{"id":116821,"date":"2025-12-16T16:00:26","date_gmt":"2025-12-16T15:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=116821"},"modified":"2025-12-16T16:00:29","modified_gmt":"2025-12-16T15:00:29","slug":"landschaft-gegen-metropole-der-streit-um-alfred-doeblins-roman-berlin-alexanderplatz","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/landschaft-gegen-metropole-der-streit-um-alfred-doeblins-roman-berlin-alexanderplatz\/","title":{"rendered":"Landschaft gegen Metropole"},"content":{"rendered":"<p>Die Zeit der Weimarer Republik brachte eine Literatur von gro\u00dfer Buntheit, K\u00fchnheit, thematischer Vielfalt und formaler Differenziertheit hervor. Charakteristisch f\u00fcr sie ist aber nicht nur die F\u00fclle und Unterschiedlichkeit, sondern auch eine Reihe von stark ausgepr\u00e4gten Antagonismen, etwa in der Frage nach dem Verh\u00e4ltnis von Literatur und Politik, Nation, sozialen Verh\u00e4ltnissen, Krieg und Frieden, ebenso in der Frage nach dem zeitgen\u00f6ssischen Literaturbegriff, die sich um die Unterscheidung von emphatischer Dichtung und gebrauchsorientierter Schriftstellerei drehte und in der 1926 einberufenen Berliner \u201eDichterakademie\u201c \u00fcber Jahre hinweg verhandelt wurde. Zu diesen Antagonismen geh\u00f6rt auch der von Provinz oder Landschaft und Metropole, ein Gegensatz, der in einigen profilierten K\u00f6pfen der damaligen literarischen Szene beredte Repr\u00e4sentanten fand.<\/p>\n<p>Die Weimarer Republik lag gleichsam noch in den Geburtswehen, als ein kultureller Richtungsstreit ausgerufen wurde, der das kulturelle Klima der n\u00e4chsten Dekade mit bestimmte. Am 10. Januar 1919 erschien im \u201eSchw\u00e4bischen Merkur\u201c, einer angesehenen Stuttgarter Tageszeitung, ein Artikel von Ludwig Finckh, einem in Gaienhofen am Bodensee lebenden und damals angesehenen Verfasser heimatverbundener Romane. Unter der \u00dcberschrift <em>Der Geist von Berlin<\/em> skizzierte Finckh die (post)revolution\u00e4ren Berliner Machtk\u00e4mpfe zwischen radikalsozialistischen Aufst\u00e4ndischen und der sozialdemokratisch gef\u00fchrten Regierung, die in diesen Tagen ihren H\u00f6hepunkt erreichten, und verlangte eine Abwendung des \u201eReichs\u201c von Berlin, das als Hauptstadt der Revolution nicht mehr das Recht habe, die \u201eReichshauptstadt\u201c darzustellen und Deutschland zu repr\u00e4sentieren. Der letzte Satz des Artikels lautet: \u201eDem Geist von Berlin mu\u00df ein anderer entgegengestellt werden, <em>der Geist von Deutschland!<\/em>\u201c Was damit gemeint war, blieb unbestimmt, aber man konnte aus dem Artikel herauslesen, dass es der Geist der \u201aProvinz\u2018 war, der Geist der deutschen Landschaften mit ihren alten kleinen St\u00e4dten. Damit begann die Mobilisierung der \u201aProvinz\u2018 oder \u201aLandschaft\u2018 gegen die gro\u00dfst\u00e4dtische Metropole, ein Vorgang, der gerade auch auf dem literarischen Feld zu vielerlei Zerw\u00fcrfnissen und zunehmend sich verh\u00e4rtenden Frontbildungen f\u00fchrte. \u00c4hnliches war auch in \u00d6sterreich zu beobachten, wo sich die agrarisch dominierten L\u00e4nder der stark geschrumpften Republik gegen die \u201ewasserk\u00f6pfige\u201c Hauptstadt des einstigen Gro\u00dfreichs stellten. Hier wie dort w\u00e4re der Gegensatz zwischen Metropole und Provinz nicht so rasch und so deutlich aufgetreten, wenn er nicht auch die Fortf\u00fchrung und Versch\u00e4rfung einer \u00e4lteren Stadt-Land-Debatte gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die soziologische Kontroverse um die Gro\u00dfstadt<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zwischen 1871 und 1910 stieg die Zahl der deutschen Gro\u00dfst\u00e4dte (mit mehr als 100.000 Einwohnern) von acht auf achtundvierzig. Dieser Vorgang, der auf die Industrialisierung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, wurde von einem anhaltenden Diskurs \u00fcber die soziale und kulturelle Bedeutung der Gro\u00dfst\u00e4dte begleitet. Er artikulierte sich in soziologischen, volkskundlichen und gesellschaftspolitischen Schriften aller Art, ebenso in allen Gattungen der sch\u00f6nen Literatur, und gestaltete sich vorwiegend gro\u00dfstadtkritisch. Grundlegend und langfristig wirkungsvoll waren die zwischen 1848 und 1894 erschienenen Schriften des Kulturwissenschaftlers, Publizisten und Sozialpolitikers Heinrich Wilhelm (von) Riehl. F\u00fcr ihn waren die \u201emonstr\u00f6sen\u201c Gro\u00dfst\u00e4dte Quellen und Symbole der modernen sozialen \u00dcbel: der ungesunden sozialen Dynamik und des unorganischen Lebens, der nivellierenden und uniformierenden Vermassung, des Verlusts von deutscher Originalit\u00e4t und Individualit\u00e4t, der Herabw\u00fcrdigung der Kunst zur \u201eMagd der Luxusindustrie\u201c, der negativen biologischen Auslese und progressiven Dekadenz. Die weitere Gro\u00dfstadtkritik \u2013 \u00fcber Heinrich Sohnrey, Julius Langbehn und Friedrich Lienhard bis Oswald Spengler \u2013 basierte auf Riehls Kritik, variierte und akzentuierte sie. Ihre Tr\u00e4gerschaft beschr\u00e4nkte sich keineswegs auf gro\u00dfstadtfeindliche Ideologen und gro\u00dfstadtferne Bev\u00f6lkerungsgruppen; auch im st\u00e4dtischen B\u00fcrgertum waren Aversionen gegen die Gro\u00dfstadt zu beobachten, ebenso in der st\u00e4dtisch-b\u00fcrgerlichen Jugendbewegung. Die Motive lagen zum einen in den massiven sozialen Verunsicherungen und Problemen, die sich aus dem Prozess der Industrialisierung und Urbanisierung ergaben, zum andern aber auch im Fortwirken romantisch-biedermeierlicher Vorstellungen von einem behaglichen Leben in einem \u00fcberschaubaren kleinst\u00e4dtisch-l\u00e4ndlichen Raum.<\/p>\n<p>Es gab freilich auch Gegenstimmen. Die bedeutendste moderne- und emanzipationsgeschichtliche W\u00fcrdigung der Gro\u00dfstadt hat der Berliner Philosoph Georg Simmel 1903 mit seinem Essay <em>Die Gro\u00dfstadt und das Geistesleben<\/em> vorgelegt. F\u00fcr Simmel bildete die Gro\u00dfstadt den Rahmen der vorl\u00e4ufig letzten Stufe der Befreiung des Individuums von den historischen Bindungen der Religion, der Moral und der politischen Einstellungen, die im kleinst\u00e4dtischen Bereich einer dauernden sozialen Kontrolle unterlagen.\u00a0 Zwar konstatiert Simmel, dass die Freiheit in der Gro\u00dfstadt auch zu Anonymit\u00e4t und Reserviertheit zwischen den Individuen f\u00fchre, doch er formuliert dies nicht als Klage, sondern als n\u00fcchterne und zugleich affirmative Beschreibung von Gegebenheiten, die unwiderrufbar sind und zudem ihre Vorteile haben; ja, gelegentlich wird der Ton fast r\u00fchmend, etwa wenn von dem \u201evielgliedrigen Organismus\u201c die Rede ist, zu dem sich die unz\u00e4hligen Beziehungen und Bet\u00e4tigungen der Gro\u00dfst\u00e4dter aufgrund ihrer \u201eP\u00fcnktlichkeit, Berechenbarkeit und Exaktheit\u201c zusammenschlie\u00dfen. Aber es sollte nicht \u00fcbersehen werden, dass dieser affirmativen Charakterisierung des gro\u00dfst\u00e4dtischen Lebens fast alle Momente eingeschrieben sind, die von den Kritikern der Gro\u00dfstadt gegen diese vorgebracht wurden: \u201eGeldwirtschaft\u201c, \u201eIntellektualit\u00e4t\u201c, \u201eAnonymit\u00e4t\u201c, \u201eReserviertheit\u201c, Verlust \u201egef\u00fchlsm\u00e4\u00dfiger Beziehungen\u201c, \u201er\u00fccksichtslose H\u00e4rte\u201c, \u201eBerechenbarkeit\u201c, \u201eAusschluss jener irrationalen, instinktiven und souver\u00e4nen Wesensz\u00fcge und Impulse\u201c, die Menschen zu unverwechselbaren Pers\u00f6nlichkeiten werden lassen.<\/p>\n<p>Simmels Gro\u00dfstadt-Essay fand in einem publizistischen Werk ein breit aufgef\u00e4chertes und materialreiches journalistisches Pendant. Von 1904 bis 1908 erschienen die <em>Gro\u00dfstadt-Dokumente<\/em> des Journalisten Hans Ostwald und seiner Mitarbeiter: einundf\u00fcnfzig B\u00e4nde mit rund 5.000 Seiten, die sich vorzugsweise mit Berlin, aber auch mit anderen Gro\u00dfst\u00e4dten befassten. 1924 legte Ostwald noch eine volumin\u00f6se <em>Kultur- und Sittengeschichte Berlins<\/em> vor, die aber ausschlie\u00dflich vom fr\u00fcheren Berlin handelt und nur einleitend einmal die gegenw\u00e4rtige \u201eLichtstadt\u201c r\u00fchmt, die, so hoffte Ostwald, auch \u201eFreunde drau\u00dfen im Reich\u201c gewinnen und als \u201eLichtbringerin geliebt werden\u201c m\u00f6ge. Die neuere Entwicklung reflektierte dann der renommierte Kulturhistoriker und Publizist Max Osborn in einem repr\u00e4sentativ aufgemachten Text-Bild-Band, der vom Verein Berliner Kaufleute und Industrieller in Auftrag gegeben worden war und 1929 unter dem Titel <em>Berlin 1870-1929. Der Aufstieg zur Weltstadt<\/em> erschien und einen einzigen Erfolgsbericht darstellt. Der Text handelt von Firmengr\u00fcndungen und -erweiterungen, technischen Innovationen und organisatorischen Leistungen. Die