{"id":115745,"date":"2025-12-08T16:34:18","date_gmt":"2025-12-08T15:34:18","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=115745"},"modified":"2025-12-08T16:34:18","modified_gmt":"2025-12-08T15:34:18","slug":"christliche-schoepfungsverantwortung-heute","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/christliche-schoepfungsverantwortung-heute\/","title":{"rendered":"Christliche Sch\u00f6pfungsverantwortung heute"},"content":{"rendered":"<p>Die Enzyklika <em>Laudato si\u2018<\/em> gilt in der wissenschaftlichen Debatte als einer der wichtigsten Texte der Umweltdebatte der letzten 20 Jahre. Vor allem in Verbindung mit dem Engagement von Papst Franziskus bei der Nachhaltigkeitskonferenz in New York (September 2015) und beim Klimagipfel in Paris (November\/Dezember 2015) wird dem Text ein wesentlicher Anteil am Zustandekommen der von allen Nationen weltweit mitgetragenen Beschl\u00fcsse zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit zugetraut. Neu sind nicht die Inhalte, sondern die Art und Weise der Diskursb\u00fcndelung, die zugleich biblisch fundiert, \u00f6kologisch informiert, politisch und praktisch-alltagsnah ist, die das Bewusstsein des hohen Problemdrucks mit einer von Hoffnung, Lebensfreude und Dialog gepr\u00e4gten Perspektive verbindet und programmatisch Vorstellungen des \u201eguten Lebens\u201c (<em>buen vivir<\/em>) als Basis f\u00fcr einen Kulturwandel einbezieht.<\/p>\n<p>Der Text hat die Kirche, die in der internationalen Umweltdebatte mangels Kompetenz und Glaubw\u00fcrdigkeit schon l\u00e4ngst in eine Nebenrolle abgeglitten schien, in kurzer Zeit in eine neue Schl\u00fcsselrolle gebracht. Angesichts der absehbaren Nicht-Umsetzung der <em>Sustainable Development Goals<\/em> (SDGs) von New York und der Klimaschutzziele von Paris, sind Theologie und Ethik heute auf neue Weise herausgefordert, von ihrer Hoffnung Zeugnis abzulegen: Was berechtigt und bef\u00e4higt angesichts der Trump\u2019schen Wende r\u00fcckw\u00e4rts zur Hoffnung auf eine Erreichbarkeit der Ziele von Klimaschutz und Armuts\u00fcberwindung? Weltweit sind die meisten Staaten im <em>business as usual<\/em> gefangen und weit davon entfernt, ihren eigenen Versprechen und Beschl\u00fcssen nachzukommen. Was fehlt, ist nicht prim\u00e4r eine noch bessere Begr\u00fcndung f\u00fcr eine globale Umwelt- und Solidarit\u00e4tsethik, sondern eine Imagination von Zukunft, die zum Handeln motiviert, eine Perspektive, die nicht an R\u00fcckschl\u00e4gen, Systemproblemen und der Tr\u00e4gheit von Wandlungsprozessen verzagt, eine Haltung der Hartn\u00e4ckigkeit und Unbeirrbarkeit, die sachlich notwendige von faulen Kompromissen zu unterscheiden vermag.<\/p>\n<p><em>Laudato si\u2018<\/em> steht im Kontext einer weltweiten Renaissance des gesellschaftlichen Bewusstseins, dass \u00f6kologische Verantwortung nicht hinreichend durch Begr\u00fcndungsdiskurse und Konferenzdiplomatie erreicht werden kann, sondern auch einer religi\u00f6sen und kulturellen Reflexion, Motivation und Praxis bedarf. Die durch die Enzyklika geweckten Erwartungen verpflichten: Gefragt ist eine B\u00fcndelung der Kr\u00e4fte im Follow-up, um das \u201eFenster der Gelegenheit\u201c hoher politisch-gesellschaftlicher Wirksamkeit der Kirche im Schatten von <em>Laudato si\u2018<\/em> durch qualifizierte Diskurse, Bildungsma\u00dfnahmen und Praxisinitiativen zu nutzen. Das Niveau der Debatte au\u00dferhalb der Kirche ist teilweise deutlich h\u00f6her als in der Kirche, wo es an Ressourcen und Kompetenzaufbau fehlt.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund ist die Leitthese, die ich im Folgenden verdeutlichen m\u00f6chte: Gegenw\u00e4rtig besteht eine gro\u00dfe Chance und Aufgabe von Seiten der Theologie und der Kirche in der Suche nach Alternativen zur Naturvergessenheit unserer Zivilisation neue Perspektiven aufzuzeigen. Dabei kann und muss die Neuerschlie\u00dfung des biblischen Sch\u00f6pfungsglaubens, der heute meist nur als inhaltsleerer Appellverst\u00e4rker genutzt, aber kaum substanziell verstanden wird, zentraler Ausgangspunkt sein.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Elemente einer naturethischen Erschlie\u00dfung christlicher Sch\u00f6pfungstheologie<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Lassen Sie mich mit einigen methodischen Vorbemerkungen beginnen: Die sich in den biblischen Texten der Sch\u00f6pfungstheologie aussprechende Naturerfahrung muss immer wieder neu erschlossen und angeeignet werden. Das ist nur m\u00f6glich durch einen Abgleich mit den je eigenen Naturerfahrungen. Diese stehen heute unweigerlich im Kontext der gegenw\u00e4rtigen Natur- und Umweltkrise. Der Diskurs zwischen heutiger Naturerfahrung sowie Naturethik und der biblischen Naturwahrnehmung ist auch f\u00fcr s\u00e4kulare B\u00fcrger und Naturethiker keineswegs unzumutbar, insofern er nicht auf die \u00dcbernahme von ontologischen Pr\u00e4missen des biblischen Glaubens zielt, sondern auf den wechselseitig erhellenden Dialog zwischen unterschiedlichen Denkformen. Es geht um \u00dcbersetzungsarbeit, bei der sich eine \u00fcberraschend hohe Konvergenz zwischen den propositionalen Gehalten biblischer Sch\u00f6pfungstheologie und s\u00e4kularen \u00f6kologischen Erkenntnissen und naturethischen Ma\u00dfst\u00e4ben unserer Gegenwart ergibt. Christof Hardmeier und Konrad Ott, in ihrem 2015 erschienenen Werk \u201eNaturethik und biblische Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung. Ein diskurstheoretischer und narrativ-hermeneutischer Br\u00fcckenschlag\u201c f\u00fchren diesen Gedenken weiter aus.