{"id":120688,"date":"2026-03-20T10:39:22","date_gmt":"2026-03-20T09:39:22","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=120688"},"modified":"2026-03-20T10:39:48","modified_gmt":"2026-03-20T09:39:48","slug":"gautama-buddha","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/gautama-buddha\/","title":{"rendered":"Gautama Buddha"},"content":{"rendered":"<h3><strong>I.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Welche Bedeutung hat Buddha Shakyamuni? Was bedeutet das Wort Buddha? Das Leben des Buddha ist, wie es auch bei anderen Religionsgr\u00fcndern festzustellen ist, von Legenden \u00fcberlagert und kann nicht vollst\u00e4ndig rekonstruiert werden.<\/p>\n<p>Der indische Prinz Siddhartha Gautama vom Volke der Shakya wird im 6. Jahrhundert vor Christus in Lumbini (im heutigen Nepal) geboren, seine Mutter stirbt kurz nach der Geburt, er wird von seiner Tante aufgezogen, lebt in Kapilavatthu in sorgenfreier luxuri\u00f6ser Umgebung, erh\u00e4lt eine gute Ausbildung und wird mit 16 Jahren mit seiner Cousine Yasodhara verheiratet. Alles sieht so aus, als w\u00fcrde er in die Fu\u00dfstapfen seines Vaters treten und Oberhaupt des Shakya-Stammes werden. Doch der sensible junge Mann interessiert sich weniger f\u00fcr weltliche Belange wie Politik und besch\u00e4ftigt sich haupts\u00e4chlich mit existenziellen Fragen des Daseins.<\/p>\n<p>Im Alter von 29 Jahren, nachdem er mit dem realen Leben au\u00dferhalb des Palastes in Ber\u00fchrung gekommen ist, verl\u00e4sst er seine Familie und zieht in die Hauslosigkeit. Er sucht Belehrung bei verschiedenen spirituellen Lehrern, zieht sich jedoch entt\u00e4uscht, in der N\u00e4he des Dorfes Uruvela, in die Askese zur\u00fcck, beginnt mit Fasten und Kasteiungen. Nach mehreren Jahren extremer Askese stellt er fest, dass er auf diese Weise eher sterben w\u00fcrde, als Antworten auf seine Fragen zu finden. Siddharta beendet die Askese, beginnt wieder seinen K\u00f6rper zu pflegen, Nahrung zu sich zu nehmen sowie mit seiner Mitwelt zu kommunizieren. Er setzt sich in Bodh Gaya unter einen Baum, beginnt mit Meditation und erf\u00e4hrt in tiefer Versenkung vollst\u00e4ndige Erleuchtung.<\/p>\n<p>Siddharta erwacht im Alter von 35 Jahren zum Buddha und begr\u00fcndet das, was wir heute Buddhismus nennen. Seine Lehre nennt er den \u201emittleren Weg\u201c, denn er lehnt alle Extreme ab, auch jene, die er selbst ausge\u00fcbt und erlebt hatte. Er lebte und lehrte im Nordosten Indiens, er durchwanderte die Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar sowie ein Gebiet n\u00f6rdlich des Ganges, das heute zu Nepal geh\u00f6rt. Er gr\u00fcndet den Sangha, den Orden der M\u00f6nche und der Nonnen. Nach seinem Tode, im Buddhismus spricht man vom Eingang ins Parinirvana, dem endg\u00fcltigen Verl\u00f6schen, verbreitete sich seine Lehre \u00fcber weite Teile Asiens.<\/p>\n<p>Buddha Shakyamuni lehnte Personenkult ab. Dies zeigt sich in seinen Worten: \u201eWer mich sieht, sieht meine Lehre. Wer meine Lehre sieht, sieht mich.\u201c So nimmt die Buddhistin, der Buddhist Zuflucht zu Buddha, zum Dharma und zum Sangha (der Gemeinschaft jener, die dem Buddha nachfolgen. In manchen Traditionen ist damit nur der Orden der M\u00f6nche gemeint).<\/p>\n<p>Die Grundlehren des Buddhismus sind die \u201eVier Edlen Wahrheiten\u201c. Sie lauten:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.<\/li>\n<li>Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.