{"id":118085,"date":"2026-01-20T11:41:53","date_gmt":"2026-01-20T10:41:53","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=118085"},"modified":"2026-01-20T11:41:56","modified_gmt":"2026-01-20T10:41:56","slug":"amphitheater-oder-papstmesse-wege-durch-italien-im-17-18-jahrhundert","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/amphitheater-oder-papstmesse-wege-durch-italien-im-17-18-jahrhundert\/","title":{"rendered":"Amphitheater oder Papstmesse?"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDas Leben ist eine Pilgerfahrt, und wir alle sind nur Wanderer auf Erden\u201c. Mit diesem den fr\u00fchneuzeitlichen Menschen vertrauten Bild beginnt das 1699 erschienene Werk des in Rom lebenden franz\u00f6sischen Buchh\u00e4ndlers Fran\u00e7ois Deseine \u201eNouveau Voyage d\u2019Italie\u201c. Die knappe Einleitung, die Italien zum lohnendsten Reiseziel \u00fcberhaupt stilisiert und in Wendungen aus Antike und Humanismus das Lob des Landes und seiner Landschaft singt, vermittelt uns ein eindr\u00fcckliches Bild von der Gemengelage der Motive, aus denen im uns hier interessierenden Zeitraum die Reise nach Italien angetreten wurde: \u201eFromme Leute k\u00f6nnen ihrer Andacht an den heiligen St\u00e4tten, sei es in Rom oder in Loreto, nachgehen, oder auch an anderen Stellen \u2026; sie werden dort eine gro\u00dfe F\u00fclle von S\u00fcndenerlassen und Abl\u00e4ssen erwerben k\u00f6nnen \u2026 Diejenigen, die im politischen Leben stehen und Verantwortung tragen, werden sich in der Regierungskunst vervollkommnen, indem sie die ausgekl\u00fcgelten Verfahrensweisen der \u2026 Venezianer und der raffinierten H\u00f6flinge des r\u00f6mischen Hofes untersuchen. Die Liebhaber der Antike werden ihre Neugierde befriedigen, indem sie die sch\u00f6nen Ruinen der antiken Bauten \u2026 Statuen \u2026, Medaillen und andere antike Zeugnisse in Augenschein nehmen, insbesondere in Rom und in der Umgebung Neapels. Schlie\u00dflich werden sich auch die Freunde der sch\u00f6nen K\u00fcnste dort mehr als anderswo vervollkommnen k\u00f6nnen, da diese dort in gr\u00f6\u00dferer Bl\u00fcte als an irgendeinem anderen Ort stehen \u2026 Die sch\u00f6nste Musik und die wohlklingendsten Konzerte h\u00f6rt man in Italien. Und es ist Italien, das in der Malerei, Bildhauerei und Architektur den guten Geschmack hervorgebracht oder in anderen F\u00e4llen wiederhergestellt hat\u201c.<\/p>\n<p>Hier haben wir alles zusammen, was f\u00fcr die kurze Collage, die dieser Beitrag liefern will, von Wichtigkeit ist \u2013 medizinische Indikationen w\u00e4ren noch anzuf\u00fcgen: Michel de Montaignes Italienfahrt von 1580\/81 war eigentlich eine Badereise, durch die er seine Kolikschmerzen zu lindern hoffte. Am Beginn stehen, lange Zeit beherrschend und bis heute nicht verschwunden, religi\u00f6se Motive und religi\u00f6se Bez\u00fcge im weitesten Sinn. Es folgt, im Zeitalter des Humanismus, ein spezifisch gelehrtes Interesse an den neuen Tendenzen in Wissenschaft und Kunst auf der Halbinsel. Auch dadurch wird Italien im 17. Jahrhundert zum Ziel der adligen Kavalierstour, die der Vermittlung von Bildung, der Ein\u00fcbung in eine standesgem\u00e4\u00dfe Lebensf\u00fchrung (nicht zuletzt in den Genuss des Lebens auf allen erdenklichen Gebieten) dient und auch in der Prinzenerziehung regierender H\u00e4user einen wichtigen Rang einnimmt. Vielf\u00e4ltig sind die \u00dcbergangsformen zum \u201eGrand Tour\u201c, der seit etwa 1650 vermehrt die Engl\u00e4nder nach Italien bringt. Hier sind schon viele Elemente des Wandels der Kavalierstour zur b\u00fcrgerlichen Studienreise des sp\u00e4teren 18. Jahrhunderts greifbar, die Italien als Land der Kunst und Wiege der europ\u00e4ischen Kultur aufsuchte und weiterhin sch\u00e4tzte, w\u00e4hrend das Urteil der