{"id":115749,"date":"2025-12-08T16:48:11","date_gmt":"2025-12-08T15:48:11","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=115749"},"modified":"2025-12-08T16:48:14","modified_gmt":"2025-12-08T15:48:14","slug":"sub-specie-aeternitatis-das-bild-des-menschen-die-evangelische-perspektive","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/sub-specie-aeternitatis-das-bild-des-menschen-die-evangelische-perspektive\/","title":{"rendered":"\u201eSub specie aeternitatis.\u201c Das Bild des Menschen"},"content":{"rendered":"<p>\u201eMan sieht nur mit dem Herzen gut\u201c (Antoine de Saint-Exup\u00e9ry)<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Raffaels Schule von Athen \u2013 Ein Menschenbild der Renaissance<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Zu den wesentlichen Neuerungen der Renaissance geh\u00f6rt das mit ihr erwachte Interesse am Menschen. Katalysatorisch sorgte daf\u00fcr vor allem die Wiederentdeckung der antiken Philosophen und ihrer Schriften, die sich zur Anthropologie ge\u00e4u\u00dfert haben. Dazu z\u00e4hlen vor allem die aus dem Arabischen wiedergewonnenen Werke des Aristoteles sowie der durch Marsilio Ficino ins Lateinische \u00fcbersetzte Platon. Diese Wiederentdeckung findet auch k\u00fcnstlerisch einen monumentalen Ausdruck &#8211; im Fresko der \u201eSchule von Athen\u201c, das Raffael um 1509\/10 in der Stanza della Segnatura des Papstpalastes im Vatikan malte.<strong>\u00a0<\/strong>Es spricht f\u00fcr dessen nachhaltige Wirkung, wenn originalgro\u00dfe Kopien der \u201eSchule von Athen\u201c bis heute Bibliotheken, Akademien oder Universit\u00e4ten in Paris, St. Petersburg oder Regensburg schm\u00fccken und zur geistigen Produktivit\u00e4t animieren. Dieses Bild hat schon seinen Auftraggeber Papst Julius II. della Rovere zum Nachdenken aufgerufen und l\u00e4dt bis heute den Betrachter zum Philosophieren ein. Da das Bild vordergr\u00fcndig stumm bleibt, fallen die Versuche, es zum Reden zu bringen, entsprechend vielstimmig und nicht selten dissonant aus.<\/p>\n<p>Man erblickt \u00fcber 50 lehrende oder lernende Philosophen, von denen zwei besonders in den Brennpunkt r\u00fccken: die Protagonisten Platon und Aristoteles. Die einem antiken Theater \u00e4hnliche Szene setzt die beiden Philosophen von allen anderen ab, indem sie \u00fcber ihnen mehrere hintereinander gestaffelte Rundb\u00f6gen versammelt, aus deren Tiefe sie nach vorn treten. Wer die beiden Philosophen sind, erf\u00e4hrt der Betrachter nicht \u00fcber ihre Portr\u00e4ts. Vielmehr sind beide Figuren nur \u00fcber ihre B\u00fccher identifizierbar, deren Titel auf den Buchr\u00fccken zu lesen sind \u2013 \u201eTimaios\u201c und \u201eEtica\u201c. \u201eTimaios\u201c ist ein von Platon verfasster Dialog, der nach den Zusammenh\u00e4ngen zwischen dem Mikrokosmos Mensch und dem Makrokosmos der Welt fragt, und als das einende Band die Seele erkennt. Platon h\u00e4lt das Buch senkrecht nach oben, wohin auch sein rechter Arm weist \u2013 ins Reich der Ideen. Das Buch der \u201eEtica\u201c ist ein Werk seines neben ihm stehenden Sch\u00fclers Aristoteles, und meint die nach dessen Sohn benannte \u201eNikomachische Ethik\u201c. Aristoteles h\u00e4lt das Buch im Unterschied zu seinem Lehrer waagerecht und deutet mit der ebenfalls waagerecht ausgestreckten rechten Hand an, dass ihn das unmittelbar vor ihm erreichbare interessiert, in Sonderheit der Mensch. Die Nikomachische Ethik reflektiert \u00fcber Fragen der Lebensgestaltung und die Tugenden. Raffael hat diesem Thema die Ausmalung der angrenzenden Fensterwand gewidmet. Beide Philosophen reflektieren demnach \u00fcber Grundfragen der Philosophie. Sie entsprechen damit den Erwartungen der personifizierten Philosophia, die im Gew\u00f6lbe \u00fcber dem Fresko auf einem Thron sitzt und im Hintergrund von zwei Putten begleitet wird. Sie halten zwei Schrifttafeln mit der Aufschrift \u201ecognitio causarum\u201c, die Erkenntnis der Gr\u00fcnde und Prinzipien (\u201ecausae\u201c). Platon und Aristoteles verfolgen mit ihren B\u00fcchern zentralen Anliegen der Philosophie. Beide Themen erscheinen von elementarer Bedeutung, so dass der greise Platon und der junge Aristoteles gleichberechtigt auftreten und sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Ihre Zweizahl ist notwendig, um dem Dialogprinzip zu entsprechen, das Platons Schriften zugrunde liegt.