{"id":116807,"date":"2025-12-16T15:27:50","date_gmt":"2025-12-16T14:27:50","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=116807"},"modified":"2025-12-16T15:27:50","modified_gmt":"2025-12-16T14:27:50","slug":"ellen-ammann-frauenrechtlerin-wegbegleiterin-der-sozialen-arbeit-christliche-politikerin-und-fruehe-gegnerin-des-nationalsozialismus","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/ellen-ammann-frauenrechtlerin-wegbegleiterin-der-sozialen-arbeit-christliche-politikerin-und-fruehe-gegnerin-des-nationalsozialismus\/","title":{"rendered":"Ellen Ammann: Frauenrechtlerin, Wegbegleiterin der sozialen Arbeit, christliche Politikerin und fr\u00fche Gegnerin des Nationalsozialismus"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Kindheit und Jugend in Schweden<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bevor man sich der Biographie Ellen Ammanns n\u00e4hert, sollte man einen kurzen Blick auf die schwedische Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts werfen. Frauenstudium und -arbeit waren dort l\u00e4ngst Alltag, so auch im Hause Sundstr\u00f6m in Stockholm, wo am 1. Juli 1870 Ellen Aurora Sundstr\u00f6m geboren wurde. Mutter Lilly und Vater Carl Rudolf Sundstr\u00f6m f\u00f6rderten die Entwicklung ihrer beider T\u00f6chter als Angeh\u00f6rige des Bildungsb\u00fcrgertums durch den Besuch der h\u00f6heren M\u00e4dchenschule. Als Lilly Sundstr\u00f6m 1881 zum Katholizismus konvertierte, hatte dieser Wechsel nat\u00fcrlich auch Einfluss auf die religi\u00f6se Erziehung der Kinder. Obwohl protestantisch getauft, wurden sie im katholischen Glauben erzogen.<\/p>\n<p>Nach dem Abitur 1888 verbrachte Ellen \u00fcber ein Jahr zum Zwecke von Sprachstudien in Deutschland. In dieser Zeit entstanden auch erste Kontakte mit der Zentrumspartei und das Erleben katholischer Volksfr\u00f6mmigkeit. Wieder zu Hause, erlernt Ellen auf Wunsch des Vaters und mangels Geldes f\u00fcr ein Medizinstudium die damals weltber\u00fchmte schwedische Heilgymnastik. Ihr eigener Wunsch, Geschichte zu studieren und Lehrerin zu werden oder gar in ein Kloster einzutreten, bleibt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Mit dem pl\u00f6tzlichen Tod des Vaters dr\u00fcckt die finanzielle Not die Familie noch st\u00e4rker, so dass Dr. Ottmar Ammann zum Studium der Heilgymnastik als Untermieter bei den Sundstr\u00f6ms in Stockholm einzieht. Die beiden verlieben sich; die Verlobung erfolgt am 4. April 1890. Ellen bricht daraufhin ihre Ausbildung ab und folgt f\u00fcr die Heirat ihrem Mann nach M\u00fcnchen. Dort wird sie auch \u201erealiter\u201c katholisch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Die fr\u00fchen M\u00fcnchner Jahre \u2013 erstes sozial-caritatives Auftreten<\/strong><\/h4>\n<p>Als Ottmar Ammann in der M\u00fcnchener Landwehrstra\u00dfe eine orthop\u00e4dische Privatklinik er\u00f6ffnet, \u00fcbernimmt seine Frau deren hauswirtschaftliche Leitung. Zwischen 1892 und1903 gebar Ellen Ammann f\u00fcnf S\u00f6hne und eine Tochter. Legend\u00e4r waren die Skiausfl\u00fcge der ganzen Familie ins Dachauer Hinterland \u2013 Sport war im damaligen Bayern absolut un\u00fcblich. Ellen hatte zu Hause schon die eigene Mutter als Auslandskorrespondentin des Stockholmer Dagblatt erlebt, so lie\u00df sie sich von den engen Normen der Einheimischen auch im weiteren Alltagsleben nicht so schnell binden. Damit erweist sie, aus dem fernen, frauenpolitisch l\u00e4ngst viel weitsichtiger agierenden Schweden, sich den Bayern gegen\u00fcber immer wieder als \u201edie Ausl\u00e4nderin\u201c.<\/p>\n<p>Ihre Biographin Marianne Neboisa weist darauf hin, dass Ellen Ammann gerade in ihrer M\u00fcnchner Anfangszeit vieles lernen musste: \u201e&#8230; ein fl\u00fcssigeres Deutsch, au\u00dferdem alles, was die kulturellen, kirchlichen und politischen Verh\u00e4ltnisse in Bayern betrifft.\u201c Marie Buczkowska, eine Mitstreiterin im Katholischen Frauenbund, schreibt in einem Artikel zum 100. Geburtstag von Ellen Ammann im Juli 1970 in der Zeitschrift \u201eDer Frauenbund \u2013 Frau im Leben\u201c, dass Ellen Ammann in Bayern alles fremd war: \u201edie Sprache, das Essen, die Berge\u201c.