{"id":118379,"date":"2026-01-30T10:34:07","date_gmt":"2026-01-30T09:34:07","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=118379"},"modified":"2026-01-30T10:34:56","modified_gmt":"2026-01-30T09:34:56","slug":"heute-im-blick-provokationen-fuer-eine-kirche-die-mit-den-menschen-geht","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/heute-im-blick-provokationen-fuer-eine-kirche-die-mit-den-menschen-geht\/","title":{"rendered":"Heute im Blick"},"content":{"rendered":"<h3><strong> Alles klar? Hoffentlich nicht! Von der T\u00e4uschung zur Ent-T\u00e4uschung<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor einem Jahr hatten wir einen Gast im Kloster, der bei der Petrusgemeinschaft seine geistliche Heimat gefunden hat. Am ersten Tag beim Kaffee nach dem Mittagessen sagte zu mir, dass er mein Buch \u201eHeute im Blick\u201c gekauft habe. Er h\u00e4tte schon noch einige Anfragen. Als ich mich erkundigte, was ihm M\u00fche mache, antwortete er: \u201eEine Kirche, in der alles klar ist, ist nicht katholisch.\u201c Das ist der letzte Satz in der Einf\u00fchrung. Ich schlug ihm vor, einfach weiterzulesen und uns an seinem letzten Klostertag zu einem Gespr\u00e4ch zu treffen. Er er\u00f6ffnete das Gespr\u00e4ch mit den Worten: \u201eDie Anfragen haben sich in der Zwischenzeit er\u00fcbrigt. Zum ersten Mal habe ich vor Freude \u00fcber unseren Glauben geweint.\u201c<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcberzeugt, dass wir in einer gesegneten Zeit leben. Heute spricht Gott zu uns \u2013 sogar sehr deutlich. Darum wage ich das zu sagen: Eine Kirche, in der alles klar ist, ist nicht katholisch. Darf man so etwas behaupten? Zuerst muss festgehalten werden, dass mit \u201ekatholisch\u201c nicht eine Konfession gemeint ist, sondern ein Qualit\u00e4tsmerkmal der Kirche, das die Weite zum Ausdruck bringt. Und dies muss selbstverst\u00e4ndlich auch in einer Konfession besonders erfahrbar sein, die sich katholisch nennt.<\/p>\n<p>In unserem christlichen Glaubensleben gibt es zwei Protagonisten. Der erste Protagonist ist Gott selbst. Es ist dieser Gott, der immer wieder \u00fcberrascht, dessen Gedanken nicht unsere Gedanken sind. Wer einen Gott verehrt, bei dem alles klar ist, verehrt einen von Menschen selbstfabrizierten G\u00f6tzen, aber nicht den lebendigen Gott unseres Glaubens. Wer Gott begegnet, wird \u00fcberrascht. Davon zeugt die ganze Heilige Schrift. Alle Menschen, die Jesus Christus begegnen, werden \u00fcberrascht. Sie staunen. Sie werden aufgerichtet. Sie wagen neue Wege. Sie werden entlarvt. Immer, wenn ich einen Evangeliumsabschnitt lese oder h\u00f6re, und nicht \u00fcberrascht werde, habe ich nicht wirklich hingeh\u00f6rt. Wie sollte der lebendige Gott, der durch die ganze Geschichte Menschen \u00fcberrascht, heute nicht mehr \u00fcberraschen? Wieso sollte pl\u00f6tzlich alles klar sein?<\/p>\n<p>Der zweite Protagonist ist der Mensch. Auch beim Menschen ist nicht alles klar. Er \u00fcberrascht immer wieder. Davon wissen zum Beispiel Eltern viel zu erz\u00e4hlen. Das Kind ist nicht eine Kopie seiner Eltern. Es geht schon fr\u00fch eigene Wege. Das ist nicht immer leicht f\u00fcr die Eltern, aber es bezeugt die Originalit\u00e4t jedes Menschen. Selten ist uns bei Menschen alles klar. Das ist immer dann der Fall, wenn wir sagen: \u201eDiesen Menschen kenne ich. Der braucht mir nichts zu sagen.\u201c Eine solche Haltung zeugt allerdings nicht von Liebe. Und wirklich kennen k\u00f6nnen wir einen Menschen nur, wenn wir ihn lieben. Aber auch dann bleibt er \u00fcberraschend \u2013 ja erst recht wird er uns immer wieder \u00fcberraschen. Diese Erfahrung betrifft nicht nur Begegnungen mit anderen Menschen. Nicht einmal uns selbst kennen wir wirklich. Wir bringen es noch und noch fertig, uns selbst zu \u00fcberraschen. Davon schreibt auch der heilige Paulus: \u201eIch begreife mein Handeln nicht\u201c (R\u00f6m 7,15). Wir tun, was wir nicht wollen; und was wir wollen, tun wir nicht.<\/p>\n<p>Eine Kirche, in der alles klar ist, ist nicht Ort der Begegnung zwischen Gott und dem Menschen, sondern ein geschlossenes System. Wenn uns in der Kirche alles klar ist, nehmen wir weder Gott noch den Menschen ernst. Darum ist eine Kirche, in der alles klar ist, selbstverst\u00e4ndlich nicht katholisch. Es fehlt ihr die Weite. Sie ist vor allem von Enge bestimmt, von Angst vor dem Verlust der Kontrolle. Dann wird sie als bedrohende Institution wahrgenommen, die um ihre Macht k\u00e4mpft und ihre Privilegien verteidigt. Das steht im Gegensatz zum gro\u00dfartigen Bild, das der heilige Benedikt uns als Kriterium hinterlassen hat: \u201eWer im Glauben voranschreitet, dem weitet sich das Herz.\u201c\u00a0 Eine Kirche, in der alles klar ist, ist nicht katholisch. Zumindest das sollte klar sein.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich k\u00f6nnen auch wir alles einhalten, was im Gesetz steht, aber immer mehr Ungl\u00e4ubige werden. Das Schlimme kann sich einschleichen, \u00fcber das der Geigenbauer Martin Schleske schreibt: \u201eEs ist eine subtile Form des Unglaubens, wenn man sich an das, was man glaubt, gew\u00f6hnt hat. In der Gew\u00f6hnung ist die Seele ohne Hoffnung und der Geist ist ohne Fragen.