{"id":32073,"date":"2023-07-17T14:32:21","date_gmt":"2023-07-17T12:32:21","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=religioese-bildung-glauben-wissen-denken"},"modified":"2024-12-11T16:24:51","modified_gmt":"2024-12-11T15:24:51","slug":"glauben-wissen-denken-das-fruehe-christentum-als-bildungsreligion","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/glauben-wissen-denken-das-fruehe-christentum-als-bildungsreligion\/","title":{"rendered":"Faith-Knowledge-Thinking"},"content":{"rendered":"<h3>Die Botschaft vom Kreuz \u2013 \u201eden Heiden eine Torheit\u201c?<\/h3>\n<p>Das Christentum ist eine Bildungsreligion. Von Anfang an verband der Bezug auf Bildung das Christentum mit seiner Umwelt, unterschied es aber auch von ihr. Denn der christliche Glaube war auf das Kreuz ausgerichtet \u2013\u00a0\u201eden Juden ein \u00c4rgernis, den Heiden eine Torheit\u201c\u00a0(1 Kor 1,23). Und dennoch entwickelte sich der neue Glaube in rasanter Geschwindigkeit zu einer Philosophie\u00a0sui generis. Ob man an (einen) Gott\u00a0glauben\u00a0m\u00fcsse, was man von ihm\u00a0wissen\u00a0k\u00f6nne und wie das Verh\u00e4ltnis von Glauben und Wissen zu\u00a0denken\u00a0sei, wurde intensiv diskutiert. Das Christentum trat in eine wissbegierige, bildungshungrige und denkbegeisterte Welt ein. Die Frage ist daher nicht,\u00a0ob, sondern\u00a0in welcher Weise\u00a0man vom fr\u00fchen Christentum als einer Bildungsreligion sprechen kann.<\/p>\n<p>Was aber ist \u201eBildung\u201c in diesem Kontext? Der moderne Bildungsbegriff ist am\u00a0Individuum\u00a0orientiert; er verdankt sich der biblischen Vorstellung der Erschaffung des Menschen zum Ebenbild Gottes (Gen 1,27). Diese aber ist \u2013 und war schon in der Antike \u2013 mit philosophischen Kategorien kompatibel. Platon postulierte eine \u201eAngleichung an Gott (homoi\u014dsis the\u014d)\u201c, die ein asketisches Leben voraussetzte, damit man \u201egerecht und fromm mit Einsicht\u201c w\u00fcrde (Theaetetus\u00a0176ab). Die Maxime am Apollontempel in Delphi \u201eErkenne dich selbst\u201c wurde in der Kaiserzeit als Aufruf zur\u00a0Selbsterkenntnis\u00a0im Gegen\u00fcber zum G\u00f6ttlichen und als\u00a0Beziehungserkenntnis\u00a0verstanden (Plutarch,\u00a0De E apud Delphos\u00a021), was ein geschichtliches, religi\u00f6s reflektiertes Selbst implizierte. Jedoch war Bildung in der Antike immer in\u00a0soziale Praktiken\u00a0eingebunden. Sie diente dazu, sich in ein Spektrum von Rollenangeboten einzuleben, dessen Verf\u00fcgbarkeit durch Herkunft, Stand, Geschlecht und Finanzkraft vorgegeben wurde. Bildung f\u00fchrte so zu einem komplexen Ineinander von sozialen und individuellen Momenten personaler Identit\u00e4t.<\/p>\n<p>Das macht ein Blick auf die Terminologie deutlich. Der griechische Begriff\u00a0paideia\u00a0bezeichnet Unterschiedliches:<\/p>\n<ul>\n<li>die (direktive und affirmative)\u00a0Erziehung;<\/li>\n<li>in der Septuaginta und im Neuen Testament auch die \u201eZ\u00fcchtigung\u201c;<\/li>\n<li>dar\u00fcber hinaus literarische\u00a0Bildung, durch die man ein\u00a0pepaideumenos, ein zu kunstfertiger Rede Bef\u00e4higter, wurde;<\/li>\n<li>die \u201eabgerundete Bildung\u201c (enkyklios paideia) als Inbegriff der f\u00fcr gesellschaftliches Handeln relevanten Wissensbest\u00e4nden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das hatte auch anthropologische Bedeutung: Nach Cicero f\u00fchrte der Bildungsprozess letztlich zu wahrem Mensch-Sein (humanitas). Solche Bildung war das Privileg der kleinen Elite, die ihren Kindern Unterricht erm\u00f6glichen konnte; die Masse der Bev\u00f6lkerung war ungebildet.