<\/li>\n<li>Erl\u00f6schen die Ursachen, erlischt das Leiden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum Erl\u00f6schen des Leidens f\u00fchrt der Edle Achtfache Pfad: Rechte Einsicht, rechtes Denken, rechte Rede, rechte Handlung, rechter Lebenserwerb, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit, rechte Meditation.<\/p>\n<p>Alles ist mit Allem verbunden und existiert in Abh\u00e4ngigkeit. Alles ist dem Gesetz von Ursache und Wirkung unterworfen. Alles Bedingte (alles Entstandene, alles Geborene, alles Zusammengef\u00fcgte, alles Geschaffene) ist unbest\u00e4ndig und wird deshalb als leidvoll und unbefriedigend erfahren. Das Dasein ist ein st\u00e4ndiger Prozess des Werdens und Entwerdens. Anfang und Ende dieses Prozesses sind nicht erkennbar. Alles ist ohne eigenst\u00e4ndiges Selbst.<\/p>\n<p>Nirvana ist Frieden, das Verl\u00f6schen von Gier, Hass und Unwissenheit.<\/p>\n<p>Sila, ethische Verhaltensweisen, leiten dazu an, nicht zu t\u00f6ten oder zu verletzen, Nichtgegebenes nicht zu nehmen, keine unheilsame Sexualit\u00e4t auszu\u00fcben, nicht unwahr oder unheilsam zu reden, nicht durch berauschende Mittel das Bewusstsein zu tr\u00fcben. Buddhismus ist heterogen, doch die oben angef\u00fchrten Grundlehren werden von allen Buddhisten anerkannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>II.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Buddha Shakyamuni durchwanderte nach seiner Erleuchtungserfahrung etwa 45 Jahre lange den Nordosten Indiens und den S\u00fcden des heutigen Nepals. Auf seinen langen Wanderungen lehrte er alle Menschen, denen er begegnete. Er sprach zu allen Bev\u00f6lkerungsschichten und hinterlie\u00df unterschiedliche Belehrungen. Buddha sah sich selbst als Wegweiser, der einen Weg aus Leiden und Unfrieden weist. Er bezeichnete sich auch als Arzt, der den Menschen Medizin reicht. Er sah sich selbst als einen Buddha in einer Reihe vorhergegangener Buddha und sagte auch einen zuk\u00fcnftigen Buddha voraus, Buddha Maitreya.<\/p>\n<p>Das Leben des Buddha auch bei anderen Religionsgr\u00fcndern festzustellen ist, von Legenden \u00fcberlagert und kann nicht vollst\u00e4ndig rekonstruiert werden. Vermutlich lebte Buddha Shakyamuni von 563 bis 483 vor Christus. Die Bedeutung der Person des Buddha und der Begriff, das Wort \u201eBuddha\u201c haben in den verschiedenen buddhistischen Schulen und Traditionslinien im Laufe der Zeit unterschiedliche Interpretationen und Wandlungen erfahren.<\/p>\n<p>Von der Mitte des 4. Jahrhunderts bis etwa Mitte des 1. Jahrhunderts vor Christus spaltete sich der Ur-Buddhismus in 18 verschiedene Schulen, die als Hinayana (\u201ekleines Fahrzeug\u201c) bezeichnet wurden. Von diesen Schulen existiert heute nur noch der Theravada-Buddhismus (in Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Sri Lanka, sowie als Minderheit in Indien und Bangladesh).\u00a0 Ab dem 2. Jahrhundert vor Christus entwickelte sich der Mahayana-Buddhismus (\u201egro\u00dfes Fahrzeug\u201c) und ab dem 6. Jahrhundert der Vajrayana-Buddhismus (\u201ediamantenes Fahrzeug\u201c). Mahayana und Vajrayana sind vor allem in China, Taiwan, Korea, Japan, Vietnam, Tibet, Mongolei, Ladakh, Sikkim, Nepal und Buthan verbreitet. Heute sind alle Str\u00f6mungen des Theravada, des Mahayana und des Vajrayana weltweit anzutreffen.