{"id":117933,"date":"2026-01-19T10:42:47","date_gmt":"2026-01-19T09:42:47","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=117933"},"modified":"2026-01-19T10:42:47","modified_gmt":"2026-01-19T09:42:47","slug":"franz-maget-zu-gast-bei-mittags-im-schloss","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/franz-maget-zu-gast-bei-mittags-im-schloss\/","title":{"rendered":"Franz Maget zu Gast bei &#8222;Mittags im Schloss&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Herr Maget, Sie haben im Vorgespr\u00e4ch gesagt, nach nur zwei Stunden Flugzeit von M\u00fcnchen sei man in Tunis, das gilt aber doch auch f\u00fcr einen Flug nach Athen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> Und trotzdem sind Sie, wenn Sie in Tunis aussteigen, in einer anderen Welt. Was ich als erstes gesp\u00fcrt habe, ist, dass das Mittelmeer historisch immer gemeinsamer Handelsraum, gemeinsamer Kulturraum, eben das \u201emare nostrum\u201c gewesen ist, heute aber so etwas wie eine Systemgrenze zwischen Europa und Nordafrika darstellt. Wenn man dort ankommt, sp\u00fcrt man das. Man wei\u00df es vorher nat\u00fcrlich auch schon, aber man sp\u00fcrt es, man ist kulturell in einem anderen Leben angekommen. Tunesien ist ein islamisches Land, 99 Prozent der Bev\u00f6lkerung sind Sunniten\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> \u2026 also keine Schiiten \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> \u2026 nein, keine Schiiten. Der Vorteil ist, dass es eine gro\u00dfe Homogenit\u00e4t und \u00a0keine religi\u00f6sen Konflikte gibt. Was es aber gibt, ist eine scharfe Auseinandersetzung zwischen Laizismus und religi\u00f6ser Orientierung. Tunesien ist ein franz\u00f6sisch gepr\u00e4gtes Land: bis 1956 Kolonialstaat der Franzosen, 1956 unabh\u00e4ngig geworden. Der Staatsgr\u00fcnder Habib Bourguiba hatte an der franz\u00f6sischen Orientierung in der Verwaltung, im Bildungswesen, im Staatsaufbau festgehalten. Gleichzeitig ist es aber eben auch ein islamisches Land, und in den letzten Jahren ist es das wieder st\u00e4rker zu Tage getreten. Solange Tunesien ein Einparteienstaat war unter Bourguiba und seinem Nachfolge Ben Ali, wurden die religi\u00f6sen Kr\u00e4fte im Land unterdr\u00fcckt. Religi\u00f6se Symbole iin \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden waren verp\u00f6nt, Frauen mit Kopftuch eher die Ausnahme. Es gibt Sequenzen im Fernsehen, die den Staatsgr\u00fcnder dabei zeigen, wie er w\u00e4hrend des Ramadans ein Glas Orangensaft vor laufender Kamera getrunken hat, um deutlich zu machen: Der wirtschaftliche Erfolg, die Entwicklung des Landes sind wichtiger als religi\u00f6se Gesetze. Das hat sich mit der Revolution 2010 ge\u00e4ndert. Wir erleben im Augenblick eine heftige Auseinandersetzung \u00fcber den zuk\u00fcnftigen Weg des Landes, von der niemand wei\u00df, wie sie letztendlich ausgeht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Der Ministerpr\u00e4sident ist im Sommer zur\u00fcckgetreten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> Der Staatspr\u00e4sident hat ihm das mehr oder weniger nahe gelegt. Wir haben jetzt schon die elfte Regierung seit der Revolution 2010\/2011. Das spricht nicht f\u00fcr politische Stabilit\u00e4t. Die Parteien sind Neugr\u00fcndungen und die Politiker oft nicht vertraut mit den Abl\u00e4ufen und Gepflogenheiten in parlamentarischen Demokratien<\/p>\n<p>Tunesien ist ein kleines Land. 11 Millionen Einwohner, das sind weniger als in Bayern leben. Es umfasst ungef\u00e4hr die Fl\u00e4che von Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg und Hessen, wobei