{"id":116799,"date":"2025-12-16T14:59:52","date_gmt":"2025-12-16T13:59:52","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=116799"},"modified":"2025-12-16T14:59:56","modified_gmt":"2025-12-16T13:59:56","slug":"ein-grabstein-fuer-das-zentrum-zur-rolle-von-ludwig-kaas-im-sogenannten-politischen-katholizismus","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/ein-grabstein-fuer-das-zentrum-zur-rolle-von-ludwig-kaas-im-sogenannten-politischen-katholizismus\/","title":{"rendered":"Ein Grabstein f\u00fcr das Zentrum?"},"content":{"rendered":"<p>Bis heute gibt es unterschiedlichste Urteile \u00fcber den Zentrumspr\u00e4laten Ludwig Kaas. Eine Vertraute von Ludwig Kaas, Karin Schauff &#8211; die Frau des Zentrumsabgeordneten Johannes Schauff &#8211; berichtet, \u201e\u2026 da\u00df er seine Akten aus dieser Zeit [1928 bis 1933] im Auftrag von Papst Pius XII., als man im Verlauf des Krieges mit einer Besetzung des Vatikans durch die SS rechnen mu\u00dfte, vernichtet hat. Dies ist auch von Augen\u00adzeugen bezeugt. \u2026 Mons. Kaas hinterlie\u00df kein Testament. Die Erben \u00fcberlie\u00dfen die Erbschaft Pius XII.\u201c Und erg\u00e4nzend f\u00fcgt Karin Schauff hinzu: \u201eKaas sah klar voraus, da\u00df die historischen Vorg\u00e4nge um die Entlassung Br\u00fcnings, dessen Vatikan\u00adbesuch, das Erm\u00e4chtigungsgesetz und das Reichskonkordat, um das Wichtigste zu nennen, heftig umstritten werden w\u00fcrden.\u201c<\/p>\n<p>Im Folgenden wird die Biografie von Ludwig Kaas in den zeitgeschichtlichen Kontext eingeordnet und seine Rolle bei zentralen Ereignissen des Jahres 1933 dargestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Politischer Katholizismus und Zentrumspartei<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die der Reichsfeindschaft bezichtigten Katholiken hatten bereits im 19. Jahrhundert durch unterschiedliche Bewegungen, etwa auf sozialen Gebiet, diesem Vorwurf entgegengewirkt und mit der 1870 gegr\u00fcndeten Deutschen Zentrumspartei eine Interessenvertretung der katholischen Volksminderheit gegr\u00fcndet. Der h\u00e4ufig gebrauchte Begriff \u201epolitischer Katholizismus\u201c sollte fortan f\u00fcr die T\u00e4tigkeit katholischer Politiker verwendet werden, auch wenn weder alle Katholiken die gleichen politischen Interessen teilten oder die gleichen Parteien w\u00e4hlten, noch sich die Kirchenn\u00e4he der katholischen Parteien \u00fcberproportional durch Repr\u00e4sentanz von Geistlichen in ihren Reihen auszeichnete. Nach au\u00dfen zeigte sich lediglich die Kirchenn\u00e4he in einer Anzahl geistlicher Mandatstr\u00e4ger, oft auch als \u201eZentrumspr\u00e4laten\u201c (Dazu geh\u00f6rten auch: Pr\u00e4lat Lauscher, Pr\u00e4lat F\u00f6hr, Pr\u00e4lat Leicht) und \u201eZentrumskapl\u00e4nen\u201c bezeichnet. Einmalig war, dass 1928 mit Pr\u00e4lat Ludwig Kaas (1881\u20131952) ein Priester als Vorsitzender des Zentrums fungierte.<\/p>\n<p>Dieses \u201eAuftreten der Katholiken als politische Kraft in Staat und Gesellschaft\u201c und das Bem\u00fchen, bestimmte kirchliche Rechte und Freiheiten zu sichern, ohne das gesamte \u00f6ffentliche Leben im katholischen Geist neu gestalten zu wollen, wies dem Zentrum in der Weimarer Republik eine Schl\u00fcsselrolle zu.<\/p>\n<p>Das Zentrum selbst verstand sich als politische Partei und verwahrte sich stets nachdr\u00fccklich gegen kirchliche Einmischungsversuche, auch wenn seine enge Bindung an die Kirche offensichtlich blieb. Versuche, die konfessionelle Befangenheit zu \u00fcberwinden und offen f\u00fcr alle Konfessionen zu sein, kamen nie zum Erfolg.<\/p>\n<p>Auch eine Einigung aller katholischen politischen Kr\u00e4fte kam nie zustande und erlebte sogar durch Abspaltung des bayerischen Zentrumsfl\u00fcgels (1918\/19) und Gr\u00fcndung der Bayerischen Volkspartei (BVB) eine zus\u00e4tzliche Separierung.<\/p>\n<p>Diese Zersplitterung des politischen Katholizismus dr\u00fcckte sich auch in den Wahlergebnissen von 1919 bis 1933 f\u00fcr das Zentrum und die BVP aus. Zwischen 1919 und 1933 ging der prozentuale Stimmenanteil von 17,9 auf 13,9\u00a0% zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Dass die Zentrumspartei dennoch in der Weimarer Republik eine bedeutende Rolle spielte, ist dem Umstand zu verdanken, dass sie Volkspartei war, alle Schichten der Bev\u00f6lkerung umfasste und so, trotz vieler Zerrei\u00dfproben, zum innerpolitischen Interessenausgleich f\u00e4hig war. Sie kam damit f\u00fcr die Sozialdemokratie und (rechts-)b\u00fcrgerliche Parteien als Koalitionspartner in Frage.<\/p>\n<p>Pragmatische Handlungsmaximen erleichterten dem Zentrum 1918\/19, sich schnell vom Schock der Revolution zu erholen und sich bewusst auf den Boden der Republik zu stellen. \u201eDas Zentrum hat uns den Weg gewiesen, auf dem wir endlich unsere Eigenart politisch und kulturell nachleben k\u00f6nnen, das Zentrum hat uns diese M\u00f6glichkeit gegen rechts und links erstritten, nur dem Zentrum d\u00fcrfen wir vertrauen\u201c, hie\u00df es in einem Wahlaufruf an die Katholiken, der am 13. Februar 1921 in der \u201eTh\u00fcringer Volkswacht\u201c erschien. Im Gegensatz zur tiefen Verunsicherung, die das Verschwinden der Monarchie im evangelischen Deutschland hervorrief, war der monarchische Gedanke bei vielen Zentrumsanh\u00e4ngern diskreditiert.