{"id":121756,"date":"2026-04-13T10:43:51","date_gmt":"2026-04-13T08:43:51","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=121756"},"modified":"2026-04-13T10:43:54","modified_gmt":"2026-04-13T08:43:54","slug":"keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\/","title":{"rendered":"Keine \u201eTheologie nach Verdun\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"Initiale CharOverride-28\">W<\/span>enn man heute den Archivbestand der Di\u00f6zesen Strasbourg und Nancy et Toul vergleicht, dann f\u00e4llt schon anhand dessen auf, wie unterschiedlich die Akteure dem Ersten Weltkrieg \u2013 damals h\u00fcben und dr\u00fcben der deutsch-franz\u00f6sischen Grenze \u2013 gegen\u00fcberstanden. W\u00e4hrend auf der loth-<br \/>\nringischen, fraglos franz\u00f6sischen Seite systematisch und akribisch gesammelt worden war und die Archivalien bis hin zu Briefumschl\u00e4gen durchnummeriert wurden, nimmt sich Bestand auf der els\u00e4ssischen, damals deutschen Seite zwar nicht ungepflegt aus, erscheint aber auch nicht mit dem Blick f\u00fcr gro\u00dfe Bedeutsamkeit der Ereignisse angelegt. Auf der lothringischen Seite begann mit dem Krieg ein nationales Projekt, in dem die kirchlichen Akteure klare Interessen hatten: sich im laizistischen Staat so zu bew\u00e4hren, dass m\u00f6glichst deutlich werden sollte, was das wahre Frankreich sei \u2013 n\u00e4mlich das katholische. Daf\u00fcr wurden nicht nur offizielle Briefwechsel archiviert, sondern auch private und halbprivate Korrespondenz. Auf der els\u00e4ssischen Seite bedeutete der Krieg ein weiteres Problem im Grenzland, durch das man m\u00f6glichst gut durchzukommen gedachte. Bestehende Akten \u2013 etwa zu Fragen der Zweisprachigkeit \u2013 wurden weitergef\u00fchrt, der Bestand enth\u00e4lt die archivpflichtigen offiziellen Korrespondenzen und Briefentw\u00fcrfe in offiziellen Verfahren wie Unabk\u00f6mmlichkeitsgesuchen. Privates findet sich kaum, es gab kein feststellbares Interesse, den Beitrag der katholischen Instanzen im Krieg besonders zu w\u00fcrdigen, sondern der Archivbestand bezeugt das umsichtige Bem\u00fchen insbesondere der Generalvikare, zwischen den verschiedenen milit\u00e4rischen und staatlichen Autorit\u00e4ten einen Weg zu finden, m\u00f6glichst unbeschadet durch die Kriegszeit zu kommen. Wenn der schmale Grat zwischen neutralem Pflichtengagement zu hintergr\u00fcndigem Umgehen staatlicher Interessen verlassen wurde, dann in der Regel zugunsten des Hintertreibens der Mobilisierungslogik. Damit waren dann aber keine nachweisbaren profranz\u00f6sischen Interessen leitend, sondern es standen klar die Interessen der eigenen kirchlichen Institution im Vordergrund.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Ich werde im Folgenden drei Schlaglichter auf die Kriegszeit auf beiden Seiten der Grenze werfen: die mit dem Bewegungskrieg im August und September 1914 verbundenen Kriegsverbrechen, begangen durch die deutschen Armeen in Belgien und Nordfrankreich und ausgel\u00f6st durch die \u201egro\u00dfe Furcht\u201c der Deutschen vor einem Volkskrieg (1), einen Ausschnitt der Kriegsdeutungen w\u00e4hrend der Dauer des Krieges (2) \u2013 hier sind in der K\u00fcrze der Darstellungen nurmehr Streiflichter m\u00f6glich \u2013 und die Nachkriegsdeutungen (3), denen ich eine kurze Zusammenfassung folgen lasse (4).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Die Gro\u00dfe Furcht und die Deutschen Greuel<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Als Europa im August 1914 in den Krieg stolperte, galt dieser den meisten Entscheidern als unvermeidlich, als habe sich etwas zusammengebraut, was zu einem gro\u00dfen Ausbruch f\u00fchren m\u00fcsse. Die Faktoren, die zu dieser Wahrnehmung gef\u00fchrt hatten, sind gut erforscht und werden hier f\u00fcr die Mittelm\u00e4chte kurz zusammengefasst: Die Diskurshoheit lag bei den Milit\u00e4rs, nicht bei der Politik, die internationale Au\u00dfenpolitik war von tiefem Misstrauen den anderen Staaten gegen\u00fcber bestimmt, und der Krieg galt weithin und zunehmend als unvermeidlich. Gerade die Zuschreibung der Unvermeidlichkeit schuf die Wirklichkeit, die sie vermeintlich nur beschrieb. Als dann der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich erkl\u00e4rt war, begann der deutsche Vormarsch in dieser aufgeheizten Stimmung. Er war gepr\u00e4gt von langen Tagesm\u00e4rschen