<\/p>\n<p>Auch wenn sich die verschiedenen buddhistischen Richtungen auf ein gemeinsames \u201ebuddhistisches Bekenntnis\u201c geeinigt haben, gibt es gro\u00dfe Unterschiede in Theorie und Praxis. Dies hat insbesondere mit kulturellen, klimatischen und geographischen Unterschieden zu tun. Buddhisten konnten und k\u00f6nnen sich ohne gro\u00dfe Probleme in die jeweilige Umwelt integrieren. Zum Beispiel nahm der Buddhismus in Tibet Elemente des B\u00f6n, der damals vorherrschenden Religion, auf. In China beeinflussten Taoismus und Konfuzianismus die buddhistische Lehre.<\/p>\n<p>In manchen L\u00e4ndern integrierten Buddhisten Volksglauben und schamanistische Praktiken in die Lehre des Buddha. Auch Buddhismus im Westen erfuhr und erf\u00e4hrt weiterhin mannigfaltige Einfl\u00fcsse auf Theorie und Praxis des Buddhismus in den Herkunftsl\u00e4ndern. Frei nach den Worten Buddhas: \u201eIch bin gekommen den Weg zur Wahrheit und zur Leidfreiheit aufzuzeigen. Allem, was zu mehr Frieden f\u00fchrt und alles was wahr und heilsam ist, dem stimme ich zu. Tue das Gute und unterlasse das B\u00f6se!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>III.<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Buddha Shakyamuni, alle Buddhas vor und nach ihm, ja der Begriff \u201eBuddha\u201c im Allgemeinen wurde und wird unterschiedlich interpretiert. Es lassen sich keine genauen Grenzen zwischen den Traditionen ziehen und das Verst\u00e4ndnis und die Meinungen k\u00f6nnen auch innerhalb der jeweiligen Schulen unterschiedlich sein. Was wir haben, ist die Legende von der Nacht seiner Erleuchtung, in der Buddha Shakyamuni ausgerufen haben soll: \u201eOh, wie wunderbar, alle Wesen sind mit dem Wesen des Tathagatha begabt\u201c, soll hei\u00dfen: alle Wesen tragen das Potenzial der Erleuchtung, die Buddha-Natur, in sich. Christlich ausgedr\u00fcckt, alle Wesen tragen den Gottesfunken in sich (Meister Eckhart).<\/p>\n<p>So bezeichnet das Wort \u201eBuddha\u201c in Sanskrit \u201eeinen aus der Unwissenheit erwachten Menschen\u201c, einen \u201eErleuchteten\u201c. Buddha ist also in diesem Sinne ein Mensch, ein Erdling, der zu sich selbst erwacht ist und sein Weisheitspotenzial entfaltet hat. Dieser Weg, ein Buddha zu \u201ewerden\u201c oder zu sein, ist jedoch lang und anstrengend, er erfordert unter anderem Einsicht, Entschlossenheit, Mut und Ausdauer. Nicht jeder Mensch kann und m\u00f6chte diese Anforderungen auf sich nehmen, noch dazu, wenn er davon ausgeht, dass dieses hohe Ziel nicht in diesem gegenw\u00e4rtigen Leben zu erreichen ist.<\/p>\n<p>In manchen Traditionen vertritt man daher die Ansicht, dass es nur M\u00f6nchen und Asketen sowie in Ausnahmef\u00e4llen Nonnen (weiblichen Wesen) m\u00f6glich ist, den Weg zum vollst\u00e4ndigen Erwachen zu gehen. Dort gibt es dann auch eine erstaunlich strikte Trennung zwischen der Geistlichkeit und den sogenannten Laien. Die Laien \u00fcbernehmen dabei die Aufgabe, M\u00f6nche und Nonnen zu unterst\u00fctzen, ihnen Studium und asketisches Leben zu erm\u00f6glichen, f\u00fcr Unterkunft, Kleidung und Verpflegung zu sorgen, Kl\u00f6ster und Tempel zu erhalten, um auf diese Weise religi\u00f6se Verdienste zu erwerben. Im Gegenzug unterst\u00fctzt die Geistlichkeit die Laien auch auf spirituellem, ethischem und moralischem Gebiet, legt die Lehre dar, h\u00e4lt Andachten, Zeremonien und leitet zu heilsamem Lebenswandel an und unterst\u00fctzt in schwierigen Lebenslagen.