{"id":111499,"date":"2025-11-07T11:51:37","date_gmt":"2025-11-07T10:51:37","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=111499"},"modified":"2025-11-07T12:01:59","modified_gmt":"2025-11-07T11:01:59","slug":"bayern-1918-2018","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/bayern-1918-2018\/","title":{"rendered":"Bayern 1918 \u2013 2018"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Vor\u00fcberlegungen<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bayern war lange Zeit, im Fr\u00fch- und Hochmittelalter, ein <em>Herzogtum<\/em>. Im Jahr 1806 wurde es, erweitert um Franken und Schwaben, zu einem <em>K\u00f6nigreich<\/em>. <em>Freistaat<\/em> nennt sich Bayern seit der Revolution vom November 1918 \u2013 einer Revolution, welche die mehr als siebenhundertj\u00e4hrige, Herzogtum und K\u00f6nigreich verbindende Herrschaft der Wittelsbacher mit einem Schlag beendete und Bayern unter heftigen Konvulsionen aus der monarchischen in eine demokratische Epoche hin\u00fcberf\u00fchrte.<\/p>\n<p>\u201eBayern ist fortan ein Freistaat\u201c, so verk\u00fcndete Kurt Eisner am 8. November 1918 den Namenswechsel. Es entbehrt nicht der Ironie, dass der nahezu ohne Gegenwehr an die Macht gekommene Revolutionsf\u00fchrer \u2013 die bayerische Monarchie brach ja als erste unter den deutschen L\u00e4ndern zusammen \u2013 als Redakteur und Schriftsteller zugleich ein eifriger, Fremdw\u00f6rtern abholder \u201eVerdeutscher\u201c war. So proklamierte er im S\u00fcden den \u201eFreistaat\u201c, ein deutsches Wort f\u00fcr Republik, w\u00e4hrend im Norden, in Berlin, Philipp Scheidemann einen Tag sp\u00e4ter, am 9. November 1918, von einem Fenster links des Reichstagsportals die \u201eDeutsche Republik\u201c ausrief. \u201eFreistaat Bayern\u201c und \u201eWeimarer Republik\u201c sollten einander in den n\u00e4chsten Jahren geradezu beispielhaft gegen\u00fcberstehen. Oft war ihr Verh\u00e4ltnis bis zum Zerrei\u00dfen angespannt. Bayern und das Reich, M\u00fcnchen und Berlin befehdeten sich heftig in Worten und in Taten \u2013 und blieben am Ende doch aufeinander angewiesen.<\/p>\n<p>Hundert Jahre Freistaat Bayern \u2013 das ist ein Anlass zum Innehalten, zum Nachdenken \u00fcber Vergangenheit und Zukunft. In allen sieben Regierungsbezirken Bayerns finden in diesem Jahr Jubil\u00e4umsveranstaltungen, Ausstellungen, Vortr\u00e4ge und Museumsfeste statt. Man feiert die letzten 100 Jahre und greift noch weiter zur\u00fcck \u2013 200 Jahre, bis zur Verfassung des Jahres 1818, dem Beginn des bayerischen Verfassungsstaates. Der Bayerische Rundfunk hat dem Jubil\u00e4um zahlreiche Sendungen gewidmet. Akademien und Universit\u00e4ten gedenken des historischen Ereignisses in Vorlesungen und Seminaren. Die bayerische Landesausstellung 2018 im Kloster Ettal beschw\u00f6rt den \u201eMythos Bayern\u201c \u2013 freilich mit den Worten \u201eWald, Gebirg und K\u00f6nigstraum\u201c ein wenig allzu folkloristisch. Heute Morgen fand der zentrale Festakt des Bayerischen Landtags und der Bayerischen Staatsregierung im Nationaltheater in M\u00fcnchen statt. Die Einwohner M\u00fcnchens erinnern sich an dieses Datum mit besonderer Intensit\u00e4t: nicht weniger als 300 Veranstaltungen zum Thema 1918 \u2013 2018 finden heuer in der bayerischen Landeshauptstadt statt. Hier, in der Katholischen Akademie, will ich daran erinnern, dass auch das gegen\u00fcber gelegene Schl\u00f6sschen Suresnes in den Vorg\u00e4ngen des Jahres 1919 eine Rolle spielte: in diesem Treffpunkt f\u00fcr junge K\u00fcnstler hatte zeitweilig Paul Klee sein Atelier \u2013 und der Maler Hans Reichel versteckte w\u00e4hrend der M\u00fcnchner R\u00e4terepublik in seiner Wohnung dort den Schriftsteller und linkssozialistischen Revolution\u00e4r Ernst Toller. Viel Grund zum Erinnern also \u2013 und viel Anlass zu Nachfragen, zum historischen Nachforschen und zur politischen Diskussion.<\/p>\n<p>Wie soll man sie nun sehen, die letzten hundert Jahre bayerischer Geschichte, die Epoche des Freistaats Bayern? Es scheint mir eine janusk\u00f6pfige Zeit zu sein. Ich entnehme diese Metapher \u2013 den Januskopf \u2013 dem grundlegenden Vortrag \u201e100 Jahre Freistaat Bayern\u201c, den Hermann Rumsch\u00f6ttel vor einem Jahr anl\u00e4sslich der Jahressitzung der Kommission f\u00fcr bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften am 12. Oktober 2017 gehalten hat. Andere Gedenkreden dieses Jahres erinnerten an die Vielfalt und Offenheit der j\u00fcngeren bayerischen Geschichte. Vielfalt und Offenheit \u2013 sind das auch die passenden Stichworte f\u00fcr die 100 Jahre Freistaat Bayern? Nun, ich denke, das ist nicht ganz so einfach. An <em>Vielfalt<\/em> fehlt es dieser Zeit gewiss nicht, auch nicht an Unerwartetem, Nicht-Vorhergesehenem, \u00dcberraschendem. Doch die n\u00f6tige <em>Weltoffenheit <\/em>hat sich der Freistaat \u2013 nach kurzen Vorspielen in der Weimarer Epoche \u2013 endg\u00fcltig wohl erst nach dem Zusammenbruch von 1945 erworben. Die Geschichte der Jahre 1918 bis 2018 ist in der Tat ein Januskopf: Nach 1918 blickt Bayern unwillk\u00fcrlich <em>zur\u00fcck<\/em>, zun\u00e4chst auf die verlorengegangene Monarchie, \u00fcberhaupt auf die \u201ealten Zeiten\u201c. Dem folgt dann, in der NS-Zeit, der bewusste Schritt zur\u00fcck, der R\u00fcckfall in eine Zeit der Gewalt und der Barbarei. Die Hitlerzeit endet im Chaos des Krieges mit schwersten Zerst\u00f6rungen und Verlusten; die rechtlichen Ordnungen haben sich aufgel\u00f6st, das Vertrauen in die Obrigkeit ist verloren und wird erst langsam zur\u00fcckgewonnen.<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg nimmt der Freistaat dann \u2013 zun\u00e4chst unter der Aufsicht der amerikanischen Besatzungsmacht \u2013 seine \u201ezweite Fahrt\u201c auf. Er \u00fcberwindet die \u00e4u\u00dferen und inneren Zerst\u00f6rungen, er blickt nach <em>vorn<\/em>, nicht mehr <em>zur\u00fcck <\/em>\u2013 und er wird nun, erstaunlich genug, in einem langsamen, Jahrzehnte dauernden Ausgleichsprozess zu einem Gebilde, das politisch und wirtschaftlich erstarkt, so dass es eine gro\u00dfe Zahl von Fl\u00fcchtlingen und Heimatvertriebenen dauerhaft integrieren kann. Bayern gewinnt zunehmend Sicherheit, es w\u00e4chst in der Nachkriegszeit auf das Doppelte seiner fr\u00fcheren Einwohnerzahl an \u2013 inzwischen rund 13 Millionen \u2013, und es nimmt im Lauf der Zeit eine vordere Stellung unter den deutschen L\u00e4ndern ein. Es wird in der Gegenwart von vielen Nachbarn in Deutschland, ja dar\u00fcber hinaus bewundert; viele sehen in ihm ein Musterbeispiel daf\u00fcr, wie es gelingen kann, Tradition und Fortschritt miteinander zu verbinden.<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<h3><strong>Revolution\u00e4rer Beginn \u2013 Eisner und Landauer<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein so erfreulicher Ausgang war den ersten zwei der hundert Jahre des Freistaats keineswegs in die Wiege gelegt. Vielmehr begann die Geschichte des neuen Staatswesens im November 1918 h\u00f6chst dramatisch mit einem Revolutionsst\u00fcck \u2013 einem Geschehen, das unblutig anfing, aber blutig endete. Nach Jahrhunderten monarchischer Herrschaft schlug das politische Pendel 1918\/19 in Bayern in eine neue, extrem ver\u00e4nderte Richtung aus. Der Freistaat wurde zu einer R\u00e4terepublik \u2013 der ersten und einzigen auf deutschem Boden. Wladimir Lenin konnte am 1. Mai 1919 auf dem Roten Platz in Moskau nicht nur das revolution\u00e4re Sowjetrussland begr\u00fc\u00dfen, er sandte auch Gr\u00fc\u00dfe an \u2013 so w\u00f6rtlich \u2013 \u201eSowjetungarn und Sowjetbayern\u201c.