und Hitze. Wenn die Truppen belgische und franz\u00f6sische Ortschaften besetzten, um sich einzuquartieren, kamen Pl\u00fcnderung und darauffolgende Alkoholisierung hinzu. Zu dieser ohnehin f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung h\u00f6chst gef\u00e4hrlichen Melange kam dann noch, dass die Vorgaben der Haager Landkriegsordnung zum Umgang mit Zivilisten in Deutschland nicht hinreichend in die Milit\u00e4rhandb\u00fccher implementiert worden waren, und die tiefsitzende Furcht der deutschen Milit\u00e4rf\u00fchrung vor einem Volkskrieg, einer <span class=\"Minion-Italic\">Lev\u00e9e en masse<\/span> in Frankreich nach dem Vorbild des Kriegs von 1870\/71. Man f\u00fcrchtete die <span class=\"Minion-Italic\">Franktireurs<\/span>, Freisch\u00e4rler, und verwechselte die oft geschickt operierende kleine Nachhut der zur\u00fcckweichenden belgischen und franz\u00f6sischen Armeen mit zivilem Widerstand. Die Symbolfigur f\u00fcr diesen Widerstand war der katholische Priester, der Waffen unter seiner Soutane trage, den Kirchturm zum Signalgeben benutze und die Glocken zum Angriff l\u00e4uten lasse. Nicht auf den Priester begrenzt hingegen war der Vorwurf an die vermeintlichen <span class=\"Minion-Italic\">Franktireurs<\/span>, Verwundete ermordet und verst\u00fcmmelt zu haben \u2013 man hatte noch keine Erfahrung mit der entstellenden Wirkung von Schnellfeuerwaffen und den Verletzungen, die sie verursachen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Diese Erz\u00e4hlung war in den deutschen Armeen weit verbreitet, sie bildete einen festen Legendenkreis und entsprechend verliefen auch die Kriegsverbrechen, die entlang der Routen der deutschen Truppen ver\u00fcbt wurden, nach einem festen Muster: Soldaten h\u00f6rten Sch\u00fcsse \u2013 manchmal war das Einbildung, meist waren es Sch\u00fcsse von anderen deutschen Truppen, wenn verschiedene Regimenter auf engem Raum operierten \u2013, jemand wollte den Priester mit einer Waffe gesehen haben, es wurden Geiseln genommen, in der Regel die Personen, die die soziale Ordnung des Ortes repr\u00e4sentierten: Pfarrer, B\u00fcrgermeister, Lehrer. Ab diesem Zeitpunkt entschied der Zufall: Die Geiseln wurden mit einer zuf\u00e4lligen Zahl von anderen Personen zusammen erschossen und die Ortschaft ganz oder in Teilen abgebrannt, oder sie wurden nach einer gewissen Zeitspanne wieder freigelassen. Die eskalierende Gewalt hatte einen selbstverst\u00e4rkenden Effekt \u2013 Soldaten, die schon eine Zivilistenerschie\u00dfung miterlebt hatten, glaubten umso fester an die Existenz der Franktireurs und waren eher bereit, auch im n\u00e4chsten Ort entsprechende Anzeichen dergestalt zu deuten. Die Gleichf\u00f6rmigkeit der Verbrechen und die nachweisliche Unzuverl\u00e4ssigkeit der Zeugenaussagen deutscher Soldaten sprechen f\u00fcr die normative Kraft einer kollektiven Autosuggestion von bemerkenswertem Ausma\u00df. F\u00fcr die Kraft der Autosuggestion spricht auch, dass sie nicht beliebig lange anhielt, sondern dass sie nach sechs bis acht Wochen abzuflauen begann. F\u00fcr die franz\u00f6sischen Geistlichen, die in der Di\u00f6zese Nancy r\u00e4umlich nah bzw. selbst betroffen waren, sprach die Gleichf\u00f6rmigkeit der Abl\u00e4ufe hingegen f\u00fcr ein geplantes Vorgehen. Im Elsass kam es kaum zu solchen Verbrechen, hier bewegten sich die deutschen Armeen im Bewusstsein, noch auf Reichsland zu sein, aber dennoch mit gro\u00dfem Misstrauen der Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber. Das Misstrauen f\u00fchrte hier nicht zu Kriegsverbrechen, sondern de facto wurde das Reichsland als Aufmarsch- und Etappengebiet zu einer Milit\u00e4rdiktatur, und das Misstrauen gegen\u00fcber dem katholischen Geistlichen als Inbegriff des frankophilen, national nicht zuverl\u00e4ssigen Halbfremden, wurde rechtlich kanalisiert und f\u00fchrte zu zahlreichen Prozessen wegen \u201eDeutschfeindlichkeit\u201c und Spionagevorw\u00fcrfen. Fehlende Beflaggung, Nicht-Begr\u00e4bnis von protestantischen Gefallenen, Unkenntnis der Regelungen zur Zweisprachigkeit \u2026: Anl\u00e4sse f\u00fcr eine entsprechende Anklage gab es genug, das Urteil war zumeist die Ausweisung aus dem Elsass.