{"id":112279,"date":"2025-11-14T14:52:25","date_gmt":"2025-11-14T13:52:25","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=112279"},"modified":"2025-11-14T14:52:28","modified_gmt":"2025-11-14T13:52:28","slug":"einige-schaetze-der-irischen-christlichen-tradition-die-passion-christi-im-irischen-christentum","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/einige-schaetze-der-irischen-christlichen-tradition-die-passion-christi-im-irischen-christentum\/","title":{"rendered":"Einige Sch\u00e4tze der irischen christlichen Tradition"},"content":{"rendered":"<h4><strong>I.<\/strong><\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich werde einige Aspekte der irischen spirituellen Tradition unter folgendem Blickwinkel untersuchen: den Blick auf die Passion Christi und auf seinen Tod am Kreuz. Dadurch m\u00f6ge klar werden, wie sich das irische Verst\u00e4ndnis dieses Ereignisses \u00fcber die Jahrhunderte entwickelt hat.<\/p>\n<p>Als ich vor vielen Jahren meine Dissertation begann, besuchte ich einen alten irischen Gelehrten namens Diarmaid \u00d3 Laoghaire und er erz\u00e4hlte mir von der alten irischen Tradition, dass die Kreuzesaufschrift nicht nur in den drei Sprachen Latein, Hebr\u00e4isch und Griechisch geschrieben war, wie es uns im Neuen Testament erz\u00e4hlt wird, sondern dass zus\u00e4tzlich auch Irisch auf dem Kreuz stand. Als ich weiter nachforschte, wie das sein k\u00f6nne, erkl\u00e4rte Diarmaid \u00d3 Laoghaire, dass \u2013 wenn man auf das Akronym INRI schaut (das f\u00fcr \u201eJesus von Nazareth, K\u00f6nig der Juden\u201c\/\u201eIesus Nazarenus Rex Iudaeorum\u201c steht) \u2013, man es auch \u201eIN RI\u201c aussprechen k\u00f6nne, was im Altirischen \u201eder K\u00f6nig\u201c hei\u00dft. Und so haben die Iren Christus als K\u00f6nig am Kreuz proklamiert, um wie gew\u00f6hnlich keine Gelegenheit auszulassen, einen einzigartigen irischen Beitrag zur Weltgeschichte zu leisten.<\/p>\n<p>Die Vorstellung von Christus als K\u00f6nig am Kreuz sollte eine bleibende Anziehungskraft auf die Iren aus\u00fcben. Christus wurde oft angerufen als \u201eR\u00ed na hAoine\u201c oder \u201eK\u00f6nig des Freitags\u201c. Uralte irische Gebete, die den Schutz des gekreuzigten Christus anrufen, wurden jahrhundertelang m\u00fcndlich tradiert, bevor sie niedergeschrieben wurden \u2013 unter anderem von Douglas Hyde, der sp\u00e4ter der erste Pr\u00e4sident von Irland wurde, und zwar in seinem Buch \u201eDie religi\u00f6sen Lieder von Connacht\u201c im Jahr 1906. Hyde f\u00fchrte sein Gebet schlicht folgenderma\u00dfen ein: \u201eHier ist ein anderes kleines Gebet von derselben Art, aber ich erinnere mich nicht, von wem ich es habe.\u201c Und dennoch fassten diese vertrauten Verse auf vielf\u00e4ltige Weise viel von der Kreuzesspiritualit\u00e4t in der irischen Tradition zusammen. Diese Spiritualit\u00e4t war aber nicht statisch \u2013 sie entwickelte und ver\u00e4nderte sich mit der Zeit, wobei sie von den Erfahrungen des Volkes und von jahrhundertelanger Reflexion \u00fcber das Mysterium von Christi Tod und Auferstehung geformt wurde.<\/p>\n<p>Ich habe erw\u00e4hnt, dass Christus als \u201eK\u00f6nig des Freitags\u201c angesprochen wird. Er ist \u201eK\u00f6nig\u201c an dem Tag, an dem er ausgeliefert und get\u00f6tet wird wie ein gew\u00f6hnlicher Krimineller. Wie weit man seine Vorstellungskraft auch dehnt: wie soll das funktionieren? Was passiert hier eigentlich? Weil wir wahrscheinlich mehr an die Figur des verwundeten und leblosen Christus am Kreuz gew\u00f6hnt sind, eines Mannes des Leidens und der Erniedrigung, k\u00f6nnen wir leicht vergessen, dass in den fr\u00fchesten Darstellungen des gekreuzigten Christus in der religi\u00f6sen Kunst \u2013 seit dem 5. Jahrhundert \u2013 mehr der siegreiche und k\u00f6nigliche Christus hervorgehoben wird als das leidende Opfer. Auf vielen der fr\u00fchesten irischen Darstellungen des gekreuzigten Christus, sei es in fr\u00fchmittelalterlichen Handschriften oder auf irischen Hochkreuzen, findet man Christus am Kreuz mit weit ge\u00f6ffneten Augen, darauf hinweisend, dass er lebt und nicht tot ist. Und h\u00e4ufig wird er mit K\u00f6nigskrone abgebildet. Worauf damit eindr\u00fccklich hingewiesen werden soll, ist, dass Christus durch seinen Tod und seine Auferstehung das B\u00f6se und die M\u00e4chte der Dunkelheit besiegt und wahrhaftig den Tod mit F\u00fc\u00dfen zertreten hat.<\/p>\n<p>Deshalb sehen Sie hier beispielsweise einen bartlosen gekreuzigten Christus am Hochkreuz von St. Muirdach in Monasterboice, County Louth, das vielleicht auf das sp\u00e4te 9. oder 10. Jhd. zur\u00fcckdatiert. Unter den F\u00fc\u00dfen Christi sieht man vermutlich einen Ph\u00f6nix, das Symbol der Auferstehung. Gleichzeitig kennen wir auch eine Kreuzigungsplatte in Inishkea Nord, Belmullet, County Mayo, die auch auf das 9. oder 10. Jhd. zur\u00fcckgeht und Christus mit weit ge\u00f6ffneten Augen und einem breiten L\u00e4cheln quer \u00fcber das Gesicht zeigt. Viele dieser Abbildungen auf irischen Kreuzen wurden von Bildern des gekreuzigten Christus in fr\u00fcheren Insular-Handschriften (Insular=nachr\u00f6mische Geschichte Irlands und Britanniens) beeinflusst. Die Betonung des Triumphs Christi am Kreuz wird eingefangen in der Lyrik des Dichters Blathmac aus dem 8. Jhd., der in einem Gedicht ausruft: \u201eSein gekreuzigter K\u00f6rper war sein Sieg\/er erlitt das Vergie\u00dfen Wein-gleichen Blutes.\u201c Im Irischen hei\u00dft das benutzte Wort \u201efionfhuil\u201c und war ein Terminus, der oft adeliges Blut signalisierte; aber im Fall von Christus muss die erweiterte eucharistische Konnotation gew\u00fcrdigt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>II.<\/strong><\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe \u00fcber den Einfluss der Darstellungen des gekreuzigten Christus in fr\u00fchmittelalterlichen Insular-Handschriften gesprochen. Schauen wir uns zwei hierf\u00fcr relevante Darstellungen an. Die erste, aus dem fr\u00fchen 9. Jhd. datierenden \u201eBook of Kells\u201c am Trinity College in Dublin, wurde oft verstanden als Darstellung der Verhaftung Christi. Diese Interpretation ist allerdings fraglich, denn sie erscheint etwa f\u00fcnf Seiten vor dem relevanten Vers im Matth\u00e4us-Evangelium (Mt 26,50). Einige Gelehrte haben damit argumentiert, dass es keine narrative Illustration eines Ereignisses, sondern stattdessen ein monumental priesterliches Bild sei. Es stellt Christus in Oranten- oder Bethaltung dar, zwischen zwei Kreuze gesetzt, die die Kapitelle eines pr\u00e4chtigen Bogens formen, die Kreuzigung heraufbeschw\u00f6rend. Der Buchstabe Chi, die griechische Initiale des heiligen Titels <em>Christ\u00f3s<\/em>, wird dargelegt in dem diagonalen Kreuz, das aus den Armen und Beinen Christi geformt ist. Es greift zur\u00fcck auf Gewohnheiten fr\u00fcherer christlicher Ikonographie in der Sp\u00e4tantike, in der der erhabene Christus, h\u00e4ufig repr\u00e4sentiert durch das Triumphkreuz oder das Christus-Monogramm, unter einem Ehrenbogen gezeigt wird oder symmetrisch von Begleitfiguren flankiert wird. Einige haben die Gesten der Begleitfiguren interpretiert als Reminiszenzen der liturgischen Zeremonie der \u201esustentatio\u201c (\u201eUnterst\u00fctzung\u201c), in der zwei flankierende Diakone die ausgestreckten Arme eines eingekleideten Zelebranten unterst\u00fctzen, wenn er den Altarraum betritt. Die zwei S\u00e4ulen, die wiederum diese Figuren flankieren, sind geschm\u00fcckt mit Weinranken, die aus Kelchen emporwachsen \u2013 ein fr\u00fchchristliches Motiv, das die eucharistische Inkorporation der Gl\u00e4ubigen in Christus repr\u00e4sentiert (Christus als der wahre Weinstock; Joh 15,1). Und dann gibt es die Worte \u00fcber