{"id":116817,"date":"2025-12-16T15:53:26","date_gmt":"2025-12-16T14:53:26","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=116817"},"modified":"2025-12-16T15:53:29","modified_gmt":"2025-12-16T14:53:29","slug":"thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\/","title":{"rendered":"Thomas Mann"},"content":{"rendered":"<h3><strong>I.<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Ermordung des deutschen Au\u00dfenministers Walter Rathenau im Juni 1922 hatte Thomas Mann nachhaltig schockiert. \u201eWelche Finsternis in den K\u00f6pfen dieser Barbaren! Oder dieser idealistisch Verirrten\u201c, schrieb er zwei Wochen nach dieser Tat an den befreundeten Literaturwissenschaftler Ernst Bertram. Der politische Mordanschlag auf den Reichsau\u00dfenminister war von Mitgliedern der rechtsextremen <em>Organisation Consul<\/em> ver\u00fcbt worden und reihte sich ein in eine Kette terroristischer Anschl\u00e4ge, die die junge Republik nicht zur Ruhe kommen lie\u00df. Die Ermordung Rathenaus traf erstmals ein amtierendes Regierungsmitglied und w\u00fchlte die \u00d6ffentlichkeit besonders auf. Auch Thomas Mann \u00f6ffnete dieses Ereignis noch einmal weiter die Augen f\u00fcr den prek\u00e4ren Zustand, in dem sich die junge Republik befand.<\/p>\n<p>In seinem Brief an Ernst Bertram \u00e4u\u00dferte er die Ansicht, die Republik sei doch immer noch Deutschland und auf dem Boden der Demokratie verm\u00f6ge die notwendige neue Humanit\u00e4t \u201enicht schlechter gedeihen, als auf dem des alten Deutschland.\u201c Wer sich gegen beides Stelle, der scheue im Grunde nur Worte. Eine substantiell begr\u00fcndbare Ablehnung lie\u00df Thomas Mann nicht gelten. Er sah vielmehr durch diesen Staat, der \u201ein unser aller H\u00e4nde gelegt ist\u201c, eine einmalige historische Gelegenheit f\u00fcr Deutschland gekommen, die es zu nutzen gelte. Wenn man bedenkt, mit welcher Vehemenz der Schriftsteller w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs die deutsche Kultur gegen\u00fcber der westlichen Zivilisation verteidigt hatte, wird deutlich, worin genau f\u00fcr ihn diese einmalige historische Situation bestand. Nachdem die deutsche Kultur und das Deutsche Reich nicht wie bef\u00fcrchtet im Krieg untergegangen waren, besa\u00df das Land nun die Chance, wieder seine Kultur zur Entfaltung zu bringen und damit Deutschland einen Weg in die Zukunft zu erm\u00f6glichen. Doch gerade das gewaltsame Opponieren gegen die Republik widersprach dieser Gelegenheit und gef\u00e4hrdete sie. Thomas Mann f\u00fchlte sich hiervon pers\u00f6nlich betroffen. \u201eIch leide unter der Verzerrung des deutschen Antlitzes\u201c, schrieb er Ernst Bertram.<\/p>\n<p>Wie ernst und stark dieses Leiden war, wird deutlich, wenn man die Konsequenzen betrachtet, die Thomas Mann hieraus zog. Er entschied sich dazu, einen geplanten Geburtstagsartikel zu Gerhardt Hauptmanns 60. Geburtstag \u201ezu einer Art Manifest\u201c zu gestalten und als Rede in Berlin vorzutragen. Dieser Schritt war durchaus ungew\u00f6hnlich f\u00fcr den Schriftsteller. Bisher hatte er noch keinen derartigen politischen Auftritt angestrebt.<\/p>\n<p>Thomas Manns Bekenntnis zur Republik l\u00f6ste bekanntlich ein Echo der Zustimmung und gleichzeitig der Ablehnung aus. Schlagartig ver\u00e4nderte sich seine Rolle. F\u00fcr die Gegner der jungen Republik war er nun ein verloren gegangener Verb\u00fcndeter. \u201eMann \u00fcber Bord\u201c und \u201eSaulus Mann\u201c lauteten die Titel in jenen Zeitungen, die die Entt\u00e4uschung und Emp\u00f6rung auf konservativer bzw. rechter Seite zum Ausdruck brachten. Gerade hier hatte man bislang trotzt verschiedener Vorbehalte Thomas Mann zur eigenen Seite zugeh\u00f6rig geglaubt.<\/p>\n<p>Wer die <em>Betrachtungen eins Unpolitischen<\/em> gelesen hatte, jenes opulente Werk, das w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs entstanden und im Herbst 1918 erschienen war, der konnte sich an ablehnende \u00c4u\u00dferungen Thomas Manns gegen\u00fcber der Demokratie, der Republik und der Politik erinnern. Mitunter waren sie \u00e4u\u00dferst scharf formuliert und gepr\u00e4gt von Trotz, Provokation, Polemik, Wut und Einseitigkeit. In dieser Schrift waren S\u00e4tze zu finden wie: \u201eIch will die Monarchie\u201c oder \u201eIch will nicht die Parlaments- und Parteiwirtschaft, welche die Verpestung des gesamten nationalen Lebens mit Politik bewirkt\u201c. Die <em>Betrachtungen eines Unpolitischen<\/em> waren ein Buch, das sich auch mit solchen energischen Aussagen gegen die Verwestlichung wehrte, gegen die mit ihr verbundene v\u00f6llige Demokratisierung, Politisierung und \u00d6konomisierung. Doch man wird nicht \u00fcbersehen k\u00f6nnen, dass solche vehementen Aussagen sogleich auch wieder wenige Seiten weiter relativiert werden. Dann hei\u00dft es pl\u00f6tzlich: \u201eich bin nicht Partei, wahrhaftig, ich bek\u00e4mpfe nicht die Demokratie.