{"id":118164,"date":"2026-01-20T15:56:59","date_gmt":"2026-01-20T14:56:59","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=118164"},"modified":"2026-01-20T15:57:02","modified_gmt":"2026-01-20T14:57:02","slug":"der-aufstieg-einer-neuen-macht-im-osten-europas-das-grossfuerstentum-moskau-und-seine-nachbarn-an-der-schwelle-zur-neuzeit","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/der-aufstieg-einer-neuen-macht-im-osten-europas-das-grossfuerstentum-moskau-und-seine-nachbarn-an-der-schwelle-zur-neuzeit\/","title":{"rendered":"Der Aufstieg einer neuen Macht im Osten Europas"},"content":{"rendered":"<p>Urspr\u00fcnglich war Moskau ein eher unbedeutendes F\u00fcrstentum unter vielen, die w\u00e4hrend des Niedergangs der Kiever Ru\u015b entstanden waren. Sein allm\u00e4hlicher Aufstieg zur vorherrschenden Macht im \u00f6stlichen Europa, deren schlie\u00dflich imperialer Anspruch ihren Ausdruck in der Kr\u00f6nung Ivans IV. zum ersten Zaren (1547) finden sollte, war keineswegs zwangsl\u00e4ufig und von vielen Faktoren abh\u00e4ngig gewesen, von denen einige hier kurz skizziert werden sollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>I.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Kampf um die Vorherrschaft in der Ru\u015b hatte sich Moskau anfangs gegen das F\u00fcrstentum Tve\u0155, den einzigen ernsthaften Konkurrenten, durchzusetzen. Gegenstand des erbitterten Ringens war die prestigetr\u00e4chtige, aber kaum mit einer Steigerung realer Macht verbundene W\u00fcrde des Gro\u00dff\u00fcrsten von Vladimir. Dieser Kampf, der erstmals im fr\u00fchen 14. Jahrhundert ausbrach, verlief \u00e4u\u00dferst wechselvoll, wurde mit allen erdenklichen Mitteln gef\u00fchrt und in seinem Gang ma\u00dfgeblich durch die besonderen Bedingungen der mongolisch-tatarischen Oberherrschaft beeinflusst.<\/p>\n<p>Nach der Eroberung der Ru\u015b in den Jahren 1237-1242 hatten die Tataren die lokalen Herrschaftsstrukturen nicht zerst\u00f6rt, vielmehr nutzten sie sie nach der Etablierung ihrer Oberherrschaft f\u00fcr ihre politischen Zwecke. Einfluss auf die Machtverh\u00e4ltnisse konnten die Tataren unter anderem durch das Ein- und Absetzen von F\u00fcrsten nehmen. In vielen F\u00e4llen lie\u00dfen sie sich zwar durch die \u201estarina\u201c, das alte Herkommen, leiten, trachteten dabei aber vor allem danach, keine Gefahr f\u00fcr die eigene Oberherrschaft entstehen zu lassen. Denn diese brachte den Tataren hohe Tributzahlungen ein, von denen nur die Geistlichkeit sowie die kirchlichen Bediensteten ausgenommen waren. An dieser Privilegierung der Kirche \u00e4nderte sich auch nichts, als zu Beginn des 14. Jahrhunderts der Islam vorherrschende Religion in der Goldenen Horde wurde.<\/p>\n<p>Das Bestreben der Khane der Goldenen Horde, die Machtverh\u00e4ltnisse in der Ru\u015b auszubalancieren, zeigte sich in allen Phasen des Kampfes zwischen Tve\u0155 und Moskau. Ausschlaggebend f\u00fcr den Moskauer Erfolg sollte das besondere Geschick seiner F\u00fcrsten werden, sich auf die Spielregeln der tatarischen Oberherren einzustellen und ihnen zu vermitteln, dass eine Unterst\u00fctzung Moskaus in ihrem ureigenen Interesse l\u00e4ge. Daneben gelang es den Moskauer F\u00fcrsten in entscheidenden Situationen immer wieder, russische F\u00fcrsten auf ihre Seite zu ziehen, die sich von Tve\u0155er Anspr\u00fcchen auf Vorherrschaft bedroht sahen. Moskau gewann schlie\u00dflich auch die Unterst\u00fctzung des Metropoliten der russischen Kirche \u2013 der einzigen Institution, die als einzige mit ihrer Organisation die gesamte Ru\u015b umfasste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>II.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Ausbalancieren der Machtverh\u00e4ltnisse in der Ru\u015b wurde f\u00fcr die Tataren durch die Expansion Litauens allerdings zusehends komplizierter: Das litauische Vordingen nach Osten hatte schon vor der tatarischen Eroberung eingesetzt, wurde durch die damit verbundene Schw\u00e4chung der F\u00fcrstent\u00fcmer in der westlichen Ru\u015b sogar noch gef\u00f6rdert und setzte sich im zweiten Drittel des 14. Jahrhunderts fort. Dabei verstanden es die Litauer geschickt, sowohl die Rivalit\u00e4t zwischen Moskau und Tve\u0155 als auch Zwistigkeiten zwischen Pskov und Novgorod mit dem Deutschen Orden in Livland sowie Fehden innerhalb der Goldenen Horde auszunutzen. Der litauische Erfolg war dabei durch eine Reihe weiterer Faktoren bedingt: Das litauische Ausgreifen in die Ru\u015b hatte sich nicht allein milit\u00e4risch, sondern auch auf dem Wege einer allm\u00e4hlichen Verst\u00e4rkung litauischen Einflusses vollzogen, was die Litauer f\u00fcr die Tataren zu einem wenig greifbaren Feind gemacht hatte. Erste Zerfallserscheinungen in der Goldenen Horde nutzte Litauen in der zweiten H\u00e4lfte des 14. Jahrhunderts f\u00fcr eine neue Welle der Expansion in \u00f6stlicher und s\u00fcd\u00f6stlicher Richtung: So verlief zum Zeitpunkt der gr\u00f6\u00dften Ausdehnung Litauens seine \u00f6stliche Grenze auf dem halben Wege zwischen Smolensk und Moskau, Kiev befand sich ebenfalls unter litauischer Herrschaft.