{"id":125043,"date":"2026-06-18T11:39:02","date_gmt":"2026-06-18T09:39:02","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=125043"},"modified":"2026-06-18T11:40:58","modified_gmt":"2026-06-18T09:40:58","slug":"die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\/","title":{"rendered":"Die Modernit\u00e4t des Sozialen"},"content":{"rendered":"<h3><strong>I.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gerhart Hauptmanns sozialkritisches Theaterst\u00fcck \u201eDie Weber\u201c eroberte sich mit einem Knall seinen Platz in der deutschen Literaturgeschichte. Denn das St\u00fcck war bei seiner ersten \u00f6ffentlichen Auff\u00fchrung 1894 im Deutschen Theater in Berlin tats\u00e4chlich etwas Unerh\u00f6rtes: Nicht allein seiner brisanten politischen Thematik wegen, an der die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden denn auch geh\u00f6rig Ansto\u00df nahmen, sondern auch aufgrund seiner formalen Avanciertheit. Hauptmann musste damit rechnen, sowohl bei den staatlichen Beh\u00f6rden als auch bei der literarischen \u00d6ffentlichkeit auf Widerstand zu sto\u00dfen. Der Skandal lie\u00df auch nicht lange auf sich warten.<\/p>\n<p>Der Auff\u00fchrung vorangegangen war ein Streit um das Zensurverbot. Bezeichnenderweise wurde das Verbot nicht damit begr\u00fcndet, das St\u00fcck stelle wahrheitswidrig die Zust\u00e4nde dar, die zum schlesischen Weberaufstand im Jahr 1844 f\u00fchrten. Im Gegenteil: Die Theaterpolizei begr\u00fcndete ihr Verbot mit der historischen Stimmigkeit des St\u00fccks, die durch eine gelungene Inszenierung aufr\u00fchrerisch wirken m\u00fcsse und vor allem den der Sozialdemokratie zugeneigten Teil der Bev\u00f6lkerung zum Aufstand anstacheln k\u00f6nne. Hauptmanns Anwalt klagte gegen das Verbot, schlie\u00dflich handele es sich doch um die Darstellung von historischen Ereignissen, die mittlerweile f\u00fcnfzig Jahre zur\u00fcckl\u00e4gen. Doch erwiderte der Berliner Polizeipr\u00e4sident, der zeitliche Abstand sei unerheblich, \u201eda die im St\u00fcck beschriebene Gesellschaftsordnung noch die gegenw\u00e4rtige sei\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Frage nach der Modernit\u00e4t des Sozialen in literarischer Perspektive ist daran zweierlei bemerkenswert: zum einen die gelassene, aus heutiger Sicht zynisch anmutende Haltung, mit der das wilhelminische System hier zu seinen Klassenschranken steht. Es wird ja gar nicht bestritten, dass unter den schlesischen Webern das Elend gro\u00df war und nicht zuletzt durch die kapitalistische Wirtschaftsordnung hervorgerufen wurde. Und zweitens wird von den Zensurbeh\u00f6rden die Verbindung gezogen von Hauptmanns Drama und dem Autor selbst zur sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. Es wird eine N\u00e4he postuliert von Naturalismus und Sozialdemokratie, ja, der Naturalismus wird als k\u00fcnstlerischer Arm der Sozialdemokratie wahrgenommen.<\/p>\n<p>Gerhart Hauptmann hat dies f\u00fcr seine Person und sein St\u00fcck immer zur\u00fcckgewiesen, die literaturwissenschaftliche Forschung hat dies trotzdem immer wieder zum Anlass genommen, \u00fcber den Stellenwert der sozialen Frage f\u00fcr die naturalistische Dichtung \u2013 und damit f\u00fcr die beginnende literarische Moderne am Ende des 19. Jahrhunderts nachzudenken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>II.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom 4. bis 6. Juni 1844 kommt es in Schlesien zur Revolte der Weber, die blutig niedergeschlagen wurde. Die amtliche Untersuchung der Vorg\u00e4nge nennt die \u201eNot der Leinen-Arbeiter\u201c die Ursache. Der Aufstand wird in der Folge Gegenstand einer ganzen Reihe von literarischen Texten, von denen Heinrich Heines Gedicht \u201eDie Weber\u201c sicherlich der bekannteste ist.