{"id":125021,"date":"2026-06-18T09:45:21","date_gmt":"2026-06-18T07:45:21","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=125021"},"modified":"2026-06-18T09:45:26","modified_gmt":"2026-06-18T07:45:26","slug":"von-der-franzoesischen-revolution-zum-wiener-kongress-die-umwaelzung-und-neuordnung-europas-und-die-entstehung-der-nation-als-politischen-leitbegriffs","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/von-der-franzoesischen-revolution-zum-wiener-kongress-die-umwaelzung-und-neuordnung-europas-und-die-entstehung-der-nation-als-politischen-leitbegriffs\/","title":{"rendered":"From the French Revolution to the Congress of Vienna"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Die Nation als Kollektivsingular und als <em>imagined community<\/em><\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eEin Weltbild verliert seine Welt\u201c \u2013 auf diese originelle Formel brachte Wolfgang Burgdorf den Vorgang, der Europa zwischen 1789 und 1815 erfasste: die untergehende Welt war jenes alte Europa, f\u00fcr das die Schlagworte vom \u201eAncien R\u00e9gime\u201c und von der \u201eAufkl\u00e4rung\u201c der K\u00fcrze halber einmal die ideellen Eckpunkte abgeben sollen. Sie umspannen den engeren Zeitraum der \u201eSattelzeit\u201c. So hatte Reinhart Koselleck diese epochale Pr\u00e4gezeit benannt, in welcher begrifflich gesehen Kollektivsingulare entstanden. Solche modernen Kollektivbegriffe wie \u201eFreiheit\u201c, \u201eGleichheit\u201c, \u201eGesellschaft\u201c, \u201eNation\u201c und \u201eVolk\u201c trennen die uns vertraute Moderne von Burgdorfs altem Weltbild. Genauer: Die aus der Fr\u00fchen Neuzeit herkommenden Freiheiten oder Privilegien verwandelten sich in die singul\u00e4re Freiheit. Ihre Gesellschaften, Korporationen, Soziet\u00e4ten, Gilden ver\u00e4nderten sich in die einheitlich verstandene Gesellschaft. Die mannigfaltigen Geschichten der Legenden, Viten und Chroniken verdichteten sich zu <em>der<\/em> Geschichte. Die an den fr\u00fchen europ\u00e4ischen Universit\u00e4ten niedergelassenen \u201eNationes\u201c oder \u201eNationalit\u00e4ten\u201c mutierten zum Inbegriff von der einen Nation. Die unterschiedlichen \u201eVolksst\u00e4mme\u201c gingen auf in dem einzigen Volk. Die neuen Begriffe erzeugten gleichsam Kollektivwesen, denen man Handlungen und Eigenschaften zuschrieb. Theodor K\u00f6rners patriotisches Kampflied intonierte: \u201eDas Volk steht auf, der Sturm bricht los.\u201c Der Begriff von der einen Nation stieg auf zum alles beherrschenden Leitbegriff des 19. Jahrhunderts. Er l\u00f6ste die Religion als kollektiven Leitwert ab. Das neue Heilsversprechen lag in der geeinten deutschen Nation, welche dem Einzelnen alles abverlangen konnte, auch das Opfer des eigenen Lebens.<\/p>\n<p>Die traditionelle herrschende Meinung lautete lange Zeit, die sogenannten Befreiungskriege h\u00e4tten die deutsche Bev\u00f6lkerung durch und durch nationalisiert. Aus diesem Glauben bezogen die Historiker den Stoff f\u00fcr ihre Meistererz\u00e4hlungen des Kampfes f\u00fcr Einheit und Freiheit. Das predigten auf gleiche Weise preu\u00dfische, deutsche, polnische, italienische oder ungarische Historiker, welche im Laufe der von ihnen erz\u00e4hlten Geschichte ihr eigenes Volk als befreit und erl\u00f6st ansahen. In ihrer Gegenwart erblickten sie das Telos ihrer nationalen Geschichte als erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Hans-Ulrich Wehler hatte sehr fr\u00fch an den Freiheitskriegen die Qualit\u00e4t einer nationalen Massenbewegung angezweifelt und sie mit Blick auf die sozialen Tr\u00e4ger auf einen \u201eElitennationalismus\u201c reduziert. Die neuere Nationalismusforschung ist nach ihrer kulturalistischen Wende noch weiter gegangen. J\u00fcrgen Echternkamp hat zu Recht mindestens vier \u00e4ltere Positionen f\u00fcr obsolet erkl\u00e4rt: 1. Nationalit\u00e4t substantialistisch zu definieren, 2. sie teleologisch aus der Geschichte herzuleiten, 3. sie auf dem Wege einer