{"id":108559,"date":"2025-07-31T11:35:38","date_gmt":"2025-07-31T09:35:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=108559"},"modified":"2025-07-31T11:35:38","modified_gmt":"2025-07-31T09:35:38","slug":"irrationalitaet-in-politik-und-gesellschaft","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/irrationalitaet-in-politik-und-gesellschaft\/","title":{"rendered":"Irrationalit\u00e4t in Politik und Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p>Es ist gar nicht so einfach, \u00fcber Irrationalit\u00e4t zu reden, wenn man nicht vorher \u00fcber Rationalit\u00e4t geredet hat. Oder andersherum: Es ist relativ einfach, \u00fcber Irrationalit\u00e4t zu reden, wenn man vorher nicht \u00fcber Rationalit\u00e4t geredet hat. Irrationales Verhalten zu entdecken, ist nicht schwer. Man k\u00f6nnte viele Beispiele nennen, was ich jetzt nicht tue; aber ich kann mir vorstellen, welche Dinge in Ihrem Kopf gerade ablaufen. Dar\u00fcber k\u00f6nnte man wahrscheinlich, gerade wenn es um Politik geht, zurzeit \u2013 \u00fcber politische Pr\u00e4ferenzen hinweg \u2013 gro\u00dfen Konsens erzielen, wo irrationales Verhalten vorliegt.<\/p>\n<p>Versuchen Sie einmal den Selbsttest andersherum: Geben Sie Beispiele f\u00fcr rationales Verhalten. Das ist schon schwieriger; also nicht, weil es weniger rationales Verhalten gibt, sondern weil die Kriterien rationalen Verhaltens wahrscheinlich nicht so einfach zu formulieren sind wie die irrationalen Verhaltens. Jetzt m\u00fcsste ich eigentlich schon mich selber korrigieren, wenn ich vorhin gesagt habe, dass man etwas \u00fcber Rationalit\u00e4t wissen muss, wenn man Irrationales irrational nennt. Sie merken also, wir machen es uns am Anfang erstmal noch ein bisschen schwieriger.<\/p>\n<p>Rationalit\u00e4t ist in der Tat ein schwieriger Begriff, und bereits in der Tagungsank\u00fcndigung wird ja darauf hingewiesen, dass es zun\u00e4chst ein mathematischer Begriff ist. Irrationale Zahlen sind solche, die nicht eindeutig bestimmbar sind, zum Beispiel \u220f (pi). Nicht eindeutig bestimmbar hei\u00dft: es gibt keine Eindeutigkeit im Hinblick darauf, was sie wirklich sind, oder andersherum, man kann sie nicht hundertprozentig berechnen. Das ist vielleicht gar keine schlechte Ann\u00e4herung an die Frage, wo der Begriff der Rationalit\u00e4t verwendet wird. Ich werde Ihnen keinerlei M\u00f6glichkeiten geben, am Ende meines Vortrages besser zu wissen, was Rationalit\u00e4t ist; aber ich werde Ihnen verschiedene Verwendungsweisen des Begriffs vorf\u00fchren.<\/p>\n<p>\u00dcblicherweise benutzen wir den Begriff der Rationalit\u00e4t sowohl im Alltag als auch in professionellen Zusammenh\u00e4ngen dann, wenn wir in der Lage sind, genau zu rekonstruieren und zu bestimmen, was denn der Handlungsgrund einer rationalen Handlung eigentlich ist. Der soll dann auch noch bestimmten Kriterien gen\u00fcgen, n\u00e4mlich rational sein. Dass dies durchaus eine \u201epetitio principii\u201c sein k\u00f6nnte, ist Ihnen vielleicht aufgefallen, aber das l\u00e4sst sich wahrscheinlich nicht vermeiden. Rationalit\u00e4t ist nicht dasselbe wie die Unterscheidung von richtigem und falschem Verhalten. Also: Man kann jetzt nicht sagen, dass jedes falsche Verhalten irrational sei; man kann auch nicht sagen, dass jedes richtige Verhalten rational sei. Sondern spannend ist, wann und wo diese Unterscheidung von Rationalem und Irrationalem verwendet wird. Ich will Ihnen einige Beispiele f\u00fcr den Gebrauch des Begriffs nennen, um am Ende zu zeigen, dass auch diese Beispiele die Dinge nicht einfacher machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Rationalit\u00e4t von Drogen, Gewalt, Auferstehung und Inlandsfl\u00fcgen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erstes Beispiel: Kann der Konsum von starken Drogen \u2013 ich meine da jetzt nicht das Oktoberfestbier, sondern Heroin \u2013 rational sein? Wir w\u00fcrden doch wahrscheinlich sagen: kann er nicht. Es gibt kaum ein irrationaleres Verhalten, als sich Dinge zuzuf\u00fchren, die einen erstens abh\u00e4ngig machen, zweitens in der Abh\u00e4ngigkeit t\u00f6ten k\u00f6nnen, und drittens aus dem b\u00fcrgerlichen Leben einer Gesellschaft herauskatapultieren. Irrationaler geht es eigentlich nicht. Aber mein leider vor einigen Jahren verstorbener Kollege Norman Braun, der den Lehrstuhl f\u00fcr empirische Sozialforschung am Institut innehatte, hat eine interessante Untersuchung \u00fcber die Drogenszene in Bern gemacht und versucht herauszubekommen, warum die Leute, obwohl sie wissen, dass Heroin nicht ganz so gesund ist wie Aspirin, trotzdem Heroin nehmen.<\/p>\n<p>Seine These war, dass es in manchen Situationen durchaus Rationalit\u00e4tsgr\u00fcnde gibt, sich solche Dinge zu applizieren: zum Beispiel der Grund, einem unangenehmen Alltag zu entkommen oder innerhalb einer \u201epeer group\u201c, also einer Gruppe von Gleichgesinnten, nicht abweichendes Verhalten an den Tag zu legen. Abweichendes Verhalten w\u00e4re immer eines, das von der Gruppe negativ sanktioniert wird; also k\u00f6nnte es durchaus rational sein, sich so zu verhalten wie die anderen auch, selbst wenn das Verhalten von uns \u2013 wie ich finde, mit guten Gr\u00fcnden \u2013 wahrscheinlich als irrational angesehen wird. Braun hat sogar gesagt, dass der Gebrauch von starken Drogen bei stark Abh\u00e4ngigen immer rationaler wird, weil, wenn man einfach so aufh\u00f6rt, es einem schlecht geht. Das ist das Verr\u00fcckte an diesen Drogen, dass Sie sehr langsam in schreckliche k\u00f6rperliche Symptome hineinrutschen, und nach einer Spritze geht es Ihnen gut. Das ist ein starker Anreiz, muss man sagen, und so entsteht \u00fcbrigens die Sucht nach diesem Zeug. Also: das kann durchaus rational sein.