{"id":108493,"date":"2025-07-25T12:10:08","date_gmt":"2025-07-25T10:10:08","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=108493"},"modified":"2025-07-25T12:10:08","modified_gmt":"2025-07-25T10:10:08","slug":"die-orte-der-passion-jesu","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-orte-der-passion-jesu\/","title":{"rendered":"Die Orte der Passion Jesu"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Jesu <\/strong><strong>letztes Mahl im \u201eObergemach\u201c eines ungenannten Jerusalemers<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn wir die Evangelien fragen, wo dieses letzte Mahl Jesu mit seinen J\u00fcngerInnen stattgefunden hat, sto\u00dfen wir auf ein seltsames Verschweigen: Bei Mk und Lk ist es ein Mann mit einem Wasserkrug \u2013 was f\u00fcr M\u00e4nner un\u00fcblich ist und deshalb als spezielles Kennzeichen gelten kann \u2013, der die J\u00fcnger Jesus zu einem Haus im Innern der Stadt hinf\u00fchrt, dessen ungenannter Herr ihnen ein mit Polstern belegtes Obergemach zur Verf\u00fcgung stellt. Bei Mt werden die J\u00fcnger von Jesus <em>pros ton de\u00eena <\/em>geschickt, in dessen Haus sie das Pesach-Mahl zubereiten sollen. Der Ausdruck <em>pros ton de\u00eena <\/em>bezeichnet eine Person, die man nicht namentlich nennen will oder kann und wird meist mit \u201ezu dem und dem\u201c \u00fcbersetzt. Bei Joh fehlt jegliche Ortsangabe. Die Evangelien halten also geheim, wo Jesu seine Feier gehalten hat. Weshalb nur? War es ein geheimer Ort Jesu? Oder war es eine Geheimtradition der Christen Jerusalems? Wussten die Evangelisten in der zweiten H\u00e4lfte des 1. Jh. es nicht mehr? Oder haben sie die christliche Geheimhaltung \u2013 aus welchen Gr\u00fcnden auch immer \u2013 weitergef\u00fchrt?<\/p>\n<p>Dass Jesus und seine J\u00fcnger anschlie\u00dfend \u201ezum \u00d6lberg hinausgingen\u201c, legt nahe, dass das letzte Mahl nicht allzu weit davon im Innern der Stadt eingenommen wurde. Aber auch dies ist h\u00f6chstens eine plausible Vermutung.<\/p>\n<p>Zu Beginn des 4. Jh. n. Chr. hat jedenfalls niemand mehr den Ort gekannt, an dem das letzte Abendmahl stattgefunden hat. Zuerst beging man dieses wichtige Geschehen in der Auferstehungskirche \u201ehinter dem Kreuz\u201c von Golgota, dann in der Eleona-Basilika auf dem \u00d6lberg und vor\u00fcbergehend auch in der Verratsgrotte von Getsemani.<\/p>\n<p>Das armenische Lektionar hat in der ersten H\u00e4lfte des 5. Jh. das letzte Abendmahl Jesu erstmals in der byzantinischen Hagia Sion-Basilika auf dem S\u00fcdwesth\u00fcgel der Stadt erw\u00e4hnt. Seitdem ist in den Quellen zu beobachten, wie dieses f\u00fcr die Christen denkw\u00fcrdige Geschehen mit zunehmender Ausschlie\u00dflichkeit in der Sionskirche gefeiert wurde. Dieser Ort des Abendmahles teilte im Weiteren das Geschick der byzantinischen Basilika und des Nachfolgebaus, der Kreuzfahrerkathedrale Sancta Maria in Monte Sion \u2013 bis zu deren Zerst\u00f6rung durch den aijubidischen Kalifen al-Mu\u02bfazzam im Jahr 1219.<\/p>\n<p>Der heute bestehende Abendmahlssaal ist nach den Analysen von C. Enlart als ein Werk erst der 2. Kreuzfahrerzeit (1229\u20131244) anzusehen: Die Kreuzfahrer, die 1229 in die Ruinen der Sancta Maria in Monte Sion zur\u00fcckkehrten, \u00fcbernahmen die alte Tradition vom Abendmahlssaal in der Hagia Sion und errichteten dort in der S\u00fcdostecke ein \u201eObergemach\u201c ihres Stils, mit Pfeilern, Scheidb\u00f6gen und Querb\u00f6gen. Auff\u00e4llig sind im Westen des Raumes die Ans\u00e4tze zu weiteren Gew\u00f6lben \u2013 deutliche Zeugen der Hoffnung auf eine baldige Wiedererrichtung der einst so bedeutenden Kathedrale. Dazu kam es dann aber in den wenigen Jahren bis zum Einfall der Chwaresmier im Jahr 1244 nicht mehr.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4><strong>Die rekonstruierte Vorgeschichte<\/strong><\/h4>\n<p>Dieser sehr n\u00fcchterne, zweischiffige Raum im ersten Stock hat zwar mit dem urspr\u00fcnglichen \u201eObergemach\u201c, wo Jesus in Jerusalem sein Abschiedsmahl gefeiert hat (Mk 14,15), nichts mehr zu tun. Er entspricht dem Raum in der s\u00fcd\u00f6stlichen Ecke der byzantinischen Hagia Sion, in der auf der Zeichnung des Bischofs Arkulf (entstanden um 680) die Inschrift steht: <em>locus hic caenae Domini<\/em> (Dies ist der Ort des Abendmahles des Herrn). In vor- oder fr\u00fchbyzantinischer Zeit war hier, im jetzigen kleinen Raum des Davidgrabes im Erdgeschoss, ein arch\u00e4ologisch aufgewiesener Sakralraum, dessen Ausrichtung auf Golgota und besonders dessen Graffiti auf einen christlichen Gebrauch hinweisen.<\/p>\n<p>Ich identifiziere diesen Sakralraum z\u00f6gerlich mit jener \u201ekleinen Kirche Gottes\u201c, die Epiphanius von Salamis im Jahr 392 erw\u00e4hnt. Weiter zur\u00fcck kann man nicht kommen. Der urspr\u00fcngliche Ort bleibt ein Geheimnis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Der urspr\u00fcngliche Sinn \u2026<\/strong><\/h4>\n<p>Ein Blick auf die Texte des Paulus und der Synoptiker zeigt, dass diese ein Mahl Jesu in die Erinnerung der Christen rufen, das im Rahmen des j\u00fcdischen Pesachfestes stattfand \u2013 ob am Abend vor Pesach oder am Pesachabend selbst sei jetzt dahingestellt.<\/p>\n<p>Es ist in diesen Texten deutlich, dass Jesus die einfachen Gesten des gemeinsamen Mahles von Brot und Wein f\u00fcr die Menschen vollzieht: So wie diese Speisen zugrunde gehen \u2013 das Brot wird gebrochen, der Kelch ausgeteilt \u2013 um die Menschen zu st\u00e4rken und miteinander zu verbinden, so besteht der Sinn seines eigenen gebrechlichen Lebens darin, f\u00fcr die Menschen bis in den Tod da zu sein. Seine Existenz muss als Pro-Existenz bis in den Tod verstanden werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>\u2026 und eine sp\u00e4te, ganz versteckte Verbindung<\/strong><\/h4>\n<p>Der Abendmahlssaal ist \u2013 trotz seiner kreuzfahrerzeitlichen Fremdheit \u2013 deshalb der erste Ort unter den Orten Jerusalems, die zur Passion Jesu geh\u00f6ren. Im letzten Abendmahl hat Jesus auf schlichtest m\u00f6gliche Weise seine Passion vorausgenommen und den J\u00fcngerInnen in einer Mahlfeier nachvollziehbar gemacht. Deshalb kann Paulus sagen, dass der Vollzug des Ged\u00e4chtnisses an dieses Mahl eine \u201eVerk\u00fcndigung des Todes des Herrn ist, bis er wiederkommt\u201c.<\/p>\n<p>Die einzige Verbindung des kreuzfahrerzeitlichen Obergemachs zum Abendmahl Jesu als \u201eVerk\u00fcndigung des Todes des Herrn\u201c sehe ich in einem ikonographischen Detail: Das mittelalterliche Kapitell der kleinen S\u00e4ule des Kuppelbaues \u00fcber dem Treppenaufgang zeigt das Motiv des Pelikans, an dessen Brust die Jungen picken. Die sp\u00e4tantike Legende, dass der Pelikan sich seine Brust aufrei\u00dfe, um den Jungen das \u00dcberleben zu sichern, und sich selbst dabei opfere, wurde aufgrund der lateinischen \u00dcbersetzung von Ps 102,7 (Ich gleiche dem Pelikan in der W\u00fcste) seit dem 3. Jahrhundert besonders als Symbol der Hingabe Christi im Sinne des Abendmahls und der Kreuzigung interpretiert. Damit ist auf ein zentrales Moment des letzten Mahles Jesu mit seinen J\u00fcngerInnen ikonographisch auch noch in der 2. Kreuzfahrerzeit vorhanden.<\/p>\n<p>Unmittelbar anschlie\u00dfend f\u00fchren uns die Evangelien von ihrem geheimen Obergemach an den zweiten Ort der Passion, der nun aber sehr genau verortet und charakterisiert wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Getsemani \u2013 Jesu Entscheidung zum Tod am Fu\u00df des \u00d6lbergs<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4><strong>Getsemani in den Evangelien<\/strong><\/h4>\n<p>Die Synoptiker nennen den \u00d6lberg den neuen Ort, zu dem aus der Stadt hinaus- gegangen wird. Zwei topographisch-theologische Aspekte des \u00d6lbergs sind f\u00fcr unser Thema wichtig.<\/p>\n<p><strong>Erstens.