{"id":108573,"date":"2025-07-31T11:47:43","date_gmt":"2025-07-31T09:47:43","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=108573"},"modified":"2025-07-31T11:47:43","modified_gmt":"2025-07-31T09:47:43","slug":"irrationalitaet-in-glaubensfragen","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/irrationalitaet-in-glaubensfragen\/","title":{"rendered":"Irrationalit\u00e4t in Glaubensfragen"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Einleitung und Methode<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wir leben in einer Zeit, in der der religi\u00f6se Glaube besonders oft verd\u00e4chtigt wird, irrational zu sein. Irrationalit\u00e4t ist ein Vorwurf. Es ist sogar ein massiver Vorwurf. Wenn man einer Person Irrationalit\u00e4t nachsagt, wirft man ihr nicht einfach vor, gelegentlich und in einem mehr oder weniger bedeutsamen Einzelfall etwas Falsches oder Fragw\u00fcrdiges zu glauben, zu beabsichtigen oder zu tun. Man wirft ihr vielmehr der Tendenz nach vor, grunds\u00e4tzlich, gewisserma\u00dfen mit System und durchaus absichtlich die Wahrheit, das Gute, das Wertvolle zu verfehlen. Eine irrationale Person macht nicht nur einen einzelnen Fehler, sondern sie tritt die angemessene \u2013 wir d\u00fcrfen auch sagen: die vern\u00fcnftige \u2013 Suche nach der Wahrheit, dem Guten und Wertvollen selbst gewisserma\u00dfen mit F\u00fc\u00dfen und st\u00fcrzt somit haltlos von einem Fehler in den n\u00e4chsten.<\/p>\n<p>Nennt man den religi\u00f6sen Glauben einer Person irrational, erhebt man also einen massiven Vorwurf. Verfehlt der religi\u00f6se Glaube als solcher bereits die Vernunft? Steht der religi\u00f6se Glaube an sich mit der Vernunft selbst auf Kriegsfu\u00df? Dieser Verdacht kommt immer wieder auf und wird immer wieder artikuliert.<\/p>\n<p>Wir leben auch in einer Zeit der sogenannten sozialen Medien, die oft das glatte Gegenteil, n\u00e4mlich asoziale Medien sind. In diesen Medien werden Menschen f\u00fcr etwas, das anderen Personen aus dem einen oder anderen Grunde nicht passt, mit ma\u00dflosen und hemmungslosen Vorw\u00fcrfen \u00fcberzogen. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Nicht einzelne Inhalte des religi\u00f6sen Glaubens und der religi\u00f6sen Praxis werden mit Gr\u00fcnden kritisiert, sondern die ganze Person des religi\u00f6s Glaubenden wird niedergemacht, ins L\u00e4cherliche gezogen, und in diesem Zusammenhang werden religi\u00f6se Menschen gerne f\u00fcr, wie man dann sagt, \u201ekomplett irrational\u201c erkl\u00e4rt. Wenn wir uns an dieser f\u00fcr unsere Kultur unheilvollen Tendenz zu ma\u00dflosen Verdammungsurteilen \u00fcber Andersdenkende und anders Handelnde nicht beteiligen wollen, sollten wir mit dem massiven Vorwurf der Irrationalit\u00e4t behutsam und verantwortungsbewusst umgehen. Wir sollten m\u00f6glichst genau sagen, was wir meinen, wenn wir jemandem Irrationalit\u00e4t vorwerfen. Das soll auch meine Maxime f\u00fcr den nachfolgenden Versuch sein, der Frage nachzugehen, ob und in welchem Sinne es Irrationalit\u00e4t in Fragen des religi\u00f6sen Glaubens gibt und was dagegen zu tun ist.<\/p>\n<p>Ich werde dabei so vorgehen: Zun\u00e4chst werde ich den Begriff der Irrationalit\u00e4t f\u00fcr unsere Zwecke zu kl\u00e4ren versuchen. Das wird uns auf ganz nat\u00fcrliche Weise zu dem f\u00fchren, was ich im Folgenden fundamentale Vernunftprinzipien nenne. Mit diesen fundamentalen Vernunftprinzipien werde ich mich in einem eigenen Abschnitt kurz etwas eingehender besch\u00e4ftigen. Auf diese Weise hoffentlich mit einigerma\u00dfen gekl\u00e4rten Begriffen ausgestattet, werde ich drei Beispiele f\u00fcr irrationale Entgleisungen im Bereich des Religi\u00f6sen er\u00f6rtern. Dann werde ich am Beispiel des christlichen Glaubens an Gott etwas \u00fcber das Religi\u00f6se und \u00fcber die Grenzen der Vernunft sagen. Am Schluss werde ich zu zeigen versuchen, dass religi\u00f6ser Glaube und Irrationalit\u00e4t nicht intrinsisch miteinander verkn\u00fcpft sind, im Gegenteil: Gottesvertrauen und Vertrauen in die Vernunft sind sogar auf das Engste miteinander verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Zum Begriff der Irrationalit\u00e4t<\/strong><\/h3>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es ist unerl\u00e4sslich f\u00fcr unser Vorhaben, den Begriff der Vernunft und den Begriff der Irrationalit\u00e4t zu kl\u00e4ren. Ich beginne mit dem Begriff der Vernunft, und zwar mit der Rede von vern\u00fcnftigen Personen. Wann ist eine Person \u201evern\u00fcnftig\u201c? Ich glaube, dass die folgende Bestimmung die Sache und den \u00fcblichen Sprachgebrauch einigerma\u00dfen trifft: Eine Person ist in dem Ma\u00dfe vern\u00fcnftig, wie sie sich am Ideal der Vernunft orientiert und versucht, ihm nahe und n\u00e4her zu kommen. Eine Person ist deshalb nicht einfach entweder vern\u00fcnftig oder nicht. Personen sind im Verlaufe ihres Lebens und auch untereinander stets mehr oder weniger vern\u00fcnftig. Der Vernunftbegriff, angewendet auf Personen, ist letztlich ein komparativer Begriff.