\u201c\u00a0 Da ist alles klar. Das ist besonders die Versuchung der Frommen. Kardinal Alfred Bengsch (1921-1979), Bischof von Berlin, war sich dieser Gefahr bewusst. Er sprach sie in aller Deutlichkeit an: \u201eEs gibt auch eine Fr\u00f6mmigkeit, die Schlaf ist, gef\u00e4hrlicher Schlaf, denn sie hat ein gutes Gewissen. Wir sind im Besitz erstarrt. Wir sind n\u00e4mlich so sehr und so sicher im \u201awahren Christentum\u2018, dass uns nichts mehr fehlt. Wir haben doch den menschgewordenen Heiland, wir haben die Sakramente, wir haben die wahre Lehre, wir sind geborgen in der wahren Kirche \u2013 wo ist da noch Raum f\u00fcr die Erwartung? Freilich, es gibt den Tod und das Leben nach dem Tode. Aber steht das nicht f\u00fcr unser Gef\u00fchl \u201aauf einem anderen Blatt\u2018? Hier jedenfalls ist alles klar und fertig wie ein perfekter Versicherungsvertrag.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Illusionen in der Kirche<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da t\u00e4uschen wir uns aber ganz geh\u00f6rig \u2013 gerade im Zentralen unseres Lebens. Die M\u00f6nche, die im 4.\/5. Jahrhundert in der \u00e4gyptischen W\u00fcste gelebt haben, sprechen oft von Illusionen. Sie meinen damit Vorstellungen und Lebenshaltungen, die nicht der Wirklichkeit entsprechen, aber unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit und unser Handeln Tag f\u00fcr Tag stark beeinflussen. Illusionen \u2013 in deutscher Sprache k\u00f6nnen wir sie auch T\u00e4uschungen nennen \u2013 behindern uns, zutiefst menschlich und authentisch zu werden. Sie sind nicht einfach falsch \u2013 das w\u00fcrden wir leicht merken und uns folglich von ihnen verabschieden. Aber sie verf\u00e4lschen die Wirklichkeit. Das Tragische bei jeder Illusion ist daher, dass wir auf die Wirklichkeit nicht angemessen reagieren k\u00f6nnen. Denn wir reagieren immer auf die Wirklichkeit, wie wir sie uns vorstellen und nicht darauf, wie sie tats\u00e4chlich ist. Das hei\u00dft: Wir reagieren oft auf Illusionen. Und das kann nat\u00fcrlich nicht gut herauskommen. Hier passiert im Kleinen und im Gro\u00dfen, was Johann Wolfgang von Goethe mit einem treffenden Wort formuliert hat: \u201eWenn man das erste Knopfloch verfehlt, kommt man mit dem ganzen Zukn\u00f6pfen nicht zurecht.\u201c Oft merken wir das erst, wenn wir f\u00fcr den letzten Knopf das entsprechende Knopfloch nicht finden. Vorher haben wir ungest\u00f6rt einen langen Weg zur\u00fcckgelegt, ohne dass wir den Fehler, der zu Beginn passiert ist, bemerkt h\u00e4tten. So kann es uns auch im Leben ergehen. Je mehr wir in Illusionen leben, umso mehr reagieren wir nicht auf die Wirklichkeit, sondern auf unsere Illusionen. Das ist der beste Weg ins Ungl\u00fcck. Der bekannte Kommunikationsforscher Paul Watzlawick erz\u00e4hlt dazu in seinem B\u00fcchlein \u201eAnleitung zum Ungl\u00fccklichsein\u201c ein eindr\u00fcckliches Beispiel aus dem Alltagsleben. Es ist die Geschichte mit dem Hammer. \u201eEin Mann will ein Bild aufh\u00e4ngen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschlie\u00dft unser Mann, hin\u00fcberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon gr\u00fc\u00dfte er mich nur so fl\u00fcchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgesch\u00fctzt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich g\u00e4be es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Blo\u00df weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht\u2019s mir wirklich. \u2013 Und so st\u00fcrmt er hin\u00fcber, l\u00e4utet, der Nachbar \u00f6ffnet, doch noch bevor er \u201aGuten Tag\u2019 sagen kann, schreit ihn unser Mann an: \u201aBehalten Sie sich ihren Hammer, Sie R\u00fcpel!\u2019 \u201eBestimmte Personengruppen k\u00f6nnen \u00e4hnliche Illusionen-Kisten vorweisen. Um besser zu verstehen, was Illusionen und ihre Auswirkungen sind, sei hier ein Blick in die Kiste der Personen in kirchlichen Berufen gewagt. Der Verst\u00e4ndlichkeit halber werden sie bewusst pointiert dargestellt, wenn nicht sogar \u00fcberspitzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eIch bin etwas Besseres.\u201c<\/strong> Als ich in den USA zum Studium weilte, kam mir vieles \u2013 auch im Leben der Kirche \u2013 recht ungewohnt vor. Komisch, ja sogar absto\u00dfend ber\u00fchrt haben mich Fernseh-Werbespots f\u00fcr Priesterberufungen. An einen kann ich mich noch besonders erinnern. Es wurde ein schicker junger Mann in Priesterkleidung gezeigt, der mit einer Aktentasche in der Hand wie ein Manager eine Stra\u00dfe heraufkam. Dann wurde eine Frau eingeblendet, die die einzigen Worte des Werbespots sprach: \u201eMy son, the Father!\u201c Mit diesem Werbespot wurde nat\u00fcrlich vor allem an die Gef\u00fchle der M\u00fctter appelliert. Aber die Botschaft war klar: Der Priester ist etwas Besseres.<\/p>\n<p>Mich ber\u00fchrt es immer auff\u00e4llig eigenartig, wenn in der Liturgie die Streitreden Jesu gegen die Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten vorgetragen werden: von wegen breiten Gebetsriemen, vorderste Pl\u00e4tze in der Synagoge, Ehrenpl\u00e4tze bei Festveranstaltungen (vgl. zum Beispiel Mt 23). Stellen wir uns einmal vor: In unserer Pfarrei findet ein Dorffest statt. Wir werden weder aufgefordert, bei den Ehreng\u00e4sten Platz zu nehmen noch werden wir bei der Begr\u00fc\u00dfung erw\u00e4hnt. Seien wir ehrlich: Was wird sich da in unseren Herzen abspielen?