geisteswissenschaftlichen Gipfelwanderung zusammen zu montieren oder 4. sie typologisch in Gegens\u00e4tzen aufgehen zu lassen wie \u201eKulturnation\u201c gegen \u201eStaatsnation\u201c, in \u201eguten\u201c und \u201eb\u00f6sen\u201c Nationalismus. Nach der \u201ekulturalistischen Wende\u201c ist die \u201eNation\u201c wie die \u201eRevolution\u201c in den Bereich der \u201eMythen\u201c abgewandert. Der Begriff taucht inzwischen zwar nahezu inflation\u00e4r auf, ist in diesem Falle aber durchaus angebracht. Auch ist der \u201eMythos\u201c als Terminus dem \u00e4lteren der \u201eIdeologie\u201c \u00fcberlegen. Diese bezeichnete nur gedankliche Inhalte; der Mythos schlie\u00dft Rituale, Symbole und Ursprungslegenden ein. Der Mythos ist das methodische Instrument, zwischen einer gedachten und einer empirischen Realit\u00e4t zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Das macht Sinn: Die Deutschen selbst verstanden sich 1815 noch vorwiegend etwa als Preu\u00dfen, \u00d6sterreicher, Westfalen, Mecklenburger, Schlesier, W\u00fcrttemberger, Badener und Hessen und bezeichneten die Summe ihrer Landsleute mitunter auch noch als eine \u201eNation\u201c. Viele, die im Alten Reich unter dem Krummstab gelebt haben, wie man die geistlichen Herrschaften benannte, f\u00fchlten sich nach den S\u00e4kularisationen und Mediatisierungen von 1803 und 1806 in ihrer nationalen Identit\u00e4t 1815 noch heimatlos. So wurden aus Franken Neubayern; Rheinl\u00e4nder verwandelten sich in Neupreu\u00dfen. Die Allg\u00e4uer spalteten sich auf in Neubayern und Neuw\u00fcrttemberger. F\u00fcr alle aber entwickelte sich das Deutschsein erst in einem langen Prozess nach 1815 zu ihrer neuen Qualit\u00e4t. In den Befreiungskriegen war die Nation im Sinne Benedict Andersons mehr noch eine \u201eimaginierte, eine gedachte Gemeinschaft\u201c, eine <em>imagined community<\/em>, ein Zukunftsentwurf f\u00fcr den ganzen Staat. Selbst die f\u00fchrenden K\u00f6pfe im damaligen \u201eDeutschland\u201c, das durch die Bundesakte von 1815 konstituiert wurde, hatten bis dahin noch kaum konkrete Entw\u00fcrfe, wie man sich denn diese deutsche Nation staatlich konkret vorstellen sollte, am ehesten noch die deutschen Jakobiner, aber die waren nicht mehrheitsf\u00e4hig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die Imperien Alteuropas<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die abbrechende, untergehende Welt, welche dem Weltbild den Boden entzog, war jene des rund tausendj\u00e4hrigen Heiligen R\u00f6mischen Reiches Deutscher Nation \u2013 eine 1806 endg\u00fcltig zerschlagene Formation, welche Staat war und wiederum auch nicht \u2013 schon die Zeitgenossen stritten dar\u00fcber. Die historische Forschung hat an das Reich lange den Ma\u00dfstab des sp\u00e4teren Nationalstaats gelegt und es als Auslaufmodell behandelt. Die neuere und neuste historische Forschung hat den Gesichtskreis erheblich erweitert. Angesichts der beginnenden Globalisierung der Welt schon im 18. und fr\u00fchen 19. Jahrhundert wurde der Blick gesch\u00e4rft f\u00fcr die vor- und transnationalen Fundamente der angesprochenen Sattelzeit \u2013 f\u00fcr die Imperien. Denn in der Epoche zwischen der Franz\u00f6sischen Revolution und dem Wiener Kongress stellten die miteinander ringenden Gro\u00dfm\u00e4chte allesamt Imperien dar. Das waren Gro\u00dfbritannien, Russland, das Habsburgerreich, das Heilige R\u00f6mische Reich deutscher Nation, das Osmanische Reich und auch Frankreich, wenn man dessen Kolonialbesitz einbezieht.<\/p>\n<p>Hier lohnt es, sich genauer der Begrifflichkeit zu vergewissern. Was kennzeichnete ein Imperium im Vergleich zum institutionellen Fl\u00e4chen- und Anstaltsstaat? Herfried M\u00fcnkler folgend, bieten sich f\u00fcr die Sattelzeit f\u00fcnf Merkmale an.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Territoriale Unsch\u00e4rfe.<\/strong> Imperien fehlen in der Regel pr\u00e4zise Grenzlinien; sie verlieren sich an den Grenzen in der Weite eines Raumes.