{"id":121748,"date":"2026-04-13T10:11:23","date_gmt":"2026-04-13T08:11:23","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=121748"},"modified":"2026-04-13T10:12:08","modified_gmt":"2026-04-13T08:12:08","slug":"die-rolle-der-religion-in-aktuellen-kriegen","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-rolle-der-religion-in-aktuellen-kriegen\/","title":{"rendered":"The role of religion in current wars"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"Initiale CharOverride-28\">L<\/span>assen Sie mich mit einer unbequemen Botschaft beginnen: Die Proklamation Heiliger Kriege ist keineswegs nur ein Ph\u00e4nomen der Vergangenheit. Das T\u00f6ten im Auftrag Gottes geschieht tagt\u00e4glich auch in unserer Zeit, und zwar mit wachsender Zustimmung. Religion ist ein geopolitisch hochbrisanter Faktor in den Kriegen des 21. Jahrhunderts. Die religi\u00f6se Dimension ist dabei jedoch nicht prim\u00e4r Ursache der Konflikte, sondern eher ein Eskalationsfaktor, der eine rationale Einhegung der Konflikte oft unm\u00f6glich erscheinen l\u00e4sst. Dies trifft in unterschiedlicher Weise auf die beiden zentralen Kriege der Gegenwart in der Ukraine und in Israel-Pal\u00e4stina zu. Es scheint, als h\u00e4tte die Menschheit aus der Geschichte nichts gelernt. Mehr noch: L\u00e4ngst \u00fcberwunden geglaubte Motive kehren auch in Europa und im Christentum mit ungeahnter Vehemenz und neuer Dynamik zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Von diesem weiten Themenfeld kann ich nur einige ausgew\u00e4hlte Aspekte beleuchten. Ich will dies in drei Schritten tun: <span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">1. <\/span>die untersch\u00e4tzte Rolle von Religion im russisch-ukrainischen Krieg, <span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">2. <\/span>Religion als Eskalationsfaktor im Israel-Pal\u00e4stina-Konflikt, <span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">3. <\/span>zehn Thesen zum ambivalenten Verh\u00e4ltnis von Religion und Gewalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Die untersch\u00e4tzte Rolle von Religion im russisch-ukrainischen Krieg<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Bereits in einem Aufsatz von 1993 und dann 1996 in der Monografie <span class=\"Minion-Italic\">The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order <\/span> hat der amerikanische Politikwissenschaftler Samuel Huntington prognostiziert, dass die Kriege des 21. Jahrhunderts Identit\u00e4tskonflikte sein werden. Nicht mehr der ideologische Gegensatz zwischen Kommunismus und Kapitalismus und auch nicht das \u201eEnde der Geschichte\u201c (Francis Fukuyama), sondern Bruchlinienkonflikte zwischen unterschiedlichen Kulturr\u00e4umen und Religionen seien zentraler Ausgangspunkt f\u00fcr die multipolare Neuordnung der Welt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Huntingtons These enth\u00e4lt wichtige Hinweise, um die ver\u00e4nderte Grammatik der globalen Konflikte im 21. Jahrhundert zu verstehen. Zugleich basiert sie auf einigen Fehleinsch\u00e4tzungen, die sie jedoch \u2013 und das ist meine These \u2013 keineswegs unwirksam machen. Sie beschreibt eine suggestive Deutung von Konflikten, die eine brisante Eigendynamik bewirkt. Gerade durch die Mischung hellsichtiger und falscher Elemente ist sie ethisch-politisch so brisant:<\/p>\n<p class=\"fliess\">Hellsichtig ist Huntingtons These, insofern die Suche nach kultureller Identit\u00e4t und Abgrenzung in der zunehmend entgrenzten Welt tats\u00e4chlich ein entscheidender Faktor zu sein scheint. Sowohl die \u201eWut der Arabischen Welt\u201c (Bernard Lewis) als auch der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wurden als existenzieller Abwehrkampf gegen die kulturelle Dominanz \u201edes Westens\u201c deklariert. Das Feindbild \u201ewestlicher Imperialismus\u201c erzeugt Allianzen, ohne die Russland geopolitisch isoliert dast\u00fcnde. Die bereits in den 1990er Jahren erkennbaren Anzeichen f\u00fcr dieses identit\u00e4re Deutungsmuster wurden untersch\u00e4tzt, weil sie weder wirtschaftlich noch politisch rational erschienen und man der Maxime \u201eWandel durch Handel\u201c, die Kulturen durch wechselseitige \u00f6konomische Interessen verflechten wollte, nachhing.