<\/p>\n<p>Im Sommer 1890, also 46 Jahre nach dem Aufstand, beginnt Gerhart Hauptmann mit den Vorarbeiten zu seinem St\u00fcck \u201eDie Weber\u201c. Neben seiner Lekt\u00fcre wissenschaftlicher Darstellungen der Revolte unternimmt er zwei Reisen ins Webergebiet. Auf der ersten begleitet ihn der dem linken SPD-Fl\u00fcgel angeh\u00f6rende Redakteur Max Baginski. Auf seinen Reisen spricht Hauptmann mit noch lebenden Augenzeugen des Aufstands. Daran zeigt sich bereits der f\u00fcr den Naturalismus typische, gleichsam dokumentarische Anspruch: Der dichterische Schaffensprozess wird unterst\u00fctzt oder doch zumindest vorbereitet durch eine nahezu wissenschaftliche Recherche. Ende 1891 kann Hauptmann die Arbeit an der Dialektfassung \u201eDe Waber\u201c abschlie\u00dfen. Damit das St\u00fcck auf deutschen B\u00fchnen aufgef\u00fchrt werden kann, schlie\u00dft Hauptmann eine zweite Fassung \u201eDie Weber\u201c an, die sich sprachlich dem Hochdeutschen zwar ann\u00e4hert, aber noch immer von Regionalismen deutlich gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p>Der 1. Akt der \u201eWeber\u201c ist ein dramaturgisches Meisterst\u00fcck, das schonungslos die schlesischen Verh\u00e4ltnisse aufdeckt. Im Kontor des Fabrikherrn m\u00fcssen die Weber das von ihnen hergestellte Leinen pr\u00fcfen lassen, um den kargen Lohn ausgezahlt zu bekommen. Deutlich wird dabei, dass alle Weberfamilien unter Hunger und den nachfolgenden Krankheiten leiden, dass die Armut auch zur Einschr\u00e4nkung der Arbeitskraft f\u00fchrt und wie das auf Ausbeutung angelegte System organisiert ist, in dem die Weber ihre Arbeitserzeugnisse und damit letztlich ihre eigene Arbeitskraft verkaufen.<\/p>\n<p>Das besondere dramatische Potential ergibt sich aus der Figurenf\u00fchrung, die den vielen Webern den einen Fabrikanten gegen\u00fcberstellt, der sich seiner sozialen Verantwortung entzieht und noch dar\u00fcber klagt, als wohlhabender Mann von den armen Webern immer nur bedr\u00e4ngt und um Geld angegangen zu werden. Diese antithetische Figurenkonstellation gewinnt an psychologischer Glaubw\u00fcrdigkeit durch die Einf\u00fchrung von drei Figuren, die gewisserma\u00dfen zwischen den Webern und dem Fabrikanten stehen: der Expedient, der Kassierer und der Lehrling, die zwar sozial eher zu den Webern z\u00e4hlen, es aber beruflich geschafft haben, durch die Anstellung in der Fabrik aufzusteigen und sich so von ihren eigentlichen Wurzeln zu entfremden. Erst diese drei Figuren helfen Hauptmanns St\u00fcck \u00fcber die Gefahr offensichtlicher Polemik hinweg, denn dass die Weber arm und gut sind und der reiche Fabrikant b\u00f6se, w\u00e4re keine k\u00fcnstlerisch befriedigende L\u00f6sung. Doch die perfide Bosheit, mit der die drei Angestellten agieren, wie sie sich lustig machen \u00fcber die Weber und jede Verantwortung weit von sich schieben, l\u00e4sst die soziale K\u00e4lte und Herzlosigkeit erst richtig deutlich werden.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten drei Akte vertiefen die Darstellung der Not am Beispiel einer Familie, ehe in der Schankstube der Entschluss zum Aufstand f\u00e4llt und die Erregung der Weber immer weiter ansteigt, ehe sie sich in der Gewalt gegen den Fabrikbesitzer entl\u00e4dt. Hauptmann begr\u00fcndet den steigenden Zorn mit den sozialen Verh\u00e4ltnissen und zeigt, wie sich die immer gleiche Abfolge von Dem\u00fctigungserfahrungen auf die Verzweiflung der Weberfamilien auswirkt.<\/p>\n<p>Die Revolte wird von Hauptmann dargestellt als ein ekstatisches Ereignis, das sich nahezu jedem bewussten Entschluss der Weber zu entziehen scheint. Sie entspringt einzig der emotionalen Erregung, die durch die kreisende Branntweinflasche nur verst\u00e4rkt wird. Die Revolte als Delirium und Raserei? Die Rezeption hat verschiedentlich daran Ansto\u00df genommen und darin eine Distanzierung Hauptmanns von den w\u00fctenden Webern erkennen wollen. Doch verkennt diese Sicht die eigentliche Sto\u00dfrichtung von Hauptmanns St\u00fcck: Denn Hauptmann will gerade vorf\u00fchren, wie die sozialen Gegebenheiten die Handlungen der Weber determinieren. Der Aufstand erscheint so als die nur folgerichtige Konsequenz der Ausbeutung durch die Fabrikanten.