<\/p>\n<p>Vermutlich ist es gerade diese Fremdheit, die sich nicht am bayerischen Zeitgeist orientiert, sondern f\u00fcr den Alltag der bayerischen Frauen viele Grenzziehungen \u00fcberwindet. Ellen Ammann pr\u00e4gt so das soziale, gesellschaftliche und politische Leben in Bayern \u00fcber vier Jahrzehnte lang neu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Mitbegr\u00fcnderin des M\u00e4dchenschutzvereins <\/strong><\/h4>\n<p>Obwohl im Hause Ammann \u2013 wie auch schon zuvor im Elternhaus &#8211; immer wieder finanzielle Engp\u00e4sse auftreten, engagiert sich Ellen Ammann stark ehrenamtlich im sozial-caritativen Bereich. Schon als 25-j\u00e4hrige ist sie 1895 wesentlich an der Gr\u00fcndung des \u201eMarianischen M\u00e4dchenschutzvereins\u201c (heute IN VIA) beteiligt. Dieser k\u00fcmmert sich mit Zufluchtsheimen und Lehrkursen um junge M\u00e4dchen, die vom Land in die Stadt ziehen, um eine Arbeitsstelle zu finden. Ziel des Marianischen M\u00e4dchenschutzvereins ist ein l\u00e4nder\u00fcbergreifendes Hilfsnetz f\u00fcr junge, an fremden Orten alleinstehende und Arbeit suchende M\u00e4dchen aufzubauen. Die stadtunkundigen Landm\u00e4dchen kommen h\u00e4ufig mit naiven Vorstellungen in M\u00fcnchen an. Oft werden sie schon am Bahnsteig von organisierten H\u00e4ndlerringen abgefangen und als rechtlose Arbeitskr\u00e4fte in Fabriken oder als Prostituierte ins In- und Ausland verkauft. \u201eDie H\u00e4sslichen in die K\u00fcche, die Sch\u00f6nen ins St\u00fcbchen\u201c \u2013 eine Personalstrategie, die wir heute noch genauso kennen\u2026 In Polizeiakten lesen wir, dass sich am Gleis 11 des M\u00fcnchner Hauptbahnhofes die vornehmen Damen um Frau Hofrat Ammann einen erbitterten Kampf mit stadtbekannten Zuh\u00e4ltern geliefert h\u00e4tten, bei dem die Damen der Gesellschaft St\u00f6cke und Schirme als willkommene Kampfger\u00e4te nutzten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Gr\u00fcndung der Bahnhofsmission<\/strong><\/h4>\n<p>Ellen Ammann erkennt, dass die vorbeugende Sozialarbeit bereits am Ankunftsort Bahnhof einsetzen muss, deshalb gr\u00fcndet sie in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Verein der \u201eFreundinnen junger M\u00e4dchen\u201c 1897 in M\u00fcnchen die erste katholische Bahnhofsmission. Kurz nach der katholischen Bahnhofsmission startet in der Landeshauptstadt auch die evangelische Bahnhofsmission. Der Anfang der katholischen Bahnhofsmission ist bescheiden: Ein Stuhl und ein kleiner Tisch mit abschlie\u00dfbarer Schublade in einer Ecke des s\u00fcdlichen Wartesaals am Gleis 11 auf dem M\u00fcnchner Hauptbahnhof. Ellen Ammann und ihre Mitarbeiterinnen warten die Ankunft der Z\u00fcge ab und sprechen die jungen Frauen vor den Schleppern an; sie informieren die jungen Leute kostenlos \u00fcber geeignete Arbeitsstellen und Unterk\u00fcnfte. Die Bahnhofsmission ist wie eine Schule f\u00fcr das sp\u00e4tere Wirken von Ellen Ammann. Hier lernt sie, zu organisieren, andere f\u00fcr ihr ehrenamtliches Engagement zu begeistern und in der \u00d6ffentlichkeit aufzutreten.<\/p>\n<p>Gerade letzteres f\u00e4llt ihr anfangs nicht leicht, zumal sie rein \u00e4u\u00dferlich dazu auch nicht pr\u00e4destiniert erscheint. Ellen Ammann wird von ihren Zeitgenossinnen als klein, zierlich, m\u00e4dchenhaft und unscheinbar beschrieben, jedoch mit Hang zur \u201enordischen Vehemenz\u201c. Die Frauenrechtlerin Lida Gustava Heymann charakterisiert Ellen Ammann in ihren Memoiren wie folgt: \u201eIn meiner langj\u00e4hrigen Bekanntschaft mit dieser Frau, die weder eitel war, noch ihre Taten jemals herausstrich, konnte ich wiederholt feststellen, wie wesentlich und ausschlaggebend ihre Initiative und Tatkraft in entscheidenden Augenblicken waren.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Gratwanderung zwischen weiblicher Emanzipation und Tradition<\/strong><\/h4>\n<p>Das offensive \u00f6ffentliche Engagement der sechsfachen Mutter wird naturgem\u00e4\u00df in der damaligen Gesellschaft nicht nur positiv gesehen: \u201eEllen Ammann musste sich gefallen lassen, dass manche Stimme gegen sie laut wurde; es sei unvereinbar mit den Pflichten einer Frau und Mutter, so viel in der \u00d6ffentlichkeit und f\u00fcr die Allgemeinheit zu wirken. Aber um solchen Tadel k\u00fcmmerte sie sich nicht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Frau geh\u00f6rt ins Haus\u201c, das war lange der f\u00fchrende Leitsatz der b\u00fcrgerlichen Elite in Deutschland. Ellen Ammanns Lebensweg folgt jedoch anderen Gesetzen. Theoretisch vertrat sie zwar ein patriarchalisch-christlich motiviertes Eheverst\u00e4ndnis, aber praktisch und mit ihrem beispielhaften Handeln kritisierte sie vehement patriarchale Verh\u00e4ltnisse und hierarchische Strukturen. 