfreitag.<\/p>\n<p>Kardinal Jaime Ortega hatte einen ganz pers\u00f6nlichen Rapport mit Ra\u00fal Castro. In meiner Wahrnehmung waren das zwei alte M\u00e4nner, die schon einiges auf dem Buckel hatten, jeweils auf ihre Weise ja auch etwas geleistet haben, die \u00fcber manche Entwicklungen in der modernen Welt eher besorgt waren. Auf dieser Ebene verstanden sie sich, und so wurde manches m\u00f6glich. Der Platz Kardinal Ortegas war daher nicht zwischen den St\u00fchlen. Er nahm eine sehr wichtige Vermittlerposition ein in einem der entscheidenden Konflikte des 20. und 21. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Jungfrau von Cobre<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die zweite Br\u00fcckenbauerin, die ich erw\u00e4hnen m\u00f6chte, ist die Muttergottes von Cobre, die Barmherzige Mutter Gottes, die \u201eVirgen de la Caridad\u201c. Sie ist als Patronin Kubas seit ziemlich genau hundert Jahren anerkannt und spielt tats\u00e4chlich f\u00fcr Kuba eine sehr starke integrierende Rolle, so wie ich das eigentlich in keinem anderen Land kenne. Die Rassenfrage wurde ja vorher erw\u00e4hnt, die Frage der schwarzen kubanischen Bev\u00f6lkerung. Die Muttergottes von Cobre gilt als die Mutter aller Kubaner, weil sie ja von einem Schwarzen zusammen mit zwei Indios aus dem Meer gefischt wurde. Sie wird immer dargestellt auf einer umgekehrten Mondsichel mit Sockel, und auf diesem sieht man ein kleines Boot mit zwei braunen und einem schwarzen Mann; das ist die klassische Ikonographie der Muttergottes von Cobre, und schon dadurch kommt ihr eine national-integrierende Wirkung zu. Das wird dadurch verst\u00e4rkt oder erg\u00e4nzt, dass sie eine der Schl\u00fcsselfiguren im afrokubanischen Kult der Santer\u00eda ist. Die Santer\u00eda ist eine Religionstraditionen aus dem westlichen Afrika, die sich unter der Sklavenbev\u00f6lkerung Kubas weiterentwickelt haben und die bis heute unter der \u00dcbernahme \u00e4u\u00dferer Formen des Katholizismus praktiziert werden.<\/p>\n<p>Die Gottheiten der Santer\u00eda \u2013 es gibt eine andere Form, die ohne Gottheiten auskommt \u2013, also die Gottheiten der Santer\u00eda werden unter der Gestalt von katholischen Heiligenfiguren verehrt: der heilige Lazarus, die heilige Barbara und eben auch die Muttergottes von Cobre werden von den Angeh\u00f6rigen dieser Kulte als Abbilder verschiedener afrikanischen Gottheiten angebetet. In den Wallfahrtskirchen dieser Heiligen kommt es zu einer interessanten Mischung: Katholiken, die da knien und den Rosenkranz beten, zur Messe gehen wollen oder zur Beichte, finden sich neben Anh\u00e4ngern etwa des \u201eOch\u00fan\u201c in Cobre \u2013 das ist die Gottheit, die hinter der Virgen de Cobre verehrt wird.<\/p>\n<p>Das ist seelsorglich eine spannende Herausforderung; vor jedem Gottesdienst gibt es in der Wallfahrtskirche von Cobre ausdr\u00fcckliche Mahnungen, wer zur Kommunion gehen darf und wer nicht. Man wei\u00df, dass viele aus anderen Gr\u00fcnden da sind. Die Farbe der Muttergottes von Cobre ist gelb, und wer sich auf die Wallfahrt zur Muttergottes von Cobre macht, zieht sich gelb an, vor allem die Anh\u00e4nger Och\u00fans, aber auch die Katholiken. Vor der Kirche werden gelbe Blumen verkauft, die man in der Kirche darbringen kann. Auch dieser Ritus ist sozusagen \u00f6kumenisch. Theologisch ist das nicht einfach, aber diese Doppelb\u00f6digkeit des Heiligtums und der Jungfrau von Cobre bekr\u00e4ftigt die gro\u00dfe integrative Rolle der \u201eVirgen de la Caridad\u201c f\u00fcr alle Kubaner, auch bei den Bev\u00f6lkerungsschichten, die von intellektuelleren Themen erreicht werden. Cobre ist tief in der Volksreligiosit\u00e4t verankert, auch jenseits des katholischen Glaubens.