{"id":121754,"date":"2026-04-13T10:40:55","date_gmt":"2026-04-13T08:40:55","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=121754"},"modified":"2026-04-13T10:40:58","modified_gmt":"2026-04-13T08:40:58","slug":"krieg-gegen-erfundene-ketzer-der-albigenserkreuzzug-1209-1229","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/krieg-gegen-erfundene-ketzer-der-albigenserkreuzzug-1209-1229\/","title":{"rendered":"War against invented heretics?"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"Initiale CharOverride-28\">D<\/span>er in der Forschung als Albigenserkreuzzug bezeichnete Krieg w\u00fctete in den Jahren 1209 bis 1229 im S\u00fcden des heutigen Frankreich, in der modernen Region Okzitanien. Kennzeichnend f\u00fcr diesen Konflikt war nicht nur seine ungew\u00f6hnliche L\u00e4nge (bei seiner Beilegung waren die ma\u00dfgeblichen Protagonisten, die ihn begonnen hatten, zum gr\u00f6\u00dften Teil schon verstorben), sondern auch die in seinem Verlauf praktizierte Grausamkeit: Kreuzfahrer ver\u00fcbten Massaker an den Einwohnern der St\u00e4dte B\u00e9ziers (gleich zu Beginn des Krieges) oder Marmande (zehn Jahre sp\u00e4ter). In Orten wie Castres, Minerve, Lavaur oder Les Cass\u00e9s verbrannten sie massenhaft Menschen als mutma\u00dfliche H\u00e4retiker. Regelm\u00e4\u00dfig verst\u00fcmmelten oder ermordeten die kriegf\u00fchrenden Parteien \u2013 un\u00fcblich im Vergleich mit den damaligen Konfliktpraktiken der adlig-ritterlichen Gesellschaft \u2013 die Gefangenen der Gegenseite. Begr\u00fcndet wurden der Kreuzzug und die dabei angewandte Gewalt wesentlich mit dem Kampf gegen eine sich in der Region angeblich ungebremst ausbreitende H\u00e4resie, deren Anh\u00e4nger in zeitgen\u00f6ssischen Quellen manchmal als Albigenser (nach der Bischofsstadt Albi), meist freilich ganz unspezifisch als <span class=\"Minion-Italic\">heretici<\/span> or <span class=\"Minion-Italic\">provinciales heretici<\/span> bezeichnet werden. Heutzutage sind sie vor allem unter dem Namen Katharer bekannt und ein fester Teil der regionalen Identit\u00e4t. Das Department Aude, einer der zentralen Schaupl\u00e4tze des vor etwa achthundert Jahren ausgetragenen Krieges, ist das rechtlich gesch\u00fctzte \u201epays cathare\u201c, das Katharerland, in dem unzug\u00e4ngliche Burgen wie Cabaret, Minerve, Termes oder Peyrepertuse als \u201ech\u00e2teaux cathares\u201c touristisch vermarktet werden \u2013 auch wenn die noch sichtbaren Befestigungen in aller Regel aus der Zeit der sp\u00e4teren Nutzung als Grenzburgen der franz\u00f6sischen Krone stammen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Eine Auseinandersetzung mit dem Albigenserkreuzzug im Rahmen der Historischen Tage \u00fcber <span class=\"Minion-Italic\">\u201eHeilige\u201c Kriege?<\/span> lohnt aus mehreren Gr\u00fcnden. Erstens markiert dieser Krieg insofern eine neue Etappe in der damals bereits mehr als einhundertj\u00e4hrigen Geschichte der Kreuzzugsbewegung, als er erstmals inmitten der lateinischen Christenheit ausgetragen wurde, gerichtet gegen F\u00fcrsten, die w\u00e4hrend des gesamten Konflikts ihre Rechtgl\u00e4ubigkeit betonten, allen voran Graf Raimund VI. von Toulouse. Papst Innozenz III. (1198\u20131216), der im M\u00e4rz 1208 zum Kreuzzug gegen den Grafen aufrief, betonte ausdr\u00fccklich, die Kreuzfahrer sollten die \u201eAnh\u00e4nger\u201c der H\u00e4resie \u201emit kraftvoller Hand und mit starkem Arm und mit noch gr\u00f6\u00dferer Unbesorgtheit bek\u00e4mpfen als die Sarazenen\u201c, seien sie doch \u201enoch schlimmer\u201c als diese. Denjenigen, die das Kreuz nahmen, versprach der Papst, wie den Teilnehmern an den Kreuzz\u00fcgen in den Mittleren Osten, die \u201eVergebung eurer S\u00fcnden, damit ihr nicht l\u00e4nger z\u00f6gert, gegen dieses gro\u00dfe \u00dcbel vorzugehen und zur Befriedung jener V\u00f6lker im Namen Dessen eilen wollt, der ein Gott des Friedens und der Liebe ist\u201c.