{"id":115638,"date":"2025-12-08T11:02:04","date_gmt":"2025-12-08T10:02:04","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=115638"},"modified":"2025-12-08T11:02:04","modified_gmt":"2025-12-08T10:02:04","slug":"gefaehrlicher-einsatz-fuer-die-menschenrechte","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/gefaehrlicher-einsatz-fuer-die-menschenrechte\/","title":{"rendered":"Gef\u00e4hrlicher Einsatz f\u00fcr die Menschenrechte"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Zum Geltungsbereich der Menschenrechte<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Schaffung einer Welt, in der den Menschen, frei von Furcht und Not, Rede- und Glaubensfreiheit zuteilwird, war das idealistische Ziel der vor siebzig Jahren von den Vereinten Nationen verabschiedeten Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte. Dass diese trotz der Formulierung entscheidender Grunds\u00e4tze zur Einhaltung von Menschenrechten auf globaler Ebene tragischerweise oftmals verletzt werden, best\u00e4tigte Sahil Shetty, der Generalsekret\u00e4r von Amnesty International, offiziell im Februar 2017 im Jahresbericht der Nichtregierungsorganisation (NGO). Seine markante These, die Welt sei 2016 finsterer und unsicherer geworden, bezieht sich in erster Linie auf die politische Instabilit\u00e4t der gegenw\u00e4rtigen Weltlage, die durch schwache Staaten, Terrorismus, anhaltende Kriegszust\u00e4nde, Hungersn\u00f6te, Umweltkatastrophen und daraus resultierende Massenflucht- und Migrationsbewegungen charakterisiert ist.<\/p>\n<p>Der medial stets pr\u00e4sente Einsatz von Amnesty und Menschenrechtsverteidiger ist infolge der beschriebenen Zust\u00e4nde ein hoch gef\u00e4hrlicher. Dies wird vor allem dadurch belegt, dass innerhalb eines einzigen Jahres, genauer von 2015 auf 2016, die Anzahl von get\u00f6teten Menschenrechtsverteidigern weltweit rapide gestiegen ist, wodurch die Problematik eine hohe aktuelle Brisanz gewinnt.<\/p>\n<p>Um die Gef\u00e4hrdung von Menschenrechtsverteidigern in ihrer Komplexit\u00e4t zu begreifen, bedarf es zun\u00e4chst einer Einf\u00fchrung in die Entstehungsgeschichte und Arbeit von Amnesty<em>. <\/em>Pr\u00e4gnante Beispiele, die das Wirken einzelner Menschenrechtsverteidiger n\u00e4her beleuchten, sollen anschlie\u00dfend einen Einblick in ihren gesellschaftspolitischen Einsatz und in die eklatanten Folgen desselben verschaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Geschichte und Struktur von Amnesty <\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Entstehung von Amnesty l\u00e4sst sich im Rahmen dessen verorten, was der deutsche Politikwissenschaftler Karl-Peter Fritzsche als einen explosionsartigen Anstieg von menschenrechtlichen NGOs in den letzten f\u00fcnfzig Jahren definiert. Sie geht nicht aus einer Organisationsgr\u00fcndung im eigentlichen Sinne hervor, sondern ist vielmehr als erstaunliche Reaktion auf einen Artikel des Rechtsanwalts Peter Benenson zu verstehen. In \u201eThe Forgotten Prisoners\u201c, der im Mai 1961 in <em>The Observer <\/em>erschien, setzte sich der Brite f\u00fcr zwei ihm fremde Studenten ein, die in einem Lissaboner Caf\u00e9 gemeinsam auf die Freiheit angesto\u00dfen hatten und daraufhin vom damals autorit\u00e4ren Regime Portugals zu sieben Jahre Haft verurteilt worden waren.