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Irref\u00fchrend sind Huntingtons Thesen in Bezug auf Russland insofern, als der Hauptfaktor kein kultureller oder identit\u00e4rer Konflikt ist, sondern, dass sich Putin durch eine freie und wirtschaftlich prosperierende Ukraine bedroht f\u00fchlt, weil der Funke des demokratischen Freiheitsstrebens dann auch leicht nach Russland \u00fcberspringen k\u00f6nnte \u2013 so Herfried M\u00fcnkler. Im Kern geht es um einen Konflikt des Herrschaftssystems. Der kulturelle Konflikt wird vorgeschoben und durch die Erz\u00e4hlung der \u201erussischen Welt\u201c (<span class=\"CharOverride-7\">russkij mir<\/span>) in einen Identit\u00e4tskonflikt umgedeutet. Schon bei Huntington werden religi\u00f6se, kulturelle, nationale, politische und wirtschaftliche Faktoren auf unklare Weise vermischt. Er \u00fcbersieht, dass Kulturen und Religionen nicht notwendig gegeneinander k\u00e4mpfen, sondern (auch in der Ukraine) gerade in der Begegnung mit dem Fremden oft aufbl\u00fchen. Huntington setzt einen ahistorisch-essentialistischen Zivilisations- und Religionsbegriff voraus.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das Fatale ist, dass das Narrativ der Identit\u00e4tskonflikte und damit auch das der Russischen Welt, deren kulturelle Werte gegen die Dominanz des imperialen Westens verteidigt werden m\u00fcssten, keineswegs erfolglos ist. Es wurde l\u00e4ngst zu einem entscheidenden Faktor f\u00fcr die Akzeptanz der russischen Position, sowohl innerhalb des Staates wie bei nicht wenigen Staaten weltweit.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dabei spielt auch der Faktor Religion \u2013 um den es ja bei unserer Tagung in besonderer Weise geht \u2013 eine zentrale Rolle: Religion wird instrumentalisiert f\u00fcr nationale Identit\u00e4tskonstruktionen, wobei dies keineswegs nur ein von au\u00dfen kommender Missbrauch ist, sondern Religionen von sich aus Identit\u00e4ten definieren und nicht selten feindlich abgrenzen. F\u00fcr Patriarch Kyrill ist der Krieg gegen die Ukraine ein Heiliger Krieg zur Verteidigung orthodoxer Werte und Lebensformen gegen den vermeintlich dekadenten und imperialen Westen. Er legitimiert den Krieg als \u201emetaphysischen Kampf\u201c. Ohne diesen religi\u00f6sen Hintergrund w\u00fcrde die Erz\u00e4hlung der Verteidigung der russischen Welt nicht aufgehen. Es ist schwer zu entscheiden, ob Pr\u00e4sident Putin diese religi\u00f6se Erz\u00e4hlung nur instrumentalisiert oder selbst glaubt. Vermutlich schlie\u00dft sich beides nicht aus und in ihm verfestigt sich zunehmend ein historisch-religi\u00f6ses Sendungsbewusstsein. Handfeste Machtinteressen werden in einen religi\u00f6s-kulturellen Konflikt umgedeutet, dadurch legitimiert, geglaubt und strategisch ausgerichtet. Durch die gezielte Zerst\u00f6rung von Kirchen und Museen in der Ukraine soll deren religi\u00f6se und kulturelle Identit\u00e4t ausgel\u00f6scht werden. Das Recht auf eigene Identit\u00e4t wird ihr abgesprochen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus am 29. Januar 2025 sagte Roman Schwarzman aus Odessa im deutschen Bundestag: \u201eDamals wollte mich Hitler t\u00f6ten, weil ich Jude bin, heute will mich Putin t\u00f6ten, weil ich Ukrainer bin. Er will uns als Nation vernichten.\u201c Das Gedenken wirkt heute verst\u00f6rend aktuell. Es ging und geht darum, eine Identit\u00e4t auszul\u00f6schen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Identit\u00e4tskonflikte sind in der Regel religi\u00f6s unterlegt. Dabei sind die Religionen jedoch meist nicht prim\u00e4re Ursache von Krieg und Gewalt, sondern Eskalationsfaktor: Sie treten sekund\u00e4r zu Macht- und Interessenkonflikten hinzu, dienen dazu, diese in Identit\u00e4tskonflikte umzudeuten und dadurch einer ver\u00e4nderten Grammatik zu unterwerfen: Religi\u00f6s-kulturelle Konflikte sind im Unterschied zu Interessenkonflikten nur eingeschr\u00e4nkt verhandelbar.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gegenw\u00e4rtig tobt ein Machtkampf zwischen der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK) und den anderen orthodoxen Kirchen, die Patriarch Bartholom\u00e4us von Istanbul traditionell als \u201eErsten unter Gleichen\u201c anerkennen. Er dr\u00fcckt sich auch in der entstehenden orthodoxen Soziallehre aus, die bisher drei zentrale Dokumente ver\u00f6ffentlicht hat, die sich auf charakteristische Weise durch eine abweichende Bewertung von Menschenrechten, Demokratie und moderner Gesellschaft unterscheiden: Die von Patriarch Kyrill in den Jahren 2000 und 2008 verantworteten Dokumente bewerten diese negativ (zugespitzt in seiner zunehmend anti-westlich profilierten Deutung), das von Bartholom\u00e4us verantwortete Dokument aus dem Jahr 2020 bewertet diese im Kern positiv. Diese Differenz ist entscheidend daf\u00fcr, ob das europ\u00e4ische Kultur- Zivilisations- und Gesellschaftsmodell als Bedrohung oder als Chance gesehen wird.