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Von seinen Bef\u00fcrwortern wurde der Albigenserkreuzzug \u2013 zweitens \u2013 klar als heiliger Krieg stilisiert \u2013 auch wenn Bezeichnungen wie <span class=\"Minion-Italic\">sanctissima guerra<\/span> in den zeitgen\u00f6ssischen Quellen sehr selten sind. Der Papst und seine Legaten sprachen meist von der \u201eAngelegenheit des Friedens und des Glaubens\u201c, <span class=\"Minion-Italic\">negotium pacis et fidei<\/span>. Umso g\u00e4ngiger aber ist die Inszenierung der Auseinandersetzung als grunds\u00e4tzliches Ringen zwischen Gut und B\u00f6se. Diese Deutung basierte im Kern auf der bereits im Fr\u00fchmittelalter greifbaren Vorstellung von H\u00e4resie als einer Krankheit, einer Infektion durch den Teufel, der seine Opfer Glauben machte, sie w\u00fcssten um die Wahrheit, obwohl sie tats\u00e4chlich Irrt\u00fcmer kundtaten. Die Kreuzfahrer waren in dieser Sicht Streiter Gottes, ihre Gegner Diener des Teufels. Auch Innozenz III. sprach in seiner Kreuzzugsbulle vom M\u00e4rz 1208 von der \u201ePest der Ketzer\u201c, gegen die vorzugehen sei. Die zeitgen\u00f6ssische \u00dcberlieferung kennt M\u00e4rtyrer und Wundererz\u00e4hlungen, die vom direkten Eingreifen Gottes in den heilsgeschichtlichen Konflikt k\u00fcnden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Drittens schlie\u00dflich \u2013 und vor allem \u2013 hat sich die Einsch\u00e4tzung der dem Albigenserkrieg zugrundeliegenden Motive in der j\u00fcngeren Forschung radikal gewandelt. Zwar werden seit Langem die von den Kriegsparteien verfolgten politischen Ziele betont; neu aber ist die grunds\u00e4tzliche Frage, ob das Kriegsgebiet \u00fcberhaupt Heimstatt einer gro\u00dfen, in Form einer Gegenkirche organisierten ketzerischen Bewegung war \u2013 oder ob wir bei dieser Lesart nicht der Deutung des Geschehens durch die letztlich siegreiche Partei aufsitzen. Anders gesagt: War die in den zeitgen\u00f6ssischen Quellen ubiquit\u00e4r zu findende Begr\u00fcndung des Kreuzzuges, es habe sich um die notwendige Reaktion auf eine anders nicht mehr in den Griff zu bekommende h\u00e4retische Bedrohung f\u00fcr die<br \/>\nKirche gehandelt, erfunden?<\/p>\n<p class=\"fliess\">Mit Fokus auf diese Frage soll der Albigenserkreuzzug im Folgenden nicht in den komplexen Ver\u00e4stelungen der einzelnen milit\u00e4rischen Handlungen nachgezeichnet werden. Vielmehr geht es um die Hintergr\u00fcnde des Krieges und seine Darstellung in den zeitgen\u00f6ssischen Quellen. Zum allgemeinen Verst\u00e4ndnis dieser \u00dcberlegungen werde ich 1.) knapp auf die aktuelle Diskussion \u00fcber die Existenz der katharischen Gegenkirche eingehen, um 2.) Rahmenbedingungen und zentrale Etappen des langen Wegs in den Konflikt zu skizzieren und schlie\u00dflich 3.) die Begr\u00fcndung des Kreuzzugs als eines gottgewollten Krieges gegen H\u00e4retiker und ihre adligen Besch\u00fctzer exemplarisch anhand eines der zentralen zeitgen\u00f6ssischen Geschichtswerke zu kontextualisieren, der <span class=\"Minion-Italic\">Hystoria Albigensis<\/span> des Zisterzienserm\u00f6nchs Peter von Vaux-de-Cernay.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Ein Krieg gegen Ketzer?<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Die Katharer gelten als die gr\u00f6\u00dfte h\u00e4retische Bewegung des hochmittelalterlichen Lateineuropa, mit Schwerpunkten im S\u00fcden des heutigen Frankreich, in der Rheingegend (auf H\u00f6he der St\u00e4dte Bonn und K\u00f6ln) sowie in Norditalien. In den beiden letzten Regionen begegnet die Bezeichnung Katharer auch regelm\u00e4\u00dfig in den Quellen (in der Rheingegend freilich nur f\u00fcr eine sehr \u00fcberschaubare Phase in den f\u00fcnfziger und sechziger Jahren des 12.