<\/p>\n<p>In der gesamten Zeit der Weimarer Republik besa\u00df das Zentrum eine starke Position. Aber angesichts der au\u00dfenpolitischen Belastungen und wirtschaftlichen Krisen (\u201estrukturelle Dauerkrise\u201c) bedeutete Regierungsverantwortung nicht Teilhabe an der Macht, sondern h\u00f6chst unpopul\u00e4re Verantwortung.<\/p>\n<p>Die starke Bindung der Katholiken an ihre Lebens- und Gemeinschaftsformen wirkte sich auch bei den Reichstagswahlen der Weimarer Republik aus. Bis zum Ende der Weimarer Republik haben von 62\u00a0% der praktizierenden Katholiken etwa zwei Drittel das Zentrum und die BVP gew\u00e4hlt. Die Wahlstatistiken zeigen, dass sich die beiden katholischen Parteien auf einen festen W\u00e4hlerstamm st\u00fctzen konnten. Bezogen auf die Wohnbev\u00f6lkerung Deutschlands erreichten die Katholiken 1933 einen Anteil von 32,5\u00a0%. Wo die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung nicht katholisch war, kam keine Partei au\u00dfer der NSDAP \u00fcber einen Anteil von 30\u00a0% hinaus. Das Wahlverhalten der katholischen Bev\u00f6lkerung zeigt auch f\u00fcr die Reichstagswahlen vom M\u00e4rz 1933, die schon unter dem Druck der neuen nationalsozialistischen Machthaber stattfanden, dass den Nationalsozialisten in den \u00fcberwiegend katholischen Gebieten des Deutschen Reiches der politische Erfolg versagt blieb.<\/p>\n<p>Das Zentrum verblieb zwar auch in der Weimarer Republik in einer Minderheitensituation und konnte seine Ziele deshalb auch nur im B\u00fcndnis mit anderen Parteien zu erreichen suchen. So war beispielsweise an der 1919 gebildeten Reichsregierung neben den Sozialdemokraten und Linksliberalen auch das Zentrum beteiligt. Angesichts der Mehrheitsverh\u00e4ltnisse im Reichstag war es aber erstaunlich, dass Katholizismus und katholische Kirche nun die volle staatsb\u00fcrgerliche Gleichberechtigung erreicht hatten.<\/p>\n<p>Der Aufstieg des Nationalsozialismus war in der Zentrumspartei mit Besorgnis registriert, zun\u00e4chst aber nicht als staatsgef\u00e4hrdend eingestuft worden. Erst nach den \u00fcberraschenden Erfolgen der NSDAP im Winter 1929\/30 begann eine systematische Auseinandersetzung mit dem Programm und den Zielen der Partei. Nach Hitlers Macht\u00fcbernahme am 30. Januar 1933 war auch die Deutsche Zentrumspartei unter den Get\u00e4uschten.<\/p>\n<p>In seiner Regierungserkl\u00e4rung am 23. M\u00e4rz bezeichnete Hitler u.a. die beiden christlichen Konfessionen als \u201ewichtigste Faktoren der Erhaltung unseres Volkstums\u201c. Schlie\u00dflich stellte er die weitere Ausgestaltung der \u201efreundschaftlichen Beziehungen\u201c zum Heiligen Stuhl in Aussicht.<\/p>\n<p>Von einer momentanen Str\u00f6mung im Katholizismus gedr\u00e4ngt, hob der Vorsitzende der Fuldaer Bischofskonferenz, Adolf Kardinal Bertram (1859\u20131945), am 28. M\u00e4rz 1933 alle allgemeinen Verbote und Warnungen vor dem Nationalsozialismus auf: \u201eF\u00fcr die katholischen Christen, denen die Stimme ihrer Kirche heilig ist, bedarf es auch zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt keiner besonderen Mahnung zur Treue gegen\u00fcber der rechtm\u00e4\u00dfigen Obrigkeit und zur gewissenhaften Erf\u00fcllung der staatsb\u00fcrgerlichen Pflichten unter grunds\u00e4tzlicher Ablehnung alles rechtswidrigen oder umst\u00fcrzlerischen Verhaltens.\u201c<\/p>\n<p>Auch wenn die Verurteilung bestimmter, religi\u00f6s sittlicher Irrt\u00fcmer ausdr\u00fccklich nicht aufgehoben wurde, stellte dieses Schreiben eine Wendemarke zum Negativen dar, die sich als verwirrend und irreparabel erwies; denn es entstand zun\u00e4chst der Eindruck, Kirche und Reichsregierung k\u00f6nnten sich auf einer Ebene gegenseitiger Respektierung treffen.<\/p>\n<p>Beim Beschluss zum \u201eErm\u00e4chtigungsgesetz\u201c (23. M\u00e4rz 1933) war die Zustimmung des Zentrums nochmals erw\u00fcnscht, wenn auch nicht mehr verfassungsrechtlich erforderlich. Dieser \u201eKardinalfehler\u201c des Zentrums &#8211; die Zustimmung &#8211; verhalf Hitler zu einer breiten parlamentarischen Mehrheit.<\/p>\n<p>Mit dem Weggang des Parteivorsitzenden Ludwig Kaas 1933 nach Rom blieb die Partei wochenlang f\u00fchrer- und f\u00fchrungslos, wirkte gel\u00e4hmt und hilflos. Schlie\u00dflich wurde am 6. Mai des gleichen Jahres Heinrich Br\u00fcning zum Parteivorsitzenden gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Um einem Verbot zuvorzukommen, l\u00f6sten sich die BVP am 4. Juli und das Zentrum und 5. Juli 1933 selbst auf; zehn Tage sp\u00e4ter wurde die Alleinherrschaft der NSDAP durch ein Reichsgesetz besiegelt. Der Aufl\u00f6sungsbeschluss vom 5. Juli 1933 erkl\u00e4rt sich allein aus innenpolitischen Komponenten. Ein Zeitzeuge und Zentrumsmitglied, Johannes Schauff, kritisierte die \u201eziellose Politik\u201c der Zentrumsf\u00fchrung, die von hilflosen \u201e\u00e4lteren Herren\u201c bestimmt worden und ein in \u201eInteressengruppen und ehrgeizigen Cliquen auseinanderfallender Haufen\u201c, \u201eirgendwie reif zum Untergang\u201c gewesen sei. Der politische