\u201c In den zustimmenden Reaktionen auf dieses Buch gab es entsprechend auch Vorbehalte. Aber sie spielten nach Kriegsende nur eine untergeordnete Rolle. Bei der Rezeption dieser Schrift verfolgte man prim\u00e4r die eigenen politischen Interessen und sah in Thomas Mann einen brauchbaren konservativen Verteidiger Deutschlands. Doch 1922 schien pl\u00f6tzlich alles anders. Hatte Thomas Mann seine bisherigen \u00dcberzeugungen aufgegeben und die Seite gewechselt?<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick wird der Widerspruch deutlich, der durch die Republik-Rede entstanden war. Thomas Mann selbst war jedoch anderer Auffassung. Er sah in seinem Bekenntnis zur Republik keinen Bruch zu seinen bisherigen \u00dcberzeugungen. Es sei \u201edie gerade Fortsetzung der wesentlichen Linien der <em>Betrachtungen<\/em>\u201c, \u00e4u\u00dferte er im Dezember 1922 gegen\u00fcber seiner m\u00fctterlichen Freundin Ida Boy-Ed. Wie l\u00e4sst sich also diese Diskrepanz erkl\u00e4ren? War Thomas Mann doch kein \u00fcberzeugter Anh\u00e4nger der Republik geworden? Wenn man weiter blickt, zeigt sich, dass das Bekenntnis keine Sache des Augenblicks war. Seit seiner Republik-Rede hat sich der Schriftsteller auf vielf\u00e4ltige Weise als F\u00fcrsprecher und Verteidiger der Republik gezeigt und sich mit gro\u00dfer Energie f\u00fcr diese erste Demokratie eingesetzt. Sogar sein literarisches Werk steht in einem engen Bezug zur Entwicklung der Weimarer Republik und zeigt einen politischen Gehalt, der sich nicht ausblenden l\u00e4sst. Warum also engagierte sich Thomas Mann f\u00fcr diese Republik? Wie stand er zur Demokratie? Und welchen eigentlichen, tiefergehenden Grund gab es daf\u00fcr, dass er sich 1922 unter dem Eindruck der Ermordung Walter Rathenaus dazu entschloss, ein \u00f6ffentliches Bekenntnis abzulegen?<\/p>\n<p>Wenden wir uns zur Beantwortung dieser Fragen zun\u00e4chst Thomas Manns Haltung vor, w\u00e4hrend sowie in den ersten Jahren nach dem Weltkrieg zu, um genauer verstehen zu k\u00f6nnen, wie sich sein Verh\u00e4ltnis zu Politik und Demokratie in dieser Zeit bereits schrittweise ver\u00e4nderte. Hieran ankn\u00fcpfend werden wir anschlie\u00dfend anhand einiger Beispiele weiter verfolgen k\u00f6nnen, wie und warum er sich bis 1933 als F\u00fcrsprecher und Verteidiger der Republik erwies.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>II.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor dem Ersten Weltkrieg begegnen wir Thomas Mann in der Tat \u00fcberwiegend als unpolitischem K\u00fcnstler. Das hei\u00dft nicht, dass er politisch desinteressiert gewesen sei. Thomas Mann geh\u00f6rte nicht zu jenen, die die Welt der Politik ignorierten oder aus ihrem Leben ausklammerten. Doch \u00c4u\u00dferungen zu politischen Themen gab der Schriftsteller jenseits des privaten Umfelds nur selten und dann eher beil\u00e4ufig. Dass er sich politisch weitgehend zur\u00fcckhaltend zeigte, lag in seinem k\u00fcnstlerischen Selbstverst\u00e4ndnis begr\u00fcndet. F\u00fcr ihn hatte die Literatur keinen politischen Sinn und Zweck. Thomas Mann verfasste keine politisch engagierte Literatur. Deshalb betrachtete er auch im K\u00fcnstler grunds\u00e4tzlich den Unpolitischen.<\/p>\n<p>Man wird jedoch nicht \u00fcbersehen k\u00f6nnen, dass Thomas Mann in dieser Zeit die Politik bereits als eine besondere Herausforderung speziell des Schriftstellers begriff. Der Ausgangspunkt hierf\u00fcr war die Feststellung, es gebe in Deutschland eine gewisse \u201eLiteraturfeindschaft\u201c, die mit dem Vorwurf verbunden war, der Geist wirke durch seine Kritik zersetzend. Diese Ansicht wollte Thomas Mann jedoch nicht gelten lassen. Er sah im Literaten vielmehr denjenigen, der gerade durch Geist und Kritik zur H\u00f6herentwicklung beitrage. Der Geist sei das produktive \u201ePrinzip der Ungen\u00fcgsamkeit\u201c. Doch zugleich erkannte er auch eine Ambivalenz, die dem Literaten eigen war. W\u00e4hrend den Literaten einerseits die positive F\u00e4higkeit auszeichne, \u00fcber \u201eBewu\u00dftheit, h\u00f6chste psychologische und sittliche Reizbarkeit, G\u00fcte und Humanit\u00e4t\u201c zu verf\u00fcgen, konnten diese Eigenschaften andererseits \u201ebei politischer Teilnahme zu einem fast trivialen, fast kindlichen Radicalismus und Demokratismus f\u00fchren\u201c. Dies war die negative Seite des Literaten, zu der ihn die Politik bringen konnte. Thomas Mann blickte somit zwar skeptisch auf die Politik \u2013 aber er blickt auf sie. Er sah, dass auch der Schriftsteller die Politik grunds\u00e4tzlich nicht unber\u00fccksichtigt lassen konnte. Sie war eine Gegebenheit, zu der man sich zu stellen hatte.