<\/p>\n<p>Religionsgeschichtlich ist die Erz\u00e4hlung des Siebentagewerkes in Gen 1 und 2 als ein Text mit kritisch aufkl\u00e4rerischer Intention zu lesen, der in bemerkenswert differenzierter Weise das damalige Wissen \u00fcber Naturzusammenh\u00e4nge aufnimmt. Gen 1 setzt das Weltbild der Perserzeit (sp\u00e4tes 6. Jh. vor Chr.) voraus. In narrativer Form werden die nat\u00fcrlichen Daseinsvoraussetzungen als geordnete Welt beschrieben. Die Erz\u00e4hlung ist ein Gegentext zum neubabylonischen Herrschaftsmythos, der als Thronbesteigung Marduks erz\u00e4hlt wurde und der Rechtfertigung der Herrschaftselite in Babylon diente. Ebenso ein Gegentext zum \u00e4gyptischen Sonnen- und Gestirnekult (Sonne und Mond werden despektierlich \u201eLampen am Himmel\u201c genannt; Gen 1,14-19). Schlie\u00dflich ist er auch ein Gegentext zu den verschiedenen Fruchtbarkeitskulten im damaligen Pal\u00e4stina, die die Fruchtbarkeitskr\u00e4fte der Natur unmittelbar divinisierten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die \u00dcbersetzung der Sch\u00f6pfungstheologie von Gen 1 und 2 in den Kontext heutiger Naturethik bedarf es einer analogen Offenheit f\u00fcr gegenw\u00e4rtige Naturerkenntnisse sowie einer aufgekl\u00e4rten Kritik gegen\u00fcber Mythologien unserer Zeit. Notwendig ist daf\u00fcr ein theologischer Ansatz als hermeneutischer Rahmen, der Sch\u00f6pfungstheologie nicht nur als Aussage \u00fcber etwas versteht, sondern zugleich auch performativ als Ausdruck einer bestimmten Haltung gegen\u00fcber der als Sch\u00f6pfung wahrgenommenen Natur. Der performative Sinn der Sch\u00f6pfungstexte besteht wesentlich in der Balance zwischen Kontingenzbewusstsein, das die Gaben der Sch\u00f6pfung als nicht selbstverst\u00e4ndlich nimmt und deshalb \u201eimmanenzkritisch\u201c \u00fcber das rein Faktische hinaus fragt, und \u2013 auf der anderen Seite \u2013 Vertrauen, das in der Gottesbeziehung gr\u00fcndet und sich auf eine positive Beziehung zu den Mitgesch\u00f6pfen \u00fcbertr\u00e4gt. Es geht um Kontingenzbew\u00e4ltigung, die trotz aller Erfahrungen von Leid und Unsicherheit die Natur bzw. das Leben als gut wahrnimmt. Sch\u00f6pfungsethik ist darauf ausgerichtet, diese Grundhaltung zu vermitteln und immer wieder in Erinnerung zu rufen.<\/p>\n<p>Die Texte der biblischen Sch\u00f6pfungstheologie sind \u201evon ihrem sprechakttheoretischen Status her betrachtet, narrativ, adorativ, \u201alobpreisend\u2018, verk\u00fcndigend, liturgisch und konfessorisch; insofern sind sie nicht eindeutig den Geltungssph\u00e4ren von Wahrheit, Richtigkeit und Wahrhaftigkeit zuzuordnen\u201c, so Hardenmeier und Ott. Die biblische Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung ist ein Narrativ, das sich in seiner Logik grundlegend von Denk- und Diskursformen der objektivierenden Rede unterscheidet. Die w\u00f6rtliche Lesart der Genesiserz\u00e4hlung im Kreationismus beruht schlicht auf einem Missverst\u00e4ndnis der Textgattung.<\/p>\n<p>Sprachlich besonders bemerkenswert sind die Einstreuungen theozentrischer Wertungsperspektiven (\u201eund Gott sah, dass es gut war\u201c; Gen 1,4.10.12.18.21.25) sowie vor allem die metanarrative Evokation in Gen 1,31 (\u201eund da! sehr gut ist es!\u201c). Diese Gesamtwertung des Sch\u00f6pfungswerkes als sehr gut liegt nicht unmittelbar auf der Ebene des Erz\u00e4hlten, sondern ist ein Zwischenruf des Erz\u00e4hlers selbst, der unmittelbar den Leser anspricht und zur staunenden Einstimmung in diese positive Wertung des Sch\u00f6pfungswerkes auffordert. Ziel des Leserappells ist es, eine Haltung der Dankbarkeit und Freude zu vermitteln. Diese Aufforderung ist nicht nur die Sinnspitze der Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung, sondern wird beispielsweise auch im Sch\u00f6pferlob der Psalmen 8 und 104 in Gebetsform fortgef\u00fchrt. Sie pr\u00e4gt die biblische Naturerfahrung und Lebenseinstellung auf grundlegende Weise.<\/p>\n<p>Eine anthropologisch und kultursoziologisch interessante Frage ist, ob Dankbarkeit f\u00fcr die G\u00fcter der Natur auch ohne die Annahme eines Gebers der Gaben denkbar ist. Betrachtet man die G\u00fcter als Ergebnis der Lotterie der Natur im evolution\u00e4ren Prozess von zuf\u00e4lliger Mutation und Selektion, ergibt die Haltung der Dankbarkeit genauso wenig Sinn, wie es unangebracht w\u00e4re, der Lostrommel, die mir einen Lottogewinn ermittelt, dankbar zu sein. \u201eZumindest eine affektive Beziehung und Einstellung gegen\u00fcber all diesen nat\u00fcrlichen <em>primary values <\/em>als unverf\u00fcgbare Vor-Gaben des Lebens ist \u2013 s\u00e4kular gedacht \u2013 im Grunde paradox, n\u00e4mlich adressatenlose Dankbarkeit\u201c, so wieder Hardenmeier und Ott. Dankbarkeit ergibt nur Sinn, wenn auf der Seite des Gebenden Absichten unterstellt werden, und zwar eine positive Absicht des Wohlwollens und der Liebe, des Schenkens, das nicht auf abh\u00e4ngig machende Verpflichtung ausgerichtet