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens wurde vor einigen Monaten der erste schwarze Bischof in Kuba geweiht, Silvano Pedroso Montalvo, der neue Bischof von Guant\u00e1namo-Baracoa. Er wurde interessanterweise in der Kathedrale von Havanna geweiht, nicht in seiner eigenen Kathedrale. Das ist vielleicht auch nochmal ein Zeichen daf\u00fcr, dass man auch in Kuba wei\u00df, dass dies ein Thema von nationaler Bedeutung ist: endlich gibt es auch auf der Ebene der Bischofskonferenz einen schwarzen Kubaner.<\/p>\n<p>Im Jahr 2012, in dem Papst Benedikt XVI. Kuba bereiste, unternahm auch die Jungfrau von Cobre eine gro\u00dfe Kuba-Tour. Sie wurde vom Altar heruntergeholt, auf einer Art Papamobil installiert und bereiste dann \u00fcber Wochen hinweg das ganze Land. Der Erfolg war durchschlagend, und sehr viele Menschen str\u00f6mten \u00fcberall zusammen. Es gab Gottesdienste, denn diese Kubafahrt der Jungfrau war eine katholische Veranstaltung und kirchlich organisiert. Aber das wurde auch vom Staat unterst\u00fctzt. Die anderen Verehrer, die Anh\u00e4nger Och\u00fans, haben sich wohl auch gefreut, dass die Virgen von Cobre \u00fcberall vorbeikam. Ich erfuhr damals, dass das eine gewisse Beeintr\u00e4chtigung des Besuchs von Benedikt XVI. bedeutete. Der fand kurz nach der Rundfahrt der Muttergottes statt, und angesichts der wiederholten Massen-Events konnte man eine leichte M\u00fcdigkeit sp\u00fcren. Das trug dazu bei, dass der Besuch von Papst Benedikt dann eher klein gehalten wurde und weitgehend ohne gro\u00dfe Massenzeremonien auskam.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Andere Br\u00fccken<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wo kann die katholische Kirche noch Br\u00fccke sein, oder wo ist sie Br\u00fccke? Ich glaube, sie ist eine Br\u00fccke zur Emigration. Das ist ein gro\u00dfes Thema. Wir haben mehrfach von den Exilkubanern gesprochen, wobei bislang vor allem von der ersten Generation von Exilanten die Rede war, und dann noch von der Massen-Ausreise per Boot vom Hafen vom Mariel. Aber es hat nat\u00fcrlich sp\u00e4ter auch noch viel Emigration gegeben. Vor einigen Jahren wurden die Ausreisebeschr\u00e4nkungen deutlich gelockert. Die meisten Kubaner finden jetzt eine M\u00f6glichkeit, Kuba zu verlassen, wenn sie unbedingt wollen. Das hat auch Druck aus dem System herausgenommen, und das ist auch ein Grund, warum die Lage letztlich stabil blieb. Es wird nicht zu solchen Szenen kommen wie damals an der Grenze zu Ungarn, die dann ja den Kollaps des Ostblocks mit herbeigef\u00fchrt haben. Die Ventile wurden etwas ge\u00f6ffnet \u2013 deshalb kann Druck aus dem System entweichen.