{"id":125085,"date":"2026-06-18T14:51:19","date_gmt":"2026-06-18T12:51:19","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=125085"},"modified":"2026-06-18T14:51:27","modified_gmt":"2026-06-18T12:51:27","slug":"vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\/","title":{"rendered":"Vom Theologenstreit zum \u00dcberlebenskampf"},"content":{"rendered":"<p>Der Zusammenprall von Dominikanerorden und fr\u00fcher reformatorischer Bewegung ist f\u00fcr beide Seiten schicksalshaft geworden: Im Jahre 1515 z\u00e4hlten die beiden Dominikanerprovinzen Teutonia und Saxonia 101 Kl\u00f6ster und damit wohl \u00fcber 3000 Dominikaner. Hinzu kamen die Konvente der Dominikanerinnen. Rund 90 Prozent der bestehenden Kl\u00f6ster wurden in den folgenden Jahrzehnten aufgel\u00f6st von protestantischen, teilweise auch von katholischen Obrigkeiten, wie Klaus-Bernward Springer gezeigt hat. Auch der Predigerorden war mit einer Klosterflucht konfrontiert, Martin Bucer etwa war ja urspr\u00fcnglich Dominikaner. Schlie\u00dflich waren ein eklatanter Zusammenbruch des Ordensnachwuchses und damit ein Niedergang der noch existierenden Kl\u00f6ster zu konstatieren. So war das Reformationszeitalter f\u00fcr den Orden zwar nicht t\u00f6dlich, zumal er nat\u00fcrlich auch in Gebieten \u2013 vor allem in Spanien und Italien \u2013 beheimatet war, die wenig mit der Reformation in Ber\u00fchrung kamen. Dennoch sollte er nicht nur in Mitteleuropa \u2013 trotz allm\u00e4hlicher Konsolidierung \u2013 nie mehr die Rolle spielen, die ihm bis 1515 zugekommen war. Gerade jene L\u00e4nder, die sich in der Neuzeit als die dynamischsten erweisen sollten, gingen weitgehend verloren. Der Orden mit seinen innovativen Verfassungs- und Seelsorgsformen setzte nun verst\u00e4rkt auf antireformatorische Abgrenzung und auf Restauration der Pastorationsformen, insbesondere der Bruderschaften. Gerade deren im Barock besonders gepflegten Fr\u00f6mmigkeitsformen machten die Mendikanten in der Aufkl\u00e4rung dann besonders verhasst. F\u00fcr den zweiten gro\u00dfen Sturm der S\u00e4kularisation, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts fast \u00fcberall zum Untergang des Ordens f\u00fchrte, wurden so Fundamente gelegt.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite wurden die Dominikaner aber auch f\u00fcr die fr\u00fche Reformation schicksalhaft, ganz besonders f\u00fcr die Entwicklung Martin Luthers. Dessen Ablassthesen waren ja vor allem gegen die Verk\u00fcndigung eines Dominikaners, Johann Tetzel, gerichtet. An der brandenburgischen Universit\u00e4t in Frankfurt\/Oder stellte Tetzel zusammen mit Konrad Wimpina die ersten Thesen gegen Luther auf. Dabei ist die Ablassverk\u00fcndigung nichts, was dem Dominikanerorden nur \u00e4u\u00dferlich und zuf\u00e4llig zugewachsen w\u00e4re. Im Bem\u00fchen um eine Verchristlichung der Bev\u00f6lkerung kam den Bruderschaften und deren Gnadenprivilegien eine zentrale Funktion in der Seelsorgsstrategie des Ordens zu; hier spielten Abl\u00e4sse eine wichtige Rolle. Tetzel wurde zwar zu Unrecht verd\u00e4chtigt, dass er es war, der Luther in Rom angezeigt habe: f\u00fcr den r\u00f6mischen Prozess spielte aber ein anderer dominikanischer Theologe eine zentrale Rolle, der <em>Magister sacri palatii<\/em> Sylvester Mazzolini aus Prierio, genannt Prierias. Seine Schrift gegen Luther, d\u00fcrfte zumindest inhaltlich die Grundlage f\u00fcr den r\u00f6mischen Prozess gewesen sein. Er verfolgte eine \u00e4hnliche Strategie wie Tetzel, die der katholischen Kontroverstheologie der Zukunft die Richtung vorgab: Die Grundlage des Streits wird auf dem Feld der Ekklesiologie und der kirchlichen Autorit\u00e4ten, besonders der Autorit\u00e4t des streng monarchisch verstandenen Papstamts, gesehen.