den s\u00fcdlichen Teil die Sahara bildet, mit langen Grenzen zu Libyen und Algerien. Das ist auch eines der gr\u00f6\u00dferen Probleme Tunesiens. Die sicherheitspolitische Lage w\u00fcrde ich im Augenblick als sehr viel besser einsch\u00e4tzen als sie schon einmal war, aber die Grenzen sind schwer zu sichern. Im S\u00fcden die Sahara, im Osten Libyen, im Westen Algerien. Im sogenannten \u201eIslamischen Staat\u201c \u00a0k\u00e4mpfen angeblich 3.000 bis 6.000 Tunesier, und je schw\u00e4cher der IS wird und je mehr er verdr\u00e4ngt wird aus Libyen oder auch aus Syrien, umso mehr bef\u00fcrchten die Sicherheitskr\u00e4fte in Tunesien, dass diese K\u00e4mpfer wieder zur\u00fcckkommen. Entsprechend intensiv ist die Sicherheitspartnerschaft zwischen Deutschland und Tunesien ausgebaut worden. Man versucht die Grenzen besser zu sichern als in der Vergangenheit, und wir haben, Gott sei Dank, in Tunesien seit einem Jahr keinen terroristischen Anschlag mehr.<\/p>\n<p>Tunesien hat sich auf den Weg zur Demokratie gemacht, und das muss f\u00fcr uns in Europa ein ganz wichtiger Punkt sein. Die Zahl der Demokratien ist w\u00e4hrend der letzten Jahre nicht gr\u00f6\u00dfer geworden. Schauen Sie sich die Entwicklung der T\u00fcrkei an, bedenkliche Entwicklungen in Polen oder in Ungarn. Nicht \u00fcberall mehr ist unsere Vorstellung von Demokratie das Ma\u00df aller Dinge. Eine einzige Demokratie ist dazugekommen in den letzten Jahren, und das ist Tunesien: mit einem Mehrparteiensystem, mit einer Verfassung, deren Inhalte unseren Vorstellungen weitestgehend entspricht. Tunesien ist die einzige Demokratie in der islamischen und in der arabischen Welt! Deutschland versteht es als einen politischen Auftrag, alles zu unternehmen, um dieses Experiment zu st\u00fctzen. Es w\u00e4re eine Niederlage, wenn die Demokratie in Tunesien scheiterte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Noch eine R\u00fcckfrage: Einer der Gegner des Pr\u00e4sidenten hat formuliert, der Kampf gegen den Terror sei einfacher als der Kampf gegen die Korruption.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> Die drei gr\u00f6\u00dften Probleme Tunesiens sind aktuell die Arbeitslosigkeit, die Terrorgefahr und in der Tat auch die Korruption, die wirklich weit verbreitet ist. Es gibt aber mittlerweile eine Antikorruptionsbeh\u00f6rde und man stellt sich dem Thema. Das ist \u00fcberhaupt das Positive an Tunesien: Es gibt Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, eine wachsende, aktive Zivilgesellschaft und man bringt auch kritische Themen auf die Tagesordnung. Sie lesen zum Beispiel in den Zeitungen t\u00e4glich \u00fcber Gewalt gegen Frauen, das war fr\u00fcher ein Tabuthema. Sie lesen \u00fcber Terrorismus, \u00fcber Attacken auf Sicherheitsbeh\u00f6rden, \u00fcber Korruption, \u00fcber Homosexualit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Der Sozialreferent einer westlichen Botschaft arbeitet dann in dieser Richtung mit? Sozialreferent ja klingt zun\u00e4chst nach Sozialp\u00e4dagogik oder etwas \u00c4hnlichem. Warum, seit wann und wo gibt es in deutschen Botschaften diese Stelle, und was tut ein solcher Sozialreferent im Allgemeinen, was in Tunesien im Besonderen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget: <\/strong>Sozialreferenten gibt es an ungef\u00e4hr 25 Botschaften weltweit, also bei weitem nicht an jeder, in Afrika zum Beispiel nur bei uns in Tunis und in S\u00fcdafrika. Die spezielle Aufgabe ist, das Beurteilungsverm\u00f6gen der Auslandsvertretung auf dem sozialpolitischen Feld zu verst\u00e4rken und zu verbessern. Ich bringe