Aufkl\u00e4rer \u00fcber die politische Verfassung der italienischen Staatenwelt zunehmend kritisch ausfiel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Reise als Routine<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als der wittelsbachische Kurprinz unterwegs war, ist die Reise durch Italien bereits Routine geworden, sind die Etappenorte, Routen und Besichtigungspunkte weitgehend standardisiert. Es ist nur ein Teil des Landes, der den Reisenden auf diesen Routen vor Augen kommt: das Veneto, Emilia und die Romagna, der Kirchenstaat, die Toskana und die Lombardei vor allem, Umbrien, Ligurien und Piemont nur im Anschnitt \u2013 der Rest, vor allem der S\u00fcden, so gut wie gar nicht.<\/p>\n<p>Die Reise durch Italien dauerte mindestens vier Monate, nicht selten neun oder mehr. Nach M\u00f6glichkeit wurde die Route nach den klimatischen Bedingungen und nach dem Festkalender ausgerichtet. Das hie\u00df im Idealfall: Karwoche und Ostern in Rom; Karneval oder die Zeremonie der Verm\u00e4hlung des Dogen mit dem Meer am Himmelfahrtstag in Venedig; die Handels-Messen in den oberitalienischen St\u00e4dten (mit ihrem attraktiven Musikprogramm) im Fr\u00fchsommer.<\/p>\n<p>Dreh- und Angelpunkt jeder Italienreise, das wichtigste Ziel war immer Rom, daneben fehlten Venedig und Neapel nie. Dahinter folgten die St\u00e4dte Florenz, Genua und Mailand, mit einigem Abstand Turin. S\u00fcdlicher als Neapel f\u00fchrte der \u201eGiro\u201c vor 1750 in der Regel nicht; die \u00dcberfahrt nach Sizilien, zu Schiff von Neapel aus und oft kombiniert mit einem Besuch auf Malta, kam vor, war aber die Ausnahme. Erst Goethe, der 1787 eine au\u00dfergew\u00f6hnlich strapazi\u00f6se Route zur Durchquerung der Insel w\u00e4hlte, sollte res\u00fcmieren: \u201eItalien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schl\u00fcssel zu allem.\u201c<\/p>\n<p>Franzosen und Engl\u00e4nder kamen, \u00fcber Graub\u00fcnden oder den Mont Cenis, zuerst nach Turin oder Mailand. Aus den deutschsprachigen Gebieten f\u00fchrten die Passsysteme von Brenner und Tauern nach Verona, Padua oder Venedig. \u00dcber Ravenna und Rimini ging es nach Ancona und Loreto (ein wichtiges Ziel fast aller Reisen) und weiter \u00fcber Spoleto auf der Via Flaminia nach Rom, wo der l\u00e4ngste Aufenthalt geplant war.<\/p>\n<p>Obligatorisch war dann die Reise \u00fcber Terracina und Gaeta nach Neapel. Diese Tour war bereits im 17. Jahrhundert in Form einer Pauschalreise buchbar, mit Unterkunft, Verpflegung und Fahrt inklusive zweier Ausfl\u00fcge von Neapel aus. Die Fahrt allein dauerte einfach vier Tage und war als gef\u00e4hrlich verrufen. Doch die Stadt Neapel, im 18. Jahrhundert eine europ\u00e4ische Metropole mit \u00fcber 300.000 Einwohnern (doppelt so viele wie Rom), galt ihrer Lage wegen als die sch\u00f6nste Stadt Italiens. Ausfl\u00fcge zum Vesuv, nach Pozzuoli und zu den vulkanischen Ph\u00e4nomenen der Phlegr\u00e4ischen Felder sorgten f\u00fcr Nervenkitzel, und die Sch\u00f6nheit Capris hatten im 18. Jahrhundert vor allem die Briten bereits entdeckt. John Dryden junior beschrieb schon um 1700 die Grotta Cieca an der S\u00fcdk\u00fcste mit einem epochemachenden Wort: \u201eThis cavern looks so romantic.\u201c F\u00fcr Gebildete und Gelehrte stellten die Ausgrabungen in Pompeji und Herculaneum ab 1748 neue Anziehungspunkte f\u00fcr eine Reise nach Kampanien dar.