{"id":114405,"date":"2025-12-01T11:27:04","date_gmt":"2025-12-01T10:27:04","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=114405"},"modified":"2025-12-01T11:27:04","modified_gmt":"2025-12-01T10:27:04","slug":"die-psalmen-und-das-gebet-der-sammlung-bei-romano-guardini","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-psalmen-und-das-gebet-der-sammlung-bei-romano-guardini\/","title":{"rendered":"Die Psalmen und das Gebet der Sammlung bei Romano Guardini"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"Initiale CharOverride-57\">M<\/span>eine sehr geehrten Damen und Herren,<\/p>\n<p class=\"fliess\">mein Vortrag besteht aus drei Teilen: Im ersten Teil geht es um das Gebet der Sammlung bei Romano Guardini. Aus dem Gebet der Sammlung geht nach Guardini das mystische Gebet hervor. Damit besch\u00e4ftigen wir uns im zweiten Teil meines Vortrags. Und im dritten Teil stelle ich Guardinis Verst\u00e4ndnis der Psalmen vor, das sich aus den beiden vorangehenden Themen erschlie\u00dft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Das Gebet der Sammlung<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Schule der Sammlung<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Romano Guardini geh\u00f6rte zu einer philosophischen Bewegung in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts, die als <span class=\"Minion-Italic\">Schule der Sammlung<\/span> bezeichnet wird. Dazu sind so bekannte Philosophen wie Max Scheler, Martin Buber, Gabriel Marcel und Martin Heidegger zu rechnen. Bewusst oder unbewusst kn\u00fcpften sie mit dem Begriff der Sammlung an eine Tradition an, die bis in die Anf\u00e4nge der christlichen Spiritualit\u00e4tsgeschichte zur\u00fcckreicht. In Kreisen katholischer Intellektueller sah man in der Katastrophe des ersten Weltkriegs einen \u201eZusammenbruch des neuzeitlichen Geistes\u201c. Die Niederlage des als protestantisch verstandenen Deutschen Reiches von 1918 deuteten einflussreiche katholische Intellektuelle als Sieg des Katholizismus \u00fcber den Protestantismus. Als ma\u00dfgeblichen Philosophen des Protestantismus sah man Immanuel Kant (1724\u20131804) an. Der mit ihm verbundene reformatorische Individualismus und Skeptizismus, der dem Menschen metaphysische Erkenntnisse abspreche, sei gescheitert.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bei aller Eigenst\u00e4ndigkeit war auch Romano Guardini von dieser geistesgeschichtlichen Atmosph\u00e4re beeinflusst. Ohne sie l\u00e4sst sich seine Theologie des Gebetes nicht verstehen. F\u00fcr Guardini und viele seiner katholischen Zeitgenossen repr\u00e4sentiert der Philosoph Immanuel Kant das Selbstverst\u00e4ndnis der Moderne par excellence. Der erkenntnistheoretische Skeptizismus, derzufolge Gott und das Wesen der Dinge nicht erkannt werden k\u00f6nnen, geht auf den Philosophen aus K\u00f6nigsberg zur\u00fcck. Die zeitgen\u00f6ssische Philosophie, so Guardini, sei dabei, durch die \u201eWende zu den Dingen\u201c die Philosophie Kants zu \u00fcberwinden. Damit werde das \u201ekatholische Seinsverst\u00e4ndnis\u201c rehabilitiert. Das Wort von der \u201eWesensschau\u201c machte in diesen Kreisen die Runde.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die hier skizzierten philosophischen Hintergr\u00fcnde sind f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Gebetes bei Guardini von Bedeutung. F\u00fcr Guardini beginnt das Gebet mit der Sammlung des Bewusstseins. Diese f\u00fchrt zu einer vertieften Form der Wahrnehmung. In der Zerstreuung nimmt der Mensch nur die \u00e4u\u00dfere Seite der Wirklichkeit wahr, in der Sammlung gelangt er in Kontakt mit der Innenseite der Dinge, mit ihrem Wesen. Erst wenn wir in diesen Bereich eintreten, kann sinnvollerweise von Gott und vom Gebet gesprochen werden. In der Neuzeit, so Guardini, hat der Mensch seine ganze Energie auf das Tun und auf den Willen, auf die vom Menschen gewollte Formung der \u00e4u\u00dferen Wirklichkeit gerichtet. So beeindruckend die Errungenschaften in Wissenschaft und Technik, die dieser Haltung entspringen, auch sein m\u00f6gen, so haben sie doch eine innere Leere hinterlassen. Guardini und viele seiner (katholischen) Zeitgenossen sahen die Zeit gekommen, diese einseitige Mentalit\u00e4t zu \u00fcberwinden und die Dinge wieder ins Lot zu bringen. In der zeitgen\u00f6ssischen Philosophie, insbesondere der Ph\u00e4nomenologie und zum Teil auch der Lebensphilosophie, sahen sie Verb\u00fcndete, um den neuzeitlichen \u201eWillen zur Macht\u201c (Nietzsche) und zur \u201eTat\u201c (Fichte) zu unterbrechen, und (wieder neu) nach dem \u201eSinn von Sein\u201c (Heidegger) zu fragen. Nicht haben sich die Dinge nach dem Menschen, sondern der Mensch hat sich nach der \u201eWahrheit der Dinge\u201c zu richten. In der Orientierung am Mittelalter, das vom Vorrang des beschaulichen vor dem t\u00e4tigen Leben gepr\u00e4gt war, fand Guardini eine Quelle der Inspiration, um die dunkle Seite der Moderne zu \u00fcberwinden. Das Schlusskapitel in seinem Werk <span class=\"Minion-Italic\">Vom Geist der Liturgie<\/span> tr\u00e4gt die \u00dcberschrift <span class=\"Minion-Italic\">Der Primat des Logos \u00fcber das Ethos<\/span>. Darum geht es Guardini auch im Gebet. Bevor man versucht, Gott seinen eigenen Willen aufzuzwingen, ihn in seine Alltagssorgen einzuspannen, geht es im Gebet zun\u00e4chst einmal darum, wahrzunehmen, was ist und was Gott (von mir) will. Das aber ist nur m\u00f6glich, wenn ich bei mir selbst einkehre, wenn ich mich sammle.