<\/p>\n<p>Die Exilkubaner sind eine sehr heterogene Gruppe. Sie kommen mit verschiedenen Erfahrungen und unterschiedlichen famili\u00e4ren Hintergr\u00fcnden: Einige sind aus politischer Opposition weggegangen, andere in der neueren Zeit vor allem aus Frustration \u00fcber die \u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse. Die Exilkubaner haben sich an vielen Orten niedergelassen, vor allem aber in Florida. Dort spielt die Emigration politisch eine gro\u00dfe Rolle und ist auch kirchlich eine sehr wichtige Kraft. Unter den Exilanten gibt es nat\u00fcrlich sehr viele Katholiken und auch viele Priester. Kardinal Ortega und auch die anderen Bisch\u00f6fe Kubas haben auf diesem Weg immer wieder Priester verloren. Ich erinnere mich an ein Gespr\u00e4ch mit Kardinal Ortega \u00fcber einen Mann, den wir beide gut kannten, den ich auch sehr gesch\u00e4tzt hatte, der aber ausgereist war. Ich sagte ihm, der Verlust tue mir leid. Der Kardinal entgegnete, dieser habe wenigstens Anstand gehabt und sei vorher gekommen, um ihm zu sagen: \u201eIch kann nicht mehr, ich muss an meine Kinder denken\u201c \u2013 das war kein Priester \u2013, \u201eich gehe jetzt mit meiner Frau und meinen Kindern nach Miami.\u201c Andere, so der Kardinal, h\u00e4tten ihn erst vom Flughafen in Miami nach der Ankunft angerufen, und das sei dann schon sehr bitter geworden.<\/p>\n<p>Die Exilkubaner arbeiten sich an den kubanischen Themen weiterhin ab, vor allem die st\u00e4rker politisch motivierten. Da gibt es auch Ressentiments gegen die katholische Kirche auf der Insel, die sich ja mit den Verh\u00e4ltnissen irgendwie arrangieren muss. Die Polarisierungen sind aber nicht so extrem wie im politischen Bereich. Innerhalb der katholischen Kirche ist es meistens doch noch m\u00f6glich, eine Verst\u00e4ndigungsebene zu finden, und die beiden Erzbisch\u00f6fe von Miami und Havanna haben guten Kontakt miteinander. Die katholische Kirche bildet so eine wichtige Br\u00fccke hin zu den Exilkubanern.<\/p>\n<p>Gelegentlich wird \u00fcber deren Rolle f\u00fcr die Zukunft Kubas spekuliert. Ein Kubaner sagte mir: \u201eWas auch immer hier passiert, wir haben das alles jetzt 60 Jahre ertragen, wir wollen nicht, dass irgendwann Leute aus Florida kommen und uns erz\u00e4hlen, wie es richtig geht.\u201c Auch das ist eine Facette des Selbstbewusstseins der Kubaner und f\u00fchrt noch einmal zu einer st\u00e4rkeren Identifikation mit den bestehenden Verh\u00e4ltnissen.<\/p>\n<p>Kardinal Ortega erz\u00e4hlte mir einmal, wie er mit Exilkubanern, die die bestehenden Verh\u00e4ltnisse auf Kuba v\u00f6llig ablehnen, in einer lateinamerikanischen Hauptstadt unterwegs war. Als sie an den Favelas, den Slum-Gebieten der Metropole, vorbeikamen, da sagten diese Exilkubaner pl\u00f6tzlich mit einem Anflug von Patriotismus: \u201eAber so etwas gibt es bei uns daheim nicht.\u201c In der Tat, die wirtschaftliche Egalit\u00e4t auf allerdings sehr niedriger Ebene f\u00fchrt auch dazu, dass es diese Verelendung in Kuba nicht gibt, die man in vielen Metropolen S\u00fcdamerikas vorfinden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Neueste Entwicklungen<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Trump hat die diplomatischen Beziehungen mit den USA wieder reduziert, wobei \u2013 wenn ich es richtig verfolgt habe \u2013 da noch nichts formal wirklich Wichtiges passiert ist. Auf der informellen Ebene hat es allerdings eine gro\u00dfe St\u00f6rung gegeben. Vor etwa zwei Jahren gab es in Havanna unerkl\u00e4rte Krankheitsf\u00e4lle beim diplomatischen Personal, insbesondere der US-amerikanischen Botschaft, es betraf aber auch ein paar Kanadier. Bis heute