<\/p>\n<p>Die vielleicht entscheidendste Etappe im Lutherprozess war dann das Verh\u00f6r im Oktober 1518 in Augsburg durch den p\u00e4pstlichen Kardinallegaten Thomas de Vio Cajetan, auch er ein Dominikaner, von 1508 bis 1518 Ordensgeneral, eine bedeutende theologische Autorit\u00e4t, dessen herausragenden Kommentare zu den Werken seines Ordensmitbruders Thomas von Aquin eine Erneuerung des Thomismus begr\u00fcndeten. Bekanntlich entzog sich Luther in Augsburg dem geforderten Widerruf durch Flucht. Im Fr\u00fchsommer des folgenden Jahres disputierte er mit seinem fr\u00fchen bayerischen Gegner, dem Ingolst\u00e4dter Professor Johann Eck, in Leipzig. Umstritten war, welche Universit\u00e4ten als Schiedsrichter in Frage k\u00e4men. Schlie\u00dflich bezogen K\u00f6ln und L\u00f6wen gegen Luther Stellung. In K\u00f6ln wurden nach der Bannandrohungsbulle Schriften Luther verbrannt und es wurde ein antilutherisches Zentrum im Reich. Besonderen Anteil daran hatte der dortige Dominikanerkonvent; nicht weniger als 17 antilutherische Schriftsteller lassen sich im Reformationsjahrhundert bei den K\u00f6lner Dominikanern nachweisen. F\u00fcr die fr\u00fche Festlegung K\u00f6lns war ebenfalls ein Dominikaner von \u00fcberragender Bedeutung, der bereits im Streit gegen Reuchlin und die Humanisten um den Talmud Ber\u00fchmtheit erlangt hatte, Jakob Hoogstraten. Er war nicht nur einer der fr\u00fchesten und produktivsten antilutherischen Schriftsteller im Orden, sondern hat die Haltung von Konvent und Universit\u00e4t im Glaubensstreit fr\u00fch gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Die Begegnung zwischen der fr\u00fchen Reformation und den Dominikanern ist so f\u00fcr beide Seiten schicksalhaft verlaufen. Die Reformation hat den Orden aus vielen St\u00e4dten und der st\u00e4dtischen Religiosit\u00e4t verdr\u00e4ngt, der Orden hat in Luther und seiner Bewegung H\u00e4retiker gesehen, die es zu exkommunizieren galt. Auch in Z\u00fcrich waren es vor allem die Dominikaner, die Zwingli Ketzerei vorwarfen, was zur ersten Disputation im Januar 1523 f\u00fchrte. Eine der ersten reformatorischen Ma\u00dfnahmen des Z\u00fcricher Rats war dann die Vertreibung der Mendikanten. Was in der R\u00fcckschau aber als beinahe unausweichlich erscheint, gilt es im Folgenden historisch zu kl\u00e4ren: Warum war der theologische und fr\u00f6mmigkeitsgeschichtliche Gegensatz tats\u00e4chlich so gro\u00df?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>St\u00e4dtische Religiosit\u00e4t, Verinnerlichung und Verchristlichung: das gemeinsame Fundament<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst muss man sich die tiefgehende Verbindung vor Augen f\u00fchren, die sozial- und fr\u00f6mmigkeitsgeschichtlich zwischen Dominikanern und Reformation existiert. Hintergrund ist die Ausbildung einer spezifisch st\u00e4dtischen Religiosit\u00e4t seit dem Hochmittelalter. Die Kontinuit\u00e4ts- und Verbindungslinien kann man in drei Perspektiven aufzeigen: a) Verinnerlichung und Intellektualisierung des Glaubens; b) Kommunalismus und Verchristlichung der Stadt; c) mendikantische Predigt und christologische Emotionalisierung der Fr\u00f6mmigkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.<\/strong> Die Forschung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, wie die Dominikaner und die anderen Bettelorden auf einem tiefgehenden Prozess der Ver\u00e4nderung von Christentum und Fr\u00f6mmigkeit beruhen und diesen selber wiederum gepr\u00e4gt haben, der sich in den St\u00e4dten vollzogen hat: Christentum war im Fr\u00fchmittelalter beinahe ausschlie\u00dflich die Partizipation am priesterlichen Ritus. Mit der aufkommenden Stadtkultur und den neuen Bildungsm\u00f6glichkeiten nahm das Bed\u00fcrfnis nach Wissen und nach kritischer Pr\u00fcfung dessen zu, was authentische Bu\u00dfe und Jesus-Nachfolge meint. Die Mendikanten mit ihrer Predigt, ihrer Armut, ihren Studien und ihren seelsorgerlichen Methoden ruhten auf dieser Str\u00f6mung und griffen sie auf. Glaube wurde zunehmend eine Sache der Predigt und der theologischen Reflexion, aber auch der Innerlichkeit und der Kontrolle in der Beichte.<br \/>\nHierzu bauten die Dominikaner nicht nur ein differenziertes ordensinternes, in den <em>Studia generalia<\/em> an den Universit\u00e4ten orientiertes Bildungssystem auf, sondern schrieben auch eine Predigt- und Seelsorgsliteratur f\u00fcr den Seelsorgsklerus. St\u00e4dtische Seelsorge wurde durch Experten professionalisiert. Die Stellung, die die schriftgem\u00e4\u00dfe Predigt des Gotteswortes und die ganze Wortverk\u00fcndigung in der reformatorischen Bewegung einnimmt, ruht so auf jenen Fundamenten, die die Bettelorden geschaffen haben. In manchen St\u00e4dten entwickelte sich die reformatorische Liturgie aus den mittelalterlichen Formularen f\u00fcr Predigtgottesdienste; vielfach waren die auf die Predigt zugeschnittenen Bettelordenskirchen die Schaupl\u00e4tze auch des reformatorischen Gottesdienstes.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2.