<\/p>\n<p>Wie die Tataren tasteten die Litauer die politischen Strukturen in den russischen F\u00fcrstent\u00fcmern nicht an und respektierten \u2013 selbst meist noch ihrer gentilen Religion anh\u00e4ngend \u2013 die orthodoxe Kirche und Kultur ihrer ostslawischen Untertanen. Diese bildeten den gr\u00f6\u00dften Teil der Gesamtbev\u00f6lkerung des Gro\u00dff\u00fcrstentums Litauen und \u00fcbten ihrerseits kulturellen Einfluss auf die neuen Herren aus. Vergleichsweise ertr\u00e4glich wurde die litauische Oberherrschaft dadurch, dass nun keine Tataren mehr Tribute eintrieben. Eine Verringerung der Abgaben, nun von Litauen erhoben, bedeutete dies gleichwohl nicht.<\/p>\n<p>Der litauische Einbruch in ihren Herrschaftsbereich konnte den Tataren nicht gleichg\u00fcltig bleiben, gleiches galt f\u00fcr Moskau, dessen Anspruch auf Hegemonie in der Ru\u015b damit in Frage gestellt wurde. Und auch wenn die Tataren Moskau innerhalb der Ru\u015b keinesfalls zu stark werden lassen wollten, so unterst\u00fctzten sie die Moskauer F\u00fcrsten bei allen Aktionen, die geeignet schienen, Litauen zur\u00fcckzudr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Doch zun\u00e4chst lag die Offensive weiterhin auf litauischer Seite, die Anspruch auf Herrschaft in der Ru\u015b erhob. Bereits Mitte des 14. Jahrhunderts schlug sich dieser unter aderem in der Titulatur einiger litauischer Gro\u00dff\u00fcrsten nieder. Jogaila, polnisch Jagie\u0142\u0142o, der f\u00fcr die sp\u00e4ter nicht nur in Polen-Litauen, sondern auch in B\u00f6hmen und Ungarn herrschende Dynastie der Jagiellonen namensgebend werden sollte, bezeichnete sich 1385 im Vertrag von Kriava\/Krewo \u00fcber die Bedingungen der polnisch-litauischen Union als \u201eGro\u00dff\u00fcrst der Litauer und Herr und nat\u00fcrlicher Erbe der Ru\u015b\u201c. Die Entscheidung f\u00fcr eine Union mit Polen \u2013 und damit verbunden f\u00fcr den Katholizismus \u2013 bedeutete allerdings in letzter Konsequenz, dass sich Litauens Interesse nach Westen zu verlagern begann und damit auf eine m\u00f6gliche orthodoxe litauisch-ostslawische Reichsbildung verzichtet wurde. Davon musste mittelfristig Moskau als alternativer Ausgangspunkt f\u00fcr eine Vereinigung der russischen F\u00fcrstent\u00fcmer profitieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>III.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst durchlebte Moskau allerdings eine gef\u00e4hrliche Schw\u00e4cheperiode bedingt durch den Gro\u00dfen Dynastischen Krieg, der nach dem Tode des Gro\u00dff\u00fcrsten Vasilij I. (1425) zwischen seinem Sohn, Vasilij II., und den ebenfalls Erbanspr\u00fcche erhebenden F\u00fcrsten von Gali\u010d, einer Moskauer Seitenlinie, gef\u00fchrt wurde. Der milit\u00e4rische Konflikt ersch\u00fctterte das Gro\u00dff\u00fcrstentum Moskau aufs Schwerste und endete erst 1453.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieses Krieges bahnte sich zudem die Losl\u00f6sung der russischen Kirche vom Patriarchat in Konstantinopel an. Der Ansto\u00df kam von au\u00dfen: Schon seit L\u00e4ngerem war Byzanz Ziel osmanischer Expansion, derer es sich kaum noch erwehren konnte. F\u00fcr milit\u00e4rische Hilfe, um die der byzantinische Kaiser dringend bat, machte man an den westeurop\u00e4ischen H\u00f6fen und an der Kurie eine Vereinigung der beiden getrennten Kirchen zur Vorbedingung. Angesichts seiner Notlage war der byzantinische Kaiser dazu bereit, konnte aber eine solche Neigung in der \u00fcbrigen orthodoxen Welt angesichts seit Langem gepflegter antilateinischer Traditionen keineswegs voraussetzen. Eine Sedisvakanz in der russischen Metropolie nutzte Johannes VIII. Palaiologos nun dazu, \u00fcber den Patriarchen den unionsfreundlichen Griechen Isidor in Moskau als Metropoliten einzusetzen. Den Erwartungen, die man in ihn gesetzt hatte, wurde Isidor anfangs auch gerecht: Gro\u00dff\u00fcrst Vasilij II. stimmte zu, ihn an der Spitze einer Gesandtschaft zu einem allgemeinen Konzil nach Italien zu schicken, wo in Florenz 1439 tats\u00e4chlich eine Union der griechischen und lateinischen Kirche beschlossen wurde.<\/p>\n<p>Die Umsetzung des Unionsdekrets erwies sich jedoch als unm\u00f6glich: Im Fr\u00fchjahr 1441 kehrte Isidor als Kardinal und p\u00e4pstlicher Legat a latere zur\u00fcck. In Moskau traf er in allen Kreisen der Bev\u00f6lkerung auf vehemente Ablehnung der Union. Der Gro\u00dff\u00fcrst lie\u00df den Metropoliten im \u010cudov-Kloster gefangen setzen. Isidor gelang es allerdings bald zu fliehen, wobei er, wie ein Chronist ausdr\u00fccklich vermerkte, nicht verfolgt wurde.