<\/p>\n<p>Auch die Lombardei galt wegen ihrer Fruchtbarkeit und der attraktiven landschaftlichen Szenarien als sch\u00f6ner Landstrich und wurde als \u201eGarten Italiens\u201c gepriesen. Am anderen Ende der Skala wirkte die d\u00fcnn besiedelte, extensiv genutzte und malariaverseuchte Gegend n\u00f6rdlich von Rom, die \u201eCampagna di Roma\u201c, auf alle Reisenden \u00f6de und bedr\u00fcckend, und nicht selten mischte sich Entt\u00e4uschung in die Berichte, dass Rom, das ersehnte Reiseziel, inmitten einer so trostlosen Landschaft lag. Dazu der gro\u00dfe Gelehrte Charles de Brosses, Pr\u00e4sident des Parlaments von Dijon: \u201eWissen Sie, was das ist, diese Campagna? Eine Masse unfruchtbarer, unbebauter H\u00fcgelchen ohne ein menschliches Wesen, das Absto\u00dfendste und K\u00fcmmerlichste, was man sich denken kann. Romulus muss geradezu betrunken gewesen sein, als er darauf kam, in einem derartig h\u00e4sslichen Gel\u00e4nde seine Stadt zu bauen.\u201c Offensichtlich st\u00fctzte er sein Urteil auf den Utilitarismus des merkantilen Zeitalters, in dem der Boden nach N\u00fctzlichkeit und Ertrag bewertet wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr die R\u00fcckkehr von Rom nach Norden wurde in der Regel jene Landseite gew\u00e4hlt, die auf der Hinfahrt nicht durchreist worden war, also entweder auf der Via Cassia \u00fcber Viterbo und Siena nach Florenz und weitere St\u00e4dte der Toskana wie Pisa, Lucca und Livorno Richtung Genua (dessen st\u00e4dtebauliche Anlage regelm\u00e4\u00dfig viel Bewunderung fand), oder an die Adriak\u00fcste und dann \u00fcber Bologna Richtung Mailand, Mantua oder Venedig.<\/p>\n<p>Die angesprochene Standardisierung der Wege und Ziele kam durch die Postrouten zustande. Personen von Stand wie der bayerische Kurprinz reisten nat\u00fcrlich mit eigener Equipage; auch die Engl\u00e4nder kamen zunehmend mit eigenen Kutschen, f\u00fcr die in Calais und Rom florierende Gebrauchtwagenm\u00e4rkte existierten. Aber das Gros der Reisenden nutzte die \u201efahrende Post\u201c, deren Verbindungsnetz schon Mitte des 16. Jahrhunderts gut ausgebaut war. Planbarkeit und eine gesicherte Infrastruktur an Gasth\u00e4usern sprachen f\u00fcr das Reisen mit der Post, und die Reisezeiten entsprachen den M\u00f6glichkeiten der Epoche. Joachim Christoph Nemeiz gibt Anfang des 18. Jahrhunderts f\u00fcr die Route Augsburg-Venedig (\u00fcber den Brenner und die Valsugana; knapp 600 Kilometer) 21 Poststationen an, die in 117 Stunden reiner Reisezeit durchfahren wurden. Geht man von einer durchschnittlichen Fahrtdauer von sieben Stunden am Tag aus, so ist die Reise Augsburg-Venedig auf 17 Tage zu veranschlagen. F\u00fcr die etwa 300 Kilometer lange Strecke von Loreto nach Rom (\u00fcber Spoleto) waren als regul\u00e4re Reisezeit f\u00fcnf Tage angesetzt.<\/p>\n<p>Die geplanten Reisezeiten konnten nicht nur durch Unbilden der Witterung und alle Arten von Unf\u00e4llen illusorisch werden, sondern auch durch eine im fr\u00fchneuzeitlichen Italien verbreitete b\u00fcrokratische Praxis, die Einforderung von Gesundheitsbescheinigungen (\u201efede di sanit\u00e0\u201c). Vor allem in den gro\u00dfen Hafenst\u00e4dten mussten \u00fcber maritime Routen einreisende Personen nachweisen, dass sie aus einem Gebiet kamen, in dem keine ansteckenden Krankheiten herrschten, sonst drohte eine unerw\u00fcnschte Reiseunterbrechung durch Quarant\u00e4ne. Besonders rigoros, mit Tendenz zur Beutelschneiderei, wurde diese gesundheitspolizeiliche Routine von der Republik Venedig betrieben, und das nicht nur auf den Lazzaretto-Inseln in der Lagune. Auch Karl Albrecht erging es ja so; an den Weihnachtstagen 1715 sa\u00df er in Chievo bei Verona f\u00fcnf Wochen fest. Als Johann Caspar Goethe (der Vater) 1740 von Wien kommend \u00fcber G\u00f6rz ins Venezianische einreisen wollte, wurde er von den \u201e\u00fcber\u00e4ngstlichen Venezianern\u201c in der Grenzfeste Palmanova vier Wochen in Zwangsquarant\u00e4ne gesteckt. Er f\u00fcgte sich ins Unvermeidliche, verlor dann aber die Beherrschung, als man ihm zum Schluss auch noch eine Rechnung f\u00fcr Unterkunft und Verpflegung pr\u00e4sentierte. Trotz dieser Lektion in italienischer Gesch\u00e4ftst\u00fcchtigkeit (seine Worte) hat er seinen Sohn sp\u00e4ter immer wieder dazu gedr\u00e4ngt, nach Italien zu reisen, um Kunst und Kultur des Landes kennenzulernen.