{"id":118266,"date":"2026-01-28T16:02:15","date_gmt":"2026-01-28T15:02:15","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=118266"},"modified":"2026-01-28T16:02:15","modified_gmt":"2026-01-28T15:02:15","slug":"migration-und-integration-in-historischer-perspektive","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\/","title":{"rendered":"Migration und Integration in historischer Perspektive"},"content":{"rendered":"<p>Die Geschichte von Migrationen wird meist aus der Perspektive der Aufnahmegesellschaft geschrieben. Es gibt aber immer auch die andere Seite. Migration, ob erzwungen oder freiwillig, ob voller Verzweiflung oder voller Hoffnung, enthielt durch alle Zeiten Phasen hoher Irritation, gro\u00dfer Unsicherheit und Angst. Denn zwischen dem Verlassen der vertrauten Umgebung, der Familie, der Freunde, und der sicheren Ankunft an einem Ort, an dem man bleiben wird, liegt ein Raum gro\u00dfer Gef\u00e4hrdung. Es geht um Abschied und Grenz\u00fcberschreitung, um den oft schwierigen Weg durch das Unbekannte zu einem fernen und unklaren Ziel. Die Passage zwischen Abreise und Ankunft weckt vor allem bei erzwungener Migration Ur\u00e4ngste des Verlassen- und Versto\u00dfen-Seins. Vielfach wird sie auch konkret von traumatischen Erlebnissen begleitet, von Gewalt und Betrug oder dem Tod Nahestehender. Es ist die Phase des gr\u00f6\u00dften Ausgesetzt-Seins, in dem Migranten und Migrantinnen unbedingt \u201ePaten\u201c ben\u00f6tigen, die Ihnen ein neues Gef\u00fchl der Sicherheit vermitteln.<\/p>\n<p>Ein weiteres kommt hinzu: Zur Angst der Migranten und Migrantinnen korrespondiert die Angst der Menschen in den Ziell\u00e4ndern \u2013 Angst vor \u00dcberfremdung, vor Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, vor einem Verlust von Besitz und Privilegien. Die \u201eFremden\u201c will man nicht, man f\u00fcrchtet sie und lehnt sie deshalb ab. Diese Ablehnung ist nicht erst heute mit Aussperrung und Ausgrenzung verbunden. Viele der gro\u00dfen Zwangsmigrationen waren begleitet von Grenzschlie\u00dfungen und Internierungen, von Arbeitsverboten und Diskriminierungen. Das \u201eWir\u201c der Einheimischen konstruierte ein \u201eIhr\u201c der unerw\u00fcnschten Ank\u00f6mmlinge. Unter dieser Dichotomie von \u201eWir\u201c und \u201eIhr\u201c lassen sich dann sehr viele der konkreten Ausschlussszenarien fassen, die begannen, waren die Fl\u00fcchtenden erst einmal im Land.<\/p>\n<p>Die beiden korrespondierenden \u00c4ngste, die der Ankommenden und der Mitglieder der Aufnahmegesellschaft, gingen und gehen eine unselige Verbindung ein: Die Ankommenden sp\u00fcren die Ablehnung und dies steigert ihre Verzweiflung und Not. Und den Einheimischen versperrt die Angst vielfach den Blick auf die Qualit\u00e4ten und Angebote der Ankommenden. Vor dem Hintergrund der Angst lernt man sich nicht kennen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>I.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sind nun kurz einige Grundkoordinaten des Themas Migration zu skizzieren. Migration stellt meist einen lebenslangen, oft sogar generationen\u00fcbergreifenden Prozess dar. Der Soziologe Georg Simmel beschreibt den Migranten als einen \u201eGast der heute kommt und morgen bleibt\u201c. Dies enth\u00e4lt eine Definition, die viele Migrationsforscher zugrunde legen: Migration ist das \u00dcberschreiten einer Grenze mit der Absicht, dort \u2013 zumindest eine l\u00e4ngere Zeit &#8211; zu bleiben. Eine alternative ethnologische Definition lautet: Migration ist Bewegung von Menschen im geographischen Raum. Migration ist aber in jedem Falle mehr als Tourismus oder Mobilit\u00e4t: Menschen verlassen ihre Heimat, \u00fcberschreiten die Grenzen ihres Dorfes, ihrer Region, ihres Landes und \u201ewandern\u201c \u2013 \u00a0so immer noch der offizielle Terminus \u2013 in die St\u00e4dte, in andere L\u00e4nder und Erdteile. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr waren immer schon vielf\u00e4ltig. Hunger, Krieg, politische oder religi\u00f6se Verfolgung konnten Migrationen ausl\u00f6sen, aber auch Kriegsz\u00fcge mit Landnahmen, Handel, Arbeitssuche, Heiratsw\u00fcnsche.