<\/p>\n<p>Isidors Flucht befreite Vasilij von dem als h\u00e4retisch betrachteten Metropoliten, brachte ihn und die russischen Hierarchen aber in eine Zwickm\u00fchle: Seit der Christianisierung war die russische Kirche ideell und jurisdiktionell an das Patriarchat in Konstantinopel gebunden, welches aber aus russischer Perspektive durch die Florentiner Union der \u201elateinischen H\u00e4resie\u201c anheimgefallen war. Bei der anstehenden Neubesetzung stand man also vor der Wahl, entweder durch die Einsetzung eines neuen Metropoliten im unierten Konstantinopel erneut einen Unionsanh\u00e4nger als Leiter der russischen Kirche zu erhalten oder aber mit den Traditionen zu brechen, die bisher als bindend betrachtet wurden. Eine L\u00f6sung des Problems konnte sein, vom Patriarchen die Erlaubnis zu erbitten, den Metropoliten durch die russischen Bisch\u00f6fe w\u00e4hlen zu lassen.<\/p>\n<p>Dieser Weg wurde allerdings nur z\u00f6gerlich und nicht sofort beschritten, denn Vasilij II. war 1446 von seinen Gegnern gefangengesetzt und geblendet worden. Erst als er wieder an die Macht gekommen war und zur Festigung seiner Position die Unterst\u00fctzung einer geeinten Kirche brauchte, w\u00e4hlten die russischen Bisch\u00f6fe Iona von Rjaza\u0144 Ende 1448 zu ihrem Metropoliten.<\/p>\n<p>Mit der Erhebung Ionas hatten die russischen Bisch\u00f6fe den politischen Notwendigkeiten entsprochen. F\u00fcr ihre eigenm\u00e4chtige Entscheidung gab es aber keinen Pr\u00e4zedenzfall, sie stie\u00df gleichfalls nicht auf ungeteilte Zustimmung beim Klerus und den einflussreichen Laien. So bem\u00fchte man sich, auch gegen\u00fcber dem Patriarchen, die eigenm\u00e4chtige Wahl nachtr\u00e4glich zu rechtfertigen.<\/p>\n<p>Eine v\u00f6llig neue Situation ergab sich, als im Mai 1453 Konstantinopel von den Osmanen erobert worden war: Der Fall der Stadt wurde in Moskau als g\u00f6ttliches Strafgericht interpretiert, welches die Byzantiner durch die Union mit der lateinischen Kirche \u2013 nach Moskauer Lesart ein Verrat an der Rechtgl\u00e4ubigkeit \u2013 auf sich gezogen h\u00e4tten. Nach dem Untergang des Byzantinischen Reiches hatte der Patriarch zwar die Kirchenunion mit Rom aufgek\u00fcndigt, war aber in die Abh\u00e4ngigkeit des Sultans geraten, was seiner Autorit\u00e4t gegen\u00fcber der Ru\u015b und ihrem orthodoxen Herrscher nur abtr\u00e4glich sein konnte. Die ver\u00e4nderten politischen Rahmenbedingungen zwangen den Patriarchen nach ersten Protesten, die Umwandlung einer seiner Kirchenprovinzen in eine autokephale Kirche hinzunehmen, eine Entwicklung, die das Prestige der Ru\u015b, das hei\u00dft insbesondere Moskaus, erh\u00f6hte. Allerdings geriet die Kirche selbst nun sehr viel st\u00e4rker in die Abh\u00e4ngigkeit des Moskauer Gro\u00dff\u00fcrsten, als sie es zuvor gewesen war.<\/p>\n<p>Die letzten Regierungsjahre Vasilijs II. verliefen nach dem Ende des Dynastischen Krieges in ruhigeren Bahnen. Es gelang ihm, die Moskauer Herrschaft nach innen und au\u00dfen zu konsolidieren sowie die gro\u00dff\u00fcrstliche Position zu st\u00e4rken. So hatte er mehrere Moskauer Teilf\u00fcrstent\u00fcmer eingezogen und sie den gro\u00dff\u00fcrstlichen Besitzungen zugeschlagen. Das Recht des Adels auf freien Abzug und Eintritt in die Dienste eines anderen F\u00fcrsten, welches urspr\u00fcnglich in allen F\u00fcrstent\u00fcmern der Ru\u015b Geltung besessen hatte, war schon vor seiner Regierung eingeschr\u00e4nkt worden, wurde aber \u2013 w\u00e4hrend sich gleichzeitig immer weniger eine Alternative zum Dienst in Moskau bot \u2013 noch weiter beschnitten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>IV.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem Tod seines Vaters konnte Ivan III. 1462 ein gesichertes und gefestigtes Erbe antreten, welches eine solide Basis f\u00fcr die Ver\u00e4nderungen darstellte, die sich unter seiner Herrschaft vollziehen sollten. So fand das schon von seinen Vorg\u00e4ngern eifrig betriebene so genannte \u201eSammeln der L\u00e4nder der Ru\u015b\u201c unter seiner Regierung einen vorl\u00e4ufigen Abschluss: In der zweiten H\u00e4lfte des 15. Jahrhunderts war die Position des Moskauer Gro\u00dff\u00fcrsten war gegen\u00fcber den noch selbstst\u00e4ndigen F\u00fcrsten nahezu erdr\u00fcckend geworden. Die F\u00fcrsten von Jaroslavl\u2018 und Rostov \u00fcbertrugen mehr oder minder freiwillig ihre Hoheitsrechte an den Moskauer Herrscher. Novgorod versuchte sich noch zur Wehr zu setzen. Die Beziehungen der reichen Handelsstadt waren bereits zu Vasilij II. betr\u00e4chtlichen Spannungen ausgesetzt gewesen, was sich unter seinem Sohn Ivan III. nicht \u00e4ndern sollte. Da Hilfe von den letzten selbstst\u00e4ndigen russischen F\u00fcrsten nicht mehr zu erwarten war, versuchte Novgorod sein politisches \u00dcberleben durch Anlehnung insbesondere an Litauen zu sichern. Doch