<\/p>\n<p>Den standardisierten Reiserouten korrespondierte ein dem Stand der Zeit entsprechendes Informationsangebot. Gedruckte Reisef\u00fchrer (\u201eGuides\u201c) f\u00fcr Italien standen den Reisenden seit 1518 zur Verf\u00fcgung, Kursb\u00fccher f\u00fcr die Postrouten seit 1563, ein umfassendes Reisehandbuch erstmals 1600 \u2013 es war nicht zuf\u00e4llig ein Heiliges Jahr, zu dem Franz Schott aus Antwerpen sein bahnbrechendes \u201eItinerarium Italiae\u201c erscheinen lie\u00df. Damit begann das Zeitalter der \u201eApodemiken\u201c, der umfangreichen und nach dem neuesten Wissensstand informierenden Reise-Handb\u00fccher, deren erfolgreichste in vielen \u00dcbersetzungen und Auflagen erschienen. Nicht wenige waren von Hofmeistern verfasst, die junge Angeh\u00f6rige adliger Familien auf ihrer Italien-Tour begleiteten. F\u00fcr die Generation unseres reisenden Prinzen waren die Standard-Referenzen \u201eThe Voyage of Italy\u201c des katholischen Geistlichen Richard Lassels von 1670 und der \u201eNouveau voyage d\u2019Italie\u201c des Hugenotten Maximilien Misson, 1685 aus Frankreich nach England geflohen, 1691 im franz\u00f6sischen Original, 1713 in deutscher und 1714 in englischer \u00dcbersetzung erschienen. Es folgten 1749 Thomas Nugents Standard-Beschreibung des englischen \u201eGrand Tour\u201c, deren dritter Band Italien gewidmet ist, und, gleichzeitig Ende der 1760er, die volumin\u00f6sen Werke des Abb\u00e9 J\u00e9r\u00f4me Richard und des Astronomen J\u00e9r\u00f4me Lalande, immer noch ohne Kalabrien, Apulien oder Sizilien. In Johann Jacob Volkmanns deutscher \u00dcbersetzung von 1770\/71 diente Lalandes Kompendium Goethe als Nachschlagewerk bei seiner \u201eItalienischen Reise\u201c 1786\/87.<\/p>\n<p>Spezielle Kunstf\u00fchrer kamen erst recht sp\u00e4t auf, 1671 mit dem schmalen Band \u201eViaggio pittoresco\u201c des in Frankreich geborenen, in Venedig lebenden Malers Giacomo Barri. Das war ein sehr knapp gefasster F\u00fchrer zu Bildwerken in Kirchen und Galerien, einigerma\u00dfen vollst\u00e4ndig eigentlich nur f\u00fcr Rom und Venedig \u2013 die r\u00f6mische Peterskirche passt auf zwei Seiten, der Dogenpalast in Venedig bekommt immerhin sechs. Was die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr K\u00fcnstler und Kunstwerke angeht, bleibt die sich bei Barri abzeichnende Tendenz auch bei den ausf\u00fchrlicheren Nachfolge-Werken gleich: Als Epoche am meisten Aufmerksamkeit genie\u00dft die Hochrenaissance, das gr\u00f6\u00dfte Renommee als Maler Raffael (\u201eil divino\u201c), Venedig rangiert als Malermetropole vor Rom oder Florenz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Barocke Gelehrsamkeit und Antikenbegeisterung<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das barocke Rom hatte seit Urban VIII. neue Anziehungskraft entfaltet, wof\u00fcr in Architektur und Kunst Namen standen wie Gian Lorenzo Bernini, Francesco Borromini und Pietro di Cortona, in der Wissenschaft der gro\u00dfe jesuitische Universalgelehrte Athanasius Kircher am Collegio Romano oder Giovanni Pietro Bellori, der Leiter der Sammlungen der schwedischen K\u00f6nigin (1632-1654) Kristina, der Tochter Gustav Adolfs und ber\u00fchmtesten Konvertitin des 17. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Die humanistische Tradition des \u201eiter Italicum\u201c, der Forschungsreise durch die Bibliotheken der Apenninenhalbinsel, lebte neu auf in den Aktivit\u00e4ten der Mauriner, jener gelehrten Benediktiner aus Frankreich, die die Erforschung der \u00e4lteren Kirchengeschichte auf eine neue methodische Grundlage stellten. Jean Mabillon, Begr\u00fcnder der Urkundenlehre, arbeitete sich w\u00e4hrend eines halbj\u00e4hrigen Romaufenthalts 1685 durch alle einschl\u00e4gigen Bibliotheken und Sammlungen; Bernard de Montfaucon recherchierte zwischen 1698 und 1701 in ganz Italien nach griechischen Manuskripten und kopierte zahllose Inschriften.