\u00a0Jahrhunderts). In einer klassischen Perspektive zeichnen sich die Katharer im Wesentlichen durch drei Elemente aus: erstens durch ihr dualistisches Welt- und Gottesbild, bei dem strikt zwischen einer schlechten materiellen und einer guten spirituellen Welt unterschieden wird. Der \u201agute\u2018 Gott hat die immaterielle Welt erschaffen, sein \u201ab\u00f6ser\u2018 Widerpart (mal konzipiert als gefallener Sohn Gottes, mal als eigenst\u00e4ndiger Gott) die materielle Welt, in der wir leben. Ein zweites Merkmal der Katharer ist ihre Herkunft vom Balkan. Sie sollen im lateinischen Westen zumindest in Teilen auf eine \u00e4ltere, im Byzantinischen Reich verfolgte h\u00e4retische Bewegung namens Bogomilen zur\u00fcckzuf\u00fchren sein. Drittens sollen die Katharer in Form einer regelrechten Gegenkirche organisiert gewesen sein, mit eigener \u00c4mterhierarchie und eigenen Ritualen. Grunds\u00e4tzlich sei bei den Katharern strikt zwischen zwei Kategorien zu trennen, einerseits der breiten Masse der einfachen Gl\u00e4ubigen (<span class=\"Minion-Italic\">credentes<\/span>), andererseits der kleinen Gruppe an \u201eVollkommenen\u201c (von lateinisch <span class=\"Minion-Italic\">perfectus<\/span> beziehungsweise <span class=\"Minion-Italic\">perfecta<\/span>). Letztere h\u00e4tten sich streng an die Glaubensvorschriften gehalten und der materiellen Welt so weit wie m\u00f6glich entsagt, indem sie in Armut und z\u00f6libat\u00e4r lebten sowie auf Milch- oder Fleischprodukte verzichteten. Zum Vollkommenen wurde man durch das <span class=\"Minion-Italic\">consolamentum<\/span>, eine rituelle Handauflegung, die zu diesem enthaltsamen Leben verpflichtete. Die \u201eGl\u00e4ubigen\u201c erhielten das <span class=\"Minion-Italic\">consolamentum<\/span> erst kurz vor ihrem Tod, gewisserma\u00dfen als Sterbesakrament.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Zweifel an der Existenz der katharischen Gegenkirche in der soeben skizzierten Form werden seit Ende des 20. Jahrhunderts, mit Nachdruck aber in den letzten Jahren ge\u00e4u\u00dfert und sehr kontrovers diskutiert. Um ein m\u00f6gliches Missverst\u00e4ndnis von vornherein auszur\u00e4umen: Weder der Kreuzzug der Jahre 1209 bis 1229 noch die sp\u00e4teren Verfolgungen durch Inquisitoren werden in dieser Diskussion angezweifelt \u2013 sehr wohl aber, ob es sich bei den Menschen, gegen welche die Kreuzfahrer und Inquisitoren vorgingen, tats\u00e4chlich um Angeh\u00f6rige einer dualistischen Gegenkirche handelte. Die Kritik an dieser Vorstellung basiert im Wesentlichen auf einer anderen Lekt\u00fcre des uns vorliegenden Quellenmaterials: Dazu muss man zun\u00e4chst wissen, dass so gut wie alle Quellen, die \u00fcber H\u00e4retiker in S\u00fcdfrankreich berichten, aus der Feder ihrer Verfolger stammen, seien es Geschichtswerke, antih\u00e4retische Traktate, Briefe von P\u00e4psten, p\u00e4pstlichen Legaten und Bisch\u00f6fen, Predigten sowie ab Mitte des 13. Jahrhunderts, wenn auch etwas anders gelagert, die tausende Zeugenaussagen umfassenden Inquisitionsprotokolle. Von den Angeh\u00f6rigen des Adels und der st\u00e4dtischen Eliten, gegen die sich der Kreuzzug richtete, sind hingegen keine Selbstzeugnisse \u00fcberliefert, in denen sich jemand offen zu devianten Glaubensansichten bekannt h\u00e4tte. Das mag wenig erstaunlich wirken. Zu bedenken sollte aber geben, dass es durchaus Quellen von den Gegnern des Kreuzzuges gibt. Schenken wir diesen Glauben, handelte es sich bei den Angegriffenen mitnichten um H\u00e4retiker, sondern um katholische Christen, die sich gegen falsche Vorw\u00fcrfe und fremde Invasoren zur Wehr setzten.