{"id":127454,"date":"2026-07-09T11:20:26","date_gmt":"2026-07-09T09:20:26","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=127454"},"modified":"2026-07-09T11:20:26","modified_gmt":"2026-07-09T09:20:26","slug":"die-polnisch-deutschen-beziehungen-nach-dem-zweiten-weltkrieg","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/die-polnisch-deutschen-beziehungen-nach-dem-zweiten-weltkrieg\/","title":{"rendered":"Die polnisch-deutschen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg"},"content":{"rendered":"<p>Die deutsch-polnische Vers\u00f6hnung nach dem Zweiten Weltkrieg geh\u00f6rt zu den wichtigsten historischen Prozessen der europ\u00e4ischen Neuzeit. Den Deutschen und Polen gelang es binnen einiger Jahrzehnte eine jahrhundertealte, eskalierende Feindschaft, die inzwischen ein integraler Bestandteil der jeweiligen nationalen Identit\u00e4t zu sein schien, in eine strategische Partnerschaft umzuwandeln. Dies ver\u00e4nderte nicht nur die bilateralen Beziehungen der beiden V\u00f6lker und Staaten, sondern auch ganz Europa, denn ohne die gro\u00dfen Vers\u00f6hnungswerke Deutschlands mit seinen Nachbarn im Westen und Osten w\u00e4re die Integration des Kontinents unm\u00f6glich gewesen. Heute dient die deutsch-polnische Vers\u00f6hnung anderen Nationen, die eine gewaltbelastete Vergangenheit \u00fcberwinden wollen, wie etwa Staaten des ehemaligen Jugoslawiens, als Vorbild und Inspiration.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Die \u201eWelt der Wunder\u201c<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als der polnische Historiker, Publizist und Politiker W\u0142adys\u0142aw Bartoszewski gegen Ende seines langen, bewegten Lebens im Jahre 2013 feststellte, dass die deutsch-polnischen Beziehungen \u201ezur Welt der Wunder\u201c geh\u00f6rten, wusste er, wovon er sprach. Im Jahre 1940 ins Konzentrationslager Auschwitz eingeliefert und wie durch ein Wunder nach mehreren Monaten freigelassen, erlebte er die v\u00f6llige Zerst\u00f6rung seiner Heimatstadt Warschau und das Ermorden der H\u00e4lfte ihrer Einwohner. In den nachfolgenden Jahrzehnten war er Zeuge der Teilung Europas und der deutsch-polnischen Unvers\u00f6hnlichkeit. Dann geh\u00f6rte er jahrzehntelang zu den wichtigsten Br\u00fcckenbauern zwischen den beiden Nationen, was ihm von der deutschen Seite hoch angerechnet wurde. In seiner Ansprache am Tag der Deutschen Einheit im Jahre 2006 sagte er: \u201eAls 18-J\u00e4hriger stand ich am Appellplatz von Auschwitz, und nun habe ich die Ehre (\u2026) als Laureat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, des Br\u00fcckenpreises der Europastadt G\u00f6rlitz\/Zgorzelec, mehrfacher Doktor honoris causa deutscher Universit\u00e4ten und Tr\u00e4ger des Gro\u00dfkreuzes des Bundesverdienstkreuzes, eine Festrede anl\u00e4sslich der Wiedervereinigung Deutschlands zu halten. Und das ist pars pro toto der Ausdruck der geistigen, moralischen und politischen Revolution in den nicht immer leichten Beziehungen zwischen unseren Nationen\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kaum vorstellbare Entfremdung<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahre 1945 waren die deutsch-polnischen Beziehungen am Boden zerst\u00f6rt. Klaus Zernack, einer der bedeutendsten deutschen Osteuropahistoriker, stellte fest, dass die gegenseitige Entfremdung, die die Deutschen und Polen nach dem Zweiten Weltkrieg voneinander trennte, \u201ekaum vorstellbar\u201c und in der Beziehungsgeschichte europ\u00e4ischer Nationen auch \u201ekaum auffindbar\u201c war.