{"id":130081,"date":"2026-10-07T09:35:30","date_gmt":"2026-10-07T07:35:30","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?post_type=media-library&#038;p=130081"},"modified":"2026-10-07T09:35:46","modified_gmt":"2026-10-07T07:35:46","slug":"jesus-auf-dem-pruefstand-der-sohn-gottes-als-besatzungskind-ueberlebender-der-kreuzigung-und-gluecklicher-familienvater","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/jesus-auf-dem-pruefstand-der-sohn-gottes-als-besatzungskind-ueberlebender-der-kreuzigung-und-gluecklicher-familienvater\/","title":{"rendered":"Jesus auf dem Pr\u00fcfstand"},"content":{"rendered":"<p class=\"fliess-ERSTER\"><span class=\"Initiale\">A<\/span>llen Unkenrufen zum Trotz herrscht nach wie vor gro\u00dfes Interesse an der Person Jesu. Dass sich dieses Interesse nicht immer in Bahnen bewegt, wie sie vom bibelwissenschaftlichen oder kirchlichen Standpunkt aus w\u00fcnschenswert w\u00e4ren, steht auf einem anderen Blatt. Publikumswirksam werden immer wieder sensationelle Funde pr\u00e4sentiert, verborgene Schriften an das Licht der \u00d6ffentlichkeit geholt und spektakul\u00e4re Dinge aus dem Leben Jesu enth\u00fcllt, die das Christentum in seinen Grundfesten zu ersch\u00fcttern scheinen. Die nachfolgenden Ausf\u00fchrungen widmen sich drei besonders mysterienbehafteten Aspekten der Biografie Jesu, n\u00e4mlich der Spurensuche nach Jesu leiblichem Vater, den Spekulationen um einen Scheintod Jesu am Kreuz und den Mutma\u00dfungen um das geheime Liebesleben Jesu.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Jesus als Besatzungskind<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Allj\u00e4hrlich zur Weihnachtszeit verbreiten Medien mit sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit die sensationelle Nachricht, dass es sich bei Jesus von Nazareth nach neuesten bibelwissenschaftlichen Erkenntnissen um ein Besatzungskind handelte, dessen Vater ein r\u00f6mischer Legion\u00e4r namens Panthera war. In Wirklichkeit geh\u00f6ren derartige Mutma\u00dfungen \u00fcber den Familienhintergrund Jesu bereits in der Antike zum festen Repertoire der Polemik gegen das Christentum. Relativ neu ist lediglich die Behauptung, man k\u00f6nne in Bad Kreuznach sogar den Grabstein von Jesu leiblichem Vater besichtigen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im sp\u00e4ten 2. Jahrhundert verfasste der platonische Philosoph Celsus eine gegen das Christentum gerichtete Abhandlung, die den Titel <span class=\"Minion-Italic\">Die wahre Lehre<\/span> trug. Dieses Werk hat die nach der Konstantinischen Wende einsetzenden christlichen B\u00fcchervernichtungen nicht \u00fcberlebt, ist aber aus der Gegenschrift des Kirchenvaters Origenes zu gro\u00dfen Teilen bekannt, wo umfangreiche Passagen daraus zitiert werden. Bevor Celsus selbst vom Standpunkt der platonischen Philosophie aus mit dem Christentum abrechnete, schickte er seinen Ausf\u00fchrungen j\u00fcdische Kritik an der Person Jesu voraus, die ihm zu Ohren gekommen war. Die Frage nach der Herkunft Jesu stellte dabei einen der Hauptangriffspunkte dar. In diesem Zusammenhang begegnet bei Celsus aus j\u00fcdischem Mund die Behauptung, die Jungfrauengeburt sei von den Christen erdichtet worden. In Wirklichkeit entstamme Jesus einer ehebrecherischen Beziehung. Seine Mutter habe sich mit einem Soldaten namens Panthera eingelassen, woraufhin sie von ihrem Verlobten, dem Zimmermann, versto\u00dfen worden sei und das Kind heimlich zur Welt gebracht habe (Origenes, <span class=\"Minion-Italic\">Contra Celsum<\/span> 1,32).