<\/p>\n<p>Hinter Platon und Aristoteles tritt der Lehrer Platons auf, Sokrates. Er erg\u00e4nzt, wenn auch in der f\u00fcr ihn typischen Art unauff\u00e4llig, das im Rampenlicht stehende Philosophenpaar zur Trias, die Lehrer, Sch\u00fcler und Enkelsch\u00fcler wie die drei Generationen von Vater, Sohn und Enkel vereinen. Mit dem \u00c4ltesten, Sokrates, wird bis heute der Beginn der \u201esokratischen\u201c Philosophie gleichgesetzt, die sich in bislang ungekanntem Ma\u00df dem Menschen widmet. Sokrates, der nie ein Buch schrieb, hat das m\u00fcndlich getan. Er ist der einzige unter allen hier aufgebotenen antiken Philosophen, der mit dem ins Profil gedrehten Kopf seinem aus der Antike \u00fcberlieferten Portr\u00e4t entspricht. Diese Ausnahmestellung kennzeichnet gerade Sokrates in besonderer Weise, hei\u00dft doch der wichtigste Grundsatz von Sokrates\u2018 Philosophieren: Gnoti seauton \u2013 erkenne dich selbst! Mit ihm beginnt gem\u00e4\u00df Sokrates alles Philosophieren. Als ethisches Gebot schm\u00fcckte dieses Wort als Inschrift bereits den antiken Tempel des Apoll in Delphi. Dort hatte Pythia, die Interpretin von Apolls Weisungen, den Sokrates als weisesten der Menschen bezeichnet. Die N\u00e4he zu Apoll wird auch auf Raffaels Fresko deutlich, wo Sokrates schr\u00e4g unterhalb des fingierten Marmorbildes des delphischen Apoll steht. Indem Raffael in letzter Redaktion des Bildkonzepts spontan noch sein Selbstbildnis am rechten Rand einf\u00fcgte, macht er deutlich, dass auch er dem sokratischen Gebot der Selbsterkenntnis folgen will. Damit erf\u00e4hrt das urspr\u00fcnglich geplante, im Mail\u00e4nder Karton erhaltene Historienbild eine unerwartete \u00d6ffnung zur Gegenwart: Die Erforschung des Menschen und seines \u201eMotors\u201c, der Seele, ist bis heute \u00a0ein R\u00e4tsel geblieben.<\/p>\n<p>Sokrates war wie alle seine Zeitgenossen im klassischen Griechenland von der Erwartung gepr\u00e4gt, dass einem Menschen schon vom \u00c4u\u00dferen her angesehen werden k\u00f6nne, wie es um sein Inneres bestellt sei. Zugleich misstraute er jedoch der Allgemeing\u00fcltigkeit der \u00dcbereinstimmung des Sch\u00f6nen und Guten, der \u201eKalokagathia\u201c. Wie der r\u00f6mische Baumeister Vitruv in seinen Zehn B\u00fcchern im Vorwort zu Buch III ausf\u00fchrt, soll Sokrates die Natur bezichtigt haben, den Menschen unvollkommen geschaffen zu haben, da sein Herz und damit sein Innenleben uneinsichtig sei. So k\u00f6nne er seinen wahren Charakter, aber auch seine Talente und Absichten verbergen. W\u00e4ren die Menschen mit \u201edurchfensterten Herzen\u201c (\u201epectora fenestrata\u201c) versehen, so w\u00e4re es m\u00f6glich, ihr wahres Wesen und ihre wirklichen Talente auf einen Blick zu erkennen.<\/p>\n<p>Ob dieser von Vitruv dem Sokrates in den Mund gelegte Ausspruch authentisch genannt werden kann, steht dahin. Als Aussage des Sokrates ist er jedenfalls in den einzigen antiken Traktat \u00fcber Kunst eingegangen. Sokrates erlebte sogar selbst, was es hie\u00df, aufgrund der \u00e4u\u00dferen Erscheinung charakterlich vorschnell verurteilt zu werden. Sein silenartiges, ungepflegtes \u00c4u\u00dferes gab unter seinen Zeitgenossen Anlass zu der Annahme, Sokrates sei charakterlich entsprechend verkommen. Er musste sich deshalb Hohn und Spott gefallen lassen, sogar \u00f6ffentlich im Theater. Wie es dagegen um seine tats\u00e4chlichen charakterlichen Qualit\u00e4ten bestellt war, beschreibt Alkibiades in Platons Symposion. Das von Enthaltsamkeit, Hilfsbereitschaft und p\u00e4dagogischem Bem\u00fchen gepr\u00e4gte tugendhafte Betragen seines Lehrers vergleicht Alkibiades mit dem Betragen eines Gottes oder schlicht mit reinem Gold. Auch bei Alkibiades selbst klafften Schein und Sein betr\u00e4chtlich auseinander. Im umgekehrten Verh\u00e4ltnis zu seinem Lehrer lie\u00df seine strahlende, von jugendlicher Sch\u00f6nheit gepr\u00e4gte Erscheinung entsprechende Tugenden erwarten. Im gleichnamigen (seit Schleiermacher als wahrscheinlich nicht authentisch platonisch geltenden) Dialog \u201eAlkibiades\u201c deckt Sokrates in seiner unnachahmlichen Art schonungslos auf, wie wenig Alkibiades doch von Politik\u00a0 verstehe, in der er beruflich t\u00e4tig werden wollte. In diesem Dialog gesteht Sokrates, dass Selbsterkenntnis zum Schwierigsten in den Wissenschaften geh\u00f6re. Athens unr\u00fchmliches Schicksal im peloponnesischen Krieg ist auf den wiederholten Verrat des Alkibiades zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Mit seiner Orientierung an Platons Alkibiades-Dialog, die wir hier unterstellen, konnte Raffael in seinem Fresko die Differenzen zwischen \u00e4u\u00dferem und innerem Menschen mit der Berufung auf Sokrates und Alkibiades gleich doppelt belegen. Der Harnisch des Alkibiades weist nicht nur auf dessen k\u00fcnftige Rolle als Stratege, sondern im \u00fcbertragenen Sinne auch auf die Unerreichbarkeit seines Innenlebens voraus.