<\/p>\n<p>Der unberechtigte Angriff im Jahre 1939, die grausame Kriegf\u00fchrung, die Teilung des eroberten Landes mit der Sowjetunion, dann eine sechsj\u00e4hrige Besatzungsherrschaft, die sich durch die Ausrottung der intellektuellen Eliten, Massenvernichtung der Juden sowie Terrorisierung, Versklavung, Ausbeutung und st\u00e4ndige Dem\u00fctigung der restlichen Bev\u00f6lkerung auszeichnete, war die tragischste Etappe der ganzen Geschichte Polens. Fast sechs Millionen polnischer Staatsb\u00fcrger lie\u00dfen in jenen Jahren ihr Leben, die meisten davon Zivilisten. Nach dem Krieg erfuhren die Polen keine Gerechtigkeit. Sie gerieten in die sowjetische Einflusszone und mussten sich mit einer von Moskau abh\u00e4ngigen Diktatur abfinden. Das Land verlor an die Sowjetunion die H\u00e4lfte seines Vorkriegsterritoriums, als Entsch\u00e4digung erhielt es von den Siegerm\u00e4chten des Zweiten Weltkriegs umfangreiche deutsche Ostgebiete, allerdings unter dem Vorbehalt k\u00fcnftiger \u00c4nderung. Erst 1990 wurde die Grenze an der Nei\u00dfe und Oder endg\u00fcltig best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Im Nachkriegsdeutschland stie\u00df das dramatische Schicksal der \u00f6stlichen Nachbarn auf wenig Interesse, geschweige denn Empathie. Die Deutschen waren mit ihren eigenen Leiden besch\u00e4ftigt. Mit den vielen Toten, Verwundeten und Verschleppten. Mit der Armut und Erdr\u00fcckung nach der totalen Kriegsniederlage und der Teilung des Landes. Und mit dem Verlust vom vierten Teil des Reichsterritoriums im Osten und der dramatischen Flucht und Vertreibung seiner Bev\u00f6lkerung, die im zerst\u00f6rten und verarmten Restdeutschland aufgenommen werden musste. Wenn man im Deutschland der ersten Nachkriegsjahre den \u00f6stlichen Nachbarn schon in den Blick nahm, dann meistens nicht als Opfer deutscher Verbrechen, sondern als Verfolger und Vertreiber der deutschen Landsleute. Die Frage nach der Verantwortung f\u00fcr die Wiedergutmachung des Leids und die Wiederherstellung guter Beziehungen zu Polen wurde kaum gestellt. Stattdessen forderte man die Wiedergutmachung der Vertreibung der Deutschen aus dem Osten und Revision der neuen Grenzlinie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Im Schatten der \u201enegativen Polenpolitik\u201c<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dabei verdr\u00e4ngte man nicht nur die im Zweiten Weltkrieg ver\u00fcbten beispiellosen Massenverbrechen, sondern auch die lange Geschichte der Polenfeindschaft, die den Kriegs- und Besatzungsverbrechen voraus ging und die sie erst verst\u00e4ndlich macht. \u201eHaut doch die Polen, da\u00df sie am Leben verzagen; ich habe alles Mitgef\u00fchl f\u00fcr ihre Lage, aber wir k\u00f6nnen, wenn wir bestehn wollen, nichts andres tun, als sie ausrotten\u201c, schrieb Otto von Bismarck 1861. \u201ePolens Existenz ist unertr\u00e4glich, unvereinbar mit den Lebensbedingungen Deutschlands. Es muss verschwinden und wird verschwinden durch eigene Schw\u00e4che und durch Russland, mit deutscher Hilfe\u201c, pflichtete ihm 61 Jahre sp\u00e4ter der Gr\u00fcnder der Reichswehr, Hans von Seeckt, bei. \u201eDie Reichsregierung wird niemals zulassen, da\u00df der polnische Reststaat irgendein st\u00f6rendes Element werden k\u00f6nnte. Deutschland und Sowjetru\u00dfland werden diese Sanierungsarbeit \u00fcbernehmen\u201c, versicherte Hitler nach dem Angriff auf Polen 1939. Eine Kontinuit\u00e4t einer extrem polenfeindlichen Einstellung ist in diesen Aussagen nicht zu \u00fcbersehen.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Kontinuit\u00e4t wird sichtbar, wenn man sich die Argumente anschaut, die auf der deutschen Seite verwendet wurden, um die jeweiligen Kapitel dieser Polenpolitik zu begr\u00fcnden \u2013 von den Teilungen Polens \u00fcber die Zwangsgermanisierung der Bev\u00f6lkerung im preu\u00dfischen Teilungsgebiet bis hin zu den Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. \u201eDie \u00dcbermacht des deutschen Stammes gegen die meisten slavischen St\u00e4mme \u2026 ist eine Thatsache, die sich jedem unbefangenen Beobachter