<\/p>\n<p>Zweites Beispiel, das ganz \u00e4hnlich ist: Kann gewaltsames Verhalten rational sein? Da w\u00fcrden wir auch sagen: gewaltsames Verhalten ist irrational; es baut nicht darauf, dass ich den anderen \u00fcberzeuge, sondern dass ich ihm drohe und bei entsprechenden Situationen ins Gesicht haue, um mich durchzusetzen. Aber auch hier gibt es so etwas wie Gruppendruck. In der Jugendforschung hat man irgendwann, als es um die Frage ging, sich konformes und nicht-konformes Verhalten anzuschauen, den Schwenk gemacht, das konforme Verhalten nicht an den Werten oder Normen der Gesamtgesellschaft zu messen, sondern an den Gruppen, in denen man sich bewegt hat. Siehe da: In den Gruppen, in denen man sich bewegt hat, ist es rational, sich nach den Normen der Gruppe zu verhalten. Im \u00dcbrigen hat man mehr Begr\u00fcndungslasten, wenn man zum Beispiel in einer Gruppe von Jugendlichen, die beschlie\u00dft, sich zu pr\u00fcgeln, sich nicht pr\u00fcgeln will. Man muss mehr Energie aufwenden, um das zu begr\u00fcnden, als wenn man einfach mitmacht.<\/p>\n<p>Wenn man das wirklich ernst nimmt, dann sind unsere b\u00fcrgerlichen Lebensformen, wie wir sie kennen, bisweilen doch so, dass vieles von dem, was wir tun, vor allem dadurch rational ist, dass wir uns relativ angepasst verhalten. Es gibt \u00fcbrigens auch die Rationalit\u00e4t des unangepassten Verhaltens. Von einem Studenten und einer Studentin w\u00fcrde ich erwarten, dass sie im Seminar Dinge sagen, die unerwartet sind und wom\u00f6glich einer Rationalit\u00e4t folgen, die ich goutiere, aber unter den Mitstudentinnen und Mitstudenten als streberhaft angesehen werden. Sie kennen so etwas vielleicht.<\/p>\n<p>In diesem Haus vielleicht eine wichtige Frage: Ist der Glaube an die Auferstehung des Fleisches rational oder irrational? Wenn Sie sich die Geschichte der Theologie ansehen, oder noch interessanter, die Geschichte der Religionswissenschaft, der klassischen Religionswissenschaft \u2013 denken Sie an Rudolf Otto (1869-1937) zum Beispiel \u2013, dann gab es immer den Versuch, dass man bei diesen religi\u00f6sen Figuren, die ja nicht ein rationales Wissen, sondern den Glauben ansprechen, den rationalen Kern einer nur glaubhaften Aussage, die jeglichem Wissen, das wir haben, widerspricht, herausarbeiten solle. Da kann man zum Beispiel zu der Aussage kommen, dass die Idee der Auferstehung des Fleisches theologisch auch bedeutet, dass, anders als in anderen Religionen, im Christentum der Mensch, wenn er stirbt, ganz tot ist \u2013 was sozusagen dem Volksglauben widerspricht, es g\u00e4be so etwas wie eine fortdauernde Existenz. Die Idee ist vielmehr, ganz tot zu sein. Das ist so radikal wie das, was wir eigentlich wissen k\u00f6nnen. Und schon haben wir einen bestimmten Rationalit\u00e4tskern in der Idee der Auferstehung des Fleisches.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel: Wenn wir daran denken, dass wir genau wissen, dass unser allt\u00e4gliches Konsum- und Mobilit\u00e4tsverhalten \u00f6kologisch sch\u00e4dlich ist. Ich bin diese Woche beispielsweise viermal mit der Lufthansa auf Inlandsfl\u00fcgen geflogen, beide Male nach Berlin \u2013 das ist jetzt nicht irrational, dass ich sagen w\u00fcrde, wenn Sie woanders hinfliegen, ist es rational. Das will ich damit nicht sagen. Sondern die Tatsache, dass man so einen kurzen Flug mit der Lufthansa nach Berlin macht, wohl wissend \u2013 das wissen alle 180 Leute, die in so einem Airbus A320 sitzen \u2013, dass das eigentlich idiotisch ist, das zu tun. Und dann kann ich Ihnen die Rationalit\u00e4tsgr\u00fcnde aufz\u00e4hlen, warum es f\u00fcr mich eigentlich gute Gr\u00fcnde gab, das zu tun.<\/p>\n<p>Haupts\u00e4chlich waren es Zeitgr\u00fcnde. Ich h\u00e4tte zum Beispiel in Berlin bleiben k\u00f6nnen. Das habe ich nicht gemacht, weil ich am Dienstagabend Chorprobe hatte; ich bin leidenschaftlicher Chors\u00e4nger. Ich bin deswegen zur\u00fcckgeflogen und am n\u00e4chsten Morgen wieder hin. Das ist irrationales Verhalten, weil wir wissen, dass der Weg dorthin, die Zeitersparnis, meine Bequemlichkeit sowie die Selbstverst\u00e4ndlichkeit meiner Lebensform zu viel CO\u00b2 produziert haben. Aber man kann jetzt nicht sagen, dass ich ein irrationaler Mensch bin \u2013 oder doch? In Klammern gesagt: auch die Klimakonferenzen haben bis jetzt sehr viel CO\u00b2 produziert, weil man da hinfliegen muss; deswegen spricht jetzt nichts gegen Klimakonferenzen, sondern es ist eine interessante Frage, dass wir in einer widerspr\u00fcchlichen Welt leben. Ich h\u00f6re jetzt auf mit den Beispielen. Ich h\u00e4tte noch ein paar, aber es dauert zu lange.