<\/p>\n<p>Es liegt nahe,\u00a0 als philosophische Themen von Raffaels \u201eSchule von Athen\u201c die Psyche sowie die dort zu leistende Selbsterkenntnis anzunehmen. \u00dcber\u00a0 Verortung und Bedeutung der Seele herrschte nicht nur unter den Gelehrten des antiken Griechenland gr\u00f6\u00dfte Uneinigkeit. Marsilio Ficino erkennt in der Seele das, was Mikro- und Makrokosmos, Mensch und Welt zusammenh\u00e4lt. Die Seele als Forschungsgegenstand war geeignet, der Psychologie innerhalb der Philosophie jene erstrangige Bedeutung zuzumessen, die das Dreigestirn von Sokrates, Platon und Aristoteles ihr zugewiesen hat. Andererseits bot die Uneinigkeit der Lehrmeinungen Gelegenheit, die Philosophen je nach Urteil in Schulen wie in Sekten zu spalten und an der Wissenschaftlichkeit der Philosophie zu zweifeln. Wie Sigmund Bonk nachweisen konnte, haben viele der Kirchenlehrer solche Zweifel nachhaltig best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Als Luther 1511 nach Rom kommt, ist Raffaels Fresko der \u201eSchule von Athen\u201c gerade vollendet gewesen. Im Original hat Luther das Fresko allerdings nicht sehen k\u00f6nnen. Papst Julius II. und sein Palast waren f\u00fcr ihn unerreichbar. Doch d\u00fcrfte das Philosophenbild zu den Tagesthemen der in Rom versammelten Gelehrten geh\u00f6rt haben. Luther k\u00f6nnte durch den Augustinergeneral Aegidius von Viterbo, der vor dem Papst predigte, dar\u00fcber informiert worden sein. Luthers Namen assoziierte einer der 1527 am Sacco di Roma beteiligten Soldaten und ritzte \u201eLutherus\u201c in das der \u201eSchule von Athen\u201c benachbarte Fresko von Raffaels Theologiebild der \u201eDisputa\u201c. Anthropologische Probleme interessierten Luther. Er \u00e4u\u00dferte sich dazu in seiner systematisch angelegten Disputation \u201eDe homine\u201c (\u00fcber den Menschen), in deren These 21 er feststellt, der Mensch sei \u201eein Gesch\u00f6pf Gottes\u2026, zusammengesetzt aus Fleisch und einer anhauchenden Seele, geschaffen am Anfang als Ebenbild Gottes ohne S\u00fcnde\u2026\u201c. Bei dieser Ebenbildlichkeit sei es freilich nicht geblieben. In den Thesen 22 und 23 macht Luther daf\u00fcr den S\u00fcndenfall verantwortlich. Er bezweifelt daher, ob weiterhin an der Ebenbildlichkeit der Genesis festgehalten werden k\u00f6nne. Er verschiebt daher dieses Bild in eschatologische Richtung und verbindet sie mit der Auferstehung und der Voraussetzung des Glaubens an Jesus Christus. (WA 39\/I, 176, 21) Luthers Anthropologie verbindet sich also mit seiner \u00a0Rechtfertigungslehre. In diesem Zusammenhang verurteilt er Aristoteles\u2018 Ethik, wonach gerechtes Handeln gen\u00fcge, um gerechte Menschen hervorzubringen. Aus dem Missbrauch dieser These war das von Luther kritisierte Ablasswesen und seine K\u00e4uflichkeit hervorgegangen. Luthers Verh\u00e4ltnis zu Aristoteles blieb daher kritisch-distanziert. Luther kritisierte an Aristoteles, im Sinnlichen stecken geblieben zu sein. Aristoteles\u2018 B\u00fccher \u00fcber die Seele und die Nikomachische Ethik lehnte er ab. Positiver war dagegen sein Verh\u00e4ltnis zu Platon, was angesichts seiner Formation als Augustinerm\u00f6nch auch kaum verwundert. Scharfsichtig urteilte Luther, Platon habe es vermocht, das Sinnliche zu transzendieren. Zu weit ging seine Sympathie mit Platon jedoch nicht. Die von Platon vertretene Unsterblichkeit der Seele lehnte Luther ab, sondern sieht sie, \u00e4hnlich wie Aristoteles, als Teil des K\u00f6rpers, der wie dieser dem Tod auf Zeit \u2013 bis zur Auferstehung &#8211; anheimf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Im Fresko der \u201eSchule von Athen\u201c werden die beiden f\u00fchrenden Philosophen \u00e4hnlich konsequent voneinander unterschieden. Dem jungen, vornehm gekleideten und auf die vor ihm liegende Realit\u00e4t fixierten Aristoteles ist in der Figur seines Lehrers Platon ein ganz auf das Jenseits ausgerichteter Greis an die Seite gestellt. F\u00fcr die Verbindung und Vers\u00f6hnung beider sorgt indessen der r\u00fcckw\u00e4rtige Torbogen. Das Durchschreiten desselben gleicht einem Ersatz f\u00fcr das von Sokrates geforderte \u201edurchfensterte Herz\u201c, mit dem ja bereits eine tektonische Metaphorik f\u00fcr das Erkennen des inneren Menschen bem\u00fcht wird. Dass mit dem Durchschreiten des Bogens die seelischen Qualit\u00e4ten offengelegt werden, verdeutlichen die dort links und rechts angebrachten Reliefs. Sie zeigen im Sinne von Platons Dreiteilung seelischer Qualit\u00e4ten links das vegetative und sensitive, rechts das rationale Verhalten der Seele.