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Die \u00dcbung der Sammlung<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Nach seiner einflussreichen Schrift <span class=\"Minion-Italic\">Vom Geist der Liturgie<\/span> (1918), in der sich Romano Guardini mit der liturgischen Form des Betens besch\u00e4ftigt hatte, musste er sich erst allm\u00e4hlich zu einer ausdr\u00fccklichen Wertsch\u00e4tzung des pers\u00f6nlichen Gebetes durcharbeiten. Doch das gelang ihm erstaunlich schnell. Die im Jahre 1921 erschienenen <span class=\"Minion-Italic\">Briefe \u00fcber Selbstbildung<\/span> enthalten erste Ans\u00e4tze in diese Richtung. Deutlich zu sp\u00fcren ist der Einfluss der Jugendbewegung. Einige Jahre sp\u00e4ter erschien eine Aufsatzfolge \u00dcber einige Fragen des <span class=\"Minion-Italic\">inneren Lebens, <\/span>die im Jahre 1929 unter dem Titel <span class=\"Minion-Italic\">Das Gute, das Gewissen und die Sammlung <\/span>in Buchform herauskam.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Darin unterscheidet Guardini ein \u00e4u\u00dferes und ein inneres Leben. Beide sind miteinander verbunden, aber doch zu unterscheiden. Wenn das innere Leben verwahrlost, dann auch das \u00e4u\u00dfere. Den Grund f\u00fcr die \u201eVerwahrlosung unserer Zeit\u201c sieht Guardini in der inneren Verwahrlosung des Menschen: \u201eWir m\u00fcssen unser Inneres reinigen. M\u00fcssen aufmerksam und bereit werden\u201c (53). Dazu gibt es eine \u00dcbung: \u201e<span class=\"Minion-Italic\">Die \u00dcbung der Sammlung. <\/span>Alle Meister des inneren Lebens sprechen von ihr\u201c (55). In jedem Menschen gibt es einen \u201einneren Raum\u201c (55). Doch die meisten wissen nicht darum; bei ihnen ist der innere Raum verschlossen und verwahrlost. \u201eHier liegt also eine Aufgabe. [\u2026] Die Innenwelt muss aufgetan werden\u201c (56).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Guardini gibt nun sehr konkrete Anleitungen, wie diese \u00dcbung im Alltag praktiziert werden kann. Das Gegenteil der Sammlung ist die Zerstreuung. Das Leben des modernen Menschen spielt sich weitgehend im \u00c4u\u00dferen ab. H\u00e4ufig erliegt er dabei der Gefahr der Zerstreuung. Das war auch bereits in den 1920er Jahren der Fall, als Deutschland die Phase einer \u00fcberhitzten Modernisierung erlebte, die einige Jahre sp\u00e4ter in die Katastrophe f\u00fchrte. Guardinis Weisungen k\u00f6nnten unmittelbar in unsere Zeit gesprochen sein, wenn er schreibt: \u201eWir haben eine Hygiene des Essens; aber es kommt uns nicht in den Sinn, ob es nicht auch eine Hygiene des Sehens, des H\u00f6rens, des Lesens gebe. M\u00fcssen wir wirklich alles in uns hineinlassen? Machen wir einmal den Versuch: Wenn wir durch die Stadt gegangen sind, durch belebte Stra\u00dfen, an Menschen und L\u00e4den vorbei; pr\u00fcfen wir dann unser Inneres, wie es darin aussieht. Welche Wirrsal von Eindr\u00fccken! Welche Zerfahrenheit der Gedanken! Welches Hin und Her von Erregungen und W\u00fcnschen; von Unruhe und Unzufriedenheit! Wieviel H\u00e4ssliches auch! Muss das sein? Hier geh\u00f6rt das her, was die geistliche Lehre die \u201aHut der Sinne\u2018 hei\u00dft, die Zucht der Aufmerksamkeit\u201c (60). \u00dcbung der Sammlung w\u00fcrde bedeuten, \u201edass wir alledem gegen\u00fcber Ruhe gewinnen. Dass wir die Eindr\u00fccke sieben\u201c (61). Schritte auf dem Weg der Sammlung sind nach Guardini die \u201eZucht der Sinne und der Aufmerksamkeit\u201c (59), \u201edie Einsamkeit und das Schweigen\u201c (62), \u201edie stille Aufmerksamkeit nach innen hin\u201c (63). Er r\u00e4t dazu, zweimal am Tag diese \u00dcbung zu praktizieren. Anders ist kein Fortschritt zu erzielen. Wenn wir in die Stille gehen, merken wir \u201eerst richtig, wie tief die Unrast in den Nerven sitzt. Tausend Dinge kommen und wollen getan sein\u201c (67). Im Stile der Autosuggestion f\u00fchrt Guardini in seinem Vortrag in die Stille ein: \u201enun bin ich ruhig; ganz ruhig. Bis in mein Innerstes hinein. [\u2026] Die vielerlei Gedanken \u2013 weg! Das unrastige W\u00fcnschen \u2013 weg! Nicht durch Willenszwang, sondern durch ein leises, entschiedenes Hinaustun. [\u2026] Ganz gegenw\u00e4rtig sein. Ganz da\u201c (67). Wer diese \u00dcbung regelm\u00e4\u00dfig praktiziert, erlebt \u201eErquickung und Erneuerung\u201c (67).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Was Guardini hier vortr\u00e4gt, nennen wir heute <span class=\"Minion-Italic\">gef\u00fchrte Meditation. <\/span>Sie kann eine erste Hilfe sein, in die eigene Tiefe zu kommen. Sie ist allerdings nur der Beginn eines Weges, der noch weiter f\u00fchrt. Doch ohne Sammlung geht es nicht. Die \u00dcbung der Sammlung ist nach Guardini die Voraussetzung f\u00fcr das Gebet. Mehr noch: Wenn wir \u201edie Stille hinuntersinken lassen; immer tiefer ins eigene Selbst hinab\u201c steigen, sind wir bereits im Gebet: \u201eWer sich so bereitet, aus dem geht das Gebet fast von selbst hervor\u201c (68).