aufdr\u00e4ngen mu\u00df\u201c, behauptete der liberale Politiker Carl Jordan 1848. \u201eIch stehe jetzt hier als einer von den Eroberern, welche f\u00fcr freie Arbeit und menschliche Kultur einer schw\u00e4cheren Rasse Herrschaft \u00fcber diesen Boden abgenommen haben\u201c, lie\u00df der popul\u00e4re Schriftsteller Gustav Freytag seinen Romanhelden im Jahre 1855 sagen. Polen geh\u00f6re \u201e\u00fcberhaupt nicht zu den kulturellen Nationen. Ein Staatsgebilde, dem jede historische und sittliche Voraussetzung fehlt\u201c, erkl\u00e4rte Hitler 1939. Kein Wunder, dass der Zweite Weltkrieg aus polnischer Perspektive als Fortsetzung und Zuspitzung der bisherigen deutschen Politik betrachtet wurde. Jener Politik, die Klaus Zernack als \u201enegative Polenpolitik\u201c bezeichnete. Ein wichtiges Thema, das in Deutschland eigentlich bis heute nicht wirklich aufgearbeitet wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Instrumentalisierung der Geschichte<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg trennte der Eiserne Vorhang Europa. Der Kalte Krieg beg\u00fcnstigte die Unvers\u00f6hnlichkeit auf beiden Seiten dieses Vorhangs. Und die politische und gesellschaftliche Unfreiheit in Polen und der DDR machte einen ehrlichen Dialog kaum m\u00f6glich. F\u00fcr einen Neuanfang der deutsch-polnischen Beziehungen waren es geradezu katastrophale Bedingungen.<\/p>\n<p>Die polnischen Kommunisten bedienten sich der Traumata der leidgepr\u00fcften Nation und sch\u00fcrten \u00c4ngste vor den Deutschen, um die mehrheitlich antikommunistische und sowjetfeindliche Gesellschaft vom Widerstand abzubringen. \u201eDamit dieses Schwert der germanischen L\u00e4ndergier niemals wieder in die Lage gesetzt werde, Polen zu verletzen oder gar zu zerst\u00f6ren, komme es darauf an, die Freundschaft und das B\u00fcndnis des polnischen Volkes mit den V\u00f6lkern der Sowjetunion allseitig zu entwickeln und zu festigen\u201c, gab der Parteif\u00fchrer W\u0142adys\u0142aw Gomu\u0142ka 1946 zu bedenken. In der jungen Bundesrepublik bediente man sich ebenfalls der dramatischen Geschichte, um eigene Nationalziele zu beg\u00fcnstigen. So begann man offiziell zu behaupten, die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten habe drei Millionen Todesopfer gekostet. Diese Zahl stand zwar in keinem Verh\u00e4ltnis zur Realit\u00e4t, machte es aber m\u00f6glich, die Grenze zwischen den T\u00e4ter- und Opfernationen zu verwischen und die Verluste gegenseitig aufzurechnen. Dies war wegen der noch ausstehenden Friedensverhandlungen und Entscheidungen \u00fcber m\u00f6gliche Restitutionsforderungen und den endg\u00fcltigen Grenzverlauf wichtig. In der DDR brachen die kommunistischen Machthaber mit der Tradition der negativen Polenpolitik und anerkannten die Grenze an der Nei\u00dfe und Oder. Aber sie erschwerten gleichzeitig die gesellschaftlichen Kontakte und weigerten sich, die Verantwortung f\u00fcr die nationalsozialistischen Verbrechen zu \u00fcbernehmen, weil ihr Staat in der Nachfolge der kommunistischen Bewegung stehe, die selber ein Opfer des Nationalsozialismus gewesen sei. Die \u201ezwangsverordnete Freundschaft\u201c zwischen den kommunistischen \u201eBruderstaaten\u201c trug deshalb nur bedingt dazu bei, die Feindschaft zwischen den Menschen zu \u00fcberwinden. \u201eDer fehlende Austausch von Menschen, Ideen und Gedanken bewirkte, dass man aneinander vorbei oder gegeneinander lebte\u201c, schrieb die polnische Historikerin Anna Wolff-Pow\u0119ska.