ist, sondern umsonst gibt, eben \u201egratis\u201c, was nicht von ungef\u00e4hr mit dem lateinischen Begriff <em>gratia<\/em>, Dankbarkeit zusammenh\u00e4ngt. Wenn man davon ausgeht, dass der Wunsch nach Dankbarkeit f\u00fcr G\u00fcter der Natur anthropologisch angelegt ist, kann man von dieser Haltung, die sich einen Adressaten sucht und sich in Lobpreis ausdr\u00fcckt, m\u00f6glicherweise einen Zugang zum Gottesglauben finden. Dann w\u00e4re der Glaube an einen Sch\u00f6pfergott die Explikation dieser Erfahrung von Dankbarkeit, w\u00e4hrend konkrete Vorstellungen \u00fcber ein bestimmtes Wirken und bestimmte Eigenschaften dieses Gottes als sekund\u00e4r einzuordnen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Biblische Sch\u00f6pfungstheologie, die die Naturerfahrung <em>coram Deo<\/em> reflektiert und daher so etwas wie eine \u201eErfahrung mit der Erfahrung\u201c (Eberhard J\u00fcngel) darstellt, dr\u00e4ngt darauf, sich auch als Symbolpraxis handelnd zum Ausdruck zu bringen. Von daher steht sie nicht in einem antagonistischen, sondern viel st\u00e4rker in einem komplement\u00e4ren Verh\u00e4ltnis zur diskursiven Rationalit\u00e4t der Moderne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Vier Leitbegriffe biblisch inspirierter Sch\u00f6pfungsverantwortung<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der vielschichtigen Debatte um die Konsequenzen des christlichen Sch\u00f6pfungsglaubens f\u00fcr die Umweltethik sind es vor allem vier Begriffe, die sich als Leitkategorien herausgesch\u00e4lt haben:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Gottebenbildlichkeit:<\/strong> Der Mensch kann dem Weltverh\u00e4ltnis Gottes so entsprechen, dass er als sittliches Subjekt frei \u00fcber sich selbst bestimmt. Dies macht seine besondere W\u00fcrde aus und verpflichtet ihn zur Verantwortung gegen\u00fcber allen Kreaturen. Die Betonung der unantastbaren W\u00fcrde des Menschen als Person und Ebenbild Gottes schlie\u00dft keineswegs die Anerkennung des Eigenwerts der Natur aus, sondern ist in gewisser Weise deren logische Voraussetzung, insofern n\u00e4mlich nur sittliche Wesen, also Personen, dazu f\u00e4hig sind. Auch wenn es durchaus sehr unterschiedliche Interpretationen und Positionen zur \u201eAnthropozentrik\u201c gibt, bleibt auch aus der Perspektive christlicher Sch\u00f6pfungstheologie und Anthropologie festzuhalten, dass die Stellung des Menschen als sittliches Subjekt und von dort her auch ein humanistischer Zugang zur Umweltethik unaufgebbar sind. Dabei wird der Mensch sch\u00f6pfungsethisch jedoch zugleich in der W\u00fcrde seiner Verantwortungsf\u00e4higkeit und in seiner bleibenden Erdverbundenheit als \u201eAdam\u201c (\u201eErdling\u201c von <em>adama<\/em> Erde) gesehen. Er ist \u201eStaub\u201c, in seiner Begrenztheit ein Irdischer, eine der Erde zugeh\u00f6rige Kreatur. Eine biblisch orientierte Sch\u00f6pfungsethik ist weder anthropo- noch bio- oder physiozentrisch, sondern theozentrisch. Gottebenbildlichkeit meint die F\u00e4higkeit und Berufung zu Verantwortung, wobei biblische Ethik immer zugleich die st\u00e4ndige M\u00f6glichkeit der Verfehlung und des Scheiterns an diesem Anspruch mitdenkt.<\/li>\n<li><strong>Mitgesch\u00f6pflichkeit:<\/strong> Den Menschen verbindet mit allen \u00fcbrigen Kreaturen das gemeinsame Geschaffensein von Gott. Dies verbietet, dass er seine Mitgesch\u00f6pfe nur als Mittel zum Erreichen seiner Zwecke behandelt. Die Achtung der Mitgesch\u00f6pfe ist eine notwendige Konsequenz der Gottesliebe. Als Gesch\u00f6pf steht der Mensch in einer umfassenden Schicksalsgemeinschaft mit allen Lebewesen, denen ihr je eigener Ort im \u201eLebenshaus\u201c der Sch\u00f6pfung zugewie\u00adsen ist. Angesichts der Tatsache, dass gegenw\u00e4rtig durch Klimawandel und die Zerst\u00f6rung von Lebensr\u00e4umen ein massives, erdgeschichtlich relevantes Artensterben stattfindet, verpflichtet dies zu intensiven Ma\u00dfnahmen des Biodiversit\u00e4ts-, Lebensraum- und Tierschutzes. Als konkrete Konsequenz einer Theologie der Mitgesch\u00f6pflichkeit sind bspw. f\u00fcr die Landwirtschaft Kriterien artgerechter Tierhaltung zu entwickeln und einzuhalten, wovon wir gegenw\u00e4rtig weit entfernt sind.<\/li>\n<li><strong> Ehrfurcht:<\/strong> Dem christlichen Sch\u00f6pfungsglauben geht es um eine Haltung der Ehrfurcht, die die Un\u00adversehrtheit und Sch\u00f6nheit der Sch\u00f6pfung inmitten von Leid und Konflikt immer wieder neu entdeckt und sch\u00fctzt. Die Ehrfurcht vor dem Sch\u00f6pfer impliziert die Ehrfurcht vor dem Erschaffenen auch hinsichtlich der ihm innewohnenden Entfaltungsbedingungen. Im Fokus christlicher Umweltethik stehen nicht prim\u00e4r einzelne Schutzregeln f\u00fcr den Umwelt-, Natur-, Tier- oder Klimaschutz, sondern die Ein\u00fcbung einer Grundhaltung der Ehrfurcht, Freude und Dankbarkeit sowie der respektvollen Achtung gegen\u00fcber den G\u00fctern und Lebewesen der Sch\u00f6pfung. Auch staunende und achtsame Neugier, die nach Wissen strebt, kann Ausdruck einer solchen Ehrfurcht sein.