einmal ein Beispiel: Die Arabische Revolution hat niemand an der Deutschen Botschaft vorhergesehen\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> \u2026 auch die Geheimdienste nicht \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> \u2026 auch die Geheimdienste nicht. Niemand hat damit gerechnet, dass sich ein junger Gem\u00fcseh\u00e4ndler in Sidi Bouzid, einem Provinzkaff im S\u00fcden Tunesiens, anz\u00fcndet und verbrennt, und damit eine Revolution in der gesamten arabischen Welt ausl\u00f6sen k\u00f6nnte. Warum hat das niemand auf dem Schirm gehabt? Wir haben an jeder Botschaft einen Wirtschaftsreferenten. Wir sind gut in der Kulturarbeit, wir haben das Goethe-Institut im Schlepptau und viele andere Institutionen. Wir wissen schon viel \u00fcber die L\u00e4nder, haben viele Sicherheitskr\u00e4fte, auch in Tunis an der Botschaft Polizei, Verteidigungsministerium, Bundesnachrichtendienst. Aber an der Basis der Gesellschaft, in den sozialen Institutionen, bei den Gewerkschaften, da schauen wir nicht hinein. Und deswegen wird man oft von sozialen Unruhen v\u00f6llig \u00fcberrascht.<\/p>\n<p>Darum sind wir auch \u00fcberrascht worden von der Wahl Donald Trumps, weil wir immer an der Oberfl\u00e4che kratzen, und das, was die Menschen zum Teil wirklich bewegen k\u00f6nnte, \u00fcbersehen. Genau das ist mehr oder weniger unsere Aufgabe als Sozialreferenten, den Blick zu weiten f\u00fcr die soziale Lage in den jeweiligen L\u00e4ndern. Meine spezielle Aufgabe ist die Kooperation mit den Gewerkschaften, den Arbeitgeberverb\u00e4nden, den politischen Stiftungen, die dort allesamt gut vertreten sind, und mit den sozialen Institutionen Tunesiens. Ich begleite das deutsch-tunesische Sozialversicherungsabkommen, habe also mit Krankenkassen zu tun, mit deutschen und tunesischen, und mit Rentnerfragen. Es gibt immer noch deutsche Rentner, die ihre Rente in Tunesien genie\u00dfen, und die rufen dann beim Sozialreferenten an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Was sind denn das f\u00fcr Rentner?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> Auf Djerba ist es jetzt wundersch\u00f6n. Ich kann Ihnen Tunesien nur empfehlen. Es ist ein wunderbares Land.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Und die Sicherheit ist im Moment einigerma\u00dfen stabil. Es gab die schlimmen Attentate, und daraufhin ist der Tourismus eingebrochen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> Ja, das letzte Jahr war ganz furchtbar f\u00fcr Tunesien. Drei ganz schlimme Attentate, auf das Bardo-Museum, gezielt nat\u00fcrlich auf einen Touristenmagneten, dann auf ein Hotel in Sousse, wo 35 Touristen ermordet wurden, und dann noch einen Anschlag auf den Bus der Pr\u00e4sidentengarde. Das war verheerend f\u00fcr Tunesien. In der Tat, der Tourismus ist eingebrochen. In diesem Sommer waren die Russen da und haben die ausgebliebenen deutschen und englischen Touristen, ich will nicht sagen, ersetzt, aber irgendwie waren sie halt da, und es kommen auch Algerier, die Ferien machen. Denn Tunesien ist ein wunderbares Urlaubsland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Und jenseits von Tourismus, wo sind die gro\u00dfen wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten von Tunesien?