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u201eschwer, eine \u00dcberbr\u00fcckung der Kluft ins Auge zu fassen\u201c<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die Kirchenvertreter fanden keine gemeinsame Sprache. Die Schuld an den Verbrechen w\u00e4hrend der nationalsozialistischen Herrschaft h\u00e4tten ausschlie\u00dflich \u201efr\u00fchere Machthaber\u201c getragen, behauptete Kardinal Clemens von Galen 1945. Nein, das deutsche Volk sei schuldig, denn es sei \u201eseit Jahrhunderten \u2013 nicht erst jetzt \u2013 ein Volk von Verbrechern\u201c, entgegnete unter dem Eindruck der Hekatombe seines Landes der polnische katholische Publizist Jan Dobraczy\u0144ski 1948. Die Vertreibung der Deutschen sei \u201eein Drama, das die Welt seit Jahrhunderten nicht erlebt hat\u201c, schrieben die deutschen Bisch\u00f6fe in einem Hirtenbrief 1948. Nein, sie \u201everlief um ein Vielfaches menschlicher als (\u2026) die Vertreibung von Millionen von Polen und die Jagd auf sie sowie ihr anschlie\u00dfender Einsatz als Zwangsarbeiter in Deutschland\u201c, war in einer katholischen Zeitschrift in Polen 1948 zu lesen. \u201eEs sind Grenzen geschaffen, die wir niemals als gerecht anerkennen k\u00f6nnen, und die unter allen Umst\u00e4nden einer wesentlichen \u00c4nderung bed\u00fcrfen\u201c, hielt der Hildesheimer Bischof Joseph Machens 1947 fest. \u201ePolen kann nicht dazu verurteilt werden, bei der Neugestaltung Europas f\u00fcr die Folgen der Verbrechen anderer zu bezahlen\u201c, gab Kardinal August Hlond 1948 zu bedenken.<\/p>\n<p>An eine m\u00f6gliche Vers\u00f6hnung glaubte wohl niemand. \u201eWir d\u00fcrfen nicht (\u2026) der tr\u00fcgerischen Annahme anheimfallen, dass die Gef\u00fchle der Deutschen den Polen gegen\u00fcber sich irgendwann grunds\u00e4tzlich ver\u00e4ndern werden\u201c, schrieb ein katholischer Publizist in Polen 1946. \u201eEs ist auch schwer, nach all den Gr\u00e4ueln, die Deutsche im Auftrag Hitlers in Polen ver\u00fcbt haben, und den nicht minder schweren Gr\u00e4ueln, die den Deutschen jenseits der Oder-Nei\u00dfe-Linie von Polen angetan worden sind, eine \u00dcberbr\u00fcckung der Kluft ins Auge zu fassen, die diese Verbrechen geschaffen haben\u201c, stellte der deutsche katholische Publizist Paul Roth 1949 fest.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Die ersten Schwalben<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Allm\u00e4hlich waren jedoch erste Ver\u00e4nderungen zu erkennen, und ihre Vorreiter waren vor allem evangelische und katholische Christen. Die stalinistische Verfolgung der Kirche in Polen in der ersten H\u00e4lfte der 1950er Jahre und die mutige Haltung der polnischen Katholiken f\u00fchrten dazu, dass deutsche Katholiken die Kirche in Polen nicht mehr nur im Kontext des Nachkriegsleids der Deutschen sahen, sondern auch im Zusammenhang mit der Verteidigung gemeinsamer christlicher Werte. Kundgebungen und Gebetstreffen f\u00fcr die verfolgte polnische Kirche, die in vielen westdeutschen St\u00e4dten stattfanden, waren die ersten Aktionen deutscher Katholiken, die zur deutsch-polnischen Auss\u00f6hnung beitrugen. Die deutschen Evangelischen begannen sich etwas sp\u00e4ter als die Katholiken f\u00fcr Polen zu interessieren, nutzten jedoch deutlich schneller als diese die M\u00f6glichkeiten der Begegnung und des Dialogs, die sich 1956, nach dem Zusammenbruch des Stalinismus in Polen er\u00f6ffneten. Sie reisten nach Polen und kehrten tief beeindruckt vom Ausma\u00df der deutschen Kriegsverbrechen und dem dadurch verursachten Leid der Polen zur\u00fcck. Unter dem Einfluss dieser Erfahrungen tauchten in der BRD um die Wende der 1950er und 1960er Jahre Stimmen und Initiativen auf, die eine \u00c4nderung der unvers\u00f6hnlichen Haltung gegen\u00fcber Polen forderten.