{"id":32056,"date":"2023-07-17T14:32:07","date_gmt":"2023-07-17T12:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=putin-der-krieg-und-die-kirchen"},"modified":"2024-12-09T14:21:17","modified_gmt":"2024-12-09T13:21:17","slug":"putin-der-krieg-und-die-kirchen-zur-religioesen-dimension-des-angriffs-auf-die-ukraine","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/putin-der-krieg-und-die-kirchen-zur-religioesen-dimension-des-angriffs-auf-die-ukraine\/","title":{"rendered":"Putin, the war and the churches"},"content":{"rendered":"<p>Lassen Sie mich den Vortrag mit einem Zitat aus einer Rede Pr\u00e4sident Putins beginnen: \u201eIch betone nochmals: Die Ukraine ist f\u00fcr uns nicht einfach ein Nachbarland. Sie ist integraler Bestandteil unserer eigenen Geschichte, unserer Kultur, unseres geistigen Raums. Es geht um unsere Leute, um Menschen, die uns nahestehen, unter ihnen sind nicht nur Kollegen, Freunde, Menschen, mit denen wir gemeinsam gedient haben, sondern auch Verwandte, wir sind mit Ihnen \u00fcber Bluts- und Familienbande verwoben. Seit jeher nannten sich die Bewohner der s\u00fcd\u00f6stlichen, historischen altrussischen Lande Russen und Orthodoxe. So war es vor dem 17. Jahrhundert, als sich ein Teil dieser Gebiete wieder mit dem Russl\u00e4ndischen Staat vereinte, und so blieb es danach. [&#8230;] Auch die Abrechnung mit der\u00a0ukrainisch-orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats\u00a0geht weiter. Das ist keine emotionale Bewertung, davon zeugen konkrete Beschl\u00fcsse und Dokumente. Die ukrainischen Machthaber haben die Trag\u00f6die der Kirchenspaltung in zynischer Weise zu einem Instrument staatlicher Politik gemacht. Die Bitten von B\u00fcrgern der Ukraine, die Gesetze zur\u00fcckzunehmen, welche die Rechte der Gl\u00e4ubigen verletzen, werden von der F\u00fchrung des Landes ignoriert. Mehr noch, in der\u00a0Verchovna Rada\u00a0(dem ukrainischen Parlament) liegen bereits neue Gesetzesvorhaben, die sich gegen den Klerus und die Millionen von Gl\u00e4ubigen der Ukrainischen Orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchat richten.\u201c\u00a0(https:\/\/zeitschrift-osteuropa.de\/blog\/putin-rede-21.2.2022).<\/p>\n<p>In den letzten Jahren haben sich der russische Pr\u00e4sident sowie etliche Vertreter seiner Regierung mehrmals sowohl \u00fcber die vermeintliche Einheit der russischen Welt, als auch \u00fcber die angebliche Diskriminierung der mit dem Moskauer Patriarchat damals noch klar verbundenen Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) ge\u00e4u\u00dfert. Die Rede Wladimir Putins an die Nation, die ich am Anfang zitiert habe, geh\u00f6rte allerdings nicht zu den \u00fcblichen Ansprachen. Der m\u00e4chtige Mann im Kreml wollte diesmal die Gr\u00fcnde zusammenfassen, die seiner Ansicht nach eine milit\u00e4rische Intervention in der Ukraine rechtfertigen.<\/p>\n<p>In seiner langen Rede entwarf er sogar einen kulturgeschichtlichen Rahmen, um seinen Krieg theoretisch zu untermauern. D\u00fcrfen aber ein durchaus fragw\u00fcrdiges Narrativ von der Einheit zwischen Russen und Ukrainern sowie die vermeintliche Sorge um Religionsfreiheit als Rechtfertigung einer m\u00f6rderischen Aggression dienen? Inwieweit erkennt man in den Worten Putins Ansichten und Sorgen der russischen Orthodoxie? Inwieweit wird diese Kirche von einem Diktator instrumentalisiert oder vielmehr, inwieweit l\u00e4sst sie sich selber vom Kreml instrumentalisieren?<\/p>\n<p>Sowohl die oben zitierte Rede Putins als auch sp\u00e4tere Entwicklungen machen deutlich, dass man die Religion im Allgemeinen und die orthodoxe Kirche im Besonderen im Gesamtkontext des Krieges nicht \u00fcbersehen darf. Ostkirchliche Narrativen und Spannungen stellen zwar keinesfalls den einzigen Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis des Konflikts dar; sie tragen allerdings zur differenzierten Wahrnehmung des ukrainisches Kriegsdramas und seiner Hintergr\u00fcnde bei.<\/p>\n<h3>Die religi\u00f6se Landschaft der Ukraine<\/h3>\n<p>Um die 70 Prozent der Ukrainer geh\u00f6ren dem orthodoxen Christentum an, das grunds\u00e4tzlich in zwei Kirchen gelebt wird. Es gibt die unabh\u00e4ngige, in der Sprache der Orthodoxie\u00a0autokephale, Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU). Ihr Oberhaupt ist Metropolit Epiphanij Dumenko. Diese Kirche steht Russland und der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) \u00e4u\u00dferst kritisch gegen\u00fcber und betont die Eigenst\u00e4ndigkeit der ukrainischen Nation. Sie entstand in ihrer heutigen Struktur erst 2018, nachdem der \u00d6kumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, das Ehrenoberhaupt der Orthodoxie, ein Konzil in Kyiv zur Heilung des langj\u00e4hrigen Schismas in der ukrainischen Orthodoxie und zur Entstehung einer selbstst\u00e4ndigen, alle Orthodoxen in der Ukraine vereinenden Kirche einberufen hatte.