<\/p>\n<p>Das Neue Testament spricht nur selten von\u00a0paideia\u00a0und nur einmal \u2013 kritisch (Kol 2,8) \u2013 von\u00a0philosophia. Theoretische Konzepte von Bildung standen hier weniger im Fokus als Prozesse des Lehrens und Lernens: Die h\u00e4ufigste Bezeichnung f\u00fcr Jesus ist \u201eLehrer\u201c, die f\u00fcr seine Gef\u00e4hrten \u201eSch\u00fcler\u201c; diese sollten alle V\u00f6lker \u201ein den Stand versetzen, selbst J\u00fcnger zu werden\u201c, sie taufen und dann erneut belehren (Mt 28,19f). Es ging also nicht um ein \u00dcberst\u00fclpen der christlichen Botschaft, sondern um deren gewinnende Vermittlung an Menschen, die sie mit Autorit\u00e4ts- und Vernunftgr\u00fcnden als wahr anerkennen und sich taufen lassen, philosophisch gesprochen: eine informierte Entscheidung (prohairesis) treffen sollten.<\/p>\n<p>Damit wurde jedoch die Funktion von Bildung als Marker sozialer Distinktion unterlaufen.\u00a0Allen\u00a0Menschen wurde zugetraut, die Wahrheit des Glaubens zu erkennen, sich f\u00fcr die Taufe zu entscheiden und das christliche Ethos praktisch umzusetzen. Bildung wurde also nicht von hergebrachten sozialen Strukturen, sondern von Gott her definiert \u2013 denn\u00a0\u201edie g\u00f6ttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind, und die g\u00f6ttliche Schwachheit ist st\u00e4rker, als die Menschen sind\u2026 Was t\u00f6richt ist vor der Welt, das hat Gott erw\u00e4hlt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erw\u00e4hlt, damit er zuschanden mache, was stark ist\u201c\u00a0(1 Kor 1,25\u201327). Solche Bibelstellen zogen Kritik auf sich. Der Platoniker Celsus (um 177 n. Chr.) \u00e4tzte, bei den Christen gebe man seinen Verstand an der Garderobe ab:<\/p>\n<p>\u201eFolgendes wird von ihnen verlangt: \u201aKein Gebildeter trete heran, kein Weiser, kein Verst\u00e4ndiger. Denn solche Eigenschaften sind in unseren Augen ein \u00dcbel. Wenn aber einer unwissend ist, wenn einer unvern\u00fcnftig ist, wenn einer ungebildet ist, wenn einer einf\u00e4ltig ist, soll er ruhig kommen\u2018\u201c\u00a0(Celsus bei Origenes,\u00a0Contra Celsum\u00a03,44; \u00dcbers. C. Barthold).<\/p>\n<p>Und auch manche christliche Theologen verstanden Paulus so, als sei das Wort vom Kreuz ein gewaltiges Paradox. Der Nordafrikaner Tertullian (\u2020 nach 215) erkl\u00e4rte:<\/p>\n<p>\u201eDer Sohn Gottes wurde gekreuzigt \u2013 ich sch\u00e4me mich nicht daf\u00fcr, eben weil man sich daf\u00fcr sch\u00e4men m\u00fcsste. Der Sohn Gottes ist auch verstorben \u2013 dies ist glaubw\u00fcrdig, eben weil es ungeh\u00f6rig ist. Er wurde auch begraben und ist hernach auferstanden \u2013 dies ist gewiss, eben weil es unm\u00f6glich ist\u201c\u00a0(De carne Christi\u00a05,4\u00a0; \u00dcbers. V. Lukas).<\/p>\n<p>Wie ist eine solche Bildungsskepsis mit der Behauptung vereinbar, das Christentum sei von Anfang an eine Bildungsreligion gewesen? Das will ich im Folgenden erl\u00e4utern.<\/p>\n<h3>Wie man sich in einer Welt voller Bildung zurechtfindet<\/h3>\n<p>Die ersten Christusanh\u00e4nger begriffen sich nicht einfach als Teil ihrer Welt. Sie waren \u201enicht von der Welt\u201c (Joh 17,16) und f\u00fchlten sich als \u201eG\u00e4ste und Fremdlinge\u201c (Eph 2,19; Hebr 11,13). War das Christentum ein \u201eweltfremder Glaube\u201c? Eher war es eine hybride Existenz:<\/p>\n<p>\u201e(Die Christen) bewohnen das eigene Vaterland, aber wie Beisassen. Sie nehmen an allem teil wie B\u00fcrger, und alles ertragen sie wie Fremde. Jede Fremde ist ihr Vaterland und jedes Vaterland eine Fremde\u201c\u00a0(Epistula ad Diogetum.\u00a05,5; \u00dcbers. H. Lona).