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auf allen Seiten, deutscher, belgischer und franz\u00f6sischer, kam eine spezielle Sprachpraxis zur Bl\u00fcte, n\u00e4mlich das Kriegsger\u00fccht. Durch die Spur der Verw\u00fcstung, die die deutschen Armeen bei ihrem Vormarsch durch Belgien und Nordlothringen zogen, hatte es ausreichend faktenbasierte Nahrung gegeben \u2013 f\u00fcr die deutsche Seite belegten die Abl\u00e4ufe die Existenz des Volkskriegs, f\u00fcr die belgische und lothringische Seite belegten sie die regellose Grausamkeit des Gegners. Die Ereignisse waren grausam genug gewesen; die Erz\u00e4hlungen dar\u00fcber aber f\u00fcgten noch einen Topos hinzu, n\u00e4mlich das Motiv der abgehackten Kinderh\u00e4nde: Die deutschen Soldaten h\u00e4tten dort, wo Ortschaften gebrandschatzt und Geiseln erschossen worden waren, auch den Kindern die H\u00e4nde abgeschlagen. Dieses Motiv bezog sich ausschlie\u00dflich auf Belgien, wo es auch seinen Ursprung hatte. Das ist insofern erkl\u00e4rbar, als das Motiv der abgehackten H\u00e4nde hier tats\u00e4chlich eine Grundlage hatte. In der Privatkolonie des belgischen K\u00f6nigs Leopold II. im damaligen Kongo war das entsprechende Verst\u00fcmmeln der zur Zwangsarbeit in der Kautschukernte getriebenen Bev\u00f6lkerung tats\u00e4chlich ein verbreitetes Mittel der Terrorherrschaft seit 1885. Im August 1914 war es dann dieses Motiv, das nun auf belgische Kinder appliziert wurde, sich insbesondere \u00fcber die Kriegskarikatur massiv verbreitete und ein Eigenleben annahm. Es war auch in England und Frankreich anzutreffen und versank, anstatt breit widerlegt zu werden, sp\u00e4ter allm\u00e4hlich im Vergessen. Diese Erfahrung der \u00fcbersteigerten Greuelerz\u00e4hlung bei nachweislich tats\u00e4chlich begangenen Kriegsverbrechen sollte eine Generation sp\u00e4ter eine verheerende Wirkung zeitigen, als die Berichte \u00fcber deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager in Polen bei den Alliierten auf Unglauben stie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Die Dauer des Kriegs<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Als der Bewegungskrieg in den Stellungskrieg m\u00fcndete, hatten sich wichtige Motive der Kriegsdeutung im franz\u00f6sischen Klerus schon verfestigt: die \u00dcberzeugung, es mit einem unzivilisierten Gegner zu tun zu haben, und das Bewusstsein, als Priester eine Figur darzustellen, in der sich alles sammelte, was der Gegner hasste, n\u00e4mlich das Franz\u00f6sische und der Katholizismus. Auf els\u00e4ssischer Seite stellten sich die Dinge komplexer dar, hier war insbesondere der \u00e4ltere Klerus dauerhaft skeptischer gegen\u00fcber allem Deutschen, aber auch die j\u00fcngere Generation sah sich Misstrauen ausgesetzt und pflegte ebenfalls Distanz und Skepsis gegen\u00fcber der deutschen Milit\u00e4rherrschaft.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Mitglieder des Klerus der Di\u00f6zese Nancy fanden sich im Krieg an diversen Orten wieder: im deutsch besetzten Di\u00f6zesanteil, evakuiert, in Geisel- bzw. Kriegsgefangenschaft, verwundet im Lazarett, in Rehabilitation im Luftkurort oder \u2013 die meisten \u2013 an der Front, sei es in Frankreich, in Nordafrika oder an der Levante. \u201eAn der Front\u201c konnte sehr verschiedene Verwendungen bedeuten, als Sanit\u00e4ter, als Feldseelsorger, in der Verwaltung, bei den Funkern, bei der Wetteranalyse oder auch an den Waffen. Letzteres traf auf immerhin ein Sechstel der mobilisierten Kleriker zu, wobei nur in Einzelf\u00e4llen nachweisbar ist, dass dies auf eigenen Wunsch der Fall war. Der weithin h\u00e4ufigste Einsatz der Kleriker war bei den Sanit\u00e4tern und als Feldseelsorger. Ergab sich zu Kriegsbeginn \u00fcber die Gr\u00e4ben zwischen Bef\u00fcrwortern des laizistischen Staates und den Gegnern dieser neuen rechtlichen Grundlage des Verh\u00e4ltnisses von Staat und Kirche hinweg eine Einigkeit in der gemeinsamen Kriegsanstrengung, so begann diese <span class=\"Minion-Italic\">union sacr\u00e9e<\/span> im Jahr 1915 zu br\u00f6ckeln. Dies machte sich in der <span class=\"Minion-Italic\">rumeur infame<\/span> bemerkbar, dem Vorwurf an den Klerus, den Krieg an sicheren Pl\u00e4tzen abzuwarten und die Gefahr den gemeinen Soldaten zu \u00fcberlassen. Die Tr\u00e4ger der <span class=\"Minion-Italic\">rumeur infame<\/span> thematisierten dabei nicht, dass die Differenz in der pers\u00f6nlichen Gef\u00e4hrdung zwischen normalen Soldaten und Angeh\u00f6rigen des Offizierstands viel offensichtlicher war \u2013 und erst \u00fcber diese