<\/p>\n<p>Endeten \u201eDie Weber\u201c mit dem 4. Akt, w\u00e4re eine N\u00e4he zur Arbeiterbewegung m\u00f6glich. Das St\u00fcck w\u00fcrde sich dann in den Dienst der Sozialdemokratie stellen, wie es die Zensurbeh\u00f6rden bef\u00fcrchteten. Es gibt jedoch noch den 5. Akt, der die Aussage des St\u00fccks differenziert. Er spielt am Tag nach dem Sturm auf das Haus des Fabrikanten. Wie bei jeder Ekstase, folgt die Ern\u00fcchterung. Die Weber m\u00fcssen einsehen, dass ihr Gegner m\u00e4chtiger ist. Das Milit\u00e4r unterst\u00fctzt die Fabrikanten, es gibt Tote. Sodann m\u00fcssen die Weber erkennen, kein durchdachtes politisches Programm zu haben und keinerlei politische Organisationsform. Der Aufstand, der sich aus der sozialen Lage ergibt, hat keinen R\u00fcckhalt. Er ist nur eine aggressive Entladung der aufgestauten Dem\u00fctigungsgef\u00fchle.<\/p>\n<p>Das Dilemma der Weber stellt Hauptmann in zwei antithetischen Figuren dar: dem alten Hilse und seiner Schwiegertochter Luise. Hilse wendet sich gegen die Revolte, er ist fromm und monarchistisch. Seiner Meinung kommt moralische Bedeutung zu, weil er doch \u2013 im Gegensatz zu den verschiedenen b\u00fcrgerlichen Figuren, die ebenfalls gegen den Aufstand sind \u2013 als Weber die Not und das Elend am eigenen Leibe erfahren hat. Luise betont dagegen das Recht auf Leben. Ihre Kinder sind bereits verhungert. Luise schlie\u00dft sich den Aufst\u00e4ndischen an, der alte Hilse bleibt in seinem Lehnstuhl am Fenster, wo ihn eine verirrte Kugel trifft. Mit diesem theatralischen Effekt enden die \u201eWeber\u201c. Ratlosigkeit steht am Ende des St\u00fccks.<\/p>\n<p>Und die Parteinahme f\u00fcr die Arbeiterbewegung? Hauptmann schreibt kein St\u00fcck, das sich einfach f\u00fcr die sozialdemokratische Agitation eignen w\u00fcrde. Es stellt eher eine paradoxe Mischung dar aus n\u00fcchterner Analyse der Situation auf Basis einiger naturalistischer \u00dcberzeugungen und dramatisch-kunstvoller Gestaltung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>III.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bevor das Verh\u00e4ltnis des Naturalismus zur Arbeiterbewegung beleuchtet wird, sei der Naturalismus als k\u00fcnstlerische Bewegung und Schreibweise n\u00e4her vorgestellt. Daran werden dann auch einige der Kunstgriffe Hauptmanns deutlich.<\/p>\n<p>Der Naturalismus formiert sich etwa in den letzten zehn Jahren des 19. Jahrhunderts. Er versteht sich als eine Avantgardebewegung. K\u00fcnstlerische Avantgarden im Allgemeinen wollen nicht nur auf die Kunst wirken und neue Schreibweisen und Darstellungsformen etablieren. Zum avantgardistischen Anspruch geh\u00f6rt immer auch die Beeinflussung des Lebens und der gesellschaftlich akzeptierten Denkweisen. Avantgarden eignet ein sinnstiftender Zug. Darum m\u00fcssen Avantgarden gewisserma\u00dfen aggressiv auftreten und auf Frontbildung bedacht sein. Erst die Konfrontation mit den etablierten Formen des Schreibens und Denkens l\u00e4sst das ersehnte Neue hervortreten. Avantgarden k\u00e4mpfen um die Aufmerksamkeit des Publikums und wollen sich besonders von den akzeptierten und tonangebenden Bewegungen abgrenzen.