<\/strong> In den St\u00e4dten des Sp\u00e4tmittelalters verstand man sich nicht nur als rechtliches Ganzes, sondern in religi\u00f6ser Hinsicht als <em>Corpus christianum<\/em> im Kleinen. Die B\u00fcrger und Obrigkeiten waren f\u00fcr die Christlichkeit der eigenen Stadt verantwortlich. Eine religi\u00f6se Elite wollte sich entschieden an den Geboten Gottes orientieren; sie verstand sich als Heilsgemeinschaft, als \u201eneues Jerusalem\u201c. Entscheidende Propagatoren und Kristallisationspunkte dieser kommunalen, st\u00e4dtischen Fr\u00f6mmigkeit waren dabei die Bettelordenskirchen als \u201eparaparochiale Zentren\u201c. Dort h\u00f6rte man die Predigt, legte die Beichte ab; man spendete und stiftete dort. Stadtb\u00fcrgerliche Religiosit\u00e4t und Mendikantenorden bedingten sich also. Hier wurde ein wichtiges Fundament geschaffen f\u00fcr die Reformation. Diese war ja nach dem vielzitierten Wort Arthur G. Dickens besonders anfangs ein \u201eurban event\u201c. Bernd M\u00f6ller hat gezeigt, wie sehr \u201eReichsstadt und Reformation\u201c in der Fr\u00fchphase zusammengeh\u00f6rten. So kn\u00fcpfte man letztlich an eine von den Dominikanern und anderen Bettelorden geschaffene Grundlage an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3.<\/strong> Der Dominikanerorden hat sich fr\u00fchzeitig auf den Thomismus als Schulrichtung festgelegt. Hintergrund war, dass in der Konsequenz der Verurteilung des Aristotelismus 1277 in Paris auch der dortige dominikanische Magister Thomas von Aquin als suspekt galt und von anderen Theologen angegriffen wurde. Die Solidarisierungsbewegung im Orden f\u00fchrte dazu, dass man den Unterricht an den dominikanischen Studien an Thomas von Aquin orientieren wollte. Wir wissen heute, dass diese keine sklavische Festlegung in allen Detailfragen bedeutete und es gerade im 14. Jahrhundert noch eine erhebliche Bandbreite von denkerischen Positionen gab. Wichtig ist aber, dass der Orden auch eine mindestens ebenso einflussreiche Fr\u00f6mmigkeitstheologie entwickelte und predigte, f\u00fcr die weiblichen Ordensangeh\u00f6rigen, f\u00fcr die eigenen Mitbr\u00fcder oder f\u00fcr eine christliche Elite von Laien. Diese Fr\u00f6mmigkeitstheologie zielte auf Verinnerlichung und Emotionalisierung, auf eine <em>compassio<\/em> mit Christus, auf die <em>experientia spiritualis<\/em>.<br \/>\nMan sollte den Glauben nicht nur wissen, sondern affektiv nachempfinden. Das deutschsprachige Werk Meister Eckharts kann ja als solche Fr\u00f6mmigkeitstheologie verstanden werden, freilich in seinem Fall auf dem Fundament einer tiefsch\u00fcrfenden spekulativen Universit\u00e4tstheologie und \u2013philosophie. In den zahlreichen Werken einer dominikanischen Fr\u00f6mmigkeitsliteratur wollten die Predigerbr\u00fcder \u2013 nach einem Wort Eckharts \u2013 \u201eLebemeister\u201c sein. Ber\u00fchmt wurden die von Eckhart beeinflussten Heinrich Seuse und Johannes Tauler. F\u00fcr unseren Zusammenhang interessant ist, dass die neuere Lutherforschung, etwa bei Berndt Hamm und Volker Leppin, die Bedeutung von Mystik bzw. Fr\u00f6mmigkeitsliteratur f\u00fcr die Ausbildung der Theologie Martin Luthers betont. Luther transformierte diese zwar; dennoch ist er an die Fr\u00f6mmigkeitsgeschichte des Sp\u00e4tmittelalters zur\u00fcckgebunden. Es waren zwei Autoren, die Luther in den Formierungsjahren tiefgehend beeinflusst haben: Tauler selbst und der anonyme \u201eFrankfurter\u201c, den Luther als \u201eTheologia Deutsch\u201c edierte und ebenfalls Tauler zuschrieb, da er inhaltlich zu Tauler eine gewisse N\u00e4he aufwies. Auch fr\u00f6mmigkeitsgeschichtlich und theologisch sind die Fr\u00fcchte des Dominikanerordens also in die Theologie der Reformation eingegangen.