<\/p>\n<p>Das Begriffsinstrumentarium, mit dem operiert wurde und oft noch wird, ist meist selbst ein Teil der Migrationsgeschichte. Das gilt f\u00fcr die USA, aber auch f\u00fcr Deutschland und andere europ\u00e4ische L\u00e4nder. Der Umgang mit Migration spiegelt, so eine These, die Selbstdefinition einer Gesellschaft. Solche Muster sind dem historischen Wandel unterworfen: In den USA wurde aus der Idee der Verschmelzung in einem amerikanischen \u201emelting pot\u201c die \u201eSalatsch\u00fcssel\u201c, in der die verschiedenen Elemente vermischt, aber nicht verbunden nebeneinander weiterbestehen. In Deutschland galt zwar weiterhin der Abstammungs-Gedanke, wie auch die Aufnahme der Russland-Deutschen zeigt, und bis vor Kurzem war der Begriff der Einwanderungsgesellschafft ein Tabu, doch de facto hat sich sehr viel ge\u00e4ndert. Untergr\u00fcndig laufen jedoch die alten Konzepte weiterhin mit.<\/p>\n<p>Der Staat \u2013 bzw. in fr\u00fcheren Jahrhunderten der Herrscher oder eine st\u00e4dtische Obrigkeit &#8211; hat, und das ist f\u00fcr heutige Fragen wichtig, vor allem bei der jeweiligen Einwanderungspolitik Bedeutung: Die Zielregion kann Einwanderung f\u00f6rdern, Reisekosten, Land, Wohnung, Arbeitsm\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung stellen und eine Besch\u00e4ftigungs-Minderheitenquote installieren. Sie kann aber auch Einwanderung quotieren oder hohe finanzielle H\u00fcrden errichten, Arbeitsm\u00f6glichkeiten und Freiz\u00fcgigkeit einschr\u00e4nken. So wird sie zum Katalysator von Wanderungs- und Identifikationsprozessen. Hinzu treten tempor\u00e4re \u00f6konomische oder politische Faktoren wie Rezession oder Konjunktur, Krieg und Frieden, Fremdenfeindlichkeit oder eine positive Erwartung gegen\u00fcber den Neuank\u00f6mmlingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>II.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diskutiert wurde (und wird) aber meist nicht \u00fcber Migration, sondern \u00fcber \u201eIntegration\u201c im neuen Land. Der Begriff der Integration enth\u00e4lt an sich das Bild einer oder vielmehr zweier Kulturen, die aufeinandersto\u00dfen und miteinander verschmelzen, sich verbinden oder verschr\u00e4nken. In den USA werden, anders als in Deutschland, Integration und Assimilierung oft gleichgesetzt. Durch \u201eAkkulturation\u201c sollen Migranten die neuen Normen, Werte und Verhaltensmuster \u00fcbernehmen, also beispielsweise eine deutsche \u201eLeitkultur\u201c; nach einer Generation, so hofft man, seien die Zuwanderer \u201eintegriert\u201c und damit nicht mehr erkennbar. Damit wird die Ver\u00e4nderung der aufnehmenden Gesellschaft durch Migration meist kollektiv verdr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Mit einem kritischen Blick auf diesen Integrationsbegriff ist zu fragen, ob es die hier behauptete relativ homogene Kultur, in die man sich \u201eintegrieren\u201c k\u00f6nnte, \u00fcberhaupt je gab, ob nicht vielmehr die Aufnahmegesellschaften, wie es die Forschungen \u00fcber \u201ehybride Kulturen\u201c nahelegen, \u00fcber alle Zeiten hinweg vielfach fragmentiert und durchmischt waren. Keine Kultur ist von der Zirkulation von Menschen, Dingen, Zeichen und Informationen unber\u00fchrt geblieben. \u201eHybridit\u00e4t\u201c bedeutet ein vielf\u00e4ltiges \u00dcberlappen und \u00dcberschneiden von Traditionen und\u00a0 Diskursen, eine Aufl\u00f6sung der nur scheinbar festen Grenzen von Kulturen. Das Bild einer autochtonen Kultur, an die sich Migranten angleichen, in die sie sich h\u00e4tten integrieren k\u00f6nnen, wird fragw\u00fcrdig und br\u00fcchig: Autochtonie ist ebenfalls ein \u201ehybrides Gebilde\u201c, das nur \u00fcber eine l\u00e4ngere Zeit Bestand hatte. Aber eben darauf beziehen sich Polarisierungen, die einem \u201eWir\u201c der Einheimischen ein \u201eIhr\u201c der Anderen, der Fremden, gegen\u00fcberstellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>III.