<\/p>\n<p>Der Naturalismus versteht sich als Gegenentwurf zum poetischen oder b\u00fcrgerlichen Realismus, wie er vor allem mit den Namen Wilhelm Raabe und Theodor Fontane verkn\u00fcpft ist. Die Elendsschilderung in Hauptmanns \u201eWebern\u201c verdeutlicht das. Der Realismus verweigert die Darstellung des Elends, allenfalls verkl\u00e4rt ist sie m\u00f6glich. Bei Fontane verstr\u00f6mt die Kleine-Leute-Wohnung W\u00e4rme und Gem\u00fctlichkeit, auch dort findet sich Geborgenheit. Bei Hauptmann ist von W\u00e4rme, Gem\u00fctlichkeit, Geborgenheit nichts zu sehen: Das Elend ist nackt, weil es ungesch\u00f6nt dargestellt wird. Der Realismus unterscheidet zwischen der \u201eblo\u00dfen Sinnenwelt, dem blo\u00df Handgreiflichen\u201c und dem \u201eWahren\u201c, wie Fontane in einem Aufsatz programmatisch feststellt. Der Realismus zieht eine scharfe Grenze zwischen Kunst und Realit\u00e4t. Die Realit\u00e4t wird in der Kunst nicht einfach abgebildet oder dokumentarisch erfasst, vielmehr erm\u00f6glicht erst die Kunst mit ihren \u00e4sthetischen Strategien die Erfassung der Wahrheit. Eine \u201esch\u00f6ne Seele\u201c, so Fontane, m\u00fcsse \u201edas Ganze beleben\u201c. Damit schlie\u00dft der Realismus letztlich an die deutsche klassische \u00c4sthetik an. Deswegen ist der deutsche Realismus auch deutlich hinter der scharfen Gesellschaftskritik zur\u00fcckgeblieben, die in England oder Frankreich mit Namen wie Dickens, Balzac oder Zola verkn\u00fcpft ist. Die k\u00fcnstlerische Darstellung der Welt f\u00fcgt etwas Sch\u00f6nes hinzu, was eben auch bedeutet, dass das offensichtliche Elend entweder \u00fcberhaupt nicht gezeigt werden kann, weil es nicht sch\u00f6n ist, oder nur so verbr\u00e4mt gezeigt werden kann, dass eine kalmierend-\u00e4sthetische Wirkung davon ausgeht. Eng damit verbunden ist die Preisgabe einer Idee der Objektivit\u00e4t, wie sie etwa Flaubert in Frankreich proklamiert. Eine subjektive Haltung bestimmt den dichterischen Schaffensprozess, der die wahrnehmbare Welt in eine idealisierte, gleichsam k\u00fcnstliche Wirklichkeit \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Das hierin ausgesprochene k\u00fcnstlerische Problem dreht sich um eine Bestimmung von Wahrheit. F\u00fcr den Realismus ergibt sich Wahrheit nur im Kunstwerk, weil die Kunst durch die Fiktionalisierung, also die absichtlich komponierte Gestaltung einer dargestellten Welt die darin waltende Sch\u00f6nheit zum Ausdruck bringt. Die tats\u00e4chliche Welt kann damit bewiesenerma\u00dfen als sch\u00f6n gelten. Von einem solchen Wahrheitsbegriff will sich der Naturalismus als k\u00fcnstlerische Avantgardebewegung scharf absetzen. 1892 versucht der Kritiker Leo Berg, den Naturalismus zu definieren. Er bringt eine Reihe von Begriffen in Anschlag, um sich dem Ph\u00e4nomen zu n\u00e4hern, und findet unter anderem den Begriff der \u201eNaturwahrheit\u201c. Der Naturalismus wird somit bestimmt als eine \u201eR\u00fcckkehr zur Natur und Befreiung von k\u00fcnstlichen Regeln\u201c.<\/p>\n<p>Der Dichter und Literaturtheoretiker Arno Holz greift diese Meinung auf. Er findet eine mathematisch anmutende Formel, um den Kunstbegriff des Naturalismus auf den Punkt zu bringen und vom Realismus abzusetzen: Kunst = Natur \u2013 X. Die Variable X steht in seiner Gleichung f\u00fcr die Kunstmittel, die \u00e4sthetischen Strategien, die nach Holz\u2018 Ansicht die Darstellung der Natur in der Kunst notwendigerweise verf\u00e4lschen. Nach dieser Auffassung ist die Darstellung der Wahrheit in der Kunst genau genommen nicht m\u00f6glich, weil Kunst die Wahrheit immer verf\u00e4lscht. Der Naturalismus bezieht somit theoretisch die genaue Gegenposition zum Realismus: Dessen Formel k\u00f6nnte man ja als Kunst = Natur + X bezeichnen, weil f\u00fcr den Realismus die Kunstmittel erst die Wahrheit ans Licht f\u00f6rdern. Der Naturalismus will dagegen eine Ann\u00e4herung an die gegebene nat\u00fcrliche Wahrheit leisten und rechnet mit der Unvollkommenheit seiner Mittel. Darin liegt die spezifische Modernit\u00e4t des Naturalismus, die einige literarische Konsequenzen zeitigt und den Naturalismus zu etwas skandaltr\u00e4chtig Neuem macht. In ein literarisches Feld, das dominiert wird von idealistischer Verbr\u00e4mung, platzt der Naturalismus mit seinem Anspruch, Wahrheit m\u00f6glichst schonungslos zu zeigen.