<\/p>\n<p>Das lag nicht am Verhalten im Alltag: Christen lebten und arbeiteten in den St\u00e4dten des Imperium Romanum mit Nichtchristen T\u00fcr an T\u00fcr. Das Problem waren die Festtage: Sie beteiligten sich nicht an den Kulten f\u00fcr die G\u00f6tter und f\u00fcr den Schutzgott des Kaisers, der als Mittler des g\u00f6ttlichen Friedens galt, als\u00a0soter\u00a0(\u201eHeiland\u201c). Hier war Konkurrenz zum Gott der Bibel vorprogrammiert! Wo diese Kultabstinenz auffiel, wurde es f\u00fcr die Christen gef\u00e4hrlich. Entsprechend bem\u00fchten sie sich, Verfolgungen abzuwenden, indem sie ihre Religion als politisch zuverl\u00e4ssig, moralisch hochstehend und philosophisch satisfaktionsf\u00e4hig darstellten. Das Projekt der intellektuellen Verteidigung des Christentums (\u201eApologetik\u201c) sollte nicht zuletzt zeigen, dass der christliche Glaube dem Platonismus oder der Stoa gleichwertig war.<\/p>\n<p>Eines der eindr\u00fccklichsten Zeugnisse der fr\u00fchen Apologetik ist interessanterweise der Dialog eines Christen mit einem Juden. Im\u00a0Dialog mit dem Juden Tryphon\u00a0gab der Christ Justin einen knappen Abriss seines Bildungsganges. Er hatte sich bei Stoikern, Peripatetikern, Pythagoreern und Platonikern umgetan, wobei vor allem letztere ihn dem Ziel n\u00e4hergebracht h\u00e4tten, \u201eunmittelbar Gott zu schauen\u201c (Dialogus\u00a02,6). Doch auch der Platonismus war nicht das Ziel der Reise: Ein alter Mann verwies ihn auf Propheten, die \u00e4lter als die Philosophen seien und nicht durch Argumente, sondern durch das Eintreffen ihrer Prophezeiungen die Wahrheit ihrer Lehre erwiesen h\u00e4tten. Ihr Lehrer sei niemand anderes als Jesus Christus. Justin war elektrisiert:<\/p>\n<p>\u201eIn meiner Seele fing es an zu brennen, und es erfasste mich die Liebe zu den Propheten und jenen M\u00e4nnern, die Freunde Christi sind. Ich sprach mit mir selbst \u00fcber seine [sc. des Alten] Lehren und befand allein diese als verl\u00e4ssliche und nutzbringende Philosophie\u201c\u00a0(Dialogus\u00a08,1; \u00dcbers. Ph. Haeuser).<\/p>\n<p>Der Suchende ist am Ziel, wo ihn nicht nur die intellektuelle Plausibilit\u00e4t einer Lehre, sondern die Authentizit\u00e4t ihrer Vertreter packt. Erst jetzt\u00a0ist\u00a0Justin, was er immer\u00a0werden\u00a0wollte \u2013 ein Philosoph geworden. Dass ihn Tryphon, ein hellenistisch gebildeter Jude, daf\u00fcr bel\u00e4chelt, sich den Christen und ihrem merkw\u00fcrdigen Heilsbringer angeschlossen zu haben, ficht ihn nicht an: Justin hoffte, auch Tryphon w\u00fcrde erkennen, \u201edass auf dem bezeichneten Weg jedem Menschen es erm\u00f6glicht werde, gut zu leben\u201c (Dialogus\u00a0142,3).<\/p>\n<p>F\u00fcr Justin war philosophisches Wissen also das Mittel der Wahl, um zu zeigen, dass das Christentum in der antiken Welt seinen Platz hatte. Christen glaubten und lebten vernunftgem\u00e4\u00df, handelten danach und waren sich dessen bewusst. Anders gesagt: Das religi\u00f6se Selbst verh\u00e4lt sich reflexiv zu seinem jetzigen Zustand (unter zeitlichen Bedingungen), zu Gott (als dem Ursprung seiner \u00fcberzeitlichen Bestimmung) und zu dem Konnex von Vorfindlichkeit und Bestimmtheit, seiner Biographie. Solche Reflexivit\u00e4t ist das Ergebnis von Bildungsprozessen.<\/p>\n<p>Aber dorthin musste man erst kommen, wie der oben erw\u00e4hnte Tertullian feststellte: \u201eWir sind aus eurer Mitte \u2013 man wird nicht als Christ geboren, man wird zum Christen\u201c (Apologeticum\u00a018,4). Kein Wunder: Die junge Religion bestand noch \u00fcberwiegend aus Konvertiten! Das christliche Selbst ist nicht einfach gegeben, es hat j\u00fcdische, hellenistische, r\u00f6mische Wurzeln; wer diesen Weg gegangen ist, kann sich und anderen dar\u00fcber Klarheit verschaffen. Tertullian plagiierte hier den Philosophen Seneca: \u201eNiemand wird als Weiser geboren, sondern wird ein solcher\u201c (De ira\u00a02,10,6). Das hat nicht prim\u00e4r mit Schulbildung zu tun, sondern mit\u00a0paideia\u00a0als Formgebung der ganzen menschlichen Existenz, als Hinf\u00fchrung zur Liebhaberei der Weisheit, zur\u00a0philosophia\u00a0\u2013 und damit, wie bei Justin, zur wahrhaftigen und urspr\u00fcnglichen Bildung.