1911 schreibt sie dazu: \u201eEs ist dem deutschen Mann theoretisch sehr schwer zu beweisen, dass die Frauen gleich viel wert sind wie die M\u00e4nner \u2026\u00a0Darum arbeiten wir praktisch und \u00fcberzeugen die M\u00e4nner von unserer Kapazit\u00e4t. Dann geben sie Schritt f\u00fcr Schritt nach.\u201c Ellen Ammann will also zeitlebens nicht gegen die M\u00e4nner arbeiten, sondern mit ihnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Frauenrechtlerin mit gro\u00dfem Interesse an der Frauenbewegung<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4><strong>Gr\u00fcndung des M\u00fcnchner Zweigvereins des Katholischen Frauenbundes<\/strong><\/h4>\n<p>Aufgrund ihrer schwedischen Sozialisation bringt Ellen Ammann ein gro\u00dfes Interesse an der Frauenbewegung mit und verfolgt in der Presse aufmerksam alles, was die allgemeine Frauenbewegung betrifft: \u201eEs sollte sich bald zeigen, dass unsere frauenbewegte Schwedin eine Aufgabe an den allzu konservativen Bayernfrauen zu erf\u00fcllen hatte.\u201c Ihre Herkunft aus Schweden tr\u00e4gt dazu bei, dass sie sich mehr traut als andere: \u201eEs versteht sich, dass ich ein wichtiges Glied in der Kette bin, weil ich \u2013 nicht deutsch geboren \u2013 in Vielem freier denke als die Frauen hier.\u201c<\/p>\n<p>Bereits 1903 ist sie fest entschlossen, die katholischen Frauen in M\u00fcnchen zu einer gro\u00dfen Organisation zusammenzuschlie\u00dfen. Als sie erf\u00e4hrt, dass in K\u00f6ln ein Katholischer Frauenbund gegr\u00fcndet werden soll, ist sie dabei, wartet zu Hause jedoch noch etwas ab. Erst im Herbst 1904 bereitet sie die Gr\u00fcndung eines M\u00fcnchner Zweigvereins vor. Bei einer Veranstaltung des Marianischen M\u00e4dchenschutzvereins im Oktober 1904 h\u00e4lt der Kapuziner Pater Benno Auracher ein Referat \u00fcber Frauenarbeit und Frauenwirksamkeit. Am Schluss dieser Rede fragt er die anwesenden Damen, welche Frau gewillt sei, in M\u00fcnchen einen Zweigverein des Katholischen Frauenbundes zu gr\u00fcnden. Was dann passiert, schildert Ammanns Erstbiographin Marie Amalie von Godin: \u201eIm Schweigen aller etwas \u00fcberraschten Anwesenden erhob sich sch\u00fcchtern, zierlich und jung Ellen Ammann von ihrem Sitz. \u201eIch bin bereit\u201c, sagte sie schlicht und Pater Auracher schloss die Versammlung mit der Ermahnung, unges\u00e4umt ans Werk zu gehen.\u201c<\/p>\n<p>Als Migrantin und junge Frau muss Ellen Ammann nun mit offenem Widerstand k\u00e4mpfen. Vor allem aus dem Vorstand des M\u00e4dchenschutzvereins meldet sich Protest; die zweite Vorsitzende wendet sich ver\u00e4rgert an die erste Vorsitzende Caroline von Hohenhausen: \u201eTrachten Sie zu verhindern, dass Frau Ammann ganz unn\u00f6tigerweise wieder einen neuen Verein ins Leben ruft, wo doch unser M\u00e4dchenschutz schon besteht und sehr wohl in der Lage ist, die n\u00f6tige Aufbauarbeit zu leisten. Und \u00fcberdies ist Frau Ammann als Ausl\u00e4nderin, durch ihre Jugend und auch in anderer Hinsicht, doch wirklich nicht die geeignete Pers\u00f6nlichkeit, eine solche Organisation zu schaffen und gar noch zu leiten.\u201c<\/p>\n<p>Dass solche Vorurteile keine Ausnahme waren, best\u00e4tigt Ellen Ammanns Erstbiographin Marie Amelie von Godin: \u201e&#8230; so konnte man in jenen Tagen vielfach \u00e4hnliche Ausspr\u00fcche zu h\u00f6ren bekommen. &#8230; diese kleine, zarte, unscheinbare Frau, deren Stimme kaum in einem m\u00e4\u00dfig gro\u00dfen Zimmer bis in die letzten Reihen der Anwesenden zu h\u00f6ren ist, soll die katholischen Frauen M\u00fcnchens f\u00fchren? Diese Ausl\u00e4nderin, die zwar fehlerfrei deutsch schreibt, im Sprechen aber doch noch immer gehemmt ist und in der Erregung sofort die Artikel zu verwechseln beginnt? Ist denn da wirklich nicht eine einzige Bayerin und Deutsche unter den vielen erprobten Vorsteherinnen unserer Vereine, die vor den Augen dieser Norddeutschen Gnade finden k\u00f6nnte?\u201c Mit \u201eNorddeutschen\u201c sind die Damen des Bundesvorstandes des Katholischen Frauenbundes gemeint, der seinen Sitz in K\u00f6ln hatte. Aber Pater Benno setzt sich unbeirrbar f\u00fcr Ellen Ammann ein. Und so wird sie schlie\u00dflich zur Vorsitzenden des Zweigvereins gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>KDFB wird unter Ellen Ammann in Bayern zur Volksbewegung<\/strong><\/h4>\n<p>Der Katholische Frauenbund, dem bereits bei der Gr\u00fcndungsversammlung in M\u00fcnchen 339 Frauen beitreten, fu\u00dft in Bayern auf B\u00fcrgertum und Adel, wird aber bald zur Volksbewegung, was nicht zuletzt ein Verdienst von Ellen Ammann ist: \u201eIm Frauenbund treffen sich die Frauen aller St\u00e4nde als gleichberechtigte Mitglieder derselben gro\u00dfen Organisation, die sich zur Aufgabe gestellt hat, an der L\u00f6sung aller Probleme der Frauenfrage mitzuarbeiten.