<\/p>\n<p>Im Jahr 1958 wurde in der evangelischen Kirche die \u201eAktion S\u00fchnezeichen\u201c ins Leben gerufen, die sich f\u00fcr Vers\u00f6hnung durch Reue und Wiedergutmachung gegen\u00fcber den Opfern deutscher Verbrechen einsetzen sollte. Der Gr\u00fcnder der Aktion, Lothar Kreyssig, appellierte: \u201eLasst uns mit Polen, Russland und Israel beginnen, denen wir wohl am meisten wehgetan haben\u201c. 1960 erinnerte der damalige katholische Bischof von Berlin und sp\u00e4tere Erzbischof von M\u00fcnchen sowie Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Julius D\u00f6pfner, am liturgischen Gedenktag der Heiligen Hedwig von\u00a0Schlesien an das Ausma\u00df des Leidens der Polen, forderte die Deutschen auf, das Streben nach einer Grenzrevision aufzugeben und rief zur deutsch-polnischen Vers\u00f6hnung auf: \u201eWollen wir nicht \u00fcber das Grab der heiligen Hedwig hinweg uns die H\u00e4nde reichen, um ein festes Band des Friedens neu zu kn\u00fcpfen?\u201c<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter unterzeichnete eine Gruppe evangelischer Intellektueller und Wissenschaftler das\u00a0T\u00fcbinger Memorandum, in dem sie dazu aufriefen, die Grenze an Oder und Nei\u00dfe anzuerkennen.<\/p>\n<p>Diese ersten Appelle f\u00fcr eine \u00c4nderung der Haltung gegen\u00fcber Polen riefen in der deutschen Gesellschaft eher negative Reaktionen hervor. So erhielt beispielsweise\u00a0Bischof D\u00f6pfner nach seiner Predigt sehr viele Briefe, in denen er als nationaler Verr\u00e4ter, der eine \u201e\u00fcble Vergewaltigung der Gerechtigkeit\u201c betreibe, verunglimpft wurde. \u201eIch bin sehr best\u00fcrzt \u00fcber einige Reaktionen auf die Predigt. In unserem Volk steckt noch sehr viel Nationalismus\u201c, notierte D\u00f6pfner besorgt. Dennoch l\u00f6sten diese und andere Initiativen gesellschaftliche Unruhe aus und st\u00e4rkten die Motivation der noch wenigen Kreise, die eine Auss\u00f6hnung mit Polen anstrebten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Die Geschichte nimmt Fahrt auf<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahr 1963 kam es zu einer Reihe von Ereignissen, die zu einem Perspektivwechsel in Deutschland beitrugen und den Grundstein f\u00fcr die Auss\u00f6hnung legten. Der Freundschaftsvertrag zwischen der Bundesrepublik und Frankreich wurde unterzeichnet. Die \u201eErbfeinde\u201c wurden zu Verb\u00fcndeten, Partnern und Freunden. Dies warf unweigerlich Fragen \u00fcber die Zukunft der Beziehungen zu Polen auf. In Frankfurt am Main begann der erste Auschwitz-Prozess, in dem ehemalige Mitglieder des Konzentrationslagerpersonals vor Gericht standen. Zahlreiche Zeugen, darunter ehemalige Lagerinsassen, darunter auch Polen, sagten aus. Zum ersten Mal wurde die deutsche \u00d6ffentlichkeit so eindringlich mit den Schilderungen der Verbrechen und dem Leid der Opfer konfrontiert. Das Buch\u00a0Nachbar Polen\u00a0des Journalisten Hansjakob Stehle erschien und erfreute sich einer enormen Popularit\u00e4t. Es handelte sich um die erste ernsthafte Publikation \u00fcber das Nachkriegspolen, die in der Bundesrepublik erschien. Sie wirkte den weit verbreiteten antipolnischen Vorurteilen entgegen. Und schlie\u00dflich wandten sich polnische und deutsche Bisch\u00f6fe auf Initiative des deutschen Episkopats mit einem gemeinsamen Antrag an den Papst, den polnischen M\u00e4rtyrer von Auschwitz, Maximilian Kolbe, selig zu sprechen. In der Begr\u00fcndung schrieben sie: \u201e[Wir] hoffen, dass durch sein Vorbild und seine F\u00fcrbitte der Gott des Friedens beiden V\u00f6lkern die Gnade einer Vers\u00f6hnung aus innerstem Herzen gew\u00e4hre.\u201c Es war die erste gemeinsame Initiative polnischer und deutscher Bisch\u00f6fe nach dem Krieg und vielleicht sogar in der gesamten Geschichte der deutsch-polnischen Nachbarschaft.