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> Die wirtschaftliche Situation Tunesiens ist relativ schwach. Das ist eines der gro\u00dfen Probleme im Augenblick. Viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger erkennen keinen Fortschritt seit der Revolution. Wir haben eine Arbeitslosigkeit von offiziell 16 bis 17 Prozent, aber das ist nur die offizielle Zahl. Bei den jungen Leuten sind es mit Sicherheit 35 oder sogar 40 Prozent, vor allem bei den jungen Menschen mit Diplom. F\u00fcr sie gibt es keine Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten. Auch der Staat kann niemanden mehr einstellen, weil die \u00f6ffentliche Verwaltung ohnehin schon deutlich \u00fcberbesetzt und ineffizient ist \u2013 und deshalb viel zu teuer.<\/p>\n<p>Wichtig sind Phosphatabbau und wenige andere Rohstoffe, aber auch das hat abgenommen in letzter Zeit. Schlie\u00dflich gibt es noch Automobilzulieferer und ganz einfache, halbindustrielle Fertigung. Wenn Sie einen Stecker in Ihrem Haushaltsger\u00e4t bet\u00e4tigen, k\u00f6nnen Sie ziemlich sicher sein, dass der in Tunesien gefertigt wurde. Wenn Sie in einen BMW, Volkswagen, Audi oder Mercedes einsteigen, ist der Kabelbaum mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit aus Tunesien. Aber das sind einfachere T\u00e4tigkeiten, die vor allem schlecht bezahlt sind. Man verdient im Schnitt in der Industrie 300 Euro pro Monat. Das sind chinesische Verh\u00e4ltnisse. Der Mindestlohn liegt bei 150 Euro im Monat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Zu den Fl\u00fcchtlingen aus Schwarzafrika: Wie ist deren Situation an den K\u00fcsten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> Es kommen Schwarzafrikaner nach Tunesien, aber nicht viele, denn Tunesien hat kein Asylrecht, keine Asylgesetzgebung und kennt keine materiellen oder monet\u00e4ren Hilfen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und Migranten. Die Schwarzafrikanerinnen und Schwarzafrikaner, die ins Land kommen, verschwinden illegal entweder in der Gastronomie oder in Privathaushalten. Die \u00a0Sicherheitsbeh\u00f6rden werden nicht t\u00e4tig und dulden das. Ich sch\u00e4tze, dass sich im Augenblick vielleicht 50.000 Menschen aus Schwarzafrika in Tunesien aufhalten, die dann aber nicht weiterkommen, weil die K\u00fcsten dicht sind. Die tunesische K\u00fcstenwache sichert die Au\u00dfengrenzen. Wenn mal ein Fl\u00fcchtlingsboot abgeht, wird es von der K\u00fcstenwache mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit abgefangen. Nach offiziellen Angaben sind 2016 in Italien sch\u00e4tzungsweise 1.000 Menschen aus Tunesien angelandet.<\/p>\n<p>Wer nach Europa kommen will, w\u00e4hlt nicht den Weg \u00fcber Tunesien, sondern \u00fcber Libyen, weil es in Libyen keine Staatsgewalt gibt. Dort kontrollieren einzelne Warlords oder Clans die Gebiete. Wenn Sie als Fl\u00fcchtling nach Europa wollen, bezahlen Sie abschnittsweise in Libyen f\u00fcr die n\u00e4chste Wegstrecke. Da gibt es jemanden, der Sie sicher 200, 300 Kilometer weiterleitet, und dann kommen Sie zum n\u00e4chsten Schleuser, den Sie wieder bezahlen m\u00fcssen. Irgendwo an der libyschen Grenze geht dann ein Boot Richtung Europa, meistens ein schlecht ausgestattetes und \u00fcberladenes Schlauchboot, oft in der Hoffnung, dass die Frontex-Schiffe m\u00f6glichst nah an die K\u00fcste kommen und die Fl\u00fcchtlinge aufsammeln, ehe das Boot kentert und \u00a0untergeht.