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Folgenden will ich nun einige wichtige Migrationssch\u00fcbe exemplarisch auf diese Fragen hin abklopfen.<\/p>\n<p>Zu meinem ersten Beispiel. Der Augsburger Religionsfriede von 1555 hatte das \u201eius emigrandi\u201c\u00a0 festgeschrieben, eine Schutzklausel vor religi\u00f6s bestimmter Verfolgung, die mit dem landesherrlichen Recht korrespondierte, anderskonfessionelle Untertanen zur Auswanderung zu zwingen. Auf dieses Recht zur Auswanderung konnten sich die evangelischen Glaubensfl\u00fcchtlinge st\u00fctzen, die seit den 1590er Jahren aus den \u00f6sterreichischen Erblanden flohen, um sich vor allem im s\u00fcddeutschen Raum wieder anzusiedeln. Wirtschaftlich potente Zuwanderer mit guten gesch\u00e4ftlichen Verbindungen fanden, vor allem in Friedenszeiten, deutlich schneller Aufnahme als arme Migranten, die bei den Ans\u00e4ssigen die Sorge ausl\u00f6sten, sie k\u00f6nnten der finanziellen Unterst\u00fctzung bed\u00fcrfen. Die rechtliche Integration dieser wohlhabenden Immigranten wurde meist in kurzer Zeit vollzogen. Die gemeinsame Konfession und die gemeinsame Sprache waren daf\u00fcr von gro\u00dfer Bedeutung, senkten sie doch auch die Bedenken gegen\u00fcber einer m\u00f6glichen Einheirat, dem Konnubium, das bis heute als zentrales Integrationskriterium gilt. Von Bedeutung war \u00fcberdies das bewegende Schicksal der Glaubensfl\u00fcchtlinge, das bei den Ans\u00e4ssigen eine emotionale Integrationsbereitschaft schuf. Auf positive Aufnahme konnten Fl\u00fcchtlinge auch rechnen, wenn sie als Arbeitskr\u00e4fte gebraucht wurden. Die Grundherren rissen sich nach den Menschenverlusten des 30-j\u00e4hrigen Kriegs um die Neuank\u00f6mmlinge und stellten ihnen zu g\u00fcnstigsten Bedingungen Land zur Verf\u00fcgung. Auch in den Reichsst\u00e4dten senkte man die Bedingungen f\u00fcr Neub\u00fcrger, war doch die Bev\u00f6lkerung durch Seuchen und Hunger oft auf 20 Prozent geschrumpft. Krieg und Not senkten jedoch deutlich die Bereitschaft, Fremde aufzunehmen. Die Aufnahmegesellschaft, so ist das zu res\u00fcmieren, bestimmte die Bedingungen. Davon hing dann auch die soziale und wirtschaftliche Integration der Immigranten ma\u00dfgeblich ab.<\/p>\n<p>Doch die Aufnahmegesellschaft profitierte, entgegen anf\u00e4nglicher Bef\u00fcrchtungen, am meisten von Zuwanderung. Dies zeigt sich an der zentralen Glaubensmigration der Folgezeit. Die Zuwanderung der Hugenotten nach der Aufhebung des Edikts von Nantes durch Ludwig XIV. 1685 legte durch die Gr\u00fcndung von \u201eChristian-Erlang\u201c den Grundstein f\u00fcr die wirtschaftliche Prosperit\u00e4t Erlangens. Bald folgten auch Kurpf\u00e4lzer Exulanten, die vor den Raubz\u00fcgen Ludwigs XIV. geflohen waren. \u00dcber viele Jahre war Erlangen zweisprachig, und die weitverbreitete Kenntnis der Weltsprache Franz\u00f6sisch sowie die Toleranz, dank derer hier mehrere Konfessionen nebeneinander lebten, war mit einer der Gr\u00fcnde, dass Markgraf Friedrich hier eine Universit\u00e4t gr\u00fcndete.<\/p>\n<p>Als zweites Beispiel will ich die Auswanderung des 18. und 19. Jahrhunderts anf\u00fchren, die auch wegen ihres Bruchs mit der Tradition der \u201estabilitas loci\u201c die Gem\u00fcter erregte. Zun\u00e4chst galten die Untertanen noch als Besitz des Grundherrn und in erweitertem Sinne die des Landesherren, die ohne Erlaubnis und Abstandszahlung ihren Ort nicht verlassen durften. Die Mobilisierung der Gesellschaft in der Folge der Franz\u00f6sischen Revolution, der Napoleonischen Kriege und der Montgelasschen Reformen begann diese Auffassung langsam aufzuweichen.<\/p>\n<p>Auswanderung, legale und illegale, hatte es jedoch in Bayern bereits vorher h\u00e4ufig gegeben. Doch wer ohne Erlaubnis des Landesherren auswanderte, musste mit sch\u00e4rfsten Strafen rechnen: Es drohten Verm\u00f6genskonfiszierung und Arbeitshaus. Der Auswanderung gingen h\u00e4ufig attraktive Angeboten aus dem Zielland voraus. So warb Katharina II. Kolonisten f\u00fcr Russland an und per Schiff zog es Ende des 18. Jahrhunderts viele Bayern \u00fcber die Donau nach Ungarn. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es zun\u00e4chst f\u00fcr Ungl\u00e4ubige, Juden und Bettler eine Lockerung des Verbots. In der bayerischen Verfassung von 1818 wurde dann ein beschr\u00e4nkter Auswanderungsanspruch zumindest in andere deutsche Staaten festgeschrieben. Erst ab 1871 gab es ein Recht auf Auswanderung.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der deutschen und europ\u00e4ischen Auswanderung des 19. Jahrhunderts hatte die USA zum Ziel; auch dort lockte die M\u00f6glichkeit, auf eigenen Grund und Boden sesshaft werden zu k\u00f6nnen; es handelte sich also zu einem \u00fcberw\u00e4ltigenden Teil um Wirtschaftsmigranten. Zwischen 1820 und 1920 wanderten allein 5,5 Millionen Menschen aus dem Gebiet des Deutschen Bundes und sp\u00e4teren Deutschen Reichs in die USA aus. 94 Prozent der Amerika-Auswanderer verf\u00fcgten \u00fcber transnationale Netzwerke. Die lokalen Netzwerke organisierten sich als Nachbarschaften oder Communities, als Anlaufstationen f\u00fcr individuelle Unterst\u00fctzung oder als Keimzelle (lokal-) politischer Organisation. Solche transnationalen Kommunit\u00e4ten sind also keine Erfindung des ausgehenden 20. Jahrhunderts und es ist auch kein beunruhigendes Ph\u00e4nomen, dass heutige Zuwanderer bem\u00fcht sind, sich in Gruppen zu organisieren, Verwandte und Bekannte als erste Anlaufstationen zu nutzen.<\/p>\n<p>Als drittes Beispiel ist die Arbeitswanderung in und nach Deutschland anzuf\u00fchren. Die gro\u00dfe Auswanderung wurde gegen Ende des Jahrhunderts immer mehr abgel\u00f6st durch die Wanderung der Arbeitsuchenden in die Industriegebiete, vor allem aber in die gro\u00dfen St\u00e4dte. Bereits um 1900 reichten die Arbeitskr\u00e4fte, die das eigene Land hervorbrachte, nicht aus: Deutschland wandelte sich von einem Arbeitskr\u00e4fteausfuhrland zu einem Arbeitskr\u00e4fteeinfuhrland. In Bayern kamen die ausl\u00e4ndischen Arbeitswilligen meist aus Norditalien \u2013 als Erntehelfer, Bahnbauarbeiter, Ziegeleiarbeiter. Man brauchte viele Kr\u00e4fte: So standen in M\u00fcnchner Vororten mit Ziegelindustrie wie in Berg am Laim in den Sommermonaten oft 900 italienische Ziegelarbeiter 1350 Einheimischen gegen\u00fcber \u2013 die wachsende Stadt brauchte Millionen Ziegelsteine. Es liegt die Frage nahe, wieso es hier nicht zu Unruhen kam. Dazu ein B\u00fcndel an Antworten: Man hatte die Arbeiter und Arbeiterinnen gerufen, die von Subunternehmern angeworben wurden; sie machten eine schwere und schmutzige Arbeit, die die Einheimischen ihnen nicht neideten; die Ziegelarbeiter waren in den Ziegelstadeln und in Arbeiterwohnungen getrennt von der Bev\u00f6lkerung untergebracht; und die katholische Kirche wirkte als \u201eIntegrationsagentur\u201c: die Italiener waren im Gottesdienst, in Burschenvereinen und anderen kirchlichen Vereinen integriert. Au\u00dferdem konnte man die italienischen Arbeitskr\u00e4fte, bei denen h\u00e4ufig die gesamten Familien mitarbeiteten, bei Konjunktureinbr\u00fcchen sofort wieder nach Hause schicken. Ganz \u00e4hnlich sah das zun\u00e4chst im Ruhrgebiet aus, wo die polnischen Arbeiter in den Bergwerken besch\u00e4ftigt waren; auch hier war die katholische Kirche ein zentraler Br\u00fcckenbauer.<\/p>\n<p>Im Zweiten Weltkrieg kamen zun\u00e4chst erneut italienische Arbeiter, dann Fremdarbeiter und immer mehr Zwangsarbeiter nach Bayern, die die einberufenen M\u00e4nner in der Industrie und der Landwirtschaft ersetzten. Kriegsgefangene wurden ebenfalls als Arbeitskr\u00e4fte besch\u00e4ftigt. Der Umgang mit diesen Arbeitskr\u00e4ften, von denen vor allem die \u201eOstarbeiter\u201c und Ostarbeiterinnen als Menschen dritter Klasse behandelt wurden, ist ein ganz eigenes Thema, das sich nicht kurz unter der \u00dcberschrift der \u201eArbeitsmigration\u201c abhandeln l\u00e4sst. Nach Kriegsende kehrten die meisten wieder in ihre Heimatl\u00e4nder zur\u00fcck, es kamen Vertriebene und Fl\u00fcchtlinge. Ab der Mitte der f\u00fcnziger Jahre, verst\u00e4rkt seit den sechziger Jahren, ging man erneut zur Anwerbung von \u201eGastarbeitern\u201c aus Italien und anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern \u00fcber.