<\/p>\n<p>Von den italienischen Universit\u00e4ten, zu Beginn des 16. Jahrhunderts aus ganz Europa breit frequentiert, stellte eigentlich nur noch Padua einen Anziehungspunkt f\u00fcr gelehrte Reisende dar, wegen der besonderen Kompetenzen in Medizin und Physik. Auch die zahlreichen Akademien, die im Zuge der Diffusion humanistischer Gelehrsamkeit im 16. Jahrhundert entstanden waren, konnten als Gelehrtengemeinschaften nicht mehr Schritt halten mit den neuen Institutionen des 17. Jahrhunderts in Paris und London, vermittelten den gelehrten Reisenden aber ohne gro\u00dfen Aufwand n\u00fctzliche Kontakte vor Ort.<\/p>\n<p>Nach wie vor stand die Bildung der F\u00fchrungsschichten \u00fcberall in Europa im Zeichen humanistischer Ideale und damit der Helden, Stoffe und Ideen der klassischen Antike. Und der ideale Ort f\u00fcr die authentische Begegnung mit dieser Antike war, wie in allen Instruktionen und Berichten hervorgehoben wurde, immer noch Italien. Hier wurden Leseerinnerungen lebendig, trat der Kontrast von Einst und Jetzt vors Auge und eine Ahnung dessen, was historische Gr\u00f6\u00dfe ausmachte. So hatte es Thomas Hobbes geschrieben, 1629 als Tutor des zweiten Earl of Devonshire in Rom unterwegs.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Antikensammlungen Italiens stellten deswegen weiterhin einen Anziehungspunkt erster Ordnung f\u00fcr die Kunst- und Bildungsreisen dar. Unvergleichlich war auch hier die zentrale Rolle von Rom mit den Sammlungen auf dem Kapitol (ab 1734 allgemein zug\u00e4nglich), im Statuenhof des Vatikanischen Papstpalasts, im Palazzo Farnese und in der Villa Medici und in den Villen und G\u00e4rten aller gro\u00dfen Familien des Kirchenstaats. All diese Kollektionen waren ohne gro\u00dfen Aufwand zug\u00e4nglich und bildeten den Stolz dieser Familien, damit, wie Johann Georg Key\u00dfler 1741 notierte, \u201edie Fremden viel davon zu r\u00fchmen und zu erzehlen haben m\u00f6gen\u201c.<\/p>\n<p>Von den Engl\u00e4ndern, die sich in immer gr\u00f6\u00dferer Zahl auf die Tour durch Italien begaben, legte Joseph Addison, der Gr\u00fcnder des \u201eSpectator\u201c-Magazins, seine Italien-Fahrt 1703 als Reise in die Geschichte der Alten Welt an, auf den Spuren der antiken Dichter. Eine ausgesprochene Kunstreise beschrieb der aus einer Familie franz\u00f6sischer Glaubensfl\u00fcchtlinge stammende, in England aufgewachsene John Durant Breval, der auch Sizilien durchreiste und eine der \u00e4ltesten Abbildungen des Concordia-Tempels von Agrigent lieferte. Die Engl\u00e4nder interessierten sich auch als erste f\u00fcr den Kunstmarkt und den Erwerb von Souvenirs; Richard Boyle, der dritte Earl of Burlington, ein gro\u00dfer Verehrer von Palladio, kam nach f\u00fcnfj\u00e4hriger Tour \u00fcber den Kontinent 1719 angeblich mit 878 Gep\u00e4ckst\u00fccken wieder in Dover an. Das Sammeln antiker Kunstwerke wurde im 18. Jahrhundert zu einem neuen Standard adeliger Repr\u00e4sentation in England, vorangetrieben von einem eigenen Club, der 1734 begr\u00fcndeten \u201esociety of Dilettanti\u201c. Mit ihr beginnt die Geschichte der Antikenbegeisterung und des Klassizismus auf den britischen Inseln.