<\/li>\n<li><strong>Fehlende Herrschaftsverdichtung.<\/strong> Es besteht vom Zentrum zur Peripherie ein Integrationsgef\u00e4lle; d.h. mit anderen Worten: ein Imperium ist nicht von der Zentrale aus hierarchisch organisiert. Zur Peripherie hin nimmt die Rechtsbindung ab, werden die M\u00f6glichkeiten, auf die Politik des Zentrums zu antworten und diese mitzubestimmen, geringer.<\/li>\n<li><strong>Multinationalit\u00e4t. <\/strong>Die Tendenz, die Bev\u00f6lkerung zu integrieren, ist nicht ausgepr\u00e4gt in der Weise, dass allen Angeh\u00f6rigen die gleichen Rechte gew\u00e4hrt w\u00fcrden, ob sie nun im Kerngebiet des Staates oder in den Grenzregionen leben. Das erm\u00f6glicht den multiethnischen bzw. multinationalen Charakter von Imperien.<\/li>\n<li><strong>Zusammengesetzte Staatlichkeit. <\/strong>Ein Imperium vereinigt keine gleichberechtigten politischen Einheiten, sondern stellt eher Abstufungen von Macht und Einfluss dar. Imperiale Strukturen k\u00f6nnen die Ordnung mehrerer Staaten \u00fcberlagern, k\u00f6nnen diese Einheiten auch im Status von Klientel- oder Satellitenstaaten auf das Zentrum beziehen.<\/li>\n<li><strong>Okkasionelle Entstehung.<\/strong> Imperien existieren in der <em>longue dur\u00e9e<\/em>, in epochalen Zeithorizonten. Sie verdanken ihr Dasein \u201eeinem Gemisch von Zuf\u00e4llen und Einzelentscheidungen\u201c (M\u00fcnkler), nicht einem einzigen imperialistischen Impetus, nicht einem gro\u00dfen strategischen Plan.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den \u00fcberkommenen Imperien erfasste Typ des geeinten Nationalstaats alles, was jene nicht besa\u00dfen:<\/p>\n<ul>\n<li>Statt territorialer Unsch\u00e4rfe pochte er auf das klar umrissene Staatsgebiet;<\/li>\n<li>statt fehlender Staatsverdichtung beschwor er die innere Konzentration von Recht, Verwaltung, Wirtschaft, Bildung und Sprache;<\/li>\n<li>statt Multinationalit\u00e4t forderte er die Homogenit\u00e4t der Nation;<\/li>\n<li>statt zusammengesetzter Staatlichkeit bot er den von oben nach unten hierarchisch und rational gegliederten b\u00fcrokratischen Anstaltsstaat;<\/li>\n<li>statt okkasioneller langfristiger Entstehung erschien der moderne Nationalstaat des 19. Jahrhunderts als Ergebnis eines kollektiven Kraftakts im Krieg.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Die \u201edeutsche Freiheit\u201c in der \u201ezusammengesetzten Staatlichkeit\u201c<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der komplizierte Staatsaufbau der Imperien \u00e4u\u00dferte sich \u00f6ffentlich in einem prunkvollen Herrscherzeremoniell und einer uns nur noch m\u00fchsam zu entziffernden Herrschaftssymbolik. Diesen verwickelten Staatsaufbau, dem heute noch das britische Commonwealth \u00e4hnelt, boten auch die fr\u00fchneuzeitliche Habsburgermonarchie und das Alte Deutsche Reich, welche sich rechtlich \u00fcberlagerten. Sie vereinten in sich eine Pluralit\u00e4t von Staatlichkeiten. In der Habsburgermonarchie besa\u00dfen diese Gebiete eigene Binnenverfassungen, welche teilweise bis ins 16. Jahrhundert zur\u00fcckreichten; das sogenannte b\u00f6hmische oder ungarische \u201eStaatsrecht\u201c etwa garantierte den \u201eNationalit\u00e4ten\u201c ihre Identit\u00e4t und ein gewisses Ma\u00df an Autonomie. Die gro\u00dfe umfassende staatliche Ordnung \u2013 das \u201eImperium\u201c, auch \u201eReich\u201c genannt \u2013 wurde zusammengehalten durch die Figur des Monarchen. Dieser herrschte nicht absolut, denn ihn schr\u00e4nkten historisch legitimierte Garantien bei der Aus\u00fcbung seiner Gewalt ein.<\/p>\n<p>Goethe hatte 1813 in seinem Nachruf auf den Dichter Christoph Martin Wieland sehr treffend die politisch schulende und freiheitsverb\u00fcrgende Qualit\u00e4t dieser Ordnung beschrieben: \u201eDie deutsche Reichsverfassung, welche so viele kleine Staaten in sich begriff, \u00e4hnlichte [!] darin der griechischen. Die geringste, unscheinbare, ja unsichtbare Stadt, weil sie ein eignes Interesse hatte, musste solches in sich hegen, erhalten und gegen die Nachbarn verteidigen. Daher war ihre Jugend fr\u00fchzeitig aufgeweckt und aufgefordert, \u00fcber Staatsverh\u00e4ltnisse nachzudenken.