<\/p>\n<p>Industrialisierung und Urbanisierung, so l\u00e4sst sich dieses gro\u00dfe Thema kurz res\u00fcmieren, waren eng mit Migration verbunden. Die Migranten kamen zun\u00e4chst noch aus dem engeren Umland, im Zuge der Hochindustrialisierung wuchs der Radius dieser Arbeitswanderung jedoch immer mehr. Man rief Arbeitskr\u00e4fte, doch es kamen Menschen, deren Anwesenheit die Aufnahmegesellschaft ver\u00e4nderte, sie durchmischte und die Einheimischen dazu veranlasste, sich immer wieder neu ihrer selbst zu versichern. Jede neue Zuwanderergruppe unterschichtete die vorhergehende und trug zu ihrem sozialen Aufstieg bei. Dies f\u00fchrte jedoch nicht unbedingt dazu, dass sich diese als \u201eDeutsche\u201c f\u00fchlten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>IV.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um das Ausgangsthema der Polarisierung in \u201eWir\u201c und \u201eIhr\u201c wieder aufzunehmen, m\u00f6chte ich nun noch drei Zeitschnitte in den Blick nehmen: 1938-1945-2016, also eine Emigration und zwei Zuwanderungen. Das Beispiel der Emigration aus NS-Deutschland soll den Blick daf\u00fcr sch\u00e4rfen, was Flucht vor Verfolgung bedeutet, wenn man die Perspektive wechselt.<\/p>\n<p>Die von den Nationalsozialisten rassistisch verfolgten Menschen, die 1938 noch nicht aus Deutschland emigriert waren, erlebten im eigenen Land, aber auch von au\u00dfen die Ablehnung vieler L\u00e4nder der Welt. Ein Visum war meist nur zu bekommen, wenn Bekannte oder Unbekannte pers\u00f6nlich b\u00fcrgten, den Betreffenden im fremden Land bei Arbeitslosigkeit oder Not zu versorgen, damit nicht der dortige Staat damit belastet werde. Sp\u00e4testens seit der Pogromnacht war allen klar, dass es nun um Leib und Leben ging. Die j\u00fcdischen Kinder, in der heutigen Diktion w\u00e4ren das \u201eunbegleitete minderj\u00e4hrige Fl\u00fcchtlinge\u201c, die in England im Rahmen des Kindertransports aufgenommen wurden, erlebten den Abschied von den Eltern oft als dramatisch und endg\u00fcltig. Ohne dieses englische Angebot, 10.000 j\u00fcdische Kinder unter 17 Jahren aufzunehmen, w\u00e4ren aber wohl auch diese Kinder in der Shoah ermordet worden wie ein Gro\u00dfteil ihrer Eltern. Es hatten sich die Qu\u00e4ker und die j\u00fcdischen Gemeinden nach den Novemberpogromen 1938 an die englische Regierung gewandt, um diese Ausnahmeregelung zu erreichen; die Gemeinden b\u00fcrgten mit 50 Pfund (heute w\u00e4ren das etwa 1500 \u20ac) f\u00fcr jedes Kind. Der oskar-pr\u00e4mierte Film \u201eKindertransport \u2013 In eine fremde Welt\u201c beschreibt, wie diese Kinder mit der Verarbeitung ihrer Traumata allein gelassen wurden.<\/p>\n<p>Das Aufnahmeland England internierte nach dem Eintritt in den Krieg 1939 Emigranten, darunter auch etliche der Kinder, als \u201eenemy aliens\u201c z. B. auf der Isle of Man. Ausl\u00f6ser war die Angst der britischen Regierung und der Bev\u00f6lkerung. Auch nach Aufl\u00f6sung der Lager schlugen sich gerade \u00e4ltere Emigranten unter schlechtesten Lebensbedingungen in England durch.<\/p>\n<p>Mit einer erfolgreichen Flucht aus Deutschland begannen f\u00fcr viele der Emigranten die M\u00fchen des Exils. H\u00e4ufig folgten viele weitere Stationen. Manche Schiffe wurden auch von Hafen zu Hafen weitergeschickt, bevor die Emigrierten irgendwo vielleicht doch an Land gehen durften. Auf der Flucht oder in unwirtlichen Fluchtorten war die Angst st\u00e4ndiger Wegbegleiter. Insgesamt war f\u00fcr die meisten Emigrierten der Abschied von Deutschland der Beginn einer langen, oft lebenslangen Strecke der Heimatlosigkeit und des sozialen Abstiegs. Auch noch nach 1945 kam es zu vielen Weiterwanderungen vor allem in das gelobte Einwanderungsland USA, das gute Aufstiegsm\u00f6glichkeiten bot. Die Angst der j\u00fcdischen Verfolgten blieb jedoch bestehen.