<\/strong> Der \u00d6lberg war die Grenze zwischen der Stadt und der \u00f6stlichen W\u00fcste. Wie aus der gesamten Geschichte zu ersehen ist, konnte man sich hinter ihm absetzen, wenn man aus der Hauptstadt floh (wie David). Auf der anderen Seite war W\u00fcste, in der man sich versteckte (wie David) und \u201eAusland\u201c, in das man deportiert wurde (wie der Patriarch Zacharias; 614 n. Chr.). Deshalb konnte sich in der theologischen Topographie Jerusalems der \u00d6lberg zu einem Entscheidungsort entwickeln, der stark vom Gedanken des Abschieds Gottes oder seines Gesandten und damit des Heils oder Unheils der Stadt gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p><strong>Zweitens.<\/strong> Als ein Ort, der nach Flavius Josephus f\u00fcnf oder sechs Stadien, also rund 1 Kilometer au\u00dferhalb der Stadt liegt, war der \u00d6lberg nahe und entfernt genug, um im Alltagsleben die Rolle des naturnahen Erholungsraums der Stadt spielen zu k\u00f6nnen. Die Olivenplantagen waren wegen ihrer N\u00e4he selbst f\u00fcr Spazierg\u00e4nge am Sabbat geeignet, wo nur kurze Wegstrecken (vgl. Apg 1,12: \u201eein Sabbatweg\u201c) erlaubt waren. Hier hatten die ankommenden Pilger und Besucher einen Ort, wo man noch nicht den strikten Reinheitsgesetzen und sonstigen Verhaltensvorschriften der Heiligen Stadt unterworfen war. Hierhin konnte man sich \u2013 und das ist f\u00fcr unsere Getsemani-Szene wichtig \u2013 auch aus dem Festget\u00fcmmel und dessen Gef\u00e4hrdungen zur\u00fcckziehen, wobei die Grotten und H\u00f6hlen, die der Verwertung oder Lagerung der Oliven und des \u00d6les dienten, benutzt werden konnten.<\/p>\n<p>Markus und Matth\u00e4us geben noch einen genaueren Ortsnamen, w\u00e4hrend Lukas und Johannes dies unterlassen. F\u00fcr sie war es der Ort, an dem Jesus sich \u201enach seiner Gewohnheit\u201c (Lk) und \u201eoft\u201c (Joh) aufhielt.<\/p>\n<p>Markus und Matth\u00e4us nennen Getsemani ein \u201eGrundst\u00fcck\u201c, Johannes nennt es \u201eGarten\u201c. Es war demnach ein kultiviertes St\u00fcck Land. Zur Art der Kultivierung gibt der Name etwas mehr preis: Getsemani kommt von hebr.\/aram. <em>gat-schemanim\/n,<\/em> (Presse von \u00d6len), was dieses Grundst\u00fcck als eine Olivenplantage, die mit einer \u00d6l-Kelter versehen war, bezeichnet.<\/p>\n<p>Erstaunlicherweise ist der Name Getsemani nur bei Markus und Matth\u00e4us und sonst in keinem anderen Dokument der Antike belegt. Es scheint ein Flurname zu sein, der nur in der christlichen Tradition erhalten geblieben ist. Dieser Ort wurde von Mk und Mt nicht geheim gehalten! Vielleicht kommt Getsemani gerade wegen dieser christlichen Belegung in keinem j\u00fcdischen Dokument vor.<\/p>\n<p>Die vier Evangelien erz\u00e4hlen hier die traurig-dramatischen Szenen, mit welchen die Leidensgeschichte Jesu real beginnt: das Zur\u00fccklassen der J\u00fcnger, das einsame Gebet Jesu, der Verrat des Judas, die Gefangennahme Jesu und \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die Flucht aller J\u00fcnger.<\/p>\n<p>Die Evangelisten st\u00fctzten sich dabei auf eine gemeinsame alte Tradition; das macht ihre Gesamt-Stimmigkeit aus. Sie gestalten diese szenisch jedoch unterschiedlich aus.<\/p>\n<p>Markus und Matth\u00e4us erz\u00e4hlen von drei Szenen an drei Stellen: Jesus bittet die J\u00fcnger nach der Ankunft in Getsemani, sich hinzusetzen. Dann nimmt er Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und beginnt zu trauern. Schlie\u00dflich l\u00e4sst er diese drei auch zur\u00fcck und \u201egeht ein wenig weiter, f\u00e4llt auf den Boden und betet\u201c zum Vater. Von diesem Ort seines einsamen Gebets geht er dreimal zum Ort der drei stets eingeschlafenen J\u00fcnger zur\u00fcck, beim dritten Mal wird er von Judas und den H\u00e4schern dort angetroffen und gefangen genommen. Alle fliehen, nur Petrus folgt in sicherem Abstand dem Zug der H\u00e4scher in die Stadt. Nur bei Markus tritt seltsamerweise unversehens ein \u201enur mit einem Leinentuch bekleideter J\u00fcngling\u201c auf, der dann aber auch, ohne einen eigenen narrativen Beitrag zu leisten, die Flucht ergreift.<\/p>\n<p>Lukas kennt nur zwei Stellen: Jesus kommt mit seinen J\u00fcngern am \u00d6lberg zu \u201edem Ort\u201c. Dass er ohne Namen ist, aber einen bestimmten Artikel hat, gibt an, dass es der gleiche bekannte Ort ist, den Jesus nach Lk 21,37 jeweils f\u00fcr sein Nachtlager am \u00d6lberg benutzte. Da \u201erei\u00dft er sich los\u201c von allen J\u00fcngern. Am zweiten Ort, \u201eetwa ein Steinwurf\u201c entfernt, findet dann die nur bei Lukas \u00fcberlieferte \u201eAgonieszene\u201c mit dem Engel und dem Blutschwei\u00df Jesu statt. Daraufhin kehrt Jesus zu allen J\u00fcngern zur\u00fcck, wo Judas mit seinen H\u00e4schern erscheint. Dann geht die Erz\u00e4hlung weiter wie bei Mk und Mt.<\/p>\n<p>Bei Johannes gibt es schlie\u00dflich nur eine Stelle und alles geht entsprechend schnell: Jesus geht mit seinen J\u00fcngern \u00fcber den Kidron, dann in den allen, auch Judas bekannten Garten (ohne Namen) hinein. Judas kommt gleich danach mit seinen H\u00e4schern zum Garten. Jesus \u201etritt hinaus\u201c, erweist \u2013 typisch johanneisch \u2013 seine hoheitliche Macht und wird dann sofort zum Hohepriester Hannas abgef\u00fchrt. Petrus und \u201eein anderer J\u00fcnger\u201c folgen ihm, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen offenbar im Garten zur\u00fcckbleiben.<\/p>\n<p>In keinem neutestamentlichen Text wird eine Grotte erw\u00e4hnt, wie sie in der sp\u00e4teren Tradition bis heute eine wichtige Rolle spielt. Die Versuche, in der Bibel doch Anhaltspunkte f\u00fcr eine solche zu finden (\u201ehinausgehen\u201c oder der J\u00fcngling als W\u00e4chter), sind gek\u00fcnstelt.<\/p>\n<p>Getsemani ist in den Evangelien der Ort nicht nur des Abschieds Jesu von den J\u00fcngern, sondern auch von jeder gewaltt\u00e4tigen oder wunderhaften Durchsetzung seiner Sache. Es ist vor allem der Ort, wo Jesu freie Entscheidung zum Tod f\u00fcr seine Sache fiel: Man kann nicht in Getsemani verbleiben, wenn man seine Haut retten will. Der Gef\u00e4hrdete, der von hier nicht flieht (im Gegensatz zu David), bleibt dem Zugriff der Feinde in der Stadt ausgeliefert.<\/p>\n<p>Und Jesus floh nicht, obwohl er wusste, dass es \u201edas Geschick der Propheten ist, in Jerusalem den Tod zu finden\u201c (Lk 13,33b; Mt 23,34\u201338). Getsemani ist deshalb nach dem Neuen Testament der topographische Beweis f\u00fcr Jesu Entscheidung, seiner Vision von Vers\u00f6hnung und Liebe auch in Leiden und Untergang treu zu bleiben.<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<h4><strong>Getsemani in der \u00e4ltesten Geschichte <\/strong><\/h4>\n<p>Aus den ersten drei Jahrhunderten ist \u00fcber die Ortslage von Getsemani gar nichts bekannt.<\/p>\n<ul>\n<li>Der \u00e4lteste Zeuge, Eusebius von C\u00e4sarea, gibt in seinem Onomastikon (um 330) zwei Orte an, an welchen die Getsemani-Traditionen der Evangelien schon vor seiner Zeit von den Christen besucht wurden: Erstens das \u201eGrundst\u00fcck Getsemani, wo Christus vor dem Leiden gebetet hat, das am \u00d6lberg liegt, wo noch jetzt die Gl\u00e4ubigen eifrig ihre Gebete verrichten\u201c. Und zweitens der \u201eWinterbach Kidron, vor Jerusalem, wo Christus verraten wurde\u201c. Eusebius kennt also einen viel besuchten Ort des Gebets Jesu \u201eam \u00d6lberg\u201c ohne Heiligtum und einen Ort des Verrats, der so weit unten im Talgrund liegt, dass er ihn zum Kidron selbst rechnet.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Fast gleichzeitig gibt der Pilger von Bordeaux (um 334) den genauen Ort des Verrats des Judas im Kidrontal an: \u201eWenn man dann Jerusalem durch das Osttor verl\u00e4sst, \u2026 ist da ein Tal namens Josafat [= Kedron]. Auf der linken Seite (also n\u00f6rdlich), wo es Weinberge gibt, ist auch der Felsen, wo Judas Iskariot Christus verraten hat\u201c. Es war also eine Steinformation (nicht eine H\u00f6hle!) im Talgrund, an der die Erinnerung an den Verrat haftete.