\u201c Er konnte sich in diesem vielgliedrigen Reich ohne weiteres als Deutscher verstehen. Er verk\u00f6rperte jenen deutschen Reichspatriotismus, den es schon l\u00e4ngst vor 1789 gab. Sich als Deutscher zu definieren begann keineswegs erst in den Befreiungskriegen. Die Zeitgenossen sprachen von der \u201ealten teutschen Freiheit\u201c im Geh\u00e4use der \u201eteutschen Reichsverfassung\u201c. Die Fr\u00fchneuzeitforscher, etwa Georg Schmidt, haben inzwischen die Eigenschaften dieses Gebildes wieder zu w\u00fcrdigen gelernt und daf\u00fcr die etwas komplizierte, aber sehr treffende Beschreibung einer \u201ezusammengesetzten komplement\u00e4ren Staatlichkeit\u201c mit \u201emultiplen Identit\u00e4ten\u201c gefunden.<\/p>\n<p>Ausl\u00e4ndische Beobachter erkannten an dieser Verfassung noch im sp\u00e4ten 18. Jahrhundert vorbildliche, modern Z\u00fcge. Thomas Jefferson, der US-Botschafter in Paris, hatte seinem Freund, dem Verfassungsarchitekten James Madison, Kisten mit B\u00fcchern zur deutschen Reichsverfassung geschickt. Und dieser erkannte das dort realisierte f\u00f6derative System der <em>checks and balances<\/em> mit einem Wahlkaiser, sprich: Pr\u00e4sidenten an der Spitze als politisches Modell f\u00fcr die Vereinigten Staaten; ausdr\u00fccklich empfahl er auch in seinen \u201eFederalist Papers\u201c die deutsche Reichsverfassung als Vorbild. Washington und Madison hatten f\u00fcr ihre Arbeit auch Montesquieus ber\u00fchmte Schrift \u201eVom Geist der Gesetze\u201c gelesen. Besonders wichtig erschien ihnen das Kernkapitel darin \u00fcber die Gewaltenteilung. Montesquieu hatte dort gleichfalls \u201ela r\u00e9publique f\u00e9d\u00e9rale de l\u2019Allemange\u201c als Muster einer Verfassungsgebung beschrieben. In ihrem Aufbau entdeckte er seine fundamentale Idee verwirklicht, f\u00fcr die er den Satz pr\u00e4gte: \u201eUm den Missbrauch der Macht zu verhindern, muss die Macht der Macht Schranken setzen\u201c. Montesquieu wusste, wovon er sprach, denn er hatte das alte Deutschland in den Jahren 1728 und 1729 h\u00f6chstpers\u00f6nlich bereist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der Deutsche Bund von 1815 und das imperiale Fundament des Wiener Kongresses<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Zukunftsweisende an diesem alten Gebilde \u2013 das Prinzip der <em>checks and balances<\/em> in staatlich zusammengesetzten Gebilden \u2013 pr\u00e4gte auch den 1815 gestifteten Deutsche Bund. Er behandelte die \u201edeutsche Frage\u201c noch auf die typisch alteurop\u00e4ische Weise. Seine europ\u00e4ische Einbettung verl\u00e4ngerte gewisserma\u00dfen das Alte Reich und lief jedem Entwurf eines rationalen Anstaltsstaats zuwider. Denn die Wiener Ordnung verschr\u00e4nkte politisch zwei Staatsgebilde: das Gebiet des Deutschen Bundes und die Habsburgermonarchie, welche nur mit einem Teil dem Deutschen Bund angeh\u00f6rte. Die Bundesakte vom 8. Juni 1815 deklarierte ihr Territorium als \u201eDeutschland\u201c. Sie offenbarte ausdr\u00fccklich den R\u00fcckbezug auf die alte Reichsverfassung, denn sie definierte im 1. Artikel die Zugeh\u00f6rigkeit \u00d6sterreichs und Preu\u00dfens \u201ef\u00fcr ihre gesamten vormals zum deutschen Reich geh\u00f6rigen Besitzungen\u201c. Aber der Bund bot nicht das Territorium eines Nationalstaats. Denn es geh\u00f6rten ihm anfangs drei ausl\u00e4ndische Staatsoberh\u00e4upter als Mitglied mit allen Rechten an: die K\u00f6nige Englands, D\u00e4nemarks und der Niederlande. Der Bund war ein v\u00f6lkerrechtliches Subjekt, aber ohne Staatsoberhaupt. In seinem Innern versammelten sich Einzelstaaten mit republikanischer, st\u00e4ndischer, repr\u00e4sentativer und absolutistischer Verfassung. Auf seinem Boden lebten Deutsche neben D\u00e4nen, Polen, slawischen