<\/p>\n<p>Kurz danach folgten Pilgerfahrten deutscher Katholiken von Pax Christi (1964) und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (1965) nach Polen sowie eine \u00f6kumenische S\u00fchnefahrt der Aktion S\u00fchnezeichen aus der DDR (1965). Die Breitenwirkung dieser auf den ersten Blick eher bescheidenen Initiativen war enorm. In Polen wurden die Pilger \u201emit besch\u00e4mender Herzlichkeit, Br\u00fcderlichkeit und Gastfreundschaft aufgenommen\u201c (Klara Dirks). Ihr Besuch weckte Hoffnung und Dankbarkeit, die sich weit \u00fcber den Kreis der Menschen verbreitete, die den Pilgern tats\u00e4chlich begegneten. Am Ende seien alle gl\u00fccklich gewesen, \u201eda\u00df nach all dem Entsetzlichen, das in den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft geschehen ist, nun \u00fcber den Abgrund hinweg durch Gottes Gnade ein neues Band der Liebe gekn\u00fcpft werden konnte\u201c (Alfons Erb). Viele der deutschen Beteiligten engagierten sich von nun an f\u00fcr die Vers\u00f6hnung und leisteten wichtige Dienste daran.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Bahnbrechende Vers\u00f6hnungsgesten<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>All diese Initiativen bereiteten den Weg f\u00fcr die bahnbrechenden Vers\u00f6hnungsgesten des Jahres 1965. Im Oktober ver\u00f6ffentlichte die Evangelische Kirche in Deutschland ihre Denkschrift Die Lage der Vertriebenen und das Verh\u00e4ltnis des deutschen Volkes zu seinen \u00f6stlichen Nachbarn, sp\u00e4ter vor allem als Ostdenkschrift bezeichnet. Diese \u201ewichtigste politisch-ethischen \u00c4u\u00dferung der Evangelischen Kirche in der Nachkriegszeit\u201c (Richard von Weizs\u00e4cker) unterzog die deutschen Argumente f\u00fcr die Revision der Oder-Nei\u00dfe-Linie einer kritischen Analyse aus dem Blickwinkel des internationalen Rechts, der Theologie und Ethik. Die Konklusion: Der deutsch-polnische Grenzstreit lasse sich in Anlehnung an juristische, theologische oder ethische Argumente nicht l\u00f6sen. Notwendig sei ein Paradigmenwechsel \u2013 nicht mehr nach Wegen einer Grenzrevision suchen, sondern nach den M\u00f6glichkeiten, die Feindschaft zu \u00fcberwinden. Denn unter vers\u00f6hnten Nachbarn w\u00fcrde der Grenzstreit seine Bedeutung verlieren.<\/p>\n<p>Schon fr\u00fcher pl\u00e4dierten vereinzelte deutsche Stimmen f\u00fcr eine grundlegende \u00c4nderung der ostpolitischen Ziele, aber jetzt autorisierte die gesamte evangelische Kirchenleitung diese Forderung und untermauerte dies mit einer stichhaltigen und innovativen Begr\u00fcndung.<\/p>\n<p>Dasselbe Ziel, wenn auch mit anderen Methoden, verfolgte der Brief der katholischen Bisch\u00f6fe Polens an ihre deutschen Amtsbr\u00fcder vom 18. November 1965. In die Geschichte gingen vor allem die Schlussworte dieses Briefs \u201eWir vergeben und bitten um Vergebung\u201c ein, aber nicht nur ihretwegen wird das Schreiben als \u201ewahrscheinlich das wichtigste Nachkriegsdokument in den deutsch-polnischen Beziehungen\u201c bewertet (Klaus Ziemer).<\/p>\n<p>Der Brief beginnt mit einer langen Beschreibung der Geschichte Polens und der deutsch-polnischen Nachbarschaft, von der jahrhundertelang beide Seiten profitierten. Das Ziel, das dahintersteckte: den deutschen Adressaten bewusst machen, dass Polen ein integraler, wertvoller Teil des christlichen Abendlandes sei, und nicht ein Teil des kommunistischen Ostens, wie es die kommunistische Propaganda wollte, oder der fremden, unzivilisierten Welt, wie es das deutsche Vorurteil besagte. Und dass die Feindschaft keineswegs zur DNA der deutsch-polnischen Nachbarschaft geh\u00f6re, sondern erst in der Neuzeit die vorher sehr guten gegenseitigen Beziehungen vergiftete.