<\/p>\n<p>In einer widerspr\u00fcchlichen Welt leben wir, weil uns, wie gesagt, unser Alltagsverhalten schon deshalb rational erscheint, weil es im Bereich des Gew\u00f6hnlichen und des Erwartbaren liegt. Aber wenn man genau hinschaut, sind viele Dinge nicht so rational, wie wir denken, also irrational. Ein Beispiel, das ich noch nennen wollte: Wie Sie an mir sehen, bin ich f\u00fcr mein Gewicht zu klein. Ich wei\u00df genau, was man dagegen tun m\u00fcsste, und ich muss gestehen, es gelingt mir seit 30 Jahren nicht. Das ist eine interessante Frage: Ist das Irrationalit\u00e4t, etwas zu wissen, was man tun sollte, es aber nicht zu tun? Ist es rational, weil der Alltag so funktioniert, wie er funktioniert? Sie m\u00f6gen das f\u00fcr \u201egspinnerte\u201c Fragen halten \u2013 aber es sind keine gspinnerten Fragen, wenn man sich tats\u00e4chlich Gedanken dar\u00fcber machen will, ernsthaft und methodisch kontrolliert \u00fcber Irrationalit\u00e4t zu reden.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte fast zu dem Ergebnis kommen \u2013 und am Ende wird es auch so \u00e4hnlich aussehen \u2013, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der wir uns zum gro\u00dfen Teil alle relativ rational verhalten, dies aber in der Kumulation dieses Verhaltens durchaus irrationale Folgen haben kann. Aber dazu komme ich noch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Von der \u00dcbereinstimmung mit der Welt zu Handlungsalternativen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie ist der Begriff der Rationalit\u00e4t entstanden? Ich wei\u00df, dass mein Kollege und Freund Willi Vossenkuhl gestern Abend etwas zur Philosophiegeschichte der Rationalit\u00e4t gesagt hat. Ich werde dazu auch etwas sagen, wahrscheinlich mit einem etwas anderen Zungenschlag. Bei Rationalit\u00e4t geht es immer um die Frage des Verhaltens \u2013 zun\u00e4chst einmal des Verhaltens und Handelns. Man kann sagen, dass es in der Zeit vor der Aufkl\u00e4rung \u2013 vor der Moderne, wenn man so will \u2013 so eine Grundidee einer \u201eanalogia entis\u201c gab, oder der Idee, dass die Handlung und die Welt in eins gebracht werden m\u00fcssen, damit eine Handlung das ist, was man sp\u00e4ter rational nennt. Man k\u00f6nnte also sagen, dass es f\u00fcr meine Aufgabe die eine richtige Handlung gibt. Das gilt f\u00fcr die Richtigkeit des Verh\u00e4ltnisses einer Entsprechung mit der Welt. Erkenntnistheoretisch kennen wir das von Thomas von Aquin als die \u201eadaeqatio rei et intellectus\u201c, also die Idee, dass das richtige Erkennen eines ist, bei dem das Erkennen, oder besser: das Erkannte und das Erkennen, in Deckung zu bringen sind. Das war die Idee. Nat\u00fcrlich gab es in solch einer Welt \u201erichtig\u201c und \u201efalsch\u201c, und zwar relativ eindeutig. Nat\u00fcrlich wei\u00df der Soziologe, dass es immer Handlungsalternativen gibt.<\/p>\n<p>Der Soziologe wei\u00df auch, dass wir nur von Handlungen sprechen, wenn man auch etwas anderes h\u00e4tte tun k\u00f6nnen. Sie kennen das: Wenn ich zum Beispiel mit den Augen zwinkere \u2013 ich treffe Sie in der U-Bahn und zwinkere Sie mit den Augen an \u2013, dann macht es einen gro\u00dfen Unterschied, ob Sie mir zurechnen, dass das einfach nur ein vegetatives Verhalten war, das ich gar nicht gew\u00e4hlt habe, oder ob ich Kontakt mit Ihnen aufnehmen wollte, was ich auch h\u00e4tte bleiben lassen k\u00f6nnen. Beim ersten ist es nur ein Verhalten, beim zweiten ist es schon Ann\u00e4herung, also zurechenbar. Es ist nur deswegen eine Handlung, weil ich die Handlung auch h\u00e4tte sein lassen k\u00f6nnen. Mein Atmen werde ich mir nicht als Handlung zurechnen, meinen Herzschlag erst recht nicht. Es soll Meditationstechniken geben, bei denen die Atmung irgendwann zur Handlung wird und man sie selbst unterlassen k\u00f6nnte. Ich kenne diese Techniken nicht, aber ich habe davon gelesen und bin dabei ganz au\u00dfer Atem geraten, dass es so etwas gibt. Aber das ist ein Grenzfall. Wir kennen das \u00fcbrigens auch bei den Bestimmungen von Bewusstheit bei Komapatienten. Interessante Frage, ob die Reaktion eines K\u00f6rpers eigentlich eine willentliche, rationale ist, die auch anders h\u00e4tte ausfallen k\u00f6nnen, oder nur eine vegetative. Das scheint eine gro\u00dfe Rolle zu spielen bei der Bestimmung von Bewusstheit bei bestimmtem Patientenverhalten.<\/p>\n<p>Wenn es das Richtige und das Falsche gibt und somit eine Kontinuit\u00e4t zwischen Handlung und Welt, dann kann man eben auch handeln, weil man auch das Falsche tun k\u00f6nnte. Man wei\u00df aber genau, was das Falsche ist \u2013 zumindest wusste die Gesellschaft, was es ist und hat auch etwas dagegen getan, dass das Falsche nicht getan wird, zum Teil mit drastischen Mitteln. Ich erz\u00e4hle Ihnen das deswegen, weil alles, was sp\u00e4ter mit Handlungstheorie und Rationalit\u00e4t zu tun hat, die Aufl\u00f6sung dieses Kontinuums zwischen Handlung und Welt bedeutet. Die Aufl\u00f6sung dieses Kontinuums kann man an ein paar Beispielen festmachen.