<\/p>\n<p>Wieso haben sich Dominikanerorden und Reformation dann aber bek\u00e4mpft, wenn letztere auch auf einem mendikantischen oder gar dominikanischen Fundament beruhte, wenn es sich um Formen einer st\u00e4dtischen Religiosit\u00e4t und Predigt handelte? Luther wollte eine Reform der Kirche durch eine Reform der Theologie; der Streit zwischen theologischen Schulen stand am Anfang der Reformation. Eine Wittenberger Theologie k\u00e4mpfte gegen den Thomismus. So war die theologische Schulrichtung die eine Quelle des Glaubenskampfes. Die andere ist fr\u00f6mmigkeitsgeschichtlicher Natur: So sehr die st\u00e4dtische Fr\u00f6mmigkeit durch den Orden gepr\u00e4gt wurde, gab es bereits den vorreformatorischen Zweifel und die vorreformatorische Mendikantenkritik. Hier l\u00e4sst sich nun ein fr\u00f6mmigkeitsgeschichtlicher Systembruch ausmachen, durch den die Reformation jene Kritikpunkte und Fragen aufgriff, denen die mendikantische Verk\u00fcndigung ausgesetzt war. Beide Punkte, Theologenstreit und fr\u00f6mmigkeitsgeschichtlicher Systembruch, sollen nun diskutiert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Luther und der dominikanische Thomismus<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Luther selbst hat in der Fr\u00fchphase der Auseinandersetzungen die Angriffe von Tetzel und Prierias als Fragen der theologischen Schulrichtung gesehen. Er selbst verstand sich als \u201egeschworener Doktor der Theologie\u201c, der das Recht und die Pflicht hatte, akademisch f\u00fcr seine Position einzutreten. Dies entsprach dem Selbstverst\u00e4ndnis und den Freir\u00e4umen wie Rechten des mittelalterlichen Magisters, also Professors, der Theologie. Seine Gegner, Tetzel und Prierias, seien Dominikaner, also Thomisten. Er selbst vertrat einen augustinischen Paulinismus, sah sich in der Schulrichtung eines antipelagianischen Augustinismus, der mit der Gnadenlehre des sp\u00e4ten Augustinus jede Form von Verdienst und Tugenderwerb als Heilsvorbereitung des Menschen ablehnte, da der Mensch unter der Erbs\u00fcnde ohne die Gnade Christi in einer un\u00fcberwindlichen egoistischen Selbstbefangenheit und Selbstbez\u00fcglichkeit eingeschlossen sei und sich so niemals am eigenen Schopf aus dem Sumpf der Konkupiszenz ziehen k\u00f6nne. Seine Gegner aber, die Thomisten, vertraten eine konkurrierende Schulrichtung an der sp\u00e4tmittelalterlichen Universit\u00e4t; sie wollten aber aus ihrer Schulmeinung einen Glaubenssatz der Kirche machen und ihn so verketzern. Die Dominikaner w\u00fcrden aber f\u00fcr sich selbst durchaus die Freiheit in Anspruch nehmen, eigene Schulmeinungen zu vertreten. In der Lehre der Unbefleckten Empf\u00e4ngnis Mariens vertraten sie als Thomisten die traditionelle Position, dass die Gottesmutter wie alle Menschen in der Erbs\u00fcnde geboren sei, anders als der franziskanische Skotismus und dann die meisten anderen Orden. Wenn man aber selbst in theologischen Fragen Freiheit beanspruche, m\u00fcsse man diese auch der gnadentheologischen augustinischen Schule zugestehen.<\/p>\n<p>An dieser Stelle ist zu fragen, inwieweit Luther eine authentische Kenntnis des Thomismus hatte. Gepr\u00e4gt von einer Neuscholastik, die relativ ahistorisch Thomas von Aquin zum alleinigen Ma\u00dfstab der mittelalterlichen Theologie machte, glaubte die katholische Lutherforschung des 20. Jahrhunderts, Luther eine eigentliche Thomas-Kenntnis absprechen zu k\u00f6nnen. F\u00fcr Joseph Lortz war das Sp\u00e4tmittelalter durch Verfall gekennzeichnet, der gerade auch in theologischer Hinsicht eingesetzt habe. Die Wahrheit des Thomismus sei vergessen worden und die <em>Via moderna<\/em>, der Nominalismus, in dem Luther erzogen worden sei, sei ein letztlich unkatholisches Verfallsprodukt. So konnte Lortz Luther attestieren, dass dieser in sich einen Katholizismus niederringen musste, der in seinem Kern gar nicht mehr katholisch gewesen sei. So sehr das Bild des Sp\u00e4tmittelalters als Verfall, wie es Lortz einst zeichnete, heute obsolet ist: Die Meinung, dass es die entscheidende Tragik gewesen sei, dass Luther nicht den wahren Thomas habe kennenlernen k\u00f6nnen, wirkte nach: Nicht nur bei Erwin Iserloh, sondern auch im Lebenswerk des gro\u00dfen katholischen Luther- und Thomas-Interpreten und \u00d6kumenikers Otto Hermann Pesch. Auch nach Pesch lag \u00fcber der Frage des Verh\u00e4ltnisses von Luther und der katholischen Theologie die Tragik eines Missverst\u00e4ndnisses. Was beide Seiten unter Glauben verstanden haben, offenbare eine differente Terminologie. Wenn man erkannt habe, dass dasjenige, was Luther unter heilsschaffenden Fiduzialglauben versteht, bei Thomas unter dem Begriff <em>spes<\/em>, Hoffnung, verhandelt worden ist, h\u00e4tte sich das meiste, was in der Rechtfertigungslehre als Gegensatz verstanden wurde, als terminologisches Missverst\u00e4ndnis aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>An dieser Stelle muss man aber hinterfragen, ob Luther tats\u00e4chlich eine so unzureichende Thomas-Kenntnis