den K\u00f6pfen: \u201eEt hymno dicto exierunt in montem Oliveti\u201c (\u201cUnd mit einem gesprochenen Hymnus gingen sie hinaus zum \u00d6lberg)\u201c. Mit diesen Worten schlie\u00dft Matth\u00e4us bekanntlich seinen Bericht des Letzten Abendmahls. Deshalb gibt es die Meinung, die Szene zeige nicht die Verhaftung Christi, sondern einen priesterlichen Christus, der in roter Robe die Hohepriester-Geste des Opfers vollzieht. Die Bet- oder Orantenhaltung Christi war n\u00e4mlich die eines Priesters, der die Eucharistie feierte \u2013 eine Referenz, die nicht ausgelassen worden w\u00e4re von einem Zelebranten, der w\u00e4hrend der eucharistischen Liturgie aus dem Evangeliar liest. Deshalb verweilt das Bild auf dem Geheimnis des Leibes Christi, gleichzeitig gekreuzigt, erh\u00f6ht und sakramental: Christus ist beides, Priester und Opfer (victim bzw. sacrifice). Kein M\u00f6nch, der dieses Bild betrachtete, konnte die Haltung Christi sehen, ohne dabei an die allgemeine Gebetshaltung zu denken, die beinhaltete, dass man mit ausgestreckten \u00fcberkreuzten Armen (Handfl\u00e4chen nach oben) dastand \u2013 eine allgemeine Praxis in der reformwilligen irischen Klosterbewegung aus dem 8. Jhd., die man \u201eC\u00e9il\u00ed D\u00e9\u201c nennt (oder \u201eMandanten Gottes\u201c).<\/p>\n<p>Bevor wir aber diese Zeitperiode verlassen, m\u00f6chte ich Ihre Aufmerksamkeit noch auf ein anderes Kreuzigungsbild einer Insular-Handschrift lenken, n\u00e4mlich das der Gallus-Evangelien, die aus der Mitte des sp\u00e4ten 8. Jhd. stammen. Zu sehen ist erneut keine realistische Darstellung von Christi Leiden und Tod: er hat ein jugendliches, bartloses Gesicht und seine Augen sind weit ge\u00f6ffnet; zus\u00e4tzlich tr\u00e4gt er ein geschlungenes, mit B\u00e4ndern gehaltenes armloses Gewand aus r\u00f6tlichem Purpur. Ungew\u00f6hnlich ist das Bild aber deshalb, weil es den Speertr\u00e4ger darstellt, der die linke Seite Christi durchbohrt \u2013 also die Seite, wo sein Herz ist. Es war n\u00e4mlich f\u00fcr westliche und \u00f6stliche Kreuzigungsszenen weit \u00fcblicher, den Speer so darzustellen, wie er die rechte Seite Christi durchbohrt, weil daraus Blut und Wasser flie\u00dfen (vgl. Joh 19,34). Abgesehen von einer kulturellen Tendenz, die rechte der linken Seite vorzuziehen, gab es aber noch andere Gr\u00fcnde, warum man davon ausging, dass die rechte Seite Christi durchbohrt wurde. Einer davon war ein exegetischer und wahrlich liturgischer Grund: Christus wurde als der neue Tempel identifiziert, prophezeit im Tempel in Jerusalem (Joh 2,19-21); die Passage im Buch Ezechiel (Ez 47, 1-2), die vom heilenden Lebenswasser sprach, das von der rechten Seite des Tempels austritt, wurde in Verbindung gebracht mit dem heilenden, sakramentalen Ausfluss von Blut und Wasser, der aus Christi Seite am Kreuz austrat. Der fr\u00fchmittelalterliche englische M\u00f6nch und Historiker Beda Venerabilis weist dar\u00fcber hinaus mit seinem Kommentar darauf hin, dass die T\u00fcr, die zur aufw\u00e4rts gewendeten Wendeltreppe im Inneren des Tempels f\u00fchrt, passenderweise an der rechten Seite des Geb\u00e4udes angebracht war (1K\u00f6n 6,8). Beda identifiziert dann die Wunde, die auf Christi rechter Seite von dem Soldaten \u201ege\u00f6ffnet\u201c wurde (\u201eaperuit\u201c, vgl. Joh 19,34), mit der T\u00fcr der Erl\u00f6sung \u2013 ge\u00f6ffnet, um die Gl\u00e4ubigen durch Taufe und Eucharistie hineinzulassen und weiterzuf\u00fchren zu ihrem mystischen Aufstieg gen Himmel. Die Seitenwunde Christi behielt ihre mystische Konnotation bei, die im Hoch- und Sp\u00e4tmittelalter in englischen und kontinentalen mystischen Schriften reichlich weiterentwickelt wurde. Gerade diese Interpretationen \u00fcbten einen tiefen Einfluss auf die Kompositionen irischer Barden aus.<\/p>\n<p>Die Figur, die Christi Seite mit dem Speer durchbohrte, wurde traditionsgem\u00e4\u00df Longinus genannt, und die Legende besagt, dass dieser Mann blind war. Als er jedoch die Lanze durch Christi Seite stie\u00df, floss Blut am Schaft der Lanze entlang und fand seinen Weg in Longinus\u2018 Augen, woraufhin er wieder sehen konnte. Hier in den Gallus-Evangelien k\u00f6nnen Sie sehen, dass das Blut direkt in Longinus\u2018 rechtes Auge spritzt, das sich dabei \u00f6ffnet; das linke Auge, das \u00fcberhaupt keinen Kontakt zum Blut hatte, bleibt geschlossen. In irischen Sprachquellen war dieser r\u00f6mische Soldat \u00fcblicherweise bekannt als \u201ean Dall\u201c (der blinde Mann). Diarmuid \u00f3 Cobhthaigh, ein irischer Barde des 16. Jhd., bemerkte dazu in einem seiner Gedichte: \u201eniemals wurde (das Beibringen) einer Wunde so gut belohnt!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>III.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber was sagten die Textquellen dieser Zeit \u00fcber den gekreuzigten Christus? Ich m\u00f6chte mit einem irischen Dichter namens Blathmac aus dem 8. Jhd. beginnen, der es schafft, sowohl den Horror der Erfahrung Christi auf dem Kalvarienberg einzufangen als auch den ultimativen Sieg hervorzuheben. In einem langen, an Maria, die Mutter Jesu, adressierten Gedicht erinnert er sich:<\/p>\n<p>\u201eDeine Leute haben deinen Sohn gefangen; Maria, sie haben ihn ausgepeitscht\u2026<\/p>\n<p>Es war eine abscheuliche Tat&#8230;die ihm angetan wurde: dass seine ureigenen Mutter-\/Volks-Angeh\u00f6rigen (mother-kin) den Mann kreuzigen sollten, der gekommen war, um sie zu retten.\u201c<\/p>\n<p>Blathmac f\u00e4hrt dann damit fort zu erz\u00e4hlen, wie \u201ejede Gewalttat gegen ihn ver\u00fcbt wurde, und die Gefangennahme vollendet war, und er sein Kreuz auf seine Schultern nahm \u2013 und immer weiter geschlagen wurde.\u201c Einmal am Kreuz h\u00e4ngend, durchbohrt Longinus Christus mit einer Lanze und Wein schwappt aus seinen \u201eschimmernden Seiten\u201c auf den Weg. Doch dieses flie\u00dfende Blut vollbringt gleich zwei Gro\u00dftaten auf einmal: zum ersten, so Blathmac, \u201etaufte das flie\u00dfende Blut den Kopf von Adam, denn der Schaft des Kreuzes Christi hatte auf seinen Mund gezielt\u201c. Hier bezieht sich Blathmac auf Legenden, die die Geschichte des Kreuzes vor Christus betreffen: darin w\u00e4chst das f\u00fcr das Kreuz benutzte Holz aus Saaten, die Seth im Paradies erhielt und in den Mund des toten Adam gesetzt wurden. In einer Variante dieser Legende wird Adams Sch\u00e4del mit den Str\u00f6men der Sintflut mitgetragen und strandet auf dem Kalvarienberg; bei der sp\u00e4teren Aufrichtung des Kreuzes wird dann der Kreuzesschaft genau \u00fcber Adams vergrabenem Sch\u00e4del in den Boden geh\u00e4mmert, sodass das Blut Christi, das auf den Boden l\u00e4uft, ihn \u201etauft\u201c. Diese Legende erscheint in voller L\u00e4nge in sp\u00e4teren mittelalterlichen Barden-Gedichten \u00fcber das Kreuz Christi. Die zweite Gro\u00dftat ist nat\u00fcrlich die Heilung des blinden Longinus, die wir schon gesehen haben. In Blathmac\u2019s Gedicht beinhalten die unheilvollen Ereignisse, die auf die Kreuzigung Christi folgen, eine Blut-Explosion \u00fcber die umgebende Landschaft: \u201eEin Strom von Blut ergie\u00dft sich (schweres \u00dcberma\u00df), so dass alle Baumrinden rot waren; es war Blut auf den Br\u00fcsten der Welt, in den Baumwipfeln jedes gro\u00dfen Waldes.\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Blathmac zugibt, dass \u201eJesus, geliebter Sohn der reinen Jungfrau, einen puren Sieg errang\u201c, verdammt er dennoch die Juden f\u00fcr ihren Angeh\u00f6rigenmord und vers\u00e4umt nicht zu bemerken, wie \u201esein Elend gr\u00f6\u00dfer war als das irgendeines vornehmen Gefangenen\u201c, dabei ausrufend: \u201ewehe, f\u00fcr jeden, der den Sohn des lebendigen Gottes fest ans Kreuz gestreckt gesehen hat! Wehe, der Leib, der weiseste W\u00fcrde besessen hat, der ins Blut versenkt wurde!