<\/p>\n<p>Diese Beobachtung resultierte aus seiner intensiven Besch\u00e4ftigung mit der Frage, was das Wesen der Kunst sei und was den modernen K\u00fcnstler ausmache. Beide Fragen konfrontierten ihn in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg mit einer F\u00fclle von Problemen, f\u00fcr die er erst in der Weimarer Republik endg\u00fcltig eine L\u00f6sung fand \u2013 und es war diese L\u00f6sung, die zugleich eng mit seiner positiven Haltung zur Republik verkn\u00fcpft war.<\/p>\n<p>Thomas Mann sah sich zu Beginn des 20. Jahrhundert mit dem Umstand konfrontiert, dass Geist, Kritik, Erkenntnis, Vernunft und Zivilisation nur einen Teilbereich des Menschen ausmachen. Dar\u00fcber hinaus existiere noch eine Sph\u00e4re, die vom Verstand nicht abgedeckt sei und zu der Thomas Mann Begriffe wie Sch\u00f6nheit, Sch\u00f6pfertum, Kunst, D\u00e4monie und Kultur z\u00e4hlte. Dieser zweiten Sph\u00e4re schienen Geist, Verstand und Zivilisation teilweise oppositionell gegen\u00fcberzustehen. Deshalb unternahm Thomas Mann den Versuch, sich \u00fcber die Gemeinsamkeiten und Widerspr\u00fcche beider Sph\u00e4ren weiter Klarheit zu verschaffen. Gerade als K\u00fcnstler besch\u00e4ftigte ihn die Tatsache, dass der Mensch nicht nur auf die rationale Seite begrenzt werden k\u00f6nne, sondern auch \u00fcber irrationale Dimensionen verf\u00fcge, die mitunter eine sch\u00f6pferische Kraft darstellten. Die Zivilisation erschien ihm aufgrund ihrer kritisch-rationalen Eigenschaften und ihres aufkl\u00e4rerischen Impetus als etwas, das die zur Kultur geh\u00f6rigen andersartigen Eigenschaften tendenziell nicht nur auszuklammern, sondern mitunter gar aufzul\u00f6sen schien.<\/p>\n<p>Es gelang Thomas Mann jedoch nicht, die konstatierten Widerspr\u00fcche und Gegens\u00e4tze wie erhofft zu ordnen und f\u00fcr sich zu kl\u00e4ren. Er lie\u00df daher seinen hierzu geplanten Essay <em>Geist und Kunst<\/em> als \u201eamorphe Notizenmasse\u201c liegen. 1912 deutete er allerdings vorsichtig eine L\u00f6sung an. Ihm schien der Dichter derjenige zu sein, der die vielen Gegens\u00e4tze in sich trage und daher bef\u00e4higt sei, eine Synthese zu bilden, einen dritten Weg jenseits der Gegens\u00e4tze zu gehen: Der Dichter \u201estellt sie selbst dar, immer und \u00fcberall, Vers\u00f6hnung von Geist und Kunst, von Erkenntnis und Sch\u00f6pfertum, Intellektualismus und Einfalt, Vernunft und D\u00e4monie, Askese und Sch\u00f6nheit \u2013 das dritte Reich.\u201c Eine solche Sichtweise bekr\u00e4ftigte einerseits Manns unpolitische Haltung. Einem politischen Schriftsteller, der Partei ergreift und Position bezieht, war die Synthese, die \u00dcberwindung der Gegens\u00e4tze, unm\u00f6glich. Aber andererseits konnte ein K\u00fcnstler, dem die Synthese gelingt, nicht die verschiedenen Elemente des Lebens ignorieren. Die Politik, die Demokratie, \u00fcberhaupt die vielen Facetten der Zivilisation \u2013 sie mussten von ihm ber\u00fccksichtigt werden und Eingang in die Synthese finden.<\/p>\n<p>Thomas Mann sah sich selbst nicht zur Verwirklichung dieses Ideals in der Lage, und der Erste Weltkrieg lie\u00df 1914 die offen gebliebenen Probleme mit voller Wucht wieder hervortreten. Nun waren sie jedoch von existenzieller Bedeutung und r\u00fcckten in einen politischen Kontext ein. Denn Thomas Mann betrachtete die Gegner Frankreich und England als L\u00e4nder der Zivilisation, die Deutschland und seine Kultur akut bedrohten.<\/p>\n<p>Sosehr die <em>Betrachtungen eines Unpolitischen<\/em>, die in diesen Jahren entstanden, von Abwehr, Polemik und diversen pessimistischen Sentenzen gepr\u00e4gt sind, stellen sie zugleich doch einen dialektischen Orientierungsversuch dar, der Thomas Mann weiter verdeutlichte, dass sich Politik und Demokratie nicht ignorieren, nicht ausschlie\u00dfen lie\u00dfen. \u201eAber Anti-Politik ist auch Politik\u201c, gestand er sich und seinen Lesern ein, \u201edenn die Politik ist eine furchtbare Macht: Wei\u00df man auch nur von ihr, so ist man ihr schon verfallen. Man hat seine Unschuld verloren.\u201c<\/p>\n<p>Zudem \u00fcbte der Schriftsteller in seinen <em>Betrachtungen<\/em> deutliche Kritik am Kaiserreich. Auch das bestehende politische System habe es aus seiner Sicht nicht vermocht, die Kultur zu st\u00e4rken. Der Aufstieg und die Dominanz der Wissenschaft, insbesondere der Naturwissenschaften, der Technik und der Wirtschaft h\u00e4tten die Kultur geschw\u00e4cht. Ein geistloser Kapitalismus und oberfl\u00e4chliche Annehmlichkeiten der Konsumwelt beeintr\u00e4chtigten l\u00e4ngst die soziale Bindekraft und verhinderten, dass der Mensch sich zur Pers\u00f6nlichkeit ausbilde. Der Bildungsb\u00fcrger sei vom Bourgeois verdr\u00e4ngt worden, und das Kaiserreich habe diese Entwicklung nicht verhindern k\u00f6nnen. Deshalb erschien Thomas Mann das bisherige Kaiserreich auch nicht als erhaltenswerter Musterstaat. Zwar mochte dieser Staat im Vergleich zu den westlichen Demokratien der Kunst und dem K\u00fcnstler mehr Freiraum gelassen haben sowie eine Innerlichkeit, die einen vor der Politisierung bewahrte. Aber zur Kulturnation sei Deutschland nicht geworden. Der \u201eTriumph der Realpolitik\u201c habe dies verhindert und dazu beigetragen, dass der freie geistige B\u00fcrger aufgeh\u00f6rt habe zu bestehen. Diesen Vorwurf richtete Thomas Mann zugleich an das B\u00fcrgertum selbst. Es habe bislang nicht die Kraft oder die F\u00e4higkeit gezeigt, der Kultur zur Hegemonie zu verhelfen.