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Geistliche \u00dcbungen<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Im Herbst 1930 hat der damals 45-j\u00e4hrige Romano Guardini auf Burg Rothenfels erstmals geistliche \u00dcbungen angeboten. Bei geistlichen \u00dcbungen denken wir in der katholischen Tradition gew\u00f6hnlich an theologisch-besinnliche Vortr\u00e4ge im Rahmen von Exerzitien. Guardini hat dieses Modell jedoch wesentlich erweitert. Damit wurde er zu einem Pionier der modernen Meditationsbewegung.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Worin bestand das Neue seiner \u00dcbungen? Ein Blick in den Tagesplan seiner Kurse zeigt \u00dcberraschendes: Schweigen \u2013 Zur Ruhe kommen \u2013 Heilige Schrift \u2013 Einsamkeit \u2013 Gegenw\u00e4rtigkeit \u2013 Gymnastik \u2013 Atem \u2013 Meditation \u2013 Absichtslosigkeit. Das klassische und auch heute noch verbreitete Modell der Einf\u00fchrung in den Glauben besteht in der Abfolge von: Glauben \u2013 Verstehen \u2013 Praktizieren. Der Inhalt des Glaubens (<span class=\"Minion-Italic\">fides quae<\/span>) wird in Vortr\u00e4gen erkl\u00e4rt, die Teilnehmer verstehen einiges und bringen das, was sie verstanden haben, in ihrem Alltag zur Anwendung. Ohne dieses Modell komplett \u00fcber Bord zu werfen, stellt ihm Guardini ein Modell an die Seite, das die Reihenfolge umkehrt: Praktizieren \u2013 Erfahren \u2013 Verstehen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das Paradoxe ist: Es beginnt mit einem Tun, das jedoch bei genauerem Hinsehen ein Nicht-Tun ist. Am Anfang von Allem steht das Schweigen. H\u00f6ren wir Guardini: \u201eVor Allem: Wir wollen lernen, still zu werden. Alles das, worum es hier geht, wird zerst\u00f6rt, wenn es nicht vom Schweigen umfangen wird\u201c (12). Mit dem \u00e4u\u00dferen Schweigen ist es allerdings nicht getan. Es geht um einen Prozess innerer Wandlung: \u201eSchweigen bedeutet nicht Abwesenheit des Sprechens, sondern den lebendigen Gegenwert dazu: Den Akt der Stille; die Haltung, die horcht, in welcher die Tiefe sich auftut und die Kr\u00e4fte sich sammeln. [\u2026] Wir k\u00f6nnen uns den Mund verbieten und dahinter geschw\u00e4tzig sein. [\u2026] Worauf es ankommt, ist, dass die Stille hineinsinke; dass unser Wesen sich immer tiefer in der Ruhe l\u00f6se\u201c (13).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dieses zutiefst pers\u00f6nliche Tun, dieses \u201einnere Einsamsein\u201c, wie Guardini sagt, hat enorme Auswirkungen auf die Gemeinschaft. Es ist ein Paradox: Die Gemeinschaft wird nicht durch \u00e4u\u00dfere Einwirkungen ver\u00e4ndert, sondern von innen her. Alles \u00e4u\u00dfere Tun soll gelassen werden: \u201eWas aber sonst Gemeinsamkeit ausmacht: Das Miteinander-Reden, das Beieinander-Sitzen, der besondere Verkehr der Gruppen und kleinen Kreise \u2013 darauf wollen wir verzichten. Jeder soll mit sich allein sein. Das schafft freien Raum; macht, dass der Einzelne zu sich kommt, sich richtig sieht und sich selbst standh\u00e4lt\u201c (13). Es entsteht eine Gemeinschaft, die \u201ein den Seelen erwacht\u201c, die von innen her tr\u00e4gt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Guardini wei\u00df um die Herausforderungen, die mit diesem Weg verbunden sind. Er verspricht kein Wolkenkuckucksheim und tappt nicht in die Falle der Wellness-Spiritualit\u00e4t. Er beschreibt die \u00dcbungsschritte und die Haltungen, um die es geht, n\u00fcchtern und klar. Eine davon lautet: Wahrnehmen, nicht bewerten! Hier zeigt sich der Einfluss der Lebensphilosophie. Guardini schreibt: \u201eDie Kritik abtun. Was wir vorhaben, k\u00f6nnen wir nicht mit der Frage beginnen, ob es so richtig ist, wie es hier gemacht wird. [\u2026] Beginnen wir [\u2026] mit der Kritik, dann kommen wir \u00fcberhaupt zu keinem Anfang. [\u2026] Mit dem Wegtun der Kritik ist [\u2026] nicht gemeint, dass wir kritiklos sein sollen, sondern es wird darauf aufmerksam gemacht, in welcher Weise solche Dinge zustandekommen, wie sie uns hier vorschweben. Wer Kritik \u00fcbt, tritt aus dem lebendigen Strom heraus. Statt zu leben, beurteilt er. Dann erstarrt der innere Vorgang; gerade das, worauf es ankommt, h\u00f6rt auf. Wir wollen also vertrauend in das lebendige Gef\u00fcge eintreten und uns dem auftun, was hier getan wird\u201c (13f).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt: Absichtslosigkeit: \u201eKeine Absichten haben. Wir wollen nichts erreichen, erarbeiten, durchk\u00e4mpfen oder wie man das ausdr\u00fccken mag, sondern nur da sein, leben und uns \u00f6ffnen, was an uns kommt. [\u2026] Es gibt tiefe Dinge, die nur geschehen k\u00f6nnen, wenn man nichts beabsichtigt\u201c (14).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Es wird auf diesem Weg Phasen der Trockenheit geben. Dann kommt es darauf an, dranzubleiben und nicht aufzugeben: \u201eSicher kommen Stunden der Erschlaffung, der Gleichg\u00fcltigkeit, der Unlust. Lassen wir los, dann zerrinnt das sch\u00f6ne Werk. Also wollen wir treu sein, und was hier w\u00e4chst, zu guter Vollendung bringen\u201c (15).<\/p>\n<p class=\"fliess\">In seinen Ausf\u00fchrungen zur Meditation ist eine leise Kritik an den Exerzitien des hl. Ignatius herauszuh\u00f6ren, zumindest in der Form, wie sie damals \u2013 vereinzelt wohl auch noch heute \u2013 praktiziert wurden, mit ihrer starken Betonung des Willens und des Vorsatzes: \u201eGott wirkt nach der Weise des Lebens: Er r\u00fchrt an und l\u00f6st Bewegung aus; er legt einen Samen, der keimt, wenn es Zeit ist; er senkt eine Gestalt ein, die dann langsam durchdringt. [\u2026] Vielleicht kommt kein einziges \u201aErgebnis\u2018 heraus; keine niederzuschreibende Erkenntnis; keine besonderen Vors\u00e4tze nach Erstens, Zweitens, Drittens\u201c (16f).