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Innerhalb der Orthodoxie bahnt sich eine Spaltung an, die eine mit der im Westchristentum des 16.\u00a0Jahrhunderts durch die Reformation ausgel\u00f6sten Spaltung vergleichbare Dynamik entwickeln k\u00f6nnte. Ein sozialethischer, auf das Verh\u00e4ltnis von Religion und Moderne fokussierter Dialog innerhalb der Orthodoxie sowie zwischen dieser und der Katholischen sowie den Protestantischen Kirchen w\u00e4re m.\u00a0E. ein unsch\u00e4tzbarer Friedensdienst. Die Spaltung zwischen West- und Ostkirchen, die kirchengeschichtlich nun schon eintausend Jahre andauert, hat zu Entfremdungen gef\u00fchrt, die sich im gegenw\u00e4rtigen Krieg zwischen Russland und der Ukraine als Sprachunf\u00e4higkeit \u00e4u\u00dfern und so zum Eskalationsfaktor geworden sind. Der Umstand, dass wir an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t (LMU) als einer der ganz wenigen Universit\u00e4ten weltweit alle drei christlichen Konfessionen haben, ist eine einmalige Chance, ein wenig zu Vertrauensbildung und Verst\u00e4ndigung hinsichtlich der Vielfalt orthodoxer Theologie beizutragen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In Bezug auf den Dialog zwischen Katholizismus und Orthodoxie ist der Vatikan \u2013 wie insbesondere Regina Elsner hervorhebt \u2013 einseitig auf die Russisch-Orthodoxe Kirche fixiert. Es ist ein m\u00fchsamer Lernprozess, angemessen wahrzunehmen, wie vielf\u00e4ltig die orthodoxen, teilweise autokephalen Kirchen sind.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Gegenw\u00e4rtig ist der Konflikt mit der ROK und dem russischen Regime jedoch eskaliert und ein vertrauensbildender Dialog ist nur mit den davon unabh\u00e4ngigen Kr\u00e4ften m\u00f6glich. Gegen\u00fcber dem System Kyrill und dem System Putin kann es nur um schonungslose kritische Aufkl\u00e4rung der L\u00fcgenpropaganda gehen. Das Buch <span class=\"Minion-Italic\">Putins Gift. Russlands Angriff auf Europas Freiheit<\/span> von Gesine Dornbl\u00fcth und Thomas Franke, zwei Journalisten, die lange in Moskau gelebt haben, hat mir f\u00fcr viele Zusammenh\u00e4nge die Augen ge\u00f6ffnet. Die sehr professionellen Methoden der Desinformation, der gezielten F\u00f6rderung von Spaltung und Korruption in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern \u2013 beispielsweise in Georgien oder im Baltikum, aber auch in Deutschland \u2013 und die in sich koh\u00e4renten, suggestiv konstruierten Erz\u00e4hlungen zur Umdeutung der Geschichte und der Konflikte mit dem Ziel der Delegitimation des Westens, sind eine neue Form der Kriegsf\u00fchrung als Cyber War. Es ist ein geistiger und medialer Krieg um Deutungshoheit. Das erste Opfer eines jeden Krieges ist die Wahrheit.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ausgangspunkt des Krieges zwischen Russland und der Ukraine ist der russische Neoimperialismus, der in dem durch Repression und L\u00fcge gekennzeichneten System Putin einen neuen H\u00f6hepunkt gefunden hat, der jedoch tiefe historische Wurzeln im Zarismus und Stalinismus hat. Dieses revisionistische Herrschaftssystem zu kritisieren, ist nicht westlicher Kulturimperialismus, sondern eine Antwort auf das universale menschliche Bed\u00fcrfnis nach Freiheit von Gewalt, Leid und L\u00fcge.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ich m\u00f6chte der Auffassung von Herfried M\u00fcnkler und Carlo Masala, dass moralische Argumente in dem Kampf um eine neue Weltordnung nur noch eine marginale Rolle spielen, widersprechen, jedoch mit einer Differenzierung: Zun\u00e4chst stehen strategische Machtkonflikte im Vordergrund und in diesem harten Ringen sind moralische Argumente nicht unmittelbar wirksam. Die Zustimmung, die Putin in China, Indien, Iran, Nordkorea oder S\u00fcdafrika und nicht zuletzt auch in der eigenen Bev\u00f6lkerung findet, h\u00e4ngt jedoch wesentlich ab von dem Narrativ des Kulturkonfliktes gegen die Dominanz \u201edes Westens\u201c. Das Feindbild \u201eliberaler, s\u00e4kularer und moralisch dekadenter Westen\u201c eint derzeit v\u00f6llig heterogene M\u00e4chte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Erz\u00e4hlung