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Mehrheit der Bisch\u00f6fe und Mitglieder der OKU stammt aus kirchlichen Strukturen, die bis zum genannten Zeitpunkt als schismatisch galten. Die Anerkennung der OKU als legitimes, gleichberechtigtes Mitglied der Gemeinschaft der orthodoxen Kirchen erweist sich als schwierig. Inzwischen besteht jedoch volle Gemeinschaft mit den Kirchen von Konstantinopel, Alexandrien, Zypern und Griechenland. Andere orthodoxe Kirchen verhalten sich zur\u00fcckhaltend; etliche lehnen jeden Kontakt ab.<\/p>\n<p>Zum anderen gibt es die ebenfalls stark vertretene Ukrainische Orthodoxe Kirche (UOK) mit Metropolit Onufrij Beresowskyj als Oberhaupt. Von dieser Kirche sprach Putin in seiner oben zitierten Rede. Die UOK galt lange als autonome Kirche des Moskauer Patriarchats; bis Mai 2022 war ihr Oberhaupt Mitglied der Synode der ROK. Auch wenn die UOK das Ausma\u00df ihrer Abh\u00e4ngigkeit von der ROK relativierte, war ihr enges Verh\u00e4ltnis evident. Bis zum Beginn des Krieges hob UOK die geistige Einheit zwischen Russen und Ukrainern stark hervor. Sie steht dem Westen und der \u00d6kumene immer noch kritisch gegen\u00fcber und versteht sich als die einzige legitime Ausdrucksform der Orthodoxie in der Ukraine. Sie betrachtet die OKU als schismatisch. Die OKU scheint deutlich gr\u00f6\u00dfer, was die Anzahl der Gl\u00e4ubigen betrifft. Die UOK hingegen verf\u00fcgt \u00fcber mehr Bisch\u00f6fe und Gemeinden.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen OKU und UOK gilt weiterhin als spannungsreich. Bis Kriegsbeginn gab es kontroverse Diskussionen um das Dilemma: Kirchliche Unabh\u00e4ngigkeit oder doch eine gewisse Verbindung zur ROK? Die Argumente f\u00fcr die eine oder die andere Option spiegeln mehr oder weniger die vorherrschenden unterschiedlichen ideologischen Richtungen im Land wider: Eigenst\u00e4ndig-national und vielleicht pro-westlich oder doch Teil der \u201erussischen Welt\u201c? Freilich konnte die Diskussion schon damals sehr emotional und kontraproduktiv werden. Stehen auf der einen Seite \u201ehemmungslose Schismatiker\u201c, w\u00e4hrend auf der anderen Seite \u201eAgenten Russlands\u201c die religi\u00f6se Landschaft der Ukraine bestimmen wollten? Nicht selten wurde so argumentiert.<\/p>\n<p>Ukrainischen Bestrebungen nach einer unabh\u00e4ngigen, d. h. autokephalen Kirche sind jedenfalls nichts Neues. Diese sind immer wieder auf Widerstand der ROK gesto\u00dfen, die die Einheit von Russen, Wei\u00dfrussen und Ukrainern auf Basis eines postulierten gemeinsamen Ursprungs proklamiert, die auf die \u201eTaufe der Kiewer Rus\u201c zur\u00fcckzuf\u00fchren sei. Die neue autokephale Kirche, die OKU, hat ihren Unabh\u00e4ngigkeitsstatus vom \u00d6kumenischen Patriarchat von Konstantinopel erhalten. Die ROK stellt jedoch die Konstantinopler Befugnisse in der Ukraine (und dar\u00fcber hinaus) in Frage, nimmt die Ukraine immer noch als eigenes Jurisdiktionsgebiet wahr und bef\u00fcrchtet, dass eine selbstst\u00e4ndige Kirche zu einer Infragestellung der bereits erw\u00e4hnten Einheit der \u201eBr\u00fcderv\u00f6lker\u201c f\u00fchren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Rund sechs Prozent der ukrainischen Bev\u00f6lkerung geh\u00f6rt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK) an, die zwar dem byzantinischen Ritus folgt, aber in Einheit mit der R\u00f6misch-Katholischen Kirche steht. Diese wird st\u00e4rker in der Westukraine vertreten. Ihr Oberhaupt ist der Gro\u00dferzbischof Swiatoslaw Schewtschuk. Ihre Entstehungsgeschichte muss man ebenfalls in den Gesamtkontext der Fragen nach der ukrainischen Identit\u00e4t und dem Verh\u00e4ltnis zu Russland einordnen.<\/p>\n<p>OKU, UOK und UGKK f\u00fchren ihre Entstehungsgeschichte zwar alle auf die \u201eTaufe der Kiewer Rus\u201c im zehnten Jahrhundert zur\u00fcck, verwenden jedoch unterschiedliche Hermeneutiken zur Deutung der Geschichte. Auch wenn das Trennende nicht untersch\u00e4tzt werden darf, haben diese drei Kirchen sowohl in ihrer Theologie als auch in ihrer liturgischen Praxis viel Gemeinsames. Gerade vor diesem Hintergrund sind die Spaltungen besonders bedauerlich.<\/p>\n<p>In der Ukraine sind dar\u00fcber hinaus die R\u00f6misch-Katholische, die Evangelisch-Lutherische und die Armenisch-Apostolische Kirche sowie mehrere freikirchliche und weitere Religionsgemeinschaften vertreten, zahlenm\u00e4\u00dfig sind sie jedoch klein. Besonders erw\u00e4hnenswert ist in diesem Zusammenhang der Allukrainische Rat der Kirchen und der Religionsgemeinschaften, eine Plattform, die die konfessionelle und religi\u00f6se Vielfalt der Ukraine repr\u00e4sentiert und die dem Austausch der verschiedenen religi\u00f6sen Traditionen des Landes dient.