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Guardini zeigt uns, worauf es ankommt: \u201estill werden \u2026, gegenw\u00e4rtig sein, offen werden\u201c (20). Mit dieser Haltung beginnt das Gebet. Mehr noch, sie ist bereits Gebet: \u201eVon der Sammlung h\u00e4ngt alles ab. Keine M\u00fche, die darauf verwendet wird, ist vertan. Und wenn selbst die ganze Gebetszeit damit hinginge, sie zu suchen, w\u00e4re sie gut verwendet, denn im Grunde ist die Sammlung ja in sich schon Gebet.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Vorschule des Betens<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Mit der erstmals im Jahre 1943 erschienen Schrift <span class=\"Minion-Italic\">Vorschule des Betens<\/span> hat Guardini einen Klassiker der modernen Gebetsliteratur verfasst, der in vielen Auflagen erschienen und vielfach \u00fcbersetzt worden ist. Der Grundgedanke des Buches lautet: Beten kann man lernen, wenn man es \u00fcbt. \u201eVon diesem \u00dcben des Gebets soll hier die Rede sein. Es besteht vor allem darin, dass es zu bestimmten Stunden verrichtet wird: morgens, vor dem Beginn des Tagewerkes und abends, bevor man zur Ruhe geht. [\u2026] Zu jedem \u00dcben geh\u00f6rt auch die rechte Haltung, die \u00e4u\u00dfere und besonders die innere; die Sammlung vor dem Beginn und die Selbstzucht im Fortgang des Gebetes. [\u2026] Ohne Gebet wird der Glaube matt, und das religi\u00f6se Leben verk\u00fcmmert. Man kann auf die Dauer kein Christ sein, ohne zu beten \u2013 sowenig man leben kann, ohne zu atmen\u201c (14f). Das Buch besticht durch seine Klarheit, seinen Realismus und seine geistige Tiefe. Guardini wei\u00df um die Not des Gebets: \u201eIm allgemeinen betet der Mensch nicht gern. Er empfindet dabei leicht eine Langeweile, eine Verlegenheit, einen Widerwillen, geradezu eine Feindseligkeit. Alles andere erscheint dann reizvoller und wichtiger. Er sagt, er habe keine Zeit, und das und jenes sei dringlich; sobald er aber daraufhin das Gebet verlassen hat, kann er die \u00fcberfl\u00fcssigsten Dinge tun\u201c (15). Wer kennt das nicht?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Guardini geht noch einen Schritt weiter. Beten ist nicht nur etwas zutiefst Christliches, sondern etwas zutiefst Menschliches. Er greift Beobachtungen von \u00c4rzten und Therapeuten auf: \u201eDer Mensch, der nur nach au\u00dfen hin lebt, von einem Eindruck zum anderen gerissen wird, redet, strebt, arbeitet, k\u00e4mpft, sich schlie\u00dflich verbrauchen und verkrampfen muss. Soll das nicht geschehen, dann muss das Leben auch die Gegenrichtung nach innen nehmen; es muss sich von den Wurzeln her erneuern, Kraft sammeln, Spannung gewinnen\u201c (16). Urlaub und Erholung, so die Erfahrung, reichen nicht. Sie bewirken zwar \u201eeine k\u00f6rperlich-seelische Kr\u00e4ftigung, die sich aber bald wieder verbraucht. Was not tut, ist ein echtes Gegengewicht, das immer wirkt. [\u2026] Der Mensch bedarf des Gebetes, um seelisch gesund zu sein\u201c (16f). Es geht um die rechte Weise des Betens, so ist zu erg\u00e4nzen, denn es gibt auch Formen des Betens, die den Menschen krank machen und verk\u00fcmmern lassen. Auch darauf geht Guardini ein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Anthropologie, die der Gebetslehre Guardinis zugrunde liegt, ist die Lehre vom \u00e4u\u00dferen und vom inneren Menschen. Wir finden sie bei Paulus, aber auch bei Platon, in vielen Religionen und Kulturen. Ihr zufolge gibt es in jedem von uns ein inneres und ein \u00e4u\u00dferes Leben. Das \u00e4u\u00dfere, das \u201enat\u00fcrliche\u201c Leben ist unserem unmittelbaren F\u00fchlen und Wissen zug\u00e4nglich; das andere, innere Leben \u201ehingegen ist verborgen, dringt nur selten in die Erfahrung, muss geglaubt und gepflegt werden\u201c (18). Darum geht es im Gebet. Bekommt der innere Mensch keine bek\u00f6mmliche Nahrung, verk\u00fcmmert er und stirbt. Das hat gravierende Konsequenzen f\u00fcr den Einzelnen wie f\u00fcr die gesamte Kultur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 class=\"fliess-ohne-EZG\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">Das Erwachen der geistlichen Sinne<\/span><\/h4>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Christliches Beten richtet sich auf Gott hin aus. Doch ohne innere und \u00e4u\u00dfere Ordnung ist Gott \u201enicht zu haben\u201c: \u201eIm Raum der Sammlung [\u2026] tritt die Wirklichkeit des lebendigen Gottes hervor. Vor diese Wirklichkeit zu gelangen, ist die erste Aufgabe und M\u00fchsal des Gebetes \u2013 die zweite, seiner heiligen Gegenwart standzuhalten und ihren Forderungen zu gen\u00fcgen\u201c (44). Guardini kommt auf das Thema der Gotteserfahrung zu sprechen. Einerseits ist Gott in dieser Welt nicht zu erfahren; er ist nichts von dem, was wir in und um uns herum wahrnehmen. Diese Leere gilt es \u2013 auch im Gebet \u2013 auszuhalten. Mehr noch, in diese Leere m\u00fcssen wir ganz bewusst hineingehen. Dazu brauchen wir einen starken Willen; Guardini spricht von der \u201eM\u00fchsal des Gebetes\u201c: \u201eWir haben das Wort \u201aM\u00fchsal\u2018 gebraucht, und mit Bedacht, denn das