<\/p>\n<p>Das Philosophenbild erweist sich als notwendige Voraussetzung f\u00fcr das Theologiebild von Raffaels \u201eDisputa\u201c. F\u00fcr die Frage der Transsubstantiation war die Aristoteles-Rezeption durch Thomas von Aquin, f\u00fcr den Aufstieg zu Gott die Platon-Rezeption durch Bonaventura unerl\u00e4ssliche Voraussetzung. Beide Kirchenv\u00e4ter finden sich daher, einen Papst (Innozenz III.) rahmend, am rechten Rand des Bildes. Den Aufstieg des Menschen zu Gott beschreibt im 12. Jahrhundert der Augustiner Richard von St. Viktor als Weg vom Sichtbaren zum Intelligiblen: \u201ePer sensibilia ad intelligibilia\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>\u201eDurch das \u00c4u\u00dferliche ins Geistliche\u201c: Reformatorenbildnisse zwischen Kunst und Theologie<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Martin Luther teilt diese Sicht und erg\u00e4nzt unter dem Eindruck augustinischer Theologie, welch hoher Rang bei diesem Aufstieg zu Gott dem Wort zuf\u00e4llt: \u201e\u2026 weil wir armen Menschen in den f\u00fcnf Sinnen leben, so m\u00fcssen wir je wenigstens ein \u00e4u\u00dferliches Zeichen neben den Worten haben, an das wir uns halten und bei dem wir zusammenkommen k\u00f6nnen. Doch mu\u00df das Zeichen ein Sakrament sein, d.h. es mu\u00df \u00e4u\u00dferlich sein und geistliche Dinge haben und bedeuten, damit wir durch das \u00c4u\u00dferliche ins Geistliche gezogen werden, das \u00c4u\u00dferliche mit den Augen des Leibes und das Geistliche, Innerliche mit den Augen des Herzens ergreifen.\u201c (WA 6, 359) Luthers Anthropologie unterscheidet somit konsequent zwischen \u00e4u\u00dferem und innerem Menschen, sinnlichem Erleben und geistlichem Sehen. Das von Luther geforderte Sehen mit dem Herzen entspricht der Theologie des Apostels Paulus, der von der griechischen Philosophie zweifellos gepr\u00e4gt war. Er schreibt im 2. Korintherbrief: \u201eDarum werden wir nicht m\u00fcde, sondern, ob unser \u00e4u\u00dferlicher Mensch verdirbt, so wird doch der innerliche von Tage zu Tage erneuert\u2026 [Wir], die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.\u201c (2. Kor. 4, 16-18)<\/p>\n<p>Luthers ausdr\u00fcckliche Favorisierung eines Sehens mit dem Herzen l\u00e4sst danach fragen, wie der Reformator zu Bildern und insbesondere zu Bildnissen von Personen stand. Was ihn wiederholt zu Stellungnahmen veranlasste, war der von Karlstadt initiierte Bildersturm in Wittenberg, der zahlreiche Kirchen ihres Inventars beraubte. Luther sah sich deshalb 1522 veranlasst, von der Wartburg, wo er die Bibel \u00fcbersetzte, in Wittenberg zu intervenieren, um dem zerst\u00f6rerischen Treiben Einhalt zu gebieten.<\/p>\n<p>Luthers positive Einsch\u00e4tzung zu Bildern erhellt bereits aus seiner Sprache, die selbst bilderreich genannt werden kann. In seiner Vorstellung erg\u00e4nzen Wort und Bild einander komplement\u00e4r. Dazu geh\u00f6ren auch die Bildnisse, die von den Reformatoren gefertigt wurden.<\/p>\n<p>Das erste Portr\u00e4t Luthers, das Lukas Cranach der \u00c4ltere 1520 als Kupferstich verbreitete, zeigt den Reformator in Dreiviertelansicht in unpr\u00e4tenti\u00f6ser Unmittelbarkeit. Nicht als Professor, der er damals l\u00e4ngst war, sondern im schlichten Habit des Augustinerm\u00f6nchs l\u00e4sst Luther sich portr\u00e4tieren, sichtbar von den M\u00fchen der geistigen Arbeit gezeichnet. Auf Attribute verzichtend, ist der Ausdruck auf den Kopf mit den vortretenden Wangenknochen konzentriert. Ein Sockel tr\u00e4gt eine lateinische Inschrift. Sie lautet \u00fcbersetzt: \u201eDie ewigen Bilder seines Geistes schuf Luther selbst; das Wachs des Lukas h\u00e4lt seine sterblichen Gesichtsz\u00fcge fest.\u201c Mit dieser Feststellung wird der Anspruch des Bildnisses relativiert. Was man sieht, ist also nicht der \u201eganze\u201c Luther, sondern sind lediglich die Z\u00fcge des sterblichen K\u00f6rpers. Was Luther unverg\u00e4nglich macht, sind die Fr\u00fcchte seines Geistes \u2013 die Schriften, f\u00fcr die kein Maler, sondern er selbst gesorgt hat. Zu dieser Zeit konnte Luther einige seiner wichtigsten fr\u00fchen Schriften vorweisen, mit denen er der Reformation den Weg geebnet hatte: Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche, Von der Freiheit eines Christenmenschen, An den christlichen Adel deutscher Nation.<\/p>\n<p>Etwa ein Jahr sp\u00e4ter erfuhr dieses Portr\u00e4t durch den D\u00fcrer-Sch\u00fcler Hans Baldung Grien eine variierte Wiederholung. Es erscheint in seitenverkehrender Spiegelung und ist nunmehr mit Attributen versehen. Das in der Hand gehaltene Buch und der von der Heilig-Geist-Taube ausgehende Strahlenkranz werten das Bild deutlich auf. Das konventionelle Heiligenbild wird auf den Reformator \u00fcbertragen. Baldungs Luther verweist mit der rechten Hand auf die Bibel als Quelle seiner Erkenntnis. M\u00f6glicherweise wird damit auf seine in Worms bewiesene Standhaftigkeit angespielt, als er den Widerruf seiner Schriften ablehnte und unter Berufung auf sein Gewissen Kaiser und Papst provozierte. Es lag nahe, der dadurch erzielten neuen Popularit\u00e4t durch die Produktion von gedruckten Portr\u00e4ts zu entsprechen.