<\/p>\n<p>Stellen Sie sich vor, Sie leben auf einmal in einer Welt, in der es Buchdruck gibt, und in der Sie lesen k\u00f6nnen. Schon k\u00f6nnen Sie unterschiedliche Versionen des Richtigen lesen. Das ist die gro\u00dfe Katastrophe des Buchdrucks gewesen: einerseits die Verbreitung der Heiligen Schrift zu erm\u00f6glichen, andererseits unterschiedliche Interpretationen in gleichen B\u00fcchern stehen haben zu k\u00f6nnen. Oder etwa ganz andere Dinge: die Kritik der Heiligen Schrift oder gar \u2013 eines der fr\u00fchesten Themen, die es beim Buchdruck gab \u2013 Pornographie. Was bedeutet das f\u00fcr eine Art von Kontinuum zwischen Handeln und Welt? Es gibt auf einmal unterschiedliche Beschreibungsgr\u00fcnde f\u00fcr die Welt. Die gab es vorher auch, aber die konnte man unsichtbar halten; oder sie wurden unter den Eliten ausgemacht. Aber jetzt lesen Sie unterschiedliche Versionen, und da haben Sie dann \u2013 denken Sie an den Buchdruck \u2013 etwas gelesen, was zuvor nur einem ganz kleinen Teil der Bev\u00f6lkerung m\u00f6glich war, also gebildeten b\u00fcrgerlichen Schichten, die interessanterweise nicht die h\u00f6chsten Schichten waren, weil der Adel gar nicht lesen musste. Aber es entstand eine neue Klasse, die vor allem eine lesende Klasse war. Und Lesen hei\u00dft immer \u2013 selbst wenn Sie nur ein einziges Werk haben \u2013, dass man es unterschiedlich verstehen kann. Theologie kommt erst, seit das mit dem Glauben schwieriger geworden ist, seit man die Offenbarung der Glaubensinhalte lesen und damit unterschiedlich verstehen kann.<\/p>\n<p>Denken Sie daran, was das heute bedeutet, da die B\u00fccher zwar nicht verschwinden, aber es ganz andere Wege gibt, Ihnen gleichzeitig Unterschiedliches \u00fcber die Welt zu sagen. Oder denken Sie an die Emanzipation von Wissen gegen\u00fcber dem Religi\u00f6sen. Sie kennen die historischen Beispiele: Dreht sich die Sonne um die Erde oder die Erde um die Sonne? Und es ging gar nicht nur darum, sondern es ging um die Frage, was das denn eigentlich im Hinblick auf kosmologische Fragen des Verh\u00e4ltnisses von Sch\u00f6pfer und Welt bedeutet. Nun, da gab es Kopernikus; der hat auf einmal festgestellt, dass man, wenn man in so eine Linse schaut, etwas sieht, was dem, was es vorher gab, widersprach. Er hatte selbst \u00fcberhaupt nicht das Interesse, damit in Frage zu stellen, was man religi\u00f6s kodiert dar\u00fcber sagen k\u00f6nnte, dass die Erde das Zentrum des Universums sein muss; sonst lie\u00dfe sich vieles an Sch\u00f6pfungstheologischem nicht so verstehen, wie man es versteht. Es entstand eine neue Logik, die gesagt hat: mich interessiert eigentlich, ob man wissenschaftlich im Hinblick auf empirische Erfahrung etwas sagen kann, und zwar abgekoppelt von der religi\u00f6sen Bedeutung.<\/p>\n<p>Viele von Ihnen \u2013 nehmen Sie das nicht als Publikumsbeschimpfung \u2013 sind hinreichend lebenserfahren, noch die Diskussionen aus den 1960er Jahren dar\u00fcber zu kennen, unter anderem auch hier im Haus, wie Naturwissenschaft und Theologie oder Naturwissenschaft und Religion eigentlich zusammengedacht werden k\u00f6nnen. Es sind dann lange, schwierige Debatten gewesen, bei denen man h\u00f6ren konnte, dass es offenbar unterschiedliche Rationalit\u00e4tsgr\u00fcnde gibt. Ein naturwissenschaftlicher Grund ist ein anderer als ein religi\u00f6ser; dar\u00fcber hinaus gilt: was \u00f6konomisch richtig ist, kann politisch falsch sein \u2013 und ist es oft.<\/p>\n<p>Ich bringe das meinen Studenten immer am Milchpreis bei. Sie wissen, dass der Milchpreis in Deutschland so niedrig ist, dass er von b\u00e4uerlicher Landwirtschaft eigentlich nicht dargestellt werden kann. Bisweilen liegen die Verkaufspreise unter den Produktionspreisen. Das ist ein Problem. F\u00fcr eine \u00d6konomie ist es ein richtiges Problem. Das liegt an Discounter-Ketten usw.; Schuldige gibt es immer. Das interessiert hier jetzt gar nicht, sondern man k\u00f6nnte etwas dagegen tun. Man sagt: Verhalten Sie sich rational, kaufen Sie die Milch da, wo sie teuer ist. Ob am Ende mehr beim Erzeuger ankommt, ist noch die Frage. Aber nehmen wir mal an, das sei so. Kaufen Sie ab jetzt die Milch im Bioladen f\u00fcr 1,80 statt f\u00fcr 0,67 Euro; damit helfen Sie der b\u00e4uerlichen Landwirtschaft. F\u00fcr meine Studenten ist das ganz toll; die sagen, das hat etwas von Protest, von Bewegung, von Antikapitalismus usw. Die fallen sofort darauf herein, dass das eine Superidee sei \u2013 bis ihnen einf\u00e4llt, dass sie sich das bei den Mietpreisen in M\u00fcnchen und bei dem wenigen Geld, \u00fcber das sie verf\u00fcgen, gar nicht leisten k\u00f6nnen. Es tut ihnen also leid, aber die Milch m\u00fcssen sie wohl bei Lidl oder Aldi kaufen. Was von beiden ist jetzt rationales Verhalten? Das \u00f6konomisch-rationale oder das politisch-rationale? Und wenn ich sage, dass wenigstens ich sie im Bioladen kaufe, dann hilft das nicht weiter, weil es mehr Studenten als Professoren gibt. Das ist kein Grund, das Verh\u00e4ltnis umzukehren, aber\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kant, Hegel und Weber<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das sind Erfahrungen, die in der Gesellschaft von selber entstehen. Man kann das in der europ\u00e4ischen Sozialgeschichte rekonstruieren, wie sich Logiken voneinander entfernen und unterschiedliche Rationalit\u00e4tsgr\u00fcnde f\u00fcr das Handeln etablieren. In der Aufkl\u00e4rung hat man dann auch versucht, dieses Kontinuum zwischen Handeln und Welt wiederherzustellen: in der wundervollen Figur des Subjekts, das nicht nur Subjekt, sondern sogar vern\u00fcnftiges Subjekt sein soll. Sie k\u00f6nnen das in der Ethik sehr sch\u00f6n rekonstruieren. Der H\u00f6hepunkt ist sicherlich Immanuel Kants Kritik der praktischen Vernunft mit dem Kategorischen Imperativ: <em>Handle so, dass du wollen kannst, dass die Maxime deines Handelns ein allgemeines Gesetz werden k\u00f6nne<\/em>. Das ist ein sch\u00f6ner Satz, der nur den Algorithmus darstellt, der die Rationalit\u00e4tsgr\u00fcnde nicht mehr auf die Inhalte richtet, sondern auf die Art und Weise, wie ich zu meinem moralischen Urteil komme. Soziologisch w\u00fcrden wir sagen: es wird kontextualisiert.