gerade dies bot dem Moskauer Gro\u00dff\u00fcrsten Anlass zu einem Eingreifen in Novgorod: Im Sommer 1471 schickte Ivan III. seine Truppen gegen Novgorod, das vergeblich auf litauische Hilfe wartete und eine verheerende Niederlage erlitt. Novgorod musste hohe Kontributionszahlungen leisten, die Reste seiner fr\u00fcheren Autonomie, die mit dem Moskauer Herrschaftsanspruch schon vom Grundsatz her nicht in Einklang zu bringen war, wurden 1478 endg\u00fcltig beseitigt. Einige Jahre sp\u00e4ter annektierte Ivan III. Vereja-Beloozero und den ehemaligen Moskauer Rivalen Tve\u0155. Das Ende der Selbstst\u00e4ndigkeit dieser F\u00fcrstent\u00fcmer bedeutete dabei nicht nur eine weitere Vergr\u00f6\u00dferung des Moskauer Territoriums, sondern wurde auch zum Ausgangspunkt einer sukzessiven Reorganisation und Umgestaltung der Verwaltung sowie der Schaffung eines einheitlichen Rechts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>V.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Name Ivans III. ist nicht nur mit dem vorl\u00e4ufigen Abschluss des \u201eSammelns der L\u00e4nder Ru\u015b\u201c verkn\u00fcpft, sondern auch mit der f\u00fcr das russische Geschichtsbewusstsein so wichtigen \u201eAbsch\u00fcttelung des Tatarenjochs\u201c. \u00c4nderungen im Verh\u00e4ltnis zwischen Russen und Tataren begannen sich bereits gegen Ende des 14. Jahrhunderts anzuk\u00fcndigen: Im Jahr 1380 hatte der Moskauer Gro\u00dff\u00fcrst Dmitrij Donskoj ein tatarisches Heer erstmals in einer gro\u00dfen Feldschlacht geschlagen und damit den Nimbus tatarischer Unbesiegbarkeit zerst\u00f6rt. \u00c4u\u00dferes Zeichen beginnender Erosion tatarischer Macht seit dem Ende des 14. Jahrhunderts war auch die Emigration einzelner tatarischer F\u00fcrsten mit ihrem Gefolge nach Litauen oder in russische F\u00fcrstent\u00fcmer, hier vor allem nach Moskau. Dort lie\u00dfen sie sich taufen, traten in f\u00fcrstliche Dienste und wurden in den eingesessenen Adel aufgenommen. Entscheidend f\u00fcr die weitere Entwicklung des russisch-tatarischen Verh\u00e4ltnisses war jedoch, dass die Tataren die zeitweilige politische Destabilisierung Moskaus w\u00e4hrend des Gro\u00dfen Dynastischen Krieges wegen beinahe permanenter innerer Auseinandersetzungen nicht hatten ausnutzen k\u00f6nnen, um ihre Oberherrschaft neu zu befestigen. Unvereinbare politische Sonderinteressen der einzelnen Linien der herrschenden Dschingsiden f\u00fchrten w\u00e4hrend der 1530er und 1540er Jahre zum endg\u00fcltigen Zerfall der Golden Horde. An ihrer Stelle entstanden neue, heftig miteinander rivalisierende Khanate. F\u00fcr Moskau besonders wichtig waren hier vor allem die Gro\u00dfe Horde, die ihr Zentrum in der alten tatarischen Hauptstadt Sar\u0101i hatte, das Krimkhanat und das an der M\u00fcndung der Kama in die Wolga liegende Khanat von Kaza\u0144. Das Verh\u00e4ltnis Moskaus zu jedem einzelnen dieser neuen Machtzentren sollte sich dabei h\u00f6chst unterschiedlich gestalten.<\/p>\n<p>Die Beziehungen Moskaus zu Kaza\u0144 waren von gelegentlichen Konflikten gekennzeichnet, die aus Moskauer Versuchen zur Einflussnahme resultierten. Nach dem Tode des Khans Mahmud (1467) sollte es Ivan III. unter Ausnutzung interner Rivalit\u00e4ten dabei sogar gelingen, zeitweise einen von Moskau abh\u00e4ngigen Kandidaten als Khan von Kaza\u0144 zu etablieren. In der Politik Moskaus gegen\u00fcber Kaza\u0144 spielten nicht nur machtpolitische, sondern vor allem auch handelspolitische Erw\u00e4gungen eine Rolle: Kaza\u0144 nahm eine bedeutende Position im Handel mit sibirischen Pelzen ein, unterhielt Handelskontakte mit europ\u00e4ischen und osmanischen Kaufleuten sowie den Nogai-Tataren und kontrollierte die Verkehrswege \u00fcber die Wolga nach Astracha\u0144.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis Moskaus zur Gro\u00dfen Horde und zur Krim wurde w\u00e4hrend der Regierung Ivans III. nachhaltig durch das jeweilige Verh\u00e4ltnis der beiden miteinander verfeindeten tatarischen Herrschaften zu Polen-Litauen beeinflusst. Polen-Litauen hatte im fraglichen Zeitraum unter regelm\u00e4\u00dfigen Pl\u00fcnderungsz\u00fcgen der Krimtataren zu leiden, die zur Ann\u00e4herung an die Gro\u00dfe Horde f\u00fchren sollten. Als es zwischen dem Jagiellonen Kasimir IV. und Ahmed, der 1465 in der Gro\u00dfen Horde an die Macht gelangt war, zu einer Allianz gegen Moskau kam, n\u00e4herten sich als Reaktion darauf Ivan III. und der Krimkhan Mengli-Girej einander an. Nach einem \u00dcberfall Ahmeds im Sommer 1472 auf die Krim, zu dem dieser vom Herrscher von Polen-Litauen unter sp\u00e4ter nicht eingehaltenen Hilfszusagen angestiftet worden war, schlossen die Herrscher Moskaus und der Krim 1475 ein B\u00fcndnis zur Ausschaltung der Gro\u00dfen Horde. Zwar vertrieb Ahmed Mengli-Girej zun\u00e4chst aus der Krim, letzterer konnte aber das Khanat mit osmanischer Hilfe wieder an sich bringen. Dabei geriet die Krim dauerhaft unter osmanische Oberhoheit, was sie in einen Gegensatz zu Polen-Litauen brachte; diese f\u00fcr das \u00f6stliche Europa bedeutsame B\u00fcndniskonstellation sollte sich schlie\u00dflich verfestigen.