Gebet kann wirklich eine solche sein. Manchmal geht es leicht, als lebendige Sprache, vom Herzen; aufs Ganze des Lebens und die Vielheit der Menschen gesehen, bleibt das aber die Ausnahme. Meistens muss es gewollt und ge\u00fcbt werden, und die M\u00fche dieser \u00dcbung kommt zu einem guten Teil daher, dass die Wirklichkeit Gottes nicht empfunden wird. Dem Betenden ist dann zumute, als ob er im Leeren stehe, und alles andere scheint dringlicher, weil es f\u00fchlbar da ist. So kommt es darauf an, auszuharren. [\u2026] Denn in der Leere der Stunde auszuhalten, hat einen besonderen Sinn, der durch kein noch so urspr\u00fcngliches Gebet zu anderer Zeit ersetzt werden kann. Es bedeutet n\u00e4mlich, mit dem Glauben im strengsten Sinne Ernst zu machen; das Gebet ganz aus der Treue gegen Gottes Wort zu vollbringen und ins Dunkle zu sprechen, auf Den hin, der h\u00f6rt, auch wenn man von Ihm nichts wei\u00df\u201c (44).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Viele sagen: \u201eDas Gebet bringt mir nichts\u201c. Diese Erfahrung gilt es ernst zu nehmen, und doch d\u00fcrfen wir nicht aufgeben. Denn Gott <span class=\"Minion-Italic\">will<\/span> uns etwas geben, mehr noch: er will sich uns selbst geben, doch er kann nicht, da wir keinen Platz f\u00fcr ihn haben; wir sind besetzt mit allen m\u00f6glichen Gedanken, W\u00fcnschen und Phantasien, mit allem, was uns besch\u00e4ftigt. In der <span class=\"Minion-Italic\">Vorschule des Betens<\/span> wird uns dies auf schmerzhafte Weise bewusst. Wenn wir dabei aushalten, findet ein Prozess der Reinigung statt. Die Tradition spricht von der <span class=\"Minion-Italic\">via purgativa<\/span>, dem Weg der Reinigung. Es ist eine Art von Fegefeuer (<span class=\"Minion-Italic\">purgatorium<\/span>), ein Feuer, das uns reinigt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn wir dabei aushalten, dann kann es geschehen, dass sich nach einiger Zeit die Leere f\u00fcllt. \u201eGott ist ja nicht nur Gedanke oder Phantasie oder Gef\u00fchl, sondern Wirklichkeit. Und Er lebt nicht in selig-gleichg\u00fcltiger Enthobenheit \u00fcber uns dahin, sondern liebt uns [\u2026] und Er wird sich dem, der in Treue ausharrt, bezeugen\u201c (45).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nach einer (l\u00e4ngeren) Zeit der \u00dcbung kann sich so etwas wie eine Wahrnehmung Gottes einstellen \u2013 eine Wahrnehmung nicht mit den k\u00f6rperlichen, sondern mit den geistlichen Sinnen. \u201eDarum sprechen die Meister des religi\u00f6sen Lebens von den geistlichen Sinnen: dem inneren Auge und Ohr und Gef\u00fchl und Geschmack und meinen damit verschiedene Weisen, wie Gottes Wirklichkeit erfahren werden kann\u201c (46). Wenn wir nicht mehr gut h\u00f6ren k\u00f6nnen, gehen wir zum Ohrenarzt, wenn unser Augenlicht schw\u00e4cher wird, hilft uns der Augenarzt. Doch wir haben nicht nur k\u00f6rperliche, sondern auch geistliche Sinne. Bei vielen Menschen sind die geistlichen Sinne abgestorben oder eingeschlafen. Deshalb k\u00f6nnen wir Gott nicht wahrnehmen und meinen, er sei nicht da oder es g\u00e4be ihn nicht. Hier setzt die \u00dcbung des Gebetes an, wie Guardini sie beschreibt. Sie kann tats\u00e4chlich zu einer echten Erfahrung Gottes f\u00fchren: \u201eDiese Wirklichkeit Gottes kann sich in verschiedener St\u00e4rke bezeugen, vom leisen Hauch bis zur Macht, die den Menschen ganz \u00fcberflutet. Sie wird mit dem Eigenlichsten unseres Wesens aufgenommen: mit dem Grunde der Seele, mit der H\u00f6he des Geistes, mit dem Lichtesten des inneren Lebens\u201c (46).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Allerdings d\u00fcrfen wir uns mit diesen Erfahrungen nicht identifizieren. Wir k\u00f6nnen sie nicht festhalten. Der Grund daf\u00fcr, dass Gott sich immer wieder unserer Erfahrung entzieht, liegt darin, dass wir nur allzu leicht der Gefahr erliegen, nicht <span class=\"Minion-Italic\">Gott<\/span> zu lieben, sondern die sch\u00f6nen Gef\u00fchle, die mit seiner Gegenwart einhergehen. Deshalb warnt Guardini zu Recht: \u201eDoch muss das Gebet von solchen Erfahrungen unabh\u00e4ngig bleiben. Gibt sich Gott zu f\u00fchlen, darf der Betende in der F\u00fclle stehen, dann soll er daf\u00fcr dankbar sein und sie wohl h\u00fcten. Kommt er aber ins Leere, dann muss er sich auf den blo\u00dfen Glauben st\u00fctzen und ausharren\u201c (46).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Das mystische Gebet<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Wenn das Gebet der Sammlung konsequent praktiziert wird, geht es flie\u00dfend in das mystische Gebet \u00fcber. Zumindest kann das so sein. Von daher ist es folgerichtig, dass Guardini in seiner <span class=\"Minion-Italic\">Vorschule des Betens<\/span> auch auf das mystische Gebet eingeht, obwohl ihm nat\u00fcrlich klar ist \u2013 und er sagt es ausdr\u00fccklich \u2013, dass er damit weit \u00fcber eine Vorschule des Betens hinausgeht. Guardinis Ausf\u00fchrungen zum mystischen Gebet sind f\u00fcr unser Thema aus zwei Gr\u00fcnden wichtig: Zum einen zeigen sie, dass Guardini selbst ein Mystiker war. Anders kann man seine Ausf\u00fchrungen zum mystischen Gebet nicht verstehen. Hier spricht jemand aus eigener Erfahrung, nicht aus angelesenem Wissen. Und zweitens ist dies f\u00fcr den dritten Teil meines Vortrages von Bedeutung: Guardinis Verst\u00e4ndnis