<\/p>\n<p>Eisner, der Revolution\u00e4r und erste Ministerpr\u00e4sident des Freistaats, war freilich kein Kommunist, sondern ein 1917 zur USPD \u00fcbergegangener Sozialdemokrat. In seinem Demonstrationszug, der sich nach einer gro\u00dfen Friedensdemonstration auf der Theresienwiese am 7. November von der Mehrheit gel\u00f6st hatte und in der Folge die Regierungsgeb\u00e4ude und Kasernen M\u00fcnchens besetzte, zog auch der niederbayerische blinde Bauernf\u00fchrer Ludwig Gandorfer, gleichfalls USPD-Mitglied, mit. Denn nicht nur die Stadtbev\u00f6lkerung, auch die Bauernschaft war kriegsm\u00fcde und rief nach Frieden. Nach f\u00fcnf Kriegsjahren waren die Kr\u00e4fte des Landes ersch\u00f6pft. Die Wirtschaftslage war katastrophal, die Arbeitslosigkeit wuchs, der Hunger griff um sich.<\/p>\n<p>Eisner versuchte in seiner haupts\u00e4chlich aus MSPD und USPD zusammengesetzten Regierung einen Mittelkurs zu steuern zwischen den Arbeiter-, Soldaten- und Bauernr\u00e4ten im Land, die auf eine direkte Demokratie dr\u00e4ngten, und dem \u00fcberlieferten Stil der bayerischen Politik und Verwaltung. Erfolg war ihm in seiner kurzen Amtszeit nicht geg\u00f6nnt. Von der Reichsregierung isolierte er sich durch seinen betonten F\u00f6deralismus, sein ungest\u00fcmes Beharren auf Eigenstaatlichkeit \u2013 und mehr noch durch die einseitige Proklamation einer deutschen Kriegsschuld, die er auf Berichte der bayerischen Gesandtschaft in Berlin st\u00fctzte. Er hoffte dadurch die Alliierten f\u00fcr eine mildere Behandlung Deutschlands zu gewinnen, was freilich vergebliche M\u00fche blieb.<\/p>\n<p>Die erste Landtagswahl nach dem Krieg im Januar 1919 entzog Eisner die politische Basis. Seine Partei, die USPD, erhielt nur 2,5 % der Stimmen und entsandte ganze 3 Abgeordnete in das Parlament \u2013 das gen\u00fcgte nicht einmal, um eine Fraktion zu bilden. St\u00e4rkste Kraft wurde die Bayerische Volkspartei, die Nachfolgerin des Zentrums, gefolgt von den Mehrheitssozialdemokraten. Eisner konnte daher nicht im Amt bleiben. Auf dem Weg zu der Landtagssitzung, in der er seinen R\u00fccktritt erkl\u00e4ren wollte, wurde er von dem jungen Grafen Anton von Arco-Valley, einem fanatischen Revolutionsgegner, ermordet.<\/p>\n<p>Nun setzte eine Radikalisierung ein, eine Spaltung der Machtzentren: W\u00e4hrend das auf Eisner zur\u00fcckgehende Rumpfkabinett unter F\u00fchrung des stellvertretenden Ministerpr\u00e4sidenten Johannes Hoffmann (MSPD) in das ruhige Bamberg auswich \u2013 dort wurde im August die neue bayerische Verfassung verabschiedet \u2013, wurde in M\u00fcnchen am 7. April 1919 die \u201eBayerische R\u00e4terepublik\u201c ausgerufen. In ihr spielte neben dem Schriftsteller Ernst Toller der Publizist und Pazifist Gustav Landauer eine f\u00fchrende Rolle, ein Sch\u00fcler Kropotkins, Vertreter eines philosophiegest\u00fctzten Anarchismus. Im Krieg war er mit seiner Frau, der Lyrikerin und \u00dcbersetzerin Hedwig Landauer, von Berlin in das bayerisch-schw\u00e4bische Krumbach in die Wohnung seiner verstorbenen Schwiegermutter gezogen. Hier erreichte ihn der Ruf Eisners nach M\u00fcnchen. Die zwei M\u00e4nner \u2013 beide Juden s\u00e4kularen Zuschnitts \u2013 befreundeten sich rasch.<\/p>\n<p>Nach dem Tod Eisners fiel Landauer die Aufgabe zu, beim Trauerzug und dem Begr\u00e4bnis Eisners vor nahezu 100.000 Menschen (unter ihnen auch Heinrich Mann und der junge Bertolt Brecht) die Totenrede zu halten. In der R\u00e4terepublik wurde er dann f\u00fcr eine winzige Zeitspanne \u2013 ganze sechs Tage lang \u2013 Kultusminister. Regieren konnte er freilich nach dem eigenen herrschaftsfreien Politikverst\u00e4ndnis nicht: Als die Beamten ihm die in einem Tag eingegangene Post in einem Waschkorb auf den Schreibtisch stellten \u2013 er hatte darauf bestanden, alles selbst zu lesen! \u2013, musste er angesichts der Briefmassen kapitulieren und der ungeliebten Verwaltung den gewohnten Lauf lassen. Der kommunistischen Wendung der R\u00e4terepublik unter Max Levien und Eugen Levin\u00e9, die eine Diktatur des Proletariats nach sowjetischem Muster anstrebten, entzog er sich. Als \u00fcberzeugter F\u00f6deralist hielt er die Kommunisten f\u00fcr unheilbare Zentralisten und sah in ihnen moderne Wiederg\u00e4nger der Jakobiner.<\/p>\n<p>Die Dinge strebten nun einem blutigen Ende zu. Die Regierung Hoffmann in Bamberg rief preu\u00dfische, w\u00fcrttembergische und bayerische Truppen gegen das rote M\u00fcnchen zu Hilfe \u2013 dort bewaffnete der Vollzugsrat das Proletariat und proklamierte die \u201eDiktatur der Roten Armee\u201c. Verhindern konnte diese Streitmacht die Eroberung M\u00fcnchens durch die Regierungstruppen freilich nicht. Die Erschie\u00dfung b\u00fcrgerlicher Geiseln im Vorfeld des Sturms verbreitete Angst und Schrecken und machte der ohnehin nur halbherzigen Unterst\u00fctzung des R\u00e4teregimes durch die Bev\u00f6lkerung ein Ende. Der wei\u00dfe Gegenterror, der unmittelbar danach einsetzte, \u00fcberbot dann freilich den Terror der Linken um ein Vielfaches. Auch Gustav Landauer, ein hagerer Mann mit ergrauendem Vollbart, im \u00c4u\u00dferen weder revolution\u00e4r noch proletarisch, mit einer Stimme und Ausdrucksweise von \u201egeschliffener Milde\u201c, wurde im Gef\u00e4ngnis von Freikorpssoldaten auf brutale Weise ermordet.<\/p>\n<p>So endete ein Experiment, an dem ungew\u00f6hnlich viele Dichter, Journalisten, Theaterkritiker, K\u00fcnstler beteiligt waren \u2013 neben Eisner und Landauer Erich M\u00fchsam, Ernst Toller, Oskar Maria Graf, am Rand auch Gustav Regler und Rainer Maria Rilke. Volker Weidermann hat die Vorg\u00e4nge in einem Buch mit dem Titel \u201eTr\u00e4umer\u201c beschrieben, das sich wie ein Roman liest. Der Untertitel lautet: \u201eAls die Dichter die Macht \u00fcbernahmen\u201c (K\u00f6ln 2017). Doch mit der Macht verstanden die Dichter nicht umzugehen. Mit der kurzlebigen R\u00e4teherrschaft waren alle Formen au\u00dferparlamentarischer, direkter Demokratie in Bayern auf Jahre hinaus diskreditiert. Die Spuren schreckten. Der Ruf nach Ordnung wurde \u00fcberm\u00e4chtig. Und damit nach der Trag\u00f6die das Satyrspiel nicht fehle, ereigneten sich im Mai 1919 in dem von den R\u00e4ten \u201ebefreiten\u201c M\u00fcnchen Szenen einer fr\u00fcher kaum f\u00fcr m\u00f6glich gehaltenen Verbr\u00fcderung der Bev\u00f6lkerung mit den preu\u00dfischen Truppen. Viktor Klemperer, damals Journalist in M\u00fcnchen, beschreibt diese \u201efreudige bayrisch-preu\u00dfische Verbr\u00fcderung\u201c wie folgt: \u201eM\u00e4nner, Frauen und Kinder waren auf das Siegestor geklettert, kauerten malerisch auf dem L\u00f6wengespann, schwenkten Fahnen, winkten und schrien. Um das Halbrund vor der Universit\u00e4t, in dem Wagen und ein erobertes Gesch\u00fctz aufgefahren waren, dr\u00e4ngten sich die M\u00fcnchener und plauderten mit den Posten und besch\u00e4ftigungslos umherstehenden Soldaten \u2013 es war das drolligste Gegeneinander von Berlinisch und M\u00fcnchnerisch&#8230;\u201c<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Die M\u00fchen der Ebene \u2013 Bayern 1920 bis 1933<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die R\u00e4tezeit war kurz. Doch als stimmungsgr\u00fcndender politischer Akkord hallte sie in der Geschichte des Freistaats lange nach. Man darf annehmen, dass sich die politische Haltung vieler Menschen, ihre Einstellung zu Parteien, Parlamentarismus, Demokratie in dieser Zeit geformt hat \u2013 mit lange anhaltenden Wirkungen weit in die Zwanziger- und Drei\u00dfigerjahre hinein. Das gilt f\u00fcr so verschiedene Pers\u00f6nlichkeiten wie Eugenio Pacelli, Michael von Faulhaber, Gustav von Kahr und Heinrich Held, welche die Geschicke Bayerns in den folgenden Jahren beeinflussen sollten; ich f\u00fchre ihre Biogramme stellvertretend f\u00fcr diesen Abschnitt der bayerischen Geschichte kurz an.