<\/li>\n<li>Bei Kyrill von Jerusalem (um 348\/50) ist Getsemani nur mit der Erinnerung an den Verrat des Judas belegt, w\u00e4hrend der gesamte \u00d6lberg als Ort angesehen wird, \u201ewo diejenigen beteten, die nachts bei Jesus waren\u201c. Eine Kirche gab es nach diesen \u00e4ltesten Zeugen bis zu dieser Zeit offenbar an keinem der beiden Orte. Der eingez\u00e4unte \u00d6lbaumgarten, an dem man zuerst vorbeikommt, mit seinen alten knorrigen \u00d6lb\u00e4umen, entspricht sicher am ehesten dem Zustand dieses Bereichs zur Lebenszeit Jesu. Die sorgf\u00e4ltig angelegten Blumenbeete erinnern jedoch eher an den \u201eBlumengarten\u201c, den die Kreuzfahrer hier trostvoll angelegt hatten.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die Nonne Etheria trifft in den Jahren 381\u2013384 erstmals eine Kirche an, am Ort, wo der Herr gebetet hat. Dies ergibt sich aus ihrer Beschreibung der Jerusalemer Liturgie vom Hohen Donnerstag, ein Text, der wegen seinen topographischen und liturgischen Angaben \u00e4u\u00dferst kostbar ist. Die Liturgie des Hohen Donnerstag beginnt am Vorabend um 19 Uhr in der Eleona-Basilika auf der westlichen Kuppe des \u00d6lberges mit der Lesung der johanneischen Abschiedsreden (Joh 14\u201317) und wird im Imbomon, einer (noch) freien Fl\u00e4che \u201eauf der Anh\u00f6he\u201c (en t\u00f4 b\u00f4m\u00f4), mit vielfachen Gebeten, Lesungen und Hymnen von Mitternacht bis zum fr\u00fchen Morgen weitergef\u00fchrt. Danach beginnt der Abstieg. \u201eWenn die H\u00e4hne zu kr\u00e4hen beginnen, steigt man vom Imbomon mit Hymnengesang hinunter und gelangt zum Ort, wo der Herr gebetet hat, wie im Evangelium geschrieben steht: \u201eUnd er entfernte sich etwa einen Steinwurf weit und betete\u201c. An diesem Ort ist n\u00e4mlich eine vornehme Kirche (ecclesia elegans). Dort tritt der Bischof und das ganze Volk ein, dann wird ein f\u00fcr Ort und Tag geeignetes Gebet gesprochen, auch ein entsprechender Hymnus wird rezitiert und es wird der Text aus dem Evangelium gelesen, wo Er seinen J\u00fcngern sagte: \u201eWacht, dass ihr nicht in Versuchung fallt!\u201c (Mk 14,33\u201342). Und der ganze Text wird zu Ende gelesen und schlie\u00dflich noch ein Gebet gesprochen. Und schon steigen sie, (alle) bis zum kleinsten Kind, zu Fu\u00df unter Hymnen(gesang) mit dem Bischof von dort nach Gessamani hinunter. Dorthin gelangen sie wegen der gro\u00dfen Menschenmenge und m\u00fcde von den Nachtwachen und ersch\u00f6pft von den t\u00e4glichen Fasten \u2013 sie mussten ja einen so gro\u00dfen Berg hinabsteigen \u2013 ganz langsam unter Hymnen(gesang). Mehr als 200 Kirchenleuchter sind aber dort als Licht f\u00fcr das ganze Volk bereitet. Wenn man dann in Gessamani angelangt ist, wird zuerst ein geeignetes Gebet gesprochen, dann ein Hymnus rezitiert, schlie\u00dflich wird jene Stelle aus dem Evangelium gelesen, in welcher der Herr gefangen genommen wurde (Mk 14,43\u201352). W\u00e4hrend der Lekt\u00fcre des Textes entsteht ein solches Gebr\u00fcll und Geschrei des ganzen Volkes in Tr\u00e4nen, dass das St\u00f6hnen des ganzen Volkes vielleicht bis in die Stadt geh\u00f6rt wird. Und gleich danach geht man zu Fu\u00df unter Hymnen(gesang) zur Stadt und kommt an jenem Zeitpunkt zum (Ost-)Tor, an dem man den einen Menschen vom anderen zu unterscheiden beginnt.\u201c Im unteren Teil des Westabhangs werden somit zwei liturgische Stationen erw\u00e4hnt: Die \u201evornehme Kirche\u201c mit der Erinnerung an Jesu Gebet und den Schlaf der J\u00fcnger und ein tiefer im Talgrund liegender Ort Gessamani zum Gedenken an die Gefangennahme Jesu. In der Kirche wird ein Wortgottesdienst gehalten, in Gessamani findet bei stimmungsvoller Kerzenbeleuchtung im Freien eine sehr emotionale Abschiedsliturgie statt. Dies ist ein sehr gutes Beispiel daf\u00fcr, wie in Jerusalem die Orte mit jesuanischer Tradition mit Leib und Seele und bis zu Ersch\u00f6pfung ergangen wurden. Seit dem 6. Jahrhundert ist von einer Grotte die Rede, an der auch \u2013 wie schon einmal gesagt \u2013 die Abendmahlstradition haftete, die aber vor allem mit dem Verrat des Judas in Verbindung gebracht wurde. In der Abtei \u201eUnserer Lieben Frau vom Tale Josafat\u201c der Kreuzfahrer bilden die beiden Orte die Besuchsst\u00e4tten der Pilger: Eine Grotte des Verrats und eine neue, mit dicken Mauern befestigte Kirche des Erl\u00f6sers, am gleichen Ort, aber in der Richtung leicht abweichend. Beide gehen im Schutt der Zerst\u00f6rung unter Saladin im Jahr 1187 unter. Diese beiden Traditionen werden dann im 14. Jh. diametral verkehrt. Erst mit der arch\u00e4ologischen Wiederentdeckung am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jh. durch die Franziskaner wurde die Traditionsverschiebung wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht. Das heutige Heiligtum, erbaut 1924, ist ein von 16 Nationen unterst\u00fctzter Neubau, der deshalb \u201eKirche der Nationen\u201c hei\u00dft. Unter und neben diesem Neubau sind noch Strukturen der byzantinischen und der kreuzfahrerzeitlichen Kirche zu sehen. Die \u00e4lteste elegante Kirche war eine dreischiffige Basilika mit schlanken Mauern, deren Grundriss noch an Markierungen im Fu\u00dfboden der modernen Kirche erkannt werden kann. Die B\u00f6den waren mit prachtvollen floralen und geometrischen Mosaiken bedeckt, die in den Seitenschiffen unter Glas noch erhalten sind. Im Presbyterium lag ein ca. 35 cm herausragendes Felsst\u00fcck frei, das als Ort des Gebets und der Todesangst Jesu verehrt wurde und offenbar seit Beginn das Herzst\u00fcck dieses Ortes war. Es liegt auch heute noch vor dem Altar frei und ist von einer die Dornenkrone Jesu symbolisierenden Schranke umgeben und gesch\u00fctzt. Dies ist das \u00e4lteste St\u00fcck gl\u00e4ubiger Erinnerung an den Ort, wo Jesus nach den Evangelien des Markus, Matth\u00e4us und Lukas in letzter Einsamkeit zu seinem \u201eAbba, Vater\u201c gebetet und sich in dessen Willen ergeben hat. Der Ort Getsemani, an dem Jesus Halt gemacht hat, ist zudem ein topographischer Beweis, dass er sich freiwillig ins Leiden begeben hat.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das theologische Todesurteil im Palast der Hohepriester<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Im Neuen Testament<\/strong><\/h4>\n<p>Den Ausgangspunkt f\u00fcr diese heilige St\u00e4tte bilden die durchaus sehr unterschiedlichen Texte der Evangelien von den Verh\u00f6ren Jesu vor dem amtierenden Hohepriester Kajafas und \u2013 nur im Johannesevangelium \u2013 auch bei dessen Schwiegervater Hannas.<\/p>\n<p>Die Synoptiker haben die gleichen topographischen Angaben: Das erste Verh\u00f6r, die Misshandlungen und der T\u00f6tungsbeschluss geschehen alle im Haus des Hohepriester, den Matth\u00e4us Kajafas nennt. Lukas hat eine zeitliche Verschiebung zum n\u00e4chsten Morgen und vermeidet es, das theologisch begr\u00fcndete Todesurteil zu \u00fcberliefern. Bei Johannes ist das Geschehen etwas anders gestaltet: Jesus wird zun\u00e4chst zum Haus des Hohepriesters Hannas geschickt, wo er verh\u00f6rt wird und wo auch Petrus ihn drei Mal verleugnet. Erst danach wird er zu dessen Schwiegersohn, dem amtierenden Hohepriester Kajafas geschickt, ohne dass ein Verh\u00f6r bei Kajafas erw\u00e4hnt wird. Erst beim \u201eStatthalter\u201c (Mt) Pilatus, der weltlichen Instanz, treffen sich die verschiedenen Erz\u00e4hlstr\u00e4nge, doch dann sind wir schon im Pr\u00e4torium.<\/p>\n<p>Historisch l\u00e4sst sich wohl nur sagen, dass Jesus von den entscheidenden j\u00fcdischen Amtspersonen (Hohepriester, \u00c4lteste, Schriftgelehrte) und Institutionen (Hoher Rat, \u00c4ltestenrat) im Lauf eines n\u00e4chtlichen oder fr\u00fchmorgendlichen Schnellverfahrens aus theologischen Gr\u00fcnden (wegen Tempelkritik und Gottesl\u00e4sterung) zum Tode verurteilt und dann der weltlichen Hand, dem Statthalter Pilatus, \u00fcbergeben wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>In der Literatur des 4. nachchristlichen Jahrhundert<\/strong><\/h4>\n<p>Es gibt im Neuen Testament keine Angaben zur Lage des Palastes oder der Pal\u00e4ste. F\u00fcr eine n\u00e4here Bestimmung sind wir auf die \u00e4ltesten Berichte, auf die Arch\u00e4ologie und topographische \u00dcberlegungen zur Stadt Jerusalem angewiesen.