<\/p>\n<p>Einen neuen Anlauf, Luther zu portr\u00e4tieren, unternahm Lukas Cranach 1521. Angeregt durch antike M\u00fcnzbildnisse, zeichnete er den Reformator erstmals im reinen Profil und versah ihn mit dem Doktorhut, einem Attribut humanistischer Gelehrsamkeit. Wie bei seinem ersten Portr\u00e4t greift Cranach zum schriftlichen Kommentar, in dem er erneut Luthers theologisches Werk \u00fcber die eigene Bildkunst stellt: \u201eDieses sterbliche Bildnis ist Lukas\u2018 Werk. Das unsterbliche Bild von Luthers Geist hat er selbst zum Ausdruck gebracht.\u201c Das Bildnis wird offensichtlich danach beurteilt, was auf lange Sicht von einem Menschen bleibt \u2013 die Erinnerung an sein Denken, das daher ungleich h\u00f6her wiegt als sein Aussehen. Der Portr\u00e4tierte wird also in die Polarit\u00e4t zwischen Verg\u00e4nglichkeit des K\u00f6rpers und Unverg\u00e4nglichkeit des Geistes ger\u00fcckt. Der Vorstellung nach Unverg\u00e4nglichkeit der Gedanken arbeitete die Invention des Buchdrucks zu. Die Cranach-Werkstatt wurde zu einer Drehscheibe der reformatorischen Wort- und Bildpropaganda, indem sie sowohl f\u00fcr die Verbreitung der B\u00fccher wie auch der Bildnisse sorgte. Inhalt und Tragweite von Luthers reformatorischer Lehre verbanden sich mit seinem Bildnis zu einer Einheit.<\/p>\n<p>Philipp Melanchthon, Luthers Kollege an der Wittenberger Universit\u00e4t und wichtigster Mitstreiter in der Reformation, wurde von Albrecht D\u00fcrer portr\u00e4tiert, dem er in N\u00fcrnberg begegnet war. Ein Jahr, nachdem N\u00fcrnberg sich der Reformation ge\u00f6ffnet hatte, erschien 1526 das in Kupfer gestochene Portr\u00e4t Melanchthons in Halbfigur. Es h\u00e4lt zwischen Profil und Dreiviertelansicht eine unentschiedene Mitte, was den Eindruck des Momenthaft-Zuf\u00e4lligen erzeugt. Die hohe Stirn, die weit ge\u00f6ffneten Augen und die vortretenden Adern im Bereich der Schl\u00e4fen betonen unverwechselbar individuelle Z\u00fcge Melanchthons. Wie zuvor Cranach unterscheidet auch D\u00fcrer zwischen dem \u00e4u\u00dferen Bildnis, auf das er selbst verwiesen ist, ohne damit dem inneren Menschen gerecht werden zu k\u00f6nnen: \u201eD\u00fcrer konnte die Z\u00fcge des Philipp nach dem Leben malen, doch vermochte seine gelehrte Hand es nicht, [auch] seinen Geist wiederzugeben.\u201c<\/p>\n<p>In demselben Jahr 1526 schuf D\u00fcrer auch das Portr\u00e4t des Erasmus von Rotterdam, dessen griechische \u00dcbersetzung des Neuen Testaments die Grundlage f\u00fcr Luthers deutsche Bibel\u00fcbersetzung dargestellt hatte. Im Unterschied zu den Reformatorenbildnissen w\u00e4hlte D\u00fcrer zur Wiedergabe des Humanisten und Theologen Erasmus ein mehr als doppelt so gro\u00dfes Druckformat. Es erm\u00f6glicht einen Einblick in Erasmus\u2018 Gelehrtenstube. Der im Profil gesehene Erasmus sitzt in der Gelehrtenkleidung mit Kopfbedeckung an seinem Schreibtisch. Im Vordergrund liegen als Belege seiner Produktivit\u00e4t vier B\u00fccher auf einer Fensterbank, von denen das senkrecht zum Betrachter ge\u00f6ffnete wie eine Br\u00fccke zwischen Betrachter und Bildraum vermittelt. An der r\u00fcckw\u00e4rtigen Wand h\u00e4ngt frontparallel ein Bilderrahmen, der zwei Inschriften aufnimmt. Die erste ist lateinisch und lautet \u00fcbersetzt: \u201eDas Bildnis des Erasmus von Rotterdam hat Albrecht D\u00fcrer nach dem Leben gezeichnet.\u201c Die zweite Inschrift darunter wechselt ins Griechische und schr\u00e4nkt auf schon bekannte Weise ein: \u201edas bessere [umfassendere] Bild weisen seine Schriften auf.\u201c Diese Inschrift hatte D\u00fcrer von einer Ehrenmedaille \u00fcbernommen, die Quentin Massys 1519 auf Erasmus gepr\u00e4gt hatte.<\/p>\n<p>Die zweierlei Inschriften sowie ihre Anbringung auf dem sonst leeren, sich gleichsam sukzessiv und vor allem sprachlich unterschieden f\u00fcllenden Bilderrahmen bedeuten in ihrer Variation eine offenkundige Hommage an den gro\u00dfen Humanisten. Die Wahl der Sprache differenziert dabei zwischen dem Kommentar in Latein und den auf Griechisch zitierten Schriften. Die halb leere, halb beschriftete Form der gerahmten Tafel bem\u00fcht den von Platon (Theaitet ) und Aristoteles (\u201eDe anima\u201c, III, 4) angestellten Vergleich der Seele mit einer bei Geburt noch leeren Wachstafel (\u201etabula rasa\u201c), die nach antiker Auffassung im Lauf des Lebens nach und nach beschrieben wird. Die ungleich schlichteren, auf die Person beschr\u00e4nkten Reformatorenbildnisse, die sich mit dem Verweis auf die Schriften des Portr\u00e4tierten begn\u00fcgen, haben die Unterscheidung zwischen dargestelltem \u00a0K\u00f6rper und nicht darstellbaren Schriften vorgezeichnet. Immerhin hat D\u00fcrer in Form der Tafel dem Aspekt des Seelischen Ausdruck verliehen und mit dem Einblick in die Gelehrtenstube den wissenschaftlichen Kosmos umrissen, der sich mit dem Namen des Erasmus verbindet. Mit dem Wechsel von Griechisch und Latein bem\u00fcht D\u00fcrer allerdings eine Methode, die Erasmus in seinem \u201eLob der Torheit\u201c von 1509 als Attit\u00fcde der Philosophen gei\u00dfelte: \u201eEs scheint, dass sie [die Philosophen] auch in dieser Beziehung unsere zeitgen\u00f6ssischen Redner nach\u00e4ffen, die sich rundweg f\u00fcr G\u00f6tter halten, wenn sie wie die Blutegel doppelz\u00fcngig auftreten, und sie halten es f\u00fcr eine Meisterleistung, in lateinische Reden immer wieder einige griechische W\u00f6rtchen wie Glitzersteine einzustreuen, selbst dort, wo diese v\u00f6llig fehl am Platz sind\u2026\u201c\u00a0 Trotz des erkennbar ungew\u00f6hnlichen Aufwands, den D\u00fcrer f\u00fcr das Humanistenportr\u00e4t trieb, war Erasmus mit dem Ergebnis unzufrieden, da er sich von D\u00fcrer nicht gut getroffen f\u00fchlte.