<\/p>\n<h3>Die Kirchen in der Ukraine und der Krieg<\/h3>\n<p>Als der Krieg begann, verurteilte Metropolit Epiphanij, Oberhaupt der OKU, erwartungsgem\u00e4\u00df den Krieg aufs Sch\u00e4rfste. Er sprach vom \u201ezynischen Angriff\u201c Russlands, forderte Sanktionen gegen den Aggressor und gab dem Moskauer Patriarchen als ideologische St\u00fctze Putins eine Mitverantwortung. Er lie\u00df keinen Zweifel an der vollen Unterst\u00fctzung der OKU f\u00fcr die ukrainische Armee, die das Vaterland verteidigt. Mehrfach besuchte Metropolit Epiphanij bombardierte St\u00e4dte und Orte wie Butscha, an denen Kriegsverbrechen ver\u00fcbt wurden. Gleichzeitig lud er regelm\u00e4\u00dfig Bisch\u00f6fe, Priester und Gl\u00e4ubige der UOK zum Kirchenwechsel in die OKU ein. \u201eUnsere T\u00fcren sind offen\u201c, sagte er. Die Synode der OKU verabschiedete Sonderregeln, die diesen Wechsel kirchenrechtlich erleichtern.<\/p>\n<p>Die UOK hingegen hat vor dem Krieg gewisse Aspekte des Narrativs von Wladimir Putin vertreten. Viele ihrer Repr\u00e4sentanten und Mitglieder betonten die Einheit zwischen Ukrainern und Russen, prangerten den Westen an, klagten \u00fcber die vermeintlich vielen Neonazis im Land und sprachen von gro\u00dfen Diskriminierungen ihrer Gl\u00e4ubigen. Gegen\u00fcber den russischen Aggressionen der letzten Jahre verhielt sich die UOK lange zur\u00fcckhaltend; man denke nur an ihre Haltung zur Annexion der Krim. Auch in den letzten Wochen vor Beginn des Ukrainekrieges hielt sich die Leitung insgesamt zur\u00fcck \u00adbeziehungsweise zog es vor, sich auf allgemeine Gebete f\u00fcr den Frieden zu beschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Metropolit Onufrij, Primas der UOK, hat erst deutliche Worte gefunden, nachdem russische Panzer auf ukrainischem Boden einrollten. Auch wenn seine Stellungnahme sp\u00e4t kam, ist sie dennoch als mutig einzustufen. Putins Instrumentalisierung der UOK zur Rechtfertigung des Krieges wollte er dann doch nicht zulassen. \u201eDer Krieg zwischen diesen V\u00f6lkern ist eine Wiederholung der S\u00fcnde Kains, der seinen eigenen Bruder aus Eifersucht t\u00f6tete\u201c, schrieb er am 24. Februar 2022. Einige Tage sp\u00e4ter st\u00e4rkte die Synode der UOK die Aussagen ihres Primas, indem sie ihre Unterst\u00fctzung zum Erhalt der staatlichen Souver\u00e4nit\u00e4t und territorialer Integrit\u00e4t der Ukraine bekundete.<\/p>\n<p>Viele Kleriker der UOK haben den Eindruck, dass ihre Kirche von Moskau nicht nur im Stich gelassen, sondern wirklich verraten wurde. Einige Bisch\u00f6fe haben relativ fr\u00fch aufgeh\u00f6rt, Patriarch Kyrill in der Liturgie zu kommemorieren. Einzelpersonen, ganze Gemeinden, sogar Kl\u00f6ster wechselten zur OKU. Im April 2022 haben fast vierhundert ukrainische Kleriker der UOK in einer Erkl\u00e4rung bekundet, dass es ihnen unm\u00f6glich sei, in kanonischer Gemeinschaft mit dem Patriarchen Kyrill von Moskau zu stehen. Sie forderten sogar eine Verurteilung Kyrills wegen H\u00e4resie.<\/p>\n<p>Mitten im Krieg ist es schwierig, die wahre Dynamik solcher Entwicklungen einzusch\u00e4tzen. Zentrifugale Kr\u00e4fte erleben immer auch Widerstand und Drohungen. Nur eines ist sicher: Die russischen Bomben treffen auch Gottesh\u00e4user der UOK. Auch Kleriker dieser Kirche haben bei den Angriffen ihr Leben verloren.<\/p>\n<p>Die UOK stand und steht weiterhin wegen ihrer Verbindung zu Moskau unter massivem Druck; sie befindet sich daher auf der Suche nach einem neuen, in der angegriffenen Ukraine vertretbaren Narrativ. Am 27. Mai 2022 beschloss ein im Eilverfahren einberufenes Landeskonzil der UOK \u00c4nderungen im Statut, die ihre Unabh\u00e4ngigkeit von Moskau deutlich machen sollte. Und schon seit dem 29.\u00a0Mai agiert Metropolit Onufrij auf liturgischer Ebene wie ein Oberhaupt einer autokephalen Kirche. Die UOK hat zwar in ihren Beschl\u00fcssen den Begriff \u201eAutokephalie\u201c durchgehend vermieden,\u00a0de facto\u00a0handelt es sich aber um eine selbsterkl\u00e4rte Autokephalie, die daher die UOK in eine kirchenrechtliche Grauzone bringt.<\/p>\n<p>Das Oberhaupt der UGKK, Gro\u00dferzbischof Swiatoslaw Schewtschuk, verurteilte von Anfang an den Krieg in aller Deutlichkeit. Als er bei einer Videokonferenz nicht lange nach Kriegsbeginn die Lage beschrieb, konnte er seine Tr\u00e4nen nicht zur\u00fcckhalten: \u201eIch habe gelesen, dass einige Leute gesagt haben, ich h\u00e4tte mich in einem Bunker versteckt. Das bringt mich zum Lachen, denn wir haben keinen Bunker\u201c, sagte der Erzbischof und f\u00fcgte hinzu, dass vielleicht einige Politiker einen Bunker haben. \u201eIch habe nur meine Kathedrale mit einer Krypta.\u201c Am Tag der Invasion haben der Erzbischof und seine Priester nach Wegen gesucht wie sie konkret helfen k\u00f6nnen. Einige Br\u00fccken der Stadt waren geschlossen und viele Menschen, die versuchten, die Stadt zu verlassen, sa\u00dfen fest. Sie fanden Schutz in seiner Kathedrale. \u201eWir haben fast 500 Menschen mit nichts in den H\u00e4nden empfangen\u201c, sagte er.