<\/p>\n<p>Die Rede von der Vernunft ist am besten aufzufassen als Rede vom Ideal der Vernunft. Was aber ist das Ideal der Vernunft? Nun, das Ideal der Vernunft ist vollkommen realisiert, wenn eine Person in ihren Wahrnehmungen, ihrem Denken, ihrem Wollen und ihrem Handeln immer die wahren Aussagen als wahr erkennt und akzeptiert und die falschen Aussagen als falsch erkennt und verwirft, das moralische Gute als gut erkennt und zur Geltung bringt und das moralisch B\u00f6se als b\u00f6se erkennt und bek\u00e4mpft; und das im au\u00dfermoralischen Sinne Gute und Wertvolle als gut und wertvoll erkennt und zur Geltung bringt und das im au\u00dfermoralischen Sinne Wertlose als wertlos und schlecht erkennt und beseitigt. Wir k\u00f6nnen auch kurz sagen: Die Wahrheit, das moralisch Gute und das au\u00dfermoralisch Wertvolle sind die Inhalte des Ideals der Vernunft oder kurz: das Vern\u00fcnftige. Um an gewichtige Str\u00f6mungen in der Philosophie anzukn\u00fcpfen, kann man auch ganz kurz sagen: Das Wahre, Gute und Sch\u00f6ne ist das Vern\u00fcnftige.<\/p>\n<p>Da es sich bei der Vernunft um ein Ideal handelt, verfehlt nat\u00fcrlich jeder Mensch immer wieder auch einmal die Wahrheit, das moralisch Gute und das au\u00dfermoralisch Wertvolle. Das macht ihn nicht gleich zu einer unvern\u00fcnftigen Person. Unvern\u00fcnftig ist eine Person in dem Ma\u00dfe, wie sie sich ausdr\u00fccklich und absichtlich nicht mehr am Ideal der Vernunft orientiert und es f\u00fcr nicht einschl\u00e4gig, nicht anzuwenden, nicht f\u00fcr sie geltend erachtet und missachtet. Ich schlage vor, den Begriff der Irrationalit\u00e4t zu reservieren f\u00fcr den Fall, dass jemand f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Zeitraum in bestimmten wichtigen Lebensbereichen das Ideal der Vernunft bewusst und ausdr\u00fccklich missachtet und als Orientierung f\u00fcr Wahrnehmen, Denken, Wollen und Handeln ausdr\u00fccklich verwirft und ihm entgegenhandelt. Somit ist eine Person in Glaubensfragen irrational, wenn sie sich f\u00fcr die Inhalte und die Praxis ihres religi\u00f6sen Lebens ausdr\u00fccklich nicht am Ideal der Vernunft orientiert, sondern es bewusst missachtet und f\u00fcr unzust\u00e4ndig erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Sch\u00f6n und gut: Unsere bisherigen Kl\u00e4rungsversuche f\u00fcr unsere Rede von Vernunft und von Irrationalit\u00e4t sind nat\u00fcrlich ungeheuer allgemein ausgefallen, so allgemein, dass sie als weitgehend inhaltsleer betrachtet werden k\u00f6nnten. Der Vorwurf der Irrationalit\u00e4t in Glaubens- und anderen Lebensfragen muss unbedingt weiter inhaltlich gef\u00fcllt werden, andernfalls ist er eher inhaltlich beliebig und willk\u00fcrlich, er gleicht dann eher einer blo\u00dfen Beschimpfung von Personen als einer begr\u00fcndeten und gezielten Kritik. Wir m\u00fcssen daher doch ein wenig tiefer bohren und das Ideal der Vernunft weitergehend inhaltlich bestimmen. Das soll nun unter der \u00dcberschrift \u201eFundamentale Vernunftprinzipien\u201c geschehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Fundamentale Vernunftprinzipien<\/strong><\/h3>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Ideal der Vernunft fordert uns auf, nach der Wahrheit zu suchen und sie und nur sie zu akzeptieren. Wir erkennen und akzeptieren die Wahrheit in Gestalt wahrer Aussagen. Dabei ist eine Aussage wahr genau dann, wenn der Sachverhalt, den die Aussage beinhaltet oder beschreibt, tats\u00e4chlich der Fall ist. Die Aussage <em>\"<\/em>Berlin ist die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland<em>\u201c<\/em> ist wahr genau dann, wenn Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschlands ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Wahrheit von Aussagen gilt bereits ein fundamentales Prinzip, das es zu beachten gilt. Es ist das Prinzip vom ausgeschlossenen Widerspruch, und es besagt:<\/p>\n<p><strong>Prinzip vom ausgeschlossenen Widerspruch<\/strong>: Eine Aussage und ihre Negation k\u00f6nnen nicht zugleich wahr sein. Daher gilt die Maxime: Man akzeptiere niemals eine Aussage und zugleich ihre Negation.