Bilder zeigen erfolgreiche Unternehmer und moderne Fabrikanlagen. Bilder von Werkst\u00e4tten, in denen harte k\u00f6rperliche Arbeit zu leisten war, oder von dunklen und \u00fcberf\u00fcllten Arbeiterwohnungen, finden sich in diesem Band nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Literarische Positionen<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weder Simmels emanzipationsgeschichtliche W\u00fcrdigung der Gro\u00dfstadt noch die zeitgen\u00f6ssischen publizistischen R\u00fchmungen der Metropole Berlin verfingen bei den Gegnern. Sie hielten sich weiterhin an die Devise \u201eLos von Berlin\u201c, die der Wortf\u00fchrer der Heimatkunstbewegung, Friedrich Lienhard, bereits 1900 in seiner \u201eKampfschrift\u201c <em>Die Vorherrschaft Berlins<\/em> ausgegeben hatte. Diese Devise wurde in den zwanziger Jahren erneuert und versch\u00e4rft; am Ende von Adolf Bartels\u2019 \u201eWegweiser\u201c <em>Der v\u00f6lkische Gedanke<\/em> lautete sie 1923 \u201eLos von dem verjudeten Berlin!\u201c. Zeitromane wie Hans Heycks <em>Au\u00dfenseiter<\/em> (1928) und <em>Strudel<\/em> (1930) f\u00fchrten vor Augen, dass ein besonnenes k\u00fcnstlerisches Leben nur auf dem Land m\u00f6glich sei. Und unter dem Eindruck der schleswig-holsteinischen \u201aLandvolkbewegung\u2018 von 1929, die auch ein Protest einer agrarischen Provinz gegen die Berliner Wirtschafts- und Finanzpolitik war, schrieb Wilhelm Stapel, der Herausgeber der Zeitschrift <em>Deutsches Volkstum<\/em>, am Ende eines Artikels, der im Januar 1930 unter dem Titel <em>Der Geistige und sein Volk. Eine Parole<\/em> erschien: \u201eDer Geist des deutschen Volkes erhebt sich gegen den Geist von Berlin. Die Forderung des Tages lautet: <em>Aufstand der Landschaft gegen Berlin<\/em>.\u201c Ein Jahr sp\u00e4ter vertrat Stapel mit einem Vortrag unter dem Titel <em>Die Situation der deutschen Dichtung der Gegenwart<\/em> die These, vollg\u00fcltige und zukunftweisende, \u201eechte\u201c und \u201evitale\u201c Literatur k\u00f6nne nur in der \u201eLandschaft\u201c entstehen. Dort, in der Provinz, werde jene \u201eerlesene\u201c Literatur geschrieben, welche die \u201eechten und gro\u00dfen Werte\u201c vermittle, w\u00e4hrend die Gro\u00dfstadt nur den deprimierenden Naturalismus und die nachfolgenden Formen jener \u201edefaitistischen\u201c Literatur hervorgebracht habe, die aufgrund ihrer entmutigenden Wirkung eine Gefahr f\u00fcr den Bestand eines Volkes darstelle.<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfstadt- und speziell Berlinfeindlichkeit der von Stapel repr\u00e4sentierten \u201av\u00f6lkischen\u2018 Autoren darf indessen nicht allen konservativen oder \u201arechten\u2018 oder nationalistischen Autoren unterstellt werden. Die \u201aLager\u2018 waren nicht monolithisch. F\u00fcr manche Autoren des \u201aNeuen Nationalismus\u2018 oder jener Denkhaltung, die man mit dem Namen der \u201aKonservativen Revolution\u2018 bedacht hat, war die Gro\u00dfstadt nicht ein Ort, den es zu meiden, sondern zu gewinnen galt. Der Wortf\u00fchrer des \u201aNeuen Nationalismus\u2018, Ernst J\u00fcnger, hatte bereits 1926 eine ganz andere Position vertreten, und dies ausgerechnet in Stapels \u201aDeutschem Volkstum\u2018. Unter der \u00dcberschrift <em>Gro\u00dfstadt und Land<\/em> skizzierte J\u00fcnger die Entwicklung der modernen Stadtfeindlichkeit, die sich nun als Gegensatz von \u201eGro\u00dfstadt und Land\u201c zeigte, um sie als gegenwarts- und zukunftsfeindlichen Glauben an einen untergehenden Bestand abzutun. Anstatt vom Land zu tr\u00e4umen, gelte es, im Interesse eines nationalen Aufschwungs in \u201ediese Zeit, die ihre verborgenen Sch\u00f6nheiten besitzt\u201c und \u201ein die Kr\u00e4fte der Gro\u00dfstadt\u201c einzudringen, \u201ein die Kr\u00e4fte unserer Zeit, die Maschine, die Masse, den Arbeiter\u201c. Ein Ansatz zur dichterischen Realisierung eines entsprechenden Stadtbildes findet sich in J\u00fcngers <em>Abenteuerlichem Herzen<\/em> von 1929, speziell in einer gegen Ende stehen Passage \u00fcber einen n\u00e4chtlichen Spaziergang durch ein \u00f6stliches, industriell gepr\u00e4gtes Viertel Berlins: Ein Kellerfenster, aus dem ein \u201ewarmer, \u00f6liger Dunst\u201c str\u00f6mt, gew\u00e4hrt Einblick in einen Maschinenraum, in dem \u201eohne jede menschliche Wartung ein ungeheures Schwungrad um die Achse\u201c pfeift und \u201edas Ohr durch den prachtvollen Gang einer sicheren, gesteuerten Energie fasziniert\u201c. Hier sieht der Beobachter die Wegbereiterin der Zukunft am Werk; hier begr\u00fc\u00dft er die \u201eZerst\u00f6rerin der Idylle, der Landschaften alten Stils, der Gem\u00fctlichkeit und der historischen Biedermeierei\u201c.