Katholizismus, von Hitler in seiner Bedeutung weit \u00fcbersch\u00e4tzt, war lautlos von der B\u00fchne abgetreten, hin- und hergerissen zwischen kraftloser \u00dcberlebenshoffnung und vergeblichen Anpassungsversuchen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Nationalsozialisten geh\u00f6rten Repr\u00e4sentanten und Anh\u00e4nger des politischen Katholizismus von vornherein zu den Gegnern des \u201eDritten Reiches\u201c. Einige mussten die Nichtanpassung an das Regime mit dem Tod bezahlen, andere wurden zur Emigration gezwungen oder inhaftiert. Massenweise seien die Anh\u00e4nger des Zentrums davongelaufen, kommentierte Nuntius Orsenigo den Opportunismus Vieler. Ludwig Kaas mag dazu beigetragen haben, als er am 20. April 1933 aus Rom ein Telegramm an Hitler zu dessen 44. Geburtstag schickte und ihm die \u201eVersicherung unbeirrter Mitarbeit am gro\u00dfen Werk der Schaffung eines innerlich geeinten, sozial befriedigten und nach au\u00dfen freien Deutschlands\u201c \u00fcbermittelte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Ludwig Kaas, ein biografischer \u00dcberblick<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ludwig Kaas wurde am 23. Mai 1881 in Trier als Sohn eines Kaufmanns geboren. Er besuchte das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier und studierte anschlie\u00dfend dort und an der Gregoriana in Rom Theologie. 1906 wurde er zum Priester geweiht, 1907 zum Doktor der Theologie und der Philosophie sowie 1908 auch des Kanonischen Rechts promoviert. Nach kurzer T\u00e4tigkeit als Ka\u00adplan in Rom kehrte er 1909 nach Trier zur\u00fcck. Man kann von drei Karrieren sprechen, die der hochbegabte Kaas durchlief.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Priester und Wissenschaftler<\/h4>\n<p>Vor seinem Eintritt ins \u00f6ffentliche politische Leben vor 1919 war er Priester und Wissenschaftler, Lehrer und Erzieher in seiner mosell\u00e4ndischen Heimat. Im Anschluss an die seelsorgliche Arbeit in einer Pfarrei des Ahrtals 1910 wurde Kaas Pr\u00e4fekt und Rektor des Waisenhauses und Religionslehrer und Subdirektor der H\u00f6heren Schule Kemperhof bei Koblenz. Diese Position erlaubte ihm f\u00fcnfsemestrige Studien bei dem bedeutenden schweizerischen evangelischen Kanonisten Ulrich Stutz in Bonn sowie die Publikation kirchenrechtlicher Abhandlungen, von denen einige als \u201eSpitzenleistung\u201c bezeichnet werden k\u00f6nnen. Der Trierer Bischof Korum ernannte Kaas am 22. April 1918 zum ersten Inhaber des neu errichteten Lehrstuhls f\u00fcr kanonisches Recht am Trierer Priesterseminar, nachdem er sich vergeblich um Lehrst\u00fchle in M\u00fcnster, Stra\u00dfburg und Freiburg beworben und auch eine Stelle als Assistent des inzwischen nach Berlin berufenen Stutz ausgeschlagen hatte. Als Kaas 1919 einen Ruf auf den Lehrstuhl f\u00fcr Kirchenrecht an der Katholisch-Theologischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Bonn ablehnte, hatte sich sein Lebensweg bereits anders ausgerichtet. Die Teilnahme am politischen Geschehen im Deutschen Reich standen nun im Vordergrund seiner T\u00e4tigkeiten.<\/p>\n<p>Spekulationen, Kaas habe Bischof von Trier werden wollen, entbehren jeder Grundlage; die als \u201eGipfel der Stellenj\u00e4gerei\u201c (Josef Listl) charakterisierten ehrgeizigen Bem\u00fchungen um ein schlie\u00dflich 1924 erreichtes Kanonikat in Trier und um die Dompropstei des K\u00f6lner Metropolitankapitels sind dagegen dokumentiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Zentrumspolitiker auf nationaler und internationaler B\u00fchne<\/h4>\n<p>In den schwierigen Jahren von 1919 bis 1933 wirkte er in Berlin und von Berlin aus auf nationaler und internationaler politischer B\u00fchne.<\/p>\n<p>1919 wurde Ludwig Kaas Mitglied der Deutschen Zentrumspartei und deren Kandidat f\u00fcr den Wahlkreis Trier mit 57,9 % der Stimmen in die Deutsche Nationalversammlung gew\u00e4hlt. Vor allem im Verfassungsausschuss leistete er bedeutsame Arbeit. Von 1920 bis 1933 geh\u00f6rte Kaas dem Deutschen Reichstag und hier dem Ausw\u00e4rtigen Ausschuss an; von 1926 -1930 war er Delegierter beim V\u00f6lkerbund. Seit 1921 geh\u00f6rte er zu den Mitgliedern des Preu\u00dfischen Staatsrates, in dem er ein vertrauensvolles Verh\u00e4ltnis zu Konrad Adenauer pflegte. Seit 1917 war er zudem kanonistischer Berater des ab 1920 auch in Berlin akkreditierten M\u00fcnchener Nuntius Eugenio Pacelli, des sp\u00e4teren Papstes Pius XII., und diente diesem vor allem als Konkordatsfachmann.<\/p>\n<p>Schon bald z\u00e4hlte Kaas zu den prominentesten Vertretern des Zentrums. Nach Entbindung von seiner Prof\u00adessur in Trier wurde er 1924 Leiter eines von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (heute Max-Planck-Gesell\u00adschaft) errichteten Zweig-Instituts f\u00fcr ausl\u00e4ndisches \u00f6ffentliches Recht und V\u00f6lkerrecht in Trier.<\/p>\n<p>Die Arbeitskraft des gl\u00e4nzenden Redners wurde durch ein bis zu seinem Tod nicht ausreichend behandeltes chroni\u00adsches Magenleiden eingeschr\u00e4nkt. Im Jahre 1928 wurde Kaas, der zum gem\u00e4\u00dfigten rechten Fl\u00fcgel der Zentrumspartei geh\u00f6rte, mit 184 von 318 Stimmen als Nachfolger von Wilhelm Marx zu deren Vorsitzenden gew\u00e4hlt. Mit seiner Wahl war keine langfristige Strategie verbunden; er war eine Verlegenheitsl\u00f6sung und, wie bei vielen anderen geistliche Mandatstr\u00e4gern auch, der Versuch, gegen die gesellschaftliche Orientierungskrise anzugehen.