<\/p>\n<p>Die \u00e4lteste christliche Lokaltradition kennt und verehrt am Ostabhang des Sion eine Ruine als St\u00e4tte der Verurteilung und Gei\u00dfelung Jesu durch Kajafas und der Verleugnung Jesu durch Petrus.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4><strong>Eine Ruine mit hohem katechetischem Wert<\/strong><\/h4>\n<p>Der Pilger von Bordeaux (334) bezeugt als erster eine Ruine am Ostabhang des Sionsh\u00fcgels. Er kommt vom \u201eTempelplatz\u201c her, passiert das Misttor, steigt zum Siloabecken hinunter und dann die Ostflanke des Sion hinauf. Dort trifft er auf den Ort, wo \u201edas Haus des Hohepriesters Kajafas war\u201c, also offensichtlich auf eine Geb\u00e4uderuine. Darin hatte ein S\u00e4ulenstumpf eine besondere Bedeutung: \u201eUnd die S\u00e4ule ist bis heute da, an welcher sie Christus mit Gei\u00dfeln schlugen\u201c. Dann geht der Pilger weiter \u00fcber den Sion Richtung Neustadt, in deren Tal er die n\u00e4chste Station, das Pr\u00e4torium des Pilatus, sieht.<\/p>\n<p>Kyrill von Jerusalem (348\/50) trifft auf einem katechetischen Rundgang mit seinen Gl\u00e4ubigen am gleichen Ort ebenfalls eine Ruine und eine S\u00e4ule an. Er sieht darin den Palast des Kajafas und die Gei\u00dfelungss\u00e4ule des leidenden Jesus. Die Ruine bietet ihm eindr\u00fcckliches katechetisches Anschauungsmaterial: Sie lehrt \u201edurch ihre jetzige Zerst\u00f6rung die Macht dessen, der damals in dem Haus gerichtet worden war.\u201c Dies scheint mir der theologische Grund zu sein, weshalb der Ort als Ruine belassen worden ist. \u00c4hnlich wie der ver\u00f6det belassene Tempelplatz bezeugt hier die Ruine die erfolgte Umkehrung der realen Machtverh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<p>Etwa 100 Jahre sp\u00e4ter ist im armenischen Lektionar eine liturgische Station f\u00fcr die Nacht vom Hohen Donnerstag zum Karfreitag bezeugt: Die Prozession kommt von Getsemani (um den verw\u00fcsteten Tempelplatz herum) zum \u201ePalast des Hohepriesters an den Ort der Reue Petri\u201c, wo Mt 26,57\u201375 gelesen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Eine Kirche des hl. Petrus (6. Jh.)<\/strong><\/h4>\n<p>Eine \u201eKirche des hl. Petrus\u201c ist jedoch erst bei Theodosius (um 520), eine \u201egro\u00dfe Basilika des hl. Petrus\u201c erst im Breviarius (um 550) erw\u00e4hnt. Unterdessen hatte die Hagia Sion-Basilika auf der Sionskuppe, die wir beim letzten Mahl Jesu schon angetroffen haben, das Haus des Kajafas, die Gei\u00dfelungss\u00e4ule und zudem die Dornenkrone und die heilige Lanze an sich gezogen. Dem Ort am Ostabhang blieb nur noch die Teiltradition von der Reue Petri, die nach Matth\u00e4us und Lukas ja au\u00dferhalb des Kajafashauses (droben auf dem Sion) stattfand: \u201e \u2026 und er ging hinaus und weinte bitterlich\u201c (Mt 26,75). Diese Situation ist im 10.\/11. Jh. bei Epiphanius Monachus festgehalten: \u201eAu\u00dferhalb der Stadt ist rechts, nahe bei der Mauer, eine Kirche, wohin Petrus hinausging und wo er bitterlich weinte\u201c.<\/p>\n<p>Arch\u00e4ologisch ist f\u00fcr das 5.\/6. Jh. eine bescheidene christliche Kultst\u00e4tte im Bereich der jetzigen Kirche aufgewiesen. Ein rechteckiges Geb\u00e4ude war so \u00fcber mehreren Felsgrotten errichtet, dass ein ehemaliges Ritualbad als \u201ehl. Grotte\u201c in sein Zentrum zu liegen kam. Dazu waren hangabw\u00e4rts St\u00fctzmauern notwendig. Eine Apsis ist nirgends ersichtlich, doch kamen zahlreiche Gegenst\u00e4nde zum Vorschein, die zu einem kirchlichen Raum geh\u00f6rten: Korinthische Kapitelle, Fragmente einer Chorschranke, ornamentale Mosaiken, eine Tabula ansata mit Ps 121,8 und eine Stiftungsinschrift \u201ezum Heil Marias\u201c. Auch Kleinobjekte wie eine Hostienpresse, ein Inzens-Gef\u00e4\u00df und ein Kerzenhalter mit einem Auffangteller, auf dessen Rand sich ein \u201eniedriger Josef\u201c aus dem \u201eKloster St. Theodosius\u201c als Spender festh\u00e4lt, unterst\u00fctzen diese Deutung.<\/p>\n<p>Daraus hat sich dann die bis heute dominante Tradition der Hahnenschrei-Kirche der Kreuzfahrer entwickelt, von der aber hier keine Spur vorhanden ist. Auch die Grotte der Reue Petri, die sp\u00e4tere Besucher erw\u00e4hnen, ist unauffindbar, da sie nach den Berichten neugieriger Pilger am Ostabhang herum wanderte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Die heutige Situation in der modernen Petrus-Kirche<\/strong><\/h4>\n<p>Die 1931 eingeweihte Petruskirche hat drei Stockwerke, die seit 1997 durch einen sinnvollen und diskreten Besucherrundgang erschlossen sind. Die Krypta im untersten Stock besteht aus einem komplexen unterirdischen Grottensystem, von dem ein Teil restauriert und zug\u00e4nglich gemacht wurde. Der kleine Pfeilerhof, der urspr\u00fcnglich offen und von der Talseite her \u00fcber die kleine Treppe zug\u00e4nglich war, ist jetzt wegen der Betondecke zum unterirdischen Verlie\u00df geworden. Dies soll der Ort sein, wo Jesus verh\u00f6rt und ausgepeitscht worden sei. Die L\u00f6cher in den Pfeilern h\u00e4tten dazu gedient, sie sind jedoch zum Anbinden von Tieren oder Aufh\u00e4ngen von Sachen angebracht \u2013 und nicht zur Gei\u00dfelung von Menschen.<\/p>\n<p>Von einer Auspeitschung steht in den Texten der Evangelien \u00fcbrigens nichts, nur von Misshandlungen und Verh\u00f6hnungen durch die Knechte ist die Rede. Erst der Pilger von Bordeaux spricht von einer S\u00e4ule, an welcher Jesus bei Kajafas gegei\u00dfelt worden sei. Eine Folteranlage im Hausbereich des j\u00fcdischen Hohepriesters ist jedoch eine Vorstellung, die historisch unrichtig, nach j\u00fcdischem Religionsgesetz unm\u00f6glich und zudem den Juden gegen\u00fcber unfreundlich ist.<\/p>\n<p>Wir sind hier einfach im Keller eines gro\u00dfen Hauses aus fr\u00fchj\u00fcdischer Zeit, mit R\u00e4umen zur Lagerung von Lebensmitteln und allerhand Materialien und zur Speicherung von Wasser. Jetzt ist dort die Steintreppe mit einer doppelten \u00d6ffnung freigelegt, die zur \u201eheiligen Grotte\u201c f\u00fchrt. Bei allem Respekt vor der religi\u00f6sen Lokaltradition kann einem nicht entgehen, dass dieser doppelte Zugang typisch ist f\u00fcr ein j\u00fcdisches Ritualbad der Zeit Jesu. Das Becken wurde in einer zweiten Phase durch eine Vertiefung \u2013 wodurch die Steintreppe ihre Funktion verlor \u2013 und eine \u00d6ffnung in der Decke zu einer Zisterne umgestaltet. Eine moderne Stiege f\u00fchrt an vielfachen Aush\u00f6hlungen vorbei bis auf den Grund der Zisterne hinunter, die als \u201ehl. Grotte\u201c des Gef\u00e4ngnisses Jesu w\u00e4hrend dessen letzter Nacht verehrt wird. Das gut sichtbare Kreuz in der Zisternen\u00f6ffnung und weitere rote und schwarze Kreuze an den W\u00e4nden zeigen, dass sich Christen in diesem unterdessen durch eine T\u00fcre zug\u00e4nglich und durch ein Fenster bel\u00fcftbar gemachten Ort aufgehalten haben. Der urspr\u00fcngliche Keller und das Kultbad sind offensichtlich sehr sekund\u00e4r mit dem Aufenthalt Jesu im Palast des Kajafas verbunden worden und k\u00f6nnen von keinem aufgekl\u00e4rten Besucher als Gef\u00e4ngnis und Auspeitschungsort Jesu ernst genommen werden.<\/p>\n<p>Da n\u00f6rdlich dieser St\u00e4tte ein sch\u00f6nes St\u00fcck des antiken Stufenweges erhalten ist, der vielleicht schon zur Zeit Jesu die Siloa-Quelle mit dem Sion verband und auf dem der Pilger von Bordeaux zum Sion hinaufgestiegen ist und dabei an den Ruinen des Kajafaspalastes vorbei kam, kann man sich hier tats\u00e4chlich jene Ruinen gut vorstellen.