ist eine neue Variante des semireligi\u00f6sen, \u201esakralen Krieges\u201c. Dieser sei im Unterschied zum \u201eheiligen Krieg\u201c kein Angriff, sondern eine Verteidigung, so Patriarch Kyrill im Weltrat der Kirchen. Der russisch-ukrainische Krieg sei eine Verteidigung Russlands gegen den imperialen Westen. Pr\u00e4sident Donald Trump hat in seinem Gespr\u00e4ch im Oval Office mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodimir Selenskij am 28. Februar 2025 diese Umkehr der Adressierung von Aggression und Verteidigung \u00fcbernommen. Was Trump mit messianischem Sendungsbewusstsein als Herbeif\u00fchrung eines goldenen Zeitalters und als Friedensdeal propagiert, ist in Wirklichkeit ein Ausverkauf der auf Recht, Freiheit und Demokratie beruhenden internationalen Ordnung. Damit geht auch f\u00fcr Deutschland eine Epoche von Frieden und Sicherheit zu Ende.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Religion als Eskalationsfaktor im Israel-Pal\u00e4stina-Konflikt<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Der 7. Oktober 2023 gilt als das 9\/11 Israels, ein tiefes Trauma, das das Lebensgef\u00fchl der Juden im Nahen Osten und weltweit dauerhaft ver\u00e4ndert hat, der niedertr\u00e4chtigste Gewaltexzess gegen Juden seit dem Holocaust, verschlimmert durch die mediale Inszenierung von Grausamkeit durch die K\u00e4mpfer der Hamas, flankiert durch Angriffe der Hisbollah auf Israel von Libanon aus, verst\u00e4rkt seit September 2024 und Raketenangriffe von Iran aus im Oktober 2024, sowie nicht zuletzt durch einen neuen Antisemitismus im Schatten des aktuellen Krieges auch in Deutschland. Das Kalk\u00fcl der Hamas, Hass und Unvers\u00f6hnlichkeit zu s\u00e4en, ist aufgegangen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Durch die unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig harte Reaktion in dem Versuch, die Hamas vollst\u00e4ndig zu vernichten und dabei auch die Zivilbev\u00f6lkerung, die von den K\u00e4mpfern als lebende Schutzschilde missbraucht wurden, nicht zu schonen, hat sich jedoch auch Israel ins Unrecht versetzt. Im Gazastreifen sind durch Angriffe des israelischen Milit\u00e4rs circa 48.000 Menschen gestorben und 111.000 verletzt worden. Zeitweise waren 1,9 Mio. Menschen auf der Flucht. Die Pl\u00e4ne von Trump und Netanjahu, die Pal\u00e4stinenser ganz aus Gaza zu vertreiben, f\u00fchren zu einer weiteren Eskalation. Am 14. November 2024 hat das UN-Komitee Merkmale eines V\u00f6lkermordes (massenhafte zivile Opfer, Hunger als Vernichtungsstrategie, Behinderung humanit\u00e4rer Hilfen, weil von Hamas unterwandert) diagnostiziert.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Am 21. November 2024 hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag Netanjahu als Kriegsverbrecher eingestuft und einen Haftbefehl erlassen. Der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz hat noch am Wahlabend verk\u00fcndet, Netanjahu dennoch in Deutschland empfangen zu wollen. Die italienische V\u00f6lkerrechtlerin Francesca Albanese, die seit 2022 UN-Sonderberichterstatterin f\u00fcr die besetzten Gebiete Pal\u00e4stinas ist und die Kategorie des Genozids auf die Situation dort anwendet, wollte am 16. Februar 2025 an der LMU \u00fcber <span class=\"Minion-Italic\">Kolonialismus, Menschenrechte und Internationales Recht<\/span> sprechen. Doch die Uni stornierte die Raumzusage. Auch die Katholische Akademie Bayern sowie die Humboldtuniversit\u00e4t in Berlin haben ihre Raumbuchungen storniert. Die einen sprechen von Antisemitismus, die anderen von Redeverbot \u2013 die Wellen schlagen hoch.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Frage, die f\u00fcr uns im Rahmen der Tagung \u00fcber Heilige Kriege relevant ist, betrifft die Analyse, welche Rolle der Faktor Religion dabei spielte und spielt. Da ich in Israel studiert habe, besch\u00e4ftigt mich der Konflikt in besonderer Weise.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wegweisend scheint mir die Analyse von Moshe Zimmermann, der am 24. Juni 2024 auch hier in der Katholischen Akademie \u00fcber Israels Richtungsstreit um Sicherheit, Demokratie und Religion gesprochen und die Hintergr\u00fcnde in seinem Buch <span class=\"Minion-Italic\">Niemals Frieden? Israel am Scheideweg<\/span> (2024) n\u00e4her erl\u00e4utert hat. Er spricht von der jahrzehntelangen \u201eGeiselhaft\u201c, in die die religi\u00f6sen Siedler die Politik Israels genommen haben. Insbesondere mit dem Beginn des Osloer Friedensprozesses (Camp David II) 1993 sowie dem Abraham Abkommen 2020 schien ein Frieden in greifbarer N\u00e4he. Er wurde immer wieder von religi\u00f6sen Fanatikern von beiden Seiten torpediert (israelisch: am 4. November 1995 ermordete Jigal Amir den israelischen Premierminister Jitzchak Rabin wegen dessen Friedenspolitik gegen\u00fcber den Pal\u00e4stinensern).