Wenden, Tschechen, Slowenen und Italienern. Nach dem Ma\u00dfstab des Nationalstaats konnten rechtliche Ordnungen nur als anachronistisch erscheinen, wo sich Rechtskreise, Territorien und Nationalit\u00e4ten auf solche scheinbar bizarre Weise \u00fcberschnitten. Nach eben dieser Richtschnur haben die Zeitgenossen und die Historiker bis in die neuesten Ver\u00f6ffentlichungen anl\u00e4sslich des zweihundertj\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums den Baumeistern der Wiener Ordnung von 1815 vorgeworfen, sie h\u00e4tten es vers\u00e4umt, ihr Werk auf das Fundament von Nationalstaaten zu stellen. Sie h\u00e4tten das nationale Wollen der V\u00f6lker missachtet und nur auf dem Weg des L\u00e4nderschachers ihr Werk vollbracht. Wer dieses den Politikern von damals vorwirft, projiziert auf unhistorische Weise Konstrukte aus sp\u00e4terer Zeit in die fr\u00fchere zur\u00fcck. Es war die Generation der Jahrg\u00e4nge um 1770, welche 1815 die Wiener Ordnung baute. Ihre gemeinsame generationelle Erfahrung war gepr\u00e4gt durch Aufkl\u00e4rung, Ancien R\u00e9gime, Franz\u00f6sische Revolution und mehr als zwei Jahrzehnte an Kriegen weltweit.<\/p>\n<p>In globalhistorischer Perspektive handelten die Politiker unter dem Eindruck einer gerade bew\u00e4ltigten \u201eWeltkrise\u201c, erwachsen aus einem \u201eWeltkrieg\u201c. Beide Begriffe benutzt Christopher Bayly in seiner \u201eGlobalgeschichte\u201c \u00fcber \u201eDie Geburt der modernen Welt\u201c. Was nach Napoleons geplanter Universalherrschaft wieder ins Gleichgewicht gebracht werden sollte und konnte, war das System der Imperien, denen sich die \u00fcbrige europ\u00e4ische Staatenwelt einzuordnen hatte. Das war die vorgegebene Struktur. Eine andere Handlungsoption stand nicht zur Disposition. Welcher der anwesenden Politiker h\u00e4tte denn eine solche andere vorgedacht? Auch die Franzosen mit ihrer von vielen als vorbildlich behandelten Verfassungsgebung auf der Basis eines territorialen Nationalstaats dachten nicht national, sondern imperial \u2013 allen voran Napoleon. Und nur unter dieser Bedingung der imperialen Konstruktion war garantiert, dass aus dem in Wien geschaffenen System eine europ\u00e4ische Friedensordnung und ein europ\u00e4isches V\u00f6lkerrecht erwachsen konnten. Das war nur m\u00f6glich, weil man \u2013 anders als Woodrow Wilson 1918 in seinem \u201e14-Punkte-Programm\u201c \u2013 die staatliche Rekonstruktion gerade nicht dem Nationalit\u00e4tsprinzip unterwarf.<\/p>\n<p>Die M\u00e4nner von 1815 schufen eine v\u00f6lkerrechtlich definierte europ\u00e4ische und keine \u201einter\u2013nationale\u201c Ordnung. Denn sie geh\u00f6rten einer kosmopolitischen Generation an. Zu diesen Jahrg\u00e4ngen um 1770 z\u00e4hlten unter den Teilnehmern des Kongresses zum Beispiel Wilhelm von Humboldt (*1767), Kaiser Franz (*1768), Napoleon [als indirekter, im Denken der Beteiligten stets anwesender Teilnehmer], Castlereagh, Wellington (alle drei *1769), Friedrich Wilhelm III., George Canning (*1770), der Oberbefehlshaber der Koalition gegen Napoleon Karl zu Schwarzenberg (*1771), Metternich, Dalberg (*1773), Zar Alexander (*1777). Fr\u00fcheren Jahrgangs waren Hardenberg (*1750), Talleyrand (*1754), Freiherr vom Stein (*1757) und Friedrich Gentz (*1764).<\/p>\n<p>Sie alle machten Politik vor dem Erfahrungshintergrund der alteurop\u00e4ischen Imperien. Es ist aber falsch, ihnen eine Ignoranz oder Indifferenz gegen\u00fcber dem Prinzip der Nationalit\u00e4t zu unterstellen. Das schlagendste Argument bietet die Art und Weise, wie die polnische Frage gel\u00f6st wurde, die gerade unter nationalem Blickwinkel als die schwierigste gelten konnte. Die Wiener Schlussakte vom 9. Juni 1815 bestimmte: \u201eDie Polen, die zutreffenden wechselseitigen Untertanen Russlands, \u00d6sterreichs und Preu\u00dfens, werden eine Vertretung und nationale Einrichtungen erhalten\u201c. Im Prinzip erwarben die Polen nationale st\u00e4ndische Vertretungen, verteilt auf drei Gebietsteile. Das war wieder die zusammengesetzte Staatlichkeit. Auch hier spiegelt sich das typische Verh\u00e4ltnis von imperialer Staatsbildung und Nationalit\u00e4t im Jahre 1815 wider.