<\/p>\n<p class=\"fliess\">Derartige Vorstellungen d\u00fcrften auch im Hintergrund stehen, wenn Jesus im Talmud an mehreren Stellen den Beinamen Ben Pandera oder Pantera tr\u00e4gt. Die neutestamentlichen Stammb\u00e4ume Jesu, die \u00fcber die m\u00e4nnliche Herkunftslinie laufen, setzen Josef als Vater Jesu voraus (Mt 1,16; Lk 3,23). Im Kontrast dazu soll mit dem Glaubenssatz von der Jungfrauengeburt (Mt 1,18; Lk 1,35) die G\u00f6ttlichkeit Jesu in besonderer Weise herausgestellt werden. In der antiken Umwelt des Neuen Testaments stie\u00df dies auf entschiedene Ablehnung und wurde mit der Legende von der Zeugung Jesu durch einen r\u00f6mischen Soldaten konterkariert. Im 19. Jahrhundert formulierte der T\u00fcbinger Theologe David Friedrich Strau\u00df sarkastisch, dass damit dem christlichen Dogma nur Recht geschehen sei. Eine zu starke Zumutung m\u00fcsse sich auf eine derbe Abweisung gefasst machen, denn auf einen groben Klotz geh\u00f6re nun einmal ein grober Keil. Die Behauptung, Jesus sei in Wirklichkeit das Kind eines gewissen Panthera gewesen, kann also kaum Anspruch auf geschichtliche Zuverl\u00e4ssigkeit erheben. Dennoch hat sie dem fr\u00fchen Christentum hart zugesetzt. Sp\u00e4ter wurde daher der Name Panthera in den Stammbaum Jesu integriert, um der Polemik den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der Kirchenvater Epiphanius von Salamis \u00fcberliefert im 4. Jahrhundert die \u00fcberraschende Nachricht, dass Jesu Gro\u00dfvater Jakob den Beinamen Panthera getragen habe und der heilige Josef daher als \u201ePanthersohn\u201c bezeichnet worden sei. Darin spiegelt sich der Versuch wider, der scheinbar nicht aus der Welt zu schaffenden Betrachtung Jesu als Abk\u00f6mmling des Panthera die Spitze abzubrechen. An Jesu v\u00e4terlicher Herkunftslinie haftete, so lautet die Botschaft der von Epiphanius rezitierten altkirchlichen Tradition, tats\u00e4chlich der Name Panthera, ohne dass sich daraus der R\u00fcckschluss auf die Zeugung Jesu durch einen r\u00f6mischen Soldaten erg\u00e4be.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Einzelne Bibelwissenschaftler nehmen die Ben-Pantera-Tradition allerdings f\u00fcr bare M\u00fcnze. Gerd L\u00fcdemann erkl\u00e4rte 1997 in seinem Buch <span class=\"Minion-Italic\">Jungfrauengeburt?<\/span> Jesus nicht nur zum unehelichen Kind des r\u00f6mischen Besatzungssoldaten Panthera, sondern bereicherte dies zudem um Vergewaltigungstheorien. Die in der patriarchalen Lebenswelt des Neuen Testaments aus dem Rahmen fallende Bezeichnung Jesu als Marias Sohn in Markus 6,3 zeige, dass Josef nicht der Vater sein k\u00f6nne. Da f\u00fcr Maria ein sexuelles Abenteuer kaum wahrscheinlich zu machen sei, dr\u00e4nge sich die Annahme einer Vergewaltigung auf. Der nordamerikanische Religionswissenschaftler James D. Tabor zieht dagegen in seinem 2006 ver\u00f6ffentlichten Buch <span class=\"Minion-Italic\">Die Jesus-Dynastie. Das verborgene Leben von Jesus und seiner Familie und der Ursprung des Christentums<\/span> eher eine frei gew\u00e4hlte Beziehung Marias mit Panthera in Erw\u00e4gung und bringt diesen Panthera zudem mit einem inschriftlich bezeugten Bogensch\u00fctzen der r\u00f6mischen Rhein-Legionen in Verbindung, auf den 1906 bereits der Bibelwissenschaftler Adolf Dei\u00dfmann aufmerksam gemacht hatte. Im Jahr 1859 wurde beim Bau des Bahnhofs Bingerbr\u00fcck der Grabstein eines r\u00f6mischen Soldaten namens Tiberius Julius Abdes Pantera entdeckt, der sich heute im Museum R\u00f6merhalle in Bad Kreuznach befindet. Das Fundst\u00fcck enth\u00e4lt eine nahezu lebensgro\u00dfe Abbildung des Verstorbenen, bei der allerdings der Kopf abgebrochen und verloren gegangen ist. Der unten in den Stein eingemei\u00dfelten Inschrift zufolge stammte Tiberius Julius Abdes Pantera aus der ph\u00f6nizischen Stadt Sidon und hatte vierzig Jahre als Soldat in der ersten Kohorte der Bogensch\u00fctzen gedient, bevor er im Alter von 62 Jahren in Germanien verstarb. Die auf dem Grabstein genannte Bogensch\u00fctzenkohorte war im Jahr 6 n. Chr. von Pal\u00e4stina zun\u00e4chst nach Dalmatien und drei Jahre sp\u00e4ter dann in die N\u00e4he von Bingen verlegt worden. Tabor h\u00e4lt es im Blick auf diesen arch\u00e4ologischen Fund nicht f\u00fcr ausgeschlossen, dass verl\u00e4ssliche Spuren des leiblichen Vaters Jesu an den Rhein f\u00fchren. All diese Spekulationen um eine Zeugung Jesu durch einen r\u00f6mischen Soldaten gehen allerdings an der Wirklichkeit vorbei, wenn es sich bei der Panthera-Tradition erst um eine polemische Reaktion des Judentums auf das christliche Dogma von der Jungfrauengeburt handelt.