\u201c Ellen Ammann hat Geschick im Umgang mit Frauen aller Bev\u00f6lkerungsschichten und Altersklassen. Trotz ihrer Bildung und ihres hohen Standes versteht sie die Sprache der Frauen des einfachen Volkes und setzt sich f\u00fcr ihre N\u00f6te ein.<\/p>\n<p>Viele Jahre vor Ausrufung der Republik setzt sie so in der eigenen Gr\u00fcndung demokratische Grundprinzipien um. Auch die gruppendynamischen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten haben die Frauen im Katholischen Frauenbund intuitiv erfasst. Die Sache der Frauen sollte durch sie selbst verfolgt und organisiert werden, kein Mann dabei die eigenen Ideen in Frage stellen oder Bedenken einbringen. Die Damen wollen einen Frauenverein ohne Pr\u00e4ses, in den Augen der Kirche ein Unding und unerh\u00f6rt in der herrschenden Gesellschaftsordnung, die Frauen weder Versammlungsrecht noch Universit\u00e4tsbildung zugesteht. Da die katholische Kirche diesen so angelegten Verein nicht als \u201eKatholischen Frauenbund\u201c erlaubt, einigte man sich in K\u00f6ln 1904 auf einen Geistlichen als Beirat f\u00fcr die Frauen \u2013 allerdings ohne Stimmrecht. Denn ohne den klugen Rat eines Mannes ist den Herren von damals eine Frauenorganisation nicht vorstellbar.<\/p>\n<p>Ellen Ammann schwebt die Zusammenfassung aller bayerischen und pf\u00e4lzischen Zweigvereine zu einem schlagkr\u00e4ftigen Bayerischen Landesverband vor. Durch die zahlreichen Zweigvereinsgr\u00fcndungen stimmt schlie\u00dflich die Zentrale in K\u00f6ln diesem Ansinnen einer eigenen bayerischen Dachorganisation zu. Im Dezember 1911 wird der Landesverband des KDFB in Bayern gegr\u00fcndet und Ellen Ammann bleibt bis zu ihrem Tod im November 1932 seine Vorsitzende.<\/p>\n<p>Ellen Ammann ist es wesentlich zu verdanken, dass Bayern \u2013 neben dem rheinisch-westf\u00e4lischen Raum \u2013 als eine \u201eHochburg der katholischen Frauenbewegung\u201c bezeichnet werden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Wegbereiterin f\u00fcr die professionelle Ausbildung der Sozialen Arbeit<\/strong><\/h4>\n<p>F\u00fcr Ellen Ammann war nach ihren Erfahrungen in der schwedischen Heimat ein Bildungszugang f\u00fcr Frauen schon von Jugend an Normalit\u00e4t, deshalb ist es f\u00fcr sie naheliegend, auch f\u00fcr deutsche Frauen und M\u00e4dchen diesen Anspruch einzufordern.<\/p>\n<p>Ein wichtiges Anliegen von Ellen Ammann ist dabei, dass Frauen sich nicht nur ehrenamtlich und aus N\u00e4chstenliebe im sozial-caritativen Sektor engagieren, sondern dass ihre Arbeit auch professionelle Begleitung ben\u00f6tigt. Die von Ellen Ammann gegr\u00fcndete M\u00fcnchner sozial-caritative Frauenschule war die erste und lange Zeit einzige katholische Ausbildungsst\u00e4tte in Bayern f\u00fcr Frauen, die sich der sozialen und caritativen Arbeit aus beruflichem oder \u201enur\u201c ehrenamtlichem Interesse widmen wollten.<\/p>\n<p>Hinter der Idee, Frauen f\u00fcr die \u00dcbernahme sozialer und caritativer Aufgaben professionell auszubilden, steht auch, damit ihre Berufst\u00e4tigkeit zu f\u00f6rdern: \u201eSoziale Arbeit darf nicht im Dilettantentum stecken bleiben, denn sie ist verantwortungsvolle Arbeit am Menschen, mehr wie jede andere.&#8220; Ellen Ammann und ihre Mitstreiterinnen erkennen fr\u00fch die Bedeutung einer soliden theoretischen und praktischen Ausbildung f\u00fcr die soziale Arbeit. Damit wird f\u00fcr Frauen au\u00dferhalb der Universit\u00e4t eine Ausbildungsst\u00e4tte f\u00fcr soziale Berufe geschaffen. F\u00fcr M\u00e4dchen und Frauen aus dem b\u00fcrgerlichen Milieu gab es damals abgesehen vom Beruf der Lehrerin nicht allzu viele M\u00f6glichkeiten, einen qualifizierten und gesellschaftlich angesehenen Beruf zu ergreifen. Die Gr\u00fcndung der Sozialen und caritativen Frauenschule durch Ellen Ammann war ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Professionalisierung der Sozialen Arbeit und ein wichtiger Beitrag zu einem wachsenden Selbstbewusstsein der Sozialberufe.