<\/p>\n<h3>Orthodoxe und \u00f6kumenische Stimmen zum Krieg<\/h3>\n<p>Wie haben die orthodoxen Kirchen in der ganzen Welt auf den Krieg reagiert? Alle sind sich dar\u00fcber einig, dass ein Krieg kein akzeptables Mittel zur Konfliktl\u00f6sung sein kann. Alle betonen die Notwendigkeit des Gebets gerade in diesen finsteren Zeiten. Mehrere haben finanzielle oder materielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukrainer zugesagt. Die verschiedenen orthodoxen Kirchen unterscheiden sich allerdings in ihrer Bereitschaft, Russland klar als Aggressor zu benennen. Das \u00d6kumenische Patriarchat, die Kirchen von Alexandrien, Zypern und Griechenland, auch Rum\u00e4nien, bzw. ihre Oberh\u00e4upter, haben dies getan.<\/p>\n<p>Die Kirchen, die Russland n\u00e4herstehen, wie Antiochien und Serbien, waren diesbez\u00fcglich zur\u00fcckhaltender und blieben bei abstrakten Bekundungen. Oberh\u00e4upter bestimmter Russland-naher Kirchen \u00e4u\u00dferten zwar generelle Kritik am Krieg, lie\u00dfen aber keine Gelegenheit aus, Patriarch Kyrill von Moskau zu diversen Anl\u00e4ssen zu gratulieren und dadurch eine gewisse N\u00e4he zu ihm zu demonstrieren.<\/p>\n<p>Ein starkes Zeichen lieferte der \u00d6kumenische Patriarch. Er besuchte auf Einladung des polnischen Pr\u00e4sidenten, Andrzej Duda, und des Oberhaupts der Orthodoxen Kirche von Polen, Metropolit Sawa von Warschau, unmittelbar nach Kriegsbeginn ukrainische Fl\u00fcchtlinge in Polen. Ihm war es wichtig, die Solidarit\u00e4t der Orthodoxen Kirche mit den Vertriebenen und Fl\u00fcchtlingen zu zeigen. Seitdem hat Bartholomaios I. mehrmals ukrainische Delegationen empfangen, den Krieg verurteilt und die Haltung der Leitung der ROK heftig kritisiert.<\/p>\n<p>In Gro\u00dfteilen der \u00fcbrigen christlichen Welt war eine scharfe namentliche Verurteilung Russlands als Aggressors die Regel. Papst Franziskus vermied zwar aus diplomatischen Gr\u00fcnden eine konkrete Namensnennung, hat aber seine Sorge um und seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine deutlich signalisiert.<\/p>\n<p>Fassungslosigkeit und Emp\u00f6rung \u00fcber die Haltung des russischen Patriarchen bestimmen die Reaktionen in der \u00d6kumene. Mehrere bedeutende Einzelpersonen und Gremien haben an Patriarch Kyrill appelliert, seinen Einfluss auf Putin geltend zu machen, um den Krieg schnellst m\u00f6glich zu beenden. Einer der ersten war der M\u00fcnchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, ebenso wie der bis Ende 2022 gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Generalsekret\u00e4r des \u00d6kumenischen Rates der Kirchen (\u00d6RK), Ioan Sauca, \u00fcbrigens ein rum\u00e4nisch-orthodoxer Priester, der Anfang M\u00e4rz 2022 Kyrill aufforderte: \u201eErheben Sie Ihre Stimme, damit der Krieg beendet werden kann\u201c.<\/p>\n<h3>Die Haltung des russischen Patriarchen<\/h3>\n<p>Das anf\u00e4ngliche Schweigen und die abstrakten Friedensgebete zu Kriegsbeginn lie\u00dfen hoffen, dass sich der russische Patriarch Kyrill von Putin distanziert. Leider war das nicht der Fall. Bereits in den ersten Kriegsmonaten rechtfertigte Patriarch Kyrill in seinen Sonntagspredigten das Handeln Putins. Am 27. Februar 2022 bezeichnete er die Gegner Russlands als \u201eKr\u00e4fte des B\u00f6sen\u201c. Eine Woche sp\u00e4ter sprach er von einem \u201emetaphysischen\u201c Kampf, attackierte den Westen und dessen Werte und machte von unmissverst\u00e4ndlich homophoben Parolen Gebrauch.<\/p>\n<p>Am 13. M\u00e4rz \u00fcberreichte der Patriarch demonstrativ einem der obersten Gener\u00e4le der russischen Armee eine Ikone der Muttergottes. Seine Solidarisierung mit den russischen Streitkr\u00e4ften brachte er auch am 27. M\u00e4rz zum Ausdruck als er die Liturgie in der neu erbauten Hauptkathedrale der Streitkr\u00e4fte Russlands zelebrierte. Diese Kathedrale, nicht mal drei Jahre alt, bringt visuell die verkl\u00e4rende Ideologisierung der russischen Geschichte und die Kampfnarrative Putins zum Ausdruck.<\/p>\n<p>Kyrill w\u00fcrdigte die russischen Soldaten, \u201edie ihr Leben der Verteidigung des Vaterlandes widmen\u201c. Der Patriarch betonte: \u201eWir sind ein friedliebendes Land und ein sehr friedliebendes, leidgepr\u00fcftes Volk. Wir haben kein Verlangen nach Krieg, aber wir sind durch unsere gesamte Geschichte so erzogen worden, dass wir unser Vaterland lieben und bereit sind, es so zu verteidigen, wie nur Russen ihr Land verteidigen k\u00f6nnen.\u201c Im April 2022 rief er zur Unterst\u00fctzung des russischen Staates auf und erg\u00e4nzte: Dies trage zur \u201ewahren Solidarit\u00e4t\u201c und zur Abwehr von \u201einneren und \u00e4u\u00dferen Feinden\u201c bei. Daraus werde \u201eso viel Gutes, so viel Wahrheit und so viel Liebe wie m\u00f6glich\u201c entstehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Patriarch Kyrill geht es um einen Kulturkampf, der auf b\u00f6sen Absichten des Westens basiert. Seiner Auffassung nach ist die Intervention russischer Kr\u00e4fte berechtigt, weil sie die Einheit von Russen und Ukrainern verteidigt, die durch Kr\u00e4fte des \u201edekadenten\u201c Westens gef\u00e4hrdet ist. Er r\u00e4umt zwar ein, dass auch die Ukrainer zu seinem Kirchenvolk z\u00e4hlen, aber sein Gebet und sein Lob gelten nur den russischen Soldaten. Der Patriarch denkt paternalistisch und manich\u00e4isch.