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wie ging und geht die Forschung mit diesen Quellen um? Das traditionelle Bild von einer organisierten katharischen Bewegung in S\u00fcdfrankreich beruht im Kern auf der Methode, einzelne Informationen aus einer zeitlich und r\u00e4umlich weit verstreuten \u00dcberlieferung wie aus einem Steinbruch herauszul\u00f6sen, sie miteinander zu kombinieren und in eine koh\u00e4rente Erz\u00e4hlung zu bringen. Viele Informationen etwa zu Urspr\u00fcngen und Organisation der Katharer finden sich erst in Traktaten, die italienische Inquisitoren ab den 1230er Jahren schrieben. Wichtige Konstrukteure dieser Erz\u00e4hlung waren der in Stra\u00dfburg lehrende Theologe Charles Schmidt (\u2020 1895) und der junge Arno Borst (\u2020 2007) mit seiner 1953 publizierten Dissertation <span class=\"Minion-Italic\">Die Katharer<\/span>. Insgesamt f\u00fcllt die zu den Katharern erschienene Forschungsliteratur etliche Regalmeter (von Romanen und franz\u00f6sischen Comics ganz zu schweigen). Das seit dem 19. Jahrhundert etablierte Konstrukt einer Gegenkirche von europ\u00e4ischem Ausma\u00df ist lange Zeit nicht hinterfragt, sondern bei der Analyse der Quellen selbstverst\u00e4ndlich vorausgesetzt worden.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die j\u00fcngere Kritik basiert vor allem auf der methodischen \u00dcberzeugung, die einzelnen Quellen in ihrem jeweiligen Entstehungskontext lesen zu m\u00fcssen. Hierbei werden immer wieder Konflikte greifbar, in denen es offenbar opportun war, politische Gegner als H\u00e4retiker zu diffamieren, um gegen sie vorgehen zu k\u00f6nnen. Deutlich besser als zu Zeiten Schmidts und Borsts sind inzwischen auch die Bez\u00fcge der Quellen und ihrer Autoren untereinander erforscht. So konnte etwa Uwe Brunn das Auftauchen des Namens Katharer in italienischen Quellen seit dem sp\u00e4ten 12.\u00a0Jahrhundert plausibel auf die Rezeption des Werks eines einzigen M\u00f6nchs aus der Rheingegend zur\u00fcckf\u00fchren \u2013 und wiederum dessen Wissen \u00fcber dualistische H\u00e4retiker auf seine umfassende Kenntnis der antih\u00e4retischen Schriften des Kirchenvaters Augustinus. Die Gemeinsamkeiten in den Quellen verdanken sich in dieser Perspektive weniger einer tats\u00e4chlichen religi\u00f6s-sozialen Realit\u00e4t, sondern einem damals gef\u00fchrten Diskurs, in dem unter anderem die Region um Toulouse allm\u00e4hlich verketzert wurde. Dem britischen Historiker Robert Ian Moore zufolge, dessen 2012 erschienene Monographie <span class=\"Minion-Italic\">The War on Heresy<\/span> die erste gro\u00dfe Synthese dieser Kontextualisierungsarbeit darstellt, habe es in S\u00fcdfrankreich nicht unbedingt mehr Ketzer als anderswo gegeben. Mehr als in anderen Regionen aber wurde dar\u00fcber gesprochen, dass H\u00e4retiker in S\u00fcdfrankreich ein Problem seien. Provokant zugespitzt schreibt Moore, die Frage zu stellen, wie viele H\u00e4retiker es vor dem Albigenserkreuzzug gab, sei wie die Frage nach der Anzahl an Hexen am Vorabend des Hexenwahns im 16. und 17. Jahrhundert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Der lange Weg in den Krieg<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Wenn es die katharische Gegenkirche im S\u00fcden des heutigen Frankreich also wahrscheinlich nie gegeben hat, so war es doch kein Zufall, dass ausgerechnet die Region zwischen Rh\u00f4ne und Garonne zum Schauplatz eines Ketzerkrieges wurde. Im Grunde hatte dieser Krieg bereits mehrere Jahrzehnte vor dem Kreuzzugsaufruf Innozenz\u2019\u00a0III. begonnen. Seit Mitte des 12.