<\/p>\n<p>Der revolution\u00e4re Zug bestimmt das Selbstbild derjenigen K\u00fcnstler, die sich zum Naturalismus z\u00e4hlen. Die meisten Naturalisten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. Den Ton bestimmt die Generation der um 1860 Geborenen. Der Naturalismus kann damit als eine Jugendbewegung gelten wie zuvor der Sturm und Drang, die Fr\u00fchromantik oder der sp\u00e4tere Expressionismus. Als Gruppe finden sich die Naturalisten zusammen, um ihren Widerspruch gegen eine aus ihrer Sicht falsche und verbrauchte Kunst zu artikulieren. Angesichts der gew\u00e4hlten Sujets kann sich zudem der Eindruck aufdr\u00e4ngen, ihr revolution\u00e4rer Furor richte sich auch gegen die soziale Einrichtung der Welt, die als fundamental ungerecht empfunden wird. Die soziale Frage wird zum Thema der Dichtung, kleine Handwerker und Proletarier steigen auf zu den Helden der Kunst.<\/p>\n<p>Die Protestbewegung des Naturalismus muss sich selber organisieren, um sich gegen die dominierenden Kunststr\u00f6mungen durchzusetzen, aber auch, um die notwendige \u00d6ffentlichkeit herzustellen. Dazu schafft sich der Naturalismus eine eigene institutionelle Infrastruktur. Es werden Zeitschriften gegr\u00fcndet, und Vereine erm\u00f6glichen als neuartige Theaterorganisationen die Auff\u00fchrung von St\u00fccken unter Umgehung der Zensur. Gerade in dieser organisatorischen Zielstrebigkeit erweist sich das avantgardistische Potential des Naturalismus, der damit zum Vorreiter wird f\u00fcr die nachfolgenden literarischen Bewegungen der Moderne. Noch die antinaturalistischen Schulen des \u00c4sthetizismus und des Symbolismus greifen auf die institutionellen Modelle des Naturalismus zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Noch etwas kennzeichnet den Naturalismus als typische Avantgardebewegung: die hohe Zahl der theoretisierenden Manifeste, die Ziele und Schreibweisen der Gruppe definieren. Dabei mangelt es oft an einer \u00fcbergreifenden Idee, weil die Naturalisten sich zwar nach au\u00dfen als Gruppe konturieren, im Inneren aber verschiedene Auffassungen bestehen, die erst ausgehandelt werden m\u00fcssen. Darum gibt es eine deutlich umrissene naturalistische Dichtung nicht. Allenfalls eine Vorliebe f\u00fcr gewisse Themen und literarische Darstellungsweisen verbindet die Autoren miteinander. So kann der Begriff Naturalismus zu einem Synonym f\u00fcr moderne Dichtung frei von inhaltlich-programmatischen Festlegungen werden. Noch Thomas Mann nimmt ihn f\u00fcr seinen 1901 erschienenen Roman \u201eBuddenbrooks\u201c in Anspruch, obwohl \u201eBuddenbrooks\u201c kaum eine der poetologischen Vorgaben des Naturalismus erf\u00fcllt, wie sie von den Theoretikern der Bewegung aufgestellt wurden.<\/p>\n<p>Wie kann man also bei einer so dynamischen Bewegung wie dem Naturalismus zu etwas wie einer festen Bestimmung, einer Definition kommen, um den Naturalismus von anderen literarischen Str\u00f6mungen sinnvoll abzugrenzen? Der Naturalismus greift in zwei Bereiche aus, denen sich andere eher verweigern. Einerseits orientiert sich der Naturalismus an der modernen Naturwissenschaft, anderseits pr\u00e4gt ein sozialkritisches Engagement die naturalistische Bewegung.<\/p>\n<p>Der Siegeszug der Naturwissenschaften als meinungsbildende Leitwissenschaft setzt mit der Gr\u00fcndung des deutschen Kaiserreichs ein. Darauf reagiert vor allem das Bildungsb\u00fcrgertum mit Ablehnung, bedeutet er doch den Verlust der Deutungshoheit. Einem dunklen, immer raunenden Begriff von Kultur zugetan, versucht das Bildungsb\u00fcrgertum, sein sinnstiftendes Potential zu bewahren. Kultur soll es erm\u00f6glichen, den eigentlichen, tieferen Sinn des Lebens wahrzunehmen. Die Naturwissenschaften setzen sich davon nat\u00fcrlich sehr deutlich ab. In literarischen Werken von Autoren, die zum B\u00fcrgertum z\u00e4hlen und auch f\u00fcr das B\u00fcrgertum schreiben, spielen die Naturwissenschaften keine Rolle, allenfalls wird aus kritischer Perspektive ein Blick darauf geworfen. Der Naturalismus hingegen ist die erste literarische Str\u00f6mung, die sich auf die zeitgen\u00f6ssischen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse bezieht und diese produktiv macht f\u00fcr die Literatur. Darin liegt das besondere Verdienst des Naturalismus als einer modernen Literaturstr\u00f6mung.