<\/p>\n<p>So wenig, wie man auf Seiten konservativer und nationalistischer Autoren nur Gro\u00dfstadtfeindlichkeit vermuten sollte, so wenig darf man auf Seiten anderer Autoren nur reine Gro\u00dfstadtbegeisterung erwarten. Brechts Gro\u00dfstadtgedichte, die teils in die <em>Hauspostille<\/em> (1927), teils in das <em>Lesebuch f\u00fcr St\u00e4dtebewohner<\/em> (1930) eingingen, zeigen, dass die Gro\u00dfstadt selbstverst\u00e4ndlich auch von Autoren, welche die Gro\u00dfstadt als Lebensraum bejahten und links standen, kritisch gesehen, als unwirtlich und feindselig empfunden wurde. Dasselbe ergibt sich aus der 1931 erschienenen Gedichtsammlung <em>Um uns die Stadt. Eine Anthologie neuer Gro\u00dfstadtdichtung<\/em>; ihr \u201evorherrschende[s] Thema\u201c ist, wie gleich im Vorwort gesagt wird, \u201esoziale Not\u201c, und Gedichte mit kritischer Tendenz und negativem Klang \u00fcberwiegen. Vollends verrucht und absto\u00dfend erscheint die Metropole in den Bildern von George Grosz, Otto Dix und Max Beckmann. Aber im Unterschied zu den \u201aV\u00f6lkischen\u2018 gibt es hier keine Flucht in die Provinz und keine Verherrlichung der Landschaft, sondern nur den Versuch, sich der Gro\u00dfstadt zu stellen und ihr k\u00fcnstlerisch gerecht zu werden. Brecht hatte sich dies zur Aufgabe gemacht und am 4. September 1921 in seinem Tagebuch festgehalten:<\/p>\n<p>\u201eAls ich mir \u00fcberlegte, was Kipling f\u00fcr die Nation machte, die die Welt \u2039zivilisiert\u203a, kam ich zu der epochalen Entdeckung, da\u00df eigentlich noch kein Mensch die gro\u00dfe Stadt als Dschungel beschrieben hat. Wo sind ihre Helden, ihre Kolonisatoren, ihre Opfer? Die Feindseligkeit der gro\u00dfen Stadt, ihre b\u00f6sartige, steinerne Konsistenz, ihre babylonische Sprachverwirrung, kurz: ihre Poesie ist noch nicht geschaffen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der Streit in der \u201aDichterakademie\u2018<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Deutschland wurde, um die Literatur als nationale Angelegenheit zu w\u00fcrdigen und zu st\u00e4rken, 1925\/26 eine \u201aDichterakademie\u2018 ins Leben gerufen. Sie war Teil der 1696 gegr\u00fcndeten \u201aPreu\u00dfischen Akademie der K\u00fcnste zu Berlin\u2018 und firmierte offiziell als deren \u201aSektion f\u00fcr Dichtkunst\u2018. Federf\u00fchrend bei der Gr\u00fcndung waren der Preu\u00dfische Kultusminister und der Pr\u00e4sident der Akademie. Mit der ungew\u00f6hnlichen Bezeichnung \u201aSektion f\u00fcr <em>Dichtkunst<\/em>\u2018, \u00fcber die lange verhandelt worden war, sollte der Charakter der neuen Sektion verdeutlicht und die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Akademie f\u00fcr K\u00fcnste legitimiert werden: \u201aDichtung\u2018 sollte in der Akademie repr\u00e4sentiert und verhandelt werden, nicht \u201aLiteratur\u2018; \u201aKunst\u2018 war gefordert, nicht \u201aLiteratentum\u2018 oder \u201aSchriftstellerei\u2018. Diese Festlegung auf \u201aDichtkunst\u2018 f\u00fchrte aber alsbald zu einem Richtungsstreit, der die \u201aDichterakademie\u2018 nicht nur schwer belastete, sondern am Ende spaltete, und der insgesamt Ausdruck der tiefen kulturellen Spaltung Deutschlands in zwei gro\u00dfe Richtungen oder Lager ist. Drei Komplexe, die mit den Gegensatzpaaren \u201aDichtung oder Literatur\u2018, \u201aLandschaft oder Gro\u00dfstadt\u2018 und \u201aDeutschtum\u2018 oder \u201aJudentum\u2018 benannt werden k\u00f6nnen, \u00fcberlagern sich in diesem jahrelang sich hinziehenden Streit, der von Inge Jens (1971 bzw. 1994) und Werner Mittenzwei (1992) genau rekonstruiert und dargestellt wurde.