<\/p>\n<p>Kant war von protestantischer Strenge. Er war zum Beispiel so streng, dass er meinte: Wenn ich meinen Sohn sehe, der in ein rei\u00dfendes Wasser gefallen ist, und ich rette ihn, ist es moralisch indifferent. Wenn der Sohn meines \u00e4rgsten Feindes \u2013 das sind bei Leuten wie uns meistens Kollegen \u2013 in so ein Wasser f\u00e4llt und ich rette ihn, dann ist das moralisch gehaltvoll. Warum? Weil ich das zweite aus Pflicht und das erste aus Neigung getan habe. Also schon in dieser Theorie steckt, dass es neben den vern\u00fcnftigen Gr\u00fcnden des Handelns auch solche gibt, die eigentlich irrational sind, wie Neigungen, wie Sympathie, wie Liebe, wie \u00e4sthetische Urteile, wie Glaube oder Plaisir bzw. Genuss. Kant hat diese Dinge nicht negiert, aber er hat sie nicht f\u00fcr rationalit\u00e4tsf\u00e4hig gehalten. Er hat nicht gesagt, dass sie irrational sind; aber irrational in der Art und Weise, dass das Irrationale so wie das Mathematische, die mathematisch irrationale Zahl, eigentlich nicht wirklich begr\u00fcndet werden kann. Es ist doch klar, dass ich meinen Sohn rette; ich liebe ihn.<\/p>\n<p>Friedrich Schiller ist nat\u00fcrlich eine wichtige Figur in der Kritik dieses Rationalismus der Aufkl\u00e4rung, indem er beispielsweise auf Rationalit\u00e4tsgr\u00fcnde f\u00fcr das \u00c4sthetische hinweist. Das will ich hier nicht weiter ausf\u00fchren, weil Sie es kennen. Eine weitere wichtige Figur ist nat\u00fcrlich Georg Wilhelm Friedrich Hegel mit der Unterscheidung von Familie, Gesellschaft und Staat. Man kann sagen, er ist der erste Soziologe gewesen, der sehr empirisch danach geschaut hat, dass wir uns mit diesen drei Sph\u00e4ren der Gesellschaft, die sich vor allem im Hinblick auf ihre Allgemeinheitsgrade unterscheiden, unterschiedlich verhalten. Er meint, die Familie sei eigentlich nur eine Person. In der Familie gibt es keine individuellen Einzelpersonen, dort verhalten wir uns gewisserma\u00dfen symbiotisch. In der Gesellschaft, der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft, in etwa gleichbedeutend mit Markt, \u00d6konomie und \u00f6ffentlicher Sph\u00e4re, verhalten wir uns nach unseren individuellen Interessen; d\u00fcrfen wir auch. Ich kaufe auf M\u00e4rkten m\u00f6glichst g\u00fcnstig ein; das macht jeder. Wenn ich Gesch\u00e4fte mit jemandem mache, achte ich vielleicht nicht darauf, dass ich das g\u00fcnstigste Angebot bekomme, aber durchaus darauf, was mir in der Zukunft wom\u00f6glich bessere Gesch\u00e4fte erm\u00f6glicht. Wir sind schlie\u00dflich nicht die totalen Nutzenmaximierer von hier und jetzt; wir denken auch noch an \u00fcbermorgen, wenn es gut l\u00e4uft, zumindest wenn wir Gesch\u00e4fte mit Leuten machen. Als Konsumenten tun wir das oft nicht. Und das Dritte ist der Staat, bei dem es um das Allgemeine, um das Gemeinwohl, um das Ganze geht. Ich will es gar nicht ausf\u00fchren, aber spannend ist: Das sind unterschiedliche Gr\u00fcnde des Handelns, die da eine Rolle spielen. Was hier rational ist, ist dort irrational. Sprich: Wenn man einen Staat nach der Logik der Familie konstruieren w\u00fcrde, kommt man zu Irrationalismen. Das erleben wir zurzeit: dass wir in einem Staat, als Staatsb\u00fcrger einer Nation, verpflichtet w\u00e4ren, uns so zu geben, wie ich verpflichtet bin, meinen Sohn zu retten; da w\u00fcrde ich sagen, dass das wirklich irrational ist. Aber in der Familie zu verlangen, jede Entscheidung zu demokratisieren und immer das Gemeinwohl hoch zu stellen, ist ebenso irrational. Oder auf M\u00e4rkten sich wie Familien oder wie Staaten zu verhalten, w\u00e4re gleichfalls irrational. Das hat man durchaus versucht: der eine Versuch hie\u00df real existiert habender Sozialismus; M\u00e4rkte staatlich zu lenken funktioniert eine Zeit lang ganz gut, aber nicht prinzipiell.