<\/p>\n<p>Der Artikel begann mit den Worten \u201eSchlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf, und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen nicht mit denen der Regierung \u00fcbereinstimmen.\u201c Benensons Aufruf, mit Appellschreiben \u00f6ffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern, erfuhr eine \u00fcberw\u00e4ltigende Resonanz, die als sogenannter \u201eAppeal for Amnesty\u201c den Beginn von Amnesty markierte. Rasch verbreitete sich die Menschenrechtsorganisation auch in anderen L\u00e4ndern. In Deutschland traf sich bereits im Juni desselben Jahres eine Gruppe unter F\u00fchrung des Auslandskorrespondenten Gerd Ruge und der WDR-Radioredakteurin Carola Stern.<\/p>\n<p>Zu Beginn setzte sich Amnesty prim\u00e4r f\u00fcr sogenannte Gewissensgefangene ein, also jene Menschen, die auf gewaltfreie Weise ihren \u00dcberzeugungen Ausdruck geben und infolgedessen der Freiheit beraubt werden. Als Arbeitsgrundlage dienten lediglich einzelne Artikel der Menschenrechtserkl\u00e4rung, worunter vor allem der zur Freiheitssph\u00e4re des Einzelnen (Art. 12), der zur Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit (Art. 18), der zur Meinungs- und Informationsfreiheit (Art. 19) und der zur Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit (Art. 20) zu nennen sind. Erst im Laufe der Jahre wurden diese um weitere erg\u00e4nzt, wodurch beispielsweise der Einsatz gegen Folter und Todesstrafe (Art. 3 und 5) in allen behandelten F\u00e4llen in das n\u00e4here Blickfeld r\u00fcckte.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihren Einsatz erhielt Amnesty 1977 den Friedensnobelpreis. In der Begr\u00fcndung hierf\u00fcr hie\u00df es, Amnesty zeichne sich dezidiert durch eine klare Haltung aus: \u201eNein zu Gewalt, Folter und Terrorismus. Auf der anderen Seite ein Ja zur Verteidigung der Menschenw\u00fcrde und Menschenrechte\u201c. F\u00fcr diese Werte setzt sich Amnesty auch heute ein. In der unverr\u00fcckbaren \u00dcberzeugung, dass Menschenrechte unteilbar sind, engagiert sich Amnesty seit Mitte der 1990er Jahre weltweit f\u00fcr alle Menschenrechte, die in der UNO-Menschenrechtserkl\u00e4rung verankert sind, die neben den politischen Rechten auch soziale, wirtschaftliche und kulturelle Rechte umfasst. Laut <em>amnesty.org <\/em>betr\u00e4gt die Zahl der gegenw\u00e4rtigen Unterst\u00fctzer etwa sieben Millionen weltweit, w\u00e4hrend die Organisation global durch 140 Sektionen und Strukturen vertreten wird.<\/p>\n<p>In ihrer Bezeichnung inh\u00e4rent, repr\u00e4sentieren NGOs als nichtstaatliche Akteure die Zivilgesellschaft. Auf vorwiegend ehrenamtlicher Basis leisten sie \u2013 so Fritzsche \u2013 Menschenrechtspolitik von unten, da sie die Perspektive der Opfer und Betroffenen n\u00e4her beleuchten k\u00f6nnen. Entsprechend spielen in der Arbeit von Amnesty, n\u00e4mlich dass alle Menschen ein Leben frei von \u201eFurcht und Not\u201c f\u00fchren sollten, individuelle Schicksale und F\u00e4lle eine entscheidende Rolle. Versucht wird stets, Untersuchungen und Aktionen zu forcieren, die schwere Menschenrechtsverletzungen beenden, wodurch das Recht eines jeden auf k\u00f6rperliche und geistige Unversehrtheit garantiert werden soll. Konkret bedeutet dies, das Recht auf Leben, Asyl, Bildung, Gesundheit, Meinungs-, Gewissens- und Religionsfreiheit zu verteidigen sowie f\u00fcr die Abschaffung von Folter, Todesstrafe, Sklaverei, Unterdr\u00fcckung, grausamer und erniedrigender Behandlung und letztendlich die Behebung von extremer Armut zu pl\u00e4dieren. Zus\u00e4tzlich zur geschilderten Interventionsarbeit handelt Amnesty auch pr\u00e4ventiv, was an ihrem Einsatz f\u00fcr sogenannte Menschenrechtsverteidiger deutlich wird.