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher konnte man auf diesen Stufen noch \u00fcber die Umkehr der Machtverh\u00e4ltnisse nachdenken, von der Kyrill von Jerusalem in einer seiner Katechesen an die T\u00e4uflinge spricht. Dies ist leider auch nicht mehr m\u00f6glich, da die Steinstufen wegen des frommen Steinabbaus durch Reliquiensammler leider abgesperrt wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das politische Todesurteil im Pr\u00e4torium des r\u00f6mischen Statthalters<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Im Neuen Testament<\/strong><\/h4>\n<p>Am Ende des Verh\u00f6rs vor Kajafas haben wir schon geh\u00f6rt, dass Jesus dem Statthalter Pilatus \u00fcbergeben wurde (Synoptiker), der sich nach Joh 18,28f. im Innern des Pr\u00e4toriums aufhielt. Die Juden betraten es nicht, um sich nicht wegen des nahen Pesachfestes zu verunreinigen.<\/p>\n<p>Es beginnen dann die langwierigen Verhandlungen zwischen Pilatus, den Repr\u00e4sentanten der Juden und dem j\u00fcdischen Volk, die schlie\u00dflich mit der Verurteilung Jesu zum Kreuzestod endeten. Bei der Verurteilung sa\u00df Pilatus auf dem Richterstuhl, was das Urteil vor allen Anwesenden als rechtskr\u00e4ftig bezeugte.<\/p>\n<p>Die Texte der Evangelien sind zu ausf\u00fchrlich, als dass sie hier geboten werden k\u00f6nnten. Die den Texten entnommenen Ortsbezeichnungen beschreiben aber ein offizielles Geb\u00e4ude (das Praetorium), dem ein Platz vorgelagert war, wo die Ankl\u00e4ger und die Menge sich versammelt hatte und wo, von einem erh\u00f6hten Ort her, Pilatus schlie\u00dflich das Todesurteil f\u00e4llte.<\/p>\n<p>Nirgends ist aber gesagt, wo sich dieser Ort im damaligen Gef\u00fcge Jerusalems befand. Es sind wiederum Gr\u00fcnde, die au\u00dferhalb des Textes des NT liegen, die zu den vier unterschiedlichen Verortungen des Pr\u00e4toriums gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Erste Verortung: Im Stadttal<\/strong><\/h4>\n<p>Dies ist die \u00e4lteste Tradition, die schon beim Pilger von Bordeaux (334) vorhanden ist. Er blickte, nachdem er den ummauerten Sion gegen Norden verlassen hatte und durch das Tor des Nea-Bereichs gegangen war, ins Stadttal hinunter. Dort sah er die Ruine des Pilatus-Palastes, der als Stationsort der religi\u00f6sen Begehung der Stadt, eine Kirche des Pilatus wurde, die schlie\u00dflich um 500 bei Petrus dem Iberer den Namen Nea Sophia bekam. Darin sei nach dem Pilger von Piacenza (um 570) der Sitz des Pilatus gestanden, von dem aus er das Verh\u00f6r Jesu leitete. Ein erh\u00f6hter viereckiger Stein mit einem Fu\u00dfabdruck Jesu war der eigentliche Verehrungsgrund, von dem \u201eviele Wunderkr\u00e4fte ausgingen\u201c. Von dieser Kirche, die das Madaba-Mosaik noch abbildet, ist im Stadttal keine Spur mehr vorhanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Zweite Verortung: Im Kloster der Sionsschwestern n\u00f6rdlich des Antonia-Felsens<\/strong><\/h4>\n<p>Da seit der Kreuzfahrerzeit das Pr\u00e4torium des Pilatus in der herodischen Antonia gesehen wurde, wurde in der n\u00e4heren Umgebung der Antonia, den Kl\u00f6stern der Franziskaner und der Sionsschwestern, nach konkreten Bauresten dieses Pr\u00e4toriums gesucht. P\u00e8re Vincent OP und seine Doktorandin Sr. Aline, die Oberin der Sionsschwestern, haben anhand ihrer Untersuchungen im Untergrund des Klosters und der umliegenden Geb\u00e4ude eine Gro\u00df-Antonia entstehen lassen, deren zentraler Platz heute noch besucht werden kann.<\/p>\n<p>Der Plattenbelag dieses Platzes mit seinen zahlreichen in die Steinplatten geritzten Spielen, eignete sich, vor allem wegen des so genannten K\u00f6nigsspiels, besonders gut, die neutestamentlichen Szenen von der Verurteilung durch Pilatus und der Verh\u00f6hnung Jesu als K\u00f6nig mit Krone und Purpurmantel durch die Soldaten darzustellen. Und der weltbekannte Ecce-Homo-Bogen \u00fcber der Stra\u00dfe und im Innern der Kirche des Klosters der Sionsschwestern vollendete die Szenerie und machte diese Station der Passion Jesu in Steinen und Strukturen aufs Anschaulichste erlebbar.<\/p>\n<p>Erst die neueren arch\u00e4ologischen Untersuchungen haben die Antonia auf den Felsblock an der nordwestlichen Ecke des Tempelplatzes schrumpfen lassen und den mit Platten belegten Platz einem r\u00f6mischen Forum von Aelia Capitolina (2. Jh.) zugewiesen. Das Pr\u00e4torium muss seitdem an einem weiteren Ort gesucht werden. Der Ort im Untergrund des Klosters der Sionsschwestern hat aber die Qualit\u00e4t einer St\u00e4tte der Besinnung behalten und sollte nicht vergessen gehen, auch wenn die weiter \u00f6stlich liegenden Kapellen der Condemnatio und Flagellatio der Franziskaner heute als die entsprechenden Kreuzwegstationen gelten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Dritte Verortung: Das griechisch-orthodoxe Pr\u00e4torium<\/strong><\/h4>\n<p>Es schlie\u00dft direkt an das Sionskloster an und ist ein arch\u00e4ologischer Fake des 19. Jahrhunderts. Sie besteht in einer schrittweisen Verwandlung von Felsh\u00f6hlen und Grabanlagen entlang der klassischen Via Dolorosa in ein Gef\u00e4ngnis Jesu und andere Orte der Qual. Von einem Pr\u00e4torium ist nirgends auch nur eine Spur erkennbar. Es kann nicht den geringsten Anspruch auf irgendwelche Authentizit\u00e4t erheben. Ich lasse es deshalb beiseite.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Vierte Verortung: Im ehemaligen Herodespalast<\/strong> <strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/h4>\n<p>Dies ist der wissenschaftlich plausibelste Ort. S\u00fcdlich seiner Dreiturm-Festung am Ort der heutigen Zitadelle beim Jaffa-Tor hatte sich Herodes der Gro\u00dfe einen gro\u00dfartigen K\u00f6nigspalast errichtet. Dieser lag am Westrand der Stadt, gegen\u00fcber war die k\u00f6nigliche Grabanlage und die gesamte Ausrichtung ging gegen Westen, wo das nicht-j\u00fcdische Herrschaftsgebiet des Herodes lag. Wie es belegbare Sitte der R\u00f6mer war, \u00fcbernahmen deren Prokuratoren und Stadthalter jeweils den fr\u00fcheren K\u00f6nigspalast und machten ihn zu ihrem Herrschaftssitz. Im Innern der Stadt zu wohnen (wie im Stadttal oder in der Antonia), f\u00fchrte f\u00fcr die verhassten r\u00f6mischen Besatzer durch viel zu gef\u00e4hrliche, enge Gassen.<\/p>\n<p>Es ist deshalb am plausibelsten, die Szenen mit den Verh\u00f6ren im Innern, die Versammlung der Menge und der Elite auf dem plattenbelegten Vorplatz (lithostroton), die Gei\u00dfelung und Verh\u00f6hnung in einem Bereich der Soldaten und die Verurteilung auf einer erh\u00f6hten Stelle vor dem Palast anzusetzen. \u00c4hnliche Szenen lassen sich beim kaiserlichen Prokurator Sabinus nachweisen. Von Pilatus sagt Flavius Josephus, dass er im Herodespalast die goldenen Schilde aufstellte und sp\u00e4ter die aufst\u00e4ndischen Juden von der \u201eTrib\u00fcne\u201c herab niederkn\u00fcppeln lie\u00df. Auch der letzte r\u00f6mische Stadthalter Gessius Florus residierte im K\u00f6nigpalast, nachdem er vom Caesarea am Meer nach Jerusalem hinaufgekommen war. Josephus: \u201eer lie\u00df davor eine Trib\u00fcne aufstellen und nahm darauf Platz\u201c, um das Verh\u00f6r mit der Elite zu f\u00fchren und schlie\u00dflich die aufst\u00e4ndischen \u201eM\u00e4nner von ritterlichem Stand vor seiner Trib\u00fcne zu gei\u00dfeln und ans Kreuz zu nageln.\u201c<\/p>\n<p>An diesem vierten Ort kommt auch der Gedanke am st\u00e4rksten zum Tragen, dass die herrschende weltliche Macht, die eigentlich von den Juden verabscheut wurde, auf das Dr\u00e4ngen von deren Elite den Tod Jesu herbeigef\u00fchrt hat. Macht und Ohnmacht treffen da so offensichtlich aufeinander, dass Johannes in seinem Evangelium eine Szene einf\u00fcgte, um die eigentlichen Machtverh\u00e4ltnisse aufzuweisen: \u201eDu h\u00e4ttest keinerlei Macht \u00fcber mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben w\u00e4re!