de-facto-Zugeh\u00f6rigkeit zum Offizierstand waren Feldseelsorger tats\u00e4chlich privilegiert. Sowohl in Binnenkommunikation wie auch sp\u00e4ter in der nach innen wie nach au\u00dfen gerichteten Erinnerungsgeschichtsschreibung waren die Kleriker darum bem\u00fcht, der <span class=\"Minion-Italic\">rumeur infame <\/span>entgegenzutreten und sowohl ihre Loyalit\u00e4t, ihre Pflichterf\u00fcllung und die Bedeutung des eigenen Einsatzes zu betonen, stellvertretend selbstverst\u00e4ndlich auch f\u00fcr die Gefallenen. Diese Perspektive identifizierte den Kriegsdienst oder auch das Aushalten von Gefangenschaft oder Verwundung durchg\u00e4ngig als Einsatz f\u00fcr Gott und Frankreich gleicherma\u00dfen und Mitwirken am Werk Gottes. Das wichtigste Medium der Binnenkommunikation w\u00e4hrend des Krieges war das <span class=\"Minion-Italic\">Bulletin der mobilisierten, evakuierten und gefangenen Priester der Di\u00f6zese Nancy<\/span>, das der Generalvikar der Di\u00f6zese seit August 1916 monatlich erstellte. Es enthielt jeweils einen Leitartikel des Weihbischofs Charles Ruch, der als Feldseelsorger t\u00e4tig war, Einsendungen der Priester und Mitteilungen seitens der Bistumsverwaltung. Die Einsendungen der Priester bestanden aus Mitteilungen \u00fcber Standortwechsel, Auszeichnungen, Verwundungen, Mitteilungen \u00fcber Gefallene und Vermisste, Durchhaltebeschw\u00f6rungen und gegenseitiger Ermutigung.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Anhand der Einsendungen lassen sich Kriegsbiographien nachzeichnen \u2013 diese werden aber auch nach dem Krieg im Goldbuch der Di\u00f6zese nochmals rekonstruiert. Es l\u00e4sst sich an den Einsendungen auch ablesen, wie Kriegstraumata wirken, f\u00fcr die es kein Vokabular gibt, hier ist dann zumeist von \u201egro\u00dfer M\u00fcdigkeit\u201c die Rede. Die Normalisierung der Gefahr l\u00e4sst sich genauso nachvollziehen wie die gro\u00dfe Wichtigkeit milit\u00e4rischer Auszeichnungen und die starke Tabuisierung jedes Zeichen von Stolz auf selbige. Die milit\u00e4rischen Auszeichnungen waren auch ein als objektiv geltendes Argument in der Widerlegung der <span class=\"Minion-Italic\">rumeur infame<\/span>.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Leitartikel des Weihbischofs haben jeweils den Stil einer Predigt, sie liefern eine geistliche Deutung des Kriegseinsatzes der Kleriker, wobei sie jeweils, entsprechend seinem eigenen Einsatzort, die Perspektive eines Klerikers an der Front einnehmen. Dieser Fronteinsatz wird mit den Werten und Idealen eines priesterlichen Lebens \u00fcbereingebracht. So finden sich Leitartikel \u00fcber <span class=\"Minion-Italic CharOverride-78\">Die Messe des Priestersoldaten<\/span> oder \u00fcber das Psalmgebet im Rhythmus der Artilleriegeschosse wie auch \u00fcber das Leben Jesu und dessen Parallelisierung mit den Kriegsbiographien der Priester. Programmatisch ist der erste Leitartikel vom August 1916: \u201eWo sind wir? Wo Gott es will. Was tun wir? Das, was Gott will. Warum tun wir dies? Weil Gott es will.\u201c Die Leitartikel waren ausdr\u00fccklich dazu gedacht, die Moral zu st\u00e4rken, der Kriegsm\u00fcdigkeit entgegenzutreten und das Standesbewusstsein wachzuhalten, indem alle Kriegst\u00e4tigkeit mit dem Idealbild des katholischen Priesters \u00fcbereingebracht wurde. Sie riefen immer wieder in Erinnerung, dass die Priester sowohl zum Dienst f\u00fcr die Kirche als auch als Franzosen zum Krieg gerufen seien, wie im Februar 1917: \u201eGott ruft uns zur Arbeit, oder er schenkt uns Erholung. In Wahrheit ist er es, der unsere Arbeit w\u00e4hlt und uns zuteilt: der Mensch, der uns kommandiert, ist sein Repr\u00e4sentant. So hat die Kirche entschieden, als sie, aus sehr schwerwiegenden Gr\u00fcnden, unsere Einziehung hat geschehen lassen. Ihre Ehre steht auf dem Spiel: Unsere Mitb\u00fcrger werden sie nach unserem guten Willen und unserem Eifer beurteilen. Wenn wir der Sorge f\u00fcr die Seelen gewidmet sind, ist unsere Aufgabe professionell, priesterlich. Wenn wir zum Gesundheitsdienst geh\u00f6ren, ist es ebenso. [&#8230;] Wenn wir zum bewaffneten Dienst geh\u00f6ren, kann und darf dies nicht aus anderen Gr\u00fcnden als der G\u00fcte f\u00fcr unsere Br\u00fcder geschehen: als gute Hirten treten wir vor den Wolf, der unsere Schafe rei\u00dfen will, und f\u00fcr diese opfern wir, wenn n\u00f6tig, unser Leben. Wir alle vollbringen die <span class=\"Minion-Italic\">Pflicht des Staates.