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir erkennen und unterscheiden, ob eine Aussage wahr oder falsch ist? Man kann sich von der Wahrheit oder Falschheit einer Aussage erst einmal auf dreierlei Weise \u00fcberzeugen. Viele Aussagen bewahrheiten wir anhand von Wahrnehmungen, zum Beispiel die Aussage <em>\"<\/em>In diesem Vortragssaal der Katholischen Akademie in Bayern h\u00e4lt jemand gerade einen Vortrag<em>\u201c<\/em>. Andere Aussagen sind wahr, weil wir die Bedeutung von Begriffen so festgelegt haben, zum Beispiel ist die Aussage <em>\"<\/em>Wenn ein Ort X westlich von einem Ort Y liegt, dann liegt Y \u00f6stlich von X<em>\u201c<\/em> begrifflich wahr. Schlie\u00dflich k\u00f6nnen wir die Wahrheit einer Aussage auch durch logisch-begriffliche Folgerungen aus wahren Aussagen erschlie\u00dfen. Der Satz <em>\"<\/em>Berlin liegt \u00f6stlich von Hannover<em>\u201c<\/em> folgt logisch-begrifflich aus der wahren Aussage <em>\"<\/em>Hannover liegt westlich von Berlin<em>\u201c<\/em> und der begrifflich wahren Aussage <em>\"<\/em>Wenn ein Ort X westlich von einem Ort Y liegt, dann liegt Y \u00f6stlich vom Ort X<em>\u201c<\/em>.<\/p>\n<p>F\u00fcr logisch-begriffliche Schl\u00fcsse gelten wiederum drei fundamentale Prinzipien:<\/p>\n<p><strong>Prinzip der Konsequenz<\/strong> (die Logiker sprechen vom \u201emodus ponens\u201c): Aussagen, die aus wahren Aussagen logisch-begrifflich folgen, sind selber wahr. Daher akzeptiere man die logisch-begrifflichen Folgerungen aus Aussagen, die man schon als wahr akzeptiert.<\/p>\n<p><strong>Prinzip der Falsifikation<\/strong> (die Logiker sprechen vom \u201emodus tollens\u201c): Eine falsche Aussage kann niemals logisch-begrifflich aus wahren Aussagen folgen. Wenn aus P<sub>1<\/sub>,\u2026,P<sub>n<\/sub> logisch begrifflich die Aussage K folgt und wenn man K als falsch verwirft, muss man auch mindestens eine der Aussagen P<sub>1<\/sub>,\u2026,P<sub>n<\/sub> als falsch verwerfen.<\/p>\n<p><strong>Prinzip der folgerungsad\u00e4quaten Begriffsbestimmungen<\/strong>: Eine falsche Aussage kann niemals logisch-begrifflich aus wahren Aussagen folgen. Wenn man die Aussagen P<sub>1<\/sub>,\u2026,P<sub>n<\/sub> als wahr akzeptiert, die Aussage K hingegen als falsch verwirft, dann lege man die Begriffe in P<sub>1<\/sub>,\u2026,P<sub>n<\/sub> und K ausdr\u00fccklich in ihrer Bedeutung so fest, dass K auch nicht logisch-begrifflich aus P<sub>1<\/sub>,\u2026,P<sub>n<\/sub> folgen kann.<\/p>\n<p>Nicht alle Aussagen lassen sich durch Wahrnehmung, durch schl\u00fcssige Argumente oder aufgrund von Bedeutungsfestlegungen definitiv als wahr beweisen oder als falsch widerlegen. Diese Aussagen lassen sich h\u00f6chstens plausibel machen oder als unplausibel nachweisen, sie sind vermutlich wahr oder vermutlich falsch, ohne dass wir das ganz genau w\u00fcssten. Was es genauer hei\u00dft, Aussagen als plausibel oder unplausibel nachzuweisen, kann ich hier nicht darlegen, ebenso wenig kann ich fundamentale Regeln er\u00f6rtern, die f\u00fcr solche Plausibilit\u00e4tsnachweise gelten. Ich halte hier nur als ein fundamentales Vernunftprinzip fest:<\/p>\n<p><strong>Prinzip der Begr\u00fcndung von Aussagen<\/strong><strong>:<\/strong> Man \u00fcberzeuge sich, wo immer das m\u00f6glich ist, erst einmal durch Bedeutungsfestsetzungen, Wahrnehmungen und logisch-begriffliche Schl\u00fcsse von der Wahrheit oder Falschheit von Aussagen; f\u00fcr die restlichen Aussagen versuche man abzusch\u00e4tzen, wie plausibel oder unplausibel sie sind. Man akzeptiere nur wahre oder sehr plausible Aussagen und verwerfe falsche oder sehr unplausible.<\/p>\n<p>Zu dem, was wir Vernunft nennen, geh\u00f6rt ganz wesentlich, dass wir unsere F\u00e4higkeiten richtig oder realistisch einsch\u00e4tzen. Eine realistische Selbsteinsch\u00e4tzung ist konstitutiv f\u00fcr eine vern\u00fcnftige Person. Wir sind endliche und begrenzte Wesen und sollten uns auch als solche begreifen. Niemand von uns kennt die vollst\u00e4ndige Wahrheit und niemand akzeptiert nur Aussagen, die unab\u00e4nderlich wahr oder zumindest hochplausibel sind. Erkenntnis kommt in der Zeit zustande, immer wieder kommen deshalb neue Aussagen hinzu. Und deshalb und weil wir irrtumsanf\u00e4llig sind, m\u00fcssen immer einmal wieder Aussagen, die wir bisher im Einklang mit den obigen Prinzipien f\u00fcr wahr oder hochplausibel gehalten haben, nun auf einmal als falsch oder sehr unplausibel betrachtet und verworfen werden, aber auch umgekehrt. Vern\u00fcnftig nennen wir eine Person nur, wenn sie f\u00fcr neue Erkenntnisse offen ist. Das l\u00e4sst sich in einem eigenen Vernunftprinzip festhalten<\/p>\n<p><strong>Das Prinzip der Fallibilit\u00e4t<\/strong>: Man rechne immer damit, dass im Einklang mit den obigen Prinzipien neue Aussagen als wahr oder sehr plausibel hinzukommen und bisher f\u00fcr wahr oder hochplausibel gehaltene Aussagen auf einmal als falsch oder sehr unplausibel betrachtet werden m\u00fcssen und umgekehrt.