\u201c (Joh 19,11). Entsprechend steht in der Condemnatio-Kapelle der Franziskaner unter dem Bild der Verurteilung: <em>Hic Christus tradebat iudicanti se injuste<\/em>. (Hier liefert Christus sich dem ungerechten Richter aus.)<\/p>\n<p>Von diesem Ort der Selbstauslieferung Jesu \u2013 in christlicher Sicht \u2013 geht der Schmerzensweg Jesu ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Via Dolorosa \u2013 der Weg der Schmerzen<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Weg, auf dem Jesus selbst das Kreuz zur Hinrichtungsst\u00e4tte auf Golgota tragen musste, h\u00e4ngt aufs engste mit dem Ort des Pr\u00e4toriums zusammen, weshalb es im Lauf der Geschichte zwei Wege gibt, von denen sich der wahrscheinlich historischste unterscheidet.<\/p>\n<p>Es sei bemerkt, dass wir aus byzantinischer Zeit keinen eigentlichen Kreuzweg kennen, auch wenn die christliche Bev\u00f6lkerung und die Pilger Jerusalems die Stationen des Aufenthaltes Jesu in Jerusalem liturgisch (wie Etheria zeigt) oder katechetisch (wie bei Kyrill von Jerusalem zu sehen) immer wieder an spezifischen Orten und Wegen begingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Die erste Version von der Antonia durch die Porta dolorosa <\/strong><\/h4>\n<p>Seit der Zeit der Kreuzfahrer, als der Pilger Theodericus (1172) das Pr\u00e4torium mit der Antonia gleichsetzte \u2013 die byzantinische Tradition von der Kirche des Pilatus im Stadttal ist unterdessen verloren gegangen \u2013, verlief der Weg nach Golgota zuerst \u00fcber den Tempelplatz, der aber seit dem 7. Jahrhundert bis zur Ankunft der Kreuzfahrer schon der moslemische Haram mit dem Felsendom und der Aqsa-Moschee geworden war, bis zur Porta dolorosa, dem sp\u00e4teren und jetzigen \u201eTor der Baumwollh\u00e4ndler\u201c (bab al-Qattanin), in der westlichen Umfassungsmauer und von dort durch das Gewirr von Gassen zur Grabeskirche hinauf. Da nach der zweiten muslimischen Eroberung der Stadt durch Saladin (1187) der Haram f\u00fcr Christen unbetretbar war, war dieser Leidensweg Jesu schon nach kurzer Zeit nicht mehr begehbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Die zweite Version: Die heutige Via dolorosa<\/strong><\/h4>\n<p>In der Folgezeit entwickelte sich der Kreuzweg, der bis heute begangen wird. Da die erste Station, die Verurteilung Jesu, nicht mehr auf dem Antonia-Sockel, der muslimisch belegt war (heute durch die Umarija-Schule), erinnert werden konnte, kam sie zusammen mit der zweiten Station (Jesus wird gegei\u00dfelt und mit Dornen gekr\u00f6nt) in das gegen\u00fcber liegende Franziskaner-Kloster, wo die Condemnatio-Kapelle (links) und die neuere Flagellatio-Kapelle (rechts) sowohl der Verurteilung wie der Gei\u00dfelung gedachten. Von da verlief der Weg im heutigen zick-zack zuerst durch das muslimische Quartier (Stationen 3\u20136) und dann durch das christliche Quartier (Stationen 7\u20139). Die einzelnen, frei lokalisierten Stationen haben unterschiedliche Entstehungszeiten und erinnern zum Teil an biblisch \u00fcberlieferte Szenen wie die 5. Station: Simon von Kyrene hilft Jesus das Kreuz tragen, oder die 8. Station: Jesus belehrt die weinenden Frauen von Jerusalem, zum Teil jedoch legend\u00e4re fr\u00fchchristliche Legenden wie die Begegnung mit der Mutter Maria (4. Station) oder mit der Veronika und ihrem ber\u00fchmten Schwei\u00dftuch (6. Station).<\/p>\n<p>Die Stationen 10\u201314 liegen dann im Innern der Grabeskirche und gedenken Ereignissen, die alle am gleichen Ort stattgefunden haben: Die (in den Evangelien nicht berichtete) Entkleidung Jesu, die Kreuzigung, der Tod am Kreuz, die Abnahme vom Kreuz und die Grablegung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Die dritte Version: Vom Herodes-Palast nach Golgota<\/strong><\/h4>\n<p>Wenn das Pr\u00e4torium der r\u00f6mischen Prokuratoren und Statthalter im ehemaligen Herodes-Palast lag, was die \u00fcbliche Sitte der R\u00f6mer in eroberten oder besetzten St\u00e4dten war und deshalb die historisch plausibelste Annahme ist, verlief der Leidensweg Jesu nicht quer von Osten nach Westen durch die Stadt, sondern ging am westlichen Rand der Stadt, vom Herodes-Palast an der Zitadelle vorbei durch das Gartentor in den Bereich au\u00dferhalb der Stadtmauern, wo ein ehemaliges Steinbruchgel\u00e4nde mit zum Teil bizarren Felsformationen lag.<\/p>\n<p>War der erste Weg ziemlich n\u00fcchtern, so erlaubte der zweite eine in Etappen gestaltete Nachfolge des Gekreuzigten. Die dritte ist nie begangen worden, au\u00dfer von den wenigen, welche der Historie nachzugehen versuchten. In Anbetracht der heutigen Unsitte, Jesu Verdienst an m\u00f6glichst gro\u00dfen Schmerzen festzumachen \u2013 wie Mel Gibson dies in seinem sadistischen Film <em>The Passion of the Christ<\/em> (2004) getan hat \u2013 hat dieser Schmerzensweg den Vorteil, nicht so sehr die Schmerzhaftigkeit der Tortur als vielmehr die Entschiedenheit Jesu und die politische Dimension seines Todesmarsches aufzuzeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das grausame und stille Ende: Golgota und das nahe Einzelgrab<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4><strong>Die Ortsangaben des Neuen Testaments <\/strong><\/h4>\n<p>Die Texte der Evangelien spiegeln im Zusammenhang mit der Kreuzigung und Grablegung Jesu topographische Gegebenheiten wieder, die koh\u00e4rent sind, durchaus historische Plausibilit\u00e4t beanspruchen k\u00f6nnen und auf die Gegend der heutigen Grabeskirche hinweisen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Ort der Kreuzigung: <\/strong>Der historische Kreuzweg Jesu endete bei der Kreuzigungsst\u00e4tte \u201eGolgota\u201c. Diese lag au\u00dferhalb der Stadtmauern (Mk 15,20; Mt 27,32), wie es der antiken Praxis entsprach. Die Kreuzigung fand \u201ein der N\u00e4he der Stadt\u201c (Joh 19,17.20) und an einer hervorragenden Stelle statt, um den schrecklichen Anblick f\u00fcr viele unvermeidbar zu machen (Mk 15,29; Mt). So konnten \u201eviele Juden\u201c die Kreuzesaufschrift (Joh 19,20) lesen, deren Mehrsprachigkeit mit einem vielf\u00e4ltigen Publikum von Juden, Griechen und R\u00f6mern rechnete. Man konnte zudem wie die sympathisierenden Frauen \u201evon weitem zuschauen\u201c (Mk 15,40; Mt 27,55), da die Hinrichtung, wie der Name Golgota besagt, auf einem Felskopf vollzogen wurde.<\/p>\n<p>Dies alles entspricht dem Abschreckungscharakter, den Kreuzigungen immer auch hatten. Aus der Sicht der R\u00f6mer war Jesus, ebenso wie die beiden mit ihm Gekreuzigten, ein \u201eR\u00e4uber\u201c, das hei\u00dft ein politischer Krimineller, dessen schreckliches Ende Rom allen vor Augen halten wollte. Dies alles war nur im Bereich n\u00f6rdlich der Zitadelle m\u00f6glich, wo einerseits die gro\u00dfe Zugangsstra\u00dfe vom Meer her kam und wo andererseits nahebei, aber au\u00dferhalb der damaligen Stadt ein Steinbruchgebiet mit entsprechend bizarren Steinformationen lag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Ort der Grablegung: <\/strong>Nahe beim Ort der Kreuzigung war zudem nach Joh 19,41 ein \u201eGarten\u201c mit einem unbenutzten Felsengrab (des Josef von Arimat\u00e4a). Dass ein Grab in einem Garten oder Park lag, entsprach durchaus einer Realit\u00e4t, die rund um das antike Jerusalem noch heute anzutreffen ist. Die Sanhedringr\u00e4ber im Norden, das Grab des Jason im Westen, die Pilgergr\u00e4ber am S\u00fcdabhang des Hinnomtals und besonders das Grab der Bene Chesir\/S\u00e4ulengrab im Kidrontal sind die besten Beispiele f\u00fcr solche Gr\u00e4ber innerhalb von Gartenanlagen.<\/p>\n<p>Auch dies ist stimmig, da es nach Josephus im Norden und Nordwesten der Stadt \u201eG\u00e4rten mit Gr\u00e4ben, \u2026 Quermauern und Z\u00e4unen\u201c und \u201eGarten- und Baumpflanzungen\u201c gab, zu denen das \u201eGartentor\u201c im Nordabschnitt der Ersten Mauer f\u00fchrte. Dass Simon von Kyrene \u201evom Felde kam\u201c (Mk 15,21\/Lk 23,26), als er dem Kreuz tragenden Jesus begegnete, best\u00e4tigt ganz unabsichtlich diese topographische Verortung.