\u00a0Jahrhunderts hatte es in der Region immer wieder milit\u00e4rische Handlungen gegeben, die auch mit dem Kampf gegen H\u00e4retiker gerechtfertigt wurden. Eine zentrale Voraussetzung hierf\u00fcr war die Lage der Grafschaft Toulouse zwischen den Herrschaftsbereichen gleich dreier K\u00f6nige: des K\u00f6nigs von England, des K\u00f6nigs von Frankreich und des K\u00f6nigs von Arag\u00f3n. Gest\u00fctzt auf Erbanspr\u00fcche seiner Frau Eleonore von Aquitanien unternahm etwa K\u00f6nig Heinrich\u00a0II. von England im Jahr 1159 einen gro\u00df angelegten Feldzug gegen Toulouse. Im Ergebnis blieb er erfolglos \u2013 wie auch alle weiteren Bem\u00fchungen Heinrichs, die Grafschaft zu unterwerfen. Kaum Zufall aber war, dass man in den Bestimmungen des 1163 in Heinrichs Beisein tagenden Konzils von Tours von der \u201everdammenswerten H\u00e4resie im Gebiet von Toulouse\u201c liest, die sich wie Krebs ausbreite. Das gleiche Argument nutzten der Graf von Toulouse 1177\/78 gegen die neu aufstrebende Kommune in seiner Hauptstadt und K\u00f6nig Peter II. von Arag\u00f3n in den Jahren 1204 und 1205 zur Ausdehnung seines Einflusses in der Vizegrafschaft Carcassonne \u2013 die nur wenig sp\u00e4ter Schauplatz des Albigenserkreuzzuges werden sollte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Besonders engagiert im H\u00e4resiekampf waren zudem die Angeh\u00f6rigen des damals wichtigsten Reformordens, die Zisterzienser. Der Zisterzienserabt Heinrich von Clairvaux etwa nahm 1178 an einer Art Inquisition zur Aufsp\u00fcrung von H\u00e4retikern in Toulouse (bzw. der dort herrschenden Kommune) teil. Im Jahr darauf informierte er die Teilnehmer des Dritten Laterankonzils \u00fcber die h\u00e4retische Gefahr in der Region. Und abermals zwei Jahre sp\u00e4ter f\u00fchrte er, inzwischen vom Papst zum Kardinalbischof von Albano erhoben, einen Feldzug gegen das zwischen Toulouse und Albi gelegene <span class=\"Minion-Italic\">castrum<\/span> Lavaur, um dort gegen \u201eAlbigenser\u201c vorzugehen (die ereignisnah verfasste Chronik des Priors von Vigeois ist der fr\u00fcheste Beleg dieses Namens).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bis zum Beginn des 12. Jahrhunderts war es das. Wir wissen von keinen weiteren Interventionen, die mit dem Kampf gegen mutma\u00dfliche H\u00e4retiker in der Region begr\u00fcndet worden w\u00e4ren. Das zu Beginn von Papst Innozenz\u2019 III. Pontifikat neu aufkommende Interesse ging weniger von der Kurie aus, sondern von lokalen Akteuren, dem Herrn von Montpellier etwa, der die Unterst\u00fctzung des Papstes f\u00fcr eine von ihm vergeblich vorangetriebene Erbregelung zu gewinnen suchte, und namentlich einer Gruppe an lokalen Bisch\u00f6fen und teils aus der Region stammenden Zisterziensern, die als p\u00e4pstliche Legaten durchaus pers\u00f6nliche Interessen in der Region vertraten. Ihre Ma\u00dfnahmen richteten sich anfangs vor allem gegen den Erzbischof von Narbonne und mehrere seiner Suffragane. Der Hauptvorwurf: Diese hochrangigen Geistlichen gingen zu wenig gegen H\u00e4retiker in der Region vor. Im Ergebnis wurden bis 1214 mit Hilfe dieses Arguments zwei Erzbisch\u00f6fe und mehrere Bisch\u00f6fe abgesetzt. Meist folgten Zisterzienser auf die vakant gewordenen St\u00fchle nach.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Den unmittelbaren Anlass f\u00fcr den Kreuzzug bot die Ermordung eines p\u00e4pstlichen Legaten zu Beginn des Jahres 1208. Graf Raimund VI. von Toulouse war mit diesem Legaten, dem Zisterzienserm\u00f6nch Peter von Castelnau, seit Kurzem im Konflikt gelegen (es ging um ein von Peter organisiertes, gegen den Grafen gerichtetes \u201eFriedensb\u00fcndnis\u201c). Letzterer hatte den Grafen exkommuniziert. Eine versuchte Auss\u00f6hnung war im Eklat geendet. Wenig sp\u00e4ter ermordete ein namentlich nicht bekannter Gefolgsmann des Grafen den Legaten. Der Papst, von einem anderen