<\/p>\n<p>Darin erweist sich zugleich der protestierende, revolution\u00e4re Charakter des Naturalismus. Denn er richtet sich ja unter anderem auch gegen die b\u00fcrgerliche Einrichtung der Welt. Die zuvor beschriebene Absetzung des Naturalismus vom Realismus, der b\u00fcrgerlichen Schreibweise schlechthin, findet ihre Parallele in der naturalistischen Absetzung vom B\u00fcrger als Helden der Literatur. Diese wiederum wird gewisserma\u00dfen naturwissenschaftlich begr\u00fcndet. Unter R\u00fcckgriff auf den naturwissenschaftlichen Positivismus des 19. Jahrhunderts verabschiedet der Naturalismus die klassischen Grundlagen der Dichtung und st\u00f6\u00dft damit das B\u00fcrgertum vor den Kopf. In der naturalistischen Perspektive erscheint der Mensch nicht l\u00e4nger als selbstbestimmtes Ich, das moralischen Gesetzen verpflichtet ist, sondern als fremdbestimmt durch soziale und biologische Faktoren. An die Stelle der Bildungserlebnisse, die den Menschen zu einem vollg\u00fcltigen Mitglied der Gesellschaft heranreifen lassen, wie es seit Goethes \u201eWilhelm Meister\u201c zum deutschen Romanmuster verfestigt war, treten Vererbung und Milieu.<\/p>\n<p>Die Naturalisten \u00fcbernehmen ihre Vorstellungen von den franz\u00f6sischen Wissenschaftstheoretikern Auguste Comte und Hippolyte Taine. Comte wendet sich gegen Spekulation und Metaphysik, an ihre Stelle setzt er Beobachtung und Experiment. Der Mensch ist nach Comte das Produkt seiner Herkunft und Umwelt. F\u00fcr seinen Sch\u00fcler Taine wirkt die Trias Rasse \u2013 Milieu \u2013 Zeit zusammen, um den Menschen grundlegend zu pr\u00e4gen. Im deutschen Naturalismus bestimmt gerade der Milieugedanke die \u00c4sthetik. Themen, Figuren und Handlung sind vom Milieu bestimmt. Die Weber in Hauptmanns St\u00fcck bieten daf\u00fcr ein hervorragendes Beispiel, weil ihr Aufstand gerade nicht das Ergebnis einer autonomen Entscheidung ist, sondern sich aus ihrer sozialen Situation ergibt.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzt wird die Bestimmung des Milieus um einen biologischen Determinismus. Daf\u00fcr kann Hauptmanns Drama \u201eVor Sonnenaufgang\u201c als Beispiel dienen, weil darin das f\u00fcr die Handlung zentrale Motiv des Alkoholismus und seiner Vererbbarkeit auf die biologische Vorherbestimmung des Menschen verweisen. In den Mittelpunkt naturalistischer Dichtung r\u00fcckt damit der Mensch in seiner Gebrechlichkeit, die als Konsequenz \u00e4u\u00dferer, nicht zug\u00e4nglicher oder ver\u00e4nderbarer Faktoren vorgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Daran schlie\u00dft das sozialkritische Engagement an, schlie\u00dflich sind die meisten naturalistischen Figuren Vertreter armer Milieus, in die sie hineingeboren werden. Die Herausbildung eines modernen Industrieproletariats in seinem Elend und die soziale Frage sind f\u00fcr den Naturalismus zentrale Themenstellungen. Auch dies wiederum zeitigt Konsequenzen f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis von B\u00fcrgertum und Naturalismus, denn das Engagement f\u00fcr die Arbeiterklasse geht einher mit Kritik und Zweifel an der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft und am Kapitalismus. Das doppelte revolution\u00e4re Potential des Naturalismus relativiert zun\u00e4chst die Autonomie des Ichs, um sodann die gesamte gesellschaftliche Einrichtung infrage zu stellen.