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich formuliert hei\u00dft das: Die Wiener Ordnung gew\u00e4hrte die Nationalit\u00e4t <em>im<\/em> Staate; die Schweizer Eidgenossenschaft ist das damals gleichfalls garantierte, bis heute lebendige Paradebeispiel. Die Europ\u00e4ische Union folgt dem gleichen Muster. Auch sie garantiert unter dem Dach einer zusammengesetzten Staatlichkeit die Nationalit\u00e4ten <em>im<\/em> Staat, d.h. in der Union; es gibt keine europ\u00e4ische Nationalit\u00e4t. Das Gegenmodell des Nationalstaates definiert die Nationalit\u00e4t <em>des<\/em> Staates. Mit anderen Worten, der Staat wird zum Tr\u00e4ger und bekommt das essenzielle Merkmal, national zu sein. Daraus folgt zwingend, dieser Staat muss national homogen auftreten, denn er soll ja nur einer Nation geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Das nationalisierende Gewaltpotential des napoleonische Empire<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das napoleonische Reich war nach der oben angef\u00fchrten Definition auch ein Imperium \u2013 ein \u201eEmpire\u201c. Das gilt besonders f\u00fcr das vierte Merkmal, die zusammengesetzte Staatlichkeit. Der \u00f6sterreichische Gesandte in Paris, sp\u00e4tere Minister und Staatskanzler Clemens von Metternich war \u00fcber Jahre hinweg immer wieder in stundenlangen Gespr\u00e4chen dem franz\u00f6sischen Kaiser nahegekommen wie kein anderer nichtfranz\u00f6sischer Politiker. Er h\u00f6rte die Absichten Napoleons und verfolgte den Aufbau des Empire. Er schrieb: \u201eDas Geflecht von Napoleons Eroberungen wies einen ganz besonderen Charakter auf. Mit der Universalherrschaft, auf die er es abgesehen hatte, verfolgte er keineswegs die Absicht, in seinen H\u00e4nden die unmittelbare Beherrschung einer gewaltigen Anzahl von L\u00e4ndern zu konzentrieren, sondern ihm war es lediglich darum zu tun, die europ\u00e4ischen Staaten nach dem entstellten und \u00fcbertriebenen Vorbild des Reichs Karls des Gro\u00dfen einer zentralen Oberherrschaft unterzuordnen.\u201c<\/p>\n<p>Napoleons Imperienbildung wich aber bei zwei Merkmalen von dem hier beschriebenen Muster ab, und diese schufen an repressivem Gewaltpotential einen \u00dcberschuss, der den anderen Imperien abging. Das erste Merkmal betraf die Verletzung der Multinationalit\u00e4t. Das geschah bei der franz\u00f6sischen Staatsbildung in fremden Territorien, so besonders auch in Deutschland. Dort errichtete der franz\u00f6sische Kaiser aus origin\u00e4ren deutschen Gebieten franz\u00f6sische Departements und verleibte sie seinem Mutterland direkt ein \u2013 die Hansest\u00e4dte, Oldenburg oder das linke Rheinland. Erfurt erkl\u00e4rte er zur kaiserlichen exterritorialen franz\u00f6sischen Dom\u00e4ne. Hier herrschte der Zwang, sich sprachlich und kulturell zu assimilieren. Das weckte besonders den Widerstandgeist der unterworfenen deutschen Nationalit\u00e4t wie gleicherma\u00dfen in Spanien unter seinem Bruder Joseph. Dort hatte er ganz Katalonien \u2013 wie in Italien die Toskana \u2013 zu Departements des franz\u00f6sischen Staats gemacht.<\/p>\n<p>Das zweite Merkmal, das von der generellen Imperien-Definition abwich, liegt in der Entstehung des napoleonischen Imperiums. Es erwuchs nicht in der <em>longue dur\u00e9e<\/em>, sondern aus einem beispiellosen Kraftakt innerhalb weniger Jahre. Dazu waren unabl\u00e4ssig Kriege und nachfolgende Okkupationen erforderlich. Die ungeheuren Kosten, um Hunderttausende von Soldaten quer durch Europa hin und her zu bewegen, mussten die eroberten L\u00e4nder selbst bezahlen. W\u00e4hrend der Feldz\u00fcge hatten die bekriegten Bev\u00f6lkerungen Nahrungsmittel, Pferde und Geld bereitzustellen. Weigerten sie sich, erfolgten die ber\u00fcchtigten Beschlagnahmungen und Brandschatzungen.