<\/p>\n<p>In der Kirchenpolitik favorisierte der den Protestanten vorurteilslos begegnende Parteivorsitzende ein Zusammengehen aller christlichen Kr\u00e4fte. Konkordate waren f\u00fcr ihn ein zentrales Anliegen seiner kirchenpolitischen Bem\u00fchungen. Er war beim Preu\u00dfischen Konkordat von 1929 eine der Schl\u00fcsselfiguren und spielte beim Badischen Konkordat 1932 eine bedeutende Rolle.<\/p>\n<p>Zeitweilig pl\u00e4dierte er f\u00fcr eine politische Kooperation von Zentrumspartei und NSDAP und stellte sich damit in offenen Gegensatz zum amtierenden Reichskanzler seiner Partei: Heinrich Br\u00fcning. Er untersch\u00e4tzte die Gefahr der nationalsozialistischen Macht\u00fcbernahme und glaubte wie viele, dass die seit dem 30. Januar 1933 mitregierenden Deutschnationalen die Nationalsozialisten unter Kontrolle halten und die Hitler-Regierung nur ein \u00dcbergang sei. Da er Hitlers Amoralit\u00e4t nicht erkannte, vertraute er dessen Zusicherungen im Vorfeld des \u201eErm\u00e4chtigungsgesetzes\u201c. Unter ma\u00dfgeblichem Einfluss von Kaas hat die Reichstagsfraktion des Zen\u00adtrums am 23. M\u00e4rz 1933 ihre Zustimmung zum Erm\u00e4chtigungsgesetz gegeben. So erm\u00f6glichte sie der Reichsregierung Adolf Hitlers die Ausschaltung des Reichstags. Am 7. April 1933 reiste Kaas nach Rom, von wo er nie wieder nach Deutschland zur\u00fcckkehrte. Viele Zentrumsmitglieder verstanden seinen Weggang aus Deutschland als ein Im-Stichlassen seiner Partei. Er entzog sich durch seine Fahrt nach Rom wohl auch pers\u00f6nlichen Verfolgungen. Als ver\u00adtrauter Mitarbeiter Pacellis war er beim Zustandekommen des Reichskonkordats beteiligt; dessen \u00fcberraschend schneller Abschluss am 20. Juli 1933 gilt als sein Werk.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Privilegierter Exilant, erfolgreicher \u201eGr\u00e4bersucher\u201c und \u201eFinanzgenie\u201c<\/h4>\n<p>Von 1933 bis zu seinem Tod 1952 war er Exilierter im r\u00f6mischen Hinter- und Untergrund. In den 19 Jahren seiner Emigration konnte er sich der Freundschaft Pacellis erfreuen. Seit 1935 war er Domherr an St. Peter und fand seit 1936 als \u00d6ko\u00adnom und Leiter der Kirchenfabrik (Bauh\u00fctte) von St. Peter eine neue Aufgabe, die er mit gro\u00dfem Erfolg be\u00adw\u00e4ltigte. Nach der Wahl Pius&#8216; XII. 1939 erhielt er die Verantwortung f\u00fcr die Ausgrabungen unter der Peterskirche, die 1950 zur Entdeckung des Petrusgrabes f\u00fchrten. Pius XII. konnte am 14. Dezember 1950 verk\u00fcnden, das Grab des Apostels Petrus sei gefunden worden.<\/p>\n<p>An der gegen den Nationalsozialismus gerichteten p\u00e4pstlichen Enzyklika \u201eMit brennender Sorge\u201c vom Jahr 1937 hat Kaas ebenfalls mitgearbeitet.<\/p>\n<p>Kaas galt als finanzielles Genie. Eine komfortable Dienstwohnung im Palazzo San Carlo mit Gem\u00e4lden und Kunstwerken samt Mercedes nannte er sein Eigen. In Sterzing\/S\u00fcdtirol besa\u00df er ein Drittel des Hauses L\u00f6wenegg; hinzu kam eine kleine Villa bei Castel Gandolfo. Bei verschiedenen Banken hat er erhebliches Verm\u00f6gen besessen und verwaltet, Teile davon auch verwendet f\u00fcr Restaurierungsarbeiten an St. Peter. Nach seinem Tod erbrachte der Verkauf von M\u00f6beln aus seinem Privatbesitz 450.000 Lire. Er verf\u00fcgte also \u00fcber erhebliche Verm\u00f6genswerte. Bisher ist nicht bekannt und erkennbar, woher deren Anfangskapital stammte.<\/p>\n<p>1950 war er ma\u00dfgeblich an der Errichtung der Theologischen Fakult\u00e4t Trier beteiligt, indem er sich an h\u00f6chster Stelle um die r\u00f6mische Anerkennung bem\u00fchte.<\/p>\n<p>Ludwig Kaas starb am 25. April 1952 in Rom. Zun\u00e4chst wurde er provisorisch in der Gruft des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pontificium_Collegium_Germanicum_et_Hungaricum_de_Urbe\">Germanicums<\/a> beigesetzt. Als klar war, dass sein Leichnam nicht in die Heimat \u00fcberf\u00fchrt werden w\u00fcrde, wurde er am 7. November 1957 in einem Grab auf dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Campo_Santo_Teutonico\">Campo Santo Teutonico<\/a> beigesetzt. Auf Anordnung Papst Pauls VI. wurden schlie\u00dflich die Gebeine von Pr\u00e4laten Dr. Ludwig Kaas im Februar 1965 in der N\u00e4he des Ottonenaltars in den Grotten von St. Peter zur letzten Ruhe gebettet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Erm\u00e4chtigungsgesetz und Reichskonkordat<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ludwig Kass war in die Ereignisse \u201eErm\u00e4chtigungsgesetz\u201c und Reichskonkordat federf\u00fchrend involviert. Mit \u201etaktischen Legalismus\u201c (Heinrich August Winkler) hatte Hitler die demokratischen Parteien, den Rechtsstaat selbst entwaffnet. Der entscheidende Schritt war das am 23. M\u00e4rz 1933 vom Reichstag angenommene \u201eGesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich\u201c, das \u201eErm\u00e4chtigungsgesetz\u201c, das die endg\u00fcltige Ausschaltung des Reichstages beabsichtigte. Die Rolle beider Konfessionsparteien, der Zentrumspartei und der Bayerischen Volkspartei (BVP) und ihr dramatisches Ende sind dabei zu beachten. Zwei Fragen stehen im Vordergrund:<\/p>\n<ol>\n<li>Aus welchen Gr\u00fcnden haben Zentrumsabgeordnete am 23. M\u00e4rz 1933 dem von der Regierung geforderten Erm\u00e4chtigungsgesetz zugestimmt?