<\/p>\n<p>Gregor der Gro\u00dfe (540-604) spricht diese Illusion im Leben des Seelsorgers in seinen Schriften wiederholt an: \u201eWir wissen, dass Vorgesetzte vielfach von ihren Untergebenen \u00fcberm\u00e4\u00dfige Ehrfurcht verlangen und nicht so sehr um Gottes Willen als vielmehr anstelle Gottes geehrt werden wollen. Sie \u00fcberheben sich innerlich stolzen Herzens, verachten im Vergleich mit sich selbst alle Untergebenen. Mit hochfahrendem Sinn wollen sie nicht anerkennen, dass sie denen, f\u00fcr die sie einmal zu Vorgesetzten gemacht wurden, im Grunde gleichgestellt sind. Sie freuen sich an der Einzigartigkeit ihrer Vorrangstellung, nicht aber an der Gleichheit des gesch\u00f6pflichen Standes. Jeder hochm\u00fctige Vorgesetzte macht sich sooft der Apostasie schuldig, als er sich darin gef\u00e4llt, anderer Menschen Vorsteher zu sein, und an der Einzigartigkeit seiner ehrenvollen Stellung Gefallen findet. Er bedenkt nicht, wem er selbst unterstellt ist, und freut sich, den Gleichartigen nicht gleich zu sein. Sooft ein Vorsteher sich \u00fcberhebt, weil er andere f\u00fchrt, trennt er sich durch die S\u00fcnde des Hochmuts vom Dienst des h\u00f6chsten Weltenlenkers.\u201c<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen rational und mit unseren Worten sehr wohl eine Haltung vertreten, die mit der gelebten Haltung nicht \u00fcbereinstimmt. Niemand von uns w\u00fcrde einfach so zugeben, dass er sich f\u00fcr etwas Besseres h\u00e4lt. Im Gegenteil. Zudem gibt es Menschen, die es uns nicht leicht machen, von der Illusion wegzukommen. Wir alle haben unsere Verehrerinnen und Verehrer. Vom heiligen Philipp Neri (1515-1595) wird eine k\u00f6stliche Episode erz\u00e4hlt. Als eine vornehme Frau vor ihm in die Knie fiel, hat er sich damit geholfen, dass er der Dame die Frisur durcheinander brachte. Dann hatte sie pl\u00f6tzlich andere Priorit\u00e4ten und er hatte seine Ruhe. \u201eIch muss die anderen tragen und ertragen.\u201c Wer einen kirchlichen Beruf aus\u00fcbt, muss immer wieder geben. Nicht zuletzt deshalb ist auch hier die Erfahrung des Burnouts nicht fremd. Ausgebrannt aber ist nicht so sehr jemand, der zu viel arbeitet, sondern jemand, der nicht gen\u00fcgend empf\u00e4ngt. Genauso ist es beim Feuer, von dem dieser Begriff genommen wird. Das Feuer erlischt nicht, weil es zu viel gebrannt hat, sondern weil zu wenig Brennstoff nachgekommen ist. Der Mensch kann letztlich nur geben, was er selbst empf\u00e4ngt. Wenn das Empfangen zu kurz kommt, versiegt mit der Zeit auch das Geben. Burnout! Darum ist es ein besonderer Gnadenmoment im Leben, wenn man realisiert, dass man nicht nur die anderen tr\u00e4gt und ertr\u00e4gt, sondern dass man auch selbst getragen und ertragen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eIch m\u00fcsste alles machen.\u201c<\/strong> Viele Menschen in kirchlichen Berufen f\u00fchlen sich \u00fcberfordert. Von oben und von unten hagelt es Erwartungen. Mit der Zeit kann es soweit kommen, dass man sich verantwortlich f\u00fchlt f\u00fcr diejenigen, die kommen, und f\u00fcr diejenigen, die nicht kommen. Immer mehr ger\u00e4t man in eine Erl\u00f6serposition. Der deutsche Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter hat das Dilemma im Buch \u201eDer Gotteskomplex\u201c plastisch dargestellt. Aber: Auch der Mensch, der einen kirchlichen Beruf aus\u00fcbt, ist selbst Verwundeter und bedarf der Erl\u00f6sung. Wir brauchen selbst immer wieder Zeiten des Auftankens. Wenn wir das nicht bewusst in unseren Alltag einplanen, wird es immer mehr verschwinden. Wir werden immer genug zu tun haben, um uns selbst zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n<p>Wohin das f\u00fchren kann, schildert der heilige Bernhard von Clairvaux (1090-1153) im Brief an seinen ehemaligen Sch\u00fcler Papst Eugen III. mit deutlichen Worten: \u201eWeit kl\u00fcger w\u00e4re es, Dich alldem wenigstens f\u00fcr eine Zeit zu entziehen, als Dich davon ziehen zu lassen und allgemach dorthin, wo Du nicht hinwillst, gezogen zu werden. Wohin?, fragst Du. Nun, zum harten Herzen. Frag nicht weiter, was dieses sein mag, erschrickst Du nicht davor, so hast Du\u2019s bereits. Eben dies ist das harte Herz, das sich vor sich selbst nicht entsetzt, weil es sich nicht mehr sp\u00fcrt. Eines, das keine Zerknirschung entzweirei\u00dft, keine Wendung zu Gott erweicht, kein Beten bewegt, das keiner Drohung nachgibt, durch Strafen sich weiter verstockt. Wohltaten lassen es unger\u00fchrt, Ratschl\u00e4ge stimmen es nicht um, es richtet unerbittlich, vor Schimpflichem schreckt es nicht zur\u00fcck, geht frisch auf Gef\u00e4hrliches zu, ist angesichts von Menschlichem unmenschlich, fordert G\u00f6ttliches frech heraus, vergisst das Vergangene, vernachl\u00e4ssigt das Jetzige, blickt nicht auf das Kommende vor. Ein solches Herz beh\u00e4lt vom Vergangenen nichts \u00fcbrig als die angetanen Schm\u00e4hungen, von der Gegenwart \u00fcberhaupt nichts, von der Zukunft h\u00f6chstens den Vorblick und die Zubereitung der Rache. Um kurz alles Arge dieses gr\u00e4sslichen \u00dcbels zusammenzufassen: das harte Herz kennt weder die Furcht Gottes noch die Ehrfurcht vor dem Menschen. Schau: in dieser Richtung k\u00f6nnten Deine verfluchten Besch\u00e4ftigungen Dich dr\u00e4ngen, falls Du so weiterf\u00e4hrst, wie Du begannst: Dich ihnen r\u00fcckhaltlos auszuliefern und nichts f\u00fcr Dich \u00fcbrigzubehalten. Du verlierst Deine Zeit.