<\/p>\n<p>Ab Oktober 1909 bietet Ellen Ammann im R\u00fcckgeb\u00e4ude ihres Wohnhauses in der Theresienstra\u00dfe 24 eine feste Abfolge von Kursen zu sozialen Fragen an. Ein breites F\u00e4cherangebot von Rechtswesen bis hin zur S\u00e4uglingspflege steht auf dem Stundenplan. Damit wird die sozial-caritative Frauenschule zum Grundstein f\u00fcr die \u00e4lteste katholische soziale Frauenschule Bayerns. Ab 1912 wird daraus ein einj\u00e4hriger Ausbildungslehrgang; 1916 wird dieser Lehrgang auf zwei Jahre ausgeweitet mit je einem Examen nach der Unter- und nach der Oberstufe. 1916 erh\u00e4lt die \u201eSoziale und caritative Frauenschule des Katholischen Frauenbundes in Bayern\u201c die staatliche Genehmigung. Bereits 1918 erfreut sie sich \u00fcber die Grenzen Bayerns hinweg gro\u00dfer Beliebtheit. Und es gibt sie heute noch, wenn auch in etwas ver\u00e4nderter Form: Die soziale und caritative Frauenschule ist die Vorl\u00e4ufereinrichtung der heutigen Katholischen Stiftungshochschule M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Die sozial-caritative Frauenschule ist eines von Ellen Ammanns Lieblingswerken; bis 1925 leitet sie die Schule, bis zu ihrem Tod im November 1932 ist sie Schulvorstand; ihre letzte Unterrichtsstunde h\u00e4lt sie einen Tag vor ihrem Tod. Ellen Ammann gibt der Schule den Leitspruch \u201eCaritas Christi urget nos\u201c (\u00fcbersetzt \u201eDie Liebe Christi dr\u00e4ngt uns\u201c) mit auf den Weg. Davon ist auch ihr pers\u00f6nlicher Einsatz als Lehrerin gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Ellen Ammann unterrichtet einmal w\u00f6chentlich das Fach \u201eFrauenfrage und Frauenbewegung\u201c. Diese Stunden zeigen ganz praktisch die unabdingbare Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Frauen f\u00fcr gemeinsame Ziele auf und liefern so immer auch die Legitimation f\u00fcr den Katholischen Frauenbund: \u201eIn diesen Stunden verstand sie es, die missionarische Aufgabe des Frauenbundes den Sch\u00fclerinnen so klar zu machen, dass jeweils eine bis vier Sch\u00fclerinnen in den Dienst des Frauenbundes eintraten.\u201c Die erste, aus dem Kurs von 1916\/18, ist Paula Huber, die Schwester des 1943 von den Nationalsozialisten hingerichteten Prof. Kurt Huber.<\/p>\n<p>Wegen ihrer bescheidenen und uneitlen Haltung war Ellen Ammann bei ihren Sch\u00fclerinnen \u00e4u\u00dferst beliebt: \u201eUnd wie hingen die Sch\u00fclerinnen der ersten Jahrg\u00e4nge, um die sie sich noch sehr pers\u00f6nlich annehmen konnte, an ihr: Sie war ihnen leuchtendes Vorbild, Verk\u00f6rperung eines Ideals: wie man frauliches Wesen, tiefe M\u00fctterlichkeit mit Sachlichkeit, Tatkraft und Dienst an der \u00d6ffentlichkeit vereinigen kann.\u201c<\/p>\n<p>Ellen Ammann hat mit ihrer Gr\u00fcndung wesentlich zur Professionalisierung weiblicher Sozialarbeit beigetragen und damit Pionierarbeit f\u00fcr den Beruf der Sozialarbeiterin bzw. Sozialp\u00e4dagogin geleistet.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Ellen Ammann \u2013 Christliche Politikerin in der jungen Demokratie<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Zuge der Novemberrevolution im November 1918 erhalten Frauen im Deutschen Reich das aktive und passive Wahlrecht. Eine der ersten Frauen, die 1919 in den neu gew\u00e4hlten Bayerischen Landtag einziehen, ist Ellen Ammann. F\u00fcr sie und ihre sieben Mitstreiterinnen ist der parlamentarische Alltag absolutes Neuland. War f\u00fcr einige der insgesamt 19 weiblichen Landtagsabgeordneten in der Weimarer Republik die parlamentarische Arbeit nur ein Zwischenspiel, so geh\u00f6rte Ellen Ammann als Parlamentarierin der ersten Stunde bis zu ihrem Tod 1932 ununterbrochen in allen f\u00fcnf Wahlperioden dem bayerischen Landtag an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Katholische Powerfrau im Bayerischen Landtag<\/strong><\/h4>\n<p>Ellen Ammann schafft es, Spuren zu hinterlassen und sich in einer bislang reinen M\u00e4nnerbastion zu behaupten. Als Abgeordnete der Bayerischen Volkspartei gehen von ihr bedeutende Impulse aus. Obwohl sie das Frauenwahlrecht nie aktiv und \u00f6ffentlich gefordert hatte, st\u00fcrzt sie sich 1919 mit \u00dcberzeugung und Elan in die Politik. \u00dcber den KDFB schafft sie es auch, die bayerischen Frauen im eigenen Sinn f\u00fcr Politik zu interessieren. Die Informationsabende zur politischen Bildung, zu Wahlrecht und Demokratie werden von den anderen Parteien argw\u00f6hnisch beobachtet. In ihrer parlamentarischen Arbeit ist sie vor allem f\u00fcr die Ressorts Gesundheitswesen, Familienf\u00fcrsorge, Jugendf\u00fcrsorge, \u00d6ffentliche F\u00fcrsorge und Wohlfahrtspflege zust\u00e4ndig. Diese Themen entsprechen ganz ihrem bisherigen Wirkungs- und Erfahrungsbereich.