<\/p>\n<p>Eugenio Pacelli war seit 1917 Nuntius in M\u00fcnchen. Als vatikanischer Meisterdiplomat hatte er im Auftrag Papst Benedikts XV. im Juni dieses Jahres mit der kaiserlichen Regierung \u00fcber die Beendigung des Krieges und einen m\u00f6glichen Friedensschluss verhandelt. Das Scheitern dieser Initiative hat ihn wohl zu der \u00dcberzeugung gebracht, der Vatikan tue gut daran, sich im Streit der V\u00f6lker strikt neutral zu verhalten, eine Auffassung, die er bekanntlich lebenslang, auch im Zweiten Weltkrieg als Papst, vertrat. Mit der R\u00e4teregierung war Nuntius Pacelli in M\u00fcnchen heftig zusammengesto\u00dfen. Am 29. April 1919 besetzten R\u00e4te-Anh\u00e4nger die Nuntiatur; Pacelli wurde mit dem Revolver bedroht, sein Dienstwagen beschlagnahmt. In Berichten an den Vatikan kennzeichnete der Nuntius das Regime Max Leviens und Eugen Levin\u00e9s als \u201esehr harte russisch-j\u00fcdisch-revolution\u00e4re Tyrannei\u201c. Man wird annehmen d\u00fcrfen, dass Pacelli den Bolschewismus von dieser Zeit an nicht minder kritisch sah und beurteilte als den sp\u00e4ter aufkommenden Nationalsozialismus, den er im Mai 1924 als \u201edie vielleicht gef\u00e4hrlichste H\u00e4resie unserer Zeit\u201c bezeichnet hat.<\/p>\n<p>Auch bei Michael von Faulhaber, seit 1917 Erzbischof von M\u00fcnchen und Freising, hat der revolution\u00e4re Einschnitt von 1918\/19 einen dauernden Eindruck hinterlassen. Sein Tagebuch \u2013 das gegenw\u00e4rtig erschlossen und online zug\u00e4nglich gemacht wird \u2013 gibt ein getreues Bild der Geschehnisse in M\u00fcnchen. Der Erzbischof war zeitweise in Gefahr, vom R\u00e4teregime als Geisel genommen zu werden. \u00dcber die Revolution, die \u00fcberall in Deutschland die alten Monarchien weggefegt hatte, sagte der k\u00f6nigstreue Monarchist, sie sei \u201eMeineid und Hochverrat\u201c gewesen. Beim M\u00fcnchner Katholikentag 1922 stie\u00df er deshalb \u2013 inzwischen Kardinal \u2013 heftig mit dem Pr\u00e4sidenten der Versammlung, dem K\u00f6lner Oberb\u00fcrgermeister Konrad Adenauer, zusammen. Adenauer war ein \u00fcberzeugter rheinischer Demokrat. Faulhaber sprach der aus der Revolution hervorgegangenen Weimarer Republik jede Autorit\u00e4t ab. Adenauer widersprach: Die Monarchien, vor allem die der Hohenzollern, seien reif f\u00fcr den Untergang gewesen. Er widersetzte sich auch der Polemik Faulhabers, der gegen die Besetzung des Rheinlands durch \u201eHeiden und Muhammedaner\u201c Stimmung machte. In die Zukunft blickend, pl\u00e4dierte er f\u00fcr ein Zusammengehen von Katholiken und Protestanten zur \u00dcberwindung alter Spaltungen und zur dauerhaften Stabilisierung der deutschen Politik. F\u00fcr Faulhaber war das zu viel. Er wollte den Saal demonstrativ verlassen. Doch kluge Leute \u2013 wohl der Zentralkomitee-Vorsitzende F\u00fcrst L\u00f6wenstein selbst \u2013 hatten seinen Kardinalshut verr\u00e4umt, er war unauffindbar. So konnte Adenauer rasch zum Schluss kommen und seinen Kontrahenten mit listiger Demut um den Schlusssegen bitten, den dieser als geistlicher Hirte nicht verweigern konnte. \u00dcbrigens hat Kardinal Faulhaber bis zu seinem Lebensende 1952 durch seinen Einspruch in Rom verhindert, dass Adenauer einen p\u00e4pstlichen Orden erhielt.<\/p>\n<p>Wirkte mit Faulhaber im bayerischen Katholizismus ein gef\u00fchlsbetonter monarchischer Unterstrom nach, so wies die auf die R\u00e4teregierung folgende \u201eOrdnungszelle Bayern\u201c unter den Beamtenministern Gustav von Kahr und Eugen von Knilling einen Ton ausgepr\u00e4gter K\u00e4lte und H\u00e4rte auf. Es war eine von den Zeitl\u00e4uften \u2013 Inflation, Ruhrbesetzung, Einwohnerwehren \u2013 gesch\u00fcttelte Halbdiktatur (1920 \u2013 1924). Bayern wurde beispielhaft f\u00fcr Deutschland zum Hort der Rechten. Vor\u00fcbergehend wurde die Verfassung au\u00dfer Kraft gesetzt und die gesamte Exekutivgewalt dem zum Generalstaatskommissar ernannten Kahr \u00fcbertragen. Die \u201eOrdnungszelle Bayern\u201c endete erst nach dem Hitlerputsch, der Kahr ins Zwielicht r\u00fcckte, und dem Hitlerprozess von 1924.<\/p>\n<p>Mit Ministerpr\u00e4sident Heinrich Held (BVP), der Bayern von 1924 bis 1933 regierte, endeten die weitgehend au\u00dferparlamentarischen, von Revolutionsr\u00e4ten und Beamtenministern getragenen Eingangsjahre des Freistaats. Das parlamentarische Regierungssystem setzte sich endg\u00fcltig durch; der Regierungschef kam jetzt aus der Parlamentsmehrheit. Die politischen Extreme \u2013 KPD und NSDAP \u2013 schieden aus dem politischen Prozess aus. Der Konflikt mit dem Reich, der sowohl die R\u00e4tezeit wie die Zeit der \u201eOrdnungszelle\u201c gepr\u00e4gt hatte, wurde zwar nicht g\u00e4nzlich beendet, ging aber jetzt in \u00fcberschaubare Formen \u00fcber. Es war die Zeit, in der sich auch die Weimarer Republik im Ganzen erholte. Die Rentenmark \u00fcberwand die Hyperinflation, ein wirtschaftlicher Aufschwung setzte ein. In Bayern speziell wurde 1924 das Konkordat mit der Katholischen Kirche geschlossen \u2013 das erste unter den L\u00e4nderkonkordaten der Weimarer Republik \u2013, und damit befestigte sich ein St\u00fcck Tradition.<\/p>\n<p>Die antidemokratischen Kr\u00e4fte im Land verschwanden nicht, aber sie wurden ein St\u00fcck weit zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Hitler und die NSDAP hatten es unter Heinrich Held in Bayern schwerer als unter Gustav von Kahr. Im M\u00e4rz 1925 erlie\u00df der bayerische Innenminister Karl St\u00fctzel gegen Hitler ein Redeverbot \u2013 ein Grund f\u00fcr diesen, die Entscheidung anderswo, in Th\u00fcringen und Braunschweig, zu suchen. Der geplanten Einb\u00fcrgerung Hitlers stellte sich die Regierung des Freistaats entgegen; seine geplante Ausweisung scheiterte freilich, weil sich \u00d6sterreich weigerte, Hitler einreisen zu lassen. Er wurde bis 1932 als Staatenloser gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Als verh\u00e4ngnisvoll sollte sich die Entscheidung der BVP erweisen, bei der Reichspr\u00e4sidentenwahl von 1925 f\u00fcr Hindenburg \u2013 gegen den Zentrumsvorsitzenden Marx \u2013 zu stimmen. Der Vorgang zeigt, wie sehr sich auch in der Bayerischen Volkspartei inzwischen die Gewichte nach rechts verschoben hatten. So war die Partei auf die Dauer zur Gegenwehr gegen den seit der Wirtschaftskrise von 1929 neuerlich erstarkenden Nationalsozialismus zu schwach, zumal sich die als Koalitionspartnerin wichtige Deutschnationale Volkspartei gegen\u00fcber der NS-Bewegung h\u00f6chst nachgiebig verhielt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Bayern im Zeichen Hitlers<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>1933 bis 1945 stand Bayern im Zeichen Hitlers. Er hatte in M\u00fcnchen in den zwanziger Jahren seine Agitation begonnen, hatte 1923 versucht, einen politischen Umsturz herbeizuf\u00fchren, war zu Festungshaft verurteilt, aber bald vorzeitig entlassen worden, weitete seine Agitation auf ganz Deutschland aus, behielt aber in M\u00fcnchen seine Wohnung bei, auch in der sp\u00e4teren Zeit als Reichskanzler. 