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eIch habe alles im Griff.\u201c<\/strong> Das ist die verh\u00e4ngnisvollste Illusion, der ein Mensch verfallen kann. Wer gro\u00dfe Verantwortung tr\u00e4gt und \u00fcberzeugt ist, alles im Griff zu haben, sollte den Platz am besten sofort r\u00e4umen. Denn das ist eine Situation, die f\u00fcr ihn und f\u00fcr die anderen gef\u00e4hrlich ist. Wer alles im Griff hat, hat es nicht mit Menschen zu tun, h\u00f6chstens mit Steinen. Aber selbst dann hat er nicht alles im Griff. Er selbst ist ein Mensch, der immer wieder \u00fcberrascht wird und selbst \u00fcberrascht. Diese Illusion ist so sehr salonf\u00e4hig geworden, dass wir in den Medien gelobt werden, wenn wir noch \u00fcber unseren Tod bestimmen wollen. Da kann man sich und anderen nur w\u00fcnschen, dass wir wenigstens nicht auch noch in der Illusion sterben, wir h\u00e4tten alles im Griff. Zum Schluss noch etwas Happiges. Die Situation der Kirche ist dramatisch. Es gibt viele, die das nicht realisieren. Sie wollen es gar nicht wahrhaben. Sie bleiben in ihren Illusionen. Verschiedene Statistiken halten uns immer wieder Zahlen vor Augen, aber sehr oft schauen wir nicht hinter die Zahlen. Fast t\u00e4glich sind wir damit konfrontiert, dass Menschen sich von der Kirche verabschieden. Warum verlassen viele Menschen die Kirche? Warum w\u00e4chst in unseren L\u00e4ndern bez\u00fcglich Religionszugeh\u00f6rigkeit besonders die Bev\u00f6lkerungsgruppe, die sich aus jenen zusammensetzt, die sich von jeder Religion verabschiedet haben? Seit 1960 hat sich in der Schweiz die Zahl derjenigen, die zu keiner Glaubensgemeinschaft geh\u00f6ren, praktisch alle 10 Jahre mehr oder weniger verdoppelt. 1960 machte das 0,5 Prozent der Bev\u00f6lkerung aus und im Jahr 2013 sind es bereits 22,2 Prozent. Bald wird diese Gruppe gr\u00f6sser sein als die Reformierten (26 Prozent) und in ein paar Jahren auch gr\u00f6sser als die Katholiken (38 Prozent).\u00a0 Auch in Deutschland ist der Anteil von Menschen ohne Religionszugeh\u00f6rigkeit sehr hoch. War er 1970 in Westdeutschland bei 3,9 Prozent, erreicht er 2013 in der wiedervereinigten Bundesrepublik 34 Prozent und ist damit \u00fcber dem der r\u00f6misch-katholischen Kirche (29,9 Prozent) und dem der evangelischen Kirche (28,9 Prozent).<\/p>\n<p>In den Niederlanden war es im 2015 so weit, dass mehr als die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung zu keiner Glaubensgemeinschaft geh\u00f6rt. Wenn wir die vorhin genannten Zahlen anschauen, m\u00fcssen wir nicht Pessimisten sein mit der Prognose, dass 2025 die Zahl derjenigen, die zu keiner Glaubensgemeinschaft geh\u00f6ren, um die 50 Prozent sein k\u00f6nnte. Zudem d\u00fcrfen wir beim Blick hinter die Zahlen nicht vergessen, dass sich ein gro\u00dfer Teil derjenigen, die zur Kirche geh\u00f6ren, innerlich von der Kirche bereits verabschiedet hat. Offenbar gelingt es uns nicht, die Freude des Glaubens glaubw\u00fcrdig zu verk\u00fcnden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Freude des Glaubens zum Brennen bringen: Provokatives auf den Weg<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist uns wohl allen klar, dass wir nur daf\u00fcr begeistern k\u00f6nnen, wof\u00fcr wir selbst begeistert sind. Paul Zulehner sagte in einem Vortrag in St. P\u00f6lten: gesagt: \u201eEvangeliumskraft, nicht Strukturreform rettet die Kirche.\u201c\u00a0 Darum wollen wir es wagen, umzukehren, uns Christus zuzuwenden. Wahre Umkehr ist Umkehr zum Leben (vgl. Apg 11,18). Das ist \u00fcbrigens auch der Sinn des Heiligen Jahres. Wir sollen umkehren, nicht die anderen. Papst Franziskus sagt dazu: \u201eEs ist ein Jubeljahr \u2013 und ich sage das, indem ich an unsere Heilsgeschichte erinnere \u2013 f\u00fcr die Umkehr, damit unser Herz gr\u00f6\u00dfer werde, gro\u00dfz\u00fcgiger, mehr Sohn Gottes, mit mehr Liebe.\u201c\u00a0 Umkehren m\u00f6chte ich schlicht so beschreiben: Leben, was wir sagen; leben, was wir beten, leben, was wir feiern. Daraus m\u00f6chte ich Ihnen vier Provokationen mit auf den Weg geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Taufe ernst nehmen. <\/strong>Die Taufe ist die Grundlage unseres Christseins, unseres Kircheseins. So bekennen wir im Gro\u00dfen Glaubensbekenntnis: \u201eWir glauben die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche\u201c, \u00a0\u201eWir bekennen die eine Taufe.\u201c Das ist klar in unserem Bekenntnis \u2013 aber alles andere als klar in unserem Leben. So wird vielem, was wir bekennen, durch unser Leben widersprochen. Kardinal Alfred Bengsch, Bischof von Berlin, schreibt: \u201eWir haben in der Taufe ein neues Leben erhalten. Wir sind in der Taufe mit Christus gestorben und leben von da an mit Ihm und in Ihm. Wer also wei\u00df, dass Christsein hei\u00dft: Mitsterben und Mitauferstehen mit Christus, der wei\u00df auch sofort, welches Fest der H\u00f6hepunkt des Kirchenjahres ist: Ostern. Denn in der Liturgie vom Gr\u00fcndonnerstag bis zur Osternacht feiert die Kirche am deutlichsten das heilbringende Leiden und die Auferstehung des Herrn. Die Fastenzeit bekommt ihren Sinn von Ostern her, dem Hochfest unserer Erl\u00f6sung; sie ist Ein\u00fcbung in das Christ-sein; sie ist nichts anderes als Ernst machen mit unserem Getauftsein.