<\/p>\n<p>Gepr\u00e4gt wurde der Begriff der Menschenrechtsverteidiger durch das UNO-Hochkommissariat f\u00fcr Menschenrechte. Nach einer deutschen Umschreibung von <em>humanrights.ch <\/em>bezeichnet er \u201ealle Personen, die sich alleine oder in einer Gruppe f\u00fcr Menschenrechte einsetzen und diese verteidigen, sch\u00fctzen und f\u00f6rdern.\u201c Menschenrechtsverteidiger sind einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt, darunter neben willk\u00fcrlicher und auch illegaler T\u00f6tung und Inhaftierung, auch das sogenannte \u201eVerschwindenlassen\u201c. Die in der UN-Konvention enthaltene \u201eErkl\u00e4rung zum Schutz aller Personen gegen das Verschwindenlassen\u201c (Art. 2) definiert das \u201eVerschwindenlassen\u201c als \u201edie Festnahme, den Entzug der Freiheit, die Entf\u00fchrung oder jede andere Form der Freiheitsberaubung durch Bedienstete des Staates oder durch Personen oder Personengruppen, die mit Erm\u00e4chtigung, Unterst\u00fctzung oder Duldung des Staates handeln, gefolgt von der Weigerung, diese Freiheitsberaubung anzuerkennen, oder der Verschleierung des Schicksals oder des Verbleibs der verschwundenen Person, wodurch sie dem Schutz des Gesetzes entzogen wird\u201c.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus bestehen viele weitere staatliche Repressionsma\u00dfnahmen wie die tats\u00e4chliche Schlie\u00dfung jener Organisationen, in denen Menschenrechtsverteidiger aktiv sind. Hierunter z\u00e4hlen nicht allein NGOs, sondern beispielsweise auch politische und religi\u00f6se Zusammenschl\u00fcsse. Ferner gelten verschiedene Formen der Schikane, kurzfristige Befragungen durch Beh\u00f6rden, \u00f6ffentliche Hetzkampagnen, Reise- und Einreiseverbote und der Entzug der Finanzierungsgrundlagen zu probaten Mitteln der staatlichen Bek\u00e4mpfung von Oppositionellen.<\/p>\n<p>Gesetze zur systematischen Behinderung von NGOs bestehen unter anderem in Indien, Ungarn, \u00c4gypten, der T\u00fcrkei, China und Russland. Unter dem Vorwand einer unmittelbaren Terrorismusgefahr werden Antiterrorgesetze unter anderem auch erlassen, um die Einschr\u00e4nkung des Freiheits- und Versammlungsrechts zu begr\u00fcnden, unerw\u00fcnschte politische Organisationen zu verbieten und eine dystopische Massen\u00fcberwachung zu legalisieren. Wie an den Beispielen T\u00fcrkei, Bahrein, \u00c4thiopien, USA und EU ersichtlich ist, werden solche Ma\u00dfnahmen nicht nur in autorit\u00e4ren und semiautorit\u00e4ren, sondern auch offenkundig demokratischen L\u00e4ndern ergriffen. Entscheidend ist an dieser Stelle die Mahnung des deutschen Diplomaten Walther Linder, nach dem es \u201ekeine Legitimierung von Menschenrechtsverletzungen unter dem Etikett der Terrorismusbek\u00e4mpfung geben\u201c darf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Menschenrechtsverteidigung in Aktion<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um der Arbeit von Amnesty, die sich \u2013 wie oben erw\u00e4hnt \u2013 insbesondere individuellen Schicksalen widmet, gerecht zu werden, sollten im Folgenden ebensolche anhand von Fallbeispielen n\u00e4her in den Blick genommen werden. Ein Fokus wird hierbei auf Medien-, Bildungs- und Kirchenvertreter gesetzt.