<\/p>\n<p>1945 begann im zerst\u00f6rten und besetzten Deutschland ein neues Kapitel der Migrationsgeschichte: Es suchten zun\u00e4chst diejenigen Schutz, die vor der vorr\u00fcckenden Roten Armee flohen, dann immer mehr Menschen, die nach den Bestimmungen des Potsdamer Protokolls aus den deutschen Ostgebieten oder aus Ostmitteleuropa ausgewiesen worden waren. Allein nach Bayern kamen etwa zwei Millionen Menschen; kleine Landgemeinden wuchsen oft um mehr das Doppelte an. Hier eine Momentaufnahme aus dem Jahr 1946: F\u00fcr das kleine Dorf P\u00f6cking in Landkreis Starnberg bedeutete dies, dass 555 Einwohnern \u00fcber 18 im Kerndorf 489 Zugezogene gegen\u00fcberstanden, im Nachbardorf Maising kamen auf 121 Einheimische 175 Zugezogene.<\/p>\n<p>Die Fl\u00fcchtlinge und Vertriebenen, darunter sehr viele Frauen und Kinder, hatten oft dramatische und traumatische Fluchterlebnisse hinter sich. Oft sahen sich die Menschen, die nicht freiwillig ihre Heimat verlassen hatten, nach der Ankunft jedoch mit hartherziger Ablehnung konfrontiert. So schrieb der aus Karlsbad stammende praktische Arzt Dr. Adolf Bernhard im September 1947: \u201eIch habe als Fl\u00fcchtling mein ganzes Verm\u00f6gen verloren und habe keinerlei, wie immer geartetes Einkommen, sondern ich lebe lediglich von den Unterst\u00fctzungen meiner Kinder. Was das in meinem Falle, als ehemals verm\u00f6gender Mann, bedeutet, brauche ich wohl nicht zu schildern. Ich lebe als 84j\u00e4hriger Mann, halb erblindet und v\u00f6llig arbeitsunf\u00e4hig unter den primitivsten Verh\u00e4ltnissen um nicht zu sagen, ich friste nur mehr mein Leben.\u201c Vielfach ist in Erz\u00e4hlungen von Ankunft und ersten Erfahrungen die Rede von zutiefst kr\u00e4nkenden Zur\u00fcckweisungen, von der Verzweiflung einer Familie, die mit der wenigen geretteten Habe von T\u00fcr zu T\u00fcr oder gar von Ort zu Ort zieht, ohne aufgenommen zu werden. Die Geschichte \u00fcber die hartherzigen und abweisenden Einheimischen findet sich in beklemmend vielen Erinnerungen von Heimatvertriebenen. Es ist, so genau sie im Einzelfall auch stimmen mag, gleichzeitig die Geschichte des Heimatverlustes sowie der verst\u00f6rten und verst\u00f6renden Ankunft in der Fremde. Doch in anderen Erinnerungen tauchen dann auch die freundlichen Helfer, die \u201ePaten\u201c im neuen Lebensabschnitt auf, die sich der Hilflosen erbarmen, die ein Herz haben und W\u00e4rme und Essen teilen.<\/p>\n<p>Die Einheimischen sahen die Ank\u00f6mmlinge oft als Eindringlinge an. Es gab Bauern, die den Boden eines unbewohnten Zimmers in ihrem Hof herausrissen, nur um keine Einquartierung zu bekommen, sie lehnten es ab, die K\u00fcche oder gar das Essen mit den Zugewiesenen zu teilen, es kursierten bittere Fl\u00fcchtlingswitze und Spottnamen. In einem bayerischen Bericht vom Juli 1946 wurde die Bef\u00fcrchtung ge\u00e4u\u00dfert, das Fl\u00fcchtlingsgesetz, das f\u00fcr die Arbeitsvermittlung das Prinzip der \u201egr\u00f6\u00dferen Bed\u00fcrftigkeit\u201c festlege, f\u00fchre zu einer \u201eEntrechtung der angestammten Bev\u00f6lkerung zugunsten der Fl\u00fcchtlinge\u201c. Dahinter steckten nicht nur Hartherzigkeit und Seelenblindheit. Immer wieder wurde die Angst formuliert, die Angst um die eigene Identit\u00e4t, um Besitz und Verf\u00fcgungsmacht, um Einfluss und Privilegien. Der Fremde, der Fl\u00fcchtling, wird zu einem Sendboten des Unbewussten, der alle Verteidigungsmechanismen in Bewegung setzt. Die Fl\u00fcchtlinge galten als Habenichtse und Felddiebe, als \u201eHorden\u201c, die Restdeutschland \u201e\u00fcberschwemmten\u201c. Diese \u201eFlut- und Deichgraf-Metaphorik\u201c ist bis heute \u00fcblich, um Migrationen als Naturkatastrophen erscheinen zu lassen. Jede Gruppe setzt dabei nach au\u00dfen Grenzen und versucht sich dadurch neu zu definieren, doch ist dies fragil und st\u00e4ndig der Ver\u00e4nderung unterworfen.