Legaten, Abt Arnald von C\u00eeteaux, \u00fcber die Tat informiert, lastete sie Raimund VI. von Toulouse an und rief zum Kreuzzug gegen ihn auf. In der Folge unternahm Raimund alles, um den drohenden Angriff auf seine Grafschaft abzuwenden und sich mit der Kirche auszus\u00f6hnen \u2013 was ihm im Sommer 1209 tats\u00e4chlich gelang. Er musste einem Auflagenkatalog von 15 Punkten zustimmen (darunter die Zusage, die H\u00e4retiker aus seinen L\u00e4ndern zu vertreiben). Im Gegenzug wurde er im Juni 1209 in Saint-Gilles rekonziliert. F\u00fcr den Abbruch des Kreuzzuges war es freilich zu sp\u00e4t, die Kriegsmaschine bereits in Gang gesetzt. Ein in den Quellen als riesenhaft beschriebenes Heer w\u00e4lzte sich die Rh\u00f4ne entlang nach S\u00fcden. Statt gegen den Grafen von Toulouse, der jetzt sogar selbst das Kreuz nahm, richtete sich das Unternehmen gegen dessen Neffen und Konkurrenten, den Vizegrafen von B\u00e9ziers und Carcassonne. Dieser hatte dem Kreuzzug milit\u00e4risch wenig entgegenzusetzen: B\u00e9ziers wurde im Sturm erobert, die Bev\u00f6lkerung massakriert, der Vizegraf selbst in Carcassonne drei Wochen belagert, bevor er sich unterwarf und im folgenden Winter in der Gefangenschaft verstarb. Zum neuen Vizegrafen w\u00e4hlten die Kreuzfahrer einen Adligen aus der \u00cele-de-France, der beste Beziehungen zum Zisterzienserorden unterhielt: Simon von Montfort. Dieser war milit\u00e4risch offensichtlich \u00fcberaus f\u00e4hig. Bis 1218 f\u00fchrte er den Kreuzzug an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Ein Krieg der Narrative<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Der Kreuzzug h\u00e4tte fr\u00fch enden k\u00f6nnen. Simon von Montfort unterwarf, trotz zwischenzeitlicher Aufst\u00e4nde, die \u00fcbrigen Gebiete seiner Vizegrafschaft recht z\u00fcgig. Dabei blieb es jedoch nicht. Unter Simons F\u00fchrung eroberten die Kreuzfahrer Burgen und St\u00e4dte in den Herrschaftsbereichen der Grafen von Foix und Comminges sowie des Vizegrafen von B\u00e9arn \u2013 wiederholt auf Einladung von \u00c4bten und Bisch\u00f6fen, die mit den genannten Adligen im Konflikt lagen. Den Grafen von Toulouse exkommunizierten die den Kreuzzug tragenden Bisch\u00f6fe und Legaten schon wenige Monate nach seiner Kreuznahme erneut. Er habe sich nicht an die ihm auferlegten Bestimmungen gehalten. Trotz umgehenden Protests an der Kurie und der Aufforderung des Papstes, seine Legaten sollten eine erneute Rekonziliation herbeif\u00fchren, blieb Raimund\u00a0VI. bis zu seinem Tod exkommuniziert. Bis Ende 1212 eroberten die Kreuzfahrer seine gesamte Grafschaft mit Ausnahme der Hauptstadt Toulouse und eines <span class=\"Minion-Italic\">castrum<\/span> namens Montauban. In dieser Situation griff K\u00f6nig Peter\u00a0II. von Arag\u00f3n zugunsten der bedr\u00e4ngten F\u00fcrsten in den Konflikt ein. Aufgrund seiner guten Stellung an der p\u00e4pstlichen Kurie (im Jahr 1205 hatte Peter dem Papst in Rom pers\u00f6nlich einen Treueid geleistet und sein Reich dem p\u00e4pstlichen Schutz unterstellt; im Jahr 1212 hatte er eine Koalition iberischer F\u00fcrsten zum Sieg \u00fcber eine muslimische Armee bei Las Navas de Tolosa gef\u00fchrt) hatte er damit vor\u00fcbergehend Erfolg. Innozenz\u00a0III. erkl\u00e4rte den Anf\u00fchrern des Kreuzzuges zu Beginn des Jahres 1213, der Krieg gegen die H\u00e4retiker in der Region sei erfolgreich abgeschlossen. Seinen Legaten befahl er, einen Frieden mit den besagten Grafen zu erreichen. Simon von Montfort warf er vor, den Kreuzzug missbraucht und die Gebiete unbescholtener katholischer F\u00fcrsten erobert zu haben.