<\/p>\n<p>Im Oktober 2022 erkl\u00e4rte Kyrill, dass russischen Soldaten, die in der Ukraine ihr Leben lie\u00dfen, alle S\u00fcnden vergeben sind. Das Sterben \u201ebei der Erf\u00fcllung milit\u00e4rischer Pflichten\u201c verglich er damit, dass Gott seinen Sohn Jesus geopfert hat. Laut Patriarch Kyrill vertritt die russisch-orthodoxe Kirche die generelle Ansicht, dass Menschen, die bei der Erf\u00fcllung milit\u00e4rischer Pflichten sterben, ein Opfer f\u00fcr andere bringen. \u201eUnd deshalb glauben wir, dass dieses Opfer alle S\u00fcnden abw\u00e4scht, die ein Mensch begangen hat\u201c.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des 70. Geburtstags von Wladimir Putin gratulierte der russische Patriarch mit den Worten: \u201eDurch jahrelange unerm\u00fcdliche Arbeit in Schl\u00fcsselpositionen des Staates haben Sie sich den Ruf eines nationalen F\u00fchrers erworben, der dem Vaterland selbstlos ergeben ist, es aufrichtig liebt und ihm seine ganze Kraft, seine F\u00e4higkeiten und sein Talent zur Verf\u00fcgung stellt.\u201c Gott habe Putin mit Machtbefugnissen ausgestattet, damit er einen Dienst von besonderer Tragweite f\u00fcr das Schicksal des Landes und des Volkes leisten k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Der Unmut in der christlichen Welt \u00fcber diese Haltung ist deutlich. Prominente Stimmen wie die des fr\u00fcheren Erzbischofs von Canterbury, Rowan Williams, ein Kenner der russischen Theologie, gingen soweit, die Frage nach einem Ausschluss der ROK aus dem \u00d6RK zu stellen. Hier sei angemerkt, dass Patriarch Kyrill nicht mit der Russischen Orthodoxie gleich zusetzen ist. Auch innerhalb der UOK gibt es Stimmen, die sich deutlich gegen die Invasion Russlands positionierten und anschlie\u00dfend die Konsequenzen zu sp\u00fcren bekamen.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend sei noch angemerkt, dass es in der russisch-orthodoxen Kirche aber kaum M\u00f6glichkeiten zur freien Meinungs\u00e4u\u00dferung gibt. Dies zeigt das Beispiel Wei\u00dfrusslands: Nach den<br \/>\nmanipulierten Wahlen von August 2020, die Diktator Lukaschenko vermeintlich gewonnen hat, folgten Massenkundgebungen im ganzen Land, die brutal niedergeschlagen wurden. Metropolit Pawel, Oberhaupt der belarussisch-\u00adorthodoxen Kirche, der dieses Vorgehen anprangerte, wurde abberufen, nach Russland strafversetzt und durch einen linientreuen Nachfolger ersetzt.<\/p>\n<h3>Die Erkl\u00e4rung zur Lehre von der Russischen Welt, der\u00a0Ruskij Mir<\/h3>\n<p>Und wie reagiert die Welt der orthodoxen Theologen auf Kyrill und den Krieg in der Ukraine? Am 13. M\u00e4rz 2022, Sonntag der Orthodoxie, wurde eine \u201eErkl\u00e4rung zur Lehre von der Russischen Welt (Ruskij Mir)\u201c gemeinsam vom Orthodox Christian Studies Center der Universit\u00e4t Fordham (USA) und der Volos Akademie f\u00fcr Theologische Studien (Griechenland) ver\u00f6ffentlicht. In einem Begleitschreiben fassen die Koordinatoren der Initiative, Dr. Brandon Gallaher und Dr. Pantelis Kalaitzidis, das theologische Anliegen dieser Erkl\u00e4rung zusammen: Die Russische Welt sei eine Ideologie, die zur theologischen Untermauerung eines Verbrechens instrumentalisiert werde; leider bilde sie keine Ausnahme in der Geschichte orthodoxer ethnophyletischer Ideologien.<\/p>\n<p>W\u00f6rtlich hei\u00dft es in dem Text: \u201eDie Unterst\u00fctzung des Krieges von Pr\u00e4sident Wladimir Putin gegen die Ukraine durch viele Mitglieder der Hierarchie des Moskauer Patriarchats hat ihre Wurzeln in einer Form von orthodoxem ethnophyletischem religi\u00f6sem Fundamentalismus mit totalit\u00e4rem Charakter, genannt Russkii Mir oder \u201edie Russische Welt\u201c, eine falsche Lehre, die viele in der orthodoxen Kirche anzieht [&#8230;].<\/p>\n<p>In den Reden von Pr\u00e4sident Wladimir Putin und Patriarch Kyrill (Gundiaev) von Moskau (Moskauer Patriarchat) wurde die \u201eRussische-Welt\u201c-Ideologie in den letzten 20 Jahren wiederholt beschworen und weiterentwickelt. Im Jahr 2014, als Russland die Krim annektierte und einen Stellvertreterkrieg im ukrainischen Donbas begann, bis hin zum Beginn des ausgewachsenen Krieges gegen die Ukraine und danach, haben Putin und Patriarch Kyrill die \u201eRussische-Welt\u201c-Ideologie als Hauptbegr\u00fcndung f\u00fcr die Invasion verwendet.<\/p>\n<p>Diese Lehre besagt, dass es eine transnationale russische Sph\u00e4re oder Zivilisation gibt, die Heiliges Russland oder Heilige Rus\u2018 genannt wird. Sie umfasst vom Anspruch her Russland, die Ukraine und Wei\u00dfrussland (und manchmal Moldawien und Kasachstan) sowie ethnische Russen und russischsprachige Menschen in der ganzen Welt. Sie geht davon aus, dass diese \u201erussische Welt\u201c ein gemeinsames politisches Zentrum (Moskau), ein gemeinsames geistiges Zentrum (Kiew als \u201eMutter aller Rus\u2018\u201c), eine gemeinsame Sprache (Russisch), eine gemeinsame Kirche (die russisch-orthodoxe Kirche, das Moskauer Patriarchat) und einen gemeinsamen Patriarchen (den Patriarchen von Moskau) hat, der &#8211; dem Konzept der \u201esymphonia\u201c entsprechend &#8211; mit einem gemeinsamen Pr\u00e4sidenten\/Nationalen F\u00fchrer (Putin) zusammenarbeitet, um diese russische Welt zu regieren und eine gemeinsame, unverwechselbare Spiritualit\u00e4t, Moral und Kultur aufrecht zu erhalten.