<\/p>\n<p>An Gerhart Hauptmanns \u201eWebern\u201c lassen sich beide Tendenzen zeigen: In den \u201eWebern\u201c gibt es nicht den einen Helden und Protagonisten. Die Handlung verteilt sich auf verschiedene Figuren, die aber allesamt dem Weberstand zugeh\u00f6ren: an die Stelle des Einzelnen tritt das Kollektiv. Das Kollektiv wiederum ist durch seine Milieuzugeh\u00f6rigkeit gepr\u00e4gt. Die vorgef\u00fchrten Figuren leben ein von anderen ihnen vorbestimmtes Leben in Armut und Abh\u00e4ngigkeit vom kapitalistischen System. Damit k\u00fcndigen Hauptmanns \u201eWeber\u201c alle Verpflichtungen der b\u00fcrgerlich-realistischen Literatur auf: Anstelle der Figurenpsychologie regiert hier die Abh\u00e4ngigkeit vom Milieu, das Elend wird nicht besch\u00f6nigt, sondern in seinen radikalen Folgen drastisch aufgezeigt, statt eines sympathischen Helden tritt ein ganzes Figurenensemble auf, das den Einzelnen als bedeutungslos angesichts der Masse vorf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Hauptmanns \u201eWeber\u201c sind darum mit Recht als das bedeutendste soziale Drama der deutschen Literatur bezeichnet worden. Zu fragen bleibt, was das f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis von Naturalismus und Sozialismus bedeutet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>IV.<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gerhart Hauptmann weist zur\u00fcck, Sozialist zu sein oder einer Partei nahezustehen, weil er sich das freie Dichtertum nicht durch die Befolgung einer politischen Doktrin verstellen lassen will. Er beharrt auf der absoluten Autonomie der Kunst, die sich nicht in den Dienst einer Sache stellen will. Und doch gibt er in einem Interview mit der amerikanischen Zeitschrift \u201eNew York World\u201c zu, zwar kein Prediger sein zu wollen, aber doch der Hoffnung angehangen zu haben, die Welt und den Menschen durch seine Kunst ein wenig besser, ein wenig freundlicher, ein wenig barmherziger machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Damit ist bereits der zentrale Konflikt angesprochen, der das Verh\u00e4ltnis von Naturalismus und Sozialdemokratie belastet: Die Autonomie der Kunst, die ihren eigenen Regeln folgt, ist nicht ohne Weiteres mit einem politischen Programm in Einklang zu bringen. Der 5. Akt der \u201eWeber\u201c zeigt das ganz deutlich, weil er das Agitationspotential des St\u00fccks durch die Reflexion weiterer, widerspr\u00fcchlicher Positionen abschw\u00e4cht. Entsprechend hat denn auch eine sozialistisch-marxistisch orientierte Literaturkritik den 5. Akt abgelehnt, weil er gewisserma\u00dfen die b\u00fcrgerliche Perspektive auf der Inhaltsebene einf\u00fchre \u2013 die Ablehnung des Aufstands \u2013 und die b\u00fcrgerlichen Erwartungen an die Kunst erf\u00fclle durch den effektheischenden Tod des alten Webers, der damit gleichsam zum Opfer der eigenen Kollegen wird. Die politische Inanspruchnahme der Kunst geht immer auf eine Verdeutlichung und Zuspitzung aus, die aus \u00e4sthetischer Sicht als unbefriedigend empfunden werden muss.<\/p>\n<p>Und umgekehrt st\u00f6rt sich die SPD am Naturalismus. 1896 kommt es auf dem Parteitag zur Naturalismusdebatte. Hier werden im Ansatz bereits Argumente aufgef\u00fchrt, die die weitere sozialistische Auseinandersetzung mit dem Naturalismus bestimmen. Abgelehnt wird gerade das naturalistische Menschenbild: zum einen, weil der Gedanke der grunds\u00e4tzlichen Determiniertheit Ver\u00e4nderungen als unm\u00f6glich scheinen l\u00e4sst, zum anderen, weil die Darstellung des Elends mit der Betonung von Schmutz und Verrohung verbunden ist. Die eigentliche Distanz der Naturalisten zur Arbeiterbewegung hat diese genau wahrgenommen. So bleibt es das Verdienst des Naturalismus, die soziale Frage zum Gegenstand der Kunst gemacht zu haben \u2013 auch wenn die naturalistischen Antworten kritisch ausfallen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. &nbsp; Gerhart Hauptmanns sozialkritisches Theaterst\u00fcck \u201eDie Weber\u201c eroberte sich mit einem Knall seinen Platz in der deutschen Literaturgeschichte. Denn