\u201c Doch von demselben Leib wird einige Verse sp\u00e4ter gesagt, dass er \u201eeine Beute gerettet hat mit starkem Sieg\u201c und am Ende der Zeit zur\u00fcckkehren werde, um Gerechtigkeit von all denen einzufordern, die nicht darauf vorbereitet waren, seinen Tod zu bejammern: Blathmac spricht dahingehend zu Maria vom \u201ew\u00fctenden Kommen deines Sohnes mit seinem Kreuz auf den roten Schultern\u201c. Christi Tod am Kreuz wird von Blathmac in der vertrauten patristischen Metaphorik wahrgenommen als Kampf gegen den Teufel, aus dem Christus \u201esiegreich aus dem Kampf\u201c hervorgeht, in dem die St\u00e4rke des Teufels vernichtet wird und \u201eeine gro\u00dfe Beute von ihm genommen wird\u201c. Einige Verse sp\u00e4ter bemerkt er, dass \u201esein gekreuzigter Leib sein Sieg war\u201c; doch damit die Kampfmetaphorik wahrhaft effektiv wirkt und das Drama gesteigert wird, wird von Christus gesagt, dass er \u201eein sch\u00e4ndliches Elend und einen Kampf in der H\u00f6lle erleiden\u201c musste und \u201egut gepflegt\u201c wurde, als er endlich den Himmel erreicht hat.<\/p>\n<p>Die transformative Kraft des Blutvergie\u00dfens Christi am Kreuz wird von Blathmac ausgedr\u00fcckt in einem Bild, das ein Echo auf Offenbarung 7,14 ist, wenn er konstatiert, dass es \u201ein seinem Blut ist, in dem jeder Heilige sein schimmerndes Gewand w\u00e4scht\u201c. Fortgef\u00fchrt wird dies in seiner anschaulichen \u00c4u\u00dferung, dass \u201edas Blut des K\u00f6nigssohnes einen Lehmklumpen r\u00f6tet in der Helligkeit des Blutes\u201c, ihn neuerlich gl\u00e4nzend machend. In diesem Gedicht wird dann eine feine Balance gehalten zwischen der Herrlichkeit und dem Horror der Kreuzigung auf dem Kalvarienberg, eine kreative Spannung, die im Herzen des christlichen Mysteriums liegt; dieses Paradox kann auch im ber\u00fchmten angels\u00e4chsischen Gedicht \u201eDer Traum des Kreuzes\u201c identifiziert werden, in welchem das Kreuz sowohl als \u00fcber und \u00fcber best\u00fcckt mit Juwelen als auch durchtr\u00e4nkt von Blut dargestellt wird.<\/p>\n<p>In einem anderen Zusammenhang und einige Jahrzehnte nach der wahrscheinlichen Entstehungszeit der Blathmac\u2019schen Gedichte verlie\u00df der irische Gelehrte Johannes Scotus Eriugena Irland, um eine Karriere auf dem Kontinent am Hof Karls des Kahlen zu beginnen. Dort \u00fcbersetzt er \u2013 neben seinem eigentlichen Auftrag \u2013 wichtige griechische Werke und wurde als Hofdichter gef\u00f6rdert. In seinen lateinischen Gedichten, die um das Jahr 859 entstanden sind, betont Eriugena besonders den Triumph des Kreuzes Christi: W\u00e4hrend er in diesem Gesicht den Sieg Christi am Kreuz hervorhebt, sind Eriugenas Zuh\u00f6rer dennoch aufgefordert, das \u201eHolz des Kreuzes\u201c zu betrachten und dabei die Erscheinung der Enth\u00fcllung des Kreuzes in der fr\u00e4nkischen Karfreitagsliturgie zu reflektieren. Jedoch geht Eriugena noch weiter, indem er, wenn man so sagen will, auf die durchbohrten H\u00e4nde Christi heranzoomt, auf seine Schultern, F\u00fc\u00dfe und den von Dornen umgebenen Schl\u00e4fen, was vielleicht als affektive Methode bezeichnet werden kann. Die Referenz zum Holz des Kreuzes, das die Welt mit ihren vier Ecken umf\u00e4ngt \u2013 in seiner kosmischen Signifikanz \u2013, erinnert an die Darstellung des Hochkreuzes aus dem 9. Jhd. von St. Muiredach in Monasterboice im County Louth, worauf die gekreuzigte Christusfigur wom\u00f6glich von einer Gaia \u2013 die personifizierte Erde \u2013 und von Tellus oder Ozean \u2013 dem personifizierten Wasser \u2013 zus\u00e4tzlich zu Sonne und Mond begleitet wird.<\/p>\n<p>In einem anderen Gedicht, das dem Kreuz selbst gewidmet ist, spricht Johannes Scotus Eriugena vom Kreuz als einem Himmelsk\u00f6rper, das sich wie Sonnenstrahlen ausbreitet und das die Verehrung von \u201eallem, das ist, nicht ist und jenseits ist\u201c anordnet. Michael Herren, der diese Gedichte herausgegeben hat, meint, dass Eriugena hier von den gro\u00dfen irischen Hochkreuzen beeinflusst ist, mit denen er vertraut war, bevor er Irland verlie\u00df. Er spricht vom Kreuz, das pr\u00e4figuriert wurde vom Mosesstab, und erz\u00e4hlt dabei, wie \u201ebekleidet mit einer Schlangenhaut du den Pharao erstaunt hast, als du die anderen verschlangst, die der Zauberer durch List herbeigef\u00fchrt hatte\u201c \u2013 eine Erinnerung an Ex 7,12, wo es eine Patt- Situation zwischen Moses, Aaron und den Magiern des Pharaos gibt. Eriugena erz\u00e4hlt auch, wie \u201edu\u201c (das Kreuz) \u201edie marmornen Wellen des Roten Meeres teilst; du schreitest siegreich voran und schl\u00e4gst einen Pfad f\u00fcr dein Volk\u201c. Das Kreuz als Bronzeschlange \u201ezischt, hoch oben h\u00e4ngend; ihr Gift l\u00f6scht\u201c. Hier erinnert das Werk Eriugenas in gewisser Weise an Alkuin von York in seinem <em>Carmen figuratum<\/em>, das f\u00fcr Karl den Gro\u00dfen einige Jahrzehnte fr\u00fcher vollendet wurde (zwischen 780 und 800) und \u00e4hnliche Parallelen zieht. Aber noch wichtiger ist, dass sich sein fr\u00fcherer Landsmann Blathmac ebenfalls auf die eherne Schlange als Christusfigur in seiner Lyrik bezieht: \u201edein Sohn ist die gesegnete Schlange, durch die die perverse alte Schlange get\u00f6tet wurde\u201c. Eriugena f\u00e4hrt mit dem Ausruf fort \u201eO Christus, Wort Gottes, St\u00e4rke, Weisheit des Vaters, die Welle deines Blutes, in dem der Kreuzesaltar getr\u00e4nkt wird, reinigt uns, erl\u00f6st uns, l\u00e4sst uns frei, f\u00fchrt uns ins Leben zur\u00fcck\u2026\u201c.<\/p>\n<p>Wie ich bereits erw\u00e4hnt habe, l\u00e4uft die Argumentation so, dass das Kreuz im Fr\u00fchmittelalter zuerst eher als Siegeszeichen statt als Folterinstrument betrachtet wird; es symbolisiert Christi Sieg \u00fcber den Tod, den Teufel und die Unterwelt \u2013 und das ist nat\u00fcrlich gr\u00f6\u00dftenteils wahr. Eine besonders n\u00fctzliche Art und Weise zu untersuchen, wie dieser Sieg dann verstanden wurde als Verwirklichung im Leben all derer, die sich vor dem Einfluss des Teufels sch\u00fctzen wollten, ist die Erforschung der Wirksamkeit des Kreuzeszeichens selbst in der mittelalterlichen Literatur. Sich selbst zu bekreuzigen wurde so verstanden, dass man damit, wenn man so will, den Sieg des Kreuzes \u00fcber die Macht des B\u00f6sen auf sich herabzeichnet. In der Lebensbeschreibung von St. Columcille von Adamn\u00e1n im 7. Jhd. wird der Heilige von einem jungen Mann gebeten, einen Eimer Frischmilch zu segnen, der, als Columcille das Kreuzzeichen dar\u00fcber schl\u00e4gt, heftig schwankt, zu Boden f\u00e4llt und den gr\u00f6\u00dferen Teil des Inhalts versch\u00fcttet. Der Heilige erkl\u00e4rt dem Jungen, dass ein D\u00e4mon am Boden des Gef\u00e4\u00dfes gelauert hat, der \u201edie Kraft dieses Zeichens nicht ertragen konnte und deshalb aus Furcht schnellstens geflohen ist\u201c.