<\/p>\n<p>Dann aber\u00a0konnte\u00a0das Christentum nichts anderes werden als eine Bildungsreligion. Den H\u00f6hepunkt markiert der in Alexandrien und sp\u00e4ter in Caesarea in Pal\u00e4stina lehrende Origenes (\u2020 253). Origenes\u00a0meinte, die \u201eHeiligen\u201c \u2013 d. h. die Glaubenden \u2013 weilten nach dem Tod im Paradies \u201eals einer St\u00e4tte der Erziehung und einem H\u00f6rsaal, einer Schule der Seelen\u201c (De principiis\u00a02,11,6). Nicht einmal der Tod bedeutete also einen Abbruch des Bildungsprozesses! Ziel der Unterweisung war seinem Sch\u00fcler Gregor Thaumaturgus zufolge die \u201eErkenntnis des letzten Grundes von allem\u201c, wobei der Lehrer als \u201eK\u00fcnder der Lehren des Logos an die Menschen\u201c fungierte, dem der Logos die Botschaften Gottes anvertraut hatte, wie einst den Propheten des Alten Bundes (Panegyricus in Origenem\u00a013,150; 15,181; \u00dcbers. P. Guyot). Solche von Gott inspirierte Bildung schlie\u00dft aber das Curriculum aus Dialektik, Physik und Ethik ein, um die Welt vernunftgem\u00e4\u00df zu erkennen und zu \u201evernunftbestimmtem Staunen\u201c durchzudringen. Die Anlage, vernunftgeleitet zu leben, hatte nach Origenes jeder Mensch als Bild des g\u00f6ttlichen Logos. Vern\u00fcnftiges Denken und frommes Leben wollen allerdings gelernt sein, nicht durch Imitieren des Lehrers oder F\u00fcr-Wahr-Halten aufgeschnappter Erkenntnisse: Origenes kritisierte jegliche Autorit\u00e4tsgl\u00e4ubigkeit heftig!<\/p>\n<p>Bildung leistete zur Formung des religi\u00f6sen Selbst und zur Gemeinschaft der an Christus Glaubenden einen wichtigen Beitrag. Christen versuchten, sich in ihrer Welt zu verorten\u00a0und\u00a0zugleich von dieser zu unterscheiden, und griffen auf dieselben Quellen der Bildung zur\u00fcck wie ihre Zeitgenossen; deshalb musste dieser Zugriff legitimiert bzw. \u2013 von seinen Kritikern wie Celsus \u2013 delegitimiert werden. Ob und in welchem Ma\u00dfe Christen schulisch und philosophisch gebildet sein sollten oder m\u00fcssten, blieb in den folgenden Jahrhunderten eine (\u00dcber-)Lebensfrage \u2013 und f\u00fchrte auch zu inneren Kontroversen \u00fcber Nutzen und Nachteil solcher Bildung.<\/p>\n<h3>Gef\u00e4hrliches Wissen und rettender Glaube?<\/h3>\n<p>Mit der Philosophie war es weder im apologetischen noch im binnenchristlichen Diskurs einfach. Plastisch stellt das Problem der schon erw\u00e4hnte Tertullian vor Augen:<\/p>\n<p>\u201eWas haben Athen und Jerusalem gemeinsam, was die Akademie und die Kirche, was H\u00e4retiker und Christen? Unsere Unterweisung stammt aus der \u201aHalle Salomos\u2018 (Joh 10,23), der dazu in eigener Person gelehrt hatte, man m\u00fcsse den Herrn \u201ain der Einfalt des Herzens\u2018 (Sap 1,1) suchen. Sollen die f\u00fcr sich zusehen, die ein stoisches, ein platonisches, ein \u201adialektisches\u2018 Christentum hervorgebracht haben!\u201c\u00a0(De praescriptione haereticorum\u00a07,9\u201311; \u00dcbers. D. Schleyer).<\/p>\n<p>Tertullian konstruierte also eine starke Antithese zu \u201eJerusalem\u201c, dem biblischen Ort des Wohnens Gottes bei seinem Volk, und zur Kirche als dem Ort, wo die Botschaft von Jesus Christus von den Aposteln \u00fcberliefert und von den Bisch\u00f6fen bewahrt wurde \u2013 und nur da! Mit dieser Bildungsskepsis ernst zu machen h\u00e4tte bedeutet, sich aus dem philosophischen Diskurs und aus dem \u00f6ffentlichen Schulunterricht zu verabschieden. Und genau dies forderte Tertullian, erschien ihm doch das Lehrerdasein f\u00fcr Christen h\u00f6chst gef\u00e4hrlich:<\/p>\n<p>\u201eZweifellos stehen die Lehrer mit vielerart G\u00f6tzendienst in Verbindung: Sie m\u00fcssen die heidnischen G\u00f6tter verk\u00fcnden, ihre Namen und die Abstammung nennen, deren Mythen und Ehrenattribute erkl\u00e4ren, schlie\u00dflich m\u00fcssen sie deren Feste und Feiertage beachten, an denen sie ja ihren Lohn erhalten\u201c\u00a0(De Idololatria\u00a010,1; \u00dcbers. K. V\u00f6ssing).