<\/li>\n<li>War dieses Votum etwa eine Vorleistung f\u00fcr eine Zusage Hitlers, mit dem Heiligen Stuhl ein Reichskonkordat abzuschlie\u00dfen?<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>\u201eErm\u00e4chtigungsgesetz\u201c<\/h4>\n<p>Am 30. Mai 1932 musste Reichskanzler Heinrich Br\u00fcning, der f\u00fchrende Zentrumspolitiker, zur\u00fccktreten. Als Konsequenz aus dem Wahlsieg der NSDAP sowie aus Emp\u00f6rung \u00fcber den Nachfolger Br\u00fcnings Franz von Papen, der Zentrumsmitglied gewesen war, nun aber als Verr\u00e4ter galt, beabsichtigte die Partei eine Mehrheitsbildung mit Deutschnationalen und Nationalsozialisten, um diese in der Regierungsverantwortung zu \u201ez\u00e4hmen\u201c. Die Koalitionsverhandlungen wurden von der BVP unterst\u00fctzt, allerdings auch von vielen Zentrumsanh\u00e4ngern mit Skepsis verfolgt. An un\u00fcberbr\u00fcckbaren Gegens\u00e4tzen scheiterten die Verhandlungen. Auch die Hoffnung auf eine Spaltung und damit Schw\u00e4chung der NSDAP erf\u00fcllten sich nicht. Im Winter 1932\/33 postulierte das Zentrum unter ihrem Vorsitzenden Kaas als Zielstellung: Bildung einer \u201eNationalen Sammlung\u201c als Voraussetzung f\u00fcr die \u00dcberwindung der Staatskrise und der Wirtschaftsnot. Die als Interimsl\u00f6sung gedachte \u201eNationale Sammlung\u201c zur \u00dcberwindung der Krise kam wenig sp\u00e4ter auch zustande, allerdings auf eine andere Weise, als urspr\u00fcnglich angestrebt: durch die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler einer Rechtskoalition am 30. Januar 1933.<\/p>\n<p>Dass ein Parlament die Regierung erm\u00e4chtigt, Rechtsvorschriften zu erlassen, ist an sich nichts Ungew\u00f6hnliches. Solche F\u00e4lle hat es mehrfach und schon vor 1933 gegeben. Die Bedeutung dieses Erm\u00e4chtigungsgesetzes liegt darin, dass durch die Zusammenfassung von Regierung und Gesetzgebung der gesamte Beh\u00f6rden- und Gerichtsk\u00f6rper in den Dienst Hitlers gestellt wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Annahme des Gesetzes war die Anwesenheit einer Zweidrittelmehrheit der Mitglieder des Reichstages erforderlich. Beides hatte die Regierung durch eine \u00c4nderung der Gesch\u00e4ftsordnung des Reichstages erreicht. Diese \u00c4nderung lief darauf hinaus, die nicht erscheinenden Abgeordneten als anwesend zu fingieren. Auch wenn mehr als 250 Mitglieder den Sitzungen ferngeblieben w\u00e4ren, so war doch infolge der Fiktion ihrer Anwesenheit die Beschlussf\u00e4higkeit erreicht worden.<\/p>\n<p>Die gesetzliche Mitgliederzahl des Hauses betrug 647. Denn die 81 Abgeordneten der KPD geh\u00f6rten unzweifelhaft zu den gew\u00e4hlten Abgeordneten, auch wenn sie ausgeschlossen oder verhaftet waren. Die f\u00fcr die Beschlussfassung erforderliche Anwesenheit von zwei Dritteln verlangte die Anwesenheit von 432 Parlamentariern. Tats\u00e4chlich waren 538 anwesend. Zwei Drittel davon ergab 359 Stimmen. Da aber 444 Ja-Stimmen abgegeben wurden, war die Mindestmehrheit \u00fcberschritten; 94 hatten mit Nein gestimmt<\/p>\n<p>Durch diese Manipulationen war das \u201eErm\u00e4chtigungsgesetz\u201c nicht mehr zu verhindern gewesen. Trotzdem bem\u00fchte sich Hitler um die Zustimmung kleinerer b\u00fcrgerlicher Parteien und besonders um einen Teil der Zentrumsabgeordneten. Hitler versprach sich davon, wie er am 20. M\u00e4rz 1933 erkl\u00e4rte, eine \u201ePrestigest\u00e4rkung gegen\u00fcber dem Ausland\u201c.<\/p>\n<p>Die katholische Oppositionspartei befand sich in einer schwierigen Situation. Der Vorsitzende, Ludwig Kaas, hatte am 6. M\u00e4rz 1933, einen Tag nach der Reichstagswahl, Vizekanzler von Papen seine Mitarbeit an der neuen Regierung angeboten. Erst mit der Er\u00f6ffnung des neuen Reichstages in Potsdam am 21. M\u00e4rz wurde der Text des \u201eErm\u00e4chtigungsgesetzes\u201c, das die Regierung forderte, bekannt. Die von den Zentrumsabgeordneten verlangte Zustimmung zum Erm\u00e4chtigungsgesetz war f\u00fcr sie \u201eschwerer als selbst die \u00fcber den Versailler Vertrag\u201c (Kaas). Heinrich Br\u00fcning bezeichnete sie als das \u201eUngeheuerlichste, was je von einem Parlament gefordert worden w\u00e4re\u201c. Der Gesetzesentwurf war in der Fraktion und im Vorstand der Partei heftig umstritten. Ausschlag f\u00fcr eine schlie\u00dflich geschlossene Zustimmung aller 73 Abgeordneten &#8211; einer fehlte wegen Krankheit &#8211; gab letztlich eine Reihe von Zusicherungen, die Ludwig Kaas, Adam Stegerwald und Ludwig Perlitius in zwei Verhandlungen mit Hitler und Frick am 20. und 22. M\u00e4rz erreichten. Diese Zusicherungen betrafen beispielsweise die Sicherung des den christlichen Konfessionen zukommenden Einflusses in Schule und Erziehung, die Respektierung der L\u00e4nderkonkordate und die Existenz des Reichstages und des Reichsrates. Zu einer von den Zentrumsabgeordneten erhofften brieflichen Zusage Hitlers, die seit Februar 1933 au\u00dfer Kraft gesetzten Grundrechte wiederherstellen zu lassen, kam es nicht. Ebenso war es den Zentrumsvertretern in der Besprechung nicht gelungen, das \u201eErm\u00e4chtigungsgesetz\u201c auf sechs Monate zu befristeten.