<\/p>\n<p>Das in der Druckgraphik mittlerweile etablierte Reformatorenportr\u00e4t erlebte in der Tafelmalerei durch die Cranach-Werkstatt eine neue Variante, die wohl die besondere historische Situation spiegelt. Beim \u00a0Reichstag zu Augsburg 1530 musste Melanchthon die Anliegen der Reformation ohne Luther vertreten. Sie finden sich zusammengefasst in der von Melanchthon mitverfassten Confessio Augustana. Die ihr zugrunde liegende Zusammenarbeit von Luther und Melanchthon aufgreifend, konzipierte die Cranachwerkstatt in unterschiedlichen Formaten ein Doppelbildnis beider Reformatoren, das in gro\u00dfen St\u00fcckzahlen seriell hergestellt wurde. Den Typus des Doppelbildnisses hatte Cranach bereits 1529 auf Luther und seine Frau Katharina von Bora bezogen, um das ungew\u00f6hnliche Ereignis ihrer damals vollzogenen Heirat mit einem Bild publik zu machen. Im Jahr 1532 bot sich das Doppelportr\u00e4t an, um festzuhalten, dass die Reformation nicht das Anliegen eines Einzelnen war.<\/p>\n<p>Vor hellblauem Hintergrund erscheinen beide Halbfigurenportr\u00e4ts auf zwei 19&#215;15 cm kleinen Tafeln. Sie sind im Dreiviertelprofil erfasst und symmetrisch einander \u00a0zugekehrt \u00a0und tragen schwarze Schauben, Luther zus\u00e4tzlich ein Barett als\u00a0 Teil seiner Amtstracht, w\u00e4hrend der 14 Jahre j\u00fcngere Melanchthon barh\u00e4uptig mit rot-blonden Haaren gezeigt ist. Im Hintergrund erscheint \u00fcber Luther in Antiquabuchstaben ein Zitat aus dem Propheten Jesaia. \u00dcbersetzt hei\u00dft es: \u201ein Schweigen und Hoffnung wird eure St\u00e4rke liegen\u201c (Jes. 30, 15) und entspricht Luthers Devise. Damit greift auch das Tafelbild des Reformators zu einem Text, um das Bild mit einer verbalen Botschaft zu verbinden. Im Unterschied zu den gestochenen Ansichten der Reformatorenportr\u00e4ts sorgt der biblische Text f\u00fcr ein redendes Portr\u00e4t. Es wird deutlich, wer von beiden Reformatoren der Wortf\u00fchrer ist. Melanchthons Bild begn\u00fcgt sich mit dem Entstehungsdatum 1532 und Cranachs Signatur, der gefl\u00fcgelten Schlange. Beides fehlt auf der Luther-Tafel, was die einheitliche Konzeption beider Bilder verdeutlicht.<\/p>\n<p>Mit beiden H\u00e4nden h\u00e4lt Luther ein geschlossenes Buch und demonstriert mit dem fest auf Melanchthon gerichteten Blick jene Erwartung und Entschlossenheit, die das Wort des Propheten Jesaja verhei\u00dft. Zwischen beiden Freunden und Kollegen gibt es nur das eine Buch, das Luther an Melanchthon weiterzugeben scheint. Ungeachtet aller Unterschiedlichkeit ihrer Naturen, Lebensalter und Charaktere ist die davon unber\u00fchrte theologische \u00dcbereinstimmung umso mehr zu betonen. Sie kommt in der vor allem von Melanchthon verfassten Confessio Augustana zum Ausdruck. Die zwischen beiden Freunden bestehenden betr\u00e4chtlichen charakterlichen Unterschiede hat Luther 1529 wie folgt registriert: \u201eIch muss Kl\u00f6tze und St\u00e4mme aushauen, Dornen und Hecken weghauen, die Pf\u00fctzen ausf\u00fcllen und bin der grobe Waldrechter, der die Bahn brechen und zurichten muss. Aber Magister Philipp f\u00e4hrt s\u00e4uberlich und stille daher, baut und pflanzt, s\u00e4t und begie\u00dft mit Lust, nachdem Gott ihm seine Gaben reichlich gegeben hat. Ich hab Magister Philipps B\u00fccher lieber denn die meinen\u2026\u201c<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dfere Differenz und innere \u00dcbereinstimmung setzen eine entsprechend differenzierte Wahrnehmung voraus. Der Typus des Doppelportr\u00e4ts sanktioniert im Bild das Dialog-Prinzip, zu dem Melanchthon sich in seiner \u201eOratio\u201c von 1543 grunds\u00e4tzlich bekannte: \u201eWir sind dazu geboren, uns im Gespr\u00e4ch einander mitzuteilen.