\u201c<\/p>\n<p>Wir anerkennen \u00fcber die Konfessionsgrenzen gegenseitig die Taufe, aber wir nehmen sie nicht ernst. Immer noch ist ein Mensch, der von einem reformierten Pfarrer getauft wird, dann reformiert; und er von einem katholischen Pfarrer getauft wird, dann ist er katholisch. Und was passiert, wenn er von einem Atheisten getauft wird (was das Kirchenrecht als M\u00f6glichkeit vorsieht: can. 861 \u00a7 2)? Etwa ein atheistisch-christlicher Mensch? Da wird deutlich, wie wenig ernst wir nehmen, was wir sagen. Warum sollte ich mit einem Getauften nicht das Sakrament der Vers\u00f6hnung feiern, wenn er darum bittet, auch wenn er zu einer anderen Konfession geh\u00f6rt? Wie ist es theologisch nachvollziehbar, dass Atheisten, Muslime und Getaufte anderer Konfessionen in Sachen Zulassung zu den Sakramenten gleich behandelt werden?<\/p>\n<p>Das Grundlegende ist f\u00fcr mich klar: Die Taufe neu entdecken und so die Kirche neu entdecken. Da sind nicht zuerst die anderen gefordert, sondern wir alle ganz pers\u00f6nlich. Lassen Sie mich dazu vier kurze S\u00e4tze zitieren: \u201eDie Kirche sind wir alle! Wir alle, die Getauften, sind die Kirche, die Kirche Jesu. Alle, die Jesus, dem Herrn, nachfolgen und die in seinem Namen den Geringsten und den Leidenden nahe sind und die versuchen, etwas Erleichterung, Trost und Frieden zu spenden. Alle, die das tun, was der Herr uns geboten hat, sind die Kirche.\u201c<\/p>\n<p>Nichts ist hier von den Konfessionen gesagt, nichts von Papst und Bisch\u00f6fen, nichts von Pfarreirat und von Kirchenverwaltung. Wenn wir die Bedeutung der Taufe ernstnehmen, dann ist klar: Die Kirche sind wir alle! Diese Worte sind von Papst Franziskus, aus der Ansprache bei der Generalaudienz am 29. Oktober 2014. Wie wenig realisieren wir das noch. Bereits vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil sagt Heinz Sch\u00fcrmann zu Priestern \u00fcber das Fehlen des Reifens bei Gl\u00e4ubigen: \u201e\u201aWie das Kind, das nicht w\u00e4chst, kein Kind bleibt, sondern ein Zwerg wird, so bleibt der Anf\u00e4nger, der nicht rechtzeitig auf den Weg der Fortschreitenden gelangt, kein Anf\u00e4nger, sondern wird eine zur\u00fcckgebliebene Seele. Ach, es scheint fast so, dass die gro\u00dfe Mehrzahl der Seelen sich in der Gruppe der zur\u00fcckgebliebenen Seelen befindet\u2018 (Lallemant). Hier m\u00fcsste ein Schwerpunkt der Seelsorge liegen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort Gottes h\u00f6ren. <\/strong>Nicht nur in der Kommunion begegnet uns Jesus Christus, sondern auch im Wort Gottes, das wir h\u00f6ren. Der heilige Hieronymus (347-420) schreibt: \u201eWir essen das Fleisch und trinken das Blut Christi im Geheimnis (der Eucharistie), aber auch in der Lesung der Heiligen Schrift.\u201c\u00a0 Darum tun wir gut daran, ganz Ohr zu sein, wenn Gottes Wort gelesen wird. Dieses Wort d\u00fcrfen wir in uns aufnehmen. H\u00f6ren wir, was Origenes (circa 185-254) dar\u00fcber sagt: \u201eWenn man euch den Leib des Herrn reicht, so h\u00fctet ihr ihn mit aller Sorgfalt und Verehrung, damit kein Kr\u00fcmchen auf die Erde falle. Wenn ihr aber so gro\u00dfe Sorgfalt anwendet, seinen Leib zu bewahren, wie k\u00f6nnt ihr dann glauben, es sei eine geringere Schuld, das Wort Gottes zu vernachl\u00e4ssigen als seinen Leib?\u201c<\/p>\n<p>Eine solche Haltung gegen\u00fcber dem Wort Gottes bewegt zur Umkehr. Diese tiefe Ehrfurcht vor dem Wort Gottes hat das Zweite Vatikanische Konzil neu entdeckt: \u201eDie Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst, weil sie, vor allem in der heiligen Liturgie, vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi ohne Unterlass das Brot des Lebens nimmt und den Gl\u00e4ubigen reicht.\u201c\u00a0 Allerdings bricht hier eine kirchliche Haltung durch, die geradezu nach Umkehr schreit: Wie anders w\u00fcrden solche Aussagen eines Konzils beim Menschen ankommen, wenn sie in aller Ehrlichkeit formuliert w\u00e4ren? Der Satz k\u00f6nnte etwa lauten: \u201eDie Kirche hat die Heiligen Schriften nicht immer verehrt wie den Herrenleib selbst. Das hat sie heute neu entdeckt. Das verdankt sie nicht zuletzt den kirchlichen Gemeinschaften, die aus der Reformation herausgegangen sind. Wieder neu will sie vor allem in der heiligen Liturgie vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi ohne Unterlass das Brot des Lebens nehmen und den Gl\u00e4ubigen reichen.\u201c Wer das Wort Gottes gl\u00e4ubig empf\u00e4ngt, empf\u00e4ngt den Leib und das Blut Christi! Wie wenig zeugen Auseinandersetzungen \u00fcber Wort-Gottes-Feiern am Sonntag, dass die Kirche die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst. Hier ist eine Br\u00fccke zum Miteinander der getrennten christlichen Gemeinschaften, die noch kaum entdeckt und wirklich genutzt wird.<\/p>\n<p>Wie wenig sorgf\u00e4ltig und ehrf\u00fcrchtig wir mit dem Wort Gottes umgehen, erfahren wir immer wieder. So wird unsere Verk\u00fcndigung leer. Dazu eine kleine Erfahrung aus \u201eHeute im Blick\u201c: \u201eIch erinnere mich noch gut an eine Eucharistiefeier in unserer Gnadenkapelle anl\u00e4sslich einer Goldenen Hochzeit. Mit dabei war auch ein Enkel des Jubelpaares. Yanis, ein aufgeweckter 4-j\u00e4hriger Knabe, hing mir w\u00e4hrend des ganzen Gottesdienstes geradezu an den Lippen. Er sang das Alleluja nach der Lesung aus vollem Herzen mit. Dabei war allerdings nur der Text identisch mit dem Text, den alle andern sangen, aber auch die Melodie kam von Herzen. Als ich den Psalm 47 zu singen begann, klatschte Yanis begeistert in die H\u00e4nde. Dann aber stellte Yanis mit Schrecken fest, dass er allein klatschte. Ich wusste zuerst nicht, was jetzt los war. Er drehte sich verwundert zu seiner Mutter und fragte sie halblaut: \u201aWarum machen wir nicht, was er uns sagt?