1923 war der Freistaat noch stark genug, Hitler und seinen Anhang an der Feldherrnhalle niederzuschlagen und ihren Putschversuch zu vereiteln \u2013 Kultusminister Franz Matt stellte als einziges frei gebliebenes Regierungsmitglied die Weichen. 1933 reichte die Kraft zu einer solchen Gegenwehr nicht mehr aus.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re freilich falsch, M\u00fcnchen und Bayern mit dem Nationalsozialismus einfach zu identifizieren, wie es manchmal unter Titeln wie \u201eHitlers M\u00fcnchen\u201c, \u201eHitlers Bayern\u201c geschieht. Ich zitiere Hans G\u00fcnter Hockerts: \u201eDie \u201aMarke NSDAP\u2019 wurde in M\u00fcnchen gepr\u00e4gt, doch die Nachfrage kam aus ganz Deutschland. Erst diese Anschlussf\u00e4higkeit, die den Blick auf die Besonderheiten des Ursprungsorts relativiert, hat die dynamische Entwicklung der NSDAP und ihren Durchbruch zur Macht erm\u00f6glicht. Die reichsweite W\u00e4hlerbewegung trug den NS-Parteichef bis an die Schwelle zur Macht, und eine nationale Elitenkoalition hob ihn \u00fcber diese Schwelle \u2013 wenn auch in der irrigen Vorstellung, ihn am kurzen Z\u00fcgel halten zu k\u00f6nnen. Von Reichspr\u00e4sident Hindenburg am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt, gelang es Hitler \u00fcberraschend schnell, seine konservativ-deutschnationalen Partner in der Regierungskoalition zu \u00fcberspielen und den eigenen F\u00fchrungsanspruch durchzusetzen. Zum Prozess der \u201aMachtergreifung\u2019 geh\u00f6rte auch die Absetzung der noch nicht nationalsozialistischen Regierungen in den L\u00e4ndern. Zuletzt, im M\u00e4rz 1933, traf es Bayern. Hatte Hitler im November 1923 von M\u00fcnchen aus Berlin erobern wollen, so steuerte er die \u201aGleichschaltung\u2019 Bayerns und M\u00fcnchens nun von Berlin aus.\u201c<\/p>\n<p>Und noch etwas anderes weist darauf hin, dass Bayern auch in der NS-Zeit ein \u201eeigensinniger Freistaat\u201c geblieben ist. Gewiss hatte die nationalsozialistische Bewegung in diesem Land begonnen, daran war kein Zweifel, aber ebenso fr\u00fch machten sich hier auch Opposition und Widerstand bemerkbar. Die Studentenbewegung \u201eWei\u00dfe Rose\u201c trat in M\u00fcnchen hervor und erregte, obwohl sie blutig unterdr\u00fcckt wurde, weltweites Aufsehen. Der Kreisauer Kreis, ein \u00f6rtliches Dreieck, umfasste neben Kreisau und Berlin auch M\u00fcnchen; im Turm hinter der Michaelskirche trafen sich Moltke und die \u201eKreisauer\u201c mit den M\u00fcnchner Jesuiten Augustinus R\u00f6sch, Lothar K\u00f6nig und Alfred Delp. Claus Graf Schenk von Stauffenberg wohnte, als er das Attentat auf Hitler plante, in Bamberg. (Geboren wurde er wie seine Br\u00fcder Berthold und Alexander im bayerisch-schw\u00e4bischen Jettingen.) Und neben diesen bekannten und ber\u00fchmten Einzelf\u00e4llen des aktiven Widerstands gab es auch ein verbreitetes Oppositionsverhalten, ein Nicht-Mittun und Sich-Verweigern, das bis zu offenem Widerspruch und passivem Widerstand reichte. Es war den NS-Instanzen bekannt und wurde fr\u00fch verfolgt \u2013 begann doch die Geschichte der gewaltsamen Unterdr\u00fcckung oppositioneller Bewegungen durch \u201eSchutzhaft\u201c mit dem Lager in Dachau, dem ersten Konzentrationslager des NS-Staates \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>Man darf auch darauf hinweisen, dass die demokratischen Parteien in Bayern in den letzten freien Landtagswahlen im April 1932 ihre absolute Mehrheit verteidigen konnten, w\u00e4hrend in Preu\u00dfen und bei den Reichstagswahlen desselben Jahres die Verfassungsgegner \u2013 NSDAP und KPD \u2013 zusammen die absolute Mehrheit gewannen. Um noch einmal Hans G\u00fcnter Hockerts zu zitieren: \u201eDer braune W\u00e4hlerkern war in Bayerns Metropole fr\u00fch gro\u00df, dann aber weniger ausdehnungsf\u00e4hig als anderswo.\u201c<\/p>\n<p>Das \u00e4ndert nichts daran, dass Bayern in den zw\u00f6lf Jahren von der Macht und der Willk\u00fcr des Diktators bedingungslos abh\u00e4ngig war, dass es in dieser Zeit die letzten Reste seiner Eigenstaatlichkeit verlor. Wei\u00dfblau zu flaggen wurde verboten. Das Kabinett Held wich im M\u00e4rz 1933 der Gewalt. M\u00fcnchen blieb zwar im Dritten Reich die Schaltstelle des NS-Parteiapparats, es entwickelte sich mit Ausstellungen im \u201eHaus der Kunst\u201c zum Kunstzentrum des Regimes, und vor allem: es wurde mit den j\u00e4hrlichen Umz\u00fcgen des 9. November zwischen Siegestor und Feldherrnhalle zum Gedenken an die Gefallenen der Bewegung eine Weihest\u00e4tte des nationalsozialistischen Kults. N\u00fcrnberg als Frankenmetropole wurde zur Stadt der Reichsparteitage. Doch das Machtgewicht verlagerte sich von Bayern rasch nach Berlin, und die Verleihung des Titels \u201eHauptstadt der Bewegung\u201c an M\u00fcnchen im Jahr 1936 war, wie wir aus Goebbels\u2019 h\u00e4mischen Anmerkungen wissen, weniger eine Erh\u00f6hung und Auszeichnung als vielmehr ein Trostpreis f\u00fcr die entgangene Zentralit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Menschen in Bayern teilten mit Hitler die Erfolge und Siege, aber auch die Niederlagen und Zerst\u00f6rungen. Als \u201eVolksgenossen\u201c ohne eigenst\u00e4ndige Rechte, vom Regime zeitweilig profitierend, aber langfristig gesch\u00e4digt, im Krieg von au\u00dfen wie von innen gef\u00e4hrdet und am Leben bedroht, erreichten sie das Ende des \u201eDritten Reiches\u201c in mannigfachen Situationen: als Zivilisten, als Soldaten, als Kriegsgefangene, als Bombenopfer, als Verfolgte, als Fl\u00fcchtlinge, als \u201edisplaced persons\u201c. Und auf allen, die \u00fcberlebten, lastete, soweit sie Deutsche waren, das Andenken entsetzlicher, im deutschen Namen begangener Verbrechen.<\/p>\n<p>Dennoch: es gab nach so viel Abbruch und Zerst\u00f6rung wider Erwarten doch ein Weiterleben. 