\u201c <\/span><\/p>\n<p class=\"fliess\">Wie schwierig dieses \u00dcbereinbringen und Aushalten im Lauf der Zeit wurde, zeigt das Kriegstagebuch von Francois Godefroy, dem sp\u00e4teren Leiter des Priesterseminars von Nancy, eine Quelle, die am anderen Ende der Skala von der \u00f6ffentlichen zur privaten Textgattung steht und deren Verfasser jeweils an den gleichen Einsatzorten war wie Charles Ruch. Das 153. Regiment der 39. Infanteriedivision des 20. Korps, f\u00fcr dessen drei Bataillone er als Feldseelsorger \u00adzust\u00e4ndig war, war w\u00e4hrend Godefroys Einsatz von 1914 bis 1917 an allen gro\u00dfen Schlachten der Westfront beteiligt, vom Wettlauf zum Meer und der ersten Flandernschlacht 1914 \u00fcber die zweite Artois-Offensive im Mai 1915, die zweite Champagne-Schlacht im Herbst 1915, die Schlachten um Verdun und an der Somme 1916 bis zur Nivelle-Offensive am Chemin des Dames 1917. \u00dcber die Jahre flachen sowohl die mit jeder neuen Offensive verbundenen Hoffnungen als auch die folgende Entt\u00e4uschung merklich ab. Im gleichen Ma\u00df, wie die Zuversicht schwindet, muss Godefroy sich immer st\u00e4rker zu einem standesgem\u00e4\u00dfen Gebetsleben motivieren und w\u00e4chst seine Mutlosigkeit und der damit verbundene Selbstekel. Auch seine Kritik an den milit\u00e4rischen Vorgesetzten wird immer deutlicher. Teils \u00fcbt er sie wegen deren Restriktionen des religi\u00f6sen Lebens, teils wegen der Kriegsstrategie. Ersteres gef\u00e4hrdet den Stand der Nation bei Gott, letzteres l\u00e4sst immer offensichtlicher werden, dass die Soldaten \u201earme Geopferte\u201c sind, beides macht den guten Ausgang des Krieges ungewiss, wie im August 1916: \u201eUnd doch will man noch hoffen; aber es ist recht schwierig.\u201c<\/p>\n<p class=\"fliess\">W\u00e4hrend sich seine Hoffnungen, Erwartungen und Zuversicht abnutzen und Godefroy sich immer intensiver selbst zur Pflege seines geistlichen Lebens anspornen muss, wachsen seine Zweifel. Diese gelten nicht der Geschichtsmacht Gottes, diese bleibt unzweifelhaft. Zweifelhaft werden ihm aber sowohl die Kompetenz der Milit\u00e4rf\u00fchrung wie auch die Rolle der Kirche, und er beginnt sich die Frage zu stellen, ob die Kirchenf\u00fchrer nicht mehr h\u00e4tten den Frieden predigen m\u00fcssen. Als von seinen Kriegshoffnungen nichts mehr \u00fcbrig ist, bittet Godefroy im April 1917: \u201eLass den entsetzlichen Alptraum enden, unter dem wir leiden\u201c, und im Herbst des gleichen Jahres nutzt er schlie\u00dflich die M\u00f6glichkeit, die sich f\u00fcr Lehrer wie ihn er\u00f6ffnet hatte, sich vom Kriegsdienst freistellen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auf der els\u00e4ssischen Seite gab es keine vergleichbare Binnenkommunikation des Klerus, und da auch die Skepsis gegen\u00fcber dem Krieg schon von Anfang an bestand, l\u00e4sst sich auch keine \u00e4hnliche Kurve von abflachenden Hoffnungen beobachten. Der Klerus im Elsass profitierte von den Bestimmungen des Napoleonischen Konkordats, die f\u00fcr Priester ausschlie\u00dflich die Mobilisierung zu Sanit\u00e4tsdienst und Feldseelsorge vorsahen und Regelungen enthielten, f\u00fcr welche Pfarreigr\u00f6\u00dfe welche Anzahl an Priestern unbedingt vorzusehen sei, die dann als unabk\u00f6mmlich galten. Da das Elsass Aufmarsch- und Etappengebiet war, konnten die mobilisierten Kleriker ihren Sanit\u00e4tsdienst vielfach an ihrem Wohnort leisten, oft auch in nebenamtlicher T\u00e4tigkeit. Allerdings waren sie insbesondere im franz\u00f6ischsprachigen S\u00fcdelsass Konflikten ausgesetzt, denn die Milit\u00e4rf\u00fchrung kannte oftmals die Abkommen zur Zweisprachigkeit nicht, die etwa das Predigen auf Franz\u00f6sisch erlaubten, und witterte Deutschfeindlichkeit, was entsprechende Prozesse nach sich zog. Sowohl im zivilen wie auch im Kriegseinsatz waren die Priester wie die gesamte els\u00e4ssische Bev\u00f6lkerung dem Misstrauen der Milit\u00e4rf\u00fchrung ausgesetzt, was sie im Heer zu einer diskriminierten Personengruppe machte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Das Agieren der Generalvikare in Nancy und Stra\u00dfburg ist ausgesprochen unterschiedlich: W\u00e4hrend der Nancyer Generalvikar die Kommunikation \u00fcber das Bulletin und \u00fcber Einzelkorrespondenz insbesondere mit den Priestern in