<\/p>\n<p>Tunesien ist also kein Fl\u00fcchtlingszielort und kein Herkunftsort. Es gab 2016 Gespr\u00e4che zwischen Innenminister De Maizi\u00e8re und der tunesischen Regierung, bei denen Tunesien nochmal der Europ\u00e4ischen Union versichert hat, keine illegale Auswanderung aus Tunesien zu unterst\u00fctzen. Gleichzeitig erwartet Tunesien aber von Europa mehr Entgegenkommen bei der legalen Auswanderung. Wir m\u00fcssen im Jahr ungef\u00e4hr 25.000 Visa-Antr\u00e4ge bearbeiten. Nicht f\u00fcr Europa, nur f\u00fcr Deutschland. Die Zahl ist stark gestiegen. \u00dcberwiegend junge Leute, die \u00a0in Deutschland studieren m\u00f6chten oder auch arbeiten oder einfach der Perspektivlosigkeit entfliehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Und wie viele bekommen ein Visum von Ihnen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> Wir lehnen nicht allzu viele ab. Das ist sozusagen das Entgegenkommen: Wir sind gro\u00dfz\u00fcgig in der Visa-Politik, und daf\u00fcr macht Tunesien die Grenze dicht. Was es auch gibt: R\u00fcckf\u00fchrung von Fl\u00fcchtlingen. Wir hatten in diesem Jahr f\u00fcnf Sonderfl\u00fcge aus Deutschland nach Enfidha mit ausreisepflichtigen tunesischen Staatsb\u00fcrgern. Das l\u00e4uft nicht so ganz erfreulich, weil es einen gro\u00dfen Aufwand bedeutet, die Landeerlaubnis zu bekommen. Die Polizei muss organisiert werden, die nehmen ja dann die tunesischen B\u00fcrger in Empfang. Deutschland k\u00fcndigt regelm\u00e4\u00dfig eine weit gr\u00f6\u00dfere Zahl von Fl\u00fcchtlingen an, die zur\u00fcckgef\u00fchrt werden, als dann tats\u00e4chlich im Flugzeug sitzen. Meistens werden 30 oder 40 angemeldet und es sitzen nur neun im Flugzeug\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> \u2026 weil die anderen verschwunden sind bei uns \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> \u2026 weil die deutschen Beh\u00f6rden offensichtlich nicht in der Lage sind, diese R\u00fcckf\u00fchrung so durchzuf\u00fchren, wie sie es vorhatten, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer. Die tunesische Seite sagt dann: Na, so gro\u00df scheint das Problem bei euch ja nicht zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Welche Chancen sehen Sie f\u00fcr Tunesien, was sollte das Ziel der deutschen und der europ\u00e4ischen Politik sein?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> Erstens, unsere gesamte Arbeit in Tunesien wird in letzter Zeit unter dem Aspekt der Bek\u00e4mpfung der Fluchtursachen gesehen. Nat\u00fcrlich ist es gut, dass man Fluchtursachen bek\u00e4mpft und die Lebensbedingungen der Menschen in Afrika verbessert. Aber wenn man die Arbeit mit einem Partnerland unter diesen Schwerpunkt stellt, f\u00fchrt das zu einem Problem; denn das hei\u00dft ja nichts anderes als \u2013 ich \u00fcbertreibe \u2013, ihr seid uns egal, so lange die Leute bei euch bleiben. Wenn aber aus eurem Land die Menschen fliehen, dann m\u00fcssen wir etwas tun. So kommt das in Tunesien, in Marokko und in Algerien an. Deswegen w\u00fcrde ich daf\u00fcr werben, die L\u00e4nder Nordafrikas wieder st\u00e4rker als kulturelle und wirtschaftliche Partner in den Blick zu nehmen.<\/p>\n<p>Es kann nicht gut gehen, wenn wir im S\u00fcden Europas \u2013 Luftlinie Tunis-Sizilien 200 km \u2013, mit diesen L\u00e4ndern keinerlei kulturelle Beziehungen haben. Die arabische Welt war einmal etwas ganz Gro\u00dfes. Im Jahr 800 war Bagdad die gr\u00f6\u00dfte Stadt der Welt, in den arabischen Bibliotheken wurde das gesamte Wissen der damaligen Zeit versammelt. Es gab ein fruchtbares Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen. Ich w\u00fcnsche mir, dass wir wieder mehr zusammenkommen und kulturelle Br\u00fccken partnerschaftlicher Art bauen. Als ich nach Tunesien gegangen bin im Januar 2016, kurz nach dieser K\u00f6lner Silvesternacht, haben viele gesagt: Gut, dass du da hingehst, und halt uns die Fl\u00fcchtlinge vom Hals! Ich kann das nicht, und es ist auch nicht die Aufgabe der Deutschen Botschaft.