gehabt hat. Nat\u00fcrlich hat das ganz Mittelalter die V\u00e4ter und gro\u00dfen Theologen eher anhand von Zitaten und Thesensammlungen gekannt, als durch ein Studium der Originalwerke, die in der Erfurter Bibliothek und in Wittenberg freilich vorhanden waren. Der Sentenzenkommentar Biels zitierte ausf\u00fchrlich und meist zutreffend Thomas. Die Forschung hat eindrucksvoll die Intellektualit\u00e4t, Leistungskraft und Pluralit\u00e4t der sp\u00e4tmittelalterlichen Theologie herausgearbeitet und das theologische Werk des Thomas an die Debatten und Fragestellungen seiner Zeitgenossen zur\u00fcckgebunden. Hinzu kommt, dass es sehr viel fraglicher geworden ist, was <em>via moderna<\/em> and <em>Nominalismus<\/em> wirklich hei\u00dfen, besonders f\u00fcr die Theologie, jedenfalls wenn inhaltlich mehr darunter verstanden werden soll als eine gr\u00f6\u00dfere Freiheit gegen\u00fcber der aristotelischen Kategorienschrift und eine neue Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die Funktion der menschlichen Sprache. Anders als die \u00e4ltere Forschung gemeint hat, kann man zudem keine nominalistische Fr\u00fchphase Luthers nachweisen, auch wenn seine akademischen Lehrer mit den Denkformen der <em>via moderna<\/em> vertraut waren.<\/p>\n<p>Luther hat gegen die scholastische Theologie vor allem in den Disputationen der Jahre 1516 bis 1518 Stellung bezogen. Er wusste zu unterscheiden zwischen Biel, Duns Scotus und anderen. Der Fehler des Thomas lag f\u00fcr ihn in der Rezeption der aristotelischen Ontologie, vor allem in der Anthropologie, der Ethik und der S\u00fcnden- und Gnadenlehre. Nach dieser k\u00f6nne der Mensch frei das Gute tun; durch gute Handlungen werde der Mensch selber gut, erwerbe also Tugenden. Diese aristotelische Tugendlehre, die dem Menschen als S\u00fcnder und Begnadigten nicht gerecht werde, war f\u00fcr Luther der Irrtum der scholastischen <em>opiniones<\/em>, der falsche Kern des dominikanischen Thomismus.<\/p>\n<p>Als der Thomist Cajetan ihm mit kirchlicher Autorit\u00e4t entgegen trat, f\u00fchrte dies zum Vertrauensverlust bei Luther, da der Papst sich f\u00fcr eine in seinen Augen irrige Schulmeinung instrumentalisieren lie\u00df. Hier kam ein zweites Schulkennzeichen der Thomisten hinzu, die strenge papalistische, antikonziliaristische Orientierung, die die Mehrheitsmeinung im Dominikanerorden war. Ja, Ulrich Horst hat gezeigt, wie Cajetan das traditionelle Notstandsrecht, das mit der Irrtumsm\u00f6glichkeit einzelner P\u00e4pste noch rechnete, theologisch erstmals zu eliminieren suchte. Schlie\u00dflich kritisierte Cajetan Luthers Lehre von der Glaubensgewissheit. Sie zuzugestehen hie\u00dfe, so Cajetan, eine andere Kirche bauen. So sehr beide Seiten sich missverstanden haben, v\u00f6llig l\u00e4sst sich die Lehre Luthers mit der thomasischen Hoffnungsgewissheit wohl nicht harmonisieren, was umfassend Michael Basse nachgewiesen hat. In vielem ist die Kirchenlehre des jungen Luther aber traditioneller als diejenige Cajetans.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Der fr\u00f6mmigkeitsgeschichtliche Systembruch<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Theologisch entwickelte sich die Reformation also aus einem Streit der theologischen Schulen, von Anfang an zwischen dominikanischen Thomismus und antipelagianischem Augustinismus. Dass ein im Sp\u00e4tmittelalter noch m\u00f6glicher Pluralismus in Exkommunikation und Verketzerung endete, hatte f\u00fcr beide Seiten tragische Folgen. Es d\u00fcrften aber fr\u00f6mmigkeitsgeschichtliche Gr\u00fcnde gewesen sein, die der Reformation halfen, die St\u00e4dte zu erobern, die Dominikaner zu verdr\u00e4ngen und die den Ordensnachwuchs im Predigerorden beinahe versiegen lie\u00dfen. Luther hatte ja 1521 in seinem Urteil \u00fcber die M\u00f6nchsgel\u00fcbde eine in seinen Augen falsche Theologie des M\u00f6nchtums kritisiert, die in diesem ein verdienstliches Werk der \u00dcbergeb\u00fchr oder einen sichereren Heilsweg sah, aber die M\u00f6nchsgel\u00fcbde doch nicht v\u00f6llig abgelehnt; Bernhard von Clairvaux sei ein echter M\u00f6nch gewesen, der das Kreuz mit seinem Herrn teilen wollte. Luther hat somit auch nicht zum Klosteraustritt aufgerufen, diesen nur freigestellt. Dennoch kam es zur Klosterflucht \u2013 auch bei den Dominikanern.