Kriegsgefangenschaft bzw. Geiselhaft pflegte, waren die Stra\u00dfburger Generalvikare der Ansprechpartner f\u00fcr Priester, die ihren Mobilisierungsbescheid erhalten hatten, ihm aber nicht nachkommen wollten. Da die Grundannahme, dass es galt, den Krieg m\u00f6glichst unbeschadet zu \u00fcberstehen, von der Bistumsleitung wie auch vom Klerus geteilt wurde, bedurfte ein entsprechendes Gesuch um Bescheinigung der Unabk\u00f6mmlichkeit keiner gesonderten Begr\u00fcndung mehr \u2013 sie verbot sich auch, da die Post des Generalvikariats der Zensur unterlag; Bem\u00fchungen darum, von der Zensur ausgenommen zu werden, blieben vergeblich. Die Praxis, die sich daraus ergab, drehte die Konkordatsbestimmungen gleichsam um: Bei der Beantragung der Unabk\u00f6mmlichkeit f\u00fcr einzelne Priester gingen die Generalvikare nicht von den Pfarreien und deren Katholikenanzahl aus, um dann eine entsprechende Zahl an Priestern als unabk\u00f6mmlich zu melden, wie es das Konkordat vorsah, sondern der Ablauf war umgekehrt. Wenn ein Priester seine Einberufung erhielt, wandte er sich an das Generalvikarat mit der Bitte um Bescheinigung der Unabk\u00f6mmlichkeit. Die Generalvikare suchten dann eine aktuell zahlenm\u00e4\u00dfig unterversorgte Pfarrei oder einen Pfarrer, der gesundheitlich so eingeschr\u00e4nkt war, dass er unbedingt einen Vikar brauchte, und versetzten den betreffenden Priester dann dorthin, um dann dessen Unabk\u00f6mmlichkeit zu beantragen. Der Erhalt dieser Bescheinigung wurde unter den Klerikern zum Statussymbol, bei dem man darauf achtete, ob andere vorgezogen oder man selbst benachteiligt wurde. Analog dazu war insbesondere der Einsatz als Milit\u00e4rkrankenw\u00e4rter auch deswegen ausgesprochen unbeliebt, weil er bedeutete, den \u00fcbrigen Mannschaften gleichgestellt zu sein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Den Gesuchen nach zu urteilen, wurde 1917 ein Gutteil der Pfarreien im Elsass von alten, kranken, \u00fcberforderten und geschw\u00e4chten Priestern verwaltet, die ohne Vikar unm\u00f6glich in der Lage waren, die Seelsorge auszu\u00fcben. Dieses Gesamtbild l\u00e4sst klar hervortreten, wie selbstverst\u00e4ndlich das Bem\u00fchen war, sich dem Kriegseinsatz zu entziehen. Es gab darin f\u00fcr die els\u00e4ssischen Priester, anders als f\u00fcr diejenigen aus der lothringischen Di\u00f6zese Nancy, offenbar nichts zu gewinnen, aber viel zu verlieren. War der Krieg f\u00fcr die lothringischen Geistlichen Gottes Wille und galt es also, sich zu bew\u00e4hren, so war er f\u00fcr die els\u00e4ssischen Priester eine Pr\u00fcfung, die es zu bestehen galt, was sprachlich nur einen kleinen, in der Haltung aber einen gro\u00dfen Unterschied macht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Nachkriegsdeutungen<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Nach Ende des Krieges waren alle Bisch\u00f6fe gehalten, von den Priestern ihrer Di\u00f6zese Berichte \u00fcber deren Kriegszeit einzufordern. Es galt zu pr\u00fcfen, ob eine Irregularit\u00e4t <span class=\"Minion-Italic\">ex defectu lenitatis <\/span>vorlag, also ein Mangel an Barmherzigkeit etwa durch freiwilligen Gebrauch der Waffe, von der ein Priester dispensiert werden musste, um sein Amt wieder aus\u00fcben zu d\u00fcrfen. Das sonst so dokumentationsfreudige Bistum Nancy holte diese Berichte m\u00fcndlich ein, lie\u00df aber zugleich ein Goldbuch herausgeben, um die Verdienste der Kleriker im Krieg zu w\u00fcrdigen. Das Bistum Strasbourg hingegen hatte einen Nationalit\u00e4ts- wie auch einen Bischofswechsel zu bew\u00e4ltigen; der letzte deutsche Bischof war 1918 verstorben, wodurch sich weitere Schwierigkeiten bez\u00fcglich der Besetzung des Bischofsstuhls er\u00fcbrigten. Nach Kriegsende wurde der Weihbischof von Nancy, Charles Ruch, zum neuen Bischof von Stra\u00dfburg, was nicht ganz ohne Komplikationen abging, da der franz\u00f6sische Staatspr\u00e4sident Raymond Poincar\u00e9 sein im Napoleonischen Konkordat festgeschriebenes Recht, diesen zu ernennen, zun\u00e4chst ohne vorherige R\u00fccksprache mit dem Vatikan genutzt hatte. Unter dem neuen Bischof Ruch wurden die Kriegsberichte schriftlich eingefordert, was ihm auch geholfen haben mag, sich ein erstes Bild seines Klerus\u2018 zu machen. Die erhaltenen Berichte st\u00fctzen die Wahrnehmung von Skepsis und Distanz zu Milit\u00e4r und Kriegsf\u00fchrung und vom Krieg als einer Pr\u00fcfung. W\u00e4hrend auf der franz\u00f6sischen Seite Gott als Akteur im Krieg galt, wurde Gottes geschichtsm\u00e4chtige Pr\u00e4senz auf der els\u00e4ssischen Seite eher passiv angenommen, weil Gott den Krieg zugelassen habe.