<\/p>\n<p>In der Lebensbeschreibung dieses Heiligen finden wir nat\u00fcrlich auch das, was mutma\u00dflich die erste literarische Erw\u00e4hnung des Monsters von Loch Ness darstellt, das auf \u00e4hnliche Weise von Columcille erledigt wurde. Nachdem er einen seiner Freunde ermutigt hatte, den See als K\u00f6der zu durchschwimmen (was f\u00fcr ein Freund!) und das Monster sofort die Verfolgung aufnahm, erhob Columcille seine heilige Hand, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen, sowohl Br\u00fcder als auch Fremde, vor Entsetzen erstarrten; den Namen Gottes anrufend, zeichnete er das rettende Kreuzzeichen in die Luft und befehligte das grausame Monster, indem er sagte: \u201eDu sollst nicht weiter gehen und auch den Mann nicht ber\u00fchren; zieh dich in aller Schnelligkeit zur\u00fcck\u201c. Auf die Stimme des Heiligen hin wurde das Monster in Schrecken versetzt und floh schneller, als wenn man es mit Seilen zur\u00fcckgezogen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Um es einfach zu sagen: man dachte, dass das Kreuz alle Arten von \u00dcbel in die Flucht schl\u00e4gt. Kein Wunder also, dass in der Vita des Heiligen Patrick (7. Jhd.) behauptet wurde, dass er das Kreuzzeichen hunderte Male jede Stunde bei Tag und bei Nacht schlug. Die Wichtigkeit, die das Kreuzzeichen in der irischen Spiritualit\u00e4t annahm, kann demzufolge nicht \u00fcbersch\u00e4tzt werden; ein uraltes irisches Gedicht, das Mugr\u00f3n \u2013 dem Nachfolger von St. Columcille auf Iona im 10. Jahrhundert \u2013 zugeschrieben wird, verdeutlicht das. In Form einer l\u00faireach oder Brustplatte ruft es die Macht und den Schutz des Kreuzes an und dabei gleichsam seinen Segen herab.<\/p>\n<p>Das Kreuz wurde im fr\u00fchen Mittelalter dann routinem\u00e4\u00dfig betrachtet als ein Symbol von Macht und Sieg, was die irische Mentalit\u00e4t genauso ansprach wie andere Mentalit\u00e4ten. Selbst nach dem ersten Millennium \u2013 im Zeitraum des Hoch- und Sp\u00e4tmittelalters also, das mit seiner gesteigerten ikonographischen Emphase auf den k\u00f6rperlich leidenden und wahrhaftig endg\u00fcltig toten Christus am Kreuz aufwartete \u2013 \u00fcberdauerte das Bild des Sieges Christi. Und das, wie man durchaus erwarten kann, auf vielerlei Weise; denn das essentielle Paradox, dass Christus sowohl Sieger als auch Opfer ist (victor-victim), ist eine bekannte Konstante in der christlichen Theologie. Sie wird einerseits ausgedr\u00fcckt im <em>Vexilla Regis<\/em> Hymnus aus dem 6. Jhd., n\u00e4mlich in seiner Identifikation des Kreuzes \u201eals Opfer des Ruhmes der Passion, durch dessen Leben dem Tod ein Ende gesetzt wurde, und, durch den Tod, wieder Leben gegeben hat\u201c; andererseits im hochmittelalterlichen Hymnus <em>Victimae Paschali Laudes <\/em>: \u201eDer Tod rang mit dem Leben, der Kampf hat seltsam geendet, des Lebens eigener Sieger get\u00f6tet, er lebt aber um zu herrschen.\u201c<\/p>\n<p>Es ist interessant, wie sp\u00e4tere irische Quellen diesen Sieg Christi im Kontext der gr\u00f6\u00dferen Geschichte portr\u00e4tieren, die wir Heilsgeschichte nennen; das ist die Geschichte des Volkes Gottes von der Sch\u00f6pfung der Menschheit bis zur Wiederkehr Christi. Eine der n\u00fctzlichsten Quellen in dieser Hinsicht ist ein Lyrikkorpus, der zusammengetragen wurde von Familien von professionellen Dichtern im g\u00e4lischen Irland \u00fcber einen Zeitraum von gut 400 Jahren, genauer: vom 13. bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts. Von den gut 2000 Gedichten, die noch existieren, sind etwa 20% religi\u00f6ser Natur. Sie wurden geschrieben auf das Gehei\u00df von Stammesf\u00fcrsten der einheimischen irischen Aristokratie hin oder, im Fall einiger religi\u00f6ser Gedichte, beauftragt von wichtigen Kirchenpersonen oder \u2013stiftungen. Einige religi\u00f6se Gedichte wurden erst gegen Ende eines Dichterlebens geschrieben, wenn er (und es war unausweichlich ein \u201eer\u201c) sich in ein Kloster zur\u00fcckzog und seine Gedichte als Bezahlung f\u00fcr Kost und Logis nutzte. Zu anderen Zeiten scheint es so, dass professionelle Dichter Werke einfach nur zur \u00dcbung komplexer Metren schrieben, f\u00fcr die die Barden-Lyrik ber\u00fchmt war. Es ist jedoch klar, dass in den meisten Beispielen die Gedichte direkt auf die Einzelw\u00fcnsche und Geschm\u00e4cker der M\u00e4zene abgestimmt waren. Wenn Gedichte und Dichter datierbar sind, kann das ein wertvoller Indikator f\u00fcr die Entwicklung religi\u00f6ser Moden sein, denn die M\u00e4zene w\u00fcnschten \u00fcblicherweise ihre Vertrautheit mit den neuesten wichtigen Kulten zu zeigen, die sich auf dem europ\u00e4ischen Kontinent herausbildeten.<\/p>\n<p>Auf der Suche nach einem Verstehen des Mysteriums von Passion und Tod Christi schauten die g\u00e4lischen Dichter oft auf die Kultur um sich herum und bezogen ihre Inspiration direkt von dort her, wobei sie theologische Portr\u00e4ts in den Farben der g\u00e4lischen Gesellschaft zeichneten. Beispielsweise sprachen sie vom Teufel, der die Menschheit als Geisel beim Anbruch der Zeit nimmt (womit sie nat\u00fcrlich die S\u00fcnde im Garten Eden meinen) und beschreiben ihn als Beschlagnahmer eines Gebiets, das ihm nicht geh\u00f6rt (die Welt). Dann wird die B\u00fchne f\u00fcr Christus bereitet, der Kriegsf\u00fcrst, der in die Schlacht gegen den Teufel reitet, um sein eigenes Territorium zur\u00fcckzugewinnen und sein Volk zu befreien. Und sie stellen ihn wirklich als reitend in die Schlacht dar \u2013 mit einem Kreuz als Pferd. Sie sprechen davon, dass er viele Wunden davontragen wird inmitten dieser Schlacht am Karfreitag; und davon, dass er eine Herzwunde erleiden wird (womit er eigentlich die Schlacht verloren haben sollte) \u2013 die Herzwunde ist nat\u00fcrlich die Wunde in der Seite Christi (die ihm der Soldat nach Christi Tod zuf\u00fcgt). Aber stattdessen \u2013 und hier liegt die Ironie \u2013 ist genau hier der Punkt, an dem der Teufel besiegt und die Macht der Dunkelheit gebrochen wird. Indem Christus mit dem besten der g\u00e4lischen Stammesf\u00fcrsten verglichen wird, kommentiert einer dieser Dichter: \u201eNiemand, der am Herz verwundet wird, k\u00f6nnte so wieder zu Kr\u00e4ften kommen wie Christus \u2013 kaum jemand \u00fcberlebt eine Herzwunde; davor hat man sich immer gef\u00fcrchtet.\u201c Viele Barden sehen den Karfreitag und die Kreuzigung Christi als Inaugurationszeremonie als K\u00f6nig oder F\u00fcrst \u2013 wenn er, ziemlich wortw\u00f6rtlich, \u00fcber das Volk erh\u00f6ht wird. Und wie man es von allen neu-inaugurierten g\u00e4lischen Stammesf\u00fcrsten erwartete, macht sich auch Christus auf einen feierlichen \u201ecreach\u201c (\u201c\u00dcberfall\u201c) oder Raubzug auf ins Feindesgebiet; diesmal zur Unterwelt, wo er das Kreuz als Rammbock verwendet, um die H\u00f6llentore zu durchbrechen (das Feindesschloss) und die dort Gefangenen zu befreien, und zwar mit ihnen davonrasend auf dem Kreuz (im Mittelalter war dies bekannt als \u201edas Eggen der H\u00f6lle\u201c). Nachdem sie die neu-inaugurierten Muskeln hatten spielen lassen, wurde dann von den g\u00e4lischen Stammesf\u00fcrsten erwartet, dass sie ihre Gro\u00dfz\u00fcgigkeit unter Beweis stellten, indem sie etwa ein gro\u00dfes Bankett gaben, zu dem alle eingeladen werden sollten. Man muss wohl nicht extra darauf hinweisen, dass der himmlische Stammesf\u00fcrst, also Christus, nun genau das tut: das Nach-Kreuzigungs-, Post-Eggen-der-H\u00f6lle-Ereignis ist das Festbankett des Himmels, das im himmlischen Schloss gehalten wird, \u201edas er aus nur drei N\u00e4geln gebaut hat\u201c und wo \u2013 entscheidend! \u2013 \u201eder Mundschenk nie scheitert\u201c. Ein mittelalterlicher irischer Dichter bewunderte, dass es diesem Fest an nichts fehlte \u2013 au\u00dfer einem T\u00fcrsteher.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>IV.