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nachdem in m\u00fchsamen Gespr\u00e4chen eine Ann\u00e4hrung mit der Fatach erreicht war, w\u00e4hlten die Pal\u00e4stinenser im Gazastreifen 2006 die Hamas, die explizit Israel das Existenzrecht abspricht, als ihre politischen Vertreter.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Der Krieg im Nahen Osten ist deshalb so unvers\u00f6hnlich, weil sich Hamas, Hisbollah und der Iran dem islamistisch begr\u00fcndeten Ziel verschrieben haben, die Existenz Israels auszul\u00f6schen, und die gegenw\u00e4rtige Regierungspolitik unter Netanjahu unter starkem Einfluss der orthodoxen Juden im Gegenzug das Existenzrecht und die Identit\u00e4t Pal\u00e4stinas nicht anerkennt. Das historische Trau-<br \/>\nma des Holocaust f\u00fchrt auch in der zweiten und dritten Generation zu dem Gef\u00fchl des Bedrohtseins und der Selbstwahrnehmung in der Opferrolle, was jedoch auch durch den fortwirkenden Antisemitismus immer neu gespeist wird. Vertrauensbildung ist ein extrem m\u00fchsamer und langwieriger Prozess. Auch im Christentum tauchen antisemitische Denk- und Verhaltensmuster ganz unvermittelt wieder auf (z. B. bei den Piusbr\u00fcdern und gegenw\u00e4rtig vor allem im Kontext der AfD, in der es eine sehr aktive Gruppierung \u201eChristen f\u00fcr die AfD\u201c gibt).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Indem die vielf\u00e4ltigen Macht- und Interessenkonflikte in einen religi\u00f6s-identit\u00e4ren Konflikt umgedeutet und durch ihn \u00fcberlagert werden, scheinen Verhandlungen unm\u00f6glich. Sowohl im Nahostkonflikt wie im russisch-ukrainischen Krieg ist unklar, wor\u00fcber man zielf\u00fchrend verhandeln kann, wenn der jeweils anderen Nation das kulturelle Existenzrecht abgesprochen wird. Die religi\u00f6s-kulturelle Umdeutung des Konfliktes wird zur self fulfilling prophecy: Sie ist eine Deutung, die die M\u00f6glichkeiten friedlicher und fruchtbarer Koexistenz verkennt und dadurch zur Ursache unvers\u00f6hnbarer Konflikte wird.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zwischen den drei Konfliktdimensionen \u2013 territorial, ethno-national und religi\u00f6s \u2013 besteht eine komplexe, fast unl\u00f6sbare Verbindung. Historisch, politikwissenschaftlich und ethisch-systematisch zeigt sich m. E. klar, dass Religion nicht Ausgangspunkt und eigentliche Ursache des Konfliktes ist, sondern Eskalationsfaktor. Dieser ist dennoch wirksam und macht die rationale Bearbeitung und Begrenzung des Konfliktes so schwer.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Islamische Attent\u00e4ter, die an eine g\u00f6ttliche Belohnung des heiligen Suizids glauben, verstehen ihre Kriegsf\u00fchrung als religi\u00f6s und werden \u00fcber Glaubensvorstellungen motiviert und kollektiv organisiert. Wie im Psychogramm vieler islamischer Attent\u00e4ter in Deutschland scheinen die religi\u00f6sen Motive jedoch \u2013 so die Analyse von Schmidbauer \u2013 eher als sekund\u00e4r hinzutretende Rationalisierung einer tiefen Hoffnungslosigkeit wirksam zu werden. Im Kern ist es nicht ein religi\u00f6ser Konflikt, sondern eine toxische Mischung aus politischen, sozialen und religi\u00f6sen Motiven. Es geht nicht um eine Feindschaft gegen\u00fcber der j\u00fcdischen oder christlichen Religion, sondern um das Feindbild des kapitalistischen, vermeintlich s\u00e4kular-areligi\u00f6sen und moralisch dekadenten Westens sowie das in Aggression umschlagende Lebensgef\u00fchl tiefer Einsamkeit, Verzweiflung und Sinnlosigkeit. Dennoch ist der Faktor Religion nicht marginal, sondern konstitutiv f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Konflikte und die Aktivierung der K\u00e4mpfer. Die Religionen haben eine Bringschuld, sich nicht als Legitimation und ideologische Aufladung der Konflikte missbrauchen zu lassen, so Papst Franziskus in seiner Enzyklika<span class=\"Minion-Italic\"> Fratelli<\/span> <span class=\"Minion-Italic\">tutti<\/span>. Diese Friedensenzyklika vom Oktober 2020 begreift den Dialog als \u201eHandwerk des