<\/p>\n<p>Die Diagnose ist klar: Die Schultexte sind nicht religi\u00f6s harmlos, weil sie auf jeder Seite von G\u00f6ttern erz\u00e4hlen, und zwar von den falschen! Ein Lehrer kann sich aber nicht best\u00e4ndig von dem distanzieren, was er zu unterrichten hat \u2013 das ist weder p\u00e4dagogisch noch theologisch sinnvoll. Allerdings widersprachen Tertullian die Eltern christlicher Sch\u00fcler in Karthago:<\/p>\n<p>\u201eWenn es den Dienern Gottes nicht erlaubt ist, Lesen und Schreiben zu lehren, ist es ihnen auch nicht erlaubt, dies zu erlernen; und wie k\u00f6nnte jemand ohne dies angeleitet werden zu menschlicher Einsicht oder zu irgendeiner Erkenntnis oder T\u00e4tigkeit, da doch Lesen und Schreiben f\u00fcr das ganze Leben eine wichtige Hilfe ist? Wie k\u00f6nnen wir die weltlichen Studien zur\u00fcckweisen, ohne die die religi\u00f6sen nicht bestehen k\u00f6nnen?\u201c\u00a0(De Idololatria\u00a010,4).<\/p>\n<p>Bildung war im Alltag unverzichtbar: Ohne diese Kompetenzen und Kenntnisse h\u00e4tte man sich in eine selbstgew\u00e4hlte Ghettoisierung begeben \u2013 niemand konnte in Verwaltung und Milit\u00e4r Karriere machen, der nicht wie Cicero oder Demosthenes zu reden schien, und niemand durfte sich zu den oberen Zehntausend einer Stadt rechnen, der nicht Zitate aus der\u00a0Ilias\u00a0oder\u00a0Odyssee\u00a0dechiffrieren konnte. Grammatik- und Rhetoriklehrer meinten auch gar nicht, etwas Religi\u00f6ses zu unterrichten: Sie sorgten f\u00fcr kompetente Performanz, egal wer welchen G\u00f6ttern huldigte. Tertullians Position erscheint dagegen fast als \u201ekonfessionsgebundener Religionsunterricht\u201c. Zwar k\u00f6nne man die Kinder seinethalben lernen lassen, doch wer \u201eheidnische\u201c Texte lehre, \u201eempfiehlt dabei ohne Zweifel die eingestreuten Preisungen der G\u00f6tter\u2026 und nun untersuche noch lange, ob G\u00f6tzendienst treibt, wer \u00fcber die G\u00f6tzen unterrichtet!\u201c (De Idololatria\u00a010,6).<\/p>\n<p>Trotz solcher Mahnungen gab es jedoch unter den Sch\u00fclern und Lehrern in der Sp\u00e4tantike zahlreiche Christen. Der bildungskritische Diskurs spiegelte die soziale Realit\u00e4t nicht oder nur partiell. H\u00e4tten nicht praktisch alle Theologen, die Traktate, Predigten und Auslegungen der Bibel schrieben, \u00adklassische Bildung erworben, h\u00e4tte das Christentum kaum erfolgreich in der \u00d6ffentlichkeit agieren k\u00f6nnen, nachdem die Verfolgungen im fr\u00fchen 4. Jahrhundert geendet hatten! Dennoch darf man die Bildungsskepsis nicht als Spiegelfechterei weniger Intellektueller abtun. Es ging in allem Ernst darum, wodurch und wie sehr man dazugeh\u00f6ren wollte, wie man in die Lebenswelt verwickelt war und wo Potenziale lagen, um Unterscheidungen zu markieren.<\/p>\n<p>Um die gef\u00e4hrliche Bildung zu domestizieren und doch von ihr zu profitieren, entwickelte man das Konzept des \u201erechten Gebrauchs\u201c (usus iustus). Dies suggerierte eine Distanznahme zu dem, was man f\u00fcr den Gebrauch ausw\u00e4hlte, aber auch dessen beherzte Inanspruchnahme. Augustin erkl\u00e4rte dies anhand des Gold und Silbers, das die Israeliten beim Auszug aus \u00c4gypten mitgenommen \u2013 unverbl\u00fcmt gesagt: gestohlen! \u2013 hatten (Ex 3,21f.; 12,35f.):<\/p>\n<p>\u201eWenn diejenigen, die Philosophen genannt werden, zuf\u00e4llig etwas Wahres und zu unserem Glauben Passendes gesagt haben, wie besonders die Platoniker, dann darf dies nicht nur nicht gef\u00fcrchtet, sondern mu\u00df sogar von diesen wie von unrechten Besitzern f\u00fcr unseren Gebrauch eingefordert werden. Ebenso hatten n\u00e4mlich die \u00c4gypter nicht