<\/p>\n<p>Dass wir endliche und begrenzte Wesen sind, hat noch einen weiteren Aspekt. Wir sind auf die Mitwirkung und Unterst\u00fctzung unserer Mitmenschen angewiesen. Wir erh\u00f6hen die Chance, die Wahrheit, das moralisch Gute und au\u00dfermoralisch Wertvolle zu erkennen, wenn wir die Mitwirkung unserer Mitmenschen beim Erkennen der Wirklichkeit nicht systematisch sabotieren und verhindern. Deshalb gilt auch das weitere Vernunftprinzip:<\/p>\n<p><strong>Das Prinzip der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung<\/strong><strong>:<\/strong> Man sei offen f\u00fcr die \u00dcberzeugungen anderer Personen, insbesondere f\u00fcr ihre Einw\u00e4nde gegen Aussagen, die man selber als wahr oder sehr plausibel akzeptiert. Man sanktioniere eine Person nicht negativ, nur weil und solange sie \u00dcberzeugungen, insbesondere Einw\u00e4nde lediglich \u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Ich h\u00f6re an dieser Stelle auf, weitere Vernunftprinzipien zu formulieren, die die Rede von Vernunft und die Rede von Irrationalit\u00e4t St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck mit Inhalt f\u00fcllen. Jedenfalls ist eine Person irrational, wenn sie in wichtigen Lebensbereichen ausdr\u00fccklich und bewusst die formulierten und weitere fundamentale Vernunftprinzipien verletzt und sie au\u00dfer Geltung zu setzen versucht. Wer sich aber \u00fcber diese Prinzipien bewusst hinwegsetzt, der h\u00f6rt damit auf, ernsthaft zu fragen, zu antworten, zu argumentieren, zu begr\u00fcnden. Es ist sinnlos, mit einer solch irrationalen Person noch argumentieren und sie noch widerlegen zu wollen. Sie hat sich selbst aus dem Kreis der vern\u00fcnftig Fragenden, Antwortenden und Begr\u00fcndenden ausgeschlossen. Man wird unter solchen selbst gew\u00e4hlten Bedingungen eine irrationale Person wohl kaum noch mit Argumenten von etwas \u00fcberzeugen k\u00f6nnen. Hingegen wird man sich im Zweifelsfalle vor ihr zu sch\u00fctzen haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Irrationale Entgleisungen im religi\u00f6sen Glauben<\/strong><\/h3>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir wollen uns nun im Folgenden vor allem zwei Fragen widmen. Die erste Frage lautet: Gibt es in dem erl\u00e4uterten Sinne Irrationalit\u00e4t in Bezug auf die zentralen Inhalte des christlichen Glaubens und in Bezug auf die christliche Glaubenspraxis. Da ich nicht allgemein \u00fcber Religionen mich auslassen m\u00f6chte, beschr\u00e4nke ich mich auf den christlichen Glauben. Die zweite Frage lautet: Wenn es solche Irrationalit\u00e4t in Fragen des christlichen Glaubens gibt, ist sie ein individuelles Versagen mehr oder weniger einzelner Gl\u00e4ubiger, ein Versagen, das hinsichtlich der zentralen christlichen Glaubensinhalte kontingent ist, oder hat sie essenziell etwas mit dieses Inhalten zu tun, ist sie also gewisserma\u00dfen systemisch und notwendig mit zentralen Inhalten und konstitutiven Merkmalen christlicher Glaubenspraxis verkn\u00fcpft? Das ist ja ein Vorwurf, der immer wieder erhoben wird.<\/p>\n<p>Beginnen wir mit der Frage, ob es im Sinne meiner definitorischen Einschr\u00e4nkungen Irrationalit\u00e4t in christlichen Glaubensfragen gibt. Nun, die gibt es sehr wohl. Ich werde Ihnen drei Beispiele darlegen, bei denen man von einer irrationalen Entgleisung des christlichen Glaubens sprechen kann.<\/p>\n<p>Meine vorgeschlagene definitorische Eingrenzung des Begriffs der Irrationalit\u00e4t trifft fast idealtypisch auf eine theologische Auffassung zu, die in der Geschichte der christlichen Theologie und Philosophie immer einmal wieder der Tendenz nach vertreten worden ist. Der Grundsatz ist uns lateinisch \u00fcberliefert: Credo quia absurdum (est). Oder auf Deutsch: Ich glaube, weil es absurd ist. Der Grundsatz besagt nicht, dass ich das Absurde h\u00f6chstens glauben, nicht aber wissen kann. Das w\u00e4re sogar richtig. Vielmehr ist der Satz so gemeint: Zentrale religi\u00f6se Inhalte widersprechen dem Vern\u00fcnftigen, aber das widerlegt diese Inhalte nicht, sondern zeigt nur die Grenzen und die Unzust\u00e4ndigkeit der Vernunft f\u00fcr zentrale Inhalte des Glaubens auf. Das Vernunftwidrige, die Verletzung und das Au\u00dferkraftsetzen der fundamentalen Vernunftprinzipien wird hiermit geradezu zum G\u00fctesiegel eines echten, eines authentischen religi\u00f6sen Glaubens und seiner Inhalte.<\/p>\n<p>Der Glaubensgrundsatz \u201ecredo quia absurdum\u201c ist selber absurd. Und das ist selbstverst\u00e4ndlich als Einwand und Vorwurf gemeint. Wenn etwas nur unter Verletzung von Vernunftprinzipien hergeleitet und akzeptiert werden kann, ist es notwendigerweise falsch, es kann unm\u00f6glich wahr sein. Deshalb darf es gerade niemals akzeptiert werden. Mehr ist zum Credo-quia-absurdum im Ernst nicht zu sagen, und man muss der Versuchung widerstehen, viel mehr dazu sagen zu wollen. Einen Anh\u00e4nger des Credo-quia-absurdum muss man nicht widerlegen, denn er verabschiedet sich mit seinem Grundsatz von dem, was es konstitutiv hei\u00dft, nachvollziehbar zu argumentieren und zu begr\u00fcnden. Das Credo-quia-absurdum ist eine beispiellose irrationale theologische Entgleisung, die sowohl dem religi\u00f6sen Glauben wie dem Ideal der Vernunft schweren Schaden zuf\u00fcgt und den religi\u00f6sen Glauben nur in Misskredit bringen kann.