<\/p>\n<p>Wie ist also rationales Handeln m\u00f6glich? Ich meine: Die Rationalit\u00e4t des Handelns liegt nicht in den Handelnden selbst, sondern in den Kontexten begr\u00fcndet, in denen wir uns bewegen. Max Weber, der Begr\u00fcnder der deutschsprachigen Soziologe, hat interessanterweise den Begriff der Rationalit\u00e4t sehr stark gemacht und einen sehr formalen Begriff verwendet. Er sagt, rational ist Handeln dann, wenn ich dessen Handlungsgr\u00fcnde relativ eindeutig bestimmen kann. Und das hat es ihm erm\u00f6glicht, unterschiedliche Rationalit\u00e4tsgr\u00fcnde zu entdecken. Er unterscheidet vor allem Wertrationalit\u00e4t, Zweckrationalit\u00e4t, affektuelle Rationalit\u00e4t und traditionale Rationalit\u00e4t oder Handlungstypen. Wertrational w\u00fcrde hei\u00dfen: Rational ist f\u00fcr mich, wenn ich zugunsten eines Wertes sogar auf Geld, Leben oder Anerkennung verzichte. Unter zweckrationalen Gesichtspunkten w\u00fcrde man dies f\u00fcr ein ziemlich irrationales Verhalten halten. Es gibt eine affektuelle Rationalit\u00e4t; das w\u00e4re etwa Zur\u00fcckschrecken, das Erschrockensein. Die emotionale Ber\u00fchrtheit, die ist ja nicht irrational. Wenn ich jemanden sehe, der auf dem Boden liegt und leidet, dann gibt es wom\u00f6glich Rationalit\u00e4ten, die an mir r\u00fctteln. Die eine, die Zweckrationalit\u00e4t, sagt: das k\u00f6nnte eine Falle sein. Die andere sagt wertrational: Das ist ein Mensch, der leidet. Die affektuelle Rationalit\u00e4t sagt: Ich muss dahin oder auch weg, weil ich Angst habe. Und die traditionale sagt: Man hilft; habe ich so gelernt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unterschiedliche und begrenzte Rationalit\u00e4ten<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Auch das sind Beispiele, bei denen Sie sehen, dass die Vermeidung des jeweiligen Verhaltens nicht irrational ist, sondern abh\u00e4ngig von den Kontexten, um die es geht. Die Geschichte der Sozialwissenschaften ist voll davon, diese Kontexte zu beschreiben. Ich werde Ihnen zwei nennen.<\/p>\n<p>Die eine ist von Vilfredo Pareto. Pareto ist jemand, dem man zugeschrieben hat, das irrationale Verhalten stark gemacht zu haben. Das ist aber nicht ganz korrekt. Er hat vielmehr empirisch gezeigt, dass wir selbst dann, wenn wir auf M\u00e4rkten \u00fcber rationale Informationen und Gr\u00fcnde f\u00fcr unser Verhalten verf\u00fcgen, feststellen m\u00fcssen, dass wir letztlich zu wenig Informationen haben, um uns rational verhalten zu k\u00f6nnen. \u00d6konomen neigen dazu, ihre Modelle manchmal f\u00fcr die Wirklichkeit zu halten. Jedenfalls ist die Idealvorstellung der vollst\u00e4ndigen Information eben nur eine Idealvorstellung, also eine Idee, um vollst\u00e4ndige Rationalit\u00e4t wenigstens modellieren zu k\u00f6nnen, aber empirisch nicht erreichbar. Das Modell ist so suggestiv, dass man gerne vergisst, dass es ein Modell, eine Grenzidee ist, nur ein methodisches Instrument, um analysieren zu k\u00f6nnen, wie es funktionieren w\u00fcrde, wenn es so w\u00e4re.<\/p>\n<p>Der zweite, den ich nennen w\u00fcrde, ist Herbert A. Simon mit dem Begriff der \u201ebounded rationality\u201c, der begrenzten Rationalit\u00e4t. Er hat rekonstruiert, dass uns stets nur eine begrenzte Rationalit\u00e4t zur Verf\u00fcgung steht, um zu handeln, unsere Ziele und Strategien zu erreichen oder im Alltag zurecht zu kommen. Man k\u00f6nnte aus dem Bereich des \u00d6konomsichen auch Friedrich A. Hayek nennen, der auf die Standortgebundenheit von Informationen beharrt. Vollst\u00e4ndig rational k\u00f6nne demnach keiner der Standunkte sein, mit denen wir konfrontiert werden.<\/p>\n<p>Jetzt haben wir das Instrumentarium, mit dem ich nun in den letzten Minuten versuche, ein Problem zu l\u00f6sen. Wenn es stimmt, dass wir nicht sagen k\u00f6nnen, was rational ist, oder dass wir feststellen k\u00f6nnen, dass es unterschiedliche Rationalit\u00e4tsgr\u00fcnde in unterschiedlichen Kontexten gibt; wenn es weiterhin stimmt, dass wir nur mit den Ressourcen umgehen k\u00f6nnen, die wir jeweils haben; und wenn es weiter stimmt, dass sich unterschiedliche Rationalit\u00e4ten radikal widersprechen k\u00f6nnen, dann k\u00f6nnen wir von so etwas wie einer Gesamtrationalit\u00e4t der Gesellschaft noch nicht einmal als regulative Idee ausgehen.<\/p>\n<p>In Parenthese gesagt: Die Totalitarismen des 20. Jahrhunderts \u2013 es ist umstritten, ob das stimmt, aber ich finde schon, dass da etwas dran ist \u2013 von rechts und von links \u00e4hneln sich zumindest darin, dass sie versucht haben, einen Gesamtkontext f\u00fcr die Bestimmung von Rationalit\u00e4t f\u00fcr die ganze Gesellschaft zu bestimmen, und das dann autorit\u00e4r durchsetzen m\u00fcssen. Es ist die offene Wunde aller Sozialtechnologen, die denken, dass es so etwas wie die Gesamtrationalit\u00e4t geben kann oder geben muss, von rechts eher im Sinne einer unrealistischen Homogenit\u00e4tsidee, von links eher im Sinne einer totalen Durchpolitisierung und Durchregulierung der Gesellschaft. Es sind beide vom Teufel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Systemrationalit\u00e4t statt Gesamtrationalit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was ich anbieten m\u00f6chte, ist etwas anderes: einen ganz anderen Begriff von Rationalit\u00e4t, n\u00e4mlich einen Begriff von Systemrationalit\u00e4t. Ein kurzer Hinweis darauf, was alles so falsch l\u00e4uft \u2013 wir d\u00fcrfen hier durchaus kritisch sein: Wir erleben eine Gesellschaft, die sehr un\u00fcbersichtlich ist, eine Gesellschaft, die paradoxe Folgen produziert. Zum Beispiel gibt es Volkswirtschaften, die sehr erfolgreich sind \u2013 und trotzdem sind die Leute, die dort wohnen, nicht alle gut versorgt. Es gibt Demokratien, die vollst\u00e4ndige Demokratien sind \u2013 und es werden trotzdem Leute gew\u00e4hlt, die die Probleme nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen. Oder: Wir wissen mehr, als wir jemals wussten, k\u00f6nnen es aber nicht in Handlungskonzepte umsetzen. Oder: Die Medien k\u00f6nnen endlich das, was sie immer wollten, n\u00e4mlich \u00fcber alles zu berichten. Seitdem haben wir noch weniger Orientierung als vorher. Oder: Das Rechtssystem kann jegliche Form normativer Erwartungsfragen regulieren, aber keine allgemeine Gerechtigkeit herstellen \u2013 was \u00fcbrigens ein gro\u00dfer Segen ist, denn wenn es das tun wollte, m\u00fcsste es autorit\u00e4r sein.