<\/p>\n<p>Bereits Anfang des 20.Jahrhunderts beschrieb der Soziologe Georg Simmel den Fremden als \u201eProvokateur\u201c: In seinem Anderssein gegenw\u00e4rtig provozierend, hat er die Gel\u00f6stheit des Kommens und Gehens noch nicht abgelegt und demonstriert den Einheimischen, dass die Welt, in der sie leben, keineswegs begr\u00fcndungslos selbstverst\u00e4ndlich ist. Um ihre Identit\u00e4t nicht zu verlieren, m\u00fcssen sie sich neu definieren, indem sie sich von ihm abgrenzen; dies erleichtert der \u201eProvokateur\u201c meist dadurch, dass er eine ganze Zeit am Wertesystem seiner Heimat festh\u00e4lt. Dies l\u00f6st Angst aus, so Simmel: \u201eAngst kommt auf, wenn Grenzen \u00fcberschritten werden m\u00fcssen und wir von etwas Gewohntem, Vertrauten uns zu l\u00f6sen und uns in Neues, Unvertrautes zu wagen haben. Der Fremde ist dabei wesentlich der Mensch, der fast alles, das den Mitgliedern der Gruppe, der er sich n\u00e4hert, unfraglich erscheint, in Frage stellt.\u201c<\/p>\n<p>Im konkreten Fall der Vertriebenenintegration nach 1945 kam es letztlich zu einem guten Ende. Es wurde dann eben doch eine privilegierte Eingliederung: Es halfen die gleiche Sprache, die gemeinsame Religion \u2013 obwohl es Protestanten im katholischen Altbayern und Katholiken in Franken auch nicht gut erging-, es half der Bezug auf eine gemeinsame deutsche Kulturnation. Die Angst wurde durch Erfahrung besiegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>V.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und damit sind wir im Jahr 2016 und bei der aktuellen Fl\u00fcchtlingssituation: Wieder kommen Menschen mit dem N\u00f6tigsten, mit traumatischen Fluchterfahrungen, voller \u00c4ngste und Hoffnungen in das inzwischen reiche Deutschland. Die Angst begleitete sie \u00fcber das Meer, in den Schlauchbooten und seeunt\u00fcchtigen Schiffen, gegen\u00fcber den Schleusern, die sie ausnehmen und betr\u00fcgen, auf der Balkanroute an Z\u00e4unen und Grenzen. Wieder sind die Grenzen Orte der Zur\u00fcckweisung, wieder ist die liminale Phase der Flucht voller Schrecken f\u00fcr Kinder und Erwachsene. Die Macht der Bilder ist bei dieser Migration \u00fcberw\u00e4ltigend: Massen und M\u00fcll, Menschen in \u00fcberf\u00fcllten Z\u00fcgen, wandernde Menschenmengen auf Feldwegen, Bahnlinien und Autobahnen, Verzweifelte in wilden Lagern, Angekommene in Zelten oder Containern in der Nachbarschaft. Wieder brauchen sie \u201ePaten\u201c f\u00fcr den Neuanfang. Und wieder greifen auch die Mechanismen, die bereits beschrieben wurden: Hasserf\u00fcllte Demonstranten am Zaun von Fl\u00fcchtlingscamps, auf deutschen Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen, Deichgrafmetaphorik und Endzeitszenarien, uns\u00e4gliche Kampagnen in den sozialen Medien, Wahlsiege f\u00fcr die AfD. Wieder f\u00fcrchten wir alle um Wohlstand und Privilegien, wieder stellen sich Fragen von Identit\u00e4t, Besitz und Verf\u00fcgungsmacht.<\/p>\n<p>Niemand kann sagen, wie diese heutige Herausforderung bew\u00e4ltigt werden kann. Aber es lassen sich doch Erfahrungen aus der Geschichte heranziehen: Es gibt gute Chancen, dass auch diese Migration letztlich nicht zum Kollaps f\u00fchrt. Wieso sollte sie, wenn auch im zerst\u00f6rten Deutschland nach 1945 kein B\u00fcrgerkrieg ausbrach, als in Deutschland zw\u00f6lf und davon in Bayern zwei Millionen aufzunehmen waren, insgesamt fast ein Viertel der Bev\u00f6lkerung neu hinzukam? Wieso sollte sie bei einer prosperierenden Wirtschaft und geringer Arbeitslosigkeit, bei einer Wirtschaft, die in Zukunft auf junge Leute angewiesen sein wird? Vergleichen wir noch einmal die Zahlen: 1946 standen in P\u00f6cking 555 Einwohnern \u00fcber 18 im Kerndorf 489 Zugezogene gegen\u00fcber; heute sind es bei 4212 Einwohnern im Kernort P\u00f6cking 141 Asybewerber\/Fl\u00fcchtlinge. Und das soll nicht zu schaffen sein?