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Jesus als \u00dcberlebender der Kreuzigung<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Um kaum einen Ausschnitt aus dem Leben Jesu ranken sich derart viele Mythen wie um seinen Tod. Neben den Evangelien bezeugen auch Josephus und Tacitus die Hinrichtung Jesu durch Pontius Pilatus. Mutma\u00dfungen, dass Jesus die Kreuzigung \u00fcberlebt haben k\u00f6nnte, sind aber so alt wie das Christentum selbst. Der schon erw\u00e4hnte platonische Philosoph Celsus verglich das Ostergeschehen mit den Hadesfahrten griechischer Pers\u00f6nlichkeiten wie Orpheus, Zalmolxis oder Pythagoras, die sich f\u00fcr einige Zeit den Augen der Menschen entzogen h\u00e4tten, um dann mit der Behauptung wieder hervorzutreten, sie seien aus dem Totenreich zur\u00fcckgekehrt (Origenes, <span class=\"Minion-Italic\">Contra Celsum<\/span> 2,56). In den neuzeitlichen Spekulationen \u00fcber einen Scheintod Jesu spielt die j\u00fcdische Religionsgemeinschaft der Essener, deren Mitglieder laut Josephus \u00fcber besondere Heilk\u00fcnste verf\u00fcgten, eine zentrale Rolle.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Die These, dass Jesus die Kreuzigung \u00fcberlebte und von Essenern gesund gepflegt wurde, begegnet bereits im 18. Jahrhundert bei dem rationalistischen Theologen Carl Friedrich Bahrdt. Gro\u00dfe Verbreitung fand sie durch den 1849 ans Licht der \u00d6ffentlichkeit getretenen und angeblich auf einen Augenzeugen des Kreuzigungsgeschehens zur\u00fcckgehenden Ess\u00e4erbrief, der aus der ber\u00fchmten Bibliothek von Alexandria stammen soll, sich aber schon nach kurzer Zeit als neuzeitliche F\u00e4lschung erwies. W\u00e4hrend Jesus laut diesem Dokument sechs Monate nach der Kreuzigung an den Sp\u00e4tfolgen der Foltern starb, l\u00e4sst Holger Kersten in seinem Bestseller <span class=\"Minion-Italic\">Jesus lebte in Indien<\/span> von 1983 ihn noch Jahrzehnte des unbeschwerten Lebens in Kaschmir genie\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Kreuzestod und Auferstehung Jesu werden bei Kersten als geschickte Inszenierung ausgegeben, die von langer Hand vorbereitet war. Drahtzieher sollen zwei aus dem Neuen Testament bekannte Personen gewesen sein, n\u00e4mlich der Ratsherr Josef von Arimath\u00e4a (Joh 19,38) und der Pharis\u00e4er Nikodemus (Joh 19,39). Der die Kreuzigung \u00fcberwachende r\u00f6mische Soldat habe ebenfalls zur geheimen Anh\u00e4ngerschaft Jesu geh\u00f6rt und sich an dem konspirativen Unternehmen beteiligt, indem er dem am Kreuz h\u00e4ngenden Jesus einen schmerzstillenden und narkotisierenden Opiumtrank verabreichte. Bei der vorget\u00e4uschten Bestattung Jesu h\u00e4tten Angeh\u00f6rige des Essener-Ordens, dem Jesus fr\u00fcher einmal angeh\u00f6rt und immer noch nahegestanden habe, den bewusstlos vom Kreuz abgenommenen K\u00f6rper in das mit Heilessenzen pr\u00e4parierte Grabtuch gelegt, um ihn im Schutz der Grabh\u00f6hle einer Heilbehandlung zu unterziehen. W\u00e4hrend der Opiumtrank den scheintoten Gekreuzigten tief schlafen lie\u00df, habe die Bandage mit der riesigen Kr\u00e4utermenge die Wundheilung beschleunigt. Bei seinen Erscheinungen nach Ostern soll Jesus versucht haben, den nicht in die Rettungsaktion eingeweihten und daher entsetzten J\u00fcngern mit aller Eindringlichkeit zu beweisen, dass sein K\u00f6rper nach wie vor irdischer Natur sei. Danach habe er sich in den Osten aufgemacht. Vor