<\/li>\n<li><strong>\u00d6konomie der Gabe:<\/strong> Christliche Sch\u00f6pfungstheologie geht davon aus, dass die G\u00fcter der Sch\u00f6pfung Gaben Gottes f\u00fcr alle Lebewesen sind. Ihr Fluchtpunkt ist nicht ein Denken in den Kategorien der Knappheit und der Konkurrenz, sondern in denen des Geschenkes und der Logik des Gebens, das Teilhabe und F\u00fclle erm\u00f6glicht. Daraus folgt, dass die grundlegenden Umweltg\u00fcter, wie etwa ein stabiles, menschenvertr\u00e4gliches Klima, der Zugang zu sauberem Wasser, die Verf\u00fcgbarkeit von fruchtbarem Boden oder Artenvielfalt gemeinwohlpflichtig sind. Dementsprechend unterliegen hierf\u00fcr relevante Eigentumsrechte stets der Bedingung, dass die globalen und intergenerationellen Dimensionen des Gemeinwohls im Umgang mit den grundlegenden Naturg\u00fctern nicht verletzt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Entscheidend f\u00fcr einen Neuansatz christlicher Umweltethik ist, die Zusammengeh\u00f6rigkeit dieser vier Aspekte zu erkennen und sie nicht gegeneinander auszuspielen: Die besondere W\u00fcrde des Menschen als Gottes Ebenbild ist in der christlichen Sch\u00f6pfungstheologie in keiner Weise so gedacht, dass dadurch seine Eingebundenheit in die Natur aufgehoben w\u00e4re. Nur in der \u00dcbernahme einer aktiven Gestaltungsverantwortung auch f\u00fcr die \u00fcbrigen Kreaturen, mit denen ihn eine Schicksalsgemeinschaft verbindet, findet der Mensch seine sch\u00f6pfungsgem\u00e4\u00dfe Bestimmung und Identit\u00e4t. Die Haltung von Ehrfurcht, Respekt und Achtsamkeit muss sich auch unter den Bedingungen von Knappheit und Konkurrenzverh\u00e4ltnissen bew\u00e4hren. Dieses \u00f6konomische Paradigma kann jedoch nicht f\u00fcr eine Gesamtsicht der Natur generalisiert werden, diese wird vielmehr prim\u00e4r als Ort der F\u00fclle des geschenkten und geteilten Lebens gesehen.<\/p>\n<p>Schon diese knappe Skizze verdeutlicht, dass die Auseinandersetzung mit den Modellen der Naturdeutung in der gegenw\u00e4rtigen \u00d6konomie das entscheidende Feld ist, in dem christliche Umweltethik ihre Sicht bew\u00e4hren und als Diskursangebot immer wieder kritisch, aber auch konstruktiv und kompromissbereit ins Gespr\u00e4ch bringen muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>\u201eLaudato si\u2019\u201c \u2013 ein neues Kapitel in der Entwicklung der katholischen Soziallehre<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Enzyklika <em>Laudato si\u2018<\/em> ist ein neues Kapitel der Entwicklung der katholischen Soziallehre. Erstmals wird das komplexe Themenfeld der \u00f6kologischen Herausforderung umfassend auf der Ebene der p\u00e4pstlichen Lehrschreiben behandelt. Ihr roter Faden ist das Postulat einer \u201eganzheitlichen \u00d6kologie\u201c, das an die Wendung \u201eganzheitliche Entwicklung\u201c aus der Entwicklungsenzyklika <em>Populorum progressio<\/em> von 1967 ankn\u00fcpft. Es stellt diese jedoch erstmals konsequent unter den Anspruch \u00f6kologischer Erneuerung. Denn ohne eine solche alle Handlungsfelder durchdringende Erneuerung sind heute weder globale und intergenerationelle Gerechtigkeit noch humanvertr\u00e4gliche Technik zu denken.<\/p>\n<p>Zentrale Leitlinien, die den Ansatz der Enzyklika pr\u00e4gen, sind:<\/p>\n<p>(a) katastrophentheoretisch: Die Zeit dr\u00e4ngt, die \u00f6kologischen Kapazit\u00e4ten sind weitgehend ersch\u00f6pft, f\u00fcr zahllose Menschen geht es um existentielle Fragen des \u00dcberlebens;<\/p>\n<p>(b) \u00f6kosozial: Es besteht ein grundlegender Zusammenhang zwischen Umwelt- und Gerechtigkeitsfragen; globale und intergenerationelle Gerechtigkeit k\u00f6nnen nicht ohne Umweltschutz erreicht werden; zugleich muss Umweltschutz von den legitimen Interessen der Armen ausgehen;<\/p>\n<p>(c) pragmatisch: Den Schrei der Sch\u00f6pfung und der Armen zu h\u00f6ren und darauf mit einer entsprechenden Verantwortungspraxis zu reagieren, ist unmittelbar Glaubenspraxis und unausweichliche Aufgabe der Kirche heute;<\/p>\n<p>(d) befreiungstheologisch: Um die \u00f6kologische Krise zu l\u00f6sen, m\u00fcssen unbequeme Fragen von Macht, Korruption und systemischen Fehlentwicklungen angesprochen werden;<\/p>\n<p>(e) anthroporelational: Die christliche Tradition der Anthropozentrik muss hinterfragt und so differenziert werden, dass der Eigenwert der Sch\u00f6pfung und die existentielle Verbundenheit aller Kreaturen in voller Weise anerkannt wird;<\/p>\n<p>(f) transformativ: Jeder Einzelne ist zu einer \u201e\u00f6kologischen Umkehr\u201c aufgerufen, einem Richtungswechsel in der Lebens- und Wirtschaftsweise.<\/p>\n<p>Inhaltlich folgt die Enzyklika dem Aufbauschema \u201esehen \u2013 urteilen \u2013 handeln\u201c. Sie beginnt mit einer aus dem intensiven Dialog mit verschiedenen Umweltwissenschaften hervorgegangenen Situationsanalyse, wobei insbesondere die \u201eVerm\u00fcllung des Planten Erde\u201c (Nr. 20-22) hervorgehoben wird (1. Kapitel: \u201eWas unserem Haus widerf\u00e4hrt\u201c). Der theologisch-ethischen Urteilsbildung sind drei Kapitel gewidmet, die man als innovative Verkn\u00fcpfung von Sch\u00f6pfungstheologie, Ethik und \u00d6kologie kennzeichnen kann (2. Kapitel: \u201eDas Evangelium von der Sch\u00f6pfung\u201c; 3. Kapitel: \u201eDie menschliche Wurzel der \u00f6kologischen Krise\u201c; 4. Kapitel: \u201eEine ganzheitliche \u00d6kologie\u201c). Der praktische Teil ist in ein politisch-gesellschaftliches und ein p\u00e4dagogisch-spirituelles Kapitel aufgeteilt (5. Kapitel: \u201eLeitlinien f\u00fcr Orientierung und Handeln\u201c; 6. Kapitel: \u201e\u00d6kologische Erziehung und Spiritualit\u00e4t\u201c).