<\/p>\n<p>Durch ihr vielf\u00e4ltiges Engagement in verschiedenen Organisationen bringt sie beste Voraussetzungen f\u00fcr die Parlamentsarbeit mit. Ellen Ammann kann sich au\u00dferdem auf ein dichtes Frauennetzwerk verlassen, das sie w\u00e4hrend der Arbeit im Landtag kontinuierlich mit Rat und Tat unterst\u00fctzt. Kraft und Motivation f\u00fcr ihr politisches Engagement gibt ihr nat\u00fcrlich auch ihr starker Glaube.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihre Zweitbiographin Marianne Neboisa sind ihre Ressortberichte \u201eeine Fundgrube f\u00fcr sozial- und kulturkundliche Studien der Weimarer Zeit in Bayern\u201c. Wie schon in ihren bisherigen Funktionen, so denkt Ellen Ammann auch als Abgeordnete \u00e4u\u00dferst zielorientiert und arbeitet tatkr\u00e4ftig und unbeirrbar an der Realisierung ihrer Anliegen.<\/p>\n<p>Die Bayerische Volkspartei w\u00fcrdigt Ellen Ammann zum 50. Geburtstag im Juli 1920 wie folgt: \u201eSowohl in der Parteileitung wie in der Landtagsfraktion haben Sie sich durch Ihr politisches Verst\u00e4ndnis und durch die ruhige Art, in der Sie oft an der L\u00f6sung schwieriger politischer, wirtschaftlicher und auch pers\u00f6nlicher Fragen mitarbeiteten, das gr\u00f6\u00dfte Ansehen erworben.\u201c<\/p>\n<p>Als Mitglied des Verfassungsausschusses wirkt sie entscheidend an der Neugestaltung der bayerischen Verfassung mit. Und am 21. Juni 1919 ergreift die geb\u00fcrtige Schwedin im Bayerischen Landtag zum ersten Mal das Wort.<\/p>\n<p>Ganz selbstverst\u00e4ndlich bleibt Ellen Ammann, trotz ihrer anstrengenden und zeitintensiven politischen T\u00e4tigkeit, weiterhin Vorsitzende des KDFB-Landesverbandes und Vorsitzende des M\u00fcnchner Zweigvereins des Katholischen Frauenbundes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Ellen Ammanns Rolle beim Hitlerputsch<\/strong><\/h4>\n<p>Ihre Arbeit als Abgeordnete f\u00e4llt in eine politisch und wirtschaftlich \u00e4u\u00dferst turbulente Zeit: immer neue Revolutionswellen, der Kapp- und dann der Hitlerputsch, Inflation, Arbeitslosigkeit, Weltwirtschaftskrise, h\u00e4ufige Wahlen und Kabinettsumbildungen sowie das Anwachsen des Nationalsozialismus.<\/p>\n<p>Hitler und seine Anh\u00e4nger treiben in M\u00fcnchen ab 1920 ungest\u00f6rt ihr Unwesen. Im Januar 1923 dringen 15 Hitler-Faschisten in M\u00fcnchen mit Schlagringen und Gummikn\u00fcppeln in eine Mitgliederversammlung der \u201eFriedensgesellschaft\u201c und verletzen ein Mitglied so stark, dass man den Verlust des Auges bef\u00fcrchtet. Unter dem Eindruck dieser Tat f\u00fchrt Ellen Ammann gemeinsam mit Vertreterinnen anderer M\u00fcnchner Frauenvereine wie Lida Gustava Heymann und Anita Augspurg ein Gespr\u00e4ch mit dem damaligen Innenminister Dr. Schweyer. Die Delegation der Frauen tr\u00e4gt ihm die Ausschreitungen und widerrechtlichen Auftritte Hitlers und seiner gewaltt\u00e4tigen Anh\u00e4nger vor und fordert Hitlers Ausweisung aus Bayern. Hitler war als \u00d6sterreicher Ausl\u00e4nder und nicht in Besitz der deutschen Staatsangeh\u00f6rigkeit. Schweyer kommt dieser Forderung allerdings nicht nach; er verharmlost die Angelegenheit, und die Abordnung muss erfolglos wieder abziehen.<\/p>\n<p>Im November 1923 dann versucht Hitler, sich an die Macht zu putschen. Als am 8. November 1923 Generalstaatskommissar von Kahr seine Anh\u00e4nger im M\u00fcnchner B\u00fcrgerbr\u00e4ukeller zusammenruft, kommt Hitler mit seinen SA-Leuten hinzu, l\u00e4sst von Kahr und seine Gefolgsleute in einen Nebenraum abf\u00fchren und will sie dort zur Anerkennung seiner Macht\u00fcbernahme zu zwingen.<\/p>\n<p>Ellen Ammann erf\u00e4hrt im Vorfeld dieses Coups zuf\u00e4llig von Hitlers geplantem Vorgehen und f\u00fchlt sich als Landtagsabgeordnete dazu verpflichtet, sofort Widerstand zu mobilisieren. Dazu holt sie alle erreichbaren Regierungs- und Parteimitglieder in die R\u00e4ume der sozial-caritativen Frauenschule. Zusammen mit dem stellvertretenden Ministerpr\u00e4sidenten und Kultusminister Franz Matt wird noch in dieser Nacht in einer Resolution an das bayerische Volk der Putsch von Hitler und Ludendorff als Staatsverbrechen verurteilt. Die Gruppe entschlie\u00dft sich au\u00dferdem, den Regierungssitz von M\u00fcnchen nach Regensburg zu verlegen. Der inzwischen entkommene Generalstaatskommissar von Kahr wird von Franz Matt telefonisch dar\u00fcber informiert. Hitlers Marsch zur Feldherrnhalle am 9. November wird durch die Sch\u00fcsse der bayerischen Landespolizei auseinandergetrieben und Hitler flieht, wird aber zwei Tage sp\u00e4ter gefasst. Er erh\u00e4lt Festungshaft in Landsberg, aus der er im Dezember 1924 aber bereits wieder vorzeitig entlassen wird.