<\/p>\n<p>Die Autoren des polnischen Briefs verschwiegen keineswegs das schwierige Thema des Zweiten Weltkriegs und seiner Folgen, behandelten es jedoch so, dass in der Konsequenz nicht neue Mauern, sondern Br\u00fccken zueinander entstehen konnten. Sie warben bei den Adressaten um Empathie f\u00fcr die leidgepr\u00fcften Polen, offenbarten aber gleichzeitig ihre Empathie f\u00fcr das schwere Schicksal der deutschen Vertriebenen. Sie versuchten den polnischen Standpunkt in der Grenzfrage verst\u00e4ndlich zu machen, zeigten aber gleichzeitig Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Heimatverbundenheit der deutschen Vertriebenen. Sie rechtfertigten den Anspruch Polens an die ehemaligen deutschen Ostgebiete, erkannten aber gleichzeitig das Recht der Deutschen auf Wiedervereinigung, indem sie den Brief an alle deutschen Bisch\u00f6fe richteten und die Existenz der DDR mit keinem Wort erw\u00e4hnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kirchliches Zur\u00fcckrudern und politischer Durchbruch<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Antwort der deutschen Bisch\u00f6fe war entt\u00e4uschend. Sie ergriffen zwar die ausgestreckte Hand der Polen, zeigten aber keine Bewegung in der Grenzfrage. Damit bewahrten sie zwar den innenkirchlichen Frieden, der bei einem Aufruf zur Anerkennung der Grenze durch Proteste eines Teils der Kirchenmitglieder gef\u00e4hrdet w\u00e4re. Aber gleichzeitig verspielten sie die Chance, zusammen mit der evangelischen Kirche eine einheitliche, christliche Front zugunsten ei-<br \/>\nner Neugestaltung der Beziehung zu Polen zu bilden. Die mit heftiger Kritik eines Teils der Gesellschaft konfrontierte und allein stehende evangelische Kirche ruderte zur\u00fcck und relativierte nur ein Jahr sp\u00e4ter die bahnbrechenden Aussagen der Denkschrift.<\/p>\n<p>Auch in Polen wirkte sich das Auftreten der deutschen Bisch\u00f6fe negativ aus. Unter der Berufung auf die zur\u00fcckhaltende deutsche Antwort konnten die polnischen Kommunisten die katholische Kirchenleitung als nationale Verr\u00e4ter diffamieren, die dem gestrigen Verfolger die Vergebung anboten, ja ihn sogar um Vergebung baten, ohne im Gegenzug irgendetwas f\u00fcr Polen erreicht zu haben. Wie die deutschen Protestanten, machten daher auch die polnischen Katholiken einen R\u00fcckzieher und behaupteten im Jahre 1966, ihr Vergebungsangebot gelte nur den Bu\u00dffertigen, und ihre Bitte um Vergebung sei kaum notwendig gewesen, weil das polnische Volk dem deutschen nichts B\u00f6ses angetan habe.<\/p>\n<p>So erwiesen sich die Ostdenkschrift und der katholische Briefwechsel \u2013 langfristig zweifelsohne die Schl\u00fcsseldokumente des Vers\u00f6hnungsprozessen \u2013 kurzfristig als eine Niederlage. In den n\u00e4chsten Jahren passierte im kirchlichen Raum relativ wenig. Nichtsdestotrotz ebneten die kirchlichen Vers\u00f6hnungsinitiativen den Weg zur neuen Ostpolitik der Bundesregierung, zum historischen Besuch des\u00a0Bundeskanzlers Willy Brandt und seinem Kniefall in Warschau im Jahr\u00a01970 sowie zum Unterzeichnen des deutsch-polnischen Vertrags, der die gegenseitigen Beziehungen normalisierte, unter anderem durch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Friedenszeichen an der Schwelle einer neuen Epoche<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Normalisierung der politischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Polen stellte einen Durchbruch dar, der eine Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und des Kulturaustausches sowie Aufnahme von zahlreichen St\u00e4dtepartnerschaften erm\u00f6glichte. Zwischen der DDR und Polen wurden in den 1970er Jahren endlich visafreie Grenz\u00fcbertritte erlaubt, was zu massiven gesellschaftlichen Kontakten f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Die Kirchen setzten ihre Vers\u00f6hnungsinitiativen fort. Federf\u00fchrend waren dabei neben den Kirchenleitungen kirchliche Organisationen wie Pax Christi, Aktion S\u00fchnezeichen und das neu erschaffene Maximilian-Kolbe-Werk. Gro\u00dfe Bedeutung hatte f\u00fcr die polnische Seite die materielle Unterst\u00fctzung seitens der deutschen Gesellschaft, die insbesondere in den Jahren der Wirtschaftskrise in Polen einen Massencharakter annahm.