<\/p>\n<p>Ich komme zu meinem zweiten Beispiel, den fundamentalistischen Biblizismus. Fundamentalistische Biblizisten behaupten: Jeder Satz der Bibel ist wortw\u00f6rtlich wahr und als ein direktes Wort Gottes geheiligt und sakrosankt. Jeder, der nur einen Augenblick nachdenkt, kann einsehen, dass hier fundamentale Vernunftprinzipien verletzt sind, unsere Definition von Irrationalit\u00e4t also erf\u00fcllt ist. Es ist n\u00e4mlich offenkundig, dass sich verschiedene S\u00e4tze der Bibel wortw\u00f6rtlich widersprechen, also k\u00f6nnen sie in wortw\u00f6rtlicher Lesart nicht alle wahr sein; einige S\u00e4tze der Bibel m\u00fcssen in wortw\u00f6rtlicher Lesart falsch sein. Das folgt direkt aus dem Falsifikationsprinzip und dem Prinzip vom ausgeschlossenen Widerspruch. Au\u00dferdem zeigen die fundamentalen Vernunftprinzipien, wie man Widerspr\u00fcche zwischen S\u00e4tzen vernunftgem\u00e4\u00df aufl\u00f6st. Eine der vorgesehenen L\u00f6sungen besteht darin, die S\u00e4tze so zu deuten, zu interpretieren, dass sie sich in der reinterpretierten Version nicht mehr widersprechen.<\/p>\n<p>Wer darauf beharrt, dass jeder Satz der Bibel wortw\u00f6rtlich wahr ist, weil es sich um Gottes eigene Worte handelt, muss letzten Endes eine Version des Credo-quia-absurdum vertreten: Was Menschen widerspr\u00fcchlich und falsch erscheint, sei f\u00fcr Gott wahr, denn Gottes Denken \u00fcbersteige die nat\u00fcrliche endliche Vernunft der Menschen. Ich komme darauf noch zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Das \u201ecredo quia absurdum\u201c und der fundamentalistische Biblizismus sind irrationale Entgleisungen, die gleichwohl erst einmal auf das blo\u00dfe Reden und Denken beschr\u00e4nkt bleiben k\u00f6nnen. Trotzdem sollte man nicht untersch\u00e4tzen, wie viel Schaden und Unheil die Angriffe des Credo-quia-absurdum und des fundamentalistischen Biblizismus auf die Vernunft anrichten k\u00f6nnen, sollten sie in einer Kultur Schule machen.<\/p>\n<p>Endg\u00fcltig und offensichtlich alles andere als harmlos ist mein drittes Beispiel, denn es endete immer wieder in blutigstem Ernst. Menschen erkl\u00e4ren sich zu Sprachrohren und Werkzeugen Gottes, der ihnen vermeintlich auferlegt und sie dazu autorisiert, dass religi\u00f6s Anders- und Nichtgl\u00e4ubige verfolgt, unterdr\u00fcckt, ja sogar get\u00f6tet werden sollen und d\u00fcrfen. Wir k\u00f6nnen von Glaubenskreuzz\u00fcgen im Namen Gottes sprechen. Glaubenskreuzz\u00fcge im Namen Gottes sind Ausgeburten des Irrationalen im Bereich des religi\u00f6sen Glaubens. Denn es ist offensichtlich, dass die Kreuzz\u00fcgler ausdr\u00fccklich f\u00fcr sich und ihre religi\u00f6sen Glaubens\u00fcberzeugungen das Prinzip der Fallibilit\u00e4t und im Gefolge auch das Prinzip der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung aufheben. Sind diese beiden Prinzipien aber erst einmal au\u00dfer Geltung gesetzt, verlieren die \u00fcbrigen Vernunftprinzipien ihren Sinn, sie \u00fcberhaupt anzuwenden.<\/p>\n<p>Den Kreuzz\u00fcgler geht es nicht darum, die Wahrheit zu entdecken und zu akzeptieren. Es geht ihm darum, Recht haben und behalten zu wollen und Macht \u00fcber andere auszu\u00fcben. Gerade mit den Kreuzz\u00fcglern muss man nicht argumentieren, man muss ihnen in den Arm fallen und sich vor ihnen sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Meine drei Beispiele f\u00fcr irrationale Entgleisungen des christlichen Glaubens habe ich nicht f\u00fcr Illustrationszwecke erfunden. Tats\u00e4chlich kamen und kommen sie in der Praxis des christlichen Glaubens vor. Deuten sie daraufhin, dass der christliche Glaube ein prinzipielles Problem damit hat, sich vor Irrationalit\u00e4t zu sch\u00fctzen? Haben sich in den aufgef\u00fchrten Beispielen und anderen lediglich einzelne Gl\u00e4ubige verirrt oder sind die besagten irrationalen Entgleisungen gewisserma\u00dfen intrinsisch und notwendig mit den Glaubensinhalten verkn\u00fcpft? Dieser Frage widme ich die beiden letzten Abschnitte meines Vortrags.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Gottesglaube als Grenze der Vernunft?