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der schillernde Begriff von \u00d6kologie<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der Begriff \u00d6kologie wird in der Enzyklika auf unterschiedlichen Ebenen verwendet, teilweise deskriptiv f\u00fcr \u00f6kologische Systeme und Wirkungszusammenh\u00e4nge, teilweise normativ als Postulat eines ganzheitlichen Handelns, das stets die Wechselwirkungen zwischen sozialen, wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Faktoren im Blick beh\u00e4lt. \u00d6kologische und soziale Gerechtigkeit werden als untrennbare Einheit verstanden. Denn Umweltschutz ist gerade in den \u00f6kologisch sensiblen Regionen des S\u00fcdens Medium der Armutsbek\u00e4mpfung. \u00d6kologie meint vor diesem Hintergrund nicht nur Naturschutz, sondern allgemeiner ein Denken in Beziehungszusammenh\u00e4ngen. Dieser methodische Ansatz entspricht zutiefst biblischem Denken, das den Menschen stets in seinen vielschichtigen und eng miteinander verwobenen Relationen denkt. Kennzeichnend f\u00fcr den vielschichtigen Begriff von \u00d6kologie sind auch die Nominalverbindungen, in denen der Terminus gebraucht wird (Human-, Kultur-, Stadt-, Alltags\u00f6kologie u.a.; vgl. Nr. 137-162 in der Enzyklika).<\/p>\n<p>Franziskus\u2018 Konzept von \u00d6kologie stellt eine Weiterentwicklung der Human\u00f6kologie dar, wie sie seit 1991 leitend f\u00fcr nahezu alle p\u00e4pstlichen \u00c4u\u00dferungen zu Umweltfragen ist und in einer Variation den urspr\u00fcnglich angek\u00fcndigten Titel \u201eDie \u00d6kologie des Menschen\u201c pr\u00e4gte. So beispielsweise Kardinal Peter Turkson, der von Seiten des P\u00e4pstlichen Rates Justita et Pax f\u00fcr die Vorbereitung des Textes hauptverantwortlich war, bei einer Veranstaltung an der Katholischen Akademie in Bayern am 7.7.2014 (vgl. dazu auch <em>zur debatte<\/em> 6\/2014). Zum seit 100 Jahren gebr\u00e4uchlichen Konzept der Human\u00f6kologie sowie seiner Rezeption in der katholischen Soziallehre in meinem Text von 2014: \u00d6kologische Gerechtigkeit und Human\u00f6kologie, in: Gabriel, I.\/Steinmair-P\u00f6sel, P. (Hg.): Gerechtigkeit in einer endlichen Welt. \u00d6kologie, Wirtschaft, Ethik, 64-86.<\/p>\n<p>Der Ausdruck ist jedoch umstritten, da er zuvor meist gebraucht wurde, um damit das Konzept der traditionellen Anthropozentrik zu verteidigen, das den Menschen im Mittelpunkt der Sch\u00f6pfung sieht und allen anderen Wesen und G\u00fctern der Natur nur im Blick auf ihn einen Wert zuerkennt. In geschickter Weise wird nun dieser Begriff zugleich aufgegriffen und modifiziert: Eingebunden in bio\u00f6kologische Reflexionen ist eine naturalistische Leseweise des Konzepts der Human\u00f6kologie ausgeschlossen. Zugleich wird erstmals radikal auf Enzyklikenebene der \u201edespotische\u201c moderne Anthropozentrismus kritisiert (Nr. 68f. und 115-136). Immer wieder hebt Franziskus den Eigenwert der Tiere und Pflanzen hervor und profiliert seine Ethik durch \u00e4sthetisch-poetische sowie spirituelle Zug\u00e4nge zur Natur, was jedoch nicht weiter ethisch-systematisch entfaltet wird.<\/p>\n<p>Erhellend f\u00fcr den philosophischen Hintergrund dieser \u00dcberlegungen zu einer \u00f6kologischen Ethik ist ein Blick auf die Tradition des <em>Krausismo:<\/em> Der Begriff bezeichnet die Rezeption des deutschen Philosophen Karl Christian Friedrich Krause (1781-1832), die sich kaum im deutschen Sprachraum entfaltet, jedoch seit den 1860ern im spanischsprachigen Raum sehr intensiv entwickelte. So fanden die Gedanken von Krause auch in Lateinamerika weite gesellschaftliche Verbreitung. Ihre Wirkung reicht Dierksmeier zufolge von der politischen Ideologisierung im Peronismus bis hin zur Entwicklung der argentinischen Befreiungstheologie. Deren geistiger \u201eVater\u201c Lucio Gera schlie\u00dflich stellt als theologischer Lehrer von Franziskus das Bindeglied zum gegenw\u00e4rtigen Papst dar.<\/p>\n<p>Als Sch\u00fcler Johann Gottlieb Fichtes zeichnet sich Krause durch den Versuch aus, Kants Anliegen einer vern\u00fcnftigen Weltgestaltung umzusetzen, ohne in Fichtes radikalen Anthropozentrismus einer Frontstellung zwischen vern\u00fcnftigem Subjekt und unvern\u00fcnftiger Natur zu verfallen. Ma\u00dfstab sind Verwirklichung und Vergr\u00f6\u00dferung der Freiheit, die aber nicht auf den Menschen reduziert bleibt, sondern sich in gradueller Abstufung in der gesamten Natur findet. Krause folgert daraus auch Rechte f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen sowie f\u00fcr Tiere. Er formuliert damit eine philosophische Basis dessen, was Franziskus in <em>Laudato si\u2018<\/em> theologisch und umweltethisch entfaltet. Die Kenntnis dieser Hintergr\u00fcnde ist \u00e4u\u00dferst hilfreich, um die gegenw\u00e4rtige umweltethisch-sch\u00f6pfungstheologische Debatte solide zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das Klima als Kollektivgut<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Enzyklika greift erstmals auf der Ebene der p\u00e4pstlichen Lehrverk\u00fcndigung das Problem des Klimawandels auf (Nr. 20-26). Dahinter steht eine lange Geschichte von Konferenzen und Gespr\u00e4chen hierzu im Vatikan, in der P\u00e4pstlichen Akademie der Wissenschaften und dem P\u00e4pstlichen Rat Justitia et Pax, in denen immer wieder die Einw\u00e4nde der Klimaskeptiker geh\u00f6rt wurden. Mit der Feststellung der anthropogenen (menschlich verursachten) Zusammenh\u00e4nge als Hauptursache des Klimawandels, die eine m\u00f6gliche Wirksamkeit anderer Faktoren nicht ausschlie\u00dfen (Nr. 24), bezieht Papst Franziskus eindeutig Stellung.