<\/p>\n<p>Die bei Addison angelegte Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die Antike als kulturellen Ma\u00dfstab entwickelte sich in den Berichten zweier gro\u00dfer franz\u00f6sischer Reisender, Montesquieus und de Brosses\u2019, um 1730\/40 weiter in Richtung genereller Kritik am Barock, auch an gro\u00dfen Namen wie Bernini. Die goldstrotzenden Kirchen Neapels, bisher immer herausgestellt, galten nun als \u201edem gro\u00dfen Stil und der edlen Einfachheit der Antike nachrangig\u201c. So interessierte de Brosses sich besonders f\u00fcr die neuen Ausgrabungen in Herculaneum, das beim Vesuv-Ausbruch des Jahres 79 versch\u00fcttet worden war. Hierin folgte ihm Johann Georg Winckelmann, 1755 nach Rom gekommen und (nach Konversion) zum \u201eCommissario delle Antichit\u00e0\u201c im Kirchenstaat berufen. Seine \u201eGeschichte der Kunst des Altertums\u201c, Kunstgeschichte und Arch\u00e4ologie in hymnischer Sprache miteinander verbindend, wies Generationen von Italienfahrern den Weg zu einem \u00e4sthetischen Erlebnis, das er in dem Ausruf ank\u00fcndigte: \u201eAlles ist nichts gegen Rom.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das Urteil der Konfession<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Urteil \u00fcber die Schauseite des religi\u00f6sen Lebens in Italien wurde schon fr\u00fch auf eine Formel gebracht, die sich durch die Jahrhunderte hielt und von Katholiken wie Nicht-Katholiken zustimmend kolportiert wurde. \u201eDie Zeremonien eher pr\u00e4chtig als fromm\u201c \u2013 so hatte Michel de Montaigne, der gro\u00dfe Realist und Skeptiker, seine Eindr\u00fccke 1580 zusammengefasst. Die Gottesdienste und die vielen \u00f6ffentlichen Prozessionen seien prunkvoll, doch oft nur auf theatralische Wirkung berechnet. Diesen Eindruck unterstrichen die Auftritte der Prediger, die hohle Rhetorik, enormen Stimmaufwand und pathetisches Geb\u00e4rdenspiel in einer Weise kombinierten, die auf die nordalpinen Besucher eher abschreckend als \u00fcberzeugend wirkte. Dem einfachen Volk wurde eine tief empfundene Fr\u00f6mmigkeit nicht abgesprochen, aber oft schl\u00fcgen quasi-magische Praktiken durch, etwa beim Blutwunder im Dom von Neapel oder bei den Einsetzungsworten im Hochgebet, wenn die Menschen sich w\u00e4hrend der Messe der L\u00e4nge nach hinwarfen, die Stirn auf den Boden schlugen und laute Gebete sprachen.<\/p>\n<p>Protestanten oder Anglikaner auf Reisen konnten nat\u00fcrlich dazu neigen, ihr konfessionelles Selbstverst\u00e4ndnis in der \u201eAbgrenzung gegen die katholische Sinnenf\u00fclle Italiens\u201c zu gewinnen oder weiter zu best\u00e4tigen. John Evelyn bewunderte 1646 die Erweiterungsbauten Gregors XIII. am Vatikanischen Papstpalast, empfand aber die Prozessionen der Karwoche als \u201eheidnischen Pomp\u201c. Johann Georg Key\u00dfler referierte in seinem Text von 1740 alle Wunderberichte, die f\u00fcr die mehrstufige Translatio der Santa Casa (des Hauses Mariens) von Nazareth nach Loreto einschl\u00e4gig waren, bemerkte aber kritisch, die fr\u00fchesten Belege daf\u00fcr stammten aus der Zeit um 1500. Johann Caspar Goethe hielt den Wallfahrtsbetrieb in Loreto f\u00fcr kommerziell motivierten Betrug: \u201eMan m\u00fc\u00dfte aber schon sehr dumm sein, um so etwas glauben zu k\u00f6nnen.\u201c Sein Sohn mied den Ort, doch der gleichzeitig mit ihm Italien durchreisende Karl Philipp Moritz bem\u00fchte sich um Toleranz und Verst\u00e4ndnis, sprach mit den Pilgern, besichtigte eingehend die Marmorverkleidung Bramantes und die Votivgaben der Schatzkammer und erwarb \u2013 wie Generationen protestantischer Besucher vor ihm \u2013 sogar einen Rosenkranz. Goethe (der Sohn) eilte 1786 an seinem zweiten Tag in Rom mit Tischbein zum Quirinalspalast, um die Messe zum Allerseelentag zu erleben, doch entt\u00e4uschte es ihn, Papst Pius VI. in seiner priesterlichen Funktion zu sehen, \u201esich wie ein gemeiner Pfaffe geb\u00e4rdend und murmelnd\u201c, und er stahl sich sogleich wieder aus der Hauskapelle hinaus, um den Palast zu besichtigen.