der Psalmen. Deshalb m\u00f6chte ich in diesem zweiten Teil meines Vortrags einige Passagen aus dem Abschnitt <span class=\"Minion-Italic\">Das mystische Gebet<\/span> vorstellen und mit wenigen Worten kommentieren:<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eVielleicht macht der Betrachtende einmal eine eigent\u00fcmliche Erfahrung. Lange Zeit hat er aus dem Glauben heraus \u00fcber Gott nachgedacht; pl\u00f6tzlich ist Gott selbst da. Damit ist nicht gemeint, der Betende sei besonders and\u00e4chtig, der Gedanke an Gott werde ihm sehr eindrucksvoll, sein Herz empfinde starke Liebe zu Ihm oder etwas Derartiges, sondern er f\u00fchlt, dass das, was ihm da entgegentritt, ganz neu und anders ist. Eine Wand ist durchsto\u00dfen, die vorher da war. [\u2026] In der Erfahrung, von der wir reden, f\u00e4llt die Schranke des Gedachtseins weg, und eine unmittelbare Innewerdung geschieht.\u201c (120f)<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eDas kann den Erfahrenden zuerst sehr verwirren. Er f\u00fchlt sich in einer ganz neuen Weise ber\u00fchrt; in einen Zustand versetzt, den er bis dahin noch nicht kennengelernt hat. Sein Innerstes aber ahnt: \u201adas ist Gott\u2018 oder doch wenigstens: \u201adas h\u00e4ngt mit Gott zusammen\u2018. Diese Ahnung schreckt ihn vielleicht. Er wei\u00df nicht, ob er wagen darf, so zu sprechen, und ist unsicher, wie er sich verhalten soll. Aus der Ahnung wird aber bald eine Gewissheit; sogar eine von besonderer Sicherheit. W\u00e4hrend des Erfahrens selbst ist ein Zweifel kaum m\u00f6glich\u201c (121)<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eDie Zweifel kommen erst nachher; etwa wenn er merkt, dass die gew\u00f6hnlichen Vorstellungen vom inneren Leben nicht mehr zutreffen, oder andere Menschen von diesen Dingen nichts wissen. Verwirrend ist auch, dass ihm die Worte fehlen, sie auszusprechen. Sein Inneres wei\u00df, worum es sich handelt; ebenso sicher wei\u00df er aber auch, dass er das, was er klar in Geist und Gem\u00fct hat, nicht aussprechen kann. Und nicht nur, weil es zu gro\u00df oder zu tief w\u00e4re, sondern weil es daf\u00fcr schlechterdings keinen Ausdruck gibt. Er k\u00f6nnte nur Dinge sagen wie: \u201aEs ist heilig; es ist nahe; es ist wichtiger als alles andere sonst, lohnt allein und gen\u00fcgt allein; es ist still, zart, einfach, fast ein Nichts und doch Alles \u2013 es ist eben Er!\u2018 So etwa k\u00f6nnte er sprechen, w\u00fcsste aber dabei, dass er damit dem H\u00f6renden, der nichts \u00c4hnliches erfahren hat, gar nichts sagt\u201c (121).<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eWas hier mit ganz fl\u00fcchtigen Z\u00fcgen gezeichnet wurde, nennen die Lehrer des geistlichen Lebens die mystische Erfahrung. [\u2026] Diese Erfahrung bedeutet aber auch eine Forderung. Gott ruft durch sie den Menschen in gr\u00f6\u00dfere N\u00e4he und tiefere Gemeinschaft. Sie verlangt, dass der Gerufene sich reinige, die Verstrickung der Welt entschiedener l\u00f6se und sich inniger Gott zuwende\u201c (122).<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eEin solches Erfahren hat auch Bedeutung f\u00fcr die anderen. Der, dem es zuteil wird, vermag Zeugnis abzulegen. Er kann sagen: \u201aIch wei\u00df, dass Gott lebt.\u2018 Er kann jedem Zweifel und Einwand die Kraft des Satzes entgegenstellen: \u201aEs ist aber doch so, denn ich habe es erfahren.\u2018 So kann er f\u00fcr Gottes Ehre eintreten und anderen zum Halt werden\u201c (123).<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eSo soll er dem Ruf folgen und mit gro\u00dfer Lauterkeit beten. Freilich auch Ma\u00df halten; denn der gew\u00f6hnliche Zustand ist ver\u00e4ndert, und es besteht die Gefahr, sich zu \u00fcberanstrengen \u2026 Diese Erfahrung kann aber auch Schwierigkeiten, zuweilen sehr bedr\u00e4ngender Art bringen. So kann es sein, dass die Dinge, welche bisher wichtig waren, ihre Bedeutung verlieren und die Menschen eigent\u00fcmlich fernr\u00fccken; dass das Dasein leer wird und man sich in ihm nicht mehr zurechtfindet; dass man sich gedr\u00e4ngt f\u00fchlt, etwas zu tun, und nicht wei\u00df, was; ja, dass man zweifelt, ob das ganze neue Erleben nicht T\u00e4uschung und Versuchung sei. Alledem gegen\u00fcber soll man ruhig bleiben und auf Gott vertrauen; immer wieder sich f\u00fcr seinen Willen bereitmachen und um Klarheit bitten; bis aber diese kommt, in der Bedr\u00e4ngnis ausharren und ruhig weiter tun, was man bisher getan hat. Darin erstarkt der Glaube, und die Liebe wird rein\u201c (123).<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eAuch wird er nicht ohne besonderen Grund von diesen Dingen reden. Das Sprechen vom eigenen Inneren ist immer eine fragw\u00fcrdige Sache; hier aber besonders, da es sich um ein Geheimnis handelt, das zwischen Gott und diesem Menschen besteht. Zudem wird jede Erfahrung durch die Aussprache vergegenst\u00e4ndlicht; hier aber kommt es gerade darauf an, dass sie eng mit dem eigenen Dasein verbunden bleibe. Und auch ohne solche Erw\u00e4gungen wird keiner, dem so geschieht, leicht dar\u00fcber reden, weil es daf\u00fcr zu heilig ist\u201c (124).