<\/p>\n<p>Nach einer kontrovers und leidenschaftlich gef\u00fchrten Diskussion in der Zentrumsfraktion und nach einer Probeabstimmung votierten 57 Abgeordnete daf\u00fcr, neun dagegen, bei f\u00fcnf Enthaltungen. Auf Vorschlag von Kaas verst\u00e4ndigte man sich darauf, ein einheitliches, positives Votum durch den Parteivorsitzenden geben zu lassen.<\/p>\n<p>Weitere Motive f\u00fcr die Zustimmung spielten bei dem Ja der Zentrumsabgeordneten am 23. M\u00e4rz eine Rolle. Dazu geh\u00f6rten gezielte Einsch\u00fcchterung der Parlamentarier und offene Drohungen, Hoffnung auf ein baldiges Scheitern der Regierung, zumindest auf Z\u00e4hmung und \u00dcberwindung der braunen Revolution, Furcht vor einem B\u00fcrgerkrieg und dem Verlust beruflicher Positionen und Sorge um die Zentrumsbeamten. Die Anwesenheit bewaffneter SA- und SS- Posten bei der Abstimmung im Plenarsaal, die eine Atmosph\u00e4re der Bedrohung und Angst verbreiteten, die Abrieglung der Kroll-Oper durch uniformierte Schutzkr\u00e4fte, die lautstark Zustimmung forderten, d\u00fcrfte dazu beigetragen haben, die Abgeordneten einzusch\u00fcchtern.<\/p>\n<p>Bereits im Oktober 1932 hatte Ludwig Kaas gefordert, dass sich drei bis f\u00fcnf Parteif\u00fchrer zur Bildung einer befristeten \u201eNot und Mehrheitsgemeinschaft\u201c zusammenfinden sollten, ohne ein politisches B\u00fcndnis mit der NSDAP auszuschlie\u00dfen. Diesen Sammlungsgedanken stellte Kaas am 23. M\u00e4rz an den Anfang seiner Erkl\u00e4rung im Reichstag und aus dessen \u201eErnsthaftigkeit\u201c leitete er die Pflicht zur Mitarbeit ab. Vor dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reichstag_(Weimarer_Republik)\">Deutschen Reichstag<\/a> begr\u00fcndete Kaas das Ja seiner Partei zum Erm\u00e4chtigungsgesetz wie folgt:<\/p>\n<p>\u201eDie gegenw\u00e4rtige Stunde kann f\u00fcr uns nicht im Zeichen der Worte stehen, ihr einziges, ihr beherrschendes Gesetz ist das der raschen, aufbauenden und rettenden Tat. Und diese Tat kann nur geboren werden in der Sammlung.<\/p>\n<p>Die deutsche Zentrumspartei, die den gro\u00dfen Sammlungsgedanken schon seit langem und trotz aller vor\u00fcbergehenden Entt\u00e4uschung mit Nachdruck und Entschiedenheit vertreten hat, setzt sich zu dieser Stunde, wo alle kleinen und engen Erw\u00e4gungen schweigen m\u00fcssen, bewusst und aus nationalem Verantwortungsgef\u00fchl \u00fcber alle parteipolitischen und sonstigen Gedanken hinweg. [\u2026]<\/p>\n<p>Im Angesicht der brennenden Not, in der Volk und Staat gegenw\u00e4rtig stehen, im Angesicht der riesenhaften Aufgaben, die der deutsche Wiederaufbau an uns stellt, im Angesicht vor allem der Sturmwolken, die in Deutschland und um Deutschland aufzusteigen beginnen, reichen wir von der deutschen Zentrumspartei in dieser Stunde allen, auch fr\u00fcheren Gegnern, die Hand, um die Fortf\u00fchrung des nationalen Aufstiegswerkes zu sichern.\u201c<\/p>\n<p>Die Fraktion dankte Kaas einen Tag sp\u00e4ter \u201ebegeistert\u201c f\u00fcr seine schwierige Arbeit in den letzten Tagen. Er selbst r\u00fchmte sich gegen\u00fcber einem Bekannten der von ihm am Vortag \u201eherbeigef\u00fchrten Entscheidung\u201c seiner Fraktion. 1935 erkl\u00e4rte er noch, seine Fraktion zur Annahme des Erm\u00e4chtigungsgesetzes gedr\u00e4ngt zu haben und begr\u00fcndete dies \u201eaufgrund bestimmter, mir durch den Herrn Reichskanzler gegebener Zusicherungen\u201c. Sp\u00e4ter, bis zu seinem Lebensende, suchte er gegen die \u201eSchatten des Erm\u00e4chtigungsgesetzes\u201c zu k\u00e4mpfen und wollte an dessen Annahme keinen Anteil gehabt haben. Der Jesuit Robert Leiber, Privatsekret\u00e4r von Pacelli, urteilte, Kaas sei an diesem Ausnahmegesetz zerbrochen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Reichskonkordat<\/h4>\n<p>Zu Hitlers taktischen Man\u00f6vern z\u00e4hlte, der Kirche die Offerte eines Reichskonkordates (10. April 1933) zu machen. Der Konkordatsplan ging urspr\u00fcnglich auf einen Vorschlag von Hitlers Vizekanzler Franz von Papen zur\u00fcck. Hitlers Motive, diesen Plan aufzugreifen, waren offenbar die Hoffnung auf einen au\u00dfenpolitischen Prestigegewinn und die Aussicht, den politischen Katholizismus endg\u00fcltig auszuschalten. Zudem beeindruckte ihn Mussolinis Konkordat mit dem Heiligen Stuhl von 1929 (Lateranvertr\u00e4ge) und dessen \u201eEntpolitisierungsartikel\u201c, der jede parteipolitische T\u00e4tigkeit des Klerus untersagte. Hitler bot zudem der Kurie Zusagen, die \u00fcber Zusicherungen fr\u00fcherer Regierungen weit hinausgingen, wie etwa Garantien f\u00fcr die katholische Bekenntnisschule und die katholischen Verb\u00e4nde.