<\/p>\n<p>Ohne Ellen Ammann h\u00e4tten Matt und die anderen Minister die Putschnacht buchst\u00e4blich verschlafen. Matt zollte sp\u00e4ter ihrem unerschrockenem Handeln Respekt: \u201eDie Kollegin Ammann hatte damals mehr Mut bewiesen als manche Herren in M\u00e4nnerhosen.\u201c Das best\u00e4tigt auch Lida Gustava Heymann in ihren Erinnerungen: \u201eAber der Hitlermarsch auf Berlin endet am 9. November vor der Feldherrnhalle in M\u00fcnchen. Da\u00df dieses ganze, geradezu t\u00f6richte Unterfangen nicht in einem furchtbaren Blutbade endete, sondern nach wenigen Stunden zusammenbrach, ist meines Erachtens auf die Initiative einer Frau, Ellen Ammann, bayrische Landtagsabgeordnete, zur\u00fcckzuf\u00fchren, die vorausschauend instinktiv und nach sicheren Anzeichen erkannte, da\u00df sich eine Katastrophe vorbereitete, und daraufhin ihre Ma\u00dfnahmen traf.\u201c<\/p>\n<p>Prophetisch erg\u00e4nzt Heymann: \u201eGeschichtsb\u00fccher werden von Ellen Ammanns starker Beteiligung an der Niederwerfung des Hitlerputsches 1923 vermutlich nichts zu berichten wissen.\u201c Und tats\u00e4chlich findet in den Geschichtsb\u00fcchern Ellen Ammanns mutiges Eingreifen tats\u00e4chlich lange Zeit keinen Eingang. Erst in den letzten Jahren wird in der (Frauen-)Geschichtsschreibung dieser historische Sachverhalt st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des 90. Jahrestages des Hitlerputsches im November 2013 w\u00fcrdigte auch die Presse die Rolle Ellen Ammanns. In der S\u00fcddeutschen Zeitung vom 10. November 2013 wird Ellen Ammann eine Seite gewidmet unter der \u00dcberschrift \u201eVergessene Widerstandsk\u00e4mpferin\u201c. Die M\u00fcnchner Kirchenzeitung titelte damals \u201eKatholikin gegen Hitler\u201c.<\/p>\n<p>In der Dauerausstellung des 2015 er\u00f6ffneten NS-Dokumentationszentrums in M\u00fcnchen wird Ellen Ammanns mutiger Einsatz gegen den Nationalsozialismus ebenfalls im Rahmen der Dauerausstellung \u201eM\u00fcnchen und der Nationalsozialismus\u201c erw\u00e4hnt und gew\u00fcrdigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Mahnerin und Warnerin vor der NSDAP<\/strong><\/h4>\n<p>Bis zu ihrem Tod bezog Ellen Ammann offen Stellung gegen die Nationalsozialisten. Sie warnt immer wieder eindringlich vor der Gefahr, die von der NSDAP ausgeht. Das Ergebnis der Landtagswahl vom 6. April 1924, die den Nationalsozialisten den Einzug in den Bayerischen Landtag erm\u00f6glicht, kommentiert sie im \u201eBayerischen Frauenland\u201c, der Mitgliederzeitschrift des KDFB Landesverbandes Bayern, kritisch: \u201eDer Ausgang der bayerischen Landtagswahl sollte den Frauen zu denken geben. &#8230; Die arme Gro\u00dfstadtbev\u00f6lkerung &#8230; l\u00e4uft jedem neuen Propheten nach, von dem sie sich eine Besserung verspricht. Ohne Nachpr\u00fcfung glaubt sie t\u00f6nenden Worten &#8230; Wenn diese \u201eneue\u201c Partei einmal mitzusprechen hat in den Parlamenten, dann wird sich zeigen, da\u00df sie nicht imstande ist, die Lage des Vaterlandes ohne weiteres zu bessern, ja, wir haben allen Grund, zu bef\u00fcrchten, da\u00df besonders f\u00fcr unsere bayerische Heimat ihre Politik verh\u00e4ngnisvoll werden wird. &#8230; Eine \u00dcberspannung, ja eine Verg\u00f6tterung des nationalen Gedankens aber, wie sie von v\u00f6lkischer Seite getrieben wird, ist in unseren Augen verwerflich.\u201c Heute wei\u00df man, wie recht Ellen Ammann mit dieser Einsch\u00e4tzung hatte.<\/p>\n<p>Bezeichnenderweise stirbt Ellen Ammann am 23. November 1932 nach einer ihrer gro\u00dfen Reden im Landtag an den Folgen eines pl\u00f6tzlichen Schlaganfalls. In ihrer letzten Rede ruft die sechsfache Mutter zu Hilfsma\u00dfnahmen f\u00fcr kinderreiche Familien auf und fordert Hilfen in der Wohnungsfrage, eine Bevorzugung bei der Arbeitsplatzvergabe, Schulgelderm\u00e4\u00dfigung usw. Ihre Rede endet mit \u201eM\u00f6ge die kinderreiche Familie im Volksbewusstsein wieder zu Ehren kommen.\u201c Das sind Ellen Ammanns letzte dokumentierte Worte.