<\/p>\n<p>In einer ersten Phase drehte sich die Debatte um die Frage, ob die \u201aSektion f\u00fcr Dichtkunst\u2018 wirklich eine Sektion f\u00fcr Dichtung und Dichter sein und bleiben oder nicht doch eine Sektion f\u00fcr Literatur und Schriftsteller werden solle. Das ging auf eine alte, seit der Aufkl\u00e4rungszeit immer wieder gef\u00fchrte Debatte zur\u00fcck, die Thomas Mann im Juli 1924 in einem Artikel <em>Zum sechzigsten Geburtstag Ricarda Huchs<\/em> als \u00fcberholt erkl\u00e4rte, damit aber gerade das Gegenteil bewirkte. Mann wandte sich in diesem Artikel \u2013 gewisserma\u00dfen im Namen der \u201aRomanschriftsteller\u2018 \u2013 gegen \u201edie heillose Abgeschmacktheit der Antithese von Dichtertum und Schriftstellertum\u201c sowie \u201edas tote Gew\u00e4sch vom deutschen Dichter und vom unv\u00f6lkischen Schriftsteller\u201c. Das wollten freilich nicht alle Schriftsteller- oder Dichterkollegen akzeptieren, und der mit Thomas Mann befreundete Josef Ponten publizierte im Herbst 1924 in der \u201aDeutschen Rundschau\u2018 einen <em>Offenen Brief an Thomas Mann<\/em>, in dem er den \u2013 pr\u00e4tendierten \u2013 Unterschied zwischen dem \u201eSchriftstellerischen\u201c und dem \u201eDichterischen\u201c durch eine lange Reihe von Antinomien profilierte. Diese werden in einundzwanzig kleinen Abschnitten stichwortartig benannt und zum Teil knapp erl\u00e4utert. Schriftstellerisch hie\u00df f\u00fcr Ponten: Form, Klarheit, Freiheit, Individualit\u00e4t, Geschmack, Belesenheit, Belehrung; Dichtung hingegen: Inhalt, Substanz, Dunkles und Verborgenes, Zwang, Not und Qual, Wunder und Offenbarung.<\/p>\n<p>Mit diesen Vorstellungen, die er auch andernorts vertrat, wurde Ponten, der 1926 in die Akademie gew\u00e4hlt wurde, mehr oder minder willig zum \u201eStichwortgeber\u201c (Mittenzwei) f\u00fcr eine als \u201anationalkonservativ\u2018 zu bezeichnende Gruppe von Autoren, die in die Akademie dr\u00e4ngten und in Erwin Guido Kolbenheyer, der Mitglied der Akademie war und dank seiner gro\u00dfen <em>Paracelsus<\/em>-Trilogie (1917\u201326) in hohem Ansehen stand, ihren Protektor und Wortf\u00fchrer fanden. Bei der Vorbereitung einer weiteren Zuwahl neuer Mitglieder trat Kolbenheyer, unterst\u00fctzt von Ponten, daf\u00fcr ein, die \u201espezifisch deutsch\u201c empfundene Kunst, die angeblich in der \u201eLandschaft\u201c ihren Ursprung und Sitz hatte, in der Akademie zu st\u00e4rken und schlug unter anderem Hans Grimm und Hans Friedrich Blunck f\u00fcr die Aufnahme vor. Er scheiterte damit, und statt dessen wurde im Herbst 1928 auf Vorschlag Georg Kaisers neben anderen Alfred D\u00f6blin in die Akademie gew\u00e4hlt, der in der weiter sich hinziehenden und sich versch\u00e4rfenden Debatte zum Hauptkontrahenten Kolbenheyers und der anderen Herren \u201edes total platten Landes\u201c wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Alfred D\u00f6blins Berlin-Begeisterung<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dass D\u00f6blin diese Rolle \u2013 oder Aufgabe \u2013 annahm, lag sozusagen in der Natur der Sache. D\u00f6blin, 1878 in Stettin geboren und 1888 nach Berlin \u00fcbergesiedelt, war ein emphatischer Berliner und r\u00fchmte die Metropole immer wieder als Ort freiheitlichen Lebens und Quelle k\u00fcnstlerischer Inspirationen. Als die \u201aVossische Zeitung\u2018 im April 1922 K\u00fcnstlern die Frage stellte, ob Berlin das k\u00fcnstlerische Schaffen wirklich beeintr\u00e4chtige oder hemme, antwortete D\u00f6blin mit einer langen und geradezu bewegenden Lobrede auf die inspirierende Kraft der facettenreichen und aufgew\u00fchlten Metropole mit ihrem bunten \u201eVolksgemisch\u201c, ihrem modernen Verkehr, ihren Zeitungen und ihren politischen Demonstrationen:<\/p>\n<p>\u201eIch schwindle nicht: diese Erregung der Stra\u00dfen, L\u00e4den, Wagen ist die Hitze, die ich in mich schlagen lassen mu\u00df, wenn ich arbeite, das hei\u00dft: eigentlich immer. Das ist das Benzin, mit dem mein Motor l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Und nun Berlin. Das Chaos von St\u00e4dten. Im Begriff, ein London von Internationalit\u00e4t zu werden; Volksgemisch erst, jetzt ein V\u00f6lkergemisch. Vierunddrei\u00dfig Jahre laufe ich hier herum, immer neugierig, beobachtend, wie sich das bewegt und wie es sich ruckartig entwickelte. Das zuckte durch alle, man konnte nicht still dabei bleiben, man mu\u00dfte daran teilnehmen. [\u2026] Berlin ist wundervoll. Die Pferdebahnen gingen ein, \u00fcber die Stra\u00dfen wurden elektrische Dr\u00e4hte gezogen, die Stadt lag unter einem schwingenden, geladenen Netz. Dann bohrte man sich in die Erde ein; am Spittelmarkt versoff eine Grube; unter die Spree ging man durch bei Treptow, der Alexanderplatz ver\u00e4nderte sich, der Wittenbergplatz wurde anders: das wuchs, wuchs! [&#8230;] Und das rebelliert, konspiriert, br\u00fctet rechts, br\u00fctet links, demonstriert, Mieter, Hausbesitzer, Juden, Antisemiten, Arme, Proletarier, Klassenk\u00e4mpfer, Schieber, abgerissene Intellektuelle, kleine M\u00e4dchen, Demimonde, Oberlehrer, Elternbeir\u00e4te, Gewerkschaften, zweitausend Organisationen, zehntausend Zeitungen, zwanzigtausend Berichte, f\u00fcnf Wahrheiten. Es gl\u00e4nzt und spritzt. Ich m\u00fc\u00dfte ein L\u00fcgner sein, wenn ich verhehlte: \u00f6fter m\u00f6chte ich auskneifen, das Geld fehlt; aber ebenso oft w\u00fcrde ich zur\u00fcckkehren, Simson, der nach seinen Haaren verlangt.