Damaskus sei Jesus noch dem Apostel Paulus begegnet, bevor ihm auch in der r\u00f6mischen Provinz Syrien der Boden unter den F\u00fc\u00dfen zu hei\u00df wurde und er sich \u00fcber Persien nach Kaschmir absetzte. Dort sei er im Alter von \u00fcber achtzig Jahren gestorben. Als letzte Ruhest\u00e4tte Jesu betrachtet Kersten das in der Altstadt von Srinagar gelegene Grab des Yuz Asaf, bei dem es sich nicht um einen muslimischen Heiligen, sondern um Jesus von Nazareth gehandelt habe. Mit diesen Erw\u00e4gungen folgt Kersten dem mehr als fragw\u00fcrdigen Werk <span class=\"Minion-Italic\">Jesus in India<\/span> von Mirza Ghulam Ahmad von 1899, in dem die Theorie von Jesu Tod in Kaschmirs Metropole Srinagar erstmals entfaltet wird. Ahmad berief sich bei seinem Hirngespinst auf eine Offenbarung, die ihm von Allah zuteilgeworden sei.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Als weiterer Beleg daf\u00fcr, dass Jesus die Kreuzigung \u00fcberlebte, dient Kersten das Grabtuch von Turin, dessen Blutspuren sich einem Lebenden verdankten. Da die Blutflecke auf dem Leinen unwiderlegbarer Beweis daf\u00fcr seien, dass Jesus nach der Kreuzigung noch am Leben war, stelle die Reliquie eine ernsthafte Gefahr f\u00fcr den Fortbestand des christlichen Glaubens dar. Deshalb habe die r\u00f6misch-katholische Kirche 1988 eine Manipulation des Radiocarbontests am Turiner Grabtuch veranlasst, um es als mittelalterliche F\u00e4lschung ausgeben zu k\u00f6nnen. In dem gemeinsam mit Elmar Gruber verfassten pseudowissenschaftlichen Enth\u00fcllungsroman <span class=\"Minion-Italic\">Das Jesus-Komplott<\/span> von 1992 unternimmt Kersten den Versuch, die Machenschaften der \u201eRadiocarbon-Mafia\u201c und der \u201eVatikan-Guerilla\u201c detailliert ans Tageslicht zu bringen. Wissenschaftlich l\u00e4sst sich allerdings nicht nachweisen, dass die Blutflecke im Turiner Grabtuch von einem Lebenden stammen. Selbst wenn die Reliquie echt sein sollte, w\u00fcrde sie also keinen Beweis daf\u00fcr darstellen, dass der darin Eingeh\u00fcllte nur ohnm\u00e4chtig war.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Erg\u00e4nzend beruft sich Kersten auf den Koran, der eine vom biblischen Befund abweichende Schilderung des Todes Jesu bietet. Der Koran kann sich nicht vorstellen, dass Allah seinen Gesandten Jesus den H\u00e4nden der Frevler \u00fcberlie\u00df. Von Pontius Pilatus als dem eigentlich f\u00fcr den Kreuzestod Verantwortlichen ist keine Rede. Den Juden als den frevlerischen Feinden Jesu gelingt es nach der Darstellung des Korans nicht, ihn zu kreuzigen. Vielmehr sei ihnen eine \u00e4hnliche Gestalt erschienen. Diese Aussage ist wohl so gemeint, dass anstelle Jesu eine andere, ihm zum Verwechseln \u00e4hnlich sehende Person am Kreuz starb. Weniger zwingend sind Auslegungstraditionen dieser Koranstelle, denen zufolge die Juden sich lediglich einbildeten, Jesus gekreuzigt zu haben. Das um 1600 auf der Iberischen Halbinsel entstandene Barnabasevangelium, das in muslimischen Kreisen als einzig zuverl\u00e4ssige Quelle f\u00fcr das Leben Jesu gilt und hohes Ansehen genie\u00dft, konkretisiert die vagen und mehrdeutigen Angaben des Korans. W\u00e4hrend Jesus im Barnabasevangelium nach dem letzten Abendmahl direkt in den Himmel entr\u00fcckt wird, erleidet der Verr\u00e4ter Judas an seiner Stelle den Kreuzestod. Dass solche fantasievollen Spekulationen keine historische Evidenz besitzen, versteht sich von selbst. In vergleichbarer Weise hatte bereits im 2. Jahrhundert der christliche Gnostiker Basilides die Behauptung aufgestellt, dass in Wirklichkeit nicht Jesus, sondern Simon von Kyrene ans Kreuz gegangen sei.