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber die Vorstellung des Sieges Christi am Kreuz ist noch nicht die vollst\u00e4ndige Geschichte. Auf vielerlei Weise betont es die G\u00f6ttlichkeit Christi, seine Macht und seine Autorit\u00e4t. Aber Christus war auch menschlich \u2013 jemand, der wirklich Schmerz f\u00fchlen konnte, Durst erleben, und an den \u00e4u\u00dfersten Rand seelischer Ausdauer gedr\u00e4ngt wurde. Und das Kreuz, obwohl es doch f\u00fcr machtvoll gehalten wurde, ragte bedrohlich gro\u00df (und tut das immer noch) in den Alltag der Menschen \u2013 als unausweichlicher Teil der conditio humana. Besonders im Sp\u00e4tmittelalter \u2013 im 14. und 15. Jhd. \u2013 wurden die Darstellungen Christi am Kreuz quer durch Europa hindurch viel gegenst\u00e4ndlicher in der Darstellung seines menschlichen Leidens und des Ausma\u00dfes der Wunden, die er zu erleiden hatte. Im Gro\u00dfen und Ganzen liegt die Betonung jetzt auf einer Christusfigur, die klar erkennbar tot ist \u2013 mit geschlossenen Augen und mit von der Erfahrung der Passion gebrochenem K\u00f6rper. Das ist ein bei weitem verwundbarerer Christus \u2013 ein Christus, mit dem sich Christen leichter identifizieren konnten, f\u00fcr die Leiden und Tod eine t\u00e4gliche Realit\u00e4t war. Wenn die g\u00e4lischen Dichter das Leiden betonten, das Christus durch die Menschheit auferlegt wurde \u2013 und den dazugeh\u00f6rigen Schrecken bei der Aussicht auf das Gericht Christi am Ende der Zeit, wenn er am Himmel erscheinen w\u00fcrde, sich st\u00fctzend auf ein \u201erotes Kreuz\u201c (\u00fcberflutet mit Blut) mit frisch blutenden Wunden \u2013, wenn sie also diese Aussicht bedachten, bezogen sie sich darauf oft in der Sprache ihrer eigenen Kultur und Gesellschaft. Beispielsweise wurde vom T\u00f6ten Christi als einem Akt von \u201efingal\u201c (\u201cVerwandtschaftsmord\u201c) gesprochen, als Mord an einem Mitglied der eigenen Familie, was im fr\u00fchen irischen Recht als besonders abscheulich betrachtet wurde.<\/p>\n<p>Aber wie konnte Christus in diesem Zusammenhang als ein Verwandter betrachtet werden? Nun, ganz einfach: wir wurden ihm m\u00fctterlicherseits verwandt gemacht. Und wenn Christus nun zum Gericht wiederkommen w\u00fcrde, um Wiedergutmachung f\u00fcr das Verbrechen an ihm zu suchen, dann hie\u00dfe der Terminus f\u00fcr diese Wiedergutmachung \u201e\u00e9iric\u201c (\u201cBlutschuld\u201c) \u2013 eine Kompensation im fr\u00fchen irischen Recht, die f\u00fcr den ungerechten Mord an einem Anderen f\u00e4llig war.<\/p>\n<p>Im Sp\u00e4tmittelalter wurden der Figur des gekreuzigten Christus einige \u201eRequisiten\u201c der Passionsgeschichte beigef\u00fcgt, wenn man so will: Elemente, die unter dem Namen \u201earma Christi\u201c oder \u201eLeidenswerkzeuge\u201c bekannt wurden. Da Christus oft als heroischer Kriegsritter angesehen wurde, waren diese verschiedenen Passionsobjekte sein \u201eWappen\u201c. Das fr\u00fcheste irische ikonographische Beispiel der Leidenswerkzeuge als Christi eigenes \u201eWappen\u201c findet sich auf einem kleinen Schutzschild auf einem Kastenschrein mit der Bezeichnung \u201eDomnach Airgid\u201c, datiert auf den Zeitraum zwischen1340 und1350 (<strong>Abb. 4<\/strong>), das zur Aufbewahrung von Reliquien genutzt wurde \u2013 mitunter von den Heiligen Aposteln, vom Haar Mariens, vom Kreuz unseres Herrn und von seinem Grab (gem\u00e4\u00df eines Berichts aus dem 14. Jahrhundert). Der Schild zeigt ein Kreuz, Dornenkrone, N\u00e4gel und eine Gei\u00dfel. Direkt unter dem kleinen Schild ist ein Kristall angebracht, der Fragmente des wahren Kreuzes umschlie\u00dft. Das Auftreten einer Anzahl von Leidenswerkzeugen zus\u00e4tzlich zum Kreuz wurde in der irischen Ikonographie durch das 14. und 15. Jhd. hindurch immer regelm\u00e4\u00dfiger; aber mit einer wachsenden Betonung der k\u00f6rperlichen Leiden Christi wurde es schwieriger, das Bild des siegreichen Eroberers mit immer drastischeren Darstellungen seines gefolterten und ausgemergelten K\u00f6rpers in Einklang zu bringen.<\/p>\n<p>Die Transformation des \u201eKriegs-Christus\u201c in den \u201eLiebesritter\u201c, wie es Rosemary Woolf in einem englischen Kontext diskutiert, in welcher die \u201eSchlacht\u201c Christi auf dem Kalvarienberg nun motiviert war von einer intensiven Liebe zu seinem Volk, beeinflusste nat\u00fcrlich das Verst\u00e4ndnis der \u201eR\u00fcstung\u201c Christi oder seiner Schlachtwerkzeuge. Zuvor auf seine Feinde hin ausgerichtet (den Teufel oder S\u00fcnder), wurde die R\u00fcstung Christi nun gegen ihn selbst gerichtet, wodurch sein K\u00f6rper nur noch blutiger und gebrochener dargestellt wurde. Das Bild, mit dem sich sp\u00e4tmittelalterliche Christen in Irland nun konfrontiert sahen, war das eines \u201eSchmerzensmannes\u201c, umgeben von den Leidenswerkzeugen \u2013 oft als Schmuck auf einer Standarte und somit als Einladung an diejenigen, die die Leidenswerkzeuge halten, reum\u00fctig zu Christi Herz zur\u00fcckzukehren. Gerade solche Bilder, auf denen Christus dem Betrachter seine f\u00fcnf Wunden zeigt, w\u00e4hrend er von den Leidenssymbolen umgeben ist, erfreuten sich gro\u00dfer Beliebtheit \u2013 besonders um der enormen Abl\u00e4sse willen, die damit verbunden waren, nachdem sich diese von Italien nach Frankreich und von dort nach England und Irland im 14. und 15. Jhd. verbreitet hatten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>V.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bevor wir die Diskussion um die \u201earma Christi\u201c bzw. Leidenswerkzeuge weiterf\u00fchren, lohnt sich vielleicht eine kleine Pause, um eine Bestandsaufnahme der Entwicklung des Motivs von Christus am Kreuz als Menschheitsliebender vorzunehmen (manchmal auch dargestellt als verschm\u00e4hter Liebender) \u2013 ein Bild, das eng verbunden war mit den mystischen Schriften auf dem Kontinent im 13. und 14. Jhd., oft inspiriert von der Hohelied-Tradition in der Bibel. Hierbei ist Christus der Liebhaber der Seele; die Metaphorik, die diese Texte begleitet, ist dabei h\u00e4ufig fleischlich und sogar erotisiert. Die Seitenwunde Christi (von der wir vorhin bei Beda Venerabilis geh\u00f6rt haben, n\u00e4mlich die T\u00fcr zum mystischen Aufstieg und zur Erl\u00f6sung) spielte hierbei eine besonders wichtige Rolle. Muirchertach \u00d3 Cobhthaigh, ein Dichter des 16. Jhd., spricht davon, dass seine K\u00f6rpervenen ihn foltern und die T\u00fcr seines Herzens f\u00fcr sein Volk \u00f6ffnen. Ein anderer Dichter, Tadhg \u00d3 D\u00e1laigh, identifiziert den Soldaten Longinus als eine Art Platzanweiser der Menschheit: \u201eGott will nicht, dass wir au\u00dferhalb seines Herzens bleiben; die Lanze in Seiner Brust zeigt uns den Weg; niemand wurde davon ausgeschlossen, obwohl die Menschen ihre Feinde schon immer auf Abstand halten wollten.\u201c Von der Lanze selbst wurde manchmal im Sinne einer Messlatte dieser Liebe gesprochen (nur um \u00fcberschritten zu werden), wie im Beispiel des anonymen Barden-Gedichts <em>Leigheas an bheatha b\u00e1s D\u00e9 <\/em>:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Deep as the spear was plunged in thy breast, <\/em><\/p>\n<p><em>Deeper still, deeper than those gory points in the heart,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 [gory=blutig]<\/em><\/p>\n<p><em>Went thy excessive love for me; <\/em><\/p>\n<p><em>\u2019tis not hard for me, therefore [to be saved].<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Brustwunde Christi wurde auch angesehen als Platz der Zuflucht f\u00fcr die Menschheit (so fr\u00fch wie es schon Gregor der Gro\u00dfe im 6. Jhd. tat und sp\u00e4ter von Bernhard von Clairvaux und Bonaventura \u00fcbernommen wurde), wobei die \u201eRisse im Fels\u201c, eine Referenz an Hohelied 2,14, mit den Wunden Christi assoziiert wurden. Diarmuid \u00d3 Cobhthaigh begreift die Brustwunde Christi als \u201eden einzigen Schiffshafen f\u00fcr Evas Rasse\u2026worin er uns besch\u00fctzt hat\u2026der Reichtum dieses Hafens, sein Herz, sollte Evas Rasse dazu veranlassen, hierhin zur\u00fcckzukehren\u201c. Barden des 16. Jhd. stellten Christus gerne entflammt vor Liebe zur Menschheit am Kreuz dar, sodass dadurch sein Tod ausgel\u00f6st wird: \u201eDie Hitze seiner Liebe war so entz\u00fcndet, dass sie ihn t\u00f6tete, den dritten der drei \u00c4ste.