<\/p>\n<p>Will man hierf\u00fcr Gr\u00fcnde herausarbeiten, so ist zun\u00e4chst die bereits vor Luther vorhandene Kritik an den Mendikanten zu analysieren. Wigandhandel, Jetzerstreit, Reuchlinstreit: nicht zuletzt die Humanisten \u00fcbten an den Bettelorden und deren scholastischer Gelehrsamkeit Kritik. Auch andere Vorw\u00fcrfe wurden erhoben, mangelnde Gelehrsamkeit, Geldgier, besonders bei Italienern, die nach Deutschland geschickt w\u00fcrden, ein Widerspruch zwischen Predigt und eigener Praxis, die sich den Pflichten und Lasten f\u00fcr das Gemeinwesen entziehen wollte: die Karikatur des feisten, eigenn\u00fctzigen M\u00f6nchs entstand. Zugleich dominierten in den frommen Kreisen der St\u00e4dte die Heilssehnsucht und die Sorge um das eigene Heil. Konnten die Dominikaner dieses Heil garantieren? Standen sie f\u00fcr eine schriftgem\u00e4\u00dfe Predigt? Standen sie f\u00fcr jene Fr\u00f6mmigkeit, die Christus gelehrt hatte und die die Menschen leben sollten?<\/p>\n<p>Die seelsorgliche Praxis der Bettelorden zielte von Anfang auf eine Neuausrichtung der christlichen Bu\u00dfe. In den archaischen fr\u00fchmittelalterlichen Gesellschaften dominierte \u00c4quivalenzdenken des <em>Opus operatum<\/em>. Die b\u00f6se objektive Tat st\u00f6rte die Ordnung und verlangte objektive Wiedergutmachung, etwa eine Bu\u00dfwallfahrt. Entscheidend war das objektive \u00c4quivalent, nicht die innere Gesinnung und auch nicht die priesterliche Lossprechung. Anders bei den neuen Seelsorgsexperten, den Dominikaner und den anderen Mendikantenorden.<\/p>\n<p>Erstmals hatte das IV. Laterankonzil 1215 versucht, die j\u00e4hrliche Beichte allen Christen vorzuschreiben. Von einer fl\u00e4chendeckenden Praxis wird man zun\u00e4chst kaum ausgehen k\u00f6nnen. Die Dominikaner f\u00f6rderten in den St\u00e4dten auch die Verchristlichung der Laien mittels Bruderschaften, f\u00fcr die Abl\u00e4sse und geistliche Privilegien, an denen man Anteil erhalten konnte, zentral waren. Hier lebte das \u00c4quivalenz- und Verdienstdenken des Fr\u00fchmittelalters fort. Ebenso in der Stiftungsfr\u00f6mmigkeit, die materielle Gaben f\u00fcr eine reine gottwohlgef\u00e4llige M\u00f6nchsgemeinschaft gab, um an deren Gebet, der Totenmemoria, Anteil zu bekommen.<\/p>\n<p>Die reformatorische Theologie schlug fr\u00f6mmigkeitsgeschichtlich wie ein Blitz ein in das spirituelle Zentrum der dominikanischen Stadtseelsorge. Sie bedeutete einen \u201eSystembruch\u201c (Berndt Hamm) mit der mendikantischen Fr\u00f6mmigkeit, indem sie dem Laien unmittelbare Heilsgewissheit im Vertrauen auf das Gnadenwort Christi verhie\u00df.<\/p>\n<p>Die dominikanische Predigt spornte mit ihren <em>exempla<\/em> zu guten Werken an; mittels Abl\u00e4ssen und Gebeten sollte eine christliche Elite zum Himmel gef\u00fchrt werden; die alte anthropologische Logik von Gabe und Gegengabe sorgte f\u00fcr die Finanzierung der Mendikantenkl\u00f6ster durch Stiftungen; mit den M\u00f6nchsgel\u00fcbden wurde der schmalere, aber sicherere Weg zum Heil gew\u00e4hlt, da man einem Rat Jesu zu einem Werk der \u00dcbergeb\u00fchr folgte, zu dem man eigentlich gar nicht verpflichtet war. Die reformatorische Predigt zerschlug diese Grundannahmen des dominikanischen M\u00f6nchtums und seiner Praxis der Seelsorge. Sie wirkte als Katalysator f\u00fcr eine bereits vorher vorhandene Kritik an den Mendikanten; feierten sie wirklich den Gottesdienst schriftgem\u00e4\u00df, wenn sie dem Volk den Kelch vorenthielten? Predigten sie schriftgem\u00e4\u00df, wenn sie zu verdienstlichen Werken aufriefen, hinter denen man das finanzielle Eigeninteresse an Spenden und Stiftungen zu entdecken glaubte? Bei allen sichtbaren Kontinuit\u00e4ten der lutherischen Gottesdienstpraxis: Hier lag ein Systembruch; auch dies hie\u00df \u2013 mit Cajetan gesprochen \u2013 eine andere Kirche bauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Conclusion<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Reformation begann als Theologiereform und Streit der theologischen Schulrichtungen. Obwohl Luther seine Theologie nicht speziell gegen den Thomismus richtete, kritisierte er mit dem Aristotelismus in der Theologie doch das Vertrauen auf die eigene Gutheit und die guten Werke. Eine Tragik des Missverstehens liegt zwischen den fr\u00fchen Konfrontationen von Predigerorden und Reformation: Die antihussitische und antikonziliare Zuspitzung, die der dominikanische Thomismus erfahren hatte, sah bei