<\/p>\n<p>Die Konfession diente jedenfalls nicht als Cicerone, besuchten doch katholische, protestantische und anglikanische Reisende alle die gleichen Orte. Zwar empfahl eine umfassende Traktatliteratur (als Beispiel sei die Abhandlung \u201eDer an p\u00e4bstische \u00d6rter reisende und daselbst wohnende Lutheraner\u201c des s\u00e4chsischen Superintendenten Johann Friedrich Mayer von 1683 genannt) den jungen protestantischen Adligen, eingehende Kontakte und vor allem Gespr\u00e4che \u00fcber religi\u00f6se Themen strikt zu meiden. Eine katholische Kirche d\u00fcrfe nur aus dem Grund besucht werden, \u201ezu Gottes Ehre ihre [der Katholiken] sch\u00e4dliche, verdammliche Irrth\u00fcmer desto eher und gewisser zu erkennen\u201c. In der Realit\u00e4t nahm man es mit derlei Abgrenzungen nicht so genau. Man hakte die \u00fcblichen Sehensw\u00fcrdigkeiten ab, ging zu den Zeremonien und Funktionen, kommentierte sie mehr oder weniger kritisch. Der Kanzleischreiber Jakob Rathgeb, im Heiligen Jahr 1600 mit Herzog Friedrich I. von W\u00fcrttemberg in Rom, beschrieb die Heilige Pforte als \u201eein schlecht alt steinen Th\u00fcr Gestell\u201c; bei der Zeremonie zu ihrer \u00d6ffnung habe ein enormes Gedr\u00e4nge geherrscht, in dem seinem Herzog, der die Pforte, wiewohl Lutheraner, ebenfalls durchschritt (\u201egleich nach dem Actu\u201c, wie mit Stolz festgehalten wird) die Taschenuhr gestohlen wurde. Schlie\u00dflich sollte nicht unerw\u00e4hnt bleiben, dass der Giro durch Italien auch geeignet war, bei einem Besuch der Synagoge in Rom oder eines griechisch-orthodoxen Gottesdiensts in Venedig Ideen von interreligi\u00f6ser \u00d6kumene zu vermitteln.<\/p>\n<p>Wichtiger als die Kirchen und Zeremonien war den Angeh\u00f6rigen regierender H\u00e4user, gleich welcher Konfession, ihre \u201epolitische Verortung in der Hierarchie der europ\u00e4ischen F\u00fcrstengeschlechter\u201c, die am r\u00f6mischen Hof zusammenkamen. Die Audienz beim Papst inklusive Handkuss geh\u00f6rte selbstverst\u00e4ndlich dazu, ebenso Empf\u00e4nge und Geschenke durch die Kardin\u00e4le und den r\u00f6mischen Adel, das entsprechende Zeremoniell und Kontakte zu gleichrangigen Adligen. Mit dieser Anerkennung ihrer Standesehre als F\u00fcrsten war dann ein respektvoller Umgang mit den Praktiken der katholischen Konfession ohne weiteres vereinbar. Die jungen Grafen von Hanau-M\u00fcnzenberg beobachteten 1684 in Siena die Fronleichnamsprozession vom Fenster ihres Gasthofs aus. Als das Sanctissimum an ihnen vorbeigetragen wurde, vermieden sie das Niederknien, traten aber vorher ein paar Schritte in ihr Zimmer zur\u00fcck, um \u00f6ffentlich unbeobachtet zu bleiben.<\/p>\n<p>Das Studium abweichender kirchlicher Praktiken geh\u00f6rte zum standesp\u00e4dagogischen Standardprogramm der h\u00f6fischen Bildungsreise; man folgte ihnen m\u00f6glichst incognito und war bem\u00fcht, in keinerlei Richtung Ansto\u00df zu erregen. \u201eKonfessionelle Unterschiede waren auszumachen, dominierten aber nicht die Erfahrungen der jungen Reisenden.\u201c Rom war f\u00fcr die protestantischen Reisenden von Stand ebenso wichtig wie f\u00fcr die katholischen, aber nicht als die Stadt der \u201eMirabilia\u201c, sondern als Sitz eines besonderen monarchischen Hofes von europ\u00e4ischem Rang.