<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eDie Erfahrung, von der wir sprechen, ist, wie alles Lebendige, ein Keim, der sich entwickelt; diese Entwicklung aber geht durch verschiedene Stufen, stellt immer neue Forderungen und bringt mancherlei Krisen mit sich. [\u2026] In einer Zeit, in der so vieles zerf\u00e4llt, \u00f6ffnen sich die inneren Quellen weiter als sonst, und manch einer, dessen Leben auf nichts Ungew\u00f6hnliches hindeutet, wird von ihm durchstr\u00f6mt. Denn dass das geschehe, h\u00e4ngt weder von Begabung noch von Bildung ab, sondern ist eine Gnade des freien Gottes, die Er schenkt, wie es Ihm gef\u00e4llt\u201c (125).<\/p>\n<p class=\"fliess\">F\u00fcr mich sind diese Worte ein eindeutiger Beweis, dass Guardini hier aus eigener Erfahrung spricht. Vor diesem Hintergrund wenden wir uns nun den Psalmen zu. Und damit komme ich zum dritten Teil meines Vortrags.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">\u00dcber die Bedeutung der Psalmen im Christlichen Dasein<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Zu den Psalmen liegen mir aus der Feder Guardinis drei Publikationen vor:<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">(1)<\/span> Zum einen der <span class=\"Minion-Italic\">Deutsche Psalter<\/span>. Nach der lateinischen Ausgabe Pius\u2018 XII \u00fcbersetzt von Romano Guardini, erschienen in der 1. Auflage 1950. Auch dazu gibt es eine <span class=\"Minion-Italic\">Vorbemerkung des \u00dcbersetzers<\/span>\u201c, also: Guardinis<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">(2)<\/span> Ein kleiner Beitrag von 11 Seiten, den er im Jahre 1951 unter dem Titel <span class=\"CharOverride-7\">\u00dcber die Bedeutung der P<\/span><span class=\"Minion-Italic\">salmen im christlichen Dasein<\/span> publiziert hat.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">(3) <\/span>Eine Publikation im Umfang von 130 Seiten unter dem Titel <span class=\"Minion-Italic\">Die Weisheit der Psalmen<\/span> aus dem Jahre 1963. Darin bietet er eine kurze Einleitung mit dem Titel<br \/>\n<span class=\"Minion-Italic\">Der Geist der Psalmen<\/span> (121\u2013128) und anschlie\u00dfend eine<br \/>\nAuslegung von 14 Psalmen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ich beschr\u00e4nke mich hier auf den Beitrag aus dem Jahre 1951 \u00dcber die Bedeutung der Psalmen im christlichen Dasein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ich m\u00f6chte im Folgenden Guardini selbst zu Wort kommen lassen. Seinen Worten m\u00f6chte ich eine These voranstellen. Diese lautet: Guardini hat ein mystisches Verst\u00e4ndnis der Psalmen. Das hei\u00dft, bei den Psalmen handelt es sich um Texte, die sich letztlich nicht der Aktivit\u00e4t des Menschen verdanken, sondern aus der Erfahrung einer Wirklichkeit hervorgegangen sind, die sich ihnen mitgeteilt hat und die mit Gott in Verbindung steht. Kurzum: Die Psalmen sind Wort Gottes, genauer: Sie bezeugen das Wort Gottes.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Folglich kann die Rezitation der Psalmen eine Hilfe sein, mit der g\u00f6ttlichen Wirklichkeit in Kontakt zu kommen, sich von ihr ber\u00fchren und verwandeln zu lassen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ich referiere nun den Gedankengang des Aufsatzes:<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Vergleich biblischer B\u00fccher mit anderen bedeutenden Werken der Weltliteratur geht am Eigentlichen vorbei. Der \u201eSinn\u201c der Heiligen Schrift \u201eliegt nicht in philosophischen oder k\u00fcnstlerischen oder irgendwelchen sonstigen kulturellen Qualit\u00e4ten\u201c (12).<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eEntsprechend besteht die Bedeutung der Heiligen Schrift darin, dass sie Gottes Wort ist. Was aber die Psalmen angeht, so sind sie Sein Wort in der Form des Gebetes. In ihnen redet Gott so, dass Er uns Sein Wort gibt, damit wir es zu Ihm sprechen. Er l\u00e4sst es im Herzen und Geiste eines Menschen erstehen, der etwa unrecht getan hat, oder bedr\u00e4ngt ist, oder voll Dankbarkeit, oder von der Gr\u00f6\u00dfe der Worte Gottes ergriffen. Nun ist das Wort Gebet dieses Menschen, aber es ist vom Hauche Gottes gelenkt und hat dadurch eine G\u00fcltigkeit, die es zum Menschengebet \u00fcberhaupt macht: zum Gebet f\u00fcr uns. Daher ist die Weise, wie wir einen Psalm gebrauchen sollen, gewiss die des Lesens und sinnenden Durchdenkens, vor allem aber die des Betens. Tun wir das, dann nimmt er uns in die religi\u00f6se Haltung hinein, in welcher er selbst steht, und f\u00fchrt uns zu Gott\u201c (12).<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eDie Menschen, die in den Psalmen sprechen, sind [\u2026] keine vereinzelten Pers\u00f6nlichkeiten, sondern stehen in einem gro\u00dfen Zusammenhang: im Gesamtleben des Volkes, mit welchem Gott seinen Bund geschlossen; im Gef\u00fcge des Gesetzes, durch das Er das Leben dieses Volkes geordnet hat; im Fortgang der Geschichte, die er durch die Jahrhunderte auf das Kommende hin f\u00fchrt. Die Haltung, welche den Beter im Psalm erfasst, ist also nicht individualistisch. Das ist kein isoliert-pers\u00f6nliches Erfahren und Suchen, durch welches der Einzelne als solcher mit Gott in Verbindung tr\u00e4te, sondern ein ganzes, in welchem der Einzelne lebt\u201c (13).<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eDieses Ganze erf\u00fcllt sich in jener Gestalt, auf welche die Heilsgeschichte des Alte Testamentes zugeht, dem Messias \u2013 um dann in Ihm, seinem Wort und Werk, erf\u00fcllt und damit verwandelt, in der Geschichte des Neuen Testaments weiterzugehen. So gehen auch die Psalmen in dieser neuen Geschichte weiter und erhalten darin eine neue, erf\u00fcllende und verwandelnde Bedeutung\u201c (13).