Luther eine H\u00e4resie, wo dieser selbst glaubte, Paulus und Augustinus zu folgen. Jener Orden, der im 13. Jahrhundert der vielleicht innovativste Modernisierer von Verfassung und Seelsorge war, verteidigte nun eine Fr\u00f6mmigkeit, die einst im Zuge von st\u00e4dtischer Verinnerlichung und Verchristlichung entstanden war, nunmehr aber als Relikt einer unbiblischen Praxis der verdienstlichen Werke galt, durch welche die Dominikaner ihre Subsistenz sichern wollten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gab es auch im Dominikanerorden innovative Antworten auf die Reformation, man denke an die deutschen Kirchenlieder Michael Vehes oder an den Katechismus und die Bibel\u00fcbersetzungen des Frankfurter, sp\u00e4ter Mainzer Dominikaners Johann Dietenberger. Der Dominikaner Johannes Fabri stand anfangs dem humanistischen Standpunkt des Erasmus nahe. Mit der Zeit \u00fcberwogen der restaurative R\u00fcckgriff auf den Thomismus, auf die alten Fr\u00f6mmigkeits- und Seelsorgsformen, und der kontroverstheologische Antiprotestantismus. Doch auch f\u00fcr das sich allm\u00e4hlich formierende protestantische Kirchentum bedeutete die Gegnerschaft zum Thomismus eine Verengung und Provinzialisierung, die durch Surrogate nur m\u00fchsam ausgeglichen werden konnte. Dominikaner wie Yves Congar waren im 20. Jahrhundert Bahnbrecher dieser Einsicht. Eine konsequente \u00f6kumenische Orientierung liegt somit im recht verstandenen Eigeninteresse sowohl des Ordens wie der Kirchen der Reformation, an deren Anf\u00e4ngen jeweils einst Innovation und Modernisierung standen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Zusammenprall von Dominikanerorden und fr\u00fcher reformatorischer Bewegung ist f\u00fcr beide Seiten schicksalshaft geworden: Im Jahre 1515 z\u00e4hlten die beiden Dominikanerprovinzen Teutonia und Saxonia 101 Kl\u00f6ster und damit wohl \u00fcber 3000 Dominikaner. Hinzu kamen die Konvente der Dominikanerinnen. Rund 90 Prozent der bestehenden Kl\u00f6ster wurden in den folgenden Jahrzehnten aufgel\u00f6st von protestantischen, teilweise auch von&hellip;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":32561,"menu_order":18,"template":"","meta":{"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"class_list":["post-125085","media-library","type-media-library","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.7 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Vom Theologenstreit zum \u00dcberlebenskampf - Katholische Akademie in Bayern<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_GB\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Vom Theologenstreit zum \u00dcberlebenskampf - Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der Zusammenprall von Dominikanerorden und fr\u00fcher reformatorischer Bewegung ist f\u00fcr beide Seiten schicksalshaft geworden: Im Jahre 1515 z\u00e4hlten die beiden Dominikanerprovinzen Teutonia und Saxonia 101 Kl\u00f6ster und damit wohl \u00fcber 3000 Dominikaner. Hinzu kamen die Konvente der Dominikanerinnen. Rund 90 Prozent der bestehenden Kl\u00f6ster wurden in den folgenden Jahrzehnten aufgel\u00f6st von protestantischen, teilweise auch von&hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Katholische Akademie in Bayern\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2026-06-18T12:51:27+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Theologie_Kirche_Spiritualitaet.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"872\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"490\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Estimated reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"19 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\\\/\",\"name\":\"Vom Theologenstreit zum \u00dcberlebenskampf - Katholische Akademie in Bayern\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Theologie_Kirche_Spiritualitaet.jpg\",\"datePublished\":\"2026-06-18T12:51:19+00:00\",\"dateModified\":\"2026-06-18T12:51:27+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"en-GB\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Theologie_Kirche_Spiritualitaet.