<\/p>\n<p>Im Krieg betrachtete Thomas Mann daher auch eine M\u00f6glichkeit, die Fehlentwicklungen endlich zu korrigieren. Dabei sah er ein, dass es kein apolitisches Dasein gab und es entsprechend keine Ausgrenzung der Politik, keine Politik-Enthaltung mehr geben konnte. Aus diesem Grund suchte Thomas Mann in seinen <em>Betrachtungen <\/em>nach einem Weg der Politikbegrenzung.<\/p>\n<p>Ein Bestandteil dieses Weges lag in der neuen Bedeutung, die dem B\u00fcrger und dem K\u00fcnstler zukommen solle. Aus Thomas Manns Sicht bot die Kultur dem Menschen der Moderne, der metaphysisch obdachlos geworden war und in einer pluralen Gesellschaft lebte, die nicht mehr von einem einheitlichen, verbindlichen Zentrum zusammengehalten und regiert wurde, den Raum und das Mittel der Sinnstiftung. Die Kunst weise den Weg, das \u201eLeben ethisch zu erf\u00fcllen\u201c. Im K\u00fcnstler k\u00f6nne der B\u00fcrger jenen Menschen entdecken, der nicht zu den Extremen neige, der kein Fanatiker, Ideologe oder Dogmatiker sei, sondern der das Leben liebe. Wir k\u00f6nnen hier bereits erkennen, wie Thomas Mann wieder an seine Synthese-Idee ankn\u00fcpfte, die er bereits vor dem Krieg angedeutet hatte. Nun geht er aber einen Schritt weiter und verkn\u00fcpft den K\u00fcnstler st\u00e4rker mit der B\u00fcrgerlichkeit. Der Weg zum K\u00fcnstler f\u00fchre \u00fcber die B\u00fcrgerlichkeit. Denn zur B\u00fcrgerlichkeit geh\u00f6rten Bildung und eine ethische Lebensf\u00fchrung, die sich aus Eigenschaften wie Ordnung, Ruhe, Flei\u00df und Folge speise. Diese beiden Facetten der B\u00fcrgerlichkeit f\u00fchrten dazu, dass der B\u00fcrger bereits ein Mensch des mittleren Weges, des Ausgleichs sei, kurz: ein Mensch der Humanit\u00e4t.<\/p>\n<p>Thomas Mann erschien daher die F\u00f6rderung des Bildungsb\u00fcrgers und der hier\u00fcber m\u00f6glich werdende Aufstieg zum K\u00fcnstler als eine alternative Fortschrittsgeschichte, und er unternahm nun auch einen vorsichtig-vagen Blick auf einen Staat der Zukunft, in dem Bildungsb\u00fcrger und K\u00fcnstler wieder zur Geltung kommen w\u00fcrden. Dem Schriftsteller schwebte ein politisches System vor, in dem insbesondere das Bildungsb\u00fcrgertum zur dominierenden Schicht werden sollte und der b\u00fcrgerliche K\u00fcnstler seiner staatlich verfassten Nation ihr metaphysisches Wesen geben w\u00fcrde. In seinen \u00dcberlegungen deutete er sogar konkret an, die Macht durch ein ver\u00e4ndertes Wahlrecht neu auszutarieren. Nicht mehr Stand und Klasse, Einkommen und Besitz sollten als Kriterien gelten, sondern Bildung. Es war zweifelsohne ein tendenziell elit\u00e4res Konzept, das einerseits einen demokratischen Zug aufwies, indem es grunds\u00e4tzlich das Staatsvolk als Souver\u00e4n betrachtete. Andererseits besa\u00df es zugleich eine antidemokratische Tendenz, indem es Herrschaft auf jenen Bev\u00f6lkerungsteil beschr\u00e4nkte, der \u00fcber Bildung verf\u00fcgte. Man wird jedoch den dabei angedeuteten Wunsch Thomas Manns nicht \u00fcbersehen d\u00fcrfen, dass grunds\u00e4tzlich jeder B\u00fcrger Bildung erlangen solle.<\/p>\n<p>Das Konzept blieb wenig konkret. Die Gedankeng\u00e4nge des Schriftstellers verdeutlichen aber drei Dinge. Erstens wollte Thomas Mann der Kultur wieder zum Hochbegriff verhelfen. Dies war nur durch die Einheit von Staat und Kultur m\u00f6glich. Zweitens sollte das Bildungsb\u00fcrgertum politisch Verantwortung \u00fcbernehmen. Das hei\u00dft, statt reiner Innerlichkeit war die Politik ein notwendiger Bestandteil, um die Kultur zu bewahren. Drittens sollte Deutschland auf diese Weise eine eigene Form von Demokratie ausbilden, die nicht dem westlichen Weg folgte, sondern dem deutschen Wesen gerecht w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Es ist deshalb nicht \u00fcberraschend, dass Thomas Mann im Zuge der Revolution von 1918 ohne Schmerz oder Wehmut Abschied von der Monarchie nahm. Ein Herzensmonarchist war er nicht. Vielmehr stand er der Revolution von Anfang an aufgeschlossen gegen\u00fcber. Am 10. November, einen Tag nach der Abdankung des Kaisers, notierte er in sein Tagebuch: \u201eich hei\u00dfe die \u201aneue Welt\u2018 willkommen\u201c. Trotzt verschiedener skeptischer und teilweise ablehnender \u00c4u\u00dferungen gegen\u00fcber dem konkreten Verlauf der Revolution, sah Thomas Mann in dem Umsturz durchaus eine Rettung. Denn nun bot sich ihm eine konkrete Perspektive. Das von au\u00dfen bef\u00fcrchtete Ende war noch einmal abgewendet worden und