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die Nachkriegsdeutungen im lothringischen Klerus, prominent formuliert im Goldbuch der Di\u00f6zese, konnten Deutschland als Kriegsverursacher und zugleich den Sieg als Willen Gottes beschreiben. Dabei kam es durchaus zu Abstufungen: W\u00e4hrend Charles Ruch im Priesterbulletin unmittelbar nach dem Waffenstillstand noch schrieb \u201eGott hat gesprochen\u201c, so wurde in der Nachkriegserinnerung daraus dann ein von den Priestern zusammen mit der Nation errungener Sieg. Die Vergewisserung \u201eGott hat gesprochen\u201c galt zudem auch klerusintern, w\u00e4hrend die Betonung des eigenen Beitrags zu diesem Sprechen Gottes in der Nachkriegszeit an eine \u00d6ffentlichkeit gerichtet war, die der <span class=\"Minion-Italic\">rumeur infame<\/span> keinen Glauben schenken sollte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auf der els\u00e4ssischen Seite hingegen dominiert der Topos eines Krieges ohne Sieger die Sicht auf den gerade beendeten Krieg, auch der Ausdruck \u201eMorden und Brennen\u201c ist nachweisbar, der f\u00fcr den regellosen Krieg steht, der nicht sein darf \u2013 auch und gerade nach Gottes Willen nicht.<\/p>\n<p class=\"fliess\">W\u00e4hrend die lothringischen Kleriker vielfach von Selbsthingabe sprachen und der Tod von Mitbr\u00fcdern wie auch der potenzielle eigene Tod, der als religi\u00f6ses (Selbst-)Opfer begriffen wurde, und zwar sowohl in der \u00f6ffentlichen wie auch in der privaten Formulierung, galt der Krieg den els\u00e4ssischen Priestern als biographisches \u00dcbel, dessen passive Opfer sie geworden waren. Ihr Bezugsraum blieb die <span class=\"Minion-Italic\">petite patrie<\/span>, die kleine Heimat, die der Krieg m\u00f6glichst verschonen sollte. Nationale und religi\u00f6se Diskurse: \u00dcberlagerungen, uneindeutig, zeitliche Entwicklung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Fazit<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Els\u00e4ssische und franz\u00f6sisch-lothringische Kleriker bewegten sich im gleichen religi\u00f6sen Bezugssystem. Dennoch waren ihre Kriegsdeutungen ausgesprochen unterschiedlich. In Frankreich pr\u00e4gt der nationale Diskurs den theologischen, w\u00e4hren im Elsass der religi\u00f6se Diskurs den nationalen \u00fcberlagert, etwa wenn in Frage gestellt wird, ob ein katholischer els\u00e4ssischer Geistlicher gehalten sei, protestantische deutsche Gefallene zu bestatten. Konfessionelle Grenzen, das kann man im els\u00e4ssischen Etappengebiet gut sehen, werden durch die Zugeh\u00f6rigkeit zum Nationalstaat nicht \u00fcberbr\u00fcckt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Auf beiden Seiten der Grenze und der Front gibt es kein theologisches Instrument, um den Frieden zu denken. Die relevanten Kategorien bewegen sich um die Begriffe des gerechten Krieges, der Vorsehung und der g\u00f6ttlichen P\u00e4dagogik bzw. Strafe herum. Die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Sprach- und L\u00e4ndergrenzen \u00fcberschreitenden Glaubensgemeinschaft l\u00e4sst die Frontlinien nicht fraglich werden. Die Tr\u00e4ger einer religi\u00f6sen Weltdeutung und \u00dcberzeugung sind Menschen in vielen Rollen. Die franz\u00f6sischen Priester haben den Bedarf, sich im laizistischen Staat zu bew\u00e4hren, um den katholischen Nationalcharakter Frankreichs zu verteidigen, und wussten sich sp\u00e4testens durch die \u201eDeutschen Greuel\u201c auch pers\u00f6nlich zum Engagement gegen einen Gegner gefordert, der ausdr\u00fccklich den katholischen Priester als Inbegriff des illegitimen franz\u00f6sischen Widerstands gekennzeichnet hatte. Die Els\u00e4ssischen Priester hingegen sahen sich im zivilen Leben unter den Bedingungen der Milit\u00e4rdiktatur wie auch als Heeresangeh\u00f6rige Repressionen und Misstrauen ausgesetzt und intensivierten umso mehr ihren Bezug zur kleinen Heimat, die es zu sch\u00fctzen galt, woher auch immer die Bedrohung kam.