\u2018 Erst dann merkte ich, dass er nur tat, wozu ich aufgerufen hatte: \u201eIhr V\u00f6lker alle, klatscht in die H\u00e4nde.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zu Fehlern stehen und um Vergebung bitten. <\/strong>Wie gehen wir mit unserem Versagen um? Tun wir so als ob alles anders gewesen w\u00e4re? Solche Formulierungen finden wir nicht nur in den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils oft. Leute, die in der Kirche gro\u00dfe Verantwortung wahrnehmen, haben schon oft versagt. Wir haben als Kirche wichtige Aspekte vernachl\u00e4ssigt. Auch in unserem pers\u00f6nlichen Leben gibt es das Versagen. Sind wir bereit, dazu zu stehen und nicht andere daf\u00fcr verantwortlich zu machen? Der spanische Tennisspieler Rafael Nadal verspielte am 5. September 2015 zum ersten Mal eine 2:0-Satzf\u00fchrung. Bei der Medienkonferenz sagte er: \u201eDas ist kein Spiel, das ich verloren habe. Es ist ein Spiel, das er gewonnen hat. Er war einfach besser. Ich habe eine gute Einstellung gezeigt und bis zum letzten Punkt gek\u00e4mpft. Das war in diesem Jahr nicht immer so.\u201c Journalisten lie\u00dfen in ihrem Nachfragen nicht nach und legten \u00c4nderungen im Team nach. Darauf reagierte Nadal genervt: \u201eIch habe gen\u00fcgend dar\u00fcber gesprochen, oder? Wenn ich schlecht spiele, ist das nicht die Schuld anderer Leute. Ich bin selber schuld. Du musst dich selber im Spiegel anschauen und dir sagen, dass es dein Fehler ist.\u201c Wenn jemand etwas \u00e4ndern m\u00fcsse, dann sei er es. Eine solche Haltung ber\u00fchrt. Sie ist Vorbild f\u00fcr alle Getauften \u2013 sogar f\u00fcr Bisch\u00f6fe!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Christus ist die Mitte. <\/strong>Da f\u00e4llt mir die einfachste Eucharistiefeier ein, von der ich je geh\u00f6rt habe, aber auch die eindr\u00fccklichste. Der vietnamesische Kardinal Franz Xaver van Thuan (+2002) war von 1976 bis 1989 seines Glaubens wegen in Isolationshaft. Er musste viele unvorstellbare Schikanen \u00fcber sich ergehen lassen. Nur \u00fcber einen kleinen Spalt kam ein wenig Sonnenlicht in den Raum, aber mehr noch nutzte allerlei Ungeziefer diesen Zugang. Wegen Magenproblemen wurde van Thuan von Zeit zu Zeit ein kleines Fl\u00e4schchen Wein gestattet. Dies erm\u00f6glichte es ihm, t\u00e4glich Eucharistie zu feiern. Da er keinen Kelch zur Verf\u00fcgung hatte, goss er ein paar Tropfen Wein in seine Handfl\u00e4che und legte ein paar Brotkr\u00fcmel daneben \u2013 und so feierte er Eucharistie. Da war kein sch\u00f6nes Messgewand, keine Orgel, kein Orchester, ja nicht einmal ein Kelch. Und doch war das Wichtigste da: Jesus Christus war da.<\/p>\n<p>Wenn wir Christus in der Feier der Eucharistie als die Mitte wahrnehmen, werden wir ihn auch in unserem Alltag wahrnehmen. Die selige Mutter Teresa von Kalkutta hat immer wieder betont, dass derselbe Christus, den sie am Morgen in der Eucharistiefeier empfange, ihr tags\u00fcber in den Armen auf den Stra\u00dfen begegne. Aus derselben Tiefe formuliert der heilige Johannes Chrysostomus in seinem Kommentar zum 25. Kapitel des Matth\u00e4usevangeliums sehr provokative Gedanken: \u201eWillst du den Leib des Herrn ehren? Vernachl\u00e4ssige ihn nicht, wenn er unbekleidet ist. Ehre ihn nicht hier im Heiligtum mit Seidenstoffen, um ihn dann drau\u00dfen zu vernachl\u00e4ssigen, wo er K\u00e4lte und Nacktheit erleidet. Jener, der gesagt hat: \u201aDies ist mein Leib\u2018, ist der gleiche, der gesagt hat: \u201aIhr habt mich hungrig gesehen und mir nichts zu essen gegeben\u2018, und \u201aWas ihr dem geringsten meiner Br\u00fcder getan habt, das habt ihr mir getan.\u2018 Was n\u00fctzt es, wenn der eucharistische Tisch \u00fcberreich mit goldenen Kelchen bedeckt ist, w\u00e4hrend er Hunger leidet? Beginne damit, den Hungrigen zu s\u00e4ttigen, dann verziere den Altar mit dem, was \u00fcbrigbleibt.\u201c<\/p>\n<p>Wer Gott wirklich ins Zentrum stellt, stellt auch den Menschen ins Zentrum. Und wer den Menschen ins Zentrum stellt, stellt Gott ins Zentrum. Diese Einsicht h\u00e4lt der heilige Papst Johannes Paul II. (1920 \u20132005) f\u00fcr eine der gr\u00f6\u00dften Einsichten des Zweiten Vatikanischen Konzils: \u201eW\u00e4hrend verschiedene Geistesstr\u00f6mungen in der Vergangenheit und der Gegenwart dazu neigten und neigen, Theozentrik und Anthropozentrik voneinander zu trennen und sogar in Gegensatz zueinander zu bringen, bem\u00fcht sich die Kirche, darin Christus folgend, sie in der Geschichte des Menschen auf organische und tiefe Weise in Verbindung zu bringen. Das ist auch ein Grundgedanke, vielleicht sogar der wichtigste, in der Lehre des letzten Konzils.