nur G\u00f6tzenbilder und schwere Lasten, welche das Volk Israel verabscheute und floh, sondern auch Gef\u00e4\u00dfe und Kostbarkeiten von Gold und Silber sowie Kleider, welche jenes Volk bei seinem Auszug aus \u00c4gypten gleichsam f\u00fcr einen besseren Nutzen heimlich f\u00fcr sich beansprucht hat, nicht durch eigene Autorit\u00e4t, sondern nach dem Auftrag Gottes, w\u00e4hrend die \u00c4gypter selbst ihnen in ihrer Unwissenheit dies \u00fcberlie\u00dfen, was sie selbst nicht gut gebrauchten\u201c\u00a0(De doctrina christiana\u00a02,40,60; \u00dcbers. K. Pollmann).<\/p>\n<p>Bildung zu nutzen wurde hier ausdr\u00fccklich durch einen Befehl Gottes legitimiert \u2013 das zeigt, wie unverzichtbar nichtchristliches Wissen f\u00fcr eine Bildungsreligion\u00a0in statu nascendi\u00a0war. Dazu zugleich eine kritische Distanz zu wahren, war\u00a0de facto\u00a0eine hohe Reflexionsleistung. Umso gr\u00f6\u00dfer war der Schock, als Kaiser Julian, der letzte \u201eHeide\u201c als Alleinherrscher \u00fcber das Imperium Romanum, im Jahr 362 christliche Lehrer aus den \u00f6ffentlichen Schulen verbannte, da diese nicht die in den Schultexten auftretenden G\u00f6tter verehrten \u2013 \u201edann sollen sie doch in die Kirchen der Galil\u00e4er gehen, um den Matth\u00e4us und Lukas auszulegen!\u201c (Epistula\u00a061c; \u00dcbers. B.K. Weis). Genau das wollten die Christen ja nicht! Julian, der quasi spiegelbildlich Tertullians These von der Unvereinbarkeit des christlichen Glaubens mit \u201eheidnischer\u201c Literatur aufnahm, erfuhr scharfe Kritik seitens christlicher Theologen (obwohl sein fr\u00fcher Tod das Edikt ohnehin hatte Makulatur werden lassen). Der kappadokische Theologe Gregor von Nazianz (\u2020 ca. 390) brachte dies pr\u00e4gnant zum Ausdruck:\u00a0\u201eObwohl die Literatur allen vern\u00fcnftigen Wesen gemeinsam ist, missg\u00f6nnte sie Julian, als sei sie sein pers\u00f6nliches Eigentum, den Christen. Er, der sich einbildete, der allervern\u00fcnftigste zu sein, dachte am unvern\u00fcnftigsten \u00fcber die Literatur\u201c\u00a0(Oratio\u00a04,4; \u00dcbers. M. Fiedrowicz).<\/p>\n<h3>Auf dem Weg zu einer \u201echristlichen\u201c Bildung<\/h3>\n<p>Es waren also nicht nur externe Kritiker, die dem Christentum den Status einer Bildungsreligion bestritten \u2013 es gab auch intern genug skeptische Stimmen. M\u00fcssen wir f\u00fcr die Zeit der Kirchenv\u00e4ter am Ende doch sagen, das Christentum sei\u00a0keine\u00a0Bildungsreligion? Mitnichten: Jenseits der Skepsis wurden vielf\u00e4ltige Formen von Bildungshandeln kultiviert. Schon seit den Anf\u00e4ngen gab es Institutionen religi\u00f6ser Bildung, um Menschen auf die Taufe vorzubereiten und danach zum christlichen Leben anzuleiten. Drei Formen des Christentums als praktisch handelnder Bildungsreligion seien skizziert: der Katechumenat, die Predigt und das M\u00f6nchtum.<\/p>\n<h4>Der Katechumenat<\/h4>\n<p>Dass man schon f\u00fcr das fr\u00fche Christentum von \u201eBildung\u201c sprechen sollte, kommt darin zum Ausdruck, dass bei der Taufe jeder Mensch, gleich welchen Alters, Geschlechts oder sozialen Standes, zum individuellen Bekenntnis herausgefordert war. Auf die Tauffragen galt es dreimal zu antworten: \u201eIch glaube!