<\/p>\n<p>Wenn der Krieg Gottes Wille war, dann war das, was nun genau Gottes Wille war, sehr davon abh\u00e4ngig, ob man den Krieg f\u00fchrte oder erlitt, auf welcher Seite man stand und wo der eigene Platz im Krieg war. Eine grunds\u00e4tzliche Kriegskritik bildete sich auf keiner Seite heraus, sondern sowohl das Erlitten-Haben als auch das Gek\u00e4mpft-Haben konnte nach dem Krieg eine schl\u00fcssige Deutung darstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man heute den Archivbestand der Di\u00f6zesen Strasbourg und Nancy et Toul vergleicht, dann f\u00e4llt schon anhand dessen auf, wie unterschiedlich die Akteure dem Ersten Weltkrieg \u2013 damals h\u00fcben und dr\u00fcben der deutsch-franz\u00f6sischen Grenze \u2013 gegen\u00fcberstanden. W\u00e4hrend auf der loth- ringischen, fraglos franz\u00f6sischen Seite systematisch und akribisch gesammelt worden war und die Archivalien bis hin&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":83284,"menu_order":11,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-121756","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Keine \u201eTheologie nach Verdun\u201c - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Keine \u201eTheologie nach Verdun\u201c - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Wenn man heute den Archivbestand der Di\u00f6zesen Strasbourg und Nancy et Toul vergleicht, dann f\u00e4llt schon anhand dessen auf, wie unterschiedlich die Akteure dem Ersten Weltkrieg \u2013 damals h\u00fcben und dr\u00fcben der deutsch-franz\u00f6sischen Grenze \u2013 gegen\u00fcberstanden. W\u00e4hrend auf der loth- ringischen, fraglos franz\u00f6sischen Seite systematisch und akribisch gesammelt worden war und die Archivalien bis hin&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2026-04-13T08:43:54+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2025-03-05.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1752\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"986\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"21 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\\\/\",\"name\":\"Keine \u201eTheologie nach Verdun\u201c - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2025-03-05.jpg\",\"datePublished\":\"2026-04-13T08:43:51+00:00\",\"dateModified\":\"2026-04-13T08:43:54+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2025-03-05.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2025-03-05.jpg\",\"width\":1752,\"height\":986},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Keine \u201eTheologie nach Verdun\u201c\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Keine \u201eTheologie nach Verdun\u201c - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Keine \u201eTheologie nach Verdun\u201c - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Wenn man heute den Archivbestand der Di\u00f6zesen Strasbourg und Nancy et Toul vergleicht, dann f\u00e4llt schon anhand dessen auf, wie unterschiedlich die Akteure dem Ersten Weltkrieg \u2013 damals h\u00fcben und dr\u00fcben der deutsch-franz\u00f6sischen Grenze \u2013 gegen\u00fcberstanden. W\u00e4hrend auf der loth- ringischen, fraglos franz\u00f6sischen Seite systematisch und akribisch gesammelt worden war und die Archivalien bis hin&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2026-04-13T08:43:54+00:00","og_image":[{"width":1752,"height":986,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2025-03-05.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"21 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\/","name":"Keine \u201eTheologie nach Verdun\u201c - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2025-03-05.jpg","datePublished":"2026-04-13T08:43:51+00:00","dateModified":"2026-04-13T08:43:54+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2025-03-05.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/2025-03-05.jpg","width":1752,"height":986},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/keine-theologie-nach-verdun-kriegserleben-katholischer-geistlicher-im-ersten-weltkrieg\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Keine \u201eTheologie nach Verdun\u201c"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/121756","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/121756\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121757,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/121756\/revisions\/121757"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/83284"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=121756"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}