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Theologie_Kirche_Spiritualitaet.jpg\",\"width\":872,\"height\":490},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/mediathek-eintrag\\\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Vom Theologenstreit zum \u00dcberlebenskampf\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"description\":\"Kirche braucht Debatte: \u201ekatholisch\u201c mit Blick auf das Ganze \u2013 und \u201eakademisch\u201c im Vertrauen auf die Kraft der Argumente\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"en-GB\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#organization\",\"name\":\"Katholische Akademie in Bayern\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"en-GB\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/Menue-Logo-Home@2x.png\",\"width\":496,\"height\":216,\"caption\":\"Katholische Akademie in Bayern\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kath-akademie-bayern.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/katholische.akademie.bayern\\\/\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Vom Theologenstreit zum \u00dcberlebenskampf - Katholische Akademie in Bayern","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\/","og_locale":"en_GB","og_type":"article","og_title":"Vom Theologenstreit zum \u00dcberlebenskampf - Katholische Akademie in Bayern","og_description":"Der Zusammenprall von Dominikanerorden und fr\u00fcher reformatorischer Bewegung ist f\u00fcr beide Seiten schicksalshaft geworden: Im Jahre 1515 z\u00e4hlten die beiden Dominikanerprovinzen Teutonia und Saxonia 101 Kl\u00f6ster und damit wohl \u00fcber 3000 Dominikaner. Hinzu kamen die Konvente der Dominikanerinnen. Rund 90 Prozent der bestehenden Kl\u00f6ster wurden in den folgenden Jahrzehnten aufgel\u00f6st von protestantischen, teilweise auch von&hellip;","og_url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\/","og_site_name":"Katholische Akademie in Bayern","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/","article_modified_time":"2026-06-18T12:51:27+00:00","og_image":[{"width":872,"height":490,"url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Theologie_Kirche_Spiritualitaet.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Estimated reading time":"19 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\/","name":"Vom Theologenstreit zum \u00dcberlebenskampf - Katholische Akademie in Bayern","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Theologie_Kirche_Spiritualitaet.jpg","datePublished":"2026-06-18T12:51:19+00:00","dateModified":"2026-06-18T12:51:27+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-GB","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\/#primaryimage","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Theologie_Kirche_Spiritualitaet.jpg","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Theologie_Kirche_Spiritualitaet.jpg","width":872,"height":490},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/mediathek-eintrag\/vom-theologenstreit-zum-ueberlebenskampf-die-auseinandersetzung-der-dominikaner-mit-der-reformation\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Vom Theologenstreit zum \u00dcberlebenskampf"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#website","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","name":"Catholic Academy in Bavaria","description":"Church needs debate: \"catholic\" looking at the whole - and \"academic\" trusting in the power of arguments","publisher":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-GB"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#organization","name":"Catholic Academy in Bavaria","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-GB","@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","contentUrl":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/wp-content\/uploads\/Menue-Logo-Home@2x.png","width":496,"height":216,"caption":"Katholische Akademie in Bayern"},"image":{"@id":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/katholische.akademie.bayern\/"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/125085","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library"}],"about":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/media-library"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/125085\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":125090,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media-library\/125085\/revisions\/125090"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32561"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=125085"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}