Deutschland erhielt die Gelegenheit, zu zeigen, dass es seine Zukunft selbst gestalten k\u00f6nne und werde. Im Winter 1918\/19 aktualisierte er seinen l\u00e4ngst formulierten Wunsch, dass etwas Neues entstehen solle, indem er \u00e4u\u00dferte, es sei nun \u201edie deutsche Aufgabe zwischen Bolschewismus und westlicher Plutokratie <em>in politics etwas Neues zu erfinden<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>Mit politischen Konzepten setzte sich Thomas Mann jedoch nicht eingehender auseinander. Er er\u00f6rterte keine verfassungspolitischen Fragen und unterbreitete auch keine diesbez\u00fcglichen Vorschl\u00e4ge. In dieser Hinsicht blieb die Politik f\u00fcr ihn eine fremde Welt, mit der er sich nur begrenzt befasste. Politik war nicht sein Beruf.<\/p>\n<p>Doch Thomas Mann ging zugleich geistig wieder einen Schritt weiter auf die Republik zu. \u00a0Hieran hatte seine Besch\u00e4ftigung mit Goethe im Winter 1918\/19 einen entscheidenden Anteil. Goethe verhalf Thomas Mann zum gesuchten k\u00fcnstlerischen Selbstbewusstsein und hier\u00fcber zur weiteren politischen Positionierung. Es gelang Mann nun sogar, die Politik in sein Humanit\u00e4tskonzept zu integrieren, sie zu einem Bestandteil der Kultur zu machen. In einem 1921 gehaltenen Vortrag \u00fcber <em>Goethe und Tolstoi<\/em> erkl\u00e4rte Thomas Mann, dass die Selbstausbildung des Menschen der erste wichtige Schritt sei, um zur Pers\u00f6nlichkeit zu werden. Doch die Menschenbildung sei damit noch nicht abgeschlossen. Bei Goethe werde man einer \u201esch\u00f6nen Menschlichkeit\u201c ansichtig, die zeige, dass \u201edas Soziale aus der Kultur- und Bildungsidee organisch\u201c erwachse. Sein <em>Wilhelm Meister<\/em> habe es gezeigt: Erst das \u201eSoziale, ja Politische\u201c, so Thomas Mann w\u00f6rtlich, geh\u00f6re zur Vervollkommnung unabk\u00f6mmlich dazu. Bei der Frankfurter Goethe-Woche Anfang 1922 formulierte Thomas Mann es noch deutlicher. Wenn die \u201eSph\u00e4re der Humanit\u00e4t\u201c alles Menschliche umfasse, geh\u00f6re dazu auch, dass \u201eder Mensch, vom Sozialen anger\u00fchrt, der unzweifelhaft h\u00f6chsten Stufe des Menschlichen, des <em>Staates<\/em> n\u00e4mlich, ansichtig wird.\u201c Hier begegnen wir nun einer grunds\u00e4tzlichen Bejahung des Staates als Bestandteil der Humanit\u00e4t.<\/p>\n<p>In der Weimarer Republik, einem Staat, der den B\u00fcrgern zugefallen war, sah Thomas Mann die Gelegenheit zur Verwirklichung der Humanit\u00e4t. Sie war f\u00fcr ihn die lange gesuchte Synthese, \u201edas dritte Reich\u201c, von dem er sprach. In seiner Republik-Rede erkl\u00e4rte er 1922, die Humanit\u00e4t sei \u201edie deutsche Mitte, das Sch\u00f6n-Menschliche\u201c, in dem die vielen verschiedenen Gegens\u00e4tze vereint w\u00fcrden. Die Republik sei ihre positive Rechtsform, die es anzunehmen gelte. Denn diese Staatsform biete dem Bildungsb\u00fcrger die Chance auf Freiraum und selbst gestaltete Einbindung in den Staat. Ein solcher Staat werde schlie\u00dflich der Kultur und insbesondere der Kunst zum Aufschwung und zur Hegemonie verhelfen. Deutschland k\u00f6nne so zum \u201eMeisterwerk\u201c werden, wie Thomas Mann schon 1921 in seinem Vortrag <em>Goethe und Tolstoi<\/em> erkl\u00e4rt hatte. Es war ein Traum, wie er gestand, der jedoch \u201ewert ist, getr\u00e4umt zu werden, der wert ist, geglaubt zu werden.\u201c Mit seinem Bekenntnis zur Republik appellierte Thomas Mann schlie\u00dflich f\u00fcr die Verwirklichung dieses Traumes. Im Angebot der politischen M\u00f6glichkeiten erschien ihm die Republik offenbar die beste Form zu sein, um die genannten Ziele zu erreichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>III.<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Nach seiner Republik-Rede begann Thomas Mann sich auf vielf\u00e4ltige Weise in der Republik zu engagieren. Dies hing zum einen mit seiner eigenen \u00dcberzeugung zusammen, in den geistigen und politischen Auseinandersetzungen dieser Zeit weiterhin Stellung beziehen zu m\u00fcssen. Er sah sich in der selbst auferlegten Verantwortung, als K\u00fcnstler Antwort auf das notwendige Orientierungsbed\u00fcrfnis zu geben, Mut und haltbaren Sinn zuzusprechen, kurz: an einem gelingenden Leben des Einzelnen und der Gesellschaft mitzuwirken. Zum anderen zog er nun aber auch das Interesse von prorepublikanischen Politikern, Parteien, diversen politisch interessierten B\u00fcrgern und von staatlicher Seite auf sich. Die Bef\u00fcrworter und Verteidiger der Republik suchten in ihm einen repr\u00e4sentativen Unterst\u00fctzer \u2013 und Thomas Mann lie\u00df sich auch immer wieder in die Pflicht nehmen, verweigerte sich der \u201egeistigen Politik\u201c, wie er 1924 einmal formulierte, nicht.