<\/p>\n<p>In Hinblick auf die Auseinandersetzung mit Menschenrechtsverteidigern, die als Journalisten oder IT-Experten t\u00e4tig sind, sollte die spannungsgeladene Ambivalenz von Print- und Digitalmedien betont werden. Denn einerseits k\u00f6nnen diese individuelle Meinungsfreiheit in h\u00f6chstem Ma\u00dfe erm\u00f6glichen, andererseits als Mittel zur Instrumentalisierung und Pervertierung von Nachrichten g\u00e4nzlich freiheitseinschr\u00e4nkend wirken.<\/p>\n<p>Jene Journalisten, die beispielsweise in der T\u00fcrkei Protest \u00e4u\u00dfern und wirksam machen, sind infolge neuer Medien- und Antiterrorgesetze willk\u00fcrlichen Verhaftungen ausgesetzt. Der staatlich ge\u00e4u\u00dferte rechtliche Vorwurf, Terrororganisationen zu unterst\u00fctzen oder als Mitglieder der islamischen G\u00fclen-Bewegung aktiv zu sein, soll die hohe Anzahl an Inhaftierungen im Land legitimieren. Die NGO Reporter ohne Grenzen<em> (reporter-ohne-grenzen.de) <\/em>sch\u00e4tzt, dass im Winter 2017\/2018 etwa 30 Prozent der 326 Journalisten, die weltweit inhaftiert worden sind, in der T\u00fcrkei festgehalten werden. 65 Journalisten wurden 2017 bei der Aus\u00fcbung ihrer T\u00e4tigkeiten get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Erstmals wurden auch Amnesty-Aktivisten verhaftet, worunter erschreckenderweise Taner K\u0131l\u0131\u00e7, der ehrenamtliche Vorsitzende der t\u00fcrkischen Sektion von Amnesty f\u00e4llt. Der Fall belegt die strategische Absicht, durch die Verhaftung bedeutender NGO-Exponenten Menschenrechtsorganisationen weltweit einsch\u00fcchternd zu warnen und an ihrer weiteren Arbeit zu hindern. Taner wurde aufgrund einer App auf seinem Handy im Juni 2017 der \u201eMitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation\u201c bezichtigt und daraufhin verhaftet. Im Januar 2018 wurde er kurzfristig freigelassen, um beim Verlassen des Gef\u00e4ngnisses unmittelbar wiederverhaftet zu werden. Dessen Schicksal teilten zeitweise zehn weitere Menschenrechtsverteidiger, die im Juli 2017 friedvoll einen Workshop zum Thema \u201eWie kann die Menschenrechtsarbeit sicherer gemacht werden?\u201c besucht hatten und infolgedessen inhaftiert wurden, darunter die t\u00fcrkische Direktorin von Amnesty<em>\u00a0<\/em>\u0130dil Eser und der deutsche Politologe Peter Steudtner. Eser und Steudtner sind inzwischen frei, bleiben jedoch weiter angeklagt.<\/p>\n<p>Menschenrechtsverteidiger, die haupts\u00e4chlich das Internet als Oppositionsplattform nutzen, m\u00fcssen mit weitreichenden Folgen rechnen. Bekannt ist der saudische Blogger Raif Badawi, der bereits seit 2012 inhaftiert ist und nach mehreren Gerichtsverfahren am 7. Mai 2014 vom Strafgericht in Jeddah wegen der Gr\u00fcndung und Verwaltung seiner Webseite der \u201eSaudi-Arabischen Liberalen\u201c und Beleidigung des Islam zu zehn Jahren Haft, 1.000 Peitschenhieben und einer Geldstrafe von einer Million Saudi-Rial (etwa 195 000 Euro) verurteilt worden ist.