\u201c<\/p>\n<p>In der Akademie konnte D\u00f6blin sich gegen die von Kolbenheyer und Ponten ausgehenden Bestrebungen durchsetzen; die St\u00e4rkung der \u201eLandschaft\u201c wurde verhindert, und zugleich wurde die Diskussion dar\u00fcber er\u00f6ffnet, ob die \u201aSektion f\u00fcr Dichtkunst\u2018 nicht doch in \u201eSektion f\u00fcr Literatur\u201c umbenannt und etwa durch Essayisten erweitert werden sollte. Dies und organisatorische Streitigkeiten f\u00fchrten dazu, dass Kolbenheyer und einige andere Anfang 1931 aus der Akademie austraten und versuchten, einen \u201anationalkonservativen\u2018 Dichterkreis zu etablieren. Die Kontroverse wurde aber in der Publizistik intensiv weitergef\u00fchrt und verschr\u00e4nkte sich mit der Debatte \u00fcber Alfred D\u00f6blins sensationellen Gro\u00dfstadtroman <em>Berlin Alexanderplatz<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der Streit um &#8222;Berlin Alexanderplatz&#8220;<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bevor<em> Berlin Alexanderplatz<\/em> 1929 als Buch ausgeliefert wurde, gab es \u2013 vom 8. September bis zum 11. Oktober 1929 \u2013 einen stark gek\u00fcrzten Vorabdruck in der b\u00fcrgerlichen \u201aFrankfurter Zeitung\u2018. Die Leserschaft reagierte intensiv und gespalten. Viele Leser begr\u00fc\u00dften den Vorabdruck dieses Romans, der einen neuen Blick in ein bisher nicht dargestelltes Milieu er\u00f6ffnete; andere aber verwahrten sich dagegen, \u201edurch diesen Dreck zu waten\u201c und \u201ein die niedrigsten Niederungen der menschlichen Gesellschaft zu steigen\u201c. Der Herausgeber der Zeitschrift \u201aDeutsches Volkstum\u2018, Wilhelm Stapel, wertete diesen Vorgang in dem schon erw\u00e4hnten Artikel Der Geistige und sein Volk als Symptom einer neuen Situation:<\/p>\n<p>\u201eEin neuer Gro\u00dfangriff auf die deutsche Landschaft beginnt eben jetzt: der \u2039Berliner Roman\u203a. Zwar hat die Frankfurter Zeitung mit D\u00f6blins \u2039Alexanderplatz\u203a eine blutige Niederlage erlitten, aber mit Aufdringlichkeit und \u2039geistiger \u00dcberlegenheit\u203a wird man schlie\u00dflich zum Ziel gelangen. Die republikanisierenden Geistigen\u00a0 arbeiten nach dem Schema Frankreich. Berlin will und mu\u00df f\u00fcr Deutschland werden, was Paris f\u00fcr Frankreich ist. Darum ist die Glorifizierung und Mystisierung [!] der Berliner Atmosph\u00e4re vom Alexanderplatz bis zum Kurf\u00fcrstendamm [&#8230;] ein Unternehmen von kulturgeschichtlicher Bedeutung. \u2039Kulturwende\u203a: Deutschland wird Berlin h\u00f6rig. Das Deutschtum wird zum Berlinertum. Wir gehen einer kessen Zukunft entgegen.\u201c<\/p>\n<p>Mit dem Erscheinen von <em>Berlin Alexanderplatz<\/em> stellte sich nicht nur f\u00fcr Stapel, sondern f\u00fcr die deutsche Literaturkritik \u00fcberhaupt die Frage, ob der Gro\u00dfstadt- und speziell auch der Berlinroman eine eigene und \u00e4sthetisch \u00fcberzeugende Form gefunden habe. Bislang schien dies noch nicht der Fall\u00a0 zu sein. 1924 hatte der Literaturhistoriker Philipp Witkop in seiner Abhandlung <em>Deutsche Dichtung der Gegenwart<\/em> die These vertreten, der deutsche Gro\u00dfstadtroman habe seit seinen Anf\u00e4ngen mit Max Kretzers Berlin-Romanen und Michael Georg Conrads M\u00fcnchener Romanen keine neuere und angemessenere Form gefunden. Erst das Erscheinen von <em>Berlin Alexanderplatz<\/em> ver\u00e4nderte das Bild. Ein guter Teil der Kritiker sah in ihm eine gelungene oder zumindest bedenkenswerte neue Realisation des Gro\u00dfstadt- und Berlinromans. Julius Bab schrieb im Mai 1929 in der Zeitschrift <em>Der Morgen<\/em>:<\/p>\n<p>\u201e[Berlin] wird dargestellt, nicht beschrieben! Es spricht uns an, es ergreift uns, rei\u00dft uns mit, so wie es auf hundertf\u00e4ltige Weise in die Nerven der Passanten, in den Kopf des Aufmerkenden, in die Seele des Mitlebenden eindringt: da schreit die Stra\u00dfe mit Ausrufern, Stra\u00dfenbahnklingeln, Gespr\u00e4chsfetzen, mit Bruchst\u00fccken der Litfa\u00dfs\u00e4ule und mit Lichtreklamen auf uns ein. [\u2026] Da ist die ingrimmige, ironische Sachlichkeit, die \u2013 oft genug verkannt \u2013 bei diesem Menschenschlag aus einer scheu geh\u00fcteten Ehrfurcht vor der Wirklichkeit des Lebens kommt.