<\/p>\n<p>So trat er zum Beispiel 1923 bei einer Gedenkveranstaltung f\u00fcr Walther Rathenau auf. Diese Zusammenkunft wurde von der <em>Arbeitsgemeinschaft republikanischer Studenten M\u00fcnchens<\/em> zum Jahrestag der Ermordung des deutschen Au\u00dfenministers ausgerichtet. Der Schriftsteller sprach bei dieser Veranstaltung \u00fcber den Geist und das Wesen der deutschen Republik, erkl\u00e4rte erneut deutlich, die Republik sei \u201edie Einheit von Staat und Kultur\u201c und k\u00f6nne \u201eetwas wunderbar und vollendet Deutsches, ja die Vollendung deutscher Menschlichkeit bedeuten\u201c. Doch m\u00fcsse man daf\u00fcr etwas tun und d\u00fcrfe die Republik nicht als etwas \u201eganz Bek\u00e4mpfenswertes\u201c betrachten. Thomas Mann hielt dem B\u00fcrgertum vor, dass es \u201eseinen Bildungs-, Kultur- und Humanit\u00e4tsbegriff zu fr\u00fch geschlossen hat, als es das politische Element\u201c und den republikanischen Gedanken ausschloss. Doch beides geh\u00f6re dazu. Der radikalistische, reaktion\u00e4re Faschismus, so Thomas Mann, sei ebenso wie der Kommunismus keine alternative Antwort auf die Idee der Humanit\u00e4t, die in der Republik verwirklicht werden m\u00fcsse. Republik sei \u201eideell genommen und von mangelhaften Wirklichkeiten abgesehen, nichts anderes, als der politische Name der Humanit\u00e4t\u201c.<\/p>\n<p>Auch in den nachfolgenden Jahren nahm Thomas Mann an verschiedenen prorepublikanischen Veranstaltungen teil. 1924 folgte er beispielsweise der Einladung des Stralsunder Regierungspr\u00e4sidenten Hermann Hausmann, zum Verfassungstag am 11. August im Theater von Stralsund zu sprechen. Im gleichen Jahr beteiligte er sich erstmals direkt am Wahlkampf und warb bei der Reichstagswahl \u00f6ffentlich f\u00fcr die liberale Deutsche Demokratische Partei. \u00c4hnlich engagiert war Thomas Mann auch 1925 bei der Wahl des Reichspr\u00e4sidenten. In dem Zeitungsbeitrag <em>Rettet die Demokratie!<\/em> \u00a0sprach er sich gegen den Kandidaten Hindenburg aus. Dieser w\u00fcrde als Staatsoberhaupt das Land \u201ein einen Zustand der Unruhe, der Unsicherheit und der inneren K\u00e4mpfe zur\u00fcckwerfen, die gl\u00fccklich \u00fcberwunden schienen\u201c. F\u00fcr Thomas Mann war Hindenburg ein \u201eRecke der Vorzeit\u201c.<\/p>\n<p>Neben der Innenpolitik lie\u00df sich der Schriftsteller auch au\u00dfenpolitisch mehrmals in Dienst nehmen. Von besonderer Bedeutung war hierbei sein Beitrag zur Verst\u00e4ndigungspolitik mit Frankreich. Im Zuge der Ann\u00e4herung beider L\u00e4nder durch die 1925 geschlossenen Locarno-Vertr\u00e4ge beteiligte sich der Schriftsteller mit Aufs\u00e4tzen in franz\u00f6sischen und deutschen Zeitschriften, um f\u00fcr eine Ann\u00e4herung beider Seiten einzustehen. 1926 reiste er nach Paris und versuchte dort \u2013 in den Worten des deutschen Botschafters von Hoesch formuliert \u2013 einen Beitrag zur \u201egeistigen Zusammenarbeit\u201c zu leisten. In Frankreich konnte Thomas Mann an der Sorbonne von Henri Lichtenberger erfahren, dass man in ihm einen Repr\u00e4sentanten des zeitgen\u00f6ssischen Deutschlands erkannt habe, der das alte und das neue Deutschland in harmonischer Synthese verk\u00f6rpere. Die Republik schien einen glaubw\u00fcrdigen Vertreter zu besitzen. Der deutsche Botschafter meldete zufrieden nach Berlin, Thomas Mann habe mit einem \u201eeindrucksvollen Vortrag\u201c ein Bild des \u201egegenw\u00e4rtigen geistigen Deutschland\u201c geboten, \u201emit einem Bekenntnis zur Demokratie, aber voller stolzer Wahrung der deutschen Eigenart und des deutschen Rechts.\u201c<\/p>\n<p>Ein besonderes Augenmerk Thomas Manns galt naturgem\u00e4\u00df der Literatur. Hier sah er angesichts der geistigen Zust\u00e4nde in Deutschland einen Bedarf an Aufkl\u00e4rungsarbeit sowie ein geeignetes Bildungsmittel. Er engagierte sich als Mitglied der <em>Sektion f\u00fcr Dichtkunst<\/em> der <em>Preu\u00dfischen Akademie der K\u00fcnste<\/em>, pl\u00e4dierte f\u00fcr mehr Geist und Kritik als unverzichtbare Bestandteile, um die Kultur vor einem Abgleiten in die Unvernunft zu bewahren, und beteiligte sich als Mitherausgeber der Buch-Reihe <em>Romane der Welt<\/em>, deren Ziel es war, jede Woche einen preiswerten Roman von bekannten oder weniger bekannten Schriftstellern aus dem Ausland zu pr\u00e4sentieren, um den kosmopolitischen Geist in Deutschland zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Wenn man das Wirken Thomas Manns betrachtet, wird man auch sein eigenes Werk in Betracht ziehen m\u00fcssen. Die Weimarer Verh\u00e4ltnisse sind nicht spurlos hieran vorbeigegangen. Gerade der 1924 ver\u00f6ffentlichte <em>Zauberberg<\/em> ist ein Roman, der zutiefst mit Manns republikanischem Bekenntnis verbunden ist. Er f\u00fchrt dem Leser einen Bildungsprozess vor Augen, bei dem die b\u00fcrgerliche Haltung der Mitte, das hei\u00dft die Humanit\u00e4t, als positive Lebensform vorgestellt wird. Der Protagonist Hans Castorp gelangt nicht nur zur Einsicht, dass die Gegens\u00e4tze im menschlichen Leben beherrschbar sind, weil sie \u00fcberhaupt erst durch den Menschen entstehen und er, der sich als \u201eHerr der Gegens\u00e4tze\u201c zu erweisen vermag, somit \u201evornehmer\u201c ist als sie. Vor allen Dingen entdeckt der junge Ingenieur aus Hamburg damit verbunden die Liebe als jene gro\u00dfe Macht, die st\u00e4rker ist als der Tod. Nur sie k\u00f6nne \u201eG\u00fcte und Menschenliebe\u201c geben.