<\/p>\n<p>Den Blick von den Vereinigten Staaten auf Zentralafrika lenkend, tritt die Verhaftung von drei jungen kamerunischen Menschenrechtsverteidigern, namentlich die Sch\u00fcler Ivo Feh, Azah Levis und Avu Nivelle Nfor, in den Vordergrund. Weder als Journalisten online t\u00e4tig, noch als Informatiker aktiv, bedienten sich diese des Internets, um eine harmlos-sarkastische Nachricht \u00fcber die terroristische islamistische Gruppierung Boko Haram zu verbreiten. Von ihrem Lehrer, der den humoristischen Textinhalt nicht als solchen wahrnahm, bei der Polizei denunziert, verurteilte das Milit\u00e4rgericht Kameruns sie zu einer zehnj\u00e4hrigen Haft. Laut Urteilsbegr\u00fcndung, die ihre rechtliche Legitimierung in der Antiterrorgesetzgebung findet, h\u00e4tten es die Sch\u00fcler unterlassen, terroristische Handlungen zu melden. Der internationale Appell zu ihrer Freilassung traf bis dato zwar auf gro\u00dfe \u00f6ffentliche Resonanz, blieb jedoch gleichsam von den lokalen Autorit\u00e4ten unber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil humanit\u00e4rer Leistungen ist Geistlichen zuzuschreiben, die sich im Sinne religi\u00f6ser Werte und Normen auf globaler Ebene f\u00fcr Menschenrechte einsetzen. Auch diese sind dem immanenten Risiko der strafrechtlichen Verfolgung ausgesetzt. So endete beispielsweise der mutige Einsatz zweier christlicher Exponenten der \u201eKachin Baptist Convention\u201c, die von der birmanischen Armee begangene Menschenrechtsverletzungen mediale Wirksamkeit in Myanmar verschafften, mit ihrer Verhaftung im Jahr 2016. Der Diffamierung angeklagt, sollen Dumdaw Nawng Lat und Langjaw Gam Seng nun eine achtj\u00e4hrige Freiheitsstrafe verb\u00fc\u00dfen. Ihren Fall weiterhin an die \u00d6ffentlichkeit zu tragen und damit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen<em>,<\/em> ist Aufgabe und deklariertes Ziel von Amnesty<em>. <\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<h3><strong>Auswertung<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die bisherige Schilderung der politisch-milit\u00e4rischen Gr\u00e4uel, mit denen sich zahlreiche Menschenrechtsverteidiger konfrontiert sehen, widerspiegelt einerseits die Fragilit\u00e4t der jetzigen Weltlage, die Amnesty \u2013 auch hier in Bezug auf das Jahr 2016 \u2013 als eine \u201edes anhaltenden Elends und unabl\u00e4ssiger Angst\u201c beschreibt. Andererseits betont sie, so die Leiterin des Bereichs Politik bei Amnesty International Deutschland Andrea Berg, die \u201eentscheidende Kontrollfunktion [von Menschenrechtsverteidigern] in allen Gesellschaften\u201c. Damit einhergehend erscheint es umso notwendiger, diese bestm\u00f6glich zu sch\u00fctzen. Amnestys Einsatz f\u00fcr internationale Rechte, f\u00fcr die St\u00e4rkung internationaler Gerichtsh\u00f6fe und die Schaffung eines \u00f6ffentlichen Bewusstseins f\u00fcr Menschenrechtsverletzungen ruft die Bedeutung der Menschenrechtserkl\u00e4rung, die sich 2018 zum siebzigsten Mal j\u00e4hrt, in Erinnerung. Gesch\u00fctzt werden hiermit mutige Menschenrechts- und Gewissensverteidiger, deren Schicksale der \u00f6ffentlichen Vergessenheit entzogen werden.<\/p>\n<p>An diesem Text wirkten mit: Erica Lorenzoni und Sonja Gall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Geltungsbereich der Menschenrechte &nbsp; Die Schaffung einer Welt, in der den Menschen, frei von Furcht und Not, Rede- und Glaubensfreiheit zuteilwird, war das idealistische Ziel der vor siebzig Jahren von den Vereinten Nationen verabschiedeten Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte. 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