<\/p>\n<p class=\"fliess\">In j\u00fcngerer Vergangenheit sorgte der Geschichtsprofessor Johannes Fried mit seinem binnen k\u00fcrzester Zeit in drei Auflagen erschienenen Buch <span class=\"Minion-Italic\">Kein Tod auf Golgatha<\/span> (2019) f\u00fcr Aufsehen. Wie der Untertitel des Werkes besagt, macht sich der Autor auf die Suche nach dem \u00fcberlebenden Jesus. Zur biblischen Schl\u00fcsselstelle wird dabei Joh 19,34. Die dortige Nachricht, dass einer der r\u00f6mischen Soldaten seine Lanze in den K\u00f6rper des am Kreuz h\u00e4ngenden Jesus stie\u00df, woraufhin sogleich Blut und Wasser aus der Stichwunde herausflossen, sei medizinisch zu lesen. Der Soldat habe den Pleura-Spalt getroffen, der zwischen Rippenfell und Lungenfell liegt, und dem Gekreuzigten damit das Leben gerettet, da durch den Lanzenstich das dort aufgestaute Serum abflie\u00dfen konnte. Fried bietet wie alle Vertreter der Scheintodtheorie ein reines Hypothesenkonstrukt ohne jede Beweiskraft.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Jesus als gl\u00fccklicher Familienvater<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Einen besonderen Reiz \u00fcbt auf viele Menschen der Versuch aus, das geheime Liebesleben Jesu zu ergr\u00fcnden. Die vier biblischen Evangelien zeigen, dass Maria Magdalena eine zentrale Rolle in der Jesusbewegung spielte. Den Stoff f\u00fcr Spekulationen \u00fcber eine Liebesbeziehung liefert aber erst das Philippusevangelium aus Nag Hammadi. Es handelt sich um die koptische \u00dcbersetzung eines verlorengegangenen griechischen Originals, das vermutlich Ende des 2. Jahrhunderts in Kreisen des Gnostikers Valentinus verfasst wurde. Dort hei\u00dft es: \u201eDrei Frauen hatten st\u00e4ndigen Umgang mit dem Herrn: seine Mutter Maria, seine Schwester und Magdalena, die seine Gef\u00e4hrtin genannt wird\u201c (EvPhil 32). Zudem ist davon die Rede, dass der Heiland Maria Magdalena mehr als alle J\u00fcnger liebte und sie oftmals auf ihren Mund k\u00fcsste (EvPhil 55). Dies dient Dan Brown in seinem <span class=\"Minion-Italic\">Da-Vinci-Code<\/span> als hinreichender Beweis f\u00fcr eine Ehe Jesu mit Maria Magdalena und eine gemeinsame Tochter namens Sarah. Allerdings ist der im Philippusevangelium gew\u00e4hlte Begriff f\u00fcr Gef\u00e4hrtin nicht gleichbedeutend mit Ehefrau oder Geliebte. Zudem ist der Kuss im Philippusevangelium kein erotischer Akt oder gar ein versteckter Hinweis auf Geschlechtsverkehr, sondern ein Gestus, der die spirituelle Befruchtung symbolisiert und mit dem die Gnostiker sich gegenseitig ihrer innigen geistlichen Gemeinschaft versichern. Zudem geh\u00f6rt das Philippusevangelium keineswegs zu den fr\u00fchesten Dokumenten des Christentums, sondern ist deutlich j\u00fcnger als die zwischen 50 und 110 entstandenen neutestamentlichen Schriften. Neue Evidenz f\u00fcr das Liebesgl\u00fcck Jesu versuchte Karen King, Historikerin an der Harvard University, zu erbringen. Sie sorgte 2012 f\u00fcr Furore, als sie ein angeblich aus dem 4. Jahrhundert stammendes gnostisches Papyrus-Fragment vorstellte, in dem Jesus von seiner Frau spricht. Das Objekt machte schnell als \u201eThe Gospel of Jesus\u2019 Wife-Papyrus\u201c die Runde, ist aber inzwischen als F\u00e4lschung entlarvt. Der katholische Theologe Bernhard Lang sprach 2017 in einem Bericht der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung ganz treffend davon, dass es sich um<br \/>\n\u201eMrs. Jesus made in the USA\u201c handele.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Neben Texten aus dem Bereich der Gnosis dienen die Schriftrollen von Qumran immer wieder als Ausgangspunkt daf\u00fcr, gro\u00dfen Jesusgeheimnissen auf die Spur zu kommen. Ein anschauliches Beispiel f\u00fcr wildeste Spekulationen bietet die Australierin Barbara Thiering, deren 1992 ver\u00f6ffentlichtes Werk <span class=\"Minion-Italic\">Jesus the Man<\/span> im Jahr darauf unter dem Titel <span class=\"Minion-Italic\">Jesus von Qumran. Sein Leben \u2013 neu geschrieben<\/span> auf Deutsch erschien. Das Buch ist ein beeindruckendes Produkt bl\u00fchender