\u201c Und was man glaubte, sollte verstanden worden sein. Man brauchte nicht Theologe zu sein, um getauft zu werden, musste aber den Ernst der Lage eingesehen haben. Es gab genau eine Chance, die Taufe zu empfangen; f\u00fcr diese musste man sich geistig und lebenspraktisch reinigen. \u201eDenke ans Lernen, um nicht ans S\u00fcndigen zu denken\u201c, mahnte Kyrill von Jerusalem (\u2020 387) die Taufbewerber (Procatechesis\u00a016). Christin und Christ zu werden bedeutete, Erfahrungen zu machen, d. h. zun\u00e4chst kognitiv zu lernen (das Glaubensbekenntnis), dann etwas zu empfangen (Taufe und Eucharistie). Das Ziel war, im Glauben und Tun \u201esoweit als m\u00f6glich den Geheimnissen w\u00fcrdig zu werden\u201c, wie Theodor von Mopsuestia (\u2020 428) es formulierte (Catecheses\u00a016,31; \u00dcbers. P. Bruns). Der Anspruch an die individuelle Mitarbeit beim Einleben in den Glauben brachte der oben zitierte Kyrill glasklar zum Ausdruck:<\/p>\n<p>\u201eDenk dir, der katechetische Unterricht ist ein Geb\u00e4ude! Wenn wir nicht tief gegraben und einen Grund gelegt haben, wenn wir nicht planm\u00e4\u00dfig ein wohlgef\u00fcgtes Geb\u00e4ude errichtet haben, damit sich keine Risse zeigen und der Bau nicht Schaden leide, dann ist auch die anf\u00e4ngliche M\u00fche wertlos\u2026 Viele Lehren sind es, welche planm\u00e4\u00dfig vorgetragen werden\u2026 Wenn du nicht die Lehren zu einem Ganzen zusammenf\u00fcgst und die fr\u00fcheren zugleich mit den sp\u00e4teren im Ged\u00e4chtnis beh\u00e4ltst, dann wird dein Bau Risse zeigen trotz der Arbeit des Baumeisters\u201c\u00a0(Procatechesis\u00a011; \u00dcbers. Ph. Haeuser).<\/p>\n<p>Die angehenden Christen mussten also nicht alleine arbeiten, sondern wurden begleitet \u2013 vom Bischof oder Katecheten, aber auch von Gott selbst: Denn neben dem \u201edogmatischen\u201c Glauben, der in der vor\u00f6sterlichen Fastenzeit in einem Crashkurs vermittelt wurde, empfing man den Glauben als \u201eGnadengeschenk\u201c (Catecheses\u00a05,10f.). Das Lernen des Glaubens wird durch eine geistliche Gabe vervollkommnet; insofern ist Gott selbst der Baumeister dieses Glaubens. F\u00fcr Kyrill war Religion demnach zum Teil lehrbar \u2013 und zum Teil gottgegeben.<\/p>\n<p>Die Grundstruktur des Missionsbefehls Jesu blieb f\u00fcr die Katechese ma\u00dfgeblich: Die Taufe wurde von Belehrung eingerahmt. Das galt f\u00fcr die Erwachsenentaufe in einer Zeit, in der sich die Heiden \u201emit der Schnelligkeit eines rollenden Rades\u201c bekehrten, so Bischof Gaudentius von Brescia (Sermo\u00a08,25). Im 5. Jahrhundert setzte sich allm\u00e4hlich die Kindertaufe durch; religi\u00f6se Erziehung wurde zuerst Sache der Familie (was sie in der Antike immer schon gewesen war). Umso dringlicher stellte sich das Problem der katechetischen Nacharbeit, als in Gallien und anderen Regionen mitunter Massentaufen von \u201eBarbaren\u201c stattfanden \u2013 die Christianisierung der Christen wurde zur neuen Herausforderung f\u00fcr kirchliches Bildungshandeln.<\/p>\n<h4>Die Predigt<\/h4>\n<p>Die Katechese war eingebettet in sonn- und festt\u00e4gliche Gottesdienste, in denen regelm\u00e4\u00dfig gepredigt wurde. Die Attraktivit\u00e4t des Christentums f\u00fcr gebildete Gro\u00dfst\u00e4dter lag gerade an solchen Predigten. Augustin gestand, er habe in Mailand Bischof Ambrosius zuerst ob seiner Redegabe gesch\u00e4tzt, erst danach als \u201eLehrer der Wahrheit\u201c (Confessiones\u00a05,23). Als er selbst Christ und sogar Bischof geworden war, schwenkte Augustin um: \u201eEs ist besser, wir blamieren uns vor den Sprachgelehrten, als dass uns die Gl\u00e4ubigen nicht verstehen\u201c (Enarrationes in Psalmos\u00a0138,20). Seine eigenen Predigten sind ein Beispiel daf\u00fcr, dass Augustin tats\u00e4chlich versuchte, in (vergleichsweise) einfacher Sprache zu den Gl\u00e4ubigen zu sprechen. Das stellte in sozial gemischten Gemeinden eine besondere Herausforderung f\u00fcr die Prediger dar. Bischof Petrus von Ravenna, in der Tradition \u201eChrysologus\u201c (\u201eGoldwort\u201c) genannt, wollte ausdr\u00fccklich zu\u00a0allen\u00a0Gemeindegliedern reden, auch zu den Unwissenden und Ungebildeten \u2013 und dem sollten die Gebildeten sich f\u00fcgen:<\/p>\n<p>\u201eVolkst\u00fcmlich ist zum Volk zu reden; die Gemeinde ist in der gemeinsamen Sprache anzureden; das N\u00f6tige ist allen in der Weise aller zu sagen; den Naturverhafteten in wertsch\u00e4tzender Sprache mit einfachen, den Gelehrten mit liebreizenden [Worten]: Denn wer spricht, lehrt alle etwas N\u00fctzliches. Also m\u00f6gen die Sprachgewandten ihm heute die ungeschliffene Sprache zugestehen\u201c\u00a0(Sermo\u00a043,1).