<\/p>\n<p>Rom musste f\u00fcr eine solche Offerte empf\u00e4nglich sein, da der Heilige Stuhl und vor allem Kardinalstaatssekret\u00e4r Pacelli sich seit langem darum bem\u00fcht hatten, die kirchliche Position im Deutschen Reich vertraglich abzusichern. \u201eDer Papst und seine Berater h\u00e4tten geradezu unverantwortlich gehandelt, h\u00e4tten sie es unterlassen, das Angebot einer zweiseitigen vertraglichen Bindung seitens einer ebenso ungebundenen wie unberechenbaren Regierung nicht aufzugreifen und nicht zumindest ernsthaft zu pr\u00fcfen.\u201c Auch die deutschen Bisch\u00f6fe sahen wahrscheinlich im Konkordat die einzige M\u00f6glichkeit, den kirchenpolitisch-gesellschaftlichen Besitzstand zu sichern.<\/p>\n<p>Pr\u00e4lat Kaas, der am 24. M\u00e4rz 1933 nach Rom gefahren war, ohne dass es Informationen \u00fcber die dort von ihm gef\u00fchrten Ge\u00adspr\u00e4che gibt, war bereits am 31. M\u00e4rz wieder in Berlin. An diesem Tag fand die mittlerweile einberufene erste Sitzung eines \u201eArbeits\u00adausschusses\u201c zur \u201eDurchberatung der k\u00fcnftigen Einzelgesetze\u201c statt. Hitler und Frick informierten nun die Zentrumspolitiker, allen voran Kaas, \u00fcber das \u201eVorl\u00e4ufige Gesetz zur Gleichschaltung der L\u00e4nder\u201c, das noch am selben Tag in Kraft trat. In zwei weiteren Sitzungen dieses Gremiums ging es um ein neues Beamtengesetz. Vom Reichskonkordat war bei kei\u00adnem dieser drei Treffen die Rede. Im Anschluss an die Besprechung am 7. April f\u00fchrte Kaas &#8211; was er Br\u00fcning und Nuntius Orsenigo vor\u00adab mitgeteilt hatte &#8211; mit Hitler ein Gespr\u00e4ch unter vier Augen. \u00dcber dessen Inhalt ist nichts bekannt geworden. Es lie\u00df seitdem Raum f\u00fcr Spekulatio\u00adnen, zumal Kaas am 14. April in Rom sein \u201egutes pers\u00f6nliches Verh\u00e4ltnis zu Hitler\u201c erw\u00e4hnte. Noch am 7. April reiste der Parteivorsitzende endg\u00fcltig nach Rom ab.<\/p>\n<p>Am anderen Morgen, den 8. April 1933, will Kaas, nach einer \u00dcbernachtung in M\u00fcn\u00adchen, im Speisewagen des Zuges rein zuf\u00e4llig Franz von Papen, der von Berlin nach M\u00fcnchen den Nachtschnellzug benutzt hatte, getroffen haben (Der Reisetermin des Vizekanzlers, 8. April, war bereits vier Tage zu\u00advor in den \u201eDeutschen F\u00fchrerbriefen\u201c angek\u00fcndigt). Vize\u00adkanzler von Papen informierte Kaas w\u00e4hrend der Zugfahrt \u00fcber seinen Auftrag, dem Vatikan Verhandlungen \u00fcber ein Reichskonkordat anzubieten. Kaas bot sofort seine \u201enationale Mitarbeit\u201c an dieser &#8211; wie er 1935 r\u00fcckblickend formulierte &#8211; \u201eauch mehrfach in der \u00d6ffentlich\u00adkeit er\u00f6rterten\u201c Thematik an. Ohne den Zentrumsvorsitz abzugeben, wozu er sich erst Anfang Mai entschloss, wurde er zum faktischen Angelpunkt der zehnw\u00f6chigen Vorverhandlungen, indem er als engster Berater Pacellis, Vertrauensmann des deutschen Episkopats und als pers\u00f6nlicher Beauftragter des Vizekanzlers den Vertragstext bis zur Unterschriftsreife f\u00f6rderte. Kaas&#8216; Mitarbeit wurde in der Presse zun\u00e4chst verschwiegen.<\/p>\n<p>Am 20. Juli 1933 wurde schlie\u00dflich nach langen und schwierigen Verhandlungen das Reichskonkordat zwischen der Reichsregierung und dem Heiligen Stuhl unterzeichnet. Am 10. September 1933 best\u00e4tigte das Deutsche Reich den Vertrag. Zun\u00e4chst bedeutete der Vertragsabschluss, dass nunmehr v\u00f6lkerrechtlich die Position der katholischen Kirche festgeschrieben war und der Heilige Stuhl sp\u00e4teren \u00dcbergriffen von Staat und Partei mit einer rechtlich abgesicherten Position entgegentreten konnte, was in den Jahren 1933 bis 1937 in fast 70 Noten geschah. Die Eigenst\u00e4ndigkeit der Kirche wurde anerkannt; vielen ihrer Organisationen &#8211; aber nicht allen (vgl. Artikel 31) &#8211; wurde eine g\u00fcnstige Rechtsgrundlage gegeben.<\/p>\n<p>\u201eMit der ausdr\u00fccklichen Anerkennung der L\u00e4nderkonkordate und der stillschweigenden \u00dcbernahme von Rechtspositionen, welche die Kirche in der Weimarer Verfassung eingenommen hatte, ragte ein St\u00fcck liberaler Verfassungstradition &#8230; in das Recht des \u201aDritten Reiches\u2019 hinein\u201c. Es bedeutete aber auch, dass Reserven gegen\u00fcber dem Staat abgebaut wurden; den deutschen Katholiken, Bisch\u00f6fen, Priestern und Laien wurde suggeriert, beim Neuaufbau eines christlich-nationalen Deutschlands nicht abseits stehen zu m\u00fcssen und zu d\u00fcrfen. Nat\u00fcrlich bedeutete das Konkordat auch die v\u00f6lkerrechtliche Anerkennung des NS-Staates.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Dissonanzen und Erkl\u00e4rungsversuche<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hat m\u00f6glicherweise die Aussicht auf ein Konkordat die Zentrumspartei und ihren Vorsitzenden Pr\u00e4lat Kaas dazu bewogen, dem Erm\u00e4chtigungsgesetz zuzustimmen? Ist die pl\u00f6tzliche Kehrtwendung des deutschen Episkopates auf den Vatikan zur\u00fcckzuf\u00fchren, der damit entscheidende Verantwortung f\u00fcr das Ende des politischen Katholizismus und die Destruktion der katholischen Resistenz gegen den Nationalsozialismus gehabt h\u00e4tte?