ist nicht gekl\u00e4rt, was da vorgefallen ist. Berichtet wurde \u00fcber seltsame Ger\u00e4usche und andere Vorf\u00e4lle im Wohnumfeld der Diplomaten. Man vermutete Schallwellen im nicht h\u00f6rbaren Bereich, die neurologische Sch\u00e4den verursachen; das scheint sich aber nicht best\u00e4tigt zu haben. Die kubanische Regierung erkl\u00e4rte, ihr sei nichts bekannt und sie habe damit nichts zu tun. Ich halte das f\u00fcr plausibel, auch wenn man sagen muss, dass die Regierung sonst schon immer sehr gut informiert ist. Es gibt die Theorie, hier k\u00f6nnten amoklaufende Geheimdienstmitarbeiter am Werk sein, also kubanische Geheimdienstler, die au\u00dferhalb jeder Autorit\u00e4tsstruktur auf eigene Faust Techniken ausprobieren. Es war auch von Nordkorea die Rede, was mir plausibler erscheint. Kurioserweise sind vor kurzem die gleichen St\u00f6rungen bei Konsulatsangeh\u00f6rigen in Guangzhou in S\u00fcdchina aufgetreten. Auch dort wurde das Personal wie in Kuba evakuiert und nach Amerika zur\u00fcckgebracht, mit den gleichen Symptomen. Die St\u00f6rungen haben bei einigen Angeh\u00f6rigen des diplomatischen Dienstes zu permanentem Geh\u00f6rverlust gef\u00fchrt, also durchaus gravierend. Infolgedessen wurde das Personal der Botschaft in Havanna drastisch reduziert, und das hat nat\u00fcrlich die diplomatischen Beziehungen auf der praktischen Ebene sehr erschwert. Visum-Antr\u00e4ge werden einfach nicht mehr bearbeitet, weil niemand mehr da ist, der die Arbeit machen kann, oder jedenfalls in weit geringerem Umfang. Das hat also die Beziehungen nochmal verschlechtert bzw. in der Breite reduziert.<\/p>\n<p>Als wir Missionsbenediktiner 2008 nach Kuba gegangen sind, waren noch viele \u00d6ffnungstendenzen, die wir vorher so sch\u00f6n beschrieben bekommen haben, sp\u00fcrbar: Lockerung im wirtschaftlichen Bereich, Erleichterung f\u00fcr Privatunternehmen, Freigabe von neuen Wirtschaftssektoren. In den letzten Jahren lie\u00df sich eine deutliche R\u00fcckkehr zur sozialistischen Orthodoxie wahrnehmen; einige liberalisierte Bereiche wurden wieder st\u00e4rker in die Staatswirtschaft integriert. Der Staat versteht sich nach wie vor und mit neuer Kraft als Hauptakteur der Wirtschaft. Staat hei\u00dft in diesem Fall tats\u00e4chlich Milit\u00e4r; das haben wir vorher schon geh\u00f6rt. Es war k\u00fcrzlich davon die Rede, dass innerhalb der n\u00e4chsten Jahre hunderttausend neue Touristenbetten errichtet werden sollen. Damit wird die jetzige Kapazit\u00e4t mehr als verdoppelt, und zwar alles im Staatssektor.<\/p>\n<p>Das ist offenbar ein Versuch, die privatwirtschaftlich etablierten touristischen Unternehmen, diese kleinen Restaurants, diese kleinen Privatunterk\u00fcnfte, auch \u00f6konomisch wieder an den Rand zu dr\u00e4ngen. Man bemerkt das auch an den Ressourcen im Land. Wir m\u00fcssen ein Kloster bauen, aber das wird dadurch erschwert, dass Baumaterialien noch schwerer zu bekommen sind als zuvor, weil derzeit das Milit\u00e4r sehr stark in den Tourismus-Sektor investiert. Die Baumaterialien werden durch den Staat zugeteilt, und wenn es staatseigenen Bedarf gibt, dann hat der immer Vorrang vor dem Bedarf von Dritten, wie zum Beispiel einer kleinen Gruppe von Benediktinern, die eine K\u00e4serei er\u00f6ffnen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Ja. Was hat sich ge\u00e4ndert? Der