Fantasie, das allerdings den Anspruch erhebt, die geschichtliche Wahrheit \u00fcber Jesus zu enth\u00fcllen. Die Autorin will glaubhaft machen, dass Jesus sich hinter zwei geheimnisumwitterten Gestalten der Qumranschriften, n\u00e4mlich dem L\u00fcgenmann und dem Frevelpriester, verbirgt. Um das abenteuerliche Leben des \u201eJesus von Qumran\u201c l\u00fcckenlos dokumentieren zu k\u00f6nnen, bedarf es laut Thiering einer Dechiffrierung der neutestamentlichen Schriften, die eine Unmenge versteckter Informationen enthielten. Das Ergebnis liest sich wie ein Abenteuerroman. Jesus sei unweit von Qumran geboren und mit zw\u00f6lf Jahren als Novize in den Essener-Orden aufgenommen worden, der zu jener Zeit unter der Leitung von Johannes dem T\u00e4ufer gestanden habe. Sp\u00e4ter habe Jesus mit priesterlichen Anspr\u00fcchen Johannes dem T\u00e4ufer die Leitung der Gemeinschaft streitig gemacht. Dieser Konflikt spiegle sich in den Qumranschriften in der versteckten Bezeichnung Jesu als L\u00fcgenmann und Frevelpriester wider. Im September des Jahres 30 habe Jesus Maria Magdalena geehelicht, da er als Nachkomme Davids dazu verpflichtet gewesen sei, f\u00fcr einen m\u00e4nnlichen Thronfolger zu sorgen. Wenige Jahre nach der Heirat habe sich Jesus auf die Seite der Zeloten geschlagen, die gegen die R\u00f6mer Krieg f\u00fchrten, und sei auf einem Maultier in Qumran eingezogen (Mk 11,1-11), das im Neuen Testament unter dem Decknamen Jerusalem begegne. Weil sich Jesu Erwartung eines Eingreifens Gottes nicht erf\u00fcllt habe, sei er von Judas Iskariot aus Entt\u00e4uschung an die R\u00f6mer verraten worden. Pontius Pilatus habe sich nach Qumran begeben, um Jesus dort zum Tode zu verurteilen und au\u00dferhalb der Siedlung kreuzigen zu lassen. Allerdings sei es Jesu Anh\u00e4ngern gelungen, ihn durch einen Gifttrank in Bewusstlosigkeit zu versetzen und vom Kreuz abzunehmen, um ihn in den H\u00f6hlen von Qumran durch Heilkr\u00e4uter wieder gesund zu pflegen. Maria Magdalena sei zu jener Zeit mit einer Tochter schwanger gewesen. Nach der \u00fcberstandenen Kreuzigung habe Jesus mit ihr auch noch einen Sohn namens Jesus Justus gezeugt, den Paulus sp\u00e4ter im Kolosserbrief erw\u00e4hne (Kol 4,11). Im Jahr 44 sei es aber zu einer Ehekrise gekommen und Maria Magdalena habe die Scheidung eingereicht. Daraufhin habe Jesus, der nun Paulus auf seinen Missionsreisen begleitete, in Philippi in zweiter Ehe die Purpurh\u00e4ndlerin Lydia geheiratet. \u00dcber das Ende Jesu, der ein Alter von etwa siebzig Jahren erreicht habe, wisse man nichts Genaues. Er sei am ehesten in Rom bald nach den Christenverfolgungen Neros an Altersschw\u00e4che gestorben. Ebenso gut k\u00f6nne er aber auch den Lebensabend mit seiner Familie in S\u00fcdfrankreich auf dem Landgut des Herodes Antipas verbracht haben und dort verschieden sein.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Von den Medien wurden die wilden Spekulationen um Jesus aus Qumran begeistert aufgenommen. In der Fachwelt rief das mit wissenschaftlichem Anspruch daherkommende Fantasiegebilde nur ungl\u00e4ubiges Kopfsch\u00fctteln hervor. Die Art und Weise, wie Barbara Thiering den Qumranschriften und den neutestamentlichen Texten ihre scheinbaren Geheimnisse entlockt, ist methodisch indiskutabel. Die Spekulationen \u00fcber den nur scheinbaren Kreuzestod und \u00fcber die beiden Ehen Jesu sind uneingeschr\u00e4nkt aus der Luft gegriffen. Weder Jesus noch Johannes der T\u00e4ufer oder andere Gestalten des Urchristentums standen in irgendeiner erkennbaren Beziehung zu der Gemeinschaft von Qumran.