<\/p>\n<p>Und das Zweite, eine Schl\u00fcsselfrage: Wie geht es mit dem politischen Islam weiter? Es gibt in Tunesien eine einzige Partei, die unseren organisatorischen Anforderungen an eine Partei irgendwie entsprechen w\u00fcrde, das ist die muslimisch-konservative Partei Ennahda. Muslim-Br\u00fcder, verk\u00fcrzt gesagt. Die haben die erste Wahl nach der Revolution gewonnen, wie in \u00c4gypten. Diesen Wahlausgang hat man im Westen auch nicht vermutet. Gew\u00e4hlt haben die \u00c4gypter diejenigen, von denen sie sich etwas erwartet haben, und das waren eben die Muslim-Br\u00fcder. Von denen bekam man Nahrungsmittel, die waren in den Moscheen pr\u00e4sent. In Tunesien ist das eben die Ennahda. Die nennen sich neuerdings, beraten von einer amerikanischen Kommunikationsagentur und finanziert aus Katar, die \u201eMuslim-Demokraten\u201c. Kommt Ihnen der Begriff bekannt vor?<\/p>\n<p>Die sagen, ihr habt doch sowas auch in Deutschland, eine Partei mit einer religi\u00f6sen Herkunft, die das auch in ihrem Namen zum Ausdruck bringt, die aber lupenreine Demokraten sind. Wir kommen aus dem Islam. Daraus machen wir kein Geheimnis, das ist unsere Wertorientierung, aber wir sind Demokraten, und deswegen nennen wir uns jetzt auch so: die \u201eMuslim-Demokraten\u201c.<\/p>\n<p>Die einen in Tunesien sagen, das sind W\u00f6lfe im Schafspelz; die tun nur demokratisch. Wenn die k\u00f6nnten, wie sie wollten, w\u00fcrden die aus Tunesien einen islamischen Staat machen und Elemente der Scharia in Verfassung und Gesetzgebung einflie\u00dfen lassen. Solange sie das nicht k\u00f6nnen, tun sie ganz harmlos und demokratisch. Aber ohne sie, die ja mindestens ein Drittel der Bev\u00f6lkerung bei Wahlen hinter sich haben, kann nichts gelingen. Bei den n\u00e4chsten Kommunalwahlen, die f\u00fcr Ende 2017 geplant sind, wird diese Partei h\u00f6chst wahrscheinlich gewinnen. Das sind \u00fcbrigens die ersten Kommunalwahlen, die in Tunesien je stattfinden werden, sie sind schon zweimal verschoben worden. Es gibt bisher in Tunesien keine gew\u00e4hlten B\u00fcrgermeister, keine Stadtr\u00e4te, Gemeindeparlamente.<\/p>\n<p>Und jetzt die ganz spannende Frage f\u00fcr uns im Westen: Wie gehen wir um mit dem politischen Islam? Die Bedeutung dieses Experiments reicht weit \u00fcber Tunesien hinaus, n\u00e4mlich zu pr\u00fcfen, ob eine demokratische Gesellschaftsordnung nach unseren Vorstellungen in einem islamischen Land m\u00f6glich ist. Im Augenblick gibt es nur ein einziges Beispiel, wo das sozusagen wie in einem Experimentierfeld passiert, n\u00e4mlich Tunesien. \u00c4gypten ist ein autorit\u00e4rer Milit\u00e4rstaat, Libyen existiert faktisch nicht mehr und wird auch so schnell nicht auf die Beine kommen, die Lage in Algerien h\u00e4ngt von einem alten kranken Mann ab, Marokko ist eine Monarchie, die mit dem K\u00f6nig nicht schlecht f\u00e4hrt, aber eben keine Demokratie. \u00dcber die Golfstaaten brauchen wir gar nicht reden. Jordanien ist eine Monarchie, Syrien zerf\u00e4llt. Die T\u00fcrkei rutscht ab in einen autorit\u00e4ren Staat, der mit demokratischen Vorstellungen nicht mehr so viel zu tun haben wird. Irak, da wei\u00df auch keiner, wie es weiter geht, und Iran kennen Sie alle. Es gibt zwei Demokratien in dieser Region, Israel und das kleine, winzige Tunesien. Das Gelingen dieses Experiments h\u00e4ngt entscheidend davon ab, ob der politische Islam demokratief\u00e4hig ist, und auch daran arbeiten wir im Augenblick.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Was hat Tunesien mit Ihnen pers\u00f6nlich in diesem Dreivierteljahr angestellt? Ich vermute, \u00fcber Fernsehen k\u00f6nnen Sie den Weg von 1860 weiterhin\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> \u2026 bedauerlicherweise \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> \u2026 verfolgen. Aber was haben all die neuen Erfahrungen nicht nur in Ihrem Kopf, sondern vor allem in Ihrem Herzen ver\u00e4ndert?