<\/strong><\/h3>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gott ist der allm\u00e4chtige, allwissende, allgegenw\u00e4rtige, vollkommen gerechte Sch\u00f6pfer und Erl\u00f6ser der Welt und der Menschen. Dieser zentrale Gottesglaube der Christen wird immer wieder mit Grenzen der Vernunft in Verbindung gebracht, und das in zwei Versionen. Zum einen wird behauptet, mit der endlichen menschlichen Vernunft lie\u00dfe sich Gott nicht erkennen, zum anderen wird behauptet, die Vernunft Gottes \u00fcbersteige die endliche menschliche Vernunft. Beide Behauptungen h\u00e4ngen eng miteinander zusammen, wie wir gleich sehen werden. Die Frage ist, ob diese Grenzen der menschlichen Vernunft in Bezug auf den Gottesgedanken und Gottesglauben irgendetwas damit zu tun haben, dass die von uns aufgef\u00fchrten Vernunftprinzipien ausdr\u00fccklich au\u00dfer Geltung gesetzt sind oder gesetzt werden m\u00fcssen? W\u00e4re das der Fall, dann w\u00e4re der Gottesgedanke und der Gottesglaube mit einem \u00dcbergang von der Rationalit\u00e4t in die Irrationalit\u00e4t verbunden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist die menschliche Gotteserkenntnis begrenzt. Das Dasein Gottes als Sch\u00f6pfer und Erl\u00f6ser des Universums l\u00e4sst sich n\u00e4mlich nicht definitiv beweisen. Sein Dasein ist nur eine M\u00f6glichkeit, die mehr oder weniger plausibel gemacht werden kann. Au\u00dferdem muss man zugeben, dass wir zwar Begriffe f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis Gottes zu seiner Sch\u00f6pfung haben \u2013 das sind gerade die traditionellen Pr\u00e4dikate wie Allmacht, Allwissenheit, Allgegenwart und so weiter \u2013, dass wir aber das Wesen Gottes an und f\u00fcr sich \u00fcberhaupt nicht begreifen und verstehen und insbesondere auch alle anschaulichen Vorstellungen in Bezug auf Gott hoffnungslos versagen. Doch diese Grenzen menschlicher Gotteserkenntnis zu erkennen und zu markieren, verlangt nicht, irgendeines der Vernunftprinzipien aufzuheben und es nicht mehr gelten zu lassen; im Gegenteil, f\u00fcr diese Grenzen kann man ja gerade vollkommen im Einklang mit allen Vernunftprinzipien argumentieren.<\/p>\n<p>Grenzen der Vernunft lassen sich vern\u00fcnftig einsehen und m\u00fcssen sich vern\u00fcnftig einsehen lassen. Das kann man sich sogar allgemeiner vor Augen f\u00fchren. Denn was soll es hei\u00dfen, es gebe Wirklichkeitsbereiche (wie zum Beispiel das G\u00f6ttliche oder Gott), wo die Vernunftprinzipien versagen? Es kann nicht hei\u00dfen, dass wir andere Vernunftprinzipien anwenden m\u00fcssten, gar kontr\u00e4re Vernunftprinzipien. Wenn wir die Wahrheit verfehlen, dann nicht wegen des Inhalts der Vernunftprinzipien. Nicht der Inhalt der Vernunftprinzipien ist ungeeignet, uns die Wahrheit finden und erkennen zu lassen. Vielmehr gehen wir in die Irre wegen besonderer Beschr\u00e4nkungen, denen wir Menschen als endliche Wesen unterliegen. Die wichtigsten dieser Beschr\u00e4nkungen betreffen erstens die raum-zeitlichen Grenzen unserer Wahrnehmungen; zweitens sind unsere Erinnerungen mehr oder weniger begrenzt und l\u00fcckenhaft; drittens k\u00f6nnen wir nur wenige Inhalte gleichzeitig im Denken so pr\u00e4sent haben, dass wir noch Schlussfolgerungen daraus zu ziehen verm\u00f6gen; viertens ist nicht sichergestellt, dass uns immer geeignete Begriffe einfallen, um einen bestimmten Wirklichkeitsbereich ad\u00e4quat zu beschreiben und zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Um bestimmte, f\u00fcr uns unerkennbare und unverstehbare Wirklichkeitsbereiche angemessen zu erkennen und zu begreifen, m\u00fcssten wir nicht auf andere Vernunftprinzipien zur\u00fcckgreifen. Vielmehr m\u00fcssten wir von unseren Beschr\u00e4nkungen befreit werden: Raum-zeitliche Grenzen d\u00fcrften uns nicht in unseren Wahrnehmungen behindern; wir d\u00fcrften nichts vergessen oder falsch erinnern; die uns im Denken gleichzeitig pr\u00e4senten und logisch zu bearbeitenden Inhalte d\u00fcrften nicht beschr\u00e4nkt sein; uns m\u00fcssten immer gute Begriffe einfallen, um die Dinge zu unterscheiden, die unterschieden werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>So betrachtet ist die Rede von den Grenzen der menschlichen Vernunft nicht nur irref\u00fchrend, sondern regelrecht falsch. Nicht das Vernunftideal und die Vernunftprinzipien weisen Grenzen auf und versagen, sondern unsere Kompetenzen, die Vernunftprinzipien auf relevante, aber komplexe F\u00e4lle anzuwenden, sind unzureichend.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt uns direkt auf die zweite, immer wieder behauptete Grenze der Vernunft im Zusammenhang mit dem Gottesgedanken. Es wird n\u00e4mlich ein Gegensatz von unvollkommener menschlicher und vollkommener g\u00f6ttlicher Vernunft aufgemacht. Gott wird so gedacht, dass er sich von uns Menschen dadurch unterscheidet, dass er den besagten menschlichen Einschr\u00e4nkungen in der Anwendung der Vernunftprinzipien nicht unterliegt. Gott ist das einzige Wesen, das das Ideal der Vernunft vollkommen und vollst\u00e4ndig realisiert. Deshalb sagt man auch manchmal, Gott sei die Vernunft selbst. Das ist jedoch auch der einzige vern\u00fcnftige Sinn, den die Rede von der h\u00f6heren g\u00f6ttlichen Vernunft gegen\u00fcber der niedrigeren menschlichen Vernunft hat.