das St\u00fcck war bei seiner ersten \u00f6ffentlichen Auff\u00fchrung 1894 im Deutschen Theater in Berlin tats\u00e4chlich etwas Unerh\u00f6rtes: Nicht allein seiner brisanten politischen Thematik wegen, an der die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden denn auch geh\u00f6rig Ansto\u00df nahmen, sondern&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":32556,"menu_order":25,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-125043","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.7 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Modernit\u00e4t des Sozialen - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Modernit\u00e4t des Sozialen - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"I. &nbsp; Gerhart Hauptmanns sozialkritisches Theaterst\u00fcck \u201eDie Weber\u201c eroberte sich mit einem Knall seinen Platz in der deutschen Literaturgeschichte. Denn das St\u00fcck war bei seiner ersten \u00f6ffentlichen Auff\u00fchrung 1894 im Deutschen Theater in Berlin tats\u00e4chlich etwas Unerh\u00f6rtes: Nicht allein seiner brisanten politischen Thematik wegen, an der die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden denn auch geh\u00f6rig Ansto\u00df nahmen, sondern&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2026-06-18T09:40:58+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"872\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"490\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"19 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\\\/\",\"name\":\"Die Modernit\u00e4t des Sozialen - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Geschichte.jpg\",\"datePublished\":\"2026-06-18T09:39:02+00:00\",\"dateModified\":\"2026-06-18T09:40:58+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Geschichte.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Geschichte.jpg\",\"width\":872,\"height\":490},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Die Modernit\u00e4t des Sozialen\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Die Modernit\u00e4t des Sozialen - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Die Modernit\u00e4t des Sozialen - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"I. &nbsp; Gerhart Hauptmanns sozialkritisches Theaterst\u00fcck \u201eDie Weber\u201c eroberte sich mit einem Knall seinen Platz in der deutschen Literaturgeschichte. Denn das St\u00fcck war bei seiner ersten \u00f6ffentlichen Auff\u00fchrung 1894 im Deutschen Theater in Berlin tats\u00e4chlich etwas Unerh\u00f6rtes: Nicht allein seiner brisanten politischen Thematik wegen, an der die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden denn auch geh\u00f6rig Ansto\u00df nahmen, sondern&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2026-06-18T09:40:58+00:00","og_image":[{"width":872,"height":490,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"19 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\/","name":"Die Modernit\u00e4t des Sozialen - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg","datePublished":"2026-06-18T09:39:02+00:00","dateModified":"2026-06-18T09:40:58+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Geschichte.jpg","width":872,"height":490},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/die-modernitaet-des-sozialen-gerhart-hauptmanns-die-weber-und-die-literarische-avantgarde\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Die Modernit\u00e4t des Sozialen"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/125043","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/125043\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":125046,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/125043\/revisions\/125046"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32556"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=125043"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}