\u201c<\/p>\n<p>In der <em>Literarischen Welt<\/em> r\u00fchmte Axel Eggebrecht die neuartige Sachgerechtigkeit der Darstellung:<\/p>\n<p>\u201eIm einzelnen bedient sich D\u00f6blin h\u00e4ufig der Assoziation. [\u2026] Nie ward sie souver\u00e4ner behandelt, nie verfiel ihr einer weniger. [\u2026] Das Leben eines Stadtbewohners gliedert sich ja vorz\u00fcglich nach Assoziationen. Das wirbelnde Bild einer Riesenstadt ist wahrscheinlich \u00fcberhaupt nur auf diese Art f\u00fcr den Einzelnen dauernd ertr\u00e4glich und aufnehmbar. [\u2026] An manchen Stellen bilden sich so grandiose Kompositionen, zu deren Entstehen einige Jahrzehnte unterschiedlicher literarischer Schulen mitgewirkt haben [&#8230;]. Der Beflissene mag Meister Oelze [naturalistisches Drama von Johannes Schlaf], mag Dada, Expressionismus, Reportage und Sachlichkeit feststellen. D\u00f6blin benutzt jeglichen Stil [\u2026]. Zeitungsfetzen, Briefe, Reden, Tr\u00e4ume, Bibelzitate wirken mit im gro\u00dfen Simultan-Epos der Weltstadt.\u201c<\/p>\n<p>D\u00f6blins Berlin ist aber nicht nur das reale Berlin; es steht in einer Reihe mit den historischen Metropolen Rom, Karthago, Ninive und nicht zuletzt auch Babylon. Auf Babylon und seine gewaltt\u00e4tigen Bewohner, die Kald\u00e4er, wird am Ende des zweiten Kapitels des ersten Buchs verwiesen, und im vierten Kapitel des sechsten Buchs wird die \u201eHure Babylon\u201c durch ein einmontiertes (und abgewandeltes) Zitat aus der <em>Geheimen Offenbarung<\/em> (17,1-6) zum Sinnbild des b\u00f6sen Treibens um und mit dem Helden Franz Biberkopf erhoben. Allerdings wird die Stadt von D\u00f6blin nicht darauf festgelegt, die verf\u00fchrerische Mitspielerin und zugleich m\u00f6rderische Gegenspielerin des Helden zu sein. Was sie ihm ist, h\u00e4ngt wesentlich von ihm ab, und nach seiner Neugeburt als Franz Karl Biberkopf erscheint sie ihm als ein eher vertraulicher Lebensraum.<\/p>\n<p>Der Held von <em>Berlin Alexanderplatz<\/em> wird vom Erz\u00e4hler, der ihn mit gro\u00dfer Ironie, zugleich aber mit noch gr\u00f6\u00dferer Empathie behandelt, in der Vorrede als \u201eehemaliger Zement- und Transportarbeiter\u201c vorgestellt, sp\u00e4ter auch als \u201eM\u00f6beltransport\u00f6r\u201c und \u201eMitglied eines Athletenklubs\u201c. Er ist \u201estark wie eine Kobraschlange\u201c und von einfachem Gem\u00fct und Verstand, zugleich aber mit den Pathologien der Moderne behaftet: Seine Sozialisierung ist in die Zeit des aggressiven Militarismus gefallen, und Kriegslieder bestimmen nach wie vor seinen Habitus. Der Krieg hat ihn traumatisiert zur\u00fcckgelassen und nach dem Scheitern der anschlie\u00dfenden Revolution, an der er sich beteiligt hat, f\u00fchlt er sich verraten und r\u00fcckt auch von den Kommunisten wieder ab. Weitere Jahre seiner Geschichte vor dem Einsetzen der Handlung bleiben im Dunkeln: erkennbar wird jedoch, dass er in dieser Zeit arbeitslos war und im Milieu der Ganoven und Zuh\u00e4lter lebte, bis er seine \u201ePartnerin\u201c Ida, die zu einem \u201eneu aufgetauchten Breslauer\u201c tendierte, erschlug und daf\u00fcr vier Jahre ins Gef\u00e4ngnis musste. Die Entlassung, mit der die \u201eGeschichte vom Franz Biberkopf\u201c beginnt, f\u00e4llt in den Sp\u00e4tsommer 1927, und das Geschehen erstreckt sich \u00fcber etwa anderthalb Jahre; der Roman spiegelt also die gesellschaftliche Situation vor dem Beginn der Weltwirtschaftskrise und vor der Mobilmachung der politischen Extreme, mit deren Aufkommen der Roman schlie\u00dft. Der Held, aus dem Gef\u00e4ngnis entlassen, unternimmt drei Versuche, in Berlin auf anst\u00e4ndige Weise wieder Fu\u00df zu fassen oder Berlin zu \u201eerobern\u201c, wie es seinem militaristischen Denken entsprechend hei\u00dft. Dreimal scheitert er, aber nicht nur an \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden, sondern auch an seinem impulsiven Naturell und seinem Mangel an Selbstkontrolle, an seiner Selbstgerechtigkeit und \u00dcberheblichkeit, an seiner Unf\u00e4higkeit und