\u201c Diarmuid \u00d3 Cobhthaigh spricht vom \u201eSohn, der in der Umsetzung der Liebe starb\u201c; in einem anderen Gedicht stellt er Christus (hier \u201eVater\u201c genannt) sterbend dar, und zwar wortw\u00f6rtlich an einem Liebes-Herzinfarkt am Kreuz:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>The death of their Father, Lord and Judge of the world, <\/em><\/p>\n<p><em>Caused His children\u2019s salvation; <\/em><\/p>\n<p><em>Their father died as he could not keep (within his heart) <\/em><\/p>\n<p><em>His love for his race.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die mystische Verbindung mit einem verweiblichten Christus am Kreuz wird reichlich dargestellt und resultiert in der Neusch\u00f6pfung der erl\u00f6sten Menschheit: \u00d3 Cobhthaigh spricht gar vom flie\u00dfenden Blut Christi, das das neue Leben der menschlichen Rasse fortsetzt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>The blood rain of Thy Son\u2019s wounds is the shower that made our seed grow. It was a blessing for the children for whom His side was pierced; the heavier the rain the brighter the sunshine after it!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr \u00d3 Cobhthaigh wurde dieses neue Leben von der Lanze oder dem Speer vorbereitet, die die Grundlage des Fleisches Christi als Wachstum der Menschheit bereitete, wie es in dieser Stanze des \u201eFi\u00fa a bheatha b\u00e1s tiarna\u201c hei\u00dft (\u201eDer Tod des Herrn ist so wertvoll wie sein Leben war\u201c): \u201eMit dem Speer, der seine Brust durchstie\u00df, pfl\u00fcgte er das Feld, woher er eine reiche Ernte der Menschheit einfuhr.\u201c Aber durch die Geburt einer erl\u00f6sten Menschheit aus der offenen Seitenwunde w\u00fcrde es manchmal in schwierigen Zeiten f\u00fcr die Menschheit notwendig sein, wieder Zuflucht in den Spalten der Herzkammer Christi zu suchen oder in den \u2013 wenn man so will \u2013 Scho\u00df zur\u00fcckzukehren. Die M\u00f6glichkeit, die Wunden Christi wiederzubetreten, kommentiert Susannah Biernoff dahingehend, \u201edass der Opferleib sich selbst entleert in einem ewigen Blutfluss, dass er aber auch ein Scho\u00df ist, den man wiederbetreten kann. Jesus geb\u00e4rt als Mutter durch seine Seite und umh\u00fcllt seine Kinder wieder in den tiefen Falten seines Fleisches.\u201c<\/p>\n<p>In ihrem Kommentar zur Metaphorik, die man bei Julian von Norwich (1342 &#8211; 1416) findet, fasst Caroline Bynum dasselbe Anliegen auf, wenn sie bemerkt, dass \u201ef\u00fcr Julian das Blut, das aus einer Gottmutter flie\u00dft, Beikl\u00e4nge von Geb\u00e4rmutter- und Geburtsblut hat, obwohl es bedeutsam ist, dass Julian Christen als eingeschmiegt in einen Gott sieht, aus dem sie niemals herauskommen sollen.\u201c Christus wurde in der mittelalterlichen Kunst dahingehend oft dargestellt als Besch\u00fctzer von Menschen in seiner Herzwunde (<strong>Abb. 5<\/strong>); und tats\u00e4chlich bittet das bekannte \u201eAnima Christi\u201c-Gebet aus dem 16. Jhd. Christus darum: \u201everbirg mich in deinen Wunden\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>VI.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem wir nun diese sehr wirkm\u00e4chtige Metaphorik der mystischen Liebe behandelt haben, m\u00f6chte ich nun zu den \u201earma Christi\u201c (Leidenswerkzeuge) zur\u00fcckkehren. Haupts\u00e4chlich im Irland des 15. Jhd. begannen die \u201earma Christi\u201c auf der Grabesikonographie zu erscheinen und wurden insofern vermehrt assoziiert mit verwandter Metaphorik wie der des Schmerzensmannes oder der Messe des Hl. Gregor. Die immer gr\u00f6\u00dfer werdende Bandbreite der Leidenswerkzeuge Christi fungierten auch als Sehhilfen, um Betrachter an die Passionsgeschichte zu erinnern (sowohl kanonische als auch apokryphe), bei denen sie grundlegende \u201eRequisiten\u201c waren. In verschiedener Weise bestanden sie aus dem Kreuz, dem Speer oder der Lanze des Longinus, den Gei\u00dfeln, den Kneifern, N\u00e4geln, Hammer, Leiter, Dornenkrone, nahtloses Gewand, W\u00fcrfel, Gei\u00dfels\u00e4ule, ein Schwamm auf einem Ysop-Stecken oder Kelch und Pfahl, die Kreuzesinschrift (titulus board) INRI, die Gesichter derjenigen, die Christus anspucken, die drei\u00dfig Silberlinge des Judas, der Krug und das Becken, mit denen sich Pilatus die H\u00e4nde wusch, der Hahn (oder Hahn und Topf), das Tuch oder Schwei\u00dftuch (mandylion) der Veronika und das Ohr des Hohepriesterdieners Malchus. So stellt das Grab von Richard Butler (Burggraf\/Viscount Mountgarrett (1571)) in der St. Canice\u2019s Cathedral in Kilkenny einen Schild dar mit dem Butler-Wappen samt klar definierter Leidenswerkzeuge wie die S\u00e4ule, nahtloses Gewand, Gei\u00dfeln, Leiter, Kelch auf Pfahl, Hammer, Kneifer, und ein Herz umgeben von Dornen, das von zwei Dolchen durchsto\u00dfen wird. Oft resultierte die wachsende Beliebtheit der \u201earma Christi\u201c in der Darstellung von Schilden, die dann mit Symbolen so \u00fcberfrachtet wurden, dass sich das visuelle Narrativ meist auf der Au\u00dfenseite fortsetzte.<\/p>\n<p>Bis in das Jahr 1645 wurde noch zum Meditieren der Passion Christi aufgefordert, wie ein irisches Franziskaner-Gebetbuch, \u201eParrthas an Anma\u201c von Antoin Gearnon, das auf dem Kontinent in der Druckerpresse des St. Anthony\u2019s College in Leuven produziert wurde, bezeugt. In einem Teil dieses Handbuchs wird der Leser durch verschiedene Teile des Tages mitgenommen und dazu angeleitet, wie man verschiedene Momente in der Zeit vergeistigt. Wenn man sich beispielsweise am Morgen anzieht, wird den Lesern geraten, die Leidenswerkzeuge Christi zu meditieren. Diese Vergeistigung der t\u00e4glichen Routine war ziemlich detailliert: beim Anziehen der Schuhe lag der Fokus etwa auf den N\u00e4geln an den F\u00fc\u00dfen Christi und auf der Dornenkrone auf seinem Kopf; beim Schlie\u00dfen der Kleiderkn\u00f6pfe wiederum auf der Gei\u00dfelung Christi und dem purpurfarbenen Gewand, das er trug \u2013 und so weiter.<\/p>\n<p>Im Verlauf des 17. und 18. Jhd. verschoben sich die \u201earma Christi\u201c auf kleinere Gegenst\u00e4nde, die an der eigenen Person getragen werden konnten, wie die sogenannten \u201epenal crosses\u201c (\u201cStrafkreuze\u201c), die besonders mit der Pilgerfahrt zum St. Patrick\u2019s Purgatory im County Donegal verbunden wurden, wo sie in gro\u00dfem Umfang verkauft wurden; des Weiteren gab es \u201epenal rosaries\u201c (\u201cStrafrosenkr\u00e4nze\u201c), die einige \u201earma Christi\u201c um ihr Kruzifix herum zeigen. Mit der Ankunft des \u201epenal cross\u201c schaffte es nur eine Auswahl der \u201earma Christi\u201c von der ausgedehnteren sp\u00e4tmittelalterlichen Ansammlung auf dieses Kreuz \u2013 haupts\u00e4chlich aus Platzgr\u00fcnden, aber vielleicht auch wegen der Beliebtheit oder Tauglichkeit. Nur die folgenden Symbole finden sich auf \u201epenal crosses\u201c: Sonne und Mond, Krug, Schn\u00fcre, Gei\u00dfeln, Schilf, Tuch oder Schwei\u00dftuch (mandylion) der Veronika, Leiter, Speer, Hammer, Kneifer, N\u00e4gel, W\u00fcrfel, Sch\u00e4del und gekreuzte Knochen und nat\u00fcrlich Hahn und Topf. Hahn und Topf waren besonders wichtig in der irischen spirituellen Tradition. W\u00e4hrend man beides in der mittelalterlichen europ\u00e4ischen Bandbreite der Leidenswerkzeuge \u00fcblicherweise nicht findet, sind sie dennoch ein beliebtes Merkmal in irischen Beispielen seit dem 15. Jahrhundert. Das Merkmal stammt letztlich von einer Erz\u00e4hlung im sogenannten \u201eNikodemus-Evangelium\u201c des fr\u00fchen 5. Jhd., worin erz\u00e4hlt wird, wie Judas nach Christi Tod nach Hause kommt, um ein Seil anzubringen, mit dem er sich erh\u00e4ngen will. Dabei findet er seine Frau dabei vor, einen Hahn auf Kohlenfeuer zu braten. Er bittet sie darum, ein Seil f\u00fcr ihn zu finden, und erkl\u00e4rt, dass er Jesus verraten hat, der mit Sicherheit wiederauferstehen wird \u2013 woraufhin der \u00e4ngstliche Judas sich von seiner Frau damit konfrontiert sieht, dass sie seine Bedenken beiseite wischt und kundtut, dass Jesu Auferstehung von den Toten ebenso wahrscheinlich sei wie der Fall, dass der bratende Hahn zu kr\u00e4hen beginne. Und nat\u00fcrlich geschieht das Unausweichliche: der Hahn kr\u00e4ht dreimal kr\u00e4ftig und Judas verl\u00e4sst fluchtartig das Haus, um sich das Leben zu nehmen. In irischen Volkserz\u00e4hlungen kr\u00e4ht der Hahn deshalb nicht \u201eCock-a-doodle-do\u201c, sondern \u201eMac na h\u00f3ighe sl\u00e1n\u201c (\u201eder Sohn der Jungfrau ist sicher und wohlauf\u201c), das einer onomatopoetischen Version des Vorherigen entspricht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>VII.