<\/p>\n<p>Die zeitweilige Entmachtung Mengli-Girejs und die damit verbundene Isolierung Ivans III. versuchte Ahmed zur Durchsetzung seiner Herrschafts- und Tributanspr\u00fcche zu nutzen. So zitierte er den Moskauer Gro\u00dff\u00fcrsten, der schon l\u00e4nger keine Zahlungen mehr geleistet hatte, zur Kl\u00e4rung dieser heiklen Frage in seine Hauptstadt. Ivan III. dachte nicht daran, diesem Befehl nachzukommen, sandte allerdings eine Gesandtschaft nach Sar\u0101i, um den Khan nicht allzu offen zu br\u00fcskieren. Ahmed unternahm zun\u00e4chst nichts gegen den aus seiner Perspektive unbotm\u00e4\u00dfigen Gro\u00dff\u00fcrsten. Aber er lie\u00df sich nach der Annexion Novgorods durch Ivan III. von Kasimir IV. leicht daf\u00fcr gewinnen, im Sommer 1480 erneut gegen Moskau vorzugehen und mit einem Heer an den s\u00fcdlichen Grenzen des Moskauer Gro\u00dff\u00fcrstentums zu erscheinen.<\/p>\n<p>Zu einer entscheidenden Schlacht kam es allerdings nicht: Zwar lie\u00df Ivan seine Truppen an der Oka nach S\u00fcden vorr\u00fccken, erpicht auf einen Kampf war der Gro\u00dff\u00fcrst jedoch nicht. Statt auf die Ermahnungen seiner Umgebung und der Bisch\u00f6fe zu h\u00f6ren, die ihn zur Verteidigung der orthodoxen Christenheit gegen die muslimischen Tataren aufriefen, nahm Ivan III. Verhandlungen mit Ahmed auf. Dieser setzte in der Hoffnung auf die Hilfe seines polnisch-litauischen Verb\u00fcndeten seinen Feldzug jedoch fort und zog an die Ugra, einen Nebenfluss der Oka. Aber auch dieses Mal wartete er vergeblich und zog er es schlie\u00dflich wie sein Moskauer Gegner vor, seine milit\u00e4rischen Kr\u00e4fte zu schonen: Als n\u00e4mlich die Ugra im Sp\u00e4therbst zugefroren war und die beiden einander seit Wochen am jeweiligen Ufer gegen\u00fcberstehenden Heere leicht den Fluss h\u00e4tten \u00fcberqueren k\u00f6nnen, traten sie eiligst den R\u00fcckzug an. Auf diese wenig heroische, aber pragmatische Art wurde das so genannte \u201eStehen an der Ugra\u201c beendet, mit dem im russischen Geschichtsbewusstsein das Ende der Tatarenherrschaft verbunden ist. Trotzdem blieben die Tataren f\u00fcr die Politik Moskaus weiterhin eine ernstzunehmende politische und milit\u00e4rische Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>Gegen Ende des 15. Jahrhunderts rivalisierten Polen-Litauen, Moskau und die von den Osmanen unterst\u00fctze Krim nun um das Erbe der zerfallenen Goldenen Horde, das hei\u00dft vor allem um die Kontrolle wichtiger Handelswege, die sich von der Ostsee zum Schwarzen und zum Kaspischen Meer sowie nach Zentralasien erstreckten. Das B\u00fcndnis zwischen der Krim und Moskau, das lange eine Konstante der Moskauer Au\u00dfenpolitik gewesen war, l\u00f6ste sich nur wenige Jahre nach der 1502 erfolgten Zerschlagung des gemeinsamen Gegners auf. Nun kam es zu neuen Allianzen, darunter auch die Zusammenarbeit zwischen der Krim und Polen-Litauen gegen Moskau.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>VI.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die hier nur kurz skizzierten Entwicklungen hatten die Gewichte im Machtverh\u00e4ltnis zwischen Moskau und Litauen in der zweiten H\u00e4lfte des 15. Jahrhunderts zuungunsten des Letzteren verschoben. Neben au\u00dfenpolitischen Faktoren spielte hier der konfessionelle Graben eine Rolle, der sich seit der Einf\u00fchrung des Katholizismus zwischen den Litauern und ihren orthodoxen Untertanen aufgetan hatte. Zwar blieb die orthodoxe Kirche, deren Position vorher eine so g\u00fcnstige gewesen war, weiterhin gesch\u00fctzt, doch klar beg\u00fcnstigt wurde nun die Ausbreitung des katholischen Glaubens. Dieser wurde nun Voraussetzung f\u00fcr politischen und sozialen Aufstieg von Adligen, w\u00e4hrend gleichzeitig der polnische Einfluss zunahm. Dies f\u00fchrte zu Unzufriedenheit, die die urspr\u00fcnglich positive Haltung der orthodoxen Untertanen Litauens in Frage stellte. Angesichts einer immer aggressiveren Politik Ivans III. und des zunehmenden \u00dcbertritts von russischen F\u00fcrsten und ihres Anhangs in den Grenzregionen zum Moskauer Gebiet vermochte es Kasimir nicht, den Status quo zu bewahren. 1492 eskalierten Grenzstreitigkeiten in einen Krieg, der 1494 mit einem Frieden und ein Jahr darauf mit der Heirat Elenas, der Tochter Ivans, und Alexanders, des Nachfolgers Kasimirs, endete.