<\/p>\n<p>Nach den vier Evangelien war das Grab Jesu ein noch unbenutztes Felsgrab, das einen betretbaren Grabraum mit einer einzelnen Grabliege hatte und einen gro\u00dfen runden Verschlussstein aufwies, den man beim \u00d6ffnen weg- oder hinaufrollen musste, bis er in die Arretierung fiel. Die Evangelien (Mk 15,42\u201347\/Mt 27,57\u201366\/Lk 23,50\u201356\/Joh 19,38\u201342) beschreiben mit kleinen Varianten in der Wortwahl den bekannten Typ des fr\u00fchj\u00fcdischen Felsengrabes mit einem manchmal \u00fcberdachten Vorraum und dem dahinter liegenden Grabraum. Auch dies ist in Jerusalem mehrfach zu sehen. Beim nahen Herodiergrab, im s\u00fcdlichen Hinnomtal, beim Grab der K\u00f6nigin von Adiabene im Norden.<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<h4><strong>Das damalige Gel\u00e4nde au\u00dferhalb der herodischen Dreiturmfestung<\/strong><\/h4>\n<p>Die Ausgrabungen und Tiefenbohrungen der Arch\u00e4ologen haben deutlich gemacht, dass au\u00dferhalb der herodischen Dreiturmfestung (der heutigen Zitadelle) ein steinbruchartiges Gel\u00e4nde lag, das den ganzen Bereich der Grabeskirche umfasst. Die n\u00f6rdlichen, westlichen und \u00f6stlichen Konturen sind ziemlich genau festgestellt, w\u00e4hrend gegen S\u00fcden der Verlauf wohl bis zu den Stadtmauern reichte.<\/p>\n<p>Mehrere Gr\u00e4ber sind in die Felsen geschlagen: Ein Einzelgrab, das aus dem Felsen isoliert und zum alleinstehenden Grab Jesu umgestaltet wurde; das so genannte \u201eGrab des Josef von Arimat\u00e4a\u201c<em>,<\/em> das westlich hinter der Grabes\u00e4dikula, im Kultraum der syrisch-orthodoxen Kirche, noch besichtigt werden kann. Es gab hier also zu fr\u00fchj\u00fcdischer Zeit eine kleine Nekropole, von der aber wegen der Felsbearbeitungen nur noch wenig erhalten ist.<\/p>\n<p>Ein isoliertes Felsst\u00fcck ragt an einer anderen Stelle ca. 5 Meter hoch. Es musste einst mit den R\u00e4ndern des Gel\u00e4ndes verbunden gewesen sein, da es als unregelm\u00e4\u00dfige Steins\u00e4ule, die selbst\u00e4ndig nicht bestehen konnte, eine absurde Erscheinung ist. Es ist der heute von Geb\u00e4uden eingefasste und gest\u00fctzte Golgota\u2013Felskopf, der im Laufe der Jahrhunderte als heilige St\u00e4tte \u2013 \u00e4hnlich wie das Grab Jesu \u2013 vom umliegenden Felsen losgel\u00f6st und umbaut wurde.<\/p>\n<p>Dann sind die Helena-Kapelle und die armenische Vartan-Kapelle zu finden, die auf der Tiefe der Fundamente der konstantinischen Basilika liegen. In der armenischen Vartan-Kapelle, die hinter der Krikor-Kapelle liegt und nur mit spezieller Erlaubnis zu besuchen ist, ist ein Blick bis auf den Felsgrund mit den Einschnitten zu sehen, die zur Steingewinnung angebracht wurden.<\/p>\n<p>Am tiefsten Punkt sind wir in der nahen Erl\u00f6serkirche, wo ebenfalls der Felsgrund mit den Felseinschnitten zu sehen ist. Dies haben die Arch\u00e4ologen auch \u00f6stlich des Golgota-Felsens festgestellt.<\/p>\n<p>Dieses Ergebnis ergibt also die arch\u00e4ologische Erforschung, die aber nur punktuell ausgef\u00fchrt werden konnte. Weite Gebiete sind und bleiben unerforscht. Nach den wenigen Spuren von Steinbearbeitung, und weil von einem Steinbruch in den literarischen Quellen nirgends die Rede ist, muss man annehmen, dass dieses Gel\u00e4nde nordwestlich au\u00dferhalb der Stadtmauern in herodischer Zeit nicht mehr als Steinbruch benutzt wurde. Es wurde von Schutt und Erde \u00fcbersch\u00fcttet, sodass es schlie\u00dflich \u2013 wie Josephus sagt und Simon von Kyrene bezeugt \u2013 zu einer bepflanzbaren Fl\u00e4che wurde, in dessen Felsabbr\u00fcchen Gr\u00e4ber eingeschlagen und in dessen Aush\u00f6hlungen Zisternen eingebaut wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>D<\/strong><strong>ie drei Phasen der Vorgeschichte der Grabeskirche<\/strong><\/h4>\n<p>Die heutige Grabeskirche liegt \u00fcber diesem Steinbruchgel\u00e4nde. Und sie liegt ohne Zweifel am gleichen Ort, an dem Kaiser Konstantin der Gro\u00dfe um 330 die gewaltige Ged\u00e4chtnisst\u00e4tte der Auferstehung und der Kreuzigung Jesu Christi errichten lie\u00df. In diesem Bau waren f\u00fcr die Christen des 4. Jh. die beiden biblischen Orte Golgota und das nahe Felsengrab Jesu als heilige St\u00e4tte umschlossen und aufbewahrt. Es gab bis in die Neuzeit keine Alternative zu diesem Ort. Und es gibt meines Erachtens auch heute keine plausible Alternative. Dieses byzantinische Heiligtum ist deshalb der Ausgangspunkt f\u00fcr alle weiteren Fragen, sowohl r\u00fcckw\u00e4rts nach dem Ort der Ereignisse, die in den Evangelien vom Tod Jesu erz\u00e4hlt werden, wie auch vorw\u00e4rts bis zur neuesten Sanierung der Grabes\u00e4dikula, die erst k\u00fcrzlich abgeschlossen wurden.<\/p>\n<p>Wie kamen die Stadtplaner Konstantins um das Jahr 330 auf gerade diesen Ort?<\/p>\n<p>Nach Eusebius von C\u00e4sarea in seiner Vita Constantini benutzten diese offensichtlich keine biblischen Argumente; sie suchten das Grab Jesu vielmehr in einer H\u00f6hle unter dem Forum von Aelia Capitolina.<\/p>\n<p>Dieses Forum, das Kaiser Hadrian um 135 n. Chr. einrichten lie\u00df, lag am st\u00e4dteplanerisch besten Ort der Stadt, im Winkel der nords\u00fcdlich und west\u00f6stlich verlaufenden Hauptstra\u00dfen, r\u00f6misch gesprochen: dem Cardo maximus und dem Decumanus. Dazu musste das unebene einstige Steinbruchgel\u00e4nde, das seit Agrippa II. ins Innere der Stadtmauern ger\u00fcckt war, mit aufwendigen St\u00fctzmauern und viel Auff\u00fcllschutt zu einer Plattform umgestaltet werden. Eusebius von C\u00e4sarea beschreibt in seiner Vita Constantini diese gro\u00dfen Terrainarbeiten der Auff\u00fcllung, Ausebnung und Einrichtung der Plattform sehr eindr\u00fccklich, wie wenn er dabei gewesen w\u00e4re. Arch\u00e4ologisch best\u00e4tigen dies jedoch einige noch heute einsehbare Fundament- und St\u00fctzmauern unter der Grabeskirche, im russischen Alexanderhospiz und besonders unter der lutherischen Erl\u00f6serkirche. \u00dcber dem Plattenbelag erhob sich dann ein r\u00f6mischer Jupiter- oder Venustempel.<\/p>\n<p>Nach Eusebius hat Hadrian sein Forum jedoch absichtlich dort gebaut, wo die christliche Lokaltradition die mystische H\u00f6hle der Auferstehung Jesu verehrte. Dadurch habe er das Grab Jesu unter eine dicke Schuttschicht und ins sichere Vergessen gebracht. Er schreibt: \u201eDa Gottlose und Verworfene es bei den Menschen g\u00e4nzlich in Vergessenheit bringen wollten\u201c, sei es so \u201elange Zeit im Dunkel verborgen gewesen.\u201c Kaiser Konstantin habe dann seinerseits Hadrians Tempel dem Erdboden gleichgemacht und unter dem weggef\u00fchrten Schutt den Felsen Golgota und das Grab Jesu gefunden \u2013 \u201ewider allen Erwartens\u201c und \u201edank g\u00f6ttlicher Eingebung\u201c.<\/p>\n<p>Diese Aussagen des Eusebius setzen drei aufeinander folgende Phasen voraus:<\/p>\n<p>Zuerst um das Jahr 30, die Belegung des historischen Felsengrabs Jesu; dann um 135 Kaiser Hadrians Belegung dieses Ortes durch das Forum und die Heiligt\u00fcmer seiner Milit\u00e4rkolonie und schlie\u00dflich um 330 Kaiser Konstantins Ortswahl f\u00fcr seine Auferstehungskirche. K\u00f6nnen diese drei Phasen arch\u00e4ologisch belegt und historisch plausibel gemacht werden? Gab es eine alte Lokaltradition vom Grab Jesu, die alle Ver\u00e4nderungen des Stadtbildes bis zu Konstantin heil \u00fcberstand?