<\/p>\n<p>Gegen diese \u201eRussische Welt\u201c (so die Lehre) steht der korrupte Westen, angef\u00fchrt von den Vereinigten Staaten und den westeurop\u00e4ischen Nationen, der vor dem \u201eLiberalismus\u201c, der \u201eGlobalisierung\u201c, der \u201eChristenfeindlichkeit\u201c, den in Schwulenparaden propagierten \u201eRechten von Homosexuellen\u201c und dem \u201emilitanten S\u00e4kularismus\u201c kapituliert hat.\u201c<br \/>\n(<a href=\"https:\/\/publicorthodoxy.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/2022.03.22-Declaration-German.pdf\">https:\/\/publicorthodoxy.org\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/2022.03.22-Declaration-German.pdf<\/a>)<\/p>\n<p>Die orthodoxen Theologen u. a. proklamierten: \u201eWir verurteilen daher jede Lehre und lehnen sie als unorthodox ab, die zu Spaltung, Misstrauen, Hass und Gewalt zwischen V\u00f6lkern, Religionen, Konfessionen, Nationen oder Staaten ermutigt. Wir verurteilen ferner jede Lehre als nicht-orthodox und lehnen sie ab, die diejenigen d\u00e4monisiert oder zur D\u00e4monisierung ermutigt, die der Staat oder die Gesellschaft als \u201eanders\u201c betrachtet, einschlie\u00dflich Ausl\u00e4ndern, politisch und religi\u00f6s Andersdenkenden und anderen stigmatisierten sozialen Minderheiten. Wir lehnen jede manich\u00e4ische und gnostische Spaltung ab, die eine heilige orthodoxe \u00f6stliche Kultur und ihre orthodoxen V\u00f6lker \u00fcber einen entw\u00fcrdigten und unmoralischen \u201eWesten\u201c erheben w\u00fcrde. Es ist besonders verwerflich, andere Nationen durch besondere liturgische Bitten der Kirche zu verurteilen, indem man die Mitglieder der orthodoxen Kirche und ihre Kulturen als geistlich in besonderer Weise geheiligt gegen\u00fcber den fleischlichen, weltlichen \u201eHeterodoxen\u201c erhebt.\u201c\u00a0(ibid.)<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung ist inzwischen in mehr als 19 Sprachen \u00fcbersetzt und von mehr als 1.500 namhaften Theologinnen und Theologen unterzeichnet worden. Die Mehrheit davon sind orthodox, aber auch wichtige Stimmen aus der weiteren \u00d6kumene tragen das Dokument solidarisch mit, daher gilt diese von Orthodoxen initiierte Erkl\u00e4rung auch als Dokument von multilateral-\u00f6kumenischer Bedeutung, das bereits eine au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00dfe Beachtung in den internationalen kirchlichen und profanen Medien gefunden hat.<\/p>\n<h3>Wie kann Vers\u00f6hnung in der Ukraine stattfinden?<\/h3>\n<p>Die ukrainischen Kirchen bewegen sich in einem Minenfeld. Es ist schwer, die kirchlichen Entwicklungen vorherzusagen. Die Kirchen\u00fcbertritte von der UOK in die OKU sind beachtlich, vor allem wenn man das \u00e4u\u00dferst angespannte Verh\u00e4ltnis zwischen den zwei Kirchen ber\u00fccksichtigt. Es gibt Versuche bestimmter politischer Kreise, die ein allgemeines Verbot der UOK veranlassen wollen. Die ukrainische Regierung verheimlicht ihr Misstrauen der UOK gegen\u00fcber nicht mehr. Die Vorstellung, dass eine ziemlich gro\u00dfe Kirche, wie die UOK, von dem einen Tag auf den anderen verschwinden wird, Kraft eines Gesetzes oder welcher auch immer geschichtlicher Automatismen, ist allerdings nicht plausibel. Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, \u00d6ffnung und Flexibilit\u00e4t bei gegenseitigem Respekt k\u00f6nnen zur Vers\u00f6hnung beitragen. Gleichzeitig ist es klar, dass die UOK, die bis Mai 2022 dem Moskauer Patriarchat verbunden war, vor gro\u00dfen Herausforderungen steht. Ihre russenfreundliche Haltung vor dem Krieg bzw. das Verhalten von Einzelpersonen, die ihr angeh\u00f6r(t)en, wird immer deutlicher hinterfragt. F\u00fcr viele steht sie immer noch unter Verdacht und befindet sich in Erkl\u00e4rungsnot.<\/p>\n<p>Zweifelsohne haben mit ihrer Haltung das Moskauer Patriarchat und Russland die Herzen der ukrainischen Orthodoxen verloren. Die UOK ist aktuell auf der Suche nach einem neuen Narrativ; ihr Verh\u00e4ltnis zur Russischen Kirche bedarf einer Neuordnung. Vieles h\u00e4ngt von der Entwicklung des Krieges und der kirchenrechtlichen Kl\u00e4rung des Status der UOK ab. Pragmatismus sowie der Geist der orthodoxen Oikonomia k\u00f6nnten jedenfalls den Kirchen in der Ukraine helfen, einen Weg zur \u00dcberwindung des Konflikts zu finden. Auch wenn langfristig die Vereinheitlichung von kirchlichen Strukturen w\u00fcnschenswert ist, k\u00f6nnte mittelfristig eine Ko-Existenz paralleler Strukturen akzeptabel sein, die aber in eucharistischer Gemeinschaft sind. Die toxische Situation von zwei weiterhin angefeindeten orthodoxen Kirchen innerhalb der vers\u00f6hnungsbed\u00fcrftigen ukrainischen Gesellschaft wird nach dem Krieg schwer ertr\u00e4glich sein.