<\/p>\n<p>Wir haben also eine Gesellschaft, in der diese unterschiedlichen Rationalit\u00e4ten, an die wir starke Erwartungen haben, diese Erwartungen eigentlich nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Wenn etwas schief l\u00e4uft, wonach rufen wir? Nach der Politik, nach dem Staat, und verlangen von ihm, dass er die Gesellschaft reguliert. Der Staat kann eigentlich nur kollektiv verbindliche Entscheidungen treffen. Er kann etwa die Steuern erh\u00f6hen oder senken; dann muss man schauen, was die M\u00e4rkte damit machen. Manchmal machen sie nicht das, was man vorher im Wahlkampf imaginiert hat. Man kann sich wissenschaftliches Wissen ins Haus holen und feststellen, dass die Dinge dadurch nicht einfacher, sondern schwieriger werden. Man kann auf Erl\u00f6sung hoffen, religi\u00f6s, und an dem, was gesagt wird, erst recht verzweifeln.<\/p>\n<p>Wir erleben, dass die paradoxen Folgen permanent da sind. Was wir nat\u00fcrlich auch erleben, ist, dass der Kontakt zwischen diesen unterschiedlichen Rationalit\u00e4ten au\u00dferordentlich schwierig ist. Eliten haben zum Teil die F\u00e4higkeit verloren \u2013 zum Beispiel als politische Eliten \u2013, zu verstehen, wie \u00f6konomische M\u00e4rkte eigentlich funktionieren. Umgekehrt \u00fcbrigens genauso. Was kann man eigentlich politisch regulieren? Und die komischen Erwartungen an das Rechtssystem, bestimmte Dinge zu regulieren, die das Recht nicht regulieren kann. Wir erleben: Obwohl wir Dinge wissen, h\u00e4lt sich die Gesellschaft nicht daran. Am Nachmittag wird Kollege Lesch sprechen; ich nehme an, dass er etwas zur \u00f6kologischen Gef\u00e4hrdung sagen wird, und wie irrational diese Gesellschaft ist, und dass wir umkehren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ich bin sehr skeptisch, ob wir umkehren k\u00f6nnen, weil dieses Wir \u00fcberhaupt nicht bestimmbar ist. Es ist eine Gesellschaft, die je nach partikularen eigenen Rationalit\u00e4ten auf dieses Problem reagiert. Beispiel: Am besten w\u00e4re es doch, zun\u00e4chst einmal alle Dinge, die zu viel CO\u00b2 produzieren, zu enteignen. Das ist eine tolle Idee. Wenn Sie irgendwo hingehen, finden Sie immer Leute, die sagen: \u201erichtig, genau!\u201c \u2013 bis ihnen einf\u00e4llt, dass sie sich einen Diesel gekauft haben. Oder Sie versuchen, von den M\u00e4rkten zu verlangen, dass sie von jetzt auf gleich auf bestimmte Formen von Mobilit\u00e4t umstellen, ohne dass sie wissen, ob das wirklich die Technologie ist, die mal kommt. Verlangen Sie von den Unternehmen einmal, auf eine Technologie zu setzen, von der man es noch nicht genau wei\u00df. Ich bin mir relativ sicher, dass die Art von Elektromobilit\u00e4t, wie wir sie zur Zeit bei uns diskutieren, nicht das sein wird, was in 50 Jahren auf den Stra\u00dfen herumf\u00e4hrt \u2013 \u00fcbrigens aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden, weil die Batterietechnik gro\u00dfe \u00f6kologische Probleme erzeugen wird. Sie sehen, wie komplex die Dinge auf einmal werden, wenn man sich auch Gedanken dar\u00fcber macht, wo eigentlich die Rohstoffe f\u00fcr die Lithium-Batterie herkommen soll, wie man diese entsorgt, wo eigentlich der Strom herkommen soll, der dann an jeder Ecke verf\u00fcgbar sein soll usw.<\/p>\n<p>Die Kaskade dieser Gesellschaft produziert immer mehr Uneindeutigkeiten, man k\u00f6nnte fast sagen: Irrationalit\u00e4ten oder Unberechenbarkeiten. Das war der Ausgangspunkt, um das Thema zu pr\u00e4zisieren und wom\u00f6glich ein Versuch zu zeigen, dass Leute, die in den jeweiligen Logiken arbeiten, Wissenschaftler, Politiker, \u00d6konomen, Kirchenleute, Leute im Rechtssystem, Mediziner, wer auch immer \u2013 dass diese zumindest eine Idee davon haben, dass ihre eigene Rationalit\u00e4t die andere Rationalit\u00e4t anderer Rationalit\u00e4ten ist. Auf Deutsch gesagt: dass sie sich selber in \u201econstraints\u201c bewegen, die darauf hinweisen, dass die anderen das auch tun. Das w\u00e4re rationales Verhalten, blinde Flecke oder Grundunterscheidungen von anderen Grundunterscheidungen zu kennen.