<\/p>\n<p>Die dynastische Verbindung konnte den Frieden jedoch nicht sichern, sie bot im Gegenteil h\u00e4ufig einen Vorwand f\u00fcr Moskauer Einmischung unter konfessionellem Vorzeichen. Litauen war gegen\u00fcber Moskau nun in die Defensive geraten, der Moskauer Gro\u00dff\u00fcrst und seine Nachfolger forderten von Litauen die ostlavisch besiedelten Gebiete als ihre \u201evot\u010dina\u201c, ihr Vatererbe. Im russisch-litauischen Krieg von 1500-1503 sollte Litauen bereits ein Drittel der umstrittenen Gebiete verlieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>VII.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hatte sich die ausw\u00e4rtige Politik des Moskauer Staates bis weit in das 15. Jahrhundert hinein im Wesentlichen auf die Beziehungen zu Litauen und den Tataren beschr\u00e4nkt, so begann sich ihr Zuschnitt in der zweiten Jahrhunderth\u00e4lfte erheblich zu ver\u00e4ndern. Die Annexion Novgorods 1478 hatte den Gro\u00dff\u00fcrsten zum direkten Nachbarn Schwedens und Livlands gemacht, die sich beide durch die Moskauer Expansion bedroht f\u00fchlten. Auf der politischen Tagesordnung standen meist Grenzstreitigkeiten und Fragen rund um den lukrativen Handel, an dem auch die Hanse interessiert war, deren Novgoroder Kontor Ivan III. 1494 schlie\u00dfen lie\u00df. Livland, das unter der Leitung des Ordensmeisters Wolter von Plettenberg 1502 ein Moskauer Aufgebot am Smolina-See vernichtend geschlagen hatte, versuchte durch eine ebenso vorsichtige wie wachsame Politik seine fragile Existenz f\u00fcr einige Jahrzehnte zu sichern. Der Ausbruch des Livl\u00e4ndischen Krieges 1558 leitete schlie\u00dflich das Ende Livlands ein, um dessen Erbmasse in den folgenden Jahrzehnten zwischen Polen-Litauen, Schweden und Moskau erbittert gerungen werden.<\/p>\n<p>Im ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts wurden die Beziehungen zu Livland, zur Hanse und zu den skandinavischen L\u00e4ndern f\u00fcr Ivan III. zu einem Experimentierfeld f\u00fcr einen Titel, den auch Vasilij III. nur gelegentlich gebrauchen und erst Ivan IV. offiziell der Moskauer Titulatur hinzuf\u00fcgen sollte: den Zarentitel. Zwar war der Titel f\u00fcr russische F\u00fcrsten schon fr\u00fcher im kirchlichen Bereich verwandt worden und in literarischen Werken aufgetaucht. Doch nun wurde er nach dem Ende der tatarischen Oberherrschaft und vor dem Hintergrund einer allm\u00e4hlichen Ausformung eines neuen Herrschaftsverst\u00e4ndnisses, der Moskauer Autokratie, auch in den Beziehungen nach au\u00dfen genutzt.<\/p>\n<p>Bereits gegen Ende der Regierung Vasilijs II. war es unter Vermittlung byzantinischer Emigranten, die auch beim Aufbau des diplomatischen Apparates des Gro\u00dff\u00fcrstentums Moskau eine wichtige Rolle spielen sollten, zu Kontakten mit italienischen Handelsst\u00e4dten gekommen: Der junge Moskauer Staat suchte ausl\u00e4ndische Fachleute unter anderem f\u00fcr den repr\u00e4sentativen Ausbau der Hauptstadt, als M\u00fcnzmeister oder Gesch\u00fctzgie\u00dfer. Auf die neue Macht im Osten Europas aufmerksam geworden, hoffte man in den italienischen Republiken und an der Kurie im Moskauer Gro\u00dff\u00fcrsten einen m\u00f6glichen Verb\u00fcndeten im Kampf gegen das Osmanische Reich zu finden. Diesem Zweck und einer nach wie vor von der Kurie gew\u00fcnschten Kirchenunion diente auch die Vermittlung der Heirat zwischen dem fr\u00fch verwitweten Ivan III. und Zo\u00eb, der Nichte des letzten byzantinischen Kaisers, die in Rom katholisch erzogen worden war.<\/p>\n<p>Die prestigetr\u00e4chtige Ehe mit Zo\u00eb, in Moskau Sofija genannt, f\u00fchrte allerdings nicht zu den erhofften Ergebnissen: Sofija passte sich schnell an das Leben im orthodoxen Moskau an, von Kirchenunion war keine Rede und ein Krieg gegen den osmanischen Sultan lag zu dieser Zeit noch nicht im Moskauer Interesse; der erste russisch-t\u00fcrkische Krieg sollte erst 1676 ausbrechen.<\/p>\n<p>Ger\u00fcchte um eine etwaige Unionsbereitschaft auf Seiten Ivans III. und seines Sohns und Nachfolgers Vasilijs III. kamen allerdings immer wieder auf und sind wohl eher auf eine pragmatische Offenheit zur\u00fcckzuf\u00fchren, mit der man am gro\u00dff\u00fcrstlichen Hof auf ausl\u00e4ndische Fachkr\u00e4fte und deren Konfession reagierte. Wurde von westlicher Seite gegen\u00fcber Ivan III., Vasilij III. oder sp\u00e4ter Ivan IV. eine Kirchenunion angeregt, so wurde sie stets mit Verweis auf die eigene ungebrochene und rechtgl\u00e4ubige Tradition strikt abgelehnt.<\/p>\n<p>Hatte man in Moskau kein Interesse an der Teilnahme an Kriegen gegen die Osmanen oder an einer Kirchenunion, so sah es mit einer Zusammenarbeit gegen die Jagiellonen v\u00f6llig anders aus. Auch hier ging die Initiative anfangs von au\u00dfen aus: 1482 kam es zu ersten Kontakten zwischen Ivan III. und dem ungarischen K\u00f6nig Matthias Corvinus, der seine Machtposition in Ostmitteleuropa ausbauen wollte. Ein B\u00fcndnis mit Stephan IV. von der Moldau sollte im S\u00fcden Polen-Litauens die Allianz gegen die Jagiellonen vervollst\u00e4ndigen. Der Hospodar der Moldau hatte sich der polnischen Oberherrschaft gerade erst entledigt und versuchte, indem er zwischen dem Osmanischen Reich und Polen-Litauen lavierte, die Selbstst\u00e4ndigkeit seines F\u00fcrstentums zu behaupten.