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Eine Ent-T\u00e4uschung zum Schluss<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Schluss m\u00f6chte ich eine Ent-T\u00e4uschung bringen, die zusammenfasst, was wir geh\u00f6rt haben. Ich bin 23 Jahre in die Schule gegangen \u2013 Primarschule, Orientierungsschule, Lehrerseminar, Philosophie- und Theologiestudium, Psychologiestudium. Kindergarten gab es bei uns in dem Bergdorf damals noch nicht. Nur einmal bin ich in all diesen Jahren aus dem Klassenzimmer geflogen \u2013 im Religionsunterricht. Das war am 1. April 1977. Der Pfarrer teilte uns ein Blatt aus. Weil es mir so langweilig war, sorgte ich selbst f\u00fcr Unterhaltung. Und es ist mir gelungen. Aus dem ausgeteilten Zettel machte ich einen Flieger, schrieb \u201e1. April-Narr\u201c darauf und schoss den Flieger durchs Schulzimmer. Er landete beim Pfarrer \u2013 und ich vor der T\u00fcre.<\/p>\n<p>Auf diesem Blatt war ein typisches Schema \u00fcber die Kirche, das Sie wohl alle kennen. Dargestellt war eine Pyramide: Im vergangenen November durfte ich die Exerzitien der Benediktinergemeinschaft in St. Lambrecht begleiten. Ein Mitbruder schenkte mir damals dieses Modell der Pyramide. Oben ist der Papst, dann kommen die Bisch\u00f6fe, dann die Priester und Ordensleute, und unten der Rest: die Laien. Dieses Bild ist uns vertraut. Die so dargestellte Pyramide entspricht dem R\u00f6mischen Reich: Oben der Kaiser, dann die F\u00fcrsten, die Beamten und das Volk. Bei diesem Modell ist klar: Oben entscheidet, unten folgt. Am 18. Oktober haben wir im Evangelium das Wort Jesu geh\u00f6rt: \u201eBei euch aber soll es nicht so sein!\u201c (Mk 10,43). Und warum war es doch \u00fcber viele Jahrhunderte immer wieder so? Dar\u00fcber habe ich damals gepredigt.<\/p>\n<p>Seit der konstantinischen Wende (312\/313) wurde die Kirche zu einer Macht, die nicht nur dem Evangelium den Weg bahnte, sondern auch vieles \u00fcbernommen hat, das nicht im Evangelium gr\u00fcndet. Bisch\u00f6fe werden heute noch immer wieder Kirchenf\u00fcrsten genannt \u2013 und einige benehmen sich leider auch so und f\u00fchlen sich gebauchpinselt. Das Denken vieler Getaufter ist immer noch gepr\u00e4gt von der konstantinischen Wende. Auf tragische Weise nehmen auch heute noch Amtstr\u00e4ger vieles, was im damaligen Staatsverst\u00e4ndnis gr\u00fcndet, als kirchliche Tradition wahr und beklagen Glaubensverlust, wenn sich die \u00e4u\u00dfere Gestalt der Kirche ver\u00e4ndert. Doch Tradition im theologischen Verst\u00e4ndnis ist viel mehr: Treue zu Jesus Christus durch den wechselhaften Lauf der Geschichte. Dabei ist gerade die momentane Situation eine gottgeschenkte Herausforderung, sich als Kirche auf den Weg zu machen: Neu entdecken, dass der christliche Glaube nicht einfach ein Denksystem ist, wie viele Menschen drinnen und drau\u00dfen Kirche leider wahrnehmen.<\/p>\n<p>Papst Franziskus \u00fcberrascht uns immer wieder. Das erlebte ich wiederum, als ich am 19. Oktober die Ansprache las, die Papst Franziskus am 17. Oktober bei der Feier zum Gedenken an die Einrichtung der Bischofssynoden durch Papst Paul VI. vor genau 50 Jahren gehalten hat. In dieser Ansprache kommt der Papst auf das Bild der Pyramide zu sprechen. Er sagt: \u201eJesus hat die Kirche gegr\u00fcndet und an ihre Spitze das Apostelkollegium gestellt, in dem der Apostel Petrus der \u201aFels\u2018 ist (vgl. Mt 16,18), derjenige, der die Br\u00fcder und Schwestern im Glauben \u201ast\u00e4rken\u2018 soll (vgl. Lk 22,32). Doch in dieser Kirche befindet sich der Gipfel wie bei einer auf den Kopf gestellten Pyramide unterhalb der Basis.\u201c<\/p>\n<p>Bereits diese Aussage ist \u00fcberraschend \u2013 und doch im Blick auf das Evangelium verbl\u00fcffend konsequent. Also kehren wir diese Pyramide um. Allerdings ist es schwierig, sie zum Stehen zu bringen. Mit ein paar St\u00fctzen klappt es vielleicht. Aber es ist gef\u00e4hrlich. Jede kleine Ersch\u00fctterung kann sie zum Kippen bringen. Lassen wir sie jetzt zuerst einmal liegen.<\/p>\n<p>Papst Franziskus f\u00e4hrt fort: \u201eDarum werden diejenigen, welche die Autorit\u00e4t aus\u00fcben, \u201eministri\u2018, \u201aDiener\u2018, genannt, denn im urspr\u00fcnglichen Sinn des Wortes \u201aminister\u2018 sind sie die Kleinsten von allen.\u201c Vom Dienst in der Kirche wird oft gesprochen. Aber leben wir auch, was wir sagen? Ein paar Beispiele daf\u00fcr, wie wenig wir glauben, was wir bekennen, lege ich im Buch \u201eHeute im Blick\u201c dar. H\u00f6ren wir daraus einen Abschnitt zu diesem Thema. Da wir in der Schweiz keine schwierigen Bisch\u00f6fe haben, blieb mir nichts anderes \u00fcbrig, als einen aus Italien zu nehmen.<\/p>\n<p>\u201eEin etwas schwieriger italienischer Bischof machte einen Pastoralbesuch in einer Pfarrei. Geben wir ihm den Namen Enrico. Wie im Messbuch vorgesehen, betete er im ersten Hochgebet: \u201aWir bringen sie [= die Opfergaben] dar vor allem f\u00fcr deine heilige katholische Kirche in Gemeinschaft mit deinem Diener, unserem Papst Johannes Paul, mit mir, deinem unw\u00fcrdigen Diener und mit allen, die Sorge tragen f\u00fcr den rechten, katholischen und apostolischen Glauben.\u2018 Das hatte der aufmerksame Pfarrer wohl geh\u00f6rt und nahm in Zukunft den Bischof beim Wort. So betete er fortan im Hochgebet jeweils: \u201aVollende dein Volk in der Liebe, vereint mit unserem Papst Johannes Paul, mit unserem unw\u00fcrdigen Bischof Enrico\u2026\u2018 Selbstverst\u00e4ndlich gab es auch in dieser Pfarrei besonders fromme Leute, die dies in gr\u00f6\u00dfter Sorge sofort dem Bischof meldeten. Der Kirchenf\u00fcrst schritt ein und forderte, dass der Pfarrer diesen Bl\u00f6dsinn sofort unterlasse. Doch der Pfarrer antwortete ihm, \u201aer habe sie aus seinem eigenen Munde vernommen, und wenn der Bischof es Gott nur sage, weil es sich so gezieme, so sage er es dem Herrn dagegen aus voller \u00dcberzeugung, damit er ihn bekehren m\u00f6ge.