<\/p>\n<p>Ich habe die leise Hoffnung, dass dieser Krieg alle Kirchen der Ukraine, nicht nur die Orthodoxen, einander n\u00e4herbringt. Verbindend sei hier nicht etwa der Widerstand gegen einen gemeinsamen Feind, sondern die Einheit im Glauben an Jesus als den Ohnm\u00e4chtigen, der am Kreuz stirbt, aufersteht, Wunden heilt und zur \u00dcberwindung trennender Unterschiede aufruft. Das uns\u00e4gliche Massaker darf nicht zur Bildung neuer Gr\u00e4ben f\u00fchren, sondern zur Etablierung wirkungsvoller und wachsamer Strukturen des Dialogs. Die \u00d6kumene als eine Wegbereiterin der Vers\u00f6hnung brauchen wir heute mehr denn je, auch in der Ukraine.<\/p>\n<h3>Ausblick f\u00fcr die Panorthodoxie und die \u00d6kumene<\/h3>\n<p>Ebenfalls schwer vorauszusagen sind die Auswirkungen, die der Krieg in der Ukraine auf die Einheit der Orthodoxie haben wird. Sicherlich ist dieser ein gro\u00dfer Schlag f\u00fcr die russische Kirche. Einige der Kirchen, die ihr lange nah standen, werden sicherlich ihre Haltung neubestimmen m\u00fcssen. Der Krieg hat das Vorhandensein von sehr fragw\u00fcrdigen Abh\u00e4ngigkeitsnetzwerken in der Orthodoxie deutlicher gemacht. Sowohl Angst, als auch die Versuchung des Geldes, spielen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der innerorthodoxen Beziehungen: Keine Kirche m\u00f6chte, dass in ihrem Territorium eine parallele russische Jurisdiktion entsteht, die ihr viele Gl\u00e4ubige abwerben w\u00fcrde, wie es gerade in Afrika der Fall ist. Die afrikanische Orthodoxie (Patriarchat von Alexandrien) hat den Preis f\u00fcr ihre Unterst\u00fctzung der Autokephalie der Ukraine bezahlt. F\u00fcr mehrere Kirchen ist der russische Pilgertourismus eine wichtige Einkommensquelle.<\/p>\n<p>Dennoch haben die orthodoxen Kirchen ihr eigenes Tempo und ihre eigene Weise, mit der Geschichte und ihren Herausforderungen umzugehen. Ihre gr\u00f6\u00dfte Versuchung bleibt der Nationalismus verbunden mit imperialen Phantasien. Die orthodoxen Kirchen bezahlen den Preis dieser Ideologisierung ihres Glaubens. Das Fatale ist dabei, dass die Kirchen selbst ihre Instrumentalisierung durch die Politik zulassen. Das Problem sehen wir gerade im Fall Russlands stark; es ist aber kein ausschlie\u00dflich russisches Problem, es ist ein Problem f\u00fcr mehrere orthodoxe Kirchen, auch f\u00fcr die ukrainische.<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr die \u00f6kumenischen Bestrebungen? Wir brauchen den Dialog; wir brauchen Gespr\u00e4chsbereitschaft; wir m\u00fcssen Br\u00fccken bauen und an einer Vers\u00f6hnung arbeiten. Wir sagen Ja zum Dialog, aber zum Dialog mit wem und unter welchen Bedingungen? In einigen Gremien der \u00d6kumene hat man lange vieles erduldet, in Kauf genommen und Unliebsames unter den Teppich gekehrt. Man hat die Russische Kirche in gewisser Weise entschuldigt, sie f\u00fcr einen Sonderfall gehalten, was der russischen Orthodoxie langfristig gesehen nicht guttat.<\/p>\n<p>Differenzierung ist n\u00f6tig: Russen und die russische Orthodoxie sind grunds\u00e4tzlich nicht Feinde der \u00fcbrigen Christen. Die Haltung des diktatorischen Regimes ist allerdings gef\u00e4hrlich und die Reaktionen des russischen Patriarchen theologisch und pastoral nicht haltbar. Die Tatsache, dass die Dinge lange Zeit nicht beim Namen genannt wurden, markiert ein \u00f6kumenisches und ostkirchenkundliches Versagen. Warum wurden die Ukrainer derma\u00dfen ignoriert, dass im Jahre 2022 keine einzige Kirche aus der Ukraine Mitglied des \u00d6RK ist?<\/p>\n<p>Warum wurden so oft die ukrainischen Autokephalie-Bestrebungen und das entsprechende Handeln des \u00d6kumenischen Patriarchats, gerade in Deutschland, \u00e4u\u00dferst einseitig kritisiert? Wie viele Kirchenoberh\u00e4upter aus der westlichen Welt haben in den letzten Jahren Kontakt mit Metropolit Epiphanij gehabt? Warum haben immer zur Beurteilung des Verhaltens der OKU Kriterien geherrscht, die zur Bewertung der Haltung anderer orthodoxer Kirchen nicht verwendet wurden, so die Thematik des Nationalismus? Viele in der \u00d6kumene wollten lange nicht sehen und nicht h\u00f6ren, um die Beziehungen mit dem \u201eSonderfall\u201c nicht zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<h3>\u201eWenn das Salz seinen Geschmack verliert\u201c. Ein pers\u00f6nliches Statement zur 11. \u00d6RK-Vollversammlung<\/h3>\n<p>Der Umgang mit dem Krieg in der Ukraine und der Haltung der Russischen Orthodoxen Kirche dazu stellte f\u00fcr die 11. \u00d6RK-Vollversammlung (Karlsruhe, 31.8.\u20138.9.2022) eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen dar. Wie sollte das wichtigste Gremium der multilateralen \u00d6kumene weltweit auf einen Krieg reagieren, in den zwei L\u00e4nder mit \u00fcberwiegend christlicher Bev\u00f6lkerung involviert sind? Wie geht man mit den Aussagen der Leitung der Russischen Orthodoxie um, die diesen Krieg theologisch untermauert und ihn mit schockierend homophoben Parolen als metaphysischen Kampf gegen den dekadenten Westen erkl\u00e4rt?