<\/p>\n<p>Als im November 1989 die Berliner Mauer fiel, hielt sich der Bundeskanzler\u00a0Helmut Kohl gerade in Polen auf, wo er dem ersten nichtkommunistischen Premierminister Tadeusz Mazowiecki seine Unterst\u00fctzung auf dem Weg in die Demokratie bekunden wollte. Direkt nach dem Mauerfall flog Kohl nach Berlin, kehrte dann aber nach Polen zur\u00fcck, um an einem Vers\u00f6hnungsgottesdienst im niederschlesischen Kreisau teilzunehmen. Die beiden Regierungschefs gaben sich dabei das Friedenszeichen und umarmten sich. Dieses Bild ging in die Geschichte ein. Viele meinten, diese Geste an der Schwelle zur Wiedererlangung der Souver\u00e4nit\u00e4t durch Polen und Wiedervereinigung Deutschlands sei eine symbolische Vollendung des Vers\u00f6hnungsprozesses. Dies war jedoch eine irrt\u00fcmliche Annahme.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Das Kapital der Vers\u00f6hnung sch\u00fctzen<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf dem Weg zueinander ist es seit 1989 gelungen, gro\u00dfe Erfolge zu erzielen, aus der Sicht vieler Zeitzeugen wird die eingangs zitierte Rede von der \u201eWelt der Wunder\u201c als keine \u00dcbertreibung erscheinen. Die gestrigen Todfeinde sind heute enge Partner in der NATO und der EU. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Polens und Polen der f\u00fcnftwichtigste Handelspartner Deutschlands. Die gesellschaftlichen Bande sind fest und vielf\u00e4ltig. Die Zusammenarbeit im Bereich der Wissenschaft, Kultur oder \u2013 heute besonders wichtig \u2013 der Sicherheit, ist intensiv. Die Entwicklung seit 1989 zeigt uns aber gleichzeitig, dass Vers\u00f6hnungsprozesse lang und m\u00fchsam sind und eines st\u00e4ndigen Engagements bed\u00fcrfen. \u201eDas Kapital der Vers\u00f6hnung und der Verbundenheit muss gesch\u00fctzt, gest\u00e4rkt und vermehrt werden\u201c \u2013 diesem Appell der Arbeitsgruppe der Polnischen Bischofskonferenz f\u00fcr Kontakte mit der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Jahre 2017 kann nur beigepflichtet werden.<\/p>\n<p>Diejenigen, die glaubten, nach 1989 das Vers\u00f6hnungswerk nicht mehr fortsetzen zu m\u00fcssen und anderen Aufgaben nachgehen zu k\u00f6nnen, erlebten in den letzten Jahrzehnten mehr als eine bittere Entt\u00e4uschung. Wiederholt \u00fcberschatteten Streitereien und Vertrauenskrisen die gute Entwicklung der gegenseitigen Beziehungen, die oft einen gemeinsamen Nenner hatten: die nicht aufgearbeitete Geschichte.<\/p>\n<p>Ob es um das Gedenken an die deutschen Opfer der Vertreibung, die Wiedergutmachung f\u00fcr die polnischen Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen, die Rechte der deutschen Minderheit in Polen und der polnischen Bev\u00f6lkerungsgruppe in Deutschland, oder das Verh\u00e4ltnis zu Amerika oder zu Russland ging \u2013 bei allen diesen Themen spielte die Geschichte eine direkte oder zumindest eine indirekte, aber wichtige Rolle. Deshalb bleibt eine endg\u00fcltige Aufarbeitung der historischen Streitthemen nach wie vor eine dringende und zentrale Aufgabe der deutsch-polnischen Beziehungen. Angesichts der gigantischen Herausforderungen der Zukunft, die unsere volle Aufmerksamkeit und starken Zusammenhalt erfordern werden, m\u00fcssen wir die historischen Baustellen beseitigen. Wenn das gelingt, wird man das deutsch-polnische Wunder mit voller Verantwortung f\u00fcr vollzogen erkl\u00e4ren k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsch-polnische Vers\u00f6hnung nach dem Zweiten Weltkrieg geh\u00f6rt zu den wichtigsten historischen Prozessen der europ\u00e4ischen Neuzeit. Den Deutschen und Polen gelang es binnen einiger Jahrzehnte eine jahrhundertealte, eskalierende Feindschaft, die inzwischen ein integraler Bestandteil der jeweiligen nationalen Identit\u00e4t zu sein schien, in eine strategische Partnerschaft umzuwandeln. 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