\u201c<\/p>\n<p>Die Faktur beider Tafeln l\u00e4sst anhand der Konturverl\u00e4ufe in der Vorzeichnung erkennen, dass zugunsten der seriellen Herstellung f\u00fcr beide Figuren Schablonen angewandt wurden. Als der \u00e4ltere Sohn Hans Cranach auf einer Italienreise 1537 stirbt, spricht ein Nachruf von \u00fcber 1000 Luther-Portr\u00e4ts, die er allein verfertigt habe. Es ist also nicht \u00fcbertrieben, wenn die Cranach-Werkstatt als \u201eBilderfabrik\u201c bezeichnet wird. Das damit inaugurierte Doppelportr\u00e4t von Luther und Melanchthon fand weite Verbreitung und Nachfolge in Kopien bis ins 20. Jahrhundert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der Reformationsaltar in Wittenberg und seine Bildnisse<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der 1547 vollendete Wittenberger Reformationsaltar, ein Werk von Lukas Cranach d. \u00c4., zeigt die Reformatoren Martin Luther, Philipp Melanchthon und Johannes Bugenhagen, von denen jeder einer liturgischen Funktion nachkommt: Luther predigt, Melanchthon tauft und Bugenhagen nimmt die Beichte ab. Der runde, jedoch nicht zum Kreis konsequent geschlossene Abendmahlstisch, an dem Christus mit den zw\u00f6lf J\u00fcngern Platz genommen haben, betont die Bedeutung des Abendmahls als Mitte der Gemeinde und Kirche. Nur f\u00fcr diese Szene wird das Neue Testament zitiert, um mit solchem Verweis das neue evangelische Sakramentsverst\u00e4ndnis zu demonstrieren. Zugleich werden unter die Figuren zeitgen\u00f6ssische Portr\u00e4ts integriert. So erscheint unter den J\u00fcngern Luther als b\u00e4rtiger Junker J\u00f6rg, der im\u00a0 Schutz der Wartburg seine Bibel\u00fcbersetzung anfertigen konnte.<\/p>\n<p>Im Vollzug der auf den Fl\u00fcgeln dargestellten Sakramente Taufe und Beichte entspricht das Programm einer Dreizahl von Sakramenten, wie Luther sie zun\u00e4chst geplant hatte. Aus dieser Dreizahl schied Luther in seinem Katechismus 1529 die Beichte aus, da f\u00fcr sie kein biblischer Beleg und kein symbolisches Zeichen zu finden war. Das minderte in Luthers Augen jedoch keineswegs die Bedeutung der Beichte, im Gegenteil: er meinte, das ganze Leben m\u00fcsse einer Beichte gleichen. Bis heute sind die lutherischen Beichtst\u00fchle in der Wittenberger Marienkirche auf der R\u00fcckseite des Reformationsaltars erhalten geblieben.<\/p>\n<p>Das Querrechteck der Predella zeigt einen Gottesdienst mit dem auf der Kanzel predigenden Martin Luther. Zum Zeitpunkt der Vollendung des Altars war Luther bereits verstorben. Zwischen ihm und der Gemeinde steht ein Christus am Kreuz unmittelbar auf dem Boden. Dieser Kruzifixus bildet demnach keinen Ausstattungsgegenstand der Kirche ab, vielmehr den ins Bild umgesetzten Gegenstand von Luthers Predigt. Zugleich bedeutet der Gekreuzigte die Realpr\u00e4senz Christi im Abendmahl, an das im Bild \u00fcber der Predigt erinnert wird.<\/p>\n<p>Cranach \u00fcbersetzt ins Bild, was Luther in seiner Schrift \u201aWider die himmlischen Propheten\u2018 von den Bildern und vom Sakrament 1525 als ein vom Herzen ausgehendes inneres Bild beschrieben hat: \u201e\u2026 wenn ich Christum h\u00f6re,\u00a0 so entwirfft sich ynn meym hertzen eyn mans bylde, das am creutze henget, gleich als sich meyn andlitz naturlich entwirfft ym wasser, wenn ich dreyn sehe. Ist nu nicht sunde sondern gut, das ich Christus bilde ym hertzen habe, warumb sollts sunde seyn, wenn ichs yn augen habe? Syntemal das hertze mehr gilt denn die augen und weniger soll mit sunden befleckt seyn denn die augen, als das da ist der rechte sitz und wonunge Gottes.\u201c (WA 18, 83).<\/p>\n<p>Die Realpr\u00e4senz Christi unterstreicht das wei\u00dfe Lendentuch Christi, dessen Wehen die pneumatische Energie des lebendigen Christus spiegelt. Er ist auf Abendmahl und Predigt zu beziehen, der selbst sakramentale Bedeutung zukommt. Auch die \u00fcbrigen Theologenportr\u00e4ts werden erst durch den Vollzug ihrer liturgischen Funktionen begr\u00fcndet. Im Unterschied zum Abendmahl, das den Blick ins Neue Testament lenkt, werden Taufe, Beichte und Predigt mithilfe der Portr\u00e4ts von \u00a0Melanchthon, Bugenhagen und Luther in die Gegenwart projiziert.<\/p>\n<p>Der demonstrative Charakter des Wittenberger Reformationsaltars ist umso bemerkenswerter, als er einer Restitution des Bildes an einem Ort gleichkommt, der 25 Jahre zuvor durch Karlstadts Bildersturm entweiht worden war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>D\u00fcrers \u201eVier Apostel\u201c \u2013 ein Heiligenbild im profanen Umfeld<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Auch au\u00dferhalb der Kirche konnte das reformatorische Bildnis eine unverwechselbare Funktion \u00fcbernehmen. D\u00fcrers \u201eVier Apostel\u201c stellen ein Diptychon dar, das der Maler seiner Heimatstadt N\u00fcrnberg ins Rathaus zum dauerhaften Verbleib 1526 gestiftet hatte. <strong>(Abb. 10)<\/strong> Die beiden \u00fcber zwei Meter hohen Tafeln waren also von vornherein f\u00fcr die politische \u00d6ffentlichkeit bestimmt.