<\/p>\n<p>Ute Planert hat Dauer und Ausma\u00df der Zerst\u00f6rungen einerseits, die Kriegswahrnehmung durch die Bev\u00f6lkerung andrerseits mit einer bisher beispiellosen Eindringlichkeit f\u00fcr den s\u00fcddeutschen Raum beschrieben. Napoleons Ziel der Kriege waren jeweils Friedensschl\u00fcsse, in denen er den unterworfenen L\u00e4ndern hohe Kontributionen auferlegte. Brauchte er neues Geld, verwandelten sich die Friedensvertr\u00e4ge in einen Waffenstillstand, der den Weg zu neuen Kriegen er\u00f6ffnete. Einen Anlass zu\u00a0 erneutem Krieg fand er immer. Man kann geradezu von einem bellizistischen Takeoff in der Kriegsfinanzierung sprechen. Erfolgreiche Kriege sp\u00fclten Geld in die Kassen, und mit den Einnahmen lie\u00dfen sich neue Kriege f\u00fchren. In Spanien funktionierte diese Methode nicht, weil durch den fortdauernden nationalen Widerstand der Friedensschluss mit Kontributionen ausblieb und letztlich die Franzosen die Kriegskosten mit beizusteuern hatten.<\/p>\n<p>Die Politik Napoleons verdient deshalb besondere Aufmerksamkeit, weil sich in ihr finanzielle Ausbeutung, Zerst\u00f6rung durch Kriege und Unterdr\u00fcckung der Bev\u00f6lkerung zu einem Sprengsatz vermischten, an dem sich Gedanken, Gef\u00fchle und Absichten symbolisch als Aufschrei des \u201eNationalgeistes\u201c zu artikulieren begannen. Durch das vermehrte Repressionspotential fand dieser zu sich selbst. Es liegt eine Paradoxie in der historischen Situation, dass Napoleon mit seiner kontinentalen Zwangsherrschaft beanspruchte, die Franz\u00f6sische Revolution \u2013 in seinen Worten \u2013 \u201eauszutreten\u201c, dass er damit aber gleichzeitig deren Ideal bei den Unterworfenen wachrief, f\u00fcr die Freiheit und Emanzipation der eigenen Nation zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Die Revolutionspropaganda verhie\u00df, ihre Soldaten w\u00fcrden die V\u00f6lker von der Unterjochung durch deren F\u00fcrsten befreien. Tats\u00e4chlich m\u00fcndete der verhei\u00dfungsvolle Aufbruch in eine Milit\u00e4rdiktatur kontinentalen Ausma\u00dfes von der Atlantikk\u00fcste bis zur Weichsel, eine Gewaltherrschaft, welche versuchte, von Sankt Petersburg \u00fcber den Mittelmeerraum, die Ost- und Nordsee bis hin zur spanischen, portugiesischen und franz\u00f6sischen K\u00fcste eine Handelssperre zu verh\u00e4ngen. Diese damals sogenannte \u201eUniversalmonarchie\u201c Napoleons hatte zwischen 1806 und 1815 im Vergleich zum Ancien R\u00e9gime manche Herrschaftstechniken in repressiver Weise sogar noch optimiert. Dazu z\u00e4hlten als Werkzeuge eine politische Polizei, eine h\u00f6chst wirksame Zensur sowie eine terroristische Praxis, durch exemplarische Hinrichtungen den Adel, die Buchh\u00e4ndler und die regionalen Freiheitsk\u00e4mpfer einzusch\u00fcchtern. Daf\u00fcr standen stellvertretend der bourbonische Erbprinz Duc d\u2018Enghien, der Buchh\u00e4ndler Johann Philipp Palm oder der Tiroler Andreas Hofer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die zwiesp\u00e4ltige nationale Verhei\u00dfung: die Dreieinigkeit von \u201eVolk\u201c, Sprache und Territorium<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus der beschriebenen Konstellation entstand in Deutschland die Nation als politischer Leitbegriff. Das Neue daran lag nicht in dem nationalen Bewusstsein per se \u2013 es gab ja schon den Reichspatriotismus zuvor \u2013, sondern in der Absicht, das Nationale mit einem staatlichen Territorium zur Deckung zu bringen. \u201eEinheit und Freiheit\u201c lautete nicht zuletzt 1848 die gefl\u00fcgelte Parole. Das klang unverbindlich. Die Frage nach einem nationalen Territorium erzeugte indessen die eigentliche Brisanz, denn das erforderte, Grenzen zu definieren. Wie hie\u00df Arndts politische Kampfschrift 1813? \u2013 \u201eDer Rhein \u2013 Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze\u201c. Zeitgen\u00f6ssisch gesprochen ging es um den \u201epolitischen Besitzstand\u201c. Hier scheint, zugespitzt formuliert, die