Friedens\u201c und hat die Verst\u00e4ndigung mit dem Islam als Fokus. Die Religionen haben die Aufgabe, aktiv den kultur-, religions- und konfessions\u00fcbergreifenden Dialog voranzubringen. Hans K\u00fcng hat dies auf die einpr\u00e4gsame Formel gebracht: \u201eKein Friede zwischen den Nationen ohne Friede zwischen den Religionen, kein Frieden zwischen den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">In erster Linie wird die Chance eines Friedens von harten politischen Faktoren abh\u00e4ngen. Die Kompetenz der Religionen sollte auch nicht \u00fcbersch\u00e4tzt werden: Ihre wichtigste Aufgabe sind Vorsorge und Abwehr, damit sie nicht als Kriegsgrund missbraucht werden, sowie die Erm\u00f6glichung von Vertrauensbildung und Dialog im Sinne \u201eproaktiver Toleranz\u201c. Wichtiger als allgemeine Deklarationen sind Menschen, die unerschrocken ihre Existenz f\u00fcr den Frieden einsetzen, wie z. B. Alexej Nawalni, der durch seinen Glauben motiviert Putin die Stirn geboten hat und trotz oder wegen seines M\u00e4rtyrertodes f\u00fcr Millionen Menschen zum Hoffnungstr\u00e4ger wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Zehn Thesen zum Verh\u00e4ltnis von Religion und Gewalt<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Man k\u00f6nnte aus den bisherigen Ausf\u00fchrungen zu den beiden zentralen Kriegen unserer Gegenwart folgern, dass die Religionen eine prim\u00e4r negative Rolle spielen. Dies k\u00f6nnte man an vielen weiteren Beispielen vertiefen, z.\u00a0B. im Blick auf Boko Haram in Nigeria, die keineswegs harmlosen Konflikte zwischen Hindus und Moslems in Indien, die jahrzehntelangen Gewaltexzesse zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland oder die aktuelle Rolle der evangelikalen Protestanten und der konservativen Katholiken in den USA, ohne die Trump mit seiner aggressiven neoimperialen Politik nie die Wahl gewonnen h\u00e4tte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Durch die R\u00fcckkehr der Religionen in den \u00f6ffentlichen Raum spitzen sich viele Konflikte neu zu. Das alte Modell der Pazifizierung religi\u00f6ser Konflikte durch Privatisierung der Religion funktioniert nicht mehr. Trotz aller Abgr\u00fcnde der Instrumentalisierung von Religion f\u00fcr Gewaltexzesse und heilige Kriege ist die Verleumdung jeder Moral im Horizont eines atheistischen und sarkastischen Nihilismus, der das Streben nach Macht zum einzigen Ma\u00dfstab erhebt, noch abgr\u00fcndiger. Es sind eigenartige Amalgame von Nihilismus und Religion als Fassade, die gegenw\u00e4rtig keineswegs nur bei islamischen Terroristen so brandgef\u00e4hrlich sind.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Vor diesem Hintergrund ist nicht die Zur\u00fcckdr\u00e4ngung der Religionen, sondern die St\u00e4rkung einer pluralen Vielfalt lebenszugewandter, vertrauensstiftender und dialogf\u00e4higer Religionen das einzig zielf\u00fchrende Heilmittel gegen die Verirrungen der auch in unserer Zeit so unheilig-heiligen Kriege. Es braucht neue Zug\u00e4nge, um das vielschichtige Verh\u00e4ltnis von Religion und Gewalt zu verstehen und zu b\u00e4ndigen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dazu einige Thesen, die zugleich das bisher Gesagte zusammenfassen:<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">1. <\/span>In den Kriegen und Konflikten der Gegenwart spielt der Faktor Religion eine entscheidende Rolle. Die Religionen werden auch in unserer Zeit weltweit, jedoch in sehr unterschiedlichen Kontexten und mit verschiedenen Begr\u00fcndungen f\u00fcr die Legitimation und Motivation von Gewalt in Anspruch genommen. Das Theorem des Heiligen Krieges ist nicht \u00fcberwunden.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">2. <\/span>Religionen sind nicht die zentrale Ursache, sondern Eskalationsfaktor der Konflikte und Kriege. Erst in Verbindung mit ungel\u00f6sten politischen und sozialen Konflikten entfalten sie eine toxische Wirkung. Sie werden h\u00e4ufig identit\u00e4r als Begr\u00fcndung f\u00fcr \u201eothering\u201c, also Aus- und Abgrenzung in Anspruch genommen, k\u00f6nnen aber auch in positiver Weise eine gemeinschafts- und identit\u00e4tsstiftende Wirkung haben. Problematisch ist vor allem, dass die am st\u00e4rksten wachsende Form von Religion der Fundamentalismus ist, der sich leicht f\u00fcr eine ideologische Verh\u00e4rtung der Fronten sowie eine bis zu terroristischen Akten gehende Hingabe und Kampfbereitschaft instrumentalisieren l\u00e4sst. Das Feindbild des abendl\u00e4ndisch-christlichen Westens, das sich sowohl bei Islamisten als auch in der Russisch-Orthodoxen Kirche findet, ist eine sekund\u00e4re religi\u00f6se \u00dcberh\u00f6hung eines h\u00f6chst vielschichtigen Konflikts. Der religi\u00f6se Faktor erm\u00f6glicht jedoch Allianzen ganz unterschiedlicher Akteure und f\u00fchrt zu einer hasserf\u00fcllten Aufladung des Konfliktes. Er ist ein konstitutives Element, um die Dynamik und Zuspitzung der gegenw\u00e4rtigen Weltkonflikte und die Erosion des universalen demokratischen Universalismus zu verstehen.