<\/p>\n<p>Die gemeinsame Gegnerschaft gegen die Jagiellonen brachte auch die Habsburger 1488 erstmals \u00fcber den schlesischen Ritter Nikolaus Poppel mit Moskau in Ber\u00fchrung. Offizielle Gesandtschaften und der Abschluss eines B\u00fcndnisses im Jahre 1490 folgten, welches aber infolge der r\u00e4umlichen Distanz, den damit verbundenen Kommunikationsproblemen und nicht zuletzt wegen eines 1491 in Pre\u00dfburg erzielten Kompromisses zwischen Habsburgern und Jagiellonen in der umstrittenen Frage der Nachfolge in Ungarn nicht wirksam wurde. W\u00e4hrend der Regierungszeit Ivans III. wurde dieses B\u00fcndnis nicht wiederbelebt. Bemerkenswert sind die fr\u00fchen Kontakte besonders durch das Schlaglicht, das sie auf das zeitgen\u00f6ssische Moskauer Herrschaftsverst\u00e4ndnis werfen: Der habsburgische Gesandte hatte dem Moskauer Gro\u00dff\u00fcrsten u. a. die Erhebung zum K\u00f6nig durch Kaiser Friedrich III. vorgeschlagen. Dem vermeintlich hochattraktiven Angebot wurde allerdings mit Verweis auf die g\u00f6ttliche Einsetzung der Gro\u00dff\u00fcrsten in ihre Herrschaft eine Abfuhr erteilt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>VIII.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach byzantinischer Zeitrechnung, die auch in der Ru\u015b gebr\u00e4uchlich war, war f\u00fcr das Jahr 7000 (1492) das J\u00fcngste Gericht erwartet worden. Das prognostizierte Ereignis war zwar nicht eingetreten, seine Erwartung hatte aber zu Unruhe in der Gesellschaft, zu gesteigerter Fr\u00f6mmigkeit sowie zur Entstehung der H\u00e4resie der sog. Judaisierenden gef\u00fchrt. Diese trat zuerst in Novgorod in Erscheinung und fand auch Anh\u00e4nger am Moskauer Hof. Ivan III., der sich gegen\u00fcber Litauen als strenger H\u00fcter der Orthodoxie inszenierte, sympathisierte dabei zeitweilig mit ihren Anh\u00e4ngern. Seine Neigung mag nicht zuletzt auf die kritische Haltung der Judaisierenden zum kirchlichen Grundbesitz zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, um den auch innerhalb der orthodoxen Kirche heftig gestritten wurde: Dort standen Nil Sorskij und seine Sch\u00fcler, die sich dem m\u00f6nchischen Ideal eines Lebens in asketischer Armut und Weltabgewandtheit verpflichtet f\u00fchlten, den machtkirchlich orientierten Verteidigern kirchlichen Grundbesitzes um Iosif Sanin, Abt von Volokolamsk, gegen\u00fcber. Der Gro\u00dff\u00fcrst selbst war im Rahmen seines Herrschaftsausbaus an einer Vergr\u00f6\u00dferung der Landreserven interessiert, aus denen er Dienstg\u00fcter an Adlige vergeben konnte.<\/p>\n<p>Es zeigte sich jedoch, dass die machtkirchlich orientierte Richtung um keinen Preis zu Zugest\u00e4ndnissen bereit sein w\u00fcrde. Ivan III. lenkte schlie\u00dflich ein, so dass sich die Iosifljanen in den Jahren 1503 und 1504 sowohl in der Frage des Kirchenlandes als auch gegen\u00fcber den Judaisierenden durchsetzen konnten, letztere wurden verfolgt und als H\u00e4retiker ausgel\u00f6scht. Ivan III. war der Zugriff auf das Klosterland zwar nun entzogen. Der Gro\u00dff\u00fcrst und seine Nachfolger konnten aber fortan auf die volle Unterst\u00fctzung der machtkirchlichen Richtung z\u00e4hlen, die russische Kirche wirkte an der gedanklichen Ausformung und ideellen Erh\u00f6hung der Moskauer Autokratie ma\u00dfgeblich mit: Als letzter unabh\u00e4ngiger orthodoxer Herrscher hatte der Gro\u00dff\u00fcrst die als rechtgl\u00e4ubig erkannten Traditionen unbedingt zu bewahren und damit einen heilsgeschichtlich bedeutsamen Auftrag zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>IX.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem Tode Ivans III. im Herbst 1505 bestieg Vasilij III. den Moskauer Thron und f\u00fchrte in vielen Bereichen die Politik seines Vaters fort. So annektierte er Pskov und Rjaza\u0144, die formal noch selbstst\u00e4ndig gewesen waren, und setzte die Zentralisierungspolitik nach innen fort. In seiner Politik gegen\u00fcber den Tataren hatte Vasilij III. jedoch gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten als sein Vater: Das Krimkhanat, der einstige Bundesgenosse, hatte sich mit Kaza\u0144 und Polen-Litauen wiederholt gegen Moskau verb\u00fcndet und das Gro\u00dff\u00fcrstentum mit Raubz\u00fcgen heimgesucht. 