<\/p>\n<p>An ihrer Trauerfeier am Alten S\u00fcdfriedhof nimmt alles, was damals in Politik und Gesellschaft Rang und Namen hatte, teil. Das Domkapitel wird von Kardinal Faulhaber angef\u00fchrt. Ministerpr\u00e4sident Held und das gesamte Kabinett sind anwesend, ebenso wie die Spitzen der Stadtverwaltung und Mitglieder des ehemaligen K\u00f6niglichen Hauses. Im \u201eBayerischen Kurier\u201c vom 26. November 1932 kann man dazu nachlesen: \u201eSelten hat der S\u00fcdliche Friedhof eine so gro\u00dfe Trauergemeinde vereinigt gesehen wie es am Freitagmittag der Fall war bei der Beerdigung der so unerwartet rasch verstorbenen Frau Hofrat Ellen Ammann.\u201c<\/p>\n<p>Kurz nach ihrem Tod schreibt Marie Amelie von Godin, die mit Ellen Ammann seit der Gr\u00fcndung des Katholischen Frauenbundes 1904 in M\u00fcnchen eng zusammengearbeitet hat, deren Biographie nieder. Das nationalsozialistische Regime l\u00e4sst bald alle 60.000 Exemplare einstampfen. Man hatte nicht vergessen, dass Ellen Ammann 1923 an der Vereitelung des Hitlerputsches beteiligt war. H\u00e4tte sie Hitlers Machtergreifung noch pers\u00f6nlich erlebt, w\u00e4re ihr wohl Schlimmes widerfahren: \u201eSie w\u00e4re &#8230; wohl die Erste gewesen, die in Dachau eingezogen w\u00e4re\u201c, mutma\u00dft ihre langj\u00e4hrige Mitarbeiterin Therese Ullrich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ellen Ammann \u2013 eine starke Frauenpers\u00f6nlichkeit der Weimarer Republik<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ellen Ammann war eine starke Frau. An ihrer Biographie l\u00e4sst sich exemplarisch die Ver\u00e4nderung der Gesellschaft durch die Neuausrichtung ihres Leitbildes der Frau ablesen. Dabei hatte sie im Laufe ihres Lebens mit vielen Schwierigkeiten zu k\u00e4mpfen, mit Vorurteilen, mit mangelnden Mitspracherechten der Frauen, den \u00c4ngsten und Notzeiten. Der Erste Weltkrieg brachte ein bis dato unbekanntes Ausma\u00df an sozialer Not und Elend mit sich. In seiner Folge stehen die Geburtswehen der ersten Demokratie in Bayern und schlie\u00dflich das Erstarken des Nationalsozialismus. All das nahm sie als Herausforderung an.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend kann man sagen, dass das Leben und Wirken Ellen Ammanns wesentlich durch ihren Glauben gepr\u00e4gt wurde. Ihre Verantwortung f\u00fcr die Welt erkannte sie aus ihrer Verantwortung vor Gott heraus. Die biblische Botschaft war ihr Lehrbuch f\u00fcr eine bessere Weltgestaltung. Aus ihr heraus wertete sie Wege und Ziele, denen all ihre Arbeit galt. Ammann sah katholische Dogmen als lebendige Wirklichkeit an, deren Verankerung jeden Tag neu im Leben zu suchen ist. Und obwohl sie den Protestantismus und den Katholizismus gleich wertsch\u00e4tzte, war der katholische Glaube f\u00fcr sie die <em>wahre Religion, <\/em>der sie sich in aller Freiheit des protestantischen Geistes verpflichtet wusste. In der von ihr gegr\u00fcndeten \u201eVereinigung katholischer Diakoninnen\u201c setzte sie dem ein Fundament, das erst mit der Schwesternkleidung im Sarg \u00f6ffentlich wurde.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Ellen Ammanns Erbe als Verpflichtung<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zahlreiche Institutionen verdanken Ellen Ammann ihre Existenz: Der KDFB Landesverband Bayern, In Via, die M\u00fcnchner Bahnhofsmission, die Katholische Stiftungsfachhochschule, aber auch \u2013 was kaum jemand wei\u00df &#8211; die Polizeiseelsorge, die 1920 von Ellen Ammann initiiert wurde. Ebenso geht die di\u00f6zesane Ehe-, Familien- und Lebensberatung auf Ihr Betreiben zur\u00fcck.<\/p>\n<p>1904 schrieb Ellen Ammann an eine Freundin: \u201eWer sich zu viel vornimmt, f\u00fchrt nichts richtig durch.\u201c Sie hat sich zeitlebens viel vorgenommen, und sie hat, wenn man sich ihr Erbe ansieht, auch alles richtiggemacht.<\/p>\n<p>Als Vorsitzende des KDFB-Landesverbandes sehe ich mich dem Erbe unserer Gr\u00fcndungsmutter verpflichtet; als Nachfolgerinnen in ihrem Geiste engagieren wir KDFB-Frauen uns beharrlich und leidenschaftlich f\u00fcr die Gleichstellung von Frauen in Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Und auch 85 Jahre nach dem Tod von Ellen Ammann haben wir auf diesem Gebiet immer noch viel zu tun.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kindheit und Jugend in Schweden &nbsp; Bevor man sich der Biographie Ellen Ammanns n\u00e4hert, sollte man einen kurzen Blick auf die schwedische Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts werfen. 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