<\/p>\n<p>Diese Einsicht bleibt bei Castorp allerdings nur ein Gedanke. Der Bildungsprozess des Protagonisten ist nicht abgeschlossen. Indem der Roman schlie\u00dflich mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs endet und Castorp \u201eins Flachland der Heimsuchung\u201c st\u00fcrzt, bleibt das formulierte \u201eTraumgedicht vom Menschen\u201c nur eine Ahnung vom Neuen. Den Lesern pr\u00e4sentierte Thomas Mann damit aber den Weltkrieg als Epochenwechsel. 1914 habe ein anderer Abschnitt in der Geschichte begonnen, der zu etwas Neuem f\u00fchren solle. Wie dieses Neue aussieht, beantwortet der Roman nicht. Es ist jene Frage, die Thomas Mann sich selbst und den B\u00fcrgern der Republik stellte. \u201eWird auch aus diesem Weltfest des Todes\u201c, fragt der letzte Satz des Romans, \u201eeinmal die Liebe steigen?\u201c Thomas Mann hatte mit seinem \u201edritten Reich der Humanit\u00e4t\u201c eine weiter zu verfolgende Antwort gefunden. Die Republik vermag dem Traum vom Menschen zur Wirklichkeit zu verhelfen. Man musste ihn aber erst einmal bekommen und auch annehmen. Thomas Mann betrachtete es als seine Aufgabe, hierzu beizutragen.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt im Nationalsozialismus sah er schlie\u00dflich die konkrete politische Gefahr, die er entschieden bek\u00e4mpfte. 1925 ver\u00f6ffentlichte er seinen Vortrag <em>Goethe und Tolstoi <\/em>als \u00fcberarbeitete Essay-Fassung und ging darin ausf\u00fchrlich auf den Faschismus in Europa ein. Hierin sah er einen antiliberalen R\u00fcckschlag, der sich politisch \u00e4u\u00dfere \u201ein der \u00fcberdru\u00dfvollen Abkehr von Demokratie und Parlamentarismus, in einer mit finsteren Brauen vollzogenen Wendung zur Diktatur und zum Terror. Der Fascismus Italiens ist das genaue Gegenst\u00fcck zum russischen Bolschewismus, und seine antikische Geste und Mummerei kann nicht \u00fcber die Humanit\u00e4tsfeindlichkeit seines Wesens hinwegt\u00e4uschen.\u201c<\/p>\n<p>Entsprechend sorgenvoll blickte Thomas Mann auch zunehmend auf den Nationalsozialismus. Als die NSDP bei den Reichstagswahlen 1930 einen gro\u00dfen Wahlsieg einfuhr und schlagartig zur zweitst\u00e4rksten Kraft avancierte, entschloss sich Thomas Mann erneut dazu, eine Rede in Berlin zu halten. Wieder einmal sah er sich zum entschiedenen gesellschaftlichen Einspruch verpflichtet und betonte, deutlich wie seit dem Krieg nicht mehr, dass man als K\u00fcnstler angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung kaum noch frei und unbefangen sein k\u00f6nnen, das k\u00fcnstlerische Schaffen einem zur \u201eseelischen Unm\u00f6glichkeit wird.\u201c Im Nationalsozialismus sah Thomas Mann die akut drohende Verneinung der Kultur und der Humanit\u00e4t. Der erhoffte Kulturstaat drohte in weite Ferne zu r\u00fccken. Angesichts des Wahlergebnisses hielt er dem B\u00fcrgertum vor, \u201edie Ber\u00fchrung mit dem lebendigen Geist, die Sympathie mit seinen Lebensforderungen verloren und verlernt zu haben.\u201c Aus diesem Grund stellte sich Thomas Mann an die Seite der SPD. Seit Beginn der Republik habe sich die \u201esozialistische Klasse\u201c in der Praxis als geistfreundlich erwiesen \u2013 \u201eund das ist, wie heute alles liegt, das Entscheidende\u201c. Der politische Platz des B\u00fcrgertums sei deshalb heute \u201ean der Seite der Sozialdemokratie\u201c.<\/p>\n<p>In den nachfolgenden Jahren war Thomas Mann weiterhin in Sorge, die Republik k\u00f6nne ihren Kredit verspielen, sofern sich nicht etwas ver\u00e4ndere. Im Januar 1933 beabsichtigte er, erneut eine Rede zu halten. Krankheitsbedingt musste sie jedoch verschoben werden. Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler war es der Sozialdemokrat Adolf Grimme, der Thomas Manns Rede auf dem Kongress <em>Das freie Wort<\/em> vorlas. Denn die zuvor begonnene Vortragsreise, zu der der Schriftsteller am 11. Februar aufgebrochen war, wurde zu jenem ungeplanten Auszug aus einem Land, das sich schrittweise von der Republik verabschiedete.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>IV.