Kardinal ist seit zwei Jahren im Ruhestand. Es gibt einen neuen Erzbischof, Juan de la Caridad Garc\u00eda Rodr\u00edguez. Das ist ein Erzbischof, der sehr stark dem Bild des Bischofs entspricht, das Papst Franziskus skizziert hat. Der Papst hat ja gesagt, der Hirte soll nach den Schafen riechen, nach der Herde. Der neue Erzbischof ist tats\u00e4chlich ein Vollblutseelsorger. Das merkt man ihm an; das bezeichnet auch seinen ganzen Hintergrund und seine Erfahrung. Der Vorg\u00e4nger-Erzbischof, der Kardinal, hat auch sehr stark auf anderen Ebenen gearbeitet. Er war in gewisser Weise auch ein Kirchenf\u00fcrst, auch schon im Auftreten. Er verkehrte mit den M\u00e4chtigen der Welt auf Augenh\u00f6he. Der Habitus des Auftretens des Nachfolgers entspricht viel mehr dem von Papst Franziskus. Man kann Ver\u00e4nderungen beobachten. Die Kirche konzentriert sich sehr stark auf ihre eigenen pastoralen Herausforderungen. Die sind in der Tat gewaltig und ich glaube, dass das gut ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Outlook<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Umbruch, wie es so sch\u00f6n auf der Einladung zum heutigen Seminar hei\u00dft, oder Wandel? Nat\u00fcrlich gibt es Wandel. Die alten Herren sind weg \u2013 Fidel, Ra\u00fal, der Kardinal. Eigentlich m\u00f6chte ich noch Eusebio Leal Spengler dazuz\u00e4hlen, den Stadthistoriker, wie sein offizieller Titel lautet. Das ist der oberste Denkmalpfleger von Havanna \u2013 man kann das aber \u00fcberhaupt nicht vergleichen mit jemandem, der diese Aufgaben in Deutschland hat. Er war im Grunde der Administrator der Altstadt von Havanna, die er sehr klug renoviert und auch wirtschaftlich wiederbelebt hat. Er schuf ein kleines Imperium, einschlie\u00dflich des Imports all der Dinge, die gebraucht wurden. Er ist ein kulturell katholisch gepr\u00e4gter Intellektueller, der weltweites Ansehen genie\u00dft. In den letzten Jahren hat er allerdings seinen Einfluss zum Teil verloren. Einige Funktionen hat er noch, aber l\u00e4ngst nicht mehr so viele wie noch vor drei Jahren. Diese vier gro\u00dfen alten Herren sind nicht mehr da.<\/p>\n<p>Was wird sich jetzt \u00e4ndern? In der Di\u00f6zese, das habe ich schon gesagt, stehen die pastoralen Fragen im Vordergrund. Was der neue Pr\u00e4sident machen wird, kann ich gar nicht einordnen. Dar\u00fcber wissen die Politwissenschaftler unter uns besser Bescheid. Er repr\u00e4sentiere Kontinuit\u00e4t, hat er gesagt; das musste er sicher auch sagen, denn sonst kommt man nicht an diese Stelle, die er jetzt innehat. Wird es trotzdem Ver\u00e4nderungen geben? Nun, alles flie\u00dft, selbst wenn Stabilit\u00e4t die Parole ist. Wenn es zur L\u00e4hmung kommt, erzeugt das ja wieder andere Ver\u00e4nderungen. Man kann Ver\u00e4nderung gestalten und man kann sie erleiden. Ob in Kuba in den n\u00e4chsten Jahren Ver\u00e4nderung gestaltet wird oder nur erlitten, das wei\u00df ich noch nicht.<\/p>\n<p>Wir Benediktiner sind geduldig. Wir sind der \u00e4lteste Orden in der katholischen Kirche und seit 1.500 Jahren dabei. Ich habe meinen Mitbr\u00fcdern in Kuba gesagt, dass das Leben auf Kuba nicht leicht ist. Aber unser Leben ist immer noch etwas ertr\u00e4glicher als das der normalen Kubaner. Wir k\u00f6nnen dort leben und wir wollen da bleiben und dableiben. 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