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In diesem \u00fcberaus prek\u00e4ren Moment entstanden zahlreiche Quellen, mit denen die geistlichen Anf\u00fchrer des Kreuzzuges, \u00c4bte, Bisch\u00f6fe und p\u00e4pstliche Legaten, ihre Sicht der Dinge gegen\u00fcber dem Papst darlegten: ein ganzes Konvolut an Briefen, die eine Gesandtschaft dem Papst \u00fcberbrachte, aber auch der gr\u00f6\u00dfte Teil der eingangs erw\u00e4hnten <span class=\"Minion-Italic\">Hystoria Albigensis<\/span>. Der besondere Quellenwert der <span class=\"Minion-Italic\">Hystoria<\/span> verdankt sich dem Umstand, dass ihr Verfasser, der Zisterzienserm\u00f6nch Peter von Vaux-de-Cernay, dem engsten Umfeld der Kreuzzugsf\u00fchrung nahestand. Peters Onkel, Abt Guy von Vaux-de-Cernay, hatte schon vor dem Kreuzzug im S\u00fcden gegen Ketzer gepredigt. Als Guy 1212 den Bischofssitz von Carcassonne einnahm, begleitete ihn sein Neffe in das Kriegsgebiet. Peter war auch 1213 mit dabei, als die Anf\u00fchrer des Kreuzzuges alle Argumente zusammentrugen, um den Papst von ihrer Sicht der Dinge zu \u00fcberzeugen. Die erste, bis Anfang 1213 gef\u00fchrte Redaktion des umfangreichen Geschichtswerks darf als Summe dieser kollaborativen \u00dcberzeugungsarbeit angesehen werden \u2013 ein Kontext, der bei der Analyse des Textes bis heute selten ber\u00fccksichtigt wird. Zahlreiche von Peter ge\u00e4u\u00dferte Vorw\u00fcrfe werden noch immer als pr\u00e4zise Beschreibungen eines Augenzeugen gewertet. Dabei sind Peters Aussagen \u00fcber die Pr\u00e4senz von H\u00e4retikern in der Region klar situationsbezogen. Ausf\u00fchrlich begr\u00fcndet er, der die Region erst 1212 aufgesucht hat, dass die 1209 von den Kreuzfahrern massakrierten Einwohner von B\u00e9ziers \u201enicht nur H\u00e4retiker\u201c gewesen seien, \u201esondern die schlimmsten R\u00e4uber, Rechtsbrecher, Betr\u00fcger und Diebe und voll von jeglicher Lasterhaftigkeit\u201c, ihren Tod also selbst verschuldet hatten. \u00c4hnlich sollen die f\u00fchrenden Adligen in der Vizegrafschaft Carcassonne, die sich Simons von Montfort Herrschaft widersetzten, mindestens Besch\u00fctzer von H\u00e4retikern, wenn nicht selbst f\u00fchrende H\u00e4resiarchen gewesen sein. Peters eigentlicher Fokus liegt freilich auf den Anfang 1213 mit dem K\u00f6nig von Arag\u00f3n verb\u00fcndeten F\u00fcrsten. Den Grafen von Toulouse bezeichnet Peter mit einem Wortspiel als \u201eGraf des Trugs\u201c (ein nur im Lateinischen funktionierendes Wortspiel, <span class=\"Minion-Italic\">comes dolosanus<\/span> statt <span class=\"Minion-Italic\">comes Tolosanus<\/span>). Die Seitenwechsel des Grafen im zur\u00fcckliegenden Krieg nutzt er als Beleg daf\u00fcr, wie wenig man ihm vertrauen d\u00fcrfe. Schon die Unterwerfung im Jahr 1209 habe er nicht ehrlich gemeint. Relativ fr\u00fch in seiner <span class=\"Minion-Italic\">Hystoria <\/span>bringt Peter sogar eine regelrechte Beweisschrift, in der er, wie er explizit ank\u00fcndigt, den \u201eUnglauben des Grafen\u201c darlegt (u.\u00a0a. mit Hinweis auf h\u00e4retische <span class=\"Minion-Italic\">perfecti<\/span>, die sich st\u00e4ndig in der N\u00e4he des Grafen aufhielten, nat\u00fcrlich verkleidet). Seine Beweisf\u00fchrung korrespondiert dabei auff\u00e4llig stark mit einem von Peter einleitend gelieferten Exkurs \u00fcber den \u201eUnglauben\u201c der Albigenser. Bei der vermeintlich ethnographischen Beschreibung handelt es sich vielmehr um ein T\u00e4terprofil, mit dem Peter den Nachweis zu bringen sucht, der Graf sei in Wahrheit ein \u201egl\u00e4ubiger\u201c H\u00e4retiker gewesen. Ein \u00e4hnliches Dossier enth\u00e4lt die <span class=\"Minion-Italic\">Hystoria<\/span> auch zum Grafen von Foix, der sich Anfang 1213 als der milit\u00e4risch kompetenteste Antagonist Simons von Montfort etabliert hatte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nicht zuf\u00e4llig betont Peter auch gleich zu Beginn seiner Erz\u00e4hlung, in seinem Exkurs \u00fcber die Albigenser, dass Toulouse deren eigentliches Zentrum sei. \u201eVon dieser Stadt ging vor allem das Gift der Treulosigkeit aus, die das Volk ansteckte und bewirkte, dass es sich von der Erkenntnis Gottes abwandte, von der wahren Helligkeit, von dem heiligen Glanz.