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Neue Dimensionen im Italienbild des 18. Jahrhunderts<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Lauf des 18. Jahrhunderts verlor das politisch-kulturelle Modell Italien, wie es sich mit der Renaissance etabliert hatte, an Strahlkraft. In den Kriegen der ersten Jahrhunderth\u00e4lfte wurde die italienische Staatenwelt zum Objekt der europ\u00e4ischen M\u00e4chtepolitik, beherrscht von den Interessen der gro\u00dfen Dynastien Bourbon und Habsburg. Im Zeichen der Aufkl\u00e4rung versch\u00e4rfte sich die Kritik an den oligarchischen Regierungssystemen der alten Seerepubliken oder an der Ausbeutung der Landbev\u00f6lkerung im Kirchenstaat und in Neapel; immer selbstverst\u00e4ndlicher wurde die gesellschaftlich-politische Ordnung der italienischen Staaten mit Kriterien der Dekadenz beschrieben. Der wesentliche Grund daf\u00fcr wurde nach wie vor in der Rolle der Konfession und im Einfluss der Kirche gesehen. Noch 1804 schrieb der protestantische Theologe Karl Friedrich Benkowitz den schrecklich einfachen Satz nieder: \u201eJe eifriger die katholische Religion an irgendeinem Ort herrscht, umso schlechter sind die Menschen.\u201c<\/p>\n<p>National bezogene Stereotypen im Blick der intellektuellen Eliten aufeinander hatten sich \u00fcberall in Europa schon im 16. Jahrhundert herausgebildet. Nun machte sich kein Geringerer als Charles de Montesquieu, selbst in den Jahren 1728\/29 zwischen Turin, Venedig und Rom unterwegs, an eine Systematisierung der antiken Klimatheorie und schuf damit im 14. Buch seines ber\u00fchmten \u201eGeists der Gesetze\u201c eine ethnographische \u201eGeographie der Mentalit\u00e4ten\u201c, die auf der Dichotomie von K\u00e4lte und W\u00e4rme, von Norden und S\u00fcden beruhte und im Lauf der Zeit zu einer Art anthropologischer Grunddisposition hochstilisiert wurde.<\/p>\n<p>Die Folgen des Lebens im sonnigen, hei\u00dfen S\u00fcden beschrieb Montesquieu als wenig erfreulich. Die Erschlaffung der \u00e4u\u00dferen Nervenfasern unter Einwirkung der Sonne vermindere intellektuelle und moralische Energien des Menschen; die Folge seien einerseits Mutlosigkeit, Tr\u00e4gheit und die Neigung zum Nichtstun, andererseits eine gro\u00dfe Erregbarkeit der Leidenschaften und Neigung zu Verbrechen.<\/p>\n<p>Der Genfer Literat Karl Victor von Bonstetten fasste diese Dichotomie in zwei Typen: Der \u201eMensch des S\u00fcdens\u201c (so sein Buchtitel von 1824) sei voller Aufmerksamkeit f\u00fcr den Augenblick und lebe sorglos in den Tag hinein, sei aber auch beherrscht vom W\u00fcten der Leidenschaften, zuv\u00f6rderst Rachedurst und Liebesrausch. Der \u201eMensch des Nordens\u201c dagegen sei ein Freund von Systematik und Ordnung, plane und handle rational, gebe sich freilich dar\u00fcber dem Gr\u00fcbeln hin und verfalle der Gefahr zu denken, ohne zu handeln \u2013 w\u00e4hrend der S\u00fcdl\u00e4nder handle, ohne zu denken.<\/p>\n<p>Die Reiseberichte des 18. Jahrhunderts nahmen wohl Kenntnis von der Kritik und den v\u00f6lkerpsychologischen Topoi der Aufkl\u00e4rer, doch bestimmend ist eine andere Tendenz, ein Paradigmenwechsel, wie er beim Vergleich der Berichte von Vater und Sohn Goethe oder im Titel von Laurence Sternes Roman \u201eA Sentimental Journey\u201c deutlich wird: Auf Kosten der rational-enzyklop\u00e4dischen Studienziele tritt das Primat des \u00c4sthetischen in den Vordergrund. Dieser sentimental-romantische Reise wohnte auch das starke psychologische Moment inne, die Begegnung mit dem Fremden beitragen zu lassen zur Herausbildung der eigenen Pers\u00f6nlichkeit. So konnte ein Aufbruch zur Flucht geraten, der Weg zum Ziel, und das Interesse an romantischen Sinneseindr\u00fccken unterwegs wuchs an. Seit damals bleibt Italien als Inbegriff des S\u00fcdens f\u00fcr die Reisenden aus dem Norden bis heute ein Sehnsuchtsort, freilich kaum mehr als Inbegriff einer besseren Welt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas Leben ist eine Pilgerfahrt, und wir alle sind nur Wanderer auf Erden\u201c. Mit diesem den fr\u00fchneuzeitlichen Menschen vertrauten Bild beginnt das 1699 erschienene Werk des in Rom lebenden franz\u00f6sischen Buchh\u00e4ndlers Fran\u00e7ois Deseine \u201eNouveau Voyage d\u2019Italie\u201c. 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