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget: <\/strong>Ich hatte schon immer im Herzen den Wunsch, einmal f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit im Ausland leben zu d\u00fcrfen und dort zu arbeiten. Das war bisher nicht m\u00f6glich oder hat sich so nicht ergeben. Und dann kam der Gedanke, es gibt doch diese Sozialreferenten, da musst du nicht in der hierarchischen Struktur des diplomatischen Dienstes gearbeitet haben, sondern die werden von au\u00dfen vorgeschlagen. Dann bin ich zum Ausw\u00e4rtigen Amt gegangen, und der Staatssekret\u00e4r sagt zu mir, willst du dir das wirklich antun? Genie\u00df doch deine Pension! Ich habe geantwortet: Nein, ich will noch was tun. Ich wurde trotz meines Alters genommen, und vier Wochen sp\u00e4ter ruft er an und sagt: Moskau wird frei. Dann habe ich geantwortet: So gro\u00df ist die Not auch wieder nicht. Schlie\u00dflich kam das Angebot Tunis. Der Posten wurde verlegt von Kairo nach Tunis, weil man in Kairo nicht mehr vern\u00fcnftig arbeiten kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> Sie sind auch zust\u00e4ndig f\u00fcr \u00c4gypten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget: <\/strong>Ja. Ganz schlimm. Gottseidank lebe ich in Tunis. Die ersten Wochen dort habe ich mir gedacht: Was hast du da gemacht? Ich habe wie bei der Bundeswehr gez\u00e4hlt, zwei Jahre sind 740 Tage. Warum sitzt du jetzt nicht beim Cappuccino-Trinken und liest die S\u00fcddeutsche Zeitung? Mittlerweile wei\u00df ich, dass es die richtige Entscheidung war. Meine Frau ist im Mai nachgekommen, wir leben jetzt dort mit Hauptwohnsitz, ich bin \u201er\u00e9sident de Tunis\u201c. Wir wohnen sehr, sehr sch\u00f6n am Meer. Von meiner Terrasse schaue ich direkt auf das Mittelmeer\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> \u2026 in einem Sicherheitsgebiet, oder \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> \u2026 nein, ich habe ein eisernes Tor, aber \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> \u2026da steht ein Polizist davor \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> \u2026 na ja, wir haben einen Hausmeister, der ein bisserl mit aufpasst. Ich habe aber nie eine Sekunde Sicherheitsbedenken gehabt. In diesem Orten ist es herrlich. Dort lebt die westliche Community, man k\u00f6nnte auch sagen: die nicht integrationswillige Parallelgesellschaft. Die hat dort Restaurants, wo du Wein und Bier trinken kannst, alles m\u00f6glich\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Florian Schuller:<\/strong> \u2026 auch im Ramadan?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Franz Maget:<\/strong> Ja, auch im Ramadan, aber eingeschr\u00e4nkt. Ich habe zu Beginn gesagt: Die Gesellschaft ist religi\u00f6ser geworden, als sie unter Ben-Ali war. Die Leute sagen: Fr\u00fcher h\u00e4ttest du kaum ein Kopftuch gesehen. Heute tragen 70 bis 80 Prozent der Frauen Kopftuch, nicht in Tunis, aber auf dem Land alle, obwohl die Stellung der Frau sehr gut ist. Man kann wirklich von einer Gleichstellung der Frau sprechen. Das gibt es in keinem anderen arabischen Land. Das Personenstandsgesetz von Bourguiba ist vorbildlich. Das Scheidungsrecht ist so gut, wie es Hans-Jochen Vogel in Deutschland erst in den 1970er Jahren durchsetzen konnte.