<\/p>\n<p>Methodisch bezeichnend ist, dass der Papst sein Pl\u00e4doyer f\u00fcr entschlossenen Klimaschutz angesichts der Kontroversen um dieses Thema vor allem in den US-amerikanischen Kirchen mit kommunikationstheoretischen \u00dcberlegungen verkn\u00fcpft: zum Umgang mit unterschiedlichen Meinungen (vgl. Nr. 60f.), zur Schw\u00e4che der bisherigen Reaktionen auf die Umweltkrise bei den Entscheidungstr\u00e4gern (vgl. Nr. 53-59) sowie zur Perspektive der am Rande Stehenden, die oft blo\u00df als \u201eAnh\u00e4ngsel\u201c und \u201eKollateralschaden\u201c abgetan werden (Nr. 49). Der Papst kritisiert im Kontext der Klimadebatte \u201eeinen Mangel an physischem Kontakt und Begegnung, [\u2026] der dazu beitr\u00e4gt, einen Teil der Realit\u00e4t in tendenzi\u00f6sen Analysen zu ignorieren\u201c (Nr. 49).<\/p>\n<p>Die \u201eSorge f\u00fcr das gemeinsame Haus\u201c \u2013 so der Untertitel der Enzyklika \u2013 zielt auf eine \u201eHausordnung\u201c f\u00fcr den solidarischen Umgang mit den globalen Ressourcen. Dabei wird das Klima als \u201egemeinsames Gut\u201c apostrophiert (Nr. 23-26). Dies entspricht der von Thomas von Aquin im 13. Jahrhundert formulierten Eigentumstheorie, von der her die Christliche Sozialethik das Postulat der Gemeinwohlpflichtigkeit des Eigentums entwickelt hat. Bereits im Kompendium der Soziallehre der Kirche von 2004 wurde dies mit einer ethischen Reflexion zur Problematik von Kollektivg\u00fctern verkn\u00fcpft und auf die Klimafrage angewendet (Nr. 171-184 und 466-487).<\/p>\n<p>\u00d6konomisch l\u00e4sst sich ein Gro\u00dfteil der globalen Umweltdegradation im Kern als Kollektivgutproblem modellieren: Es findet Ressourcen\u00fcbernutzung statt, weil jeder, der Ressourcenschutz betreibt, den langfristigen Nutzen davon mit allen teilt, die Kosten jedoch individuell tragen muss. Elinor Ostrom hat weltweit anhand von Allmendenutzungen (z.B. Gemeindewiesen in den Schweizer Hochalpen) untersucht, wie Gesellschaften beschaffen sein m\u00fcssen, dass Kollektivgutbewirtschaftung funktioniert. Darauf k\u00f6nnte eine vertiefende Interpretation der Enzyklika zur\u00fcckgreifen. Der Text deutet aber auch selbst wichtige Impulse in diesem Bereich an \u2013 insbesondere im Blick auf regionale Gemeinschaften und Lebensstile in lateinamerikanischem Kontext (Nr. 143-155).<\/p>\n<p>Die Auffassung des Klimas als Kollektivgut hat weitreichende Konsequenzen f\u00fcr staatliche und gesellschaftliche Pflichten zum Klimaschutz. Sie fordert letztlich nichts Geringeres als die Transformation des V\u00f6lkerrechts vom Koexistenz- zum Kooperationsrecht und damit einen neuen globalen V\u00f6lkervertrag. Franziskus spricht in diesem Zusammenhang von \u201egemeinsamen, aber differenzierten Verantwortlichkeiten\u201c zum Klimaschutz (Nr. 170). Die eng mit dem Klimawandel verbundene Wasser- und Ern\u00e4hrungskrise wird als zentrale Herausforderungen benannt und aus ethischer Perspektive reflektiert. Eine konkrete Forderung der Enzyklika in diesem Zusammenhang ist die Anerkennung der Menschen, die aufgrund \u00f6kologischer Degradation ihre Lebensr\u00e4ume verlassen m\u00fcssen, als Fl\u00fcchtlinge mit entsprechendem rechtlichem Status (Nr. 25).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Franziskanische Spiritualit\u00e4t und Biophilie<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Innovativ ist die Enzyklika nicht zuletzt dadurch, dass sie ihre kritische Zeitanalyse mit eindringlichen theologischen und anthropologischen Reflexionen verbindet. Sie versteht Umweltschutz als Glaubenspraxis und r\u00fcckt ihn damit ins Zentrum des Selbstverst\u00e4ndnisses von Kirche und Theologie. Trotz aller Sorge um Klimawandel, Biodiversit\u00e4tsverlust, M\u00fcllprobleme und Wasserknappheit sowie die damit verbundene soziale Not ist die Enzyklika auf einen Grundton der Ermutigung und der Dankbarkeit f\u00fcr die Gaben der Sch\u00f6pfung gestimmt: <em>Laudato si\u2018,<\/em> das Lob des Sch\u00f6pfers, ist der Titel, der \u00fcber allem steht. Er ist aus dem Sonnengesang des Franz von Assisi entlehnt, dessen Spiritualit\u00e4t der Freude, Einfachheit und geschwisterlichen Beziehung zu den Mitgesch\u00f6pfen die Enzyklika tr\u00e4gt. Schon mit der Wahl des Namens Franziskus bei seiner Wahl zum Papst hat sich der Jesuit Jorge Mario Bergoglio SJ eine \u00f6kologische Programmatik gegeben, da der naturverbundene Heilige seit 1979 als \u201ehimmlischer Patron der Umweltsch\u00fctzer\u201c gilt. Man kann die Enzyklika auch in die Tradition jesuitischer Fr\u00f6mmigkeit einordnen, die sich mit dem ignatianischen Motto \u201eGott in allen Dingen finden\u201c umschreiben und als Spiritualit\u00e4t der Weltzugewandtheit und der Aufmerksamkeit charakterisieren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Unter