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Wenn es keine literarischen Belege f\u00fcr das Liebesgl\u00fcck Jesu gibt, l\u00e4sst es sich dann vielleicht durch arch\u00e4ologische Relikte nachweisen? Ende Februar 2007 wurde auf einer Pressekonferenz in New York die sensationelle Nachricht von der Entdeckung eines Kammergrabes in Jerusalem verbreitet, das Jesus, Maria Magdalena, einem gemeinsamen Kind namens Jehuda und weiteren Mitgliedern der heiligen Familie als letzte Ruhest\u00e4tte gedient haben soll. Gleichzeitig pr\u00e4sentierte man dem staunenden Publikum in einer beeindruckenden dramaturgischen Inszenierung die angeblichen Sarkophage von Jesus und Maria Magdalena. Vorgestellt wurde diese Sensation von dem weltbekannten Regisseur James Cameron und dem renommierten Dokumentarfilmer Simcha Jacobovici. Mit ihnen sa\u00dfen der bereits erw\u00e4hnte James D. Tabor und der israelische Arch\u00e4ologe Shimon Gibson auf dem Podium. Im Hintergrund dieser spektakul\u00e4ren Enth\u00fcllung, die ein gewaltiges Medienecho ausl\u00f6ste, stand eine zu jenem Zeitpunkt mehr als ein Vierteljahrhundert zur\u00fcckliegende arch\u00e4ologische Entdeckung in Jerusalem, der man bis dahin keine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung beigemessen hatte.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Im M\u00e4rz 1980 kam im Jerusalemer Vorort Talpiot bei Tiefbauarbeiten f\u00fcr einen Wohnkomplex eine Grabh\u00f6hle mit Ossuaren aus dem 1. Jahrhundert ans Tageslicht. In Jerusalem war es um die Zeitenwende \u00fcblich, verstorbene Personen nach Ende des Verwesungsprozesses umzubetten und ein zweites Mal zu bestatten. Unmittelbar nach Eintreten des Todes wurde der Leichnam gesalbt, in T\u00fccher geh\u00fcllt und in einer Grabkammer auf einer Bank beigesetzt. Nach ungef\u00e4hr einem Jahr, wenn der Verwesungsprozess zum Abschluss gekommen war, sammelte man die Knochen ein und legte sie in einen kleinen Kalksteinsarg, ein Ossuar, in dem sie in einer Nische der Grabkammer ihre letzte Ruhest\u00e4tte fanden. Sechs der zehn Steins\u00e4rge aus dem Grab von Talpiot tragen Inschriften mit den Namen der Personen, deren Gebeine darin bestattet wurden. Dazu z\u00e4hlen ein Jeschua bar Josef, eine auch Mara genannte Mariamene, ein Jehuda bar Jeschua, eine Marja und ein Jose. Als Jacobovici die Objekte 2003 in Augenschein nahm, war er sofort davon \u00fcberzeugt, dass es sich bei der Grabh\u00f6hle von Talpiot um das Familiengrab Jesu gehandelt haben m\u00fcsse, in dem dieser mit Mariamene alias Maria Magdalena, dem gemeinsamen Sohn Jehuda, seiner Mutter Maria und seinem Bruder Jose (Mk 6,3) beigesetzt worden sei. Der f\u00fcr den <span class=\"Minion-Italic\">Discovery Channel<\/span> produzierte Dokumentarfilm <span class=\"Minion-Italic\">The Burial Cave of Jesus<\/span> von Cameron und Jacobovici flimmerte Ostern 2007 weltweit \u00fcber die Bildschirme. Erg\u00e4nzend brachte Jacobovici gemeinsam mit Charles Pellegrino das Buch <span class=\"Minion-Italic\">The Jesus Family Tomb<\/span> auf den Markt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Bei genauerer Betrachtung zeigen sich deutliche Risse im idyllischen Bild vom Familiengl\u00fcck Jesu, wie es von der Grabh\u00f6hle in Talpiot angeblich widergespiegelt wird. Das Jeschua-Ossuar weist im Gegensatz zu den Ossuaren der Mariamene und des Jehuda keinerlei Verzierungen auf und hat eine nur hingekritzelte Inschrift. Es ist kaum anzunehmen, dass ausgerechnet das Ossuar des Jesus von Nazareth derart nachl\u00e4ssig und lieblos gestaltet worden w\u00e4re. Auch daf\u00fcr, dass Maria Magdalena zu ihren Lebzeiten als Mara oder Mariamene bezeichnet wurde, fehlen Belege. Die Namen auf den S\u00e4rgen von Talpiot waren im Judentum der Zeit Jesu derart weit verbreitet, dass sie keinen zwingenden R\u00fcckschluss auf die Familie Jesu erlauben. Daran w\u00fcrde sich auch nichts \u00e4ndern, wenn das ohne Herkunftsnachweis illegal auf den Markt gebrachte Jakobus-Ossuar ebenso aus dem Grab von Talpiot stammen sollte, wof\u00fcr es aber keinerlei Beweis gibt.