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">3. <\/span>Die Religionen tragen Mitverantwortung durch zu geringe Abgrenzung gegen den Missbrauch von Religion f\u00fcr die Legitimation von Gewalt. Ein allgemeiner Hinweis auf die Notwendigkeit von \u201eDialog\u201c ist unzureichend. Die strukturelle Fixierung des Vatikans sowie des Weltrates der Kirchen auf die Russisch-Orthodoxe Kirche unter Ausgrenzung der anderen autokephalen orthodoxen Kirchen in der Ukraine und in anderen Regionen Osteuropas zeigt dies anschaulich. Auch die Vorstellung, den Konflikt mit islamischen Fundamentalisten durch \u201eDialog\u201c bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, erweist sich als naiv und irref\u00fchrend. Dialog muss als Praxis des Aufbaus von vertrauensbildenden und regelbasierten Beziehungen auf vielen Ebenen interpretiert werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">4. <\/span>Der Vorwurf der religi\u00f6sen Gewalt trifft in besonderer Weise gegenw\u00e4rtig den Islam. Es gibt in der Geschichte des Christentums ebenfalls Aspekte der mangelnden Abgrenzung gegen Gewalt (Kreuzz\u00fcge, Religionskriege, Hexenverbrennung). Dennoch ist die Differenz, dass Jesus ein Pazifist und Mohammed ein Krieger war, nicht zu untersch\u00e4tzen. Das Judentum ist in der Geschichte deutlich weniger gewaltaffin, allerdings war es auch einfacher ohne eigenen Staat: Im gegenw\u00e4rtigen Israel zeigt sich ebenfalls das Problem der Verwendung von Religion als Argument f\u00fcr Gewalt und Exklusion. Auch im Hinduismus im Norden Indiens sowie im militanten Buddhismus in Sri Lanka gibt es eine erhebliche, mit nationalistischen Motiven unterf\u00fctterte Gewaltgeschichte. Nur wenn jede Religion sich nicht nur mit dem Splitter im Auge der anderen, sondern auch mit dem Balken im eigenen Auge auseinandersetzt (vgl. Matth\u00e4us 7,3), kann religi\u00f6s legitimierte Gewalt erfolgreich eingegrenzt werden.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">5. <\/span>F\u00fcr den besonderen Zusammenhang von Gewalt und monotheistischen Religionen gibt es plausible Indizien, jedoch keinen zwingenden Zusammenhang. Dieser ist kontingent, also nicht notwendig. Es kommt auf die Interpretation und den Kontext an. Die Verabsolutierung der eigenen Wahrheit und des eigenen Sendungsbewusstseins ist eine latente Gefahr der monotheistischen Religionen, wobei das Judentum deutlich pluralistischer angelegt ist als Christentum und Islam. Es gibt aber zugleich auch gerade umgekehrt ein besonderes Friedenspotenzial der monotheistischen Religionen: Der Gott der j\u00fcdisch-christlichen und in Teilen auch der islamischen Tradition ist der Gott aller und birgt somit auch den Anspruch, die Perspektiven des Fremden und des anderen grenz\u00fcberschreitend anzuerkennen.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">6. <\/span>Innerreligi\u00f6se Konflikte sind oft noch brisanter als zwischenreligi\u00f6se Konflikte, beispielsweise in der Gegenwart der Konflikt zwischen orthodoxem und westlichem Christentum, zwischen Sunniten und Schiiten, in der Geschichte zwischen evangelischen und katholischen Christen in den Religionskriegen. Aus der Perspektive der Konfliktforschung ist es ein bekanntes Muster, dass die Konflikte zwischen Individuen, Gruppen und Institutionen, die viele \u00dcberschneidungen haben, besonders heftig ausfallen k\u00f6nnen. Auch gegenw\u00e4rtig wird das Friedenspotenzial vor allem durch innerreligi\u00f6se und innerkonfessionelle Konflikte gel\u00e4hmt, die h\u00e4ufig viel zu pauschal als Konflikt zwischen progressiven und konservativen Gruppierungen umschreiben werden. Hier erleben wir derzeit eine Eskalation von Feindbildern, die dringend der theologischen, ethischen und kommunikationstheoretischen Aufkl\u00e4rung sowie neuer Methoden und Foren des Dialogs bedarf, wenn das Gewaltpotenzial der Religionen geb\u00e4ndigt werden soll.