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie wir schon gesehen haben, wurde die irische Passionsverehrung das ganze Mittelalter hindurch von englischen und kontinentalen Trends beeinflusst. Ein bemerkenswertes Beispiel ist eine mittelenglische Allegorie des 14. Jahrhundert, bekannt als \u201eCharter of Christ\u201c bzw. \u201cCharta Christi\u201c, die seit dem 15. Jahrhundert in irischer religi\u00f6ser Barden-Lyrik auftaucht. Hier wird der Christus dargestellt, der der Menschheit eine \u201eCharta\u201c verleiht (manche Beispiele stellen das als eine Land-Charta dar, d.h. den Himmel; andere sehen es als Verleihung von Friedensbestimmungen und ein Beenden der Feindschaft zwischen Gott und seiner Sch\u00f6pfung). Diese Charta wird auf dem Kreuz verliehen und ist nicht etwa auf Pergament geschrieben, sondern auf der Haut Christi. Die Schreibwerkzeuge sind die Lanze und die N\u00e4gel, die den Leib Christi durchsto\u00dfen, und die Tinte ist sein Blut (seine Herz- oder Seitenwunde dient als Tintenfass, in das der Lanzenf\u00fcller getaucht wird). Um das \u201ePergament\u201c auf das Schreiben vorzubereiten, wir der Leib Christi auf den Rahmen des Kreuzes gestreckt. Zuletzt enthalten die Wunden Christi eben die Worte dieses Friedensdokuments; seine Herzwunde wird dabei als Siegel betrachtet.<\/p>\n<p>Aber wenn die Iren auch nicht abgeneigt waren, englische und kontinentale Texte und Verehrungsweisen aufzunehmen und zu \u00fcbernehmen, so waren sie doch auch recht frei darin, sie so abzu\u00e4ndern, dass sie in den jeweiligen kulturellen Kontext passten, der sie empfing. Eines der auff\u00e4lligsten Beispiele daf\u00fcr ist ein lateinischer Andachtstext zur Passion Christi aus dem 13. Jhd., das \u201eLiber de passione Christi\u201c (\u201cBuch \u00fcber die Passion Christi\u201c), das in umgangssprachliches Irisch im 15. Jhd. \u00fcbersetzt wurde. Bemerkenswerterweise ist der irischen Version jedoch etwas \u00dcberraschendes hinzugef\u00fcgt: wenn der Leib Christi vom Kreuz heruntergenommen und in Marias Scho\u00df gelegt wird (die Szene der Piet\u00e0), erz\u00e4hlt die Jungfrau Maria, was sie als n\u00e4chstes tat: \u201eIch f\u00fchrte Seinen Kopf und Seine H\u00e4nde an meine Brust und mein Herz und machte mich daran, das Blut des Heilands zu k\u00fcssen und zu trinken, und Joseph und Nikodemus nahmen mir den Leichnam weg und erlaubten mir nicht meine S\u00e4ttigung oder die Befriedigung meines Verlangens.\u201c<\/p>\n<p>Was passiert hier, und warum wird dieser spezielle Text hinzugef\u00fcgt? Im Wesentlichen folgt Maria einer vertrauten Praxis \u2013 die man sowohl in mittelalterlicher irischer Profanliteratur findet als auch von einer Reihe von Autoren historisch best\u00e4tigt wird \u2013, bei der eine jammernde (oder wehklagende) Mutter oder Ehefrau, die den gewaltsam get\u00f6teten K\u00f6rper ihres Sohnes oder Ehemannes betrauert, als Teil dieses Wehklage- oder Jammer-Rituals anf\u00e4ngt, das Blut aus den Wunden ihrer Geliebten aufzusaugen. In diesem Fall wird die Jungfrau Maria also als g\u00e4lisch-irische wehklagende oder jammernde Frau portr\u00e4tiert, um sich leichter mit ihr identifizieren zu k\u00f6nnen. \u00dcbrigens wird in einem faszinierenden religi\u00f6sen Barden-Gedicht, das aus Anlass des Festes des Kreuzestriumphs geschrieben und im Heiligengrab der Holycross Abbey im County Tipperary aufgef\u00fchrt wurde (wo eine Reliquie des Wahren Kreuzes aufbewahrt wurde), das Kreuz vom Dichter als Frau personifiziert und angeredet als \u201elady-leech\u201c (\u201cMarien-Egel\u201c) oder Marien-Arzt (das irische Wort f\u00fcr Arzt war zu dieser Zeit liaigh); und im Verlauf des Gedichts bezieht er sich dann auf das Marien-Kreuz, das das Blut des K\u00f6nigs trinkt und dadurch selbst zum \u201es\u00fc\u00dfen Schluck\u201c wird \u2013 als Heilmittel f\u00fcr S\u00fcnder.<\/p>\n<p>Die Assoziation zwischen der Jungfrau Maria und g\u00e4lisch-irischen Klageweibern sollte zu einer ganzen Tradition von caointe (Klageliedern) der Jungfrau Maria f\u00fchren, wie das \u201eSeacht nD\u00f3l\u00e1s na Maighdine Muire\u201c, die in m\u00fcndlicher \u00dcberlieferung zirkulierten.<\/p>\n<p>Schon im 8. Jhd. bat der Dichter Blathmac darum, dass man ihm erlaube, die Erfahrung des Schmerzes der Jungfrau zu teilen und die Wehklage in ihrer Gesellschaft zu vollf\u00fchren: \u201eCome to me, loving Mary, that I may keen with you your very dear one; alas that your son should go to the cross \u2013 he was a beautiful hero.\u201c Die Klage der drei Marien (oder Caoineadh na dtr\u00ed Muire) \u2013 die Jungfrau Maria, Maria, die Frau des Klopas und Maria Magdalena \u2013 sollten in ihren verschiedenen Versionen in den folgenden Jahrhunderten noch einen wichtigen Auff\u00fchrungsteil von Totenwachen, Begr\u00e4bnissen und in der Fastenzeit darstellen. Eine Version dieser Wehklage, die man in Galway gefunden hat, beginnt damit, dass Maria, die Mutter Jesu, den Hl. Petrus fragt, wohin Er gegangen sei (A Pheadair a aspail an bhfaca t\u00fa mo ghr\u00e1 geal? Peter, apostle, have you seen my bright darling-love?). Dieser Text wird in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden unterbrochen mit dem Ausruf \u201eM\u2019och\u00f3n agus m\u2019och\u00f3n \u00f3\u201c, das in sich selbst jenseits jeglicher \u00dcbersetzung liegt. W\u00e4hrend sich das Gedicht nun weiter fortentwickelt, beginnt ein Dialog zwischen Maria, der Mutter Jesu, und ihrem Sohn am Kreuz. Wenn er fragt, ob Maria ihn erkennt, antwortet sie: \u201eAn \u00e9 sin an maic\u00edn a d\u2019iomchar m\u00e9 tr\u00ed r\u00e1ithe?\u201d (is that the little son that I carried for three seasons?\u201d) n\u00f3 an \u00e9 sin an maic\u00edn a rugadh sa st\u00e1bla? \u2013 is that the little babe who was born in a stable in Bethlehem? M\u2019och\u00f3n agus m\u2019och\u00f3n \u00f3 \u2026<\/p>\n<p>Die einfache, aber dennoch brennend bewegende Natur des Dialogs ist charakteristisch f\u00fcr die einheimische irische spirituelle Tradition.<\/p>\n<p>Wir verf\u00fcgen \u00fcber einen gro\u00dfartigen Sammlungsbestand von traditionellen g\u00e4lischen Gebeten, die in einfachem, umgangssprachlichem Stil gehalten und so angelegt sind, dass man sie einfach behalten kann. Eben diese Gebete sind eng verwoben mit der irischen Sprache selbst \u2013 so sehr, dass man sie nur inad\u00e4quat ins Englische \u00fcbersetzen kann. Mit dem Niedergang der irischen Sprache im 19. Jhd. und seinem Verschwinden aus dem t\u00e4glichen Gebrauch verschwanden auch allm\u00e4hlich diese Volksgebete und hinterlie\u00dfen eine klaffende L\u00fccke in unserem spirituellen Leben, die nie wieder angemessen aufgef\u00fcllt wurde. Dieser Abbruch der irischen Sprache hat uns von viel spirituellem Erbe abgeschnitten, selbst wenn viele Spuren dieses Erbes verlockend um uns herum bleiben, etwa in den W\u00f6rtern und Ausdr\u00fccken, die wir in der angenommenen Sprache nutzen. Ich denke hier an die alte irische Frau aus dem Westen Irlands, die, als sie vor der neunten Kreuzwegstation meditierte, ausrief: \u201eAh, Jesus, Du bist wieder unten.