<\/p>\n<p>Nach bisher bekannten Quellen gibt es kein Junktim zwischen dem Untergang des Zentrums und dem Abschluss des Reichskonkordates. Die \u201eJunktimsthese\u201c, wonach dem Erm\u00e4chti\u00adgungsgesetz am 23. M\u00e4rz 1933 durch das Zentrum deshalb zugestimmt wurde, weil es in Rom die Hoffnung gab, ein Reichskonkordat abschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen, ist wesentlich von Klaus Scholder exemplifiziert worden und fand als Gegenpol Widerlegungen durch Konrad Repgen. Als Scholder-Repgen-Debatte ist sie heute noch Gegenstand historischer Diskurse. Eine weiter sich daraus ergebende Frage ist z.B.: Wurde das Ende des Zentrums wesentlich durch das Reichskonkordat verursacht.<\/p>\n<p>Wie stark war der Einfluss Roms auf die Haltung der Zentrumsfraktion im Fr\u00fchjahr 1933 wirklich? Ist das Zentrum verraten worden? Und wenn ja, von wem? Das enge zeitliche Nebeneinander von Zentrumsaufl\u00f6sung und Konkordatsparaphierung (5. Juli; 8. Juli bzw. 20. Juli) verleitet fast unwiderstehlich dazu, zwischen beiden Ereignissen einen Kausalzusammenhang herzustellen.<\/p>\n<p>Diese lang und kontrovers diskutierten Fragen d\u00fcrften inzwischen weitgehend als beantwortet gelten. Die Fraktion des Zentrums hat in ihre \u00dcberlegungen, wie sie sich gegen\u00fcber dem Erm\u00e4chtigungsgesetz verhalten solle, die Frage eines Reichskonkordats nicht einbezogen. Nicht einmal das Wort, geschweige denn die Sache wurde dabei ber\u00fchrt. In den Formulierungen, die das Zentrum am sp\u00e4ten Abend des 22. M\u00e4rz 1933 dem Reichskanzler zugehen lie\u00df, war daher von einer geplanten oder m\u00f6glichen konkordat\u00e4ren Aktivit\u00e4t der Regierung mit keinem Wort die Rede. Die Zustimmung der Zentrumsfraktion zum Erm\u00e4chtigungsgesetz war mithin nicht die Gegenleistung f\u00fcr den etwa von Hitler in Aussicht gestellten Abschluss eines Reichskonkordates.<\/p>\n<p>Sodann ist die Frage zu stellen, wann und von wem Kaas die Absicht Hitlers erfuhr, ein Reichskonkordat abzuschlie\u00dfen. Ger\u00fcchte \u00fcber ein solches Vorhaben m\u00f6gen ihn bereits vor dem 23. M\u00e4rz 1933 erreicht haben. Aber Kaas war nicht der Mann, der auf Ger\u00fcchte hin weittragende Entschl\u00fcsse fasste; daf\u00fcr verlangte er handfeste Zusicherungen der kompetenten Stellen. Wie die Verh\u00e4ltnisse lagen, kam als solche nur der Reichskanzler in Frage. Kaas hat mit Hitler im M\u00e4rz 1933 immer nur in Beisein anderer, nie unter vier Augen, gesprochen. In diesen Gespr\u00e4chen ist nach Ausweis der Quellen nie vom Abschluss eines Reichskonkordates die Rede gewesen. W\u00e4re es anders, h\u00e4tten die Teilnehmer an den Besprechungen dies bezeugt. Kaas kann also vor der Zustimmung zum Erm\u00e4chtigungsgesetz nicht von Hitler selbst mit dem K\u00f6der des Reichskonkordates daf\u00fcr gewonnen worden sein.<\/p>\n<p>1977 erkl\u00e4rte Rudolf Morsey, der beste Kenner und Interpret dieser Ereignisse, den Befund: Weder sei ein kausaler Nexus zwischen der Zustimmung des Zentrums zum Erm\u00e4chtigungsgesetz und der Aussicht auf eine Konkordatsofferte nachweisbar, noch lie\u00dfen sich Anhaltspunkte f\u00fcr einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Aufl\u00f6sung der Zentrumspartei und dem Abschluss des Konkordats beibringen. Die Zentrumspartei hat sich nicht deswegen aufgel\u00f6st, weil in Rom inzwischen der Art. 32 (Verbot parteipolitischer Bet\u00e4tigung des Klerus) in das abzuschlie\u00dfende Reichskonkordat aufgenommen worden war.<\/p>\n<p>Der entscheidende Artikel 32 wurde n\u00e4mlich durch Pius XI. erst am 2. Juli 1933 akzeptiert, als die Aufl\u00f6sung des Zentrums bereits feststand. Auch ein Zusammenhang zwischen der Initiative zu Konkordatsverhandlungen und der Erkl\u00e4rung der deutschen Bisch\u00f6fe vom 28. M\u00e4rz 1933 ist nicht nachzuweisen. Beide Entscheidungen lassen sich hinreichend aus der deutschen Situation erkl\u00e4ren; denn insbesondere nach Hitlers Regierungserkl\u00e4rung war die Sorge vorherrschend, den Anschluss zu verpassen, und man suchte daher nach Kooperationsm\u00f6glichkeiten, um das Schlimmste zu verhindern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Res\u00fcmee<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neben einigen fr\u00fcheren Zentrumpolitikern, wie z.B. Konrad Adenauer, die ihm stets verbunden blieben, wurde Kaas seit 1933 von vielen gemieden oder angefeindet; die Memoiren von Heinrich Br\u00fcning verst\u00e4rkten dies noch. F\u00fcr viele blieb er bis zu seinem Tod der \u201eS\u00fcndenbock\u201c, der Schuldige am Untergang des Zentrums. Die Entfremdung zur Partei ist wohl auch darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass er sein Amt nicht immer mit vollem Einsatz und der n\u00f6tigen H\u00e4rte versah. Oft fehlte er auf wichtigen Sitzungen. Seinen Wohnsitz hatte er seit 1930 nach Sterzing in S\u00fcdtirol verlegt und war oft in entscheidenden Momenten nicht erreichbar. Mit Rudolf Morsey kann man res\u00fcmieren: \u201eIm letzten ist Kaas daran gescheitert, da\u00df er die Gef\u00e4hrlichkeit totalit\u00e4rer Kr\u00e4fte und Bewegungen [\u2026] zu sp\u00e4t erkannte.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis heute gibt es unterschiedlichste Urteile \u00fcber den Zentrumspr\u00e4laten Ludwig Kaas. 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