1521 war ein Herr des Krimkhans bis fast vor Moskau gezogen und trat erst den R\u00fcckzug an, als Tributzahlungen versprochen worden waren. Kaza\u0144 hatte sich fortgesetzter Moskauer Einmischungsversuche in innere Angelegenheiten erwehren k\u00f6nnen. Vasilij III. begn\u00fcgte sich schlie\u00dflich damit, durch den Bau von Festungen die Grenze zum Kaza\u0144er Gebiet zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Der wichtigste Gegner im Westen blieb Polen-Litauen. In diesem Kontext sollte es erneut zur Kontaktaufnahme mit den Habsburgern kommen: Dabei gelang es 1514 der Moskauer Seite den habsburgischen Gesandten, der urspr\u00fcnglich nur zur Vorbereitung eines B\u00fcndnisses zwischen den Habsburgern, D\u00e4nemark und Moskau autorisiert worden war, in \u00dcberschreitung seiner Instruktion zum Abschluss einer Allianz zu bewegen und dabei den Kaisertitel f\u00fcr Vasilij III. \u2013 und somit die von Moskauer Seite beanspruchte formale Ranggleichheit mit den Habsburgern \u2013 einzuf\u00fchren. Wenn auch das B\u00fcndnis von 1514 keine politischen Fr\u00fcchte trug, so wurde gerade dieses Detail des Vertrages wieder relevant, als Peter I. einen Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr den Titel eines Imperators suchte, den er 1721 gegen habsburgischen Protest annahm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>X.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Vasilij III. 1533 starb, war sein Sohn Ivan IV. minderj\u00e4hrig. Die Mitglieder der Regentschaft waren untereinander tief zerstritten, wobei es in der ersten Phase der tatkr\u00e4ftigen Mutter des Gro\u00dff\u00fcrsten, Elena Glinskaja, gelang, die Moskauer Grenzen zu sichern und eine \u00fcberf\u00e4llige M\u00fcnzreform durchzuf\u00fchren. Nach ihrem Tod 1538 verstrickten sich die verbliebenen Regentschaftsmitglieder aus einflussreichen F\u00fcrstengeschlechtern in Machtk\u00e4mpfe, in denen keine Seite dauerhaft die Oberhand behielt.<\/p>\n<p>Die Vollj\u00e4hrigkeit Ivans IV. und der Beginn seiner selbstst\u00e4ndigen Herrschaft im Jahre 1547 sollten einen Neubeginn darstellen, der mit einem neuen imperialen Herrschaftsbewusstsein verbunden wurde. Mit der ersten Kr\u00f6nung eines russischen Herrschers zum Zaren nach byzantinischem Ritus sollte es explizit zum Ausdruck gebracht werden. Anders, als man es bisweilen immer noch in historischen Darstellungen lesen kann, wurde die Legitimit\u00e4t des Vorgangs jedoch keineswegs von der nahen Verwandtschaft mit den Palaiologen abgeleitet, die in historiographischen Werken eher heruntergespielt wurde. Denn es waren aus Moskauer Sicht die Palaiologen gewesen, die durch die Florentiner Union das Ende des Byzantinischen Reiches heraufbeschworen hatten; daher taugten sie schwerlich f\u00fcr eine positive Traditionsbildung. Stattdessen wurden Legenden \u00fcber Verbindungen zwischen dem Kiever Reich und dem rechtgl\u00e4ubigen Byzanz vor der verabscheuten Union zum Nachweis der Legitimit\u00e4t herangezogen sowie Anspr\u00fcche auf Rangerh\u00f6hung auf die eigene erfolgreiche Herrschaft zur\u00fcckgef\u00fchrt. Daneben wurde sogar eine dynastische Verbindungslinie vom Haus des Augustus zu Rjurik, dem Stammvater der russischen F\u00fcrsten, konstruiert, um die Ehrw\u00fcrdigkeit des Herrscherhauses zu unterstreichen.<\/p>\n<p>Eine Gelegenheit, die religi\u00f6se Komponente des neuen imperialen Sendungsbewusstseins in Szene zu setzen, wurde nach der Kr\u00f6nung in den Beziehungen zu Kaza\u0144 gesehen: Gegen\u00fcber Kaza\u0144 war Moskau bereits im Jahre 1545 wieder in die Offensive gegangen, als dort innere Machtk\u00e4mpfe ausgebrochen waren. 1546 hatte man mit \u0160ah-Ali einen Khan von Moskaus Gnaden in Kaza\u0144 installiert, der aber kurz darauf von den Kaza\u0144ern vertrieben und durch einen Kandidaten von der Krim ersetzt worden war. Erste Feldz\u00fcge, die 1549 mit einem ersten Kreuzzugsaufruf des Metropoliten Makarij gegen die \u201egottlosen Hagarss\u00f6hne\u201c verbunden wurde, mussten wegen ung\u00fcnstiger Witterungsbedingungen abgebrochen werden. Erst die folgende Kampagne, vorbereitet mit dem Bau einer Festung in \u0160vja\u017esk, f\u00fchrte schlie\u00dflich zum Erfolg: Im Herbst 1552 fiel die Stadt, die durch eine anschlie\u00dfende Weihe, den Bau von Kirchen und der Zerst\u00f6rung von Moscheen symbolisch christianisiert wurde. Es gab ferner einen Befehl zu Zwangstaufen, der erst 1555 wieder zur\u00fcckgenommen werden sollte. Die letzten Chane von Kaza\u0144, Utemi\u0161-Girej und Jadygar, mussten sich ebenfalls taufen lassen und am Hof Ivans in Moskau leben, der nun selbst den Titel \u201eZar von Kaza\u0144\u201c annahm.<\/p>\n<p>In das zeitgen\u00f6ssische russische Geschichtsdenken, in die zeitgen\u00f6ssische Literatur und auch in die Kunst ging die Eroberung Kaza\u0144s als Akt der Verteidigung und Ausbreitung des Glaubens ein, vollbracht durch das siegreiche orthodoxe Kaisertum, in das sich der Moskauer Staat aus Sicht seines Herrschers und seiner Kirche mittlerweile verwandelt hatte.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urspr\u00fcnglich war Moskau ein eher unbedeutendes F\u00fcrstentum unter vielen, die w\u00e4hrend des Niedergangs der Kiever Ru\u015b entstanden waren. 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