<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eDer in den Psalmen betet, der da k\u00e4mpft und verfolgt wird, leidet und triumphiert, ist nach Augustinus immer in irgendeiner Weise Christus\u201c (13). Guardini vertritt ein christologisches Verst\u00e4ndnis, wie es in der christlichen Tradition von Anfang an der Fall war und in besonderer Weise von Augustinus in seinen <span class=\"Minion-Italic\">Enarrationes in Psalmos<\/span> ausgearbeitet wurde.<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eFreilich bringt der symbolische Charakter der augustinischen Auffassung auch einen Nachteil mit sich: die Gefahr, den unmittelbaren Sinn des Gesagten aus dem Auge zu verlieren und ins Willk\u00fcrliche zu geraten. So darf man ihr gegen\u00fcber eine andere Bedeutung der Psalmen nicht vergessen: jene, die auf die unmittelbare geschichtliche Wirklichkeit zur\u00fcckgeht. Auch sie ist tief; nur ist ihre Tiefe von anderer Art\u201c (14). Im Hintergrund steht die Frage nach dem Verh\u00e4ltnis von literarischem (historischem) und geistigem Schriftverst\u00e4ndnis: dem Verst\u00e4ndnis <span class=\"Minion-Italic\">secundum litteram<\/span> auf der einen und <span class=\"Minion-Italic\">secundum spiritualem sensum<\/span> auf der anderen Seite.<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eDer Mensch, der in den Psalmen redet, ist der Mensch des Alten Bundes. Als solcher befindet er sich in einem besonderen Zustande: er ist unterwegs; er geht auf ein Kommendes zu\u201c (14).<\/p>\n<p class=\"fliess\">In gewisser Weise gilt diese aber auch die Christen: \u201eWir \u201asind\u2018 nicht Christen, sondern haben [\u2026] angefangen, es zu werden. [\u2026] Der Zustand des glaubenden Menschen ist der eines fortdauernden Werdens. Immerfort soll aus dem Menschen, wie er durch Sch\u00f6pfung und S\u00fcnde ist, derjenige werden, der aus Erl\u00f6sung und Gnade lebt. Immerfort soll die alte Wirklichkeit \u00fcberwunden werden in die neue hinein, welch letztere die Wirklichkeit Christi ist. Paulus \u2013 ebenso wie Johannes \u2013 dr\u00fcckt diesen Vorgang durch den Begriff der Wiedergeburt aus: der Mensch, der aus dem Alten, aus der Natur in ihrer Verwirrung und Gottesferne stammt, soll durch die Kraft des Heiligen Geistes, durch die Geburt aus Christus neu erstehen. Aber diese Wiedergeburt, als Anfang entschieden in Glaube und Taufe, soll weitergehen. Sie soll den Grundvorgang des christlichen Daseins bilden. Ist das so, dann sind die Psalmen in einem sehr tiefen Sinn das Gebet des christlichen Menschen\u201c (16).<\/p>\n<p class=\"fliess\">\u201eDurch diese realistisch-anthropologische Deutung wird die symbolisch-christologische nicht entwertet, denn wer hinter der geschilderten Umwerdung steht, ist ja doch Christus \u2013 Er, der durch seine Erl\u00f6sungstat den Hin\u00fcbergang in das Neue m\u00f6glich gemacht hat; in dessen Bild der Hin\u00fcbergang best\u00e4ndig geschieht; durch dessen Geist er allein vollzogen werden kann. Sie hat aber den Vorteil, die symbolisch-christologische immer in der N\u00e4he der Wirklichkeit zu halten und vor der Willk\u00fcr der Phantasie zu sch\u00fctzen\u201c (17).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Mit diesem Modell deutet Guardini die oft als schwierig und problematisch empfundenen Stellen im Psalter; sie seien, so wird oft gesagt, \u201evor-christlich\u201c oder \u201eun-christlich\u201c und m\u00fcssen aus dem Stundengebet gestrichen werden, was ja nach dem II. Vatikanischen Konzil auch geschehen ist. Die Antwort Guardinis: Auch wir Christen sind immer noch unvollkommen, wir sind immer noch auf dem Weg. Und das verbindet uns mit den Menschen des Alten Testaments. Wenn wir die Psalmen beten, wird uns das bewusst; es konfrontiert uns mit der Wahrheit unserer eigenen Existenz und zugleich spornt es uns an, uns auf die Vollgestalt der Erl\u00f6sung in Christus zuzubewegen. \u201eVon hier aus gesehen, sind die Psalmen das Gebet dessen, der nicht mit tr\u00fcglicher Sicherheit im Christlichen steht, sondern unterwegs ist, best\u00e4ndig aus dem Alten ins Neue hin\u00fcbergehend. Jenes gro\u00dfe Ereignis aber, welches f\u00fcr immer das Bewusstsein des alttestamentlichen Menschen gepr\u00e4gt hat, n\u00e4mlich der Auszug aus der Knechtschaft des \u00e4gyptischen Heidentums und die Wanderung durch die W\u00fcste, durch deren Einsamkeit, Gefahr und Anfechtung, aber an der Hand des f\u00fchrenden Gottes, ins versprochene Land Seines K\u00f6nigtums, das alles wird zu einem Symbol, worin sich unser eigenes Dasein ausdr\u00fcckt\u201c (19). <img decoding=\"async\" class=\"_idGenObjectAttribute-2\" src=\"file:\/\/\/C:\/Users\/bbockholt\/Katholische%20Akademie%20in%20Bayern\/Programm%20&amp;%20Dokumentation-Dokumentation%20-%20Dokumente\/1.%20zur%20debatte\/debatten%202025\/debatte%204-2025\/0%20fertige%20debatte\/debatte_4-2025-web-resources\/image\/13.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine sehr geehrten Damen und Herren, mein Vortrag besteht aus drei Teilen: Im ersten Teil geht es um das Gebet der Sammlung bei Romano Guardini. 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