Urs\u00fcnde des 19. Jahrhunderts zu liegen. Metternich, der beiden Zeitaltern angeh\u00f6rt hatte, wusste sehr genau auszudr\u00fccken, was die Imperien im Vergleich zum modernen Nationalstaat auszeichnete. Aus dem Exil im britischen Kurort Brighton 1849 r\u00fcckblickend, deutete und bewertete er den Zeitwandel bis zur Revolution1848: \u201eZwei Elemente sind in der Gesellschaft aufgetaucht, welche geeignet sind, ihre Ruhe bis in den Grund zu ersch\u00fcttern. Als diese Elemente bezeichne ich die Ausdehnung des Grundbegriffs der Nationalit\u00e4t auf das Gebiet des politischen Besitzstandes und auf dessen Bezeichnung durch die Sprache.\u201c<\/p>\n<p>Diese abstrakte Formulierung k\u00f6nnte von einem politischen Soziologen stammen, von einem Max Weber oder, zeitlich n\u00e4herliegend, einem Alexis de Tocqueville. Der Staatskanzler hatte Montesquieu, Edmund Burke und eben auch Tocqueville studiert. Er prophezeite die Ersch\u00fctterung der Gesellschaft von Grund auf, wenn sie versuchte, den Nationalstaat auf der Basis eines sprachlich homogenen geschlossenen Territoriums zu errichten. Der Irrtum beruhte in seiner Sicht auf der Annahme, die Homogenit\u00e4t tauge als Bauprinzip f\u00fcr einen Staat. In Mitteleuropa erzeugte jeder derartige Staat, der sich sprachlich homogen definieren wollte, auf seinem Territorium eine Minderheitenproblematik. Wenn diese inkorporierten Minderheiten ihrerseits den eigenen Nationalstaat forderten, bedeutete das zwangsl\u00e4ufig Krieg.<\/p>\n<p>Schon die Zentralgewalt, welche die Frankfurter Nationalversammlung 1848 als Regierung eingesetzt hatte, f\u00fchrte in drei Richtungen Krieg gegen Nationalit\u00e4ten, im Norden marschierten die Bundestruppen gegen D\u00e4nemark, im Osten preu\u00dfische Soldaten gegen die Polen, \u00f6sterreichische Truppen unter General Windischgr\u00e4tz gegen die Tschechen, im S\u00fcden \u00f6sterreichische Truppen unter General Radetzky gegen die Italiener. Weil die Revolution scheiterte, kamen diese Kriege nicht zu ihrem Ziel. Das war nur eine Kostprobe dessen, was in einer einzigen blutigen Spur bis in die Gegenwart reicht. Homogenit\u00e4t als Maxime der nationalen Staatsbildung erlaubt nur f\u00fcnf politische Optionen f\u00fcr die national nicht Zugeh\u00f6rigen: Assimilation, rechtliche Definition als Au\u00dfenseiter, sprich: Minderheiten, der Status einer begrenzten Autonomie, Vertreibung oder physische Vernichtung. Alle f\u00fcnf Optionen wurden seitdem in der europ\u00e4ischen Geschichte exekutiert. Sprache, Territorium und Nationalit\u00e4t zur Deckung zu bringen war den Zeitgenossen des 19. Jahrhunderts eine nicht hinterfragte Selbstverst\u00e4ndlichkeit. In der Geschichtsschreibung ist die kriegtreibende Brisanz dieser Operation neuerdings, nicht zuletzt durch Dieter Langewiesche, genauer registriert und beschrieben worden.<\/p>\n<p>Alles in allem konnte hier f\u00fcr die Epoche bis 1815 in der Tat der Nationalismus vornehmlich nur als Leitbegriff behandelt werden, als <em>imagined community<\/em>, nicht als gesellschaftliche Bewegung, denn diese entstand gerade erst. Warum er sich nach 1815 ziemlich vehement in eine <em>real community<\/em> verwandelte, versteht man allerdings nur aus dem, was zwischen 1789 und 1815 in Europa geschah.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nation als Kollektivsingular und als imagined community &nbsp; \u201eEin Weltbild verliert seine Welt\u201c \u2013 auf diese originelle Formel brachte Wolfgang Burgdorf den Vorgang, der Europa zwischen 1789 und 1815 erfasste: die untergehende Welt war jenes alte Europa, f\u00fcr das die Schlagworte vom \u201eAncien R\u00e9gime\u201c und von der \u201eAufkl\u00e4rung\u201c der K\u00fcrze halber einmal die ideellen&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":32556,"menu_order":34,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-125021","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.7 - 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