<\/p>\n<p>Letztendlich ging es um die Spannung zwischen prophetischer und diplomatischer \u00d6kumene. Soll man die ganze Wahrheit sagen \u2013 um den Preis des Austrittes der Delegation einer Kirche, die sich beleidigt f\u00fchlt? Oder w\u00e4re es besser, die Einheit zu bewahren \u2013 um den Preis einer verw\u00e4sserten Botschaft? In Karlsruhe, wo ich als Delegierter des \u00d6kumenischen Patriarchats an der \u00d6RK-Vollversammlung teilgenommen habe, habe ich ein deutliches \u00dcbergewicht der Diplomatie festgestellt.<\/p>\n<p>Alles h\u00e4tte freilich sehr schlimm sein k\u00f6nnen; am Ende aber verabschiedete die Vollversammlung ein Statement, das viele wichtige und mutige Thesen beinhaltet. Und trotzdem habe ich Karlsruhe mit einem komischen Gef\u00fchl verlassen.<\/p>\n<p>In seiner Rede hat Bundespr\u00e4sident Dr. Frank-Walter Steinmeier eine \u00f6kumenische Herausforderung zusammengefasst, die in der Vollversammlung kaum besprochen wurde: Wie kann die Leitung einer \u00d6RK-Mitgliedskirche einen Krieg nicht einfach stillschweigend in Kauf nehmen, sondern mit angeblich aus der Botschaft des Evangeliums entnommenen Argumenten rechtfertigen? Die grunds\u00e4tzliche Frage ist nicht, ob der \u00d6RK auf der Seite Russlands oder der Ukraine steht, sondern wie dieses Gremium mit Kirchen umgeht, deren Leitung christliche Grundprinzipien verletzt.<\/p>\n<p>Heute war die theologische Rechtfertigung des Ukraine-Krieges. Welche rote Linie wird morgen \u00fcberschritten? Und von welcher Kirche? \u00dcbrigens: Wie der Vertreter der OKU Roman Sigov im Plenum gesagt hat, durfte ein Bischof an der Vollversammlung als Mitglied der russisch-orthodoxen Delegation teilnehmen und stimmen, der einige Wochen davor ein Video mit ukrainischen Geiseln gepostet hat. In seinem Post hatte der Metropolit sich \u00fcber die Geiseln sogar lustig gemacht.<\/p>\n<p>Ich habe nicht f\u00fcr den Ausschluss der Russischen Orthodoxen Kirche aus dem \u00d6RK pl\u00e4diert; ich habe mir aber eine st\u00e4rkere prophetische Botschaft an die Adresse ihrer Leitung gew\u00fcnscht. Die kritischen Aussagen der Rede des Bundespr\u00e4sidenten wurden in den entsprechenden Pressemitteilungen vom \u00d6RK und EKD verschwiegen. Dort war lediglich die Rede davon, dass Bundespr\u00e4sident Steinmeier die \u00f6kumenischen G\u00e4ste willkommen gehei\u00dfen hat. Im Plenum f\u00fcr die Ukraine, im orthodoxen konfessionellen Treffen, im Europa-Plenum, in den Businessplenaries wurde kaum \u00fcber die Haltung von Patriarch Kyrill gesprochen. Dessen Kirche hat zu wenig Gegenwind gesp\u00fcrt und sogar etliche ihr gegen\u00fcber freundlichen Stimmen entdeckt bzw. wahrgenommen.<\/p>\n<p>Kritik seitens der Ukrainer war zu erwarten, aber wo war die \u00fcbrige \u00f6kumenische Gemeinschaft? Eine \u00f6ffentliche Kritik w\u00e4re f\u00fcr die ROK hilfreich. Vom Statement zur Ukraine, dass im Konsensverfahren verabschiedet werden musste, hatte ich nicht viel erwartet; und die Rede darin von einer Ablehnung des Missbrauchs religi\u00f6ser Sprache und Autorit\u00e4t nicht das Problem in seiner Ganzheit umfasst. Aber in den Plenumssitzungen habe ich die Kritik vermisst. Und: Die Vollversammlung sollte h\u00f6ren, dass das Statement den Wert von Aussagen von McDonalds und Starbucks hat, so ein Vertreter der ROK im Plenum.<\/p>\n<p>Ich bin jedenfalls der Meinung, dass selbstbewusste christliche Worte, mit prophetischer St\u00e4rke und in der Intensit\u00e4t der Ehrlichkeit hilfreicher sind als langweilig abstrakt formulierte Texte, die kurzfristig alle gl\u00fccklich und am Ende alle ungl\u00fccklich machen oder, vielleicht noch schlimmer, zur Gleichg\u00fcltigkeit und zum Zynismus f\u00fchren und das friedensstiftende Potenzial der \u00d6kumene schw\u00e4chen. \u201eWenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen?\u201c (Matth. 5:13) Die Vollversammlung gab mir und gibt uns Anlass genug, \u00fcber diesen Vers zu reflektieren.<\/p>\n<p>Auf Griechisch bedeutet \u00d6kumene die bewohnte, und daher bewohnbare Erde. Bomben, Kriege machen die Erde nicht bewohnbar. Der Dialog, die Arbeit an Strukturen der Vers\u00f6hnung, des genauen Zuh\u00f6rens, der ehrlichen, fairen Auseinandersetzung, der Inklusion: all das brauchen wir mehr denn je, um unsere Welt bewohnbarer und \u00f6kumenischer zu machen. Ich hoffe, dass uns die Erfahrung dieses uns\u00e4glichen Kriegs helfen wird, einiges in der Zukunft besser zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lassen Sie mich den Vortrag mit einem Zitat aus einer Rede Pr\u00e4sident Putins beginnen: \u201eIch betone nochmals: Die Ukraine ist f\u00fcr uns nicht einfach ein Nachbarland. Sie ist integraler Bestandteil unserer eigenen Geschichte, unserer Kultur, unseres geistigen Raums. 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