<\/p>\n<p>Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene Formen des Glaubensbuddhismus. Buddha wird nicht mehr nur als verehrungsw\u00fcrdiger Mensch gesehen, der als Vorbild f\u00fcr die Suche nach Erleuchtung und f\u00fcr ein rechtschaffenes Leben dient sowie den Weg zur Befreiung vom Leiden aufzeigt. Buddha wird zum absoluten Prinzip, zur \u00fcberweltlichen Gestalt, zum transzendenten Wesen. Die Gl\u00e4ubigen projizieren ihre Hoffnungen und W\u00fcnsche auf Buddha als den Gew\u00e4hrenden, den Barmherzigen, den Erl\u00f6ser und Helfer in allen Lebenslagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>IV.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Insbesondere die Schulen des Mahayana, des n\u00f6rdlichen Buddhismus, unterscheiden sich vom Buddhismus indischer Pr\u00e4gung, dem s\u00fcdlichen Buddhismus. Buddha nimmt unterschiedliche Erscheinungsformen an, um allen Wesen die Befreiung vom Leiden zu erm\u00f6glichen. Der n\u00f6rdliche Buddhismus ist in diesem Sinne sehr phantasie- und variantenreich. Nachfolgend einige Beispiele volksreligi\u00f6ser Verehrung:<\/p>\n<p>Baisajyaguru \u2013 Yakushi Nyorai , der Heilende, der Medizin-Buddha, Buddha der Heilmittel.<\/p>\n<p>Amithaba \u2013 Amida, Buddha des Jenseits, Herr des Reinen Landes, Buddha des Mitgef\u00fchls, der alle Wesen rettet, die ihn im Vertrauen anrufen<\/p>\n<p>Maitreya \u2013 Miroku, Buddha der Zukunft (von Shakyamuni Buddha vorhergesagt)<\/p>\n<p>Mahavairocana \u2013 Dainichi Nyorai, Gro\u00dfer Buddha der Weisheit, spirituelle Erscheinung des Buddha Shakyamuni, Symbol f\u00fcr das erste Drehen des Rades (Beginn der Lehrverk\u00fcndung)<\/p>\n<p>Adibuddha \u2013 Ur-Buddha, symbolisiert alle Buddhas. Versuch des Mahayana, sich auf einen Buddha zu einigen.<\/p>\n<p>Bodhisattva\u00ad \u2013 Bodhisattva sind Erleuchtungswesen, die vollst\u00e4ndig erwacht sind, sich jedoch den Sorgen und Leiden der f\u00fchlenden Wesen zuwenden, um sie aus ihrer Not zu retten.<\/p>\n<p>Avalokitsvara \u2013 Kuan Ying \u2013 Kannon, Bodhisattva der Barmherzigkeit, des Mitgef\u00fchls, wird in Ostasien oft als weibliche Gestalt dargestellt. Kann 33 verschiedene Formen annehmen, um dem Hilfesuchenden in jeglicher problematischen Situation beizustehen.<\/p>\n<p>Manjushri \u2013 Monshu Bosatsu, Bodhisattva der Tugend und Weisheit. Symbolisiert das Abschneiden der Dummheit und das F\u00f6rdern der Weisheit.<\/p>\n<p>Samantabhadra \u2013 Fugen Bosatsu, Bodhisattva der allgegenw\u00e4rtigen G\u00fcte, pr\u00e4sentiert die buddhistische Lehre.<\/p>\n<p>Ksitigarbha \u2013 Jizo Bosatsu, F\u00fchrer und Retter hilfloser Seelen. Der Schutzpatron der Kinder, der totgeborenen Kinder, der Schwangeren und der Reisenden.<\/p>\n<p>Die Lehre Buddha Shakyamunis ist ein Weg der Geistesschulung und der Vernunft. Seine Person, sein Leben und seine Lehre dienen als Vorbild und Richtlinie im Streben nach Leidfreiheit und Erleuchtung. Dennoch kommen Buddha, seine Lehre und seine Nachfolger allen Menschen entgegen, nehmen R\u00fccksicht auf ihre Bed\u00fcrfnisse und begegnen ihnen dort, wo sie sich gerade befinden. Gilt es doch all das zu f\u00f6rdern und auszu\u00fcben, das dem friedlichen Zusammenleben dient und dazu f\u00fchrt, dass die Menschen mit sich, ihren Mitwesen und ihrer Mitwelt heilsam umzugehen lernen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. &nbsp; Welche Bedeutung hat Buddha Shakyamuni? Was bedeutet das Wort Buddha? Das Leben des Buddha ist, wie es auch bei anderen Religionsgr\u00fcndern festzustellen ist, von Legenden \u00fcberlagert und kann nicht vollst\u00e4ndig rekonstruiert werden. 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