1945 war nicht das Ende Deutschlands, auch nicht das Ende des Freistaats Bayern. Und damit komme ich zum zweiten, wesentlich k\u00fcrzeren Teil meiner Darstellung, zu der Zeit, die nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt und in der wir bis heute leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der Freistaat nach 1945 <\/strong>-<strong> die Wendung nach vorn<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Nur die \u00c4lteren unter uns werden sich noch an das Leben in der ersten Nachkriegszeit erinnern. Der Kontrollrat der Alliierten hatte die Regierungsgewalt in Deutschland \u00fcbernommen. Das Land wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt \u2013 ein kleingewordenes Land, in das Millionen von Fl\u00fcchtlingen und Vertriebenen str\u00f6mten. Das Leben in der ersten Nachkriegszeit war bedr\u00fcckend: Ruinen, Gedr\u00e4nge in zertr\u00fcmmerten H\u00e4usern und St\u00e4dten, Trauer um tote und Sorge um vermisste Angeh\u00f6rige, der Kampf um Brot und Wohnung, um die f\u00e4llige Tagesration. Man war froh, davongekommen zu sein; man atmete auf, weil keine Bomben mehr fielen \u2013 viel mehr an Gef\u00fchlen gab die Situation nicht her. Kaum nahm man die weltpolitische Bewegung ringsum wahr: die Gr\u00fcndung der Vereinten Nationen, den verhei\u00dfenen Ewigen Frieden, das Gericht der Sieger in N\u00fcrnberg, die angek\u00fcndigte Verwandlung aller Machtpolitik in Moral \u2013 und dann, schon bald, den Katzenjammer des zerfallenden Kriegsb\u00fcndnisses der Alliierten, versandende Konferenzen, den \u201eEisernen Vorhang\u201c, der Deutschland teilte, den beginnenden \u201eKalten Krieg\u201c.<\/p>\n<p>Bayern hatte beim Start in die Nachkriegszeit Nachteile und Vorteile. Der elementare Nachteil: Das an Fl\u00e4che gr\u00f6\u00dfte deutsche Land hatte pl\u00f6tzlich die l\u00e4ngste Au\u00dfengrenze (nach \u00d6sterreich, der Tschechoslowakei, sp\u00e4ter auch nach der DDR hin), und es hatte \u2013 neben Schleswig-Holstein \u2013 die meisten Fl\u00fcchtlinge und Heimatvertriebenen (rund 2 Millionen) aufzunehmen, dazu 268.000 au\u00dferbayerische Evakuierte und 308.000 Ausl\u00e4nder. Ich zitiere Peter Claus Hartmann: \u201eBei einer Einwohnerzahl von damals 9,34 Millionen handelte es sich um zusammen 26,5 % der Gesamtbev\u00f6lkerung.\u201c Dem standen Vorteile gegen\u00fcber: der amerikanischen Besatzungszone zugeschlagen, verlor Bayern zwar die Pfalz (und zeitweise Lindau), konnte aber im \u00dcbrigen seine geschichtliche Gestalt bewahren, was f\u00fcr sein politisches Fortkommen wichtig war. Und: Das politische Leben auf Kommunal- und Landesebene begann \u00fcberraschend fr\u00fch, Parteien wurden neugegr\u00fcndet (die CSU, sp\u00e4ter die Bayernpartei) oder wieder zugelassen (SPD, KPD, sp\u00e4ter FDP). Und in der politischen Mannschaft, die Bayern in der Nachkriegszeit regierte, hatten bew\u00e4hrte Nazigegner das Sagen: bei der SPD Wilhelm Hoegner, Waldemar von Knoeringen und Volkmar Gabert, bei der CSU Josef M\u00fcller, Fritz Sch\u00e4ffer, Alois Hundhammer und das Mitglied des Kreisauer Kreises Joseph-Ernst F\u00fcrst Fugger von Gl\u00f6tt.<\/p>\n<p>Die Eigenst\u00e4ndigkeit Bayerns blieb auch in der Nachkriegszeit ein Hauptthema zwischen dem Freistaat und der nach 1948 neuerstehenden Bundesrepublik. Nachdem die Einf\u00fchrung eines bayerischen Staatspr\u00e4sidenten bei den Beratungen zur Verfassung von 1946 ganz knapp, an einer Gegen-Mehrheit von nur einer Stimme, gescheitert war, richteten sich alle Energien der bayerischen F\u00f6deralisten \u2013 zu denen auch der SPD-Chef Hoegner geh\u00f6rte \u2013 auf eine f\u00f6deralistische Ausgestaltung des Grundgesetzes. In der entscheidenden Frage der Finanzhoheit der L\u00e4nder unterlagen die Bayern freilich den zentralistischen Kr\u00e4ften, die in den meisten anderen L\u00e4ndern und, wie sich zeigte, auch im Bund die Mehrheit hatten. In der Frage einer starken L\u00e4nderkammer setzten sie sich jedoch auf Grund des Verhandlungsgeschicks von Ministerpr\u00e4sident Hans Ehard durch, so dass man sagen kann, die Bundesrepublik verdanke die gewichtige Stellung des Bundesrates im Wesentlichen bayerischen Interventionen.<\/p>\n<p>Insgesamt erschien den bayerischen Vertretern im Parlamentarischen Rat der Grundgesetz-Entwurf zu wenig f\u00f6deralistisch; so \u201elehnten im Parlamentarischen Rat bei 53 Ja- und 12 Neinstimmen sechs CSU-Abgeordnete das Grundgesetz ab, w\u00e4hrend zwei aus dem seit jeher reichstreuen evangelischen Franken stammende CSU-Vertreter sowie die in zentralistischer Tradition stehenden SPD- und FDP-Abgeordneten daf\u00fcr stimmten\u201c (Hartmann).<\/p>\n<p>Die Ablehnung wiederholte sich im Bayerischen Landtag, wo am 20. Mai 1949 nach einer siebzehnst\u00fcndigen Debatte unter dem Blitz und Donner eines n\u00e4chtlichen Gewitters 101 Abgeordnete der CSU und der WAV gegen das Grundgesetz stimmten, w\u00e4hrend 64 Vertreter der SPD, FDP und zwei fr\u00e4nkische CSU-Abgeordnete daf\u00fcr votierten. Die Begleitumst\u00e4nde mochten au\u00dferbayerischen Beobachtern freilich ungew\u00f6hnlich, ja abenteuerlich erscheinen: In seiner Er\u00f6ffnungsrede ermahnte Landtagspr\u00e4sident Horlacher die Versammlung zur Ruhe mit dem geradezu valentinesken Satz, man solle die Dinge nicht so tragisch nehmen, wie sie sind; dann fand der Antrag der Regierung, das Grundgesetz als rechtsverbindlich auch f\u00fcr Bayern anzuerkennen, wenn es von zwei Dritteln der \u00fcbrigen L\u00e4nder angenommen werde, eine Mehrheit von 97 Stimmen der CSU bei 70 Enthaltungen (SPD und FPD) und 6 Neinstimmen; und schlie\u00dflich gelang es Ministerpr\u00e4sident Hans Ehard, die paradoxe Situation in den Satz zusammenzufassen, man sage in Bayern zwar \u201eNein zum Grundgesetz, aber Ja zu Deutschland\u201c.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt Ehard! (Er ist nicht zu verwechseln mit Ludwig Erhard, der \u00fcbrigens, damals noch parteilos, als Minister f\u00fcr Handel und Gewerbe dem ersten Kabinett Hoegner angeh\u00f6rte.) Der Jurist aus Bamberg bildete zwischen 1946 und 1962 vier Kabinette, darunter zwei gemeinsam mit der SPD, und entwickelte sich zu einer pr\u00e4genden Gestalt der CSU-Politik, zeitweilig auch als Vorsitzender der Partei. Dabei verf\u00fcgte Ehard keineswegs \u00fcber eine parteipolitische \u201eMacht\u201c, wie man sie Josef M\u00fcller und Alois Hundhammer und ihren Anh\u00e4ngern zuschrieb. Aber er war als katholischer Franke, verheiratet mit einer evangelischen Frau, der ideale Mann des Ausgleichs in Situationen, in denen sich in der CSU der Hundhammer- und der M\u00fcller-Fl\u00fcgel, die mehr konservativen und die mehr liberalen Kr\u00e4fte, gegenseitig neutralisierten. So ist mit Ehards Namen nicht nur die M\u00fcnchner Konferenz von 1947 verbunden, das letzte gesamtdeutsche Treffen der west- und ostdeutschen Ministerpr\u00e4sidenten (das freilich infolge der vorzeitigen Abreise der Ostzonenrepr\u00e4sentanten scheiterte), sondern auch der erfolgreiche Kampf f\u00fcr den Bundesrat im Grundgesetz.<\/p>\n<p>Noch einmal gelang es Wilhelm Hoegner, der nach Fritz Sch\u00e4ffer die zweite Nachkriegsregierung in Bayern gebildet hatte, an die Macht zur\u00fcckzukehren. Dies geschah 1954 in der sogenannten Viererkoalition aus SPD, Bayernpartei, FDP und BHE, einem B\u00fcndnis, das die CSU \u2013 im Landtag nach wie vor die st\u00e4rkste Partei \u2013 vor\u00fcbergehend in die Opposition dr\u00e4ngte. Die Viererkoalition brach zwar bereits nach knapp drei Jahren auseinander. Aber sie hinterlie\u00df zwei wesentliche Spuren: Es gelang in dieser Zeit, das Max-Planck-Institut f\u00fcr Physik und Astrophysik von G\u00f6ttingen nach M\u00fcnchen zu verlagern \u2013 damit begann \u201eGarching\u201c als Vorwort der deutschen Atomforschung seinen Lauf. Die Viererkoalition schuf auch die Voraussetzungen f\u00fcr die bis heute bestehende \u201eAkademie f\u00fcr politische Bildung\u201c in Tutzing \u2013 die erste und bislang unter den deutschen L\u00e4ndern einzige gesetzlich verankerte Institution der politischen Bildung. Beide Initiativen wurden von den nachfolgenden CSU-Kabinetten unter Hanns Seidel und Hans Ehard aufgegriffen und weitergef\u00fchrt.