<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeiten einer Jerusalemer Lokaltradition, die zuerst die Stadterweiterung unter Herodes Agrippa I. (40\u201344), dann die beiden j\u00fcdisch-r\u00f6mischen Kriege (66\u201370 und 130\u2013135\/6) und schlie\u00dflich die Belegung mit dem Temenos, dem \u201eheiligen Bereich\u201c der R\u00f6mer, von 135 \u2013 330, \u00fcberstanden hat, habe ich ausf\u00fchrlich erwogen. Ich habe aufgrund verschiedener Indizien nicht ausgeschlossen, dass eine Linie von den Evangelien bis zum Konstantinsbau zu verfolgen ist. Aber dies ist nicht mit letzter Stringenz aufzuzeigen. Es gibt jedenfalls keinen besser bezeugten Ort, auch wenn das Gartengrab im Norden sich viel besser eignet, meditativ Tod und Auferstehung Jesu Christi zu verinnerlichen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Golgota und Grab Jesu im Innern der konstantinischen Anastasis<\/strong><\/p>\n<p>Der Gesamtplan der Grabeskirche zeigt rechts des Eingangs Golgota (umlagert von Vorbauten des Patriarchen Modestus, des Kaisers Konstantin IX. Monomachus, der Kreuzfahrer und des griechischen Architekten Komnenos von Mytilene) und zentral unter der gro\u00dfen Rotunde das Grabh\u00e4uschen \u00fcber dem Grab Jesu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Golgota<\/strong><\/h4>\n<p>Der hier ca. 5 Meter hochragende Felskopf ist seit der Zeit Konstantins der Ort der Kreuzigung Jesu und war mit einem pr\u00e4chtigen Kreuz versehen. Die arch\u00e4ologischen Arbeiten der Griechen (1958 und 1970\u20131977) haben den schmalen Felssporn an verschiedenen Stellen wieder sichtbar gemacht.<\/p>\n<p>Die Spitze des Felsens ist im ersten Stock in der griechisch-orthodoxen Golgotakapelle rund um den Altar hinter Glas freigelegt, und unter dem Altar erm\u00f6glicht eine \u00d6ffnung in einer silbernen Platte deren Ber\u00fchrung. Hinter dem Altar sieht man noch die Vertiefung, in welcher seit byzantinischer Zeit ein Kreuz stand. Rechts ist der Fels von einem Spalt durchzogen, der schon von Kyrill von Jerusalem (348\/50) als Best\u00e4tigung von Mt 27,51 herangezogen wurde, dass sich bei Jesu Tod \u201edie Felsen gespaltet\u201c h\u00e4tten. Er ist auch in der darunter liegenden Adamskapelle sichtbar, wo eine Glasscheibe einen Blick auf eine unregelm\u00e4\u00dfige Vertiefung und den Felsspalt erlaubt. Auf der Nordseite ist nochmals ein St\u00fcck des hochragenden Golgotafelsens hinter Scheiben zu sehen.<\/p>\n<p>Die Ostseite des Golgotafelsens ist nicht zug\u00e4nglich. Der Felssporn konnte hier bis in eine Tiefe von 8 Meter verfolgt werden, wo unter dem F\u00fcllschutt wieder der gewachsene Felsen erreicht wurde, der klare Spuren von Steinbrucharbeiten aufwies. Von Osten her gesehen ragte der Sporn einst also insgesamt \u00fcber 12 Meter empor. Er musste offensichtlich durch eine Mauer abgest\u00fctzt werden, die auf dem F\u00fcllschutt aus r\u00f6misch-byzantinischer Zeit aufruht. \u00dcber der St\u00fctzmauer fand man \u00fcberraschend eine Grotte, die nach A. Mitropoulos auf zwei Gr\u00e4ber aus vorchristlicher Zeit zur\u00fcckgeht.<\/p>\n<p>Wer den hochragenden, vielfach geborstenen und sehr schmalen Felskopf Golgota betrachtet oder umschreitet, kommt unvermeidlich zur Einsicht, dass die Kreuzigung Jesu und der beiden anderen R\u00e4uber auf einem so beschr\u00e4nkten Platz schlechthin nicht hat durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Dieses Felsst\u00fcck musste damals eine bedeutend gr\u00f6\u00dfere Oberfl\u00e4che gehabt haben, zug\u00e4nglich und mit dem \u00fcbrigen Steinbruchareal verbunden gewesen sein. Wann der Felssporn vom Rest des Steinbruchs abgetrennt wurde, kann nicht bestimmt werden. Dass er alle absichtlichen und unabsichtlichen Zerst\u00f6rungen bis heute \u00fcberstanden hat und so zum hohen theologischen Ort der Pilger werden konnte, bleibt ein erstaunliches Faktum: Ein Steinbrocken, zerspalten, besch\u00e4digt, nur erhalten, weil er von den Bauten der Christen rundum gest\u00fctzt ist. Diese halten ihn fest als jenes St\u00fcck Historie, das nicht aufgegeben werden darf.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4><strong>Das Grab Jesu<\/strong><\/h4>\n<p>Das Grab Jesu ist jetzt im Innern der rechteckigen, hinten abgerundeten Grabes\u00e4dikula versteckt. Dieses f\u00fcr unseren westlichen Geschmack gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftige \u201eg\u00f6ttliche Gemach\u201c wurde 1810 vom griechischen Architekten Komnenos von Mytilene errichtet, wurde aber so bauf\u00e4llig, dass eine Gesamterneuerung unvermeidlich war und jetzt auch abgeschlossen ist.<\/p>\n<p>Der innerste Raum ist eine winzige Grabkammer, auf deren rechter Seite seit Konstantin jene \u201eStelle, wo er hingelegt war\u201c (Mk 16,6; Mt 28,6), also die Grabliege Jesu, verehrt wird.<\/p>\n<p>Die Grabliege besteht jetzt aus einer Marmorverkleidung von 1810, unter welcher sich die Reste des von al-Hakim weg gehauenen Grabfelsens verbergen. Die Berichte der beiden letzten Augenzeugen, des Franziskaners Bonifatius von Ragusa (1555) und des griechischen M\u00f6nchs Symaios (1810), lie\u00dfen erahnen, was darunter noch vorhanden ist. Die neueste, eben abgeschlossen Erforschung hat dies gezeigt: ein zerschundenes St\u00fcck Fels der Grabliege und aufragende St\u00fccke des Felsens im Norden und im S\u00fcden.<\/p>\n<p>Die Arch\u00e4ologie hat deutlich gemacht, dass dies ein Einzelgrab war, das einst im westlichen Felsabbruch des Gel\u00e4ndes lag, das dann aber \u2013 wie dies von Gr\u00e4bern herausragender Personen auch anderswo zu beobachten ist (Mariengrab; Jad Abschalom im Kedrontal) \u2013 aus dem Felsen herausgehauen wurde. Schlie\u00dflich wurde das freigelegte Grab mit einer Ged\u00e4chtniskapelle umgeben. Durch diese Losl\u00f6sung des Jesusgrabes aus dem umgebenden Fels und durch die Ausschachtung f\u00fcr die Rotunde der Anastasis wurde eine weitere fr\u00fchj\u00fcdische Grabanlage, das sogenannte Grab des Josef von Arimat\u00e4a, angeschnitten. Es ist bis heute ein kostbares arch\u00e4ologisches Zeugnis daf\u00fcr, dass das Steinbruchgel\u00e4nde zur Zeit Jesu Felsgr\u00e4ber aufwies. Das Grab Jesu hingegen hat seit Konstantin \u2013 trotz aller Zerst\u00f6rungen und historischen Wirren \u2013 eine Verehrung als Ort der Auferstehung Christi erfahren, welche bis heute weitergeht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Zum Abschluss <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Orte der Passion Jesu in Jerusalem, denen wir jetzt gefolgt sind, k\u00f6nnen als eine Version im Fels und in Steinen gesehen werden f\u00fcr die Version in Worten, wie sie prophetischen Traditionen des Juden- und Christentums f\u00fcr Jerusalem formuliert haben: Jerusalem als eine M\u00f6rderin, der zu erliegen das Geschick der echten Propheten ist. Diese Vorstellung ist in den prophetischen Kreisen des nachexilischen Judentums entstanden und hat in der christlichen Tradition seine Anwendung auf das Geschick Jesu gefunden.<\/p>\n<p>Von der symbolischen Hingabe seines Lebens f\u00fcr die Menschen (im Abendmahl) \u00fcber das freiwillige Verharren in Getsemani erduldete dieser Prophet Jesus die Verh\u00f6re, die Verspottung und die Verurteilung und starb schlie\u00dflich \u2013 durch die vorgeschobene Hand der R\u00f6mer \u2013 auf Golgota den \u201eschimpflichsten Tod\u201c, so Plinius, der Antike.<\/p>\n<p>Am Ende dieser meiner topographischen Passionserz\u00e4hlung stehen wir vor einem leeren Grab, das historisch nur die Abwesenheit des toten Gekreuzigten bezeugen kann. Es ist seit je an den Christen, diese Leere durch ihren t\u00e4tigen Glauben an Ostern mit Leben zu f\u00fcllen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jesu letztes Mahl im \u201eObergemach\u201c eines ungenannten Jerusalemers &nbsp; Wenn wir die Evangelien fragen, wo dieses letzte Mahl Jesu mit seinen J\u00fcngerInnen stattgefunden hat, sto\u00dfen wir auf ein seltsames Verschweigen: Bei Mk und Lk ist es ein Mann mit einem Wasserkrug \u2013 was f\u00fcr M\u00e4nner un\u00fcblich ist und deshalb als spezielles Kennzeichen gelten kann \u2013,&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":32561,"menu_order":381,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-108493","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - 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