Bezugnahme auf die besonders in Lateinamerika starke Tradition des \u201ebuen vivir\u201c, also des guten Lebens, geht Franziskus davon aus, dass ein Kulturwandel im Verh\u00e4ltnis zur Natur einen Gewinn an Lebensqualit\u00e4t, wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Gemeinschaft bringen wird. Franziskus postuliert eine \u201e\u00f6kologische Umkehr\u201c (Nr. 5 und 216-221) und spricht nicht weniger als 55 Mal von einer Erneuerung des Lebensstil und der Konsummuster. W\u00e4hrend in den \u00f6ffentlichen Debatten Lebensstilfragen meist als eine blo\u00df private und damit individuelle Angelegenheit betrachtet werden, bezieht der Papst mit seiner Kritik der Lebensstile die Position, dass diese angesichts ihrer globalen Folgen rechtfertigungsbed\u00fcrftig sind.<\/p>\n<p>Diese gesellschaftspolitische Dimension der scheinbar privaten Fragen von Spiritualit\u00e4t und Lebensstilen kommt auch in der Leitmetapher \u201eMutter Erde\u201c zum Ausdruck: Diese ist in der lateinamerikanischen Tradition verwurzelt. So haben Ecuador und Bolivien 2008 bzw. 2009 den \u201eSchutz der Mutter Erde\u201c und das \u201ebuen vivir\u201c (gutes Leben) gegen postkoloniale Ressourcenausbeutung in ihre Verfassungen geschrieben. Vor diesem Hintergrund enthalten schon die ersten Zeilen der Enzyklika eine Verkn\u00fcpfung religi\u00f6s-spiritueller und politischer Ebenen.<\/p>\n<p>Umweltethisch k\u00f6nnte man den Gehalt der Enzyklika als eudaimonistisch kennzeichnen. Eudaimonistische Werte zielen auf leiblich-sinnlich vermittelte Freude an der Natur und unterscheiden sich sowohl von rein funktionalen wie von rein intrinischen Werten. Die F\u00e4higkeit die Natur zu genie\u00dfen, wurde in der Moderne unter der Dominanz eines instrumentellen Naturverh\u00e4ltnisses teilweise vernachl\u00e4ssigt. Jedenfalls bedarf sie der Pflege und Ein\u00fcbung. Naturgenuss gilt vielen Menschen lediglich als Freizeitvergn\u00fcgen und wird daher oft eher als b\u00fcrgerlich-reaktion\u00e4rer Luxus eingestuft. Er ist jedoch eine anthropologische Grundkategorie, der eine fundamentale Bedeutung f\u00fcr die Entwicklung und Identit\u00e4t des Menschen zukommt.<\/p>\n<p>In der Umweltpsychologie wird dies auch als Biophilie-Hypothese umschreiben. Diese geht von einem psychischen Zusammenhang zwischen geistig-seelischer Gesundheit und Naturgenuss wie etwa sch\u00f6ne Landschaften aus. Die Naturphilosophin Angelika Krebs spricht von therapeutischen Landschaften als Grundwert f\u00fcr menschliche Entfaltung und Lebensqualit\u00e4t und damit f\u00fcr Gerechtigkeit. \u00c4hnlich Martha Nussbaum, die den Naturgenuss zu den grundlegenden menschlichen F\u00e4higkeiten rechnet und damit als eine der Basiskategorien von Gerechtigkeit einstuft.<\/p>\n<p>Viele sprechen auch von trans\u00e4stethischer Naturerfahrung, womit eine existenzielle, \u00fcber den konsumptiven Genuss des Natursch\u00f6nen hinausgehende Dimension gemeint ist. Diese stellt aus der Perspektive der s\u00e4kularen Naturethik einen Grenzbereich dar, der h\u00e4ufig auch als \u201espiritueller Wert umschrieben\u201c wird. Selbst in politischen Texten ist seit einigen Jahren von \u201espiritual values\u201c die Rede. So beispielsweise im Millenium Ecosystem Assessment (MEA 2005), der weltweit ausf\u00fchrlichsten Bilanzierung der sogenannten Ecosystem-Services.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Christliche Sch\u00f6pfungsverantwortung als Transformationsethik<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Lange stand die christliche Naturethik ganz im Zeichen einer naturrechtlichen Ordnungsethik, die im Kern darauf ausgerichtet war, bestehende Ordnungen zu stabilisieren. Die Sch\u00f6pfungsethik des fr\u00fchen 21. Jahrhunderts hat diesen Aspekt umgekehrt: Transformation, Erneuerung und \u201eUmkehr zum Leben\u201c sind nun leitenden Stichworte. Als Beispiel mag der \u00f6kumenischen Prozess \u201eUmkehr zum Leben\u201c dienen, der parallel zu den Sustainable Development Goals (SDGs) bis 2030 angelegt ist: <a href=\"http:\/\/www.umkehr-zum-leben.de\">http:\/\/www.umkehr-zum-leben.de<\/a>.<\/p>\n<p>Dem l\u00e4sst sich auch die Enzyklika mit ihrer Zuspitzung auf die Notwendigkeit einer \u201e\u00f6kologischen Umkehr\u201c (Nr. 216-221) zuordnen. Mit ihrer aufr\u00fcttelnden Gesellschaftskritik im prophetischen Stil zielt sie auf eine umfassende Transformation der Wirtschafts- und Lebensformen. Der Papst spricht jeden Einzelnen sehr konkret in seinen M\u00f6glichkeiten der Lebensstilgestaltung sowie seiner individuellen Naturbeziehung und Spiritualit\u00e4t an.<\/p>\n<p>Bezogen auf den gegenw\u00e4rtigen umweltethischen Diskurs kann man <em>Laudato si\u2018<\/em> in die Transformationsethik einordnen: Charakteristisch ist eine Akzentverlagerung von Begr\u00fcndungsfragen zu solchen der erkenntnistheoretischen und sozialen Bedingungen f\u00fcr gesellschaftlichen Wandel. Im Mittelpunkt steht nicht mehr die Frage \u201eWarum sollen wir uns wandeln?\u201c, sondern \u201eWie kann der unvermeidliche Wandel gelingen?\u201c. \u201eTransformation by design\u201c statt \u201etransformation by desaster\u201c lautet die einpr\u00e4gsame Formel, die Harald Welzer und Bernd Sommer hierf\u00fcr vorgeschlagen haben.