<\/p>\n<p>Es gibt eine sch\u00f6ne Figur, die wir im Westen Takt nennen und in Asien die Vermeidung von Gesichtsverlust. Takt ist, anzuerkennen, dass der andere gerade nicht anders kann, als das, was er tut. Das ist Takt. Und die Vermeidung von Gesichtsverlust ist, nicht aus meiner eigenen Logik heraus den anderen dar\u00fcber zu besch\u00e4men, dass ihm die Ressourcen nicht zur Verf\u00fcgung stehen, das, was aus meiner Sicht das Richtige ist, jetzt auch zu tun. Das k\u00f6nnte ein Bild daf\u00fcr sein, wie Systemrationalit\u00e4t aussieht. Das hei\u00dft nicht, indifferent dem anderen gegen\u00fcber zu sein, sondern Sprechweisen zu finden \u2013 zum Beispiel aus politischer Perspektive zu verstehen, was \u00f6konomisch eigentlich m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Systemrationalit\u00e4t w\u00fcrde darauf hinweisen oder zumindest ansatzweise dar\u00fcber nachdenken, ob man in der Lage sein k\u00f6nnte, die Differenz zwischen den eigenen Unterscheidungen und den anderen Unterscheidungen wenigstens in Rechnung zu stellen. Max Weber hat mit seinen Rationalit\u00e4tstypen, die etwas anderes abbilden als das, was ich jetzt beschreibe, aber durchaus struktur\u00e4hnlich sind, auch den Versuch unternommen, zu zeigen, wie viel Rationalit\u00e4t eigentlich die Sozialwissenschaften in der Gesellschaft anbieten k\u00f6nnen, wenn diese nicht so tun, als w\u00fcssten sie, was man tun muss. Das ist oft der Gestus von Sozialwissenschaftlern, auch von \u00d6konomen, auch von Juristen, zu glauben, dass, wenn man die Dinge in ihrer Logik machen w\u00fcrde, alles geregelt w\u00e4re. Sie kennen auch viele \u00d6konomen, die sagen, wenn wir alles auf M\u00e4rkte umstellen, dann wird es schon; oder Soziologen, die entsprechend sagen, wir wissen doch, was normativ richtig ist, da muss man den Rest verbieten oder \u2013 viele meiner Kollegen reden so \u2013 moralisch verwerfen. Viel interessanter w\u00e4re doch, und das hat Max Weber vorgeschlagen, die Konsequenzen durchzuspielen, welche Rationalit\u00e4tsform wo welche Konsequenzen hat. Er hat das durchgespielt an der Frage von Verantwortungs- und Gesinnungsethik. Die Gesinnungsethik ist wertrational, die Verantwortungsethik ist zweckrational. Gesinnungsethik hei\u00dft, dass es mir ganz egal ist, was am Ende dabei herauskommt; die Hauptsache ist, ich habe nach meinen starken moralischen Werten gehandelt.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen das in der Fl\u00fcchtlingsdebatte sehr sch\u00f6n sehen, wenn da Leute diese gro\u00dfen Maximalforderungen stellen von offenen Grenzen in zum Teil sehr naiven Formen, so dass sie am Ende zugeben m\u00fcssen, dass ihnen eigentlich egal ist, was bei einer solchen Politik herauskommt \u2013 Hauptsache, diese Moral wurde durchgesetzt. Das macht einen Unterschied, ob man dann zweckrational ist und fragt, unter welchen Bedingungen eigentlich allen Gruppen am besten geholfen w\u00e4re. Wenn man das politisch ausdr\u00fcckt: Die Bayerische Staatsregierung hat 2015\/2016, als es die gro\u00dfen Fl\u00fcchtlingszahlen gab, zweckrational und mit einem hohen, auch durchaus ethischen Wert sehr gute Integrationspolitik f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge gemacht. Das muss man anerkennen. Ich bin viel in Deutschland unterwegs gewesen und habe mir das auch in anderen Bundesl\u00e4ndern angeschaut; da war das zum Teil ganz anders. Wir wollen nicht von Berlin reden, aber auch in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen war es anders. Die Bayern haben wirklich gute Politik gemacht; das wurde von allen anerkannt. Aber sie haben nicht dar\u00fcber geredet, sie haben es geradezu verschwiegen. Ich habe selbst mit den Verantwortlichen das Vergn\u00fcgen gehabt, \u00fcber solche Dinge zu sprechen. Sie haben es verschwiegen, weil sie zweckrational wussten: was zu tun ist, muss auch getan werden; sie haben viel Geld in die Hand genommen, und zwar mit guten Folgen \u2013 nirgendwo so gut wie in Bayern. Sie haben aber auch in einer fast gesinnungsethischen Art und Weise gesagt: dann stehen wir moralisch bl\u00f6de da, wenn wir das tun; dann reden wir ja wie die Gr\u00fcnen, die woanders regieren, es aber nicht hinkriegen.<\/p>\n<p>Mir geht es \u00fcberhaupt nicht um parteipolitische Fragen. Mir geht es mehr um die Feststellung, dass man daran sehr sch\u00f6n sehen kann, dass dieses Grenz-Management zwischen eigenen Rationalit\u00e4ten und den Kontexten das ist, an dem sich sehr viel in dieser Gesellschaft zur Zeit entscheidet.<\/p>\n<p>Wenn ich am Ende noch etwas als Hochschullehrer sagen darf: Ich frage mich immer \u00f6fter, wie eine Hochschulausbildung, die das Siegel des Rationalen tragen k\u00f6nnte, auszusehen h\u00e4tte. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen Studentinnen und Studenten ein Fach grundst\u00e4ndig sehr intensiv und sehr gut lernen und beherrschen. Aber sie m\u00fcssen auch lernen \u2013 und das nicht nur abstrakt, sondern konkret \u2013, dass die gleichen Probleme in den anderen Fakult\u00e4ten ganz anders gel\u00f6st werden, aber eben auch gel\u00f6st werden \u2013 und dass sie daf\u00fcr sprechf\u00e4hig werden m\u00fcssen. Deshalb hei\u00dft die Quintessenz: Die zu starke Konzentration der jeweiligen Rationalit\u00e4ten auf sich selbst produziert irrationale Folgen. Vielleicht l\u00e4sst sich das am besten dadurch vermeiden, dass wir die Begrenztheit unserer je eigenen Rationalit\u00e4ten in Rechnung stellen. Vielleicht w\u00e4re das die rationalste Form, mit dem Problem der Rationalit\u00e4t und der Irrationalit\u00e4t umzugehen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist gar nicht so einfach, \u00fcber Irrationalit\u00e4t zu reden, wenn man nicht vorher \u00fcber Rationalit\u00e4t geredet hat. 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