<\/p>\n<p>Wie ich Ihnen gezeigt habe, war Migration in der Geschichte die Normalit\u00e4t, nicht der Ausnahmefall war. Immer wieder machten sich die Menschen auf den Weg, um im fremden Land neue Chancen zu finden \u2013 nach dem 30j\u00e4hrungen Krieg wurde das Allg\u00e4u von Tirol aus und Franken von B\u00f6hmen aus fast neu bev\u00f6lkert, im 19. Jahrhundert brachen die Europ\u00e4er in Millionenzahl nach Amerika auf, im 20. Jahrhundert holte man nach den Vertriebenen und DDR-Fl\u00fcchtlingen immer mehr Arbeitskr\u00e4fte ins Land, die intensiv am deutschen Wirtschaftswunder mitarbeiteten. Auch B\u00fcrgerkriegsfl\u00fcchtlinge und Asylbewerber kennen wir seit vielen Jahren. Immer wieder kam die Angst auf, das sei nicht zu bew\u00e4ltigen \u2013 und immer wieder lehrte die Erfahrung, dass es anders war. Wir k\u00f6nnen nicht in die Zukunft sehen. Doch es ist Optimismus gefragt, nicht die Angst.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte von Migrationen wird meist aus der Perspektive der Aufnahmegesellschaft geschrieben. Es gibt aber immer auch die andere Seite. Migration, ob erzwungen oder freiwillig, ob voller Verzweiflung oder voller Hoffnung, enthielt durch alle Zeiten Phasen hoher Irritation, gro\u00dfer Unsicherheit und Angst. Denn zwischen dem Verlassen der vertrauten Umgebung, der Familie, der Freunde, und der&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"menu_order":102,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-118266","media-library","type-media-library","status-publish","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Migration und Integration in historischer Perspektive - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Migration und Integration in historischer Perspektive - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die Geschichte von Migrationen wird meist aus der Perspektive der Aufnahmegesellschaft geschrieben. Es gibt aber immer auch die andere Seite. Migration, ob erzwungen oder freiwillig, ob voller Verzweiflung oder voller Hoffnung, enthielt durch alle Zeiten Phasen hoher Irritation, gro\u00dfer Unsicherheit und Angst. Denn zwischen dem Verlassen der vertrauten Umgebung, der Familie, der Freunde, und der&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"496\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"216\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/png\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"20 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\\\/\",\"name\":\"Migration und Integration in historischer Perspektive - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2026-01-28T15:02:15+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Migration und Integration in historischer Perspektive\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Migration und Integration in historischer Perspektive - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Migration und Integration in historischer Perspektive - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Die Geschichte von Migrationen wird meist aus der Perspektive der Aufnahmegesellschaft geschrieben. Es gibt aber immer auch die andere Seite. Migration, ob erzwungen oder freiwillig, ob voller Verzweiflung oder voller Hoffnung, enthielt durch alle Zeiten Phasen hoher Irritation, gro\u00dfer Unsicherheit und Angst. Denn zwischen dem Verlassen der vertrauten Umgebung, der Familie, der Freunde, und der&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","og_image":[{"width":496,"height":216,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","type":"image\/png"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"20 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\/","name":"Migration und Integration in historischer Perspektive - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"datePublished":"2026-01-28T15:02:15+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/migration-und-integration-in-historischer-perspektive\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Migration und Integration in historischer Perspektive"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/118266","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/118266\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":118267,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/118266\/revisions\/118267"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118266"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}