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend staunt man, mit welcher M\u00fche und gegen welche Widerst\u00e4nde sich das parlamentarische Regierungssystem in Bayern durchgesetzt hat. Die Klammer f\u00f6deralistischer \u00dcberzeugungen gen\u00fcgte offensichtlich nicht, um die erheblichen innerparteilichen Spannungen sowohl innerhalb der CSU wie auch bei der SPD im Zaum zu halten. Schon Ehard war ein Kompromisskandidat zwischen zwei Parteifl\u00fcgeln gewesen. Sp\u00e4ter kam Alfons Goppel die gleiche Rolle zu. Gegen eine Alleinherrschaft des parlamentarischen Regierungssystems stand nicht nur ein nachwirkendes \u201emonarchisches\u201c Gef\u00fchl \u2013 der Ministerpr\u00e4sident wurde vor allem als \u201eLandesvater\u201c gesehen! \u2013, es standen dagegen auch die direkt-demokratischen, plebiszit\u00e4ren M\u00f6glichkeiten, die Wilhelm Hoegner h\u00f6chst effektiv in die Bayerische Verfassung von 1946 eingebaut hatte (wobei ihn Erfahrungen aus seiner Schweizer Emigrationszeit leiteten). Man geht wohl nicht zu weit, wenn man sagt, dass in diesen direkt-demokratischen Elementen auch ein St\u00fcck der Revolutionserfahrungen von 1918\/19 verarbeitet wurde.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Goppel und Strau\u00df<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur wirkungsvollsten Synergie von Regierungs- und Parteiarbeit kam es in der \u00c4ra Goppel, die von 1962 bis 1978 dauerte. Kein Ministerpr\u00e4sident regierte im Freistaat Bayern l\u00e4nger als der aus Reinhausen bei Regensburg stammende Jurist und Verwaltungsmann, dessen Familienwurzeln in das schw\u00e4bische Ries und in die Oberpfalz zur\u00fcckreichten. Vor Goppel amtierten in Bayern vier Ministerpr\u00e4sidenten: Fritz Sch\u00e4ffer, Wilhelm Hoegner, Hans Ehard und Hanns Seidel; nach ihm sechs: Franz Josef Strau\u00df, Max Streibl, Edmund Stoiber, G\u00fcnter Beckstein, Horst Seehofer und Markus S\u00f6der. Goppels Amtszeit und die seines Nachfolgers Strau\u00df liegen ungef\u00e4hr in der Mitte \u2013 sie geh\u00f6ren nicht mehr zur Epoche des Wiederaufbaus unmittelbar nach dem Krieg; und sie liegen noch vor dem Eintritt Bayerns in das Zeitalter globaler Ver\u00e4nderungen, in dem wir uns heute bewegen.<\/p>\n<p>Die Goppel-Jahre waren Jahre der Modernisierung. Die Gebietsreform, ein Unternehmen von Montgelas\u2019schen Dimensionen, verdankte ihr Gelingen haupts\u00e4chlich der Z\u00e4higkeit des Innenministers Bruno Merk, wurde aber vom Ministerpr\u00e4sidenten nachhaltig unterst\u00fctzt. Das erste Umweltministerium in Deutschland, ja in Europa, wurde gleichfalls in seiner Amtszeit geschaffen und mit Max Streibl besetzt (1970). Aber auch die Wirtschafts-, Verkehrs- und Energiepolitik unter den Ministern Otto Schedl und Anton Jaumann wurde zu einem Markenzeichen: Erdgas und \u00d6lpipelines einschlie\u00dflich moderner Raffinerien brachten bezahlbare Energie ins Land; die Wirtschaft nutzte die Chance, jenseits der alten Monostrukturen den Anschluss an das neue Zeitalter der Kunststoffe, des Leichtmetalls, der Kernenergie, der Elektronik, der Luft- und Raumfahrt zu gewinnen \u2013 und zwar nicht nur in den Ballungsr\u00e4umen, sondern mehr noch auf dem Land. Der R\u00fcckstand beim Bruttoinlandsprodukt reduzierte sich in der \u00c4ra Goppel von 11% auf 3%. Bayern verbesserte seine revierferne Lage zwischen den Alpen und einer 775 km langen, damals noch rundum verriegelten Ostgrenze durch den Ausbau \u00fcberregionaler Verkehrsanbindungen \u2013 vom Ausbau des Rhein-Donau-Kanals und des Stra\u00dfennetzes bis zur Grundsatzentscheidung f\u00fcr den neuen M\u00fcnchner Flughafen. Das Land wurde zu einem attraktiven Industriestandort und auf Jahrzehnte hin zum Wachstumsland Nummer 1 der Bundesrepublik.<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Dynamisierung schuf auch die Voraussetzungen f\u00fcr einen umfassenden Schul- und Hochschulausbau in Bayern. Das gesamte schulische und au\u00dferschulische Bildungswesen wurde in den siebziger Jahren gesetzlich neugestaltet \u2013 von den erstmals als Bildungseinrichtungen konzipierten Kinderg\u00e4rten bis zum beruflichen Schulwesen, von den Hochschulen bis zur Erwachsenenbildung und zur Denkmalpflege. Dass Alfons Goppel zugleich der Juristin Mathilde Berghofer-Weichner als erster Frau in der Geschichte Bayerns ein Regierungsamt \u00fcbertrug \u2013 1974 als Staatssekret\u00e4rin im Kultusministerium \u2013 rundet das Bild.<\/p>\n<p>Goppel und Strau\u00df waren sehr verschiedene Menschen, erg\u00e4nzten sich aber trefflich. Strau\u00df der M\u00e4chtige, Goppel der Bed\u00e4chtige, Strau\u00df der Voranst\u00fcrmende, Goppel der im Hintergrund Sichernde und Bewahrende \u2013 diese Rollenteilung kam in der \u00d6ffentlichkeit gut an. Mit dieser Doppelspitze erstarkte die CSU in ganz Bayern und erklomm H\u00f6hen der Zustimmung durch die W\u00e4hler, die sie sp\u00e4ter nie wieder erreichte. In der Landtagswahl 1974 erhielt die Partei 62,1% der Stimmen \u2013 der Gipfelpunkt ihrer Popularit\u00e4t \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>Am 7. November 1978 bildete Franz Josef Strau\u00df als Bayerischer Ministerpr\u00e4sident sein erstes Kabinett. Die Rolle war neu f\u00fcr ihn: er war ja immer Bundespolitiker gewesen, ein Mann der internationalen Politik mit weit ausgreifenden Interessen. Die Jahre der Opposition in Bonn seit 1969 hatte er dazu benutzt, in vielen Weltreisen fast alle Potentaten dieser Erde pers\u00f6nlich kennenzulernen. Seine Personenkenntnis war stupend, und an Kenntnis der politischen Geographie rund um den Globus kamen ihm nur wenige gleich.<\/p>\n<p>Und nun pl\u00f6tzlich Landesvater in Bayern? Ich vergesse nicht die Blicke, mit denen Strau\u00df 1978 die niedere Decke des CSU-Fraktionssaals im M\u00fcnchner Maximilianeum mit den Augen ma\u00df: Das war ihm alles zu klein, zu eng \u2013 obgleich er die Landesrolle nach einer Zeit des \u00dcbergangs und der Ein\u00fcbung mit seiner massigen Gestalt prall ausf\u00fcllte.<\/p>\n<p>Am Kabinettstisch \u00e4nderte sich nun der Stil. W\u00e4hrend Goppel bei Sitzungen nicht viel gesprochen hatte und gleich zur Sache gekommen war, um dann den zust\u00e4ndigen Ministern das Wort zu \u00fcberlassen, leitete Strau\u00df die Sitzungen meist mit l\u00e4ngeren Ausf\u00fchrungen zur politischen Lage ein, die sich keineswegs auf die Landes- und Bundespolitik beschr\u00e4nkten. Internationale Politik, strategisch-technologische Fragen, Weltwirtschaftsprobleme, geopolitische Analysen standen im Vordergrund. In die sachlichen Bemerkungen streute der Ministerpr\u00e4sident Pers\u00f6nliches ein: Erinnerungen und Zitate, Anekdoten und Portr\u00e4ts. Das war meist spannend, oft am\u00fcsant, ich habe von diesen Ausf\u00fchrungen \u2013 manchmal richtigen kleinen Kollegs \u2013 viel gelernt. Aber nach einiger Zeit sah man, wenn man an die lange Tagesordnung dachte, doch besorgt auf die gro\u00dfe eckige Uhr in der Mitte des Kabinettstischs.