\u2018\u201c<\/p>\n<p>Glauben wir, was wir sagen? Wir gehen wir mit so tiefen Worten wie \u201eDienst\u201c und \u201eunw\u00fcrdig\u201c um? Machen wir damit nicht oft die Kirche l\u00e4cherlich, ja sogar Gott? Es ist Papst Franziskus ein Herzensanliegen, dass wir nicht nur so tun \u201eals ob\u201c. In unserem Glauben geht es nicht um Karriere. \u201eBei euch soll es nicht so sein!\u201c Wie aber sieht Autorit\u00e4t f\u00fcr Getaufte aus? H\u00f6ren wir auf Papst Franziskus in seiner Ansprache: \u201eIm Dienst am Volk Gottes wird jeder Bischof f\u00fcr den ihm anvertrauten Teil der Herde zum Vicarius Christi, zum Stellvertreter jenes Jesus, der sich beim Letzten Abendmahl niedergekniet hat, um den Aposteln die F\u00fc\u00dfe zu waschen (vgl. Joh 13,1-15). Und in gleicher Sichtweise ist der Nachfolger Petri nichts anderes als der Servus servorum Dei \u2013 der Diener der Diener Gottes.\u201c<\/p>\n<p>Das ist einer der Titel des Papstes: Diener der Diener Gottes. Wie provokativ und tief diese Aussage ist! Und wie wenig haben wir das realisiert, gepr\u00e4gt vom Autorit\u00e4tsdenken dieser Welt! Das h\u00e4lt uns der Bischof von Rom heute vor Augen. Damit bringt er einige ins Schwitzen \u2013 nicht nur in Rom. Das fordert alle Getauften heraus. Das fordert uns alle heraus. Unsere Autorit\u00e4t muss sich messen an der Fu\u00dfwaschung. Dann bringt Papst Franziskus seine Gedanken auf den Punkt: \u201eVergessen wir das nie! F\u00fcr die J\u00fcnger Jesu ist gestern, heute und immer die einzige Autorit\u00e4t die Autorit\u00e4t des Dienstes, die einzige Macht die Ohnmacht des Kreuzes, getreu den Worten des Meisters: \u201aIhr wisst, dass die Herrscher ihre V\u00f6lker unterdr\u00fccken und die M\u00e4chtigen ihre Macht \u00fcber die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch gro\u00df sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein\u2018 (Mt 20,25-27). Bei euch soll es nicht so sein: Mit diesen Worten sto\u00dfen wir zum Kern des Geheimnisses der Kirche vor \u2013 \u201ebei euch soll es nicht so sein\u201c \u2013 und empfangen das Licht, das notwendig ist, um den hierarchischen Dienst zu verstehen.<\/p>\n<p>Ein anderer Mitbruder aus St. Lambrecht hatte eine gro\u00dfartige Idee, wie wir die Pyramide umgekehrt zum Stehen bringen k\u00f6nnen: Sie in ein Wasserbecken legen. Das Wasser erinnert uns an die Taufe. Die Taufe ist das grundlegende Sakrament. Das Wasser ist Symbol f\u00fcr Gott. Wir d\u00fcrfen uns Gott anvertrauen.<\/p>\n<p>Wer diese Umkehr wagt, behauptet nicht mehr, dass die Bisch\u00f6fe \u00fcber den Theologen seien oder umgekehrt.\u00a0 Das sind weltliche Kategorien. Das ist Zeitgeist vergangener Jahrhunderte. \u201eBei euch aber soll es nicht so sein!\u201c Jede und jeder in der Kirche hat Aufgaben und Verantwortungen, die man nicht gegeneinander ausspielen kann. Der heilige Paulus schildert diese kirchliche Weise des Lebens mit einem eindr\u00fccklichen Bild: Leib Christi (vgl. 1 Kor 12,12-30).<\/p>\n<p>Umkehr hei\u00dft: Sich Gott zuwenden, sich ihm anvertrauen. Und genau die Liebe, die wir dann erfahren d\u00fcrfen, ist die Motivation unseres Tuns. Der heilige Paulus dr\u00fcckt das aus mit den eindr\u00fccklichen Worten: \u201eCaritas Christi urget nos!\u201c \u2013 \u201eDie Liebe Christi dr\u00e4ngt uns!\u201c (2 Kor 5,14).<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Zeuge des Glaubens im 20. Jahrhundert ist Dietrich Bonhoeffer. Am 21. Juli 1944, nach dem missgl\u00fcckten Attentat gegen Hitler, schreibt er Eberhard Bethge: \u201eIch erinnere mich eines Gespr\u00e4ches, das ich vor 13 Jahren in Amerika mit einem franz\u00f6sischen jungen Pfarrer hatte. Wir hatten uns ganz einfach die Frage gestellt, was wir mit unserem Leben eigentlich wollten. Da sagte er: ich m\u00f6chte ein Heiliger werden (und ich halte f\u00fcr m\u00f6glich, dass er es geworden ist); das beeindruckte mich damals sehr. Trotzdem widersprach ich ihm und sagte ungef\u00e4hr: ich m\u00f6chte glauben lernen. Lange Zeit habe ich die Tiefe dieses Gegensatzes nicht verstanden. Ich dachte, ich k\u00f6nnte glauben lernen, indem ich selbst so etwas wie ein heiliges Leben zu f\u00fchren versuchte. Wenn man v\u00f6llig darauf verzichtet hat, aus sich selbst etwas zu machen \u2013 sei es einen Heiligen oder einen bekehrten S\u00fcnder oder einen Kirchenmann (eine sogenannte priesterliche Gestalt), dann wirft man sich Gott ganz in die Arme, dann nimmt man nicht mehr die eigenen Leiden, sondern das Leiden Gottes in der Welt ernst, dann wacht man mit Christus in Gethsemane, und ich denke, das ist Glaube, das ist met\u00e1noia; und so wird man ein Mensch, ein Christ. Wie sollte man bei Erfolgen \u00fcberm\u00fctig oder an Misserfolgen irrewerden, wenn man im diesseitigen Leben Gottes Leiden mitleidet?\u201c Dann wirft man sich Gott ganz in die Arme. Ich freue mich, wenn unsere heutige Begegnung uns f\u00fcr diese Freude des Glaubens ermutigt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles klar? Hoffentlich nicht! 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