<\/p>\n<p>Aber das Land ist konservativer geworden, und der Ramadan wird eingehalten. Ich habe zum Beispiel eine junge Mitarbeiterin, Tunesierin, eine ganz schicke junge Frau, lange Haare, h\u00fcbsch, sie kleidet sich total westlich. Die w\u00fcrde hier problemlos als Europ\u00e4erin durchgehen, aber den Ramadan h\u00e4lt sie ein. Es ist oft mehr ein kulturelles Erleben als Religiosit\u00e4t. Man ist mit der Familie zusammen und freut sich gemeinsam auf das abendliche Fastenbrechen. Es ist der Monat, in dem der Familienzusammenhalt wieder gest\u00e4rkt wird. Im Ramadan geht es deshalb der westlichen nicht integrationswilligen Parallelgesellschaft nicht ganz so gut, weil viele Kaffeeh\u00e4user einfach zu haben. Manche Stellen, an denen Alkohol ausgeschenkt wird, schlie\u00dfen aus Sicherheitsgr\u00fcnden. Man w\u00fcrde auch nicht mehr in der \u00d6ffentlichkeit mit der Wasserflasche herumrennen.<\/p>\n<p>Deutschland spielt eine gro\u00dfe Rolle in Tunesien. Wir haben allerh\u00f6chstes Ansehen. Das genie\u00dfe auch ich. Wenn du irgendwo hinkommst und sagst, du bist Deutscher, stehen dir alle T\u00fcren offen, ein Leuchten in den Augen. Es ist ganz anders als den Franzosen gegen\u00fcber zum Beispiel, die dort nat\u00fcrlich immer noch die Nummer eins sind, der wichtigste Wirtschaftspartner, kulturell-sprachlich die entscheidende Nation. Wir sind wirtschaftlich die Nummer drei. Wir tun wahnsinnig viel, und das genie\u00dft auch ein kleiner Sozialreferent, dass er gemocht wird als Deutscher. Deutsche Autos, deutscher Fu\u00dfball.<\/p>\n<p>Die deutsche Kriegsgeschichte ist \u00fcbrigens ebenfalls pr\u00e4sent. Ich war am letzten Sonntag, am Volkstrauertag, auf dem deutschen Soldatenfriedhof, 8.500 Gr\u00e4ber, in der N\u00e4he von Hamman-Lif bei Tunis. Dort fanden Weltkriegsschlachten statt. Viele Tunesier wissen davon, und wenn dann der Abend ein bisschen l\u00e4nger wird, sagen sie dann gelegentlich zu mir, ihr h\u00e4ttet den Krieg gewinnen m\u00fcssen! Und wenn es dann noch schlimmer wird, \u2013 bitte nicht erschrecken, ich tue es regelm\u00e4\u00dfig \u2013 Hitler, das war noch einer! Das muss man wissen in der arabischen Welt.<\/p>\n<p>Auch der Antisemitismus ist, f\u00fcr mich total \u00fcberraschend, pr\u00e4sent. Wenn Sie durch den j\u00fcdischen Friedhof gehen in Tunis, sehen Sie wie riesig der ist. Das war einst eine gro\u00dfe und wichtige Gemeinschaft. Auch der katholische Friedhof in Tunis ist riesig. \u00dcberwiegend italienische Gr\u00e4ber, Sie kennen diese Grabh\u00e4user in S\u00fcditalien, die findet man in Tunis massenhaft. Tunis war eine pulsierende, weltoffene Stadt mit einem gro\u00dfen Judenviertel. Es gibt Synagogen, es gibt alles noch, aber keine j\u00fcdischen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger mehr. Was es gibt, ist der Antisemitismus, und bei jeder politischen Rede, die gehalten wird, egal worum es geht, rennt irgendeiner auf die B\u00fchne, pflanzt die pal\u00e4stinensische Fahne auf, und der Redner muss die Freundschaft mit den pal\u00e4stinensischen Br\u00fcdern und Schwestern beschw\u00f6ren. Wenn er das nicht macht, ist die Rede nicht vollst\u00e4ndig. Auch das gibt es, und auch mit diesen Dingen muss man sich nat\u00fcrlich kulturell auseinandersetzen. Alles ist f\u00fcr mich eine gro\u00dfe Lernerfahrung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Florian Schuller: Herr Maget, Sie haben im Vorgespr\u00e4ch gesagt, nach nur zwei Stunden Flugzeit von M\u00fcnchen sei man in Tunis, das gilt aber doch auch f\u00fcr einen Flug nach Athen. &nbsp; Franz Maget: Und trotzdem sind Sie, wenn Sie in Tunis aussteigen, in einer anderen Welt. 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