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Nach dem \u00fcberw\u00e4ltigenden kommerziellen Erfolg des Mythos vom angeblichen Familiengrab Jesu war Simcha Jacobovici offenkundig auf den Geschmack gekommen und pr\u00e4sentierte den staunenden Augen der \u00d6ffentlichkeit wenige Jahre sp\u00e4ter die n\u00e4chste gro\u00dfe Jesussensation. Gemeinsam mit Barrie Wilson versuchte er 2014 in dem Buch <span class=\"Minion-Italic\">The Lost Gospel<\/span> den um die Zeitenwende entstandenen j\u00fcdischen Liebesroman <span class=\"Minion-Italic\">Josef und Aseneth<\/span> als Dokument zu enttarnen, das in verschl\u00fcsselter Form die Liebesgeschichte von Jesus und Maria Magdalena erz\u00e4hle. Die \u00c4gypterin Aseneth ist aus Gen 41,45 als Ehefrau des biblischen Erzvaters Josef bekannt. In dem Roman <span class=\"Minion-Italic\">Josef und Aseneth<\/span> wird geschildert, wie die \u00e4gyptische Priestertochter Aseneth in Liebe zu Josef entbrennt, dieser sich aber weigert, eine unreine Heidin zu k\u00fcssen. Erst als Aseneth die Bildnisse der \u00e4gyptischen Gottheiten zerst\u00f6rt, sich zur j\u00fcdischen Lebensweise bekehrt und von einem Engel Gottes Vergebung f\u00fcr ihr vorheriges Tun erf\u00e4hrt, steht der Hochzeit nichts mehr im Wege und bald gehen aus der Ehe zwei S\u00f6hne hervor. Der Versuch von Jacobovici und Wilson, diese Schrift als in Wirklichkeit von Maria Magdalena und Jesus handelndes Evangelium plausibel zu machen, ist komplett an den Haaren herbeigezogen und auf ganzer Linie gescheitert.<\/p>\n<h3 class=\"ZWISCHEN\">Conclusion<\/h3>\n<p class=\"fliess-ohne-EZG\">Am Ende unseres Streifzuges durch die Welt der Jesusmythen steht ein ern\u00fcchterndes Fazit. F\u00fcr keinen der drei geheimnisumwitterten Bereiche aus dem Leben Jesu, die unter die Lupe genommen wurden, stehen die sensationellen Enth\u00fcllungen auf einem tragf\u00e4higen Fundament.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Dass der r\u00f6mische Soldat Panthera der leibliche Vater Jesu war, ist zwar bereits im 2. Jahrhundert bezeugt und theoretisch denkbar. Wahrscheinlich handelt es sich bei dieser \u00dcberlieferung aber um einen polemischen Gegenentwurf zum christlichen Dogma der Jungfrauengeburt. Wenn man die Zeugung Jesu durch den Heiligen Geist nicht als geschichtliche Tatsache, sondern als Glaubensaussage betrachtet, spricht alles f\u00fcr Josef als den leiblichen Vater Jesu.<\/p>\n<p class=\"fliess\">S\u00e4mtliche Spekulationen \u00fcber einen Scheintod Jesu am Kreuz bleiben ohne beweiskr\u00e4ftigen Anhalt. Mutma\u00dfungen, dass der Lanzenstich des r\u00f6mischen Soldaten eine lebensrettende Ma\u00dfnahme war, Jesus als nur Ohnm\u00e4chtiger die Kreuzigung \u00fcberlebte, von Essenern gesund gepflegt wurde und als alter Mann in Kaschmir, Rom oder S\u00fcdfrankreich verstarb, sind reine Fantasiegebilde.<\/p>\n<p class=\"fliess\">Eine Ehe Jesu mit Maria Magdalena samt gemeinsamen Kindern ist nicht auszuschlie\u00dfen und w\u00e4re f\u00fcr einen j\u00fcdischen Rabbi alles andere als ungew\u00f6hnlich. Wenn man das Dogma ernstnimmt, dass Jesus Christus nicht nur wahrer Gott, sondern auch wahrer Mensch war, w\u00fcrde mit Jesus als verheiratetem Familienvater f\u00fcr das Christentum nicht die Welt zusammenbrechen. Allerdings l\u00e4sst sich ein derartiges Familiengl\u00fcck Jesu weder aus arch\u00e4ologischen Relikten wie den in Talpiot gefundenen Steins\u00e4rgen noch aus literarischen Quellen wie den Qumranschriften, dem gnostischen Philippusevangelium oder dem j\u00fcdischen Liebesroman <span class=\"Minion-Italic\">Josef und Aseneth<\/span> belegen. Das R\u00e4tsel des geheimen Liebeslebens Jesu ist nach wie vor ungel\u00f6st und es bleibt weiterhin viel Raum f\u00fcr Spekulationen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allen Unkenrufen zum Trotz herrscht nach wie vor gro\u00dfes Interesse an der Person Jesu. 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