Unwilligkeit, die eigene Situation richtig einzusch\u00e4tzen. Seinen Schwur, \u201eanst\u00e4ndig\u201c zu bleiben, kann er nicht halten; er verf\u00e4llt, von einem Freund betrogen, dem Alkohol, wird Zuh\u00e4lter und Einbrecher, wird von seinesgleichen zum Kr\u00fcppel gemacht und seiner engelhaften Helferin Mieze beraubt, erleidet mithin drei harte Schl\u00e4ge, deren letzter ihn niederwirft und in Wahnvorstellungen versetzt, aus denen er gebrochen, aber einsichtiger als zuvor wieder auftaucht. Er wird auf brutale Weise \u201ezurechtgebogen\u201c, wie der Erz\u00e4hler im Vorwort sagt, um am Ende etwas bed\u00e4chtiger auf das st\u00e4dtische Treiben und distanziert auf die konfrontativen Aufm\u00e4rsche der Kommunisten und der Nationalsozialisten zu blicken. Wie sich Biberkopf ihnen gegen\u00fcber verhalten wird, bleibt v\u00f6llig offen; vorerst nimmt er eine abwartende Haltung ein und unterstellt sich der Devise \u201eWach sein\u201c. Grob entspricht dies dem, was D\u00f6blin 1930 unter dem Titel <em>Wissen und Ver\u00e4ndern<\/em> allgemein empfahl: dass dem weiteren politischen Handeln eine gr\u00fcndliche Besinnung vorausgehen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Die Gegner der Metropole und der Metropolenliteratur fanden sich durch <em>Berlin Alexanderplatz<\/em> selbstverst\u00e4ndlich nicht widerlegt, sondern in allen ihren Ressentiments best\u00e4tigt. Wilhelm Stapel, der Herausgeber der Monatsschrift <em>Deutsches Volkstum<\/em>, hielt in seinem schon erw\u00e4hnten <em>Parolen<\/em>-Artikel <em>Der Geistige und sein Volk<\/em> an seiner Ablehnung fest und brachte sie mit Formulierungen zum Ausdruck, die sowohl auch auf eine Lekt\u00fcre von <em>Berlin Alexanderplatz<\/em> als auch auf bewundernden Rezensionen von Bab, Eggebrecht und anderen zur\u00fcckzuf\u00fchren sind:<\/p>\n<p>\u201eAlle diese verschlissenen Ironien, alle diese neuen Sachlichkeiten, alle diese Reportage \u2013 dieser aufgeregte Cri de Berlin ist ja nichts als die <em>Unf\u00e4higkeit, die Probleme unserer Zeit geistig zu bezwingen<\/em>. Man sehe sich die Erzeugnisse dieser Geistigen an: ihre Logik ist ohne Spannweite, ihr Seelisches ist d\u00fcrftig (darum macht man aus der Not die Tugend der Sachlichkeit), ihre Gestaltungskraft ist ohnm\u00e4chtig: die Komposition f\u00e4llt br\u00f6ckelnd auseinander. Eindruck wird an Eindruck gereiht, Nervenreiz an Nervenreiz. Keine Gr\u00f6\u00dfe, keine Tiefe, keine Gewalt des Geistes. Nur Wendigkeit, Unstete, Nervenhaftigkeit: Gehirntr\u00fcmmer.\u201c<\/p>\n<p>Daran ist manches deskriptiv tendenziell zutreffend. Von einem \u201eZerbr\u00f6ckeln\u201c der strengen Komposition kann man durchaus reden; D\u00f6blin selbst hat dergleichen in seinen poetologischen Essays verlangt. Auch dass \u201eEindruck an Eindruck\u201c gereiht wird, \u201eNervenhaftigkeit\u201c dominiert und am Helden statt eines konsistenten Bewu\u00dftseins \u201eGehirntr\u00fcmmer\u201c zu beobachten sind, ist nicht falsch. Nur war Stapel nicht willens und nicht f\u00e4hig, zu erkennen und anzuerkennen, dass \u2013 zum einen \u2013 diese auf den ersten Anblick chaotisch wirkende Darstellungsweise dem turbulenten, un\u00fcberschaubaren und in seiner simultanen Vielfalt verst\u00f6renden Treiben der modernen Gro\u00dfstadt mehr entsprach als jede andere; und dass \u2013 zum zweiten \u2013 das Chaos durch eine Vielzahl von Leitmotiven und Exempelgeschichten auf zugrunde liegende Lebensmuster oder, wie D\u00f6blin sagt, \u201eElementarsituationen\u201c und Sinnerfahrungen oder Sinnangebote durchsichtig gemacht wird. Das Denken der \u201eLandschaft\u201c hat sowohl vor der soziologischen und psychologischen Komplexit\u00e4t der Gro\u00dfstadt als auch vor der \u00e4sthetischen Komplexit\u00e4t des bedeutendsten deutschen Gro\u00dfstadtromans versagt. Die Chance, durch Anerkennung der dichterischen Leistung des dezidierten Gro\u00dfstadtautors D\u00f6blin Vers\u00f6hnung zwischen \u201eLandschaft\u201c und Metropole herbeizuf\u00fchren, wurde vertan. Der Antagonismus \u201eLandschaft vs. Metropole\u201c blieb bestehen und belastete das kulturelle Klima in Deutschland weiterhin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeit der Weimarer Republik brachte eine Literatur von gro\u00dfer Buntheit, K\u00fchnheit, thematischer Vielfalt und formaler Differenziertheit hervor. 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