<\/p>\n<p>Strau\u00df blieb bis zuletzt in M\u00fcnchen, obwohl er 1980 noch einmal \u2013 vergeblich \u2013 als Kanzlerkandidat gegen Helmut Schmidt antrat. Er hatte in der deutschen Nachkriegspolitik vieles, aber nicht alles erreicht \u2013 nicht das, was er sich wohl von Anfang an vorgenommen hatte. Was w\u00e4re wohl geschehen, \u201ew\u00e4r er hinaufgelangt\u201c, h\u00e4tte er den Weg an die Spitze der Bundespolitik gefunden? Das bleibt Gegenstand von Spekulationen. Ein Hauch von Vergeblichkeit umgibt diesen hochbegabten, vitalen, vor Energie fast berstenden Mann, der mir immer als eine urbayerische Figur erschienen ist und dem doch eines ganz fremd war: die gro\u00dfe bayerische Ruhe.<\/p>\n<p>Im Innern Bayerns haben die drei Kabinette Strau\u00df, aufs Ganze gesehen, weniger bewegt als die vier Kabinette Goppel. Der Main-Donau-Kanal blieb Fragment, zumindest zu Lebzeiten von Strau\u00df; die in Wackersdorf geplante atomare Wiederaufarbeitungsanlage wurde unter seinem Nachfolger Max Streibl wieder aufgegeben. Nur der Flughafen M\u00fcnchen und die Deutsche Airbus GmbH kamen voran und erinnern bis heute an die \u00c4ra Strau\u00df. Es lag nicht nur an der k\u00fcrzeren Dauer der Regierungszeit, es lag auch daran, dass unter Strau\u00df viele Initiativen erstarrten, dass die Risikobereitschaft vieler Einzelner abnahm. Die kollegiale Ermunterung und Motivation, die N\u00e4he zur Verwaltung \u2013 Goppels gro\u00dfe St\u00e4rken \u2013 fehlten ihm. An ihre Stelle trat ein System der Kontrollen durch die Staatskanzlei \u2013 was die Initiative und Unternehmungslust der Ressorts nicht f\u00f6rderte. So wird man Strau\u00df ohne Frage als einen bedeutenden Parteichef \u2013 den wohl bedeutendsten der CSU \u2013 betrachten k\u00f6nnen, er hat die Partei wie kein anderer gepr\u00e4gt. Er legte auch gro\u00dfen Wert darauf, mit europ\u00e4ischen Spitzenpolitikern von gleich auf gleich zu verkehren: Einmal zeigte er mir stolz an seinem Schreibtisch Briefe an Margaret Thatcher und an Val\u00e9ry Giscard d\u2019Estaing, die er in seiner kalligraphischen Schrift von Hand geschrieben hatte. In der bayerischen Verwaltung und Politik dagegen hat er schw\u00e4chere Spuren hinterlassen als sein Vorg\u00e4nger. Und in der Verwaltung stie\u00dfen seine heftigen, aber meist punktuellen Ausbr\u00fcche oft auf den Widerstand der Beamtenschaft, die an Nachhaltigkeit gew\u00f6hnt war; unter ihr ging der Spruch um: \u201eKontinuit\u00e4t h\u00e4lt der nicht aus!\u201c<\/p>\n<p>Bayern machte unter den Nachfolgern von Strau\u00df wirtschaftlich und politisch weitere Fortschritte. In Max Streibls kurzer Amtszeit \u00fcberschritt der Freistaat im Finanzausgleich erstmals die Schwelle vom Nehmer- zum Geberland und hat diese Position bis heute gehalten, ja ausgebaut. Bayern ist heute das gr\u00f6\u00dfte Geberland der Bundesrepublik. Vor allem die Bundeshauptstadt Berlin, durch mangelhafte Verwaltung hoch verschuldet, h\u00e4ngt seit vielen Jahren am bayerischen Tropf.<\/p>\n<p>Unter Edmund Stoiber kam das Land durch einen rigorosen Sparkurs, aber auch durch eine High-Tech-Offensive der Schuldenfreiheit nahe; ein Verdienst war es auch, dass der Ministerpr\u00e4sident versuchte, gemeinsam mit dem SPD-Chef M\u00fcntefering den F\u00f6deralismus zu reformieren und \u201ewetterfest\u201c zu machen. (Heute muss man um diesen Gewinn schon wieder f\u00fcrchten!) In den Landtagswahlen 1994 und 1998 behauptete die CSU ihre absolute Mehrheit in Bayern; 2003 erreichte sie mit 57, 3% das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte. Edmund Stoiber gelang es auch, was bis dahin nur Franz Josef Strau\u00df gegl\u00fcckt war, durch ein Votum von CSU und CDU als Kanzlerkandidat nominiert zu werden. Der Sprung in die Bundespolitik gelang dem quirligen Oberbayern oberpf\u00e4lzischer Herkunft freilich nicht, und auf dem H\u00f6hepunkt der Macht warf ihn ein innerparteilicher Aufstand pl\u00f6tzlich nieder.<\/p>\n<p>G\u00fcnter Beckstein, Franke, engagierter Protestant und bundesweit renommierter bayerischer Innenminister, trat nach einigen Turbulenzen seine Nachfolge an. Er behielt das Amt jedoch nur ein knappes Jahr, da die CSU in den Landtagswahlen von 2008 j\u00e4h abst\u00fcrzte und ihre seit vier Jahrzehnten bewahrte absolute Mehrheit verlor. Sein Nachfolger Horst Seehofer, wie Strau\u00df aus der Bundespolitik kommend, konnte 2013 die absolute Mehrheit f\u00fcr die CSU zur\u00fcckerobern, er regierte 10 Jahre lang erfolgreich, wobei sein volatiles Temperament ihm half, sich in der sich ausbreitenden populistischen Str\u00f6mung zu behaupten. Im Januar dieses Jahres verzichtete er \u2013 nicht ganz freiwillig \u2013 zugunsten von Markus S\u00f6der auf sein Regierungsamt (nicht auf sein Parteiamt) und kehrte als Bundesinnenminister wieder in die Bundespolitik zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ein Blick in die Zukunft<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Damit sind wir in der unmittelbaren Gegenwart und d\u00fcrfen abschlie\u00dfend einen Blick in die Zukunft wagen. Wie wird sich der Freistaat in den kommenden Jahren entwickeln? Wird er wieder, wie in den Anf\u00e4ngen (und auch unmittelbar nach 1945), von Koalitionsregierungen gepr\u00e4gt werden? Wird die Alleinregierung der CSU von 1962 bis 2008 und von 2013 bis 2018 eine Ausnahme bleiben? Wie wird sich Bayerns Einfluss auf die anderen L\u00e4nder, auf den Bund, auf die Europ\u00e4ische Union entwickeln? Welche Rolle wird das Land in Berlin, in Br\u00fcssel, in Stra\u00dfburg spielen? Bayern konnte nach 1918 nur einen kleinen Teil seiner bei der Reichsgr\u00fcndung errungenen oder bewahrten Sonderrechte in die demokratische \u00c4ra mitnehmen \u2013 im Wesentlichen seine Gesandtschaft beim Vatikan, die bis 1934 bestand. Es hat aber auch ohne ausdr\u00fccklich einger\u00e4umte Sonderrechte in der Reichspolitik \u2013 und sp\u00e4ter in der Bundespolitik \u2013 stetig mitgewirkt und nicht selten eine wichtige Rolle gespielt.<\/p>\n<p>Den Einfluss Bayerns auf die f\u00f6deralistische Ausgestaltung des Grundgesetzes habe ich schon erw\u00e4hnt. Die Bundespolitik war seit ihren Anf\u00e4ngen 1949 ohne bayerische Politiker nicht zu denken; ich erw\u00e4hne aus der CSU nur Fritz Sch\u00e4ffer, Richard St\u00fccklen, Franz Josef Strau\u00df und Theo Waigel; aus der SPD Hans Jochen Vogel; aus der FDP Josef Ertl und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Strau\u00df und Stoiber haben f\u00fcr das Amt des Bundeskanzlers kandidiert. Goppel wurde als m\u00f6glicher Bundespr\u00e4sident genannt. Waigel spielte eine zentrale Rolle bei der Finanzierung der Wiedervereinigung und bei der Einf\u00fchrung der gemeinsamen W\u00e4hrung in der EU. Es gab auch Ans\u00e4tze einer bayerischen Au\u00dfenpolitik: Fr\u00fch war Bayern in Stra\u00dfburg und in Br\u00fcssel pr\u00e4sent; mit der \u201eArge Alp\u201c (der \u201eArbeitsgemeinschaft der Alpenl\u00e4nder\u201c) entwickelte sich unter Goppel eine Form kultureller Zusammenarbeit mit den Nachbarn im S\u00fcden und Osten, die Schule machte. Max Streibl setzte sich f\u00fcr ein \u201eEuropa der Regionen\u201c ein. Auch Strau\u00df engagierte sich in zahlreichen Reden \u2013 eine in Ottobeuren wurde ber\u00fchmt \u2013 f\u00fcr Europa und die europ\u00e4ische Integration. Von ihm stammt die klassische Formel: \u201eBayern ist unsere Heimat, Deutschland unser Vaterland, Europa unsere Zukunft.