\u201c Der irische And\u00e4chtige tendiert dazu, nicht auf Formen zu bestehen, wenn man Gott anruft, sondern str\u00f6mt eine angeborene Vertrautheit mit Christus aus.<\/p>\n<p>Tiefgr\u00fcndigkeit muss sich aber nicht auf extravagante Worte verlassen: das Werk eines zeitgen\u00f6ssischen irischen Sprachdichters, Se\u00e1n Leoch\u00e1in, ist daf\u00fcr ein typisches Beispiel. In seinem Gedicht \u201eAn Ch\u00e9ad Aoine\u201c oder \u201eThe First Friday\u201c erz\u00e4hlt er, wie der Priester zum Haus seines entkr\u00e4fteten Vaters hinauffuhr, um ihm die Kommunion zu bringen \u2013 und er erlaubt sich, sich dar\u00fcber zu wundern, dass \u201eCr\u00edost a theacht i gcarr athl\u00e1imhe a cheannaigh an sagart \u00f3 fhear i RosCom\u00e1in\u201d (\u201ethat Christ would come in a second-hand car that the priest had bought from a man in Roscommon\u201d\/\u201cdass Christus in einem Second-Hand-Auto kommen w\u00fcrde, das der Priester von einem Mann in Roscommon gekauft hatte\u201c). Die sch\u00f6ne Schlichtheit, aber dennoch wunderbare Tiefe dieses Ereignisses f\u00e4ngt viel von dem ein, was die irischsprachige spirituelle Tradition ausmacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Exkurs: Irische Folklore<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Geschichten des Leidens und des Todes Christi am Kreuz sind weit verbreitet in irischer Folklore, wie wir von einem reichen Geschichtenschatz wissen, der von Volkskundlern im fr\u00fchen 20. Jhd. gesammelt wurde, dessen Urspr\u00fcnge aber viel, viel weiter zur\u00fcckreichen. Diese beliebten Geschichten k\u00f6nnen vielleicht angesehen werden als Domestizierung der Passionsgeschichte f\u00fcr die Iren, um sie ihnen damit immer zu vergegenw\u00e4rtigen. So wurde zum Beispiel in einer Geschichte die Sch\u00f6pfung von \u201erobin redbreast\u201c (\u201cRotkehlchen\u201c) folgenderma\u00dfen erkl\u00e4rt: \u201eEs wird gesagt, dass das Blut unseres Herrn auf es [das Rotkehlchen] fiel, als es \u00fcber dem Kreuz schwebte. Im County Down wird die Legende weiter angereichert durch die \u00dcberlieferung, dass bis zu diesem Moment das Rotkehlchen nur ein Spatz war, bis dieses mirakul\u00f6se Ereignis eintrat. Auf alle F\u00e4lle wird er als \u201alucky bird\u2018 betrachtet.\u201c Von der Lerche wird unterdessen erz\u00e4hlt, dass sie die N\u00e4gel aus den H\u00e4nden Christi am Kreuz gezogen hat. In der Zwischenzeit begann eine vorbeikommende Kuh, das Blut zu trinken, das aus Christus herausfloss; und laut einer irischen \u00dcberlieferung ist das der Grund, warum man am Freitag kein Fleisch essen sollte. Der Grund, warum der Myrtenbusch so kleinw\u00fcchsig ist, wurde der \u00dcberlieferung zugeschrieben, dass die Gei\u00dfeln, mit denen Christus gemartert wurde, aus Myrte gemacht waren, \u201eder bis zu diesem Zeitpunkt ein Baum war\u201c.<\/p>\n<p>Zudem gab es die Geschichten, die einige andere Charaktere der Passionsgeschichte betreffen, zum Beispiel diese: \u201eDie Jungfrau Maria und das Jesuskind machten einen Spaziergang drau\u00dfen und sie kamen an einen wilden Naturwald. Im Wald kamen sie zu einer H\u00fctte, in der eine Frau mit einem Jungen sa\u00df. Die Frau erw\u00e4rmte gerade einen Topf mit Milch f\u00fcr ihr Kind. Sie gab ihrem Kind etwas Milch aus dem Topf zu trinken. Dann nahm sie den Topf und gab den Rest dem Jesuskind. Die Jungfrau dankte ihr und sie gingen weiter. Als unser Heiland ans Kreuz geh\u00e4ngt wurde, hingen zwei Diebe neben ihm, jeder auf einer Seite. Zuf\u00e4llig war derjenige auf der rechten Seite das Kind, mit dem er die Milch geteilt hatte. \u201aO Herr\u2018, sagte der Dieb auf der rechten Seite, \u201adu bist unschuldig, aber ich bin schuldig. Erinnere dich an mich, wenn du ins Reich deines Vaters eingehst\u2018. \u201aMorgen wirst du mit mir im Paradies sein\u2018, sagte unser Heiland. Er wurde gerettet und war mit ihm im Paradies am n\u00e4chsten Tag.\u201c<\/p>\n<p>Mein absoluter Favorit jedoch ist eine Geschichte, die nicht in Verbindung mit der Passionsgeschichte Christi steht, sondern eher mit seiner Auferstehung, und es geht ausgerechnet um den Ursprung des Tabaks. Vielleicht ist es nach der ganzen Rede \u00fcber das Leiden und den Tod Christi passend, mit einer Geschichte zu schlie\u00dfen, die sich um seine Auferstehung dreht, da nun gerade auch Osterzeit ist. Die folgende Geschichte wurde im County Antrim gesammelt: \u201eIch habe diese Geschichte von meiner eigenen Mutter geh\u00f6rt und sie glaubte in gro\u00dfem Stil an Tabak als gro\u00dfartiges Heilmittel f\u00fcr alle m\u00f6glichen Dinge. Sie sagte also f\u00fcr gew\u00f6hnlich, dass niemand jemals Ansto\u00df an Tabak nehmen solle, denn die selige Jungfrau Maria war selbst die erste Person auf Erden, die ihn rauchte.<\/p>\n<p>Denn es geschah, dass, nachdem unser Herr vom Kreuz genommen und ins Grab gelegt wurde, keiner der J\u00fcnger anwesend war, aus dem schlichten Grund, dass sie Angst hatten oder \u00c4hnliches.<\/p>\n<p>Doch am Ostermorgen ging dennoch einer der J\u00fcnger zum Grab, um seinem Herrn und Meister Achtung zu erweisen. Zuf\u00e4llig traf er die selige Jungfrau Maria und \u2013 wer h\u00e4tte das gedacht? \u2013 hatte sie da nicht irgendetwas im Mund, und ging vom Mund nicht Rauch aus?<\/p>\n<p>Und so erz\u00e4hlte die selige Jungfrau Maria dem J\u00fcnger, dass der Herr von den Toten auferstanden sei, wie er versprochen hatte, am dritten Tage nach seinem Tod am Kreuz. Aber der J\u00fcnger fragte sie, warum sie am Mund rauche und sie antwortete, sie habe im Inneren des Grabes unseres Herrn ein Gras gefunden und dass ein Engel dort gewesen sei, und dieser Engel habe ihr gesagt, dass sie es rollen, anz\u00fcnden und paffen m\u00fcsse, denn es w\u00fcrde ihr helfen.<\/p>\n<p>So gehorchte sie dem Engel und das war der Grund, warum sie rauchte. Und der J\u00fcnger fragte sie, was der Name davon sei und sie sagte, es sei \u201atomb-bacco\u2018 (\u201aGrab-Gras\u2018), nur weil es zuerst gefunden wurde, als es im Grab unseres Herrn wuchs, und es sollte niemals \u201atobacco\u2018 genannt werden, sondern immer \u201atomb-bacco\u2018.\u201c<\/p>\n<p>Die Gegenst\u00e4nde der irischen Folkloretradition sind unsagbar vielf\u00e4ltig, und leider haben wir auch nicht die Zeit, sie im Vorbeigehen zu erw\u00e4hnen. Sie wurden nat\u00fcrlich unterst\u00fctzt von einer Schar einfacher, beliebter Gebete f\u00fcr alle Arten t\u00e4glicher Aktivit\u00e4ten \u2013 Gebete, die die Passion Christi ins Ged\u00e4chtnis riefen an verschiedenen Zeiten des Tages, denn die verschiedenen Elemente waren in eben diese Ausdrucksweisen der Gebete selbst hineingewoben.<\/p>\n<p>In der irischen Tradition wurde Christus dann auch als sehr nahestehend angesehen; schnell bei der Hand; der irische Spruch \u201eis gaire cabhair D\u00e9 n\u00e1 an doras\u201c (\u201eGottes Hilfe ist n\u00e4her als die T\u00fcr\u201c) f\u00e4ngt etwas davon ein. Es wird auch in den alten Worten eingefangen, in denen die Gegenwart Christi angerufen wird, mit und um die Person, hinter und vor ihr, \u00fcber und unter ihr. Am besten wird dies deutlich in der Formulierung \u201eCriost liom\u201c \u2013 \u201eChristus, sei mit mir\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. &nbsp; Ich werde einige Aspekte der irischen spirituellen Tradition unter folgendem Blickwinkel untersuchen: den Blick auf die Passion Christi und auf seinen Tod am Kreuz. Dadurch m\u00f6ge klar werden, wie sich das irische Verst\u00e4ndnis dieses Ereignisses \u00fcber die Jahrhunderte entwickelt hat. 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