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">7. <\/span>Zugleich mit der Neigung zu Gewalt haben alle Weltreligionen auch eine Kernbotschaft des Friedens. Dies trifft nicht nur f\u00fcrs Neue Testament, sondern in gleicher Weise auch f\u00fcr den Tenach sowie den Koran zu. Frieden mit Gott, der zugleich Frieden unter den Menschen stiftet, ist ein Grundelement der Gotteserfahrung. Aus biblischer Sicht ist christliche Identit\u00e4t eine offene, dynamische und lernf\u00e4hige Identit\u00e4t, die dazu bef\u00e4higt, dem Anderen offen und angstfrei zu begegnen. Ihr liegt die Erfahrung zugrunde, dass die Vers\u00f6hnung mit Gott zugleich die Vers\u00f6hnung unter den Menschen bedeutet. Denn sie \u00fcberwindet die Angst und damit letztlich (so Eugen Biser) die Wurzel aller Kriege.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">8. <\/span>Konflikte zwischen Menschen hat es immer gegeben und wird es immer geben. Religi\u00f6se Friedensstiftung kann diese nicht beseitigen, sondern sollte sich vielmehr die gewaltfreie Bew\u00e4ltigung dieser Konflikt zum Ziel setzen, wof\u00fcr ein erster Schritt das ehrliche Benennen der Konflikte ist. Auch die historische Analyse der eigenen Gewaltgeschichte ist ein Friedensdienst. Sie schlie\u00dft eine Kultur der Erinnerung an die Opfer von Gewalt als Handwerk des Friedens ein. Deshalb ist Putins Verbot der Menschenrechtsorganisation \u201eMemorial\u201c, die sich der Aufarbeitung der Gewaltverbrechen unter Stalin gewidmet hat und 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, ein unmittelbarer Angriff auf den Frieden.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">9. <\/span>In der gegenw\u00e4rtigen, von Pluralismus und Migration gepr\u00e4gten Gesellschaft ist die F\u00e4higkeit zu interreligi\u00f6ser, interkultureller und interkonfessioneller Verst\u00e4ndigung eine existenzielle Frage der Friedenssicherung. Die Religionen haben hier eine moralische und theologische Pflicht, die Schulung entsprechender Kompetenzen durch schulische, au\u00dferschulische und universit\u00e4re Bildung voranzutreiben. Dazu geh\u00f6rt auch die Ein\u00fcbung gewaltfreier Kommunikation, die F\u00e4higkeit zum Perspektivenwechsel und die angstfreie Auseinandersetzung mit Fremden. Ohne diese Dimension, die f\u00fcr verantwortete Zeitgenossenschaft von existenzieller Bedeutung ist, versagt das Christentum vor dem eigenen Anspruch als Bildungsreligion.<\/p>\n<p class=\"fliess\"><span class=\"CORP-S-BOLD-9-7-pt\">10. <\/span>Die demokratische Leittugend zur \u00dcberwindung der gewaltaffinen Fixierung auf eigene \u00dcberzeugungen und Interessen ist Toleranz. Dabei ist das traditionelle Konzept von Toleranz als passive Duldung zur Vermeidung von Gewalteskalation nicht mehr ausreichend. Wir m\u00fcssen auch aktiv f\u00fcr den Schutz der Menschenw\u00fcrde und damit f\u00fcr Freiheit, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit eintreten. Dies braucht die Ein\u00fcbung einer konstruktiven Streitkultur, denn Toleranz ist ein \u201eKonfliktbegriff\u201c, also nur dann relevant, wenn man sich an Differenz reibt. Zugleich ist heute auch eine proaktive Komponente, d. h. vorsorgende Vertrauensbildung und Horizonterweiterung durch die Begegnung mit Menschen anderer Kulturen, \u00dcberzeugungen und Mentalit\u00e4ten n\u00f6tig. Toleranz ist die Tugend der Demokratie. Die Zerst\u00f6rung der Demokratie und eine neoimperiale Politik in den USA unter Trump, die massiv durch konservative Katholiken wie Banon oder Vance unterst\u00fctzt wurde oder wird, ist gegenw\u00e4rtig die dramatischste Form der Gef\u00e4hrdung von Freiheit und Frieden durch die aktive Mitwirkung von Vertretern des Christentums. <img decoding=\"async\" class=\"_idGenObjectAttribute-2\" src=\"file:\/\/\/C:\/Users\/bbockholt\/Katholische%20Akademie%20in%20Bayern\/Programm%20&amp;%20Dokumentation-Dokumentation%20-%20Dokumente\/1.%20zur%20debatte\/debatten%202026\/debatte%201-2026\/0%200%20fertige%20debatte\/debatte_1_2026_20_LINKS-web-resources\/image\/1.png\" alt=\"\" \/><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lassen Sie mich mit einer unbequemen Botschaft beginnen: Die Proklamation Heiliger Kriege ist keineswegs nur ein Ph\u00e4nomen der Vergangenheit. Das T\u00f6ten im Auftrag Gottes geschieht tagt\u00e4glich auch in unserer Zeit, und zwar mit wachsender Zustimmung. 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