<\/p>\n<p>Der Name \u201eVier Apostel\u201c ist weder authentisch noch korrekt, handelt es sich doch mit\u00a0 Johannes und Markus um zwei Evangelisten, mit Petrus und Paulus um zwei Apostel. Das Quartett in dieser Lesart anzusprechen, wird bereits durch die unterschiedlichen Altersgruppen mit je zwei Jungen und Alten nahegelegt. Sie stehen auf dem Fundament des Evangeliums, indem jeder von ihnen mit eigenen Zitaten aus dem Neuen Testament zitiert wird. Nach Arndt und Moeller sind in dem Quartett die \u201eHauptautoren des Neuen Testaments\u201c zu erkennen, die in dieser Konstellation zuvor noch nie gemeinsam abgebildet waren. D\u00fcrer begr\u00fcndete mit ihnen demnach eine neue Ikonographie, die deshalb auch im Wortsinne \u201eevangelisch\u201c zu nennen ist, weil das Neue Testament das Fundament der vier Figuren darstellt. Die vier Bibelstellen stimmen in ihren Botschaften weitgehend \u00fcberein oder erg\u00e4nzen einander. Zentrales Thema ist die Verteidigung der Wahrheit des Glaubens vor der Gefahr falscher Propheten. (1. Joh. 4, 1-3, 2. Petrus 2, 1-3, 2. Tim. 3,1-2, Mk. 12, 38-40)<\/p>\n<p>In N\u00fcrnberg, wo man 1524\/5 tats\u00e4chlich mit dem Wiedert\u00e4ufertum konfrontiert war, konnte diese Botschaft als aktuelle Warnung verstanden werden. Sie umzusetzen erforderte es, Wahres und Falsches zu erkennen. \u201eDaran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: ein jegerlicher Geist, der da bekennt, dass Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist von Gott; und ein jeglicher Geist, der da nicht bekennt, dass Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist nicht von Gott\u2026\u201c (1. Joh. 4, 1-3) Der Verfasser dieser Worte, der Evangelist Johannes widmet sich intensiv dem Lesen der Bibel. Der mit dem Schl\u00fcssel ausgewiesene Petrus erinnert an das Amt des Bindens oder L\u00f6sens von Schuld (nach Mt. 16, 19), nimmt also die Beichte ab. Das Lesen in der Bibel und die Abnahme der Beichte z\u00e4hlen zu den geistlichen \u00c4mtern innerhalb der Kirche.<\/p>\n<p>Auf der rechten Tafel werden Warnungen vor Heuchlern (2. Tim. 3, 1-2) und Schriftgelehrten (Mk. 12, 38-40) als Vorboten der Endzeit ausgesprochen. Der eindringlich pr\u00fcfende Markus und der mit dem Schwert bewaffnete, furchterregend streng \u201eum die Ecke\u201c blickende Petrus zeigen sich auf Abwehr der Bedrohung eingestellt und verk\u00f6rpern die Ecclesia Militans. Die r\u00e4umliche Aufstellung der beiden sich schneidenden Zweiergruppen aus Evangelisten und Aposteln gleicht einem diagonal gestellten Kreuz, dem griechischen \u201eX\u201c und Anfangsbuchstaben des Namens Christus. Die Vier stehen also gemeinsam ein f\u00fcr den im Symbol des Buchstabens \u201eX\u201c unter ihnen gegenw\u00e4rtigen Christus. Dem Wort des Johannes zufolge ist Christus jene Wahrheit, die gegen religi\u00f6se Unterwanderung verteidigt werden soll.<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich feststellen, dass der Blick auf den Menschen aus \u201eevangelischer\u201c Perspektive nicht prim\u00e4r vom Augenblick, sondern von der Ewigkeit, nicht vom \u00e4u\u00dferen Bild des Portr\u00e4ts, sondern vom inneren Bild des Herzens her bestimmt wird. Er geschieht \u201esub specie aeternitatis.\u201c Der verg\u00e4nglichen Gestalt werden die in Wort und Schrift \u00fcberlieferten Gedanken als unverg\u00e4nglich und wertvoll gegen\u00fcbergestellt. Eine Jenaer Ausgabe von Luthers Gesamtausgabe seiner Werke (Wittenberg 1567) aus dem Regensburger Pfarrarchiv weist auf den Buchr\u00fccken aller 12 B\u00e4nde eine Inschrift auf, die in 12 Silben den Titel des gesamten Corpus ergeben, der als Wort-Geb\u00e4ude den Portr\u00e4ts eines Cranach oder D\u00fcrer \u00a0konkurrierend gegen\u00fcbergestellt werden k\u00f6nnen:<\/p>\n<p>\u201eD. Mar=tin=Lu=thers=Deut=sche=Wit=ten=bergi=sche=Schrif=ten.\u201c<\/p>\n<p>Mit der Lutherrose fand seit 1519 ein Symbol Verwendung, mit dem Luther und seine Verleger sich gegen Plagiate seiner Schriften wehrten. Sie ging sogar in die Baudekoration ein. Im Zentrum der Rose befindet sich ein Herz, in das ein Kreuz einbeschrieben ist. Die mit dem Namen Sokrates verbundene Utopie eines \u201epectus fenestratum\u201c hat damit immerhin als Symbol eine ins Christliche gewendete Einl\u00f6sung gefunden. J\u00f6rg Traegers These, wonach die Renaissance nachhaltig von konfessionellen Z\u00fcgen gepr\u00e4gt war, erf\u00e4hrt damit eine weitere Best\u00e4tigung. Sie gilt nicht nur f\u00fcr Rom, sondern auch f\u00fcr Wittenberg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMan sieht nur mit dem Herzen gut\u201c (Antoine de Saint-Exup\u00e9ry) \u00a0 Raffaels Schule von Athen \u2013 Ein Menschenbild der Renaissance \u00a0 Zu den wesentlichen Neuerungen der Renaissance geh\u00f6rt das mit ihr erwachte Interesse am Menschen. Katalysatorisch sorgte daf\u00fcr vor allem die Wiederentdeckung der antiken Philosophen und ihrer Schriften, die sich zur Anthropologie ge\u00e4u\u00dfert haben. 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