<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Das Engagement Thomas Manns verdeutlicht, dass sich der Schriftsteller seit seiner Republik-Rede 1922 als \u00fcberzeugter F\u00fcrsprecher und Verteidiger dieser jungen Demokratie zeigte. Trotz zunehmender, mitunter heftiger Anfeindungen und Ausgrenzungen lie\u00df er sich nicht hiervon abhalten. Auch wenn sein \u00f6ffentliches Bekenntnis nach der Ermordung Rathenaus vielen als Wende erschien und diese Ansicht bis heute weite Verbreitung besitzt, verstellt diese Sichtweise den Blick auf den viel komplizierteren Weg, den Thomas Mann gegangen war. Seine Republik-Rede war nicht grundlos auch ein Einspruch gegen seine eigene Rezeption. Denn er selbst stand bereits von Anfang an der Republik mit einer gewissen Unbefangenheit und Aufgeschlossenheit gegen\u00fcber. Auch wenn sein Weg zur Weimarer Demokratie ein sehr eigener war, hat er sie schlie\u00dflich auf seine Weise akzeptiert. Die deutsche Republik war f\u00fcr ihn zum alternativlosen lebensfreundlichen Modell geworden, das einen Weg in eine bessere Zukunft versprach. Hieran aktiv Anteil zu nehmen, war Thomas Mann als B\u00fcrger und K\u00fcnstler zur gew\u00fcnschten Selbstverst\u00e4ndlichkeit und zunehmenden Notwendigkeit geworden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. \u00a0 Die Ermordung des deutschen Au\u00dfenministers Walter Rathenau im Juni 1922 hatte Thomas Mann nachhaltig schockiert. \u201eWelche Finsternis in den K\u00f6pfen dieser Barbaren! Oder dieser idealistisch Verirrten\u201c, schrieb er zwei Wochen nach dieser Tat an den befreundeten Literaturwissenschaftler Ernst Bertram. Der politische Mordanschlag auf den Reichsau\u00dfenminister war von Mitgliedern der rechtsextremen Organisation Consul ver\u00fcbt&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":4125,"menu_order":201,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-116817","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Thomas Mann - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Thomas Mann - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"I. \u00a0 Die Ermordung des deutschen Au\u00dfenministers Walter Rathenau im Juni 1922 hatte Thomas Mann nachhaltig schockiert. \u201eWelche Finsternis in den K\u00f6pfen dieser Barbaren! Oder dieser idealistisch Verirrten\u201c, schrieb er zwei Wochen nach dieser Tat an den befreundeten Literaturwissenschaftler Ernst Bertram. Der politische Mordanschlag auf den Reichsau\u00dfenminister war von Mitgliedern der rechtsextremen Organisation Consul ver\u00fcbt&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-12-16T14:53:29+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/alexanderplatz.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"2183\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1360\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"25 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\\\/\",\"name\":\"Thomas Mann - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/alexanderplatz.jpg\",\"datePublished\":\"2025-12-16T14:53:26+00:00\",\"dateModified\":\"2025-12-16T14:53:29+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/alexanderplatz.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/alexanderplatz.jpg\",\"width\":2183,\"height\":1360},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Thomas Mann\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Thomas Mann - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Thomas Mann - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"I. \u00a0 Die Ermordung des deutschen Au\u00dfenministers Walter Rathenau im Juni 1922 hatte Thomas Mann nachhaltig schockiert. \u201eWelche Finsternis in den K\u00f6pfen dieser Barbaren! Oder dieser idealistisch Verirrten\u201c, schrieb er zwei Wochen nach dieser Tat an den befreundeten Literaturwissenschaftler Ernst Bertram. Der politische Mordanschlag auf den Reichsau\u00dfenminister war von Mitgliedern der rechtsextremen Organisation Consul ver\u00fcbt&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2025-12-16T14:53:29+00:00","og_image":[{"width":2183,"height":1360,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/alexanderplatz.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"25 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\/","name":"Thomas Mann - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/alexanderplatz.jpg","datePublished":"2025-12-16T14:53:26+00:00","dateModified":"2025-12-16T14:53:29+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/alexanderplatz.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/alexanderplatz.jpg","width":2183,"height":1360},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/thomas-mann-vom-unpolitischen-zum-fuersprecher-und-verteidiger-der-deutschen-republik\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Thomas Mann"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/116817","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/116817\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":116818,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/116817\/revisions\/116818"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4125"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=116817"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}