<\/p>\n<p>Die Akzentverlagerung von der Ordnungs- und Transformationsethik in der Umweltethik hat einen naturphilosophischen Hintergrund, f\u00fcr die die Prozesstheologie von Whitehead von zentraler Bedeutung ist: Sch\u00f6pfung ist Kreativit\u00e4t, ist st\u00e4ndiger Wandel. Whitehead hat bereits vor Einstein wesentliche Elemente der Relativit\u00e4tstheorie philosophisch entfaltet. Bereits im fr\u00fchen 20. Jahrhundert hat er die Absolutsetzung und Isolierung des Subjektes bestritten. Hier ergeben sich wesentliche Konvergenzen zur \u00f6kophilosophischen Kritik der Subjektphilosophie von Schelling und dem deutschen Idealismus, wie sie Karl Krause vorgelegt hat und wie sie nicht zuletzt in der Enzyklika <em>Laudato si\u2018 <\/em>ihren Widerhall findet. Whitehead ist bis heute eine der innovativsten Quellen der Umweltethik, sei sie christlich oder s\u00e4kular. Aus meiner Sicht ist er f\u00fcr das Gespr\u00e4ch zwischen Naturwissenschaft und (Sch\u00f6pfungs-)Theologie ein unverzichtbarer Gespr\u00e4chspartner.<\/p>\n<p>Das Verst\u00e4ndnis der Sch\u00f6pfung als Prozess des st\u00e4ndigen kreativ-sch\u00f6pferischen Werdens, als <em>creatio continua<\/em>, kommt der biblischen Sch\u00f6pfungsvorstellung viel n\u00e4her als die lange ausschlie\u00dflich im Blick stehende <em>creatio prima<\/em>, die Erschaffung der Welt am Anfang als einmaliger Akt. Von daher ist auch die konservative Rede von Bewahrung der Sch\u00f6pfung, an die wir uns im kirchlichen \u00d6kokontext gew\u00f6hnt haben, h\u00f6chst missverst\u00e4ndlich: Das, was an der Natur zu bewahren ist, ist oft nicht ein bestimmter Zustand, sondern ihre F\u00e4higkeit zu Entwicklung und Ressourcenregeneration, nicht die <em>natura naturata<\/em>, sondern die<em> natura naturans<\/em>, wie es der j\u00fcdische Naturphilosoph Spinoza nannte. Mit diesem Konzept hat Spinoza ganz wesentlich den gegenw\u00e4rtig weltweit f\u00fchrenden umweltethischen Leitbegriff beeinflusst: Nachhaltigkeit, wie er 1713 von dem Dresdner Forstwissenschaftler Carl von Carlowitz gepr\u00e4gt wurde. Carlowitz war begeisterter Anh\u00e4nger von Spinoza und legt seinem Konzept der Nachhaltigkeit eine halb spinozistisch, halb pietistisch gepr\u00e4gte Naturfr\u00f6mmigkeit zugrunde.<\/p>\n<p>Eine christliche Umweltethik im Geist des biblischen \u201eG\u00e4rtnerauftrags\u201c (Gen 2, 15) zielt nicht auf statisches Bewahren, sondern auf eine dauerhaft tragf\u00e4hige Gestaltung des menschlichen Naturverh\u00e4ltnisses durch Einbindung des Zivilisationssystems in das es tragende Netzwerk der \u00f6kologischen Systeme. F\u00fcr das ethische Postulat einer solchen \u201eGesamtvernetzung\u201c und R\u00fcckbindung der Zivilisationsentwicklung an die Entfaltungsbedingungen der Natur hat Wilhelm Korff \u2013 auf das lateinische <em>rete<\/em>, das Netz, zur\u00fcckgreifend \u2013 den Begriff Retinit\u00e4t gepr\u00e4gt. Gem\u00e4\u00df dem Retinit\u00e4tsprinzip ist Umweltethik weniger als Anwendungs- oder Bereichsethik zu konzipieren, sondern vielmehr als ein umfassendes Integrationskonzept f\u00fcr die komplexen Entwicklungsprobleme moderner Gesellschaft. Orientierungsma\u00dfstab ist dabei das Leitbild einer dynamischen Stabilisierung der komplexen Mensch-Umwelt-Zusammenh\u00e4nge. Erforderlich ist eine verst\u00e4rkte Ber\u00fccksichtigung der M\u00f6glichkeiten und Grenzen einer Steuerung vernetzter, also komplexer dynamischer Systeme in moderner Gesellschaft. Ma\u00dfgeblich hierf\u00fcr ist derzeit die Erdsystemforschung.<\/p>\n<p>Die Geologen sprechen in diesem Zusammenhang seit kurzem von einer neuen erdgeschichtlichen Epoche, dem Anthropoz\u00e4n, dem Zeitaltes des Menschen. \u201eDie Welt in unserer Hand\u201c titelte selbst das Deutsche Museum mit einer gro\u00dfen Ausstellung hierzu. Meist wird der Begriff des Anthropoz\u00e4ns dem Atmosph\u00e4renphysiker und Nobelpreistr\u00e4ger Paul Crutzen aus dem Jahr 2000 zugeschrieben; kaum einer wei\u00df, dass dieser Begriff bereits eine fast 150j\u00e4hrige Vorgeschichte in der Theologie hat, n\u00e4mlich bei dem italienischen Theologen und Biologen Stoppani. Es w\u00e4re hilfreich, diese Begriffsgeschichte ein wenig zu kennen, um kritisch gegen\u00fcber rein systemtheoretischen Modellierungen der Mensch-Umwelt-Verh\u00e4ltnisse mit entsprechenden soziotechnischen Hoffnungen beispielsweise auf <em>climate engeneering<\/em> zu sein.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund christlicher Sch\u00f6pfungstheologie ist gegen\u00fcber solchen Projekten eine gewisse Demut angesagt: Der Mensch ist zwar zur Freiheit und einem hohem Ma\u00df an Naturbeherrschung bef\u00e4higt, er verstrickt sich aber immer wieder in Schuld und Hybris. Freiheitsgef\u00e4hrdung ist heute nicht in erster Linie die unbeherrschte Natur, sondern das unbeherrschte Machtstreben des Menschen. Mit der biblischen Verkn\u00fcpfung von Sch\u00f6pfungstheologie und Anthropologie kann christliche Theologie heute wesentlich zur kritischen Selbstaufkl\u00e4rung des Anthropoz\u00e4n-Diskurses beitragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Enzyklika Laudato si\u2018 gilt in der wissenschaftlichen Debatte als einer der wichtigsten Texte der Umweltdebatte der letzten 20 Jahre. 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