\u201c<\/p>\n<p>Diese Losung, so meine ich, muss sich in den n\u00e4chsten Jahren in Bayern neu bew\u00e4hren. Denn es hat in der bayerischen Nachkriegspolitik auch Br\u00fcche und Verwerfungen gegeben, die ich nicht verschweigen will \u2013 im Verh\u00e4ltnis zum Bund, aber auch im Verh\u00e4ltnis der CSU zur Schwesterpartei CDU. Ein erster Bruch war der Beschluss von Kreuth 1976, der die Einheit der Union in Frage stellte. Er wurde gl\u00fccklicherweise in kurzer Zeit \u00fcberwunden. Tiefere Einschnitte haben wir seit 2015 in der Fl\u00fcchtlingspolitik erlebt \u2013 mit Zuspitzungen in j\u00fcngster Zeit, die sogar die Regierungsarbeit in Berlin und die Existenz der gro\u00dfen Koalition bedrohten. In all diesen Bereichen m\u00fcssen wir wieder stabile Grunds\u00e4tze entwickeln, Best\u00e4ndigkeit zeigen und pers\u00f6nliche Animosit\u00e4ten zur\u00fcckstellen. Es gilt die Treue zu den Anf\u00e4ngen zur\u00fcckgewinnen, ohne welche die Bew\u00e4ltigung der Zukunft nicht gelingen wird.<\/p>\n<p>100 Jahre Freistaat Bayern. Ich sprach von einem Auf und Ab, einer wirbelf\u00f6rmigen, janusk\u00f6pfigen Geschichte. Ich wiederhole es: Im 20. Jahrhundert hat Bayern zun\u00e4chst nach r\u00fcckw\u00e4rts geblickt, es hatte in der ersten Nachkriegszeit (nach 1918) M\u00fche, sich von der Vergangenheit loszurei\u00dfen. Dann hat es sich, nach 1945, aus tiefen Tr\u00fcmmern kr\u00e4ftig nach vorn bewegt. Heute ist es ein angesehenes, wirtschaftlich starkes, politisch und kulturell anziehendes Land. Jeder, der in Bayern lebt, und viele Deutsche au\u00dferhalb, w\u00fcnschen sich, dass es so bleiben m\u00f6ge. Und so wollen auch wir an diesem Abend den Freistaat Bayern, dieses kr\u00e4ftige St\u00fcck Deutschland, hochleben lassen. Unser sch\u00f6nes Land, unsere Heimat m\u00f6ge auch in den n\u00e4chsten hundert Jahren mit der Tatkraft aller B\u00fcrger wachsen, bl\u00fchen und gedeihen \u2013 das walte Gott!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor\u00fcberlegungen &nbsp; Bayern war lange Zeit, im Fr\u00fch- und Hochmittelalter, ein Herzogtum. Im Jahr 1806 wurde es, erweitert um Franken und Schwaben, zu einem K\u00f6nigreich. Freistaat nennt sich Bayern seit der Revolution vom November 1918 \u2013 einer Revolution, welche die mehr als siebenhundertj\u00e4hrige, Herzogtum und K\u00f6nigreich verbindende Herrschaft der Wittelsbacher mit einem Schlag beendete und&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":4094,"menu_order":326,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-111499","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Bayern 1918 \u2013 2018 - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/bayern-1918-2018\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Bayern 1918 \u2013 2018 - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Vor\u00fcberlegungen &nbsp; Bayern war lange Zeit, im Fr\u00fch- und Hochmittelalter, ein Herzogtum. Im Jahr 1806 wurde es, erweitert um Franken und Schwaben, zu einem K\u00f6nigreich. Freistaat nennt sich Bayern seit der Revolution vom November 1918 \u2013 einer Revolution, welche die mehr als siebenhundertj\u00e4hrige, Herzogtum und K\u00f6nigreich verbindende Herrschaft der Wittelsbacher mit einem Schlag beendete und&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/bayern-1918-2018\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-11-07T11:01:59+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Mann.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"300\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"168\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"37 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/bayern-1918-2018\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/bayern-1918-2018\\\/\",\"name\":\"Bayern 1918 \u2013 2018 - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/bayern-1918-2018\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/bayern-1918-2018\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Mann.jpg\",\"datePublished\":\"2025-11-07T10:51:37+00:00\",\"dateModified\":\"2025-11-07T11:01:59+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/bayern-1918-2018\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/bayern-1918-2018\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/bayern-1918-2018\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Mann.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Mann.jpg\",\"width\":300,\"height\":168},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/bayern-1918-2018\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Bayern 1918 \u2013 2018\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Bayern 1918 \u2013 2018 - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/bayern-1918-2018\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Bayern 1918 \u2013 2018 - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Vor\u00fcberlegungen &nbsp; Bayern war lange Zeit, im Fr\u00fch- und Hochmittelalter, ein Herzogtum. Im Jahr 1806 wurde es, erweitert um Franken und Schwaben, zu einem K\u00f6nigreich. Freistaat nennt sich Bayern seit der Revolution vom November 1918 \u2013 einer Revolution, welche die mehr als siebenhundertj\u00e4hrige, Herzogtum und K\u00f6nigreich verbindende Herrschaft der Wittelsbacher mit einem Schlag beendete und&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/bayern-1918-2018\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2025-11-07T11:01:59+00:00","og_image":[{"width":300,"height":168,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Mann.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"37 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/bayern-1918-2018\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/bayern-1918-2018\/","name":"Bayern 1918 \u2013 2018 - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/bayern-1918-2018\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/bayern-1918-2018\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Mann.jpg","datePublished":"2025-11-07T10:51:37+00:00","dateModified":"2025-11-07T11:01:59+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/bayern-1918-2018\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/bayern-1918-2018\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/bayern-1918-2018\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Mann.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Mann.jpg","width":300,"height":168},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/bayern-1918-2018\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Bayern 1918 \u2013 2018"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/111499","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/111499\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":111500,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/111499\/revisions\/111500"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4094"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=111499"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}