<\/p>\n<p>Das Fallibilit\u00e4tsprinzip muss Gott nicht beachten, weil er allgegenw\u00e4rtig und allwissend ist. Auch das Prinzip der Begr\u00fcndung trifft auf Gott nur in dem Sinne nicht zu, dass er die m\u00f6gliche Wahrheit einer Aussage nicht nur plausibilisieren muss, er kann sie definitiv entscheiden und beweisen. Denn Gott muss seine Welterkenntnis nicht wie wir Menschen durch ein Wechselspiel von Wahrnehmung und Schlussfolgerungen erst allm\u00e4hlich in der Zeit immer noch weiter vervollst\u00e4ndigen. Ansonsten jedoch gelten auch bei und vor Gott alle Vernunftprinzipien. Selbst die Vernunftprinzipien, die speziell f\u00fcr den Menschen wegen seiner Endlichkeit formuliert werden, sind auch vor und bei Gott als vern\u00fcnftige Prinzipien der Ann\u00e4herung von Menschen an das Vernunftideal wahr, auch wenn Gott von ihnen keinen Gebrauch machen muss, da er das Vernunftideal vollkommen realisiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Gottesglaube und Vernunftvertrauen<\/strong><\/h3>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nicht beweisen, dass sich die Wirklichkeit prinzipiell und im Grunds\u00e4tzlichen vern\u00fcnftig erkennen und verstehen l\u00e4sst, indem wir nur konsequent die entsprechenden Vernunftprinzipien beachten. Darauf k\u00f6nnen wir nur hoffen und vertrauen. Ich nenne das im Folgenden kurz das Vertrauen in die Vernunft. Vertrauen in die Vernunft haben sich besonders alle Aufkl\u00e4rer auf die Fahnen geschrieben. Viele Aufkl\u00e4rer kritisieren zugleich vehement die Religion und den Gottesgedanken. Das n\u00e4hrt den Verdacht, der ja auch immer wieder artikuliert wird, Gottesglaube und Vernunftvertrauen widerspr\u00e4chen sich, letztlich sei der Gottesglaube vernunftwidrig und irrational.<\/p>\n<p>Gegen diese Sichtweise richtet sich der letzte Teil meines Vortrags. Ich m\u00f6chte die These begr\u00fcnden: Gottesgedanke und Vernunftvertrauen widersprechen sich nicht, vielmehr folgt aus dem Gottesglauben das Vertrauen in die Vernunft, und das Vertrauen in die Vernunft plausibilisiert den Gottesgedanken.<\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigen wir uns zun\u00e4chst mit der St\u00e4rkung des Vernunftvertrauens durch den Gottesglauben. Ich werde Ihnen das Argument m\u00f6glichst \u00fcbersichtlich darlegen.<\/p>\n<p><strong>Annahme:<\/strong> Gott will und hat uns geschaffen und meint es gut mit uns.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4misse:<\/strong> Das ist nur dann der Fall, wenn Gott es mit den wesentlichen Eigenschaften des Menschen gut meint.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4misse:<\/strong> Das Bed\u00fcrfnis und die F\u00e4higkeit, sich dem Ideal der Vernunft anzun\u00e4hern, ist eine wesentliche Eigenschaft des Menschen.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4misse:<\/strong> Mit diesem Bed\u00fcrfnis und dieser F\u00e4higkeit meint es Gott nur gut, wenn wir die Wirklichkeit im Grunds\u00e4tzlichen vern\u00fcnftig erkennen und begreifen, indem wir die Vernunftprinzipien befolgen.<\/p>\n<p><strong>Konklusion:<\/strong> Wenn Gott uns will und geschaffen hat und er es gut mit uns meint, dann erkennen und begreifen wir im Grunds\u00e4tzlichen die Wirklichkeit vern\u00fcnftig<\/p>\n<p>Aus diesem Argument folgt nicht, dass wir uns dem Ideal der Vernunft immer besser ann\u00e4hern. Ebenso wenig folgt aus ihm das Dasein Gottes als Sch\u00f6pfer von Mensch und Welt. Das Argument expliziert nur einen Wenn-Dann-Zusammenhang zwischen der Annahme, dass Gott Mensch und Welt geschaffen hat, und der Annahme, wir k\u00f6nnten mit den Mitteln der Vernunft die Wirklichkeit erkennen. Dieser Wenn-Dann-Zusammenhang liefert eine entscheidende Pr\u00e4misse f\u00fcr das Argument \u00fcber eine Abh\u00e4ngigkeit von Gottvertrauen und Vernunftvertrauen. Hier ist das Argument:<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4misse:<\/strong> Wenn wir erkennen, dass aus x y folgt, und wenn wir darauf vertrauen d\u00fcrfen, dass x der Fall ist, dann ist es auch vern\u00fcnftig, darauf zu vertrauen, dass y der Fall ist.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4misse:<\/strong> Wie das obige Argument zeigt, folgt aus der Annahme, dass Gott die Welt und uns Menschen geschaffen hat und er es gut mit uns meint, dass wir mit Hilfe der fundamentalen Vernunftprinzipien die Wirklichkeit im Grunds\u00e4tzlichen erkennen und verstehen.<\/p>\n<p><strong>Konklusion:<\/strong> Wenn wir darauf vertrauen und hoffen d\u00fcrfen, dass Gott die Welt und uns geschaffen hat und es gut mit uns meint, dann d\u00fcrfen wir auch darauf hoffen, dass wir mit Hilfe der fundamentalen Vernunftprinzipien die Wirklichkeit grunds\u00e4tzlich erkennen und verstehen.<\/p>\n<p>Wir sehen also: Das Vernunftvertrauen kollidiert nicht mit dem Gottesvertrauen. Wer auf Gott hofft und vertraut, der darf auch auf die Vernunft vertrauen. Aber es gilt auch die umgekehrte Richtung. Das will ich jetzt zeigen.