\u201c Angesichts der milit\u00e4rischen Situation und der Haltung des Papstes Anfang 1213 ist Peters Feststellung bezeichnend, die von ihm als \u201eSchlangenbrut\u201c bezeichnete Stadt habe \u201eselbst in unseren Tagen nicht von der Wurzel ihrer Verderbtheit losgerissen werden\u201c k\u00f6nnen. Es bedurfte, mit anderen Worten, weiterer Anstrengungen, um Toulouse von der H\u00e4resie, die wie \u201ealter Schmutz\u201c an der Stadt klebe, zu reinigen. W\u00fcrde man nicht gegen die H\u00e4resie in Toulouse vorgehen, so versichert Peter seinem Leser, griffe die h\u00e4retische<br \/>\nKrankheit erneut um sich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Conclusion<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Ich komme zum Schluss. Zun\u00e4chst ein kurzer Ausblick: Die geistlichen Anf\u00fchrer des Kreuzzuges konnten den Papst tats\u00e4chlich \u00fcberzeugen, den Ketzerkrieg in S\u00fcdfrankreich fortzusetzen. Im Sommer 1213 teilte Innozenz III. dem K\u00f6nig von Arag\u00f3n mit, dieser habe ihn get\u00e4uscht. Die wirkliche Verbreitung der Ketzerei habe er falsch dargestellt. Der Krieg wurde fortgesetzt, wenige Monate sp\u00e4ter kam es zur Schlacht von Muret, in der Peter II. von Arag\u00f3n den Tod fand. 1215 schien Simon von Montfort schlie\u00dflich am Ziel: Mit p\u00e4pstlicher Billigung durfte er sich Graf von Toulouse nennen. Jedoch brach gegen seine Herrschaft sofort ein Aufstand aus, in dessen Folge Simon Toulouse und zahlreiche weitere Besitzungen an Raimund VI. und dessen Sohn einb\u00fc\u00dfte. 1218 fand er den Tod w\u00e4hrend der Belagerung von Toulouse. Insgesamt sollte sich der Krieg, wie eingangs gesagt, bis in das Jahr 1229 hinziehen, mit wechselndem Kriegsgl\u00fcck und schlie\u00dflich dem K\u00f6nig von Frankreich als direkt involvierter Partei. Der Kampf gegen mutma\u00dfliche H\u00e4retiker war damit aber nicht beendet, sondern wurde durch die neu geschaffene Inquisition fortgef\u00fchrt. Der Albigenserkreuzzug markiert somit einen H\u00f6hepunkt in viel l\u00e4ngeren Auseinandersetzungen, die lange vor dem Kreuzzugsaufruf Innozenz\u2019\u00a0III. begonnen hatten und \u00fcber den 1229 geschlossenen Frieden hinaus fortdauerten \u2013 Konflikte, in denen das Argument, man m\u00fcsse gewaltsam gegen H\u00e4retiker in der Region vorgehen, immer wieder genutzt wurde. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass sich \u2013 mindestens als Ergebnis der fortgesetzten Unterdr\u00fcckung \u2013 nicht irgendwann tats\u00e4chlich ein h\u00e4retischer Widerstand in der Region organisierte. Aufgrund der Natur der uns vorliegenden, als Teil dieses Kriegs der Narrative entstandenen Quellen, sind sichere Aussagen hier\u00fcber aber sehr viel schwieriger zu treffen als \u00fcber die diskursive Dimension des Konflikts. <img decoding=\"async\" class=\"_idGenObjectAttribute-2\" src=\"file:\/\/\/C:\/Users\/bbockholt\/Katholische%20Akademie%20in%20Bayern\/Programm%20&amp;%20Dokumentation-Dokumentation%20-%20Dokumente\/1.%20zur%20debatte\/debatten%202026\/debatte%201-2026\/0%200%20fertige%20debatte\/debatte_1_2026_20_LINKS-web-resources\/image\/1.png\" alt=\"\" \/><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der in der Forschung als Albigenserkreuzzug bezeichnete Krieg w\u00fctete in den Jahren 1209 bis 1229 im S\u00fcden des heutigen Frankreich, in der modernen Region Okzitanien. 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