<\/p>\n<p>Wer der Vernunft vertraut, vertraut darauf, dass die Welt von uns durch vern\u00fcnftiges Wahrnehmen und Denken zureichend verstanden und erkl\u00e4rt werden kann. Das nennt man in der philosophischen Diskussion auch das Prinzip des zureichenden Grundes. Man kann es auch so formulieren: Alles, was der Fall ist, kann auch zureichend erkl\u00e4rt und verstanden werden. Dabei kennen wir, etwas vereinfacht gesagt, zwei grundlegende Formen von Erkl\u00e4rungen, naturgesetzliche Erkl\u00e4rungen und rationale Handlungserkl\u00e4rungen.<\/p>\n<p>In einer naturgesetzlichen Erkl\u00e4rung leiten wir logisch aus der Beschreibung von bestimmten Rand- und Anfangsbedingungen mit Hilfe der von uns anerkannten Naturgesetze ab, dass und warum bestimmte Sachverhalte in der Welt der Fall sind. In einer rationalen Handlungserkl\u00e4rung erkl\u00e4ren wir, dass eine Person auf eine bestimmte Weise handelt, damit, dass die Person bestimmte Ziele verfolgt und glaubt, dass die zu erkl\u00e4rende Handlung das geeignete Mittel ist, das Ziel auch zu erreichen.<\/p>\n<p>Es ist nun offensichtlich, dass sich nicht alle Rand- und Anfangsbedingungen und auch die basalen Naturgesetze nicht ihrerseits wieder naturgesetzlich erkl\u00e4ren lassen. In dieser Feststellung gr\u00fcndet folgendes Argument:<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4misse:<\/strong> Nicht alle Rand- und Anfangsbedingungen und nicht alle Naturgesetze k\u00f6nnen ihrerseits naturgesetzlich erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p><strong>Prinzip vom zureichenden Grunde:<\/strong> Alles, was in der Welt der Fall ist, kann zureichend erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4misse:<\/strong> Eine zureichende Erkl\u00e4rung ist entweder eine naturgesetzliche Erkl\u00e4rung oder eine rationale Handlungserkl\u00e4rung.<\/p>\n<p><strong>Konklusion:<\/strong> Also m\u00fcssen bestimmte Rand- und Anfangsbedingungen oder die basalen Naturgesetze in Gestalt einer rationalen Handlungserkl\u00e4rung erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4misse:<\/strong> Eine rationale Handlungserkl\u00e4rung bestimmter Rand- und Anfangsbedingungen und basaler Naturgesetze impliziert, dass ein personales Wesen aus bestimmten Absichten heraus die Natur mit diesen Rand- und Anfangsbedingungen und mit den in Rede stehenden basalen Naturgesetzen geschaffen hat.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4misse:<\/strong> Ein solches Wesen muss die traditionell Gott zugeschriebenen Eigenschaften besitzen und kann daher mit dem Gott der monotheistischen Religionen identifiziert werden.<\/p>\n<p><strong>Konklusion:<\/strong> Wenn das Prinzip vom zureichenden Grunde gilt, dann gilt auch, dass Gott \u2013 wie er in den monotheistischen Religionen gedacht wird \u2013 die Welt geschaffen hat.<\/p>\n<p>Dieses Argument ist eine Version der Argumente, die in der Geschichte der Philosophie und Theologie als kosmologische Gottesbeweise diskutiert werden. Aber dieses Argument beweist nicht das Dasein des monotheistischen Sch\u00f6pfergottes. Das Argument stellt wieder einen Wenn-Dann-Zusammenhang her, n\u00e4mlich zwischen dem Prinzip vom zureichenden Grunde und dem theistischen Sch\u00f6pfungsgedanken. Daraus folgt ein Zusammenhang zwischen Vernunftvertrauen und Gottvertrauen. Dieser Argumentationsschritt ist uns schon vertraut:<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4misse:<\/strong> Wenn wir erkennen, dass aus x y folgt und wenn wir darauf vertrauen d\u00fcrfen, dass x der Fall ist, dann ist es auch vern\u00fcnftig, darauf zu vertrauen, dass y der Fall ist.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4misse:<\/strong> Wie das obige Argument zeigt, folgt aus dem Prinzip des zureichenden Grundes, dass Gott die Welt und uns Menschen geschaffen hat.<\/p>\n<p><strong>Konklusion:<\/strong> Wenn wir auf die Vernunft vertrauen und hoffen d\u00fcrfen, dann d\u00fcrfen wir auch darauf hoffen, dass Gott der Sch\u00f6pfer der Welt und der Menschen ist.<\/p>\n<p>Damit ist gezeigt, was ich Ihnen zeigen wollte: Gottvertrauen und Vertrauen in die Vernunft st\u00e4rken und bedingen einander. Der Vorwurf, der Gottesglaube sei irrational, scheint mir ziemlich weit von der Wahrheit entfernt zu sein, trotz der nicht zu leugnenden religions- und kirchengeschichtlichen Beispiele daf\u00fcr, dass der Gottesglaube ins Irrationale abgleiten und abst\u00fcrzen kann. Insofern verfehlt das Credo-quia-absurdum den Gottesglauben vollst\u00e4ndig. Hingegen gilt das ber\u00fchmte Fides-quaerens-intellectum, der Glaube sucht das vern\u00fcnftige Verstehen. Gottesglaube und Vernunftvertrauen sind recht betrachtet unaufl\u00f6slich miteinander verbunden und aufeinander angewiesen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung und Methode \u00a0 Wir leben in einer Zeit, in der der religi\u00f6se Glaube besonders oft verd\u00e4chtigt wird, irrational zu sein. Irrationalit\u00e4t ist ein Vorwurf. Es ist sogar ein massiver Vorwurf. 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