<\/p>\n<p>Nicht durch Redekunst zu beeindrucken, sie aber behutsam zu nutzen, damit die Predigt ihre Wirkung zu entfalten vermochte, war das Gebot der Stunde. Die Prediger waren allerdings nicht die einzigen und schon gar nicht die wichtigsten Lehrer in der Gemeinde, vielmehr standen sie, wie Augustin erkl\u00e4rte, im Dienst eines H\u00f6heren: \u201eChristus ist es, der lehrt. Seine Kathedra hat er im Himmel\u2026 Seine Schule ist auf Erden, und seine Schule ist sein Leib. Das Haupt lehrt seine Glieder\u201c (De disciplina christiana\u00a015). Das relativierte die Rolle des Bischofs als Lehrer, der sich im Gegen\u00fcber zu Christus als Sch\u00fcler und damit als gleichgestellt mit den Gemeindegliedern wiederfand, die er gewisserma\u00dfen nur vertretungsweise unterrichtete: \u201eObgleich wir von diesem Ort aus Lehrer sind, sind wir doch unter jenem Lehrer in dieser Schule gemeinsam mit euch Sch\u00fcler\u201c (Enarrationes in Psalmos\u00a0126,3). Augustins Reflexionen zeigen, dass die Mitarbeit der Gl\u00e4ubigen auch \u00fcber die Katechese hinaus gefordert war. In der Kirche als\u00a0schola christiana\u00a0wurde lebenslang und gemeinschaftlich der christliche Glaube gelernt. Dieses integrierte Bildungskonzept war ein Alleinstellungsmerkmal des Christentums in der Welt der Sp\u00e4tantike und eine wesentliche Komponente des Er-<br \/>\nfolgs dieser religi\u00f6sen Neugr\u00fcndung.<\/p>\n<h4>Das M\u00f6nchtum<\/h4>\n<p>Werfen wir schlie\u00dflich noch einen Blick auf eine Gruppe kategorischer Bildungsverweigerer: auf das M\u00f6nchtum. Bildungsabstinenz als asketische Praxis findet sich schon in der Lebensbeschreibung des \u00c4gypters Antonius (\u2020 356), die Athanasius von Alexandrien (\u2020 373) verfasste:<\/p>\n<p>\u201eAls Antonius heranwuchs, ein Junge wurde und im Alter voranschritt, weigerte er sich, Bildung zu erwerben (grammata mathein), denn er wollte sich vom Umgang mit anderen Kindern fernhalten. Sein ganzes Begehren richtete sich darauf, wie geschrieben steht, \u201aunverbildet in seinem Hause zu weilen\u2018 (Gen 25,27 LXX)\u201c\u00a0(Vita Antonii\u00a01,2f.).<\/p>\n<p>Allerdings besucht Antonius durchaus eine Schule, n\u00e4mlich den Gottesdienst:<\/p>\n<p>\u201eEr hatte n\u00e4mlich derart auf die Verlesung der Schrift acht, dass nichts von dem, was geschrieben steht, von ihm zu Boden fiel (1 Sam 3,19), vielmehr blieb ihm alles erhalten (Lk 8,15); und so wurde ihm das Ged\u00e4chtnis zum Ersatz f\u00fcr B\u00fccher\u201c\u00a0(Vita Antonii\u00a03,7).<\/p>\n<p>Antonius galt als \u201eTheodidakt\u201c, als direkt von Gott Belehrter, wie es Paulus (1 Thess 4,9) den Christen angek\u00fcndigt hatte (Vita Antonii\u00a066,2), und damit als Nachfolger der Apostel Petrus und Johannes, die als \u201eUngebildete und Unkultivierte\u201c durch ihre \u00fcberzeugende Rede Aufsehen erregt hatten (Apg 4,13). Die\u00a0Apophthegmata Patrum, die \u201eSpr\u00fcche der W\u00fcstenv\u00e4ter\u201c, und weitere monastische Texte variieren das Motiv der Abkehr von \u201eweltlicher\u201c Bildung zugunsten einer Gottesn\u00e4he, die sich direkt und exklusiv aus der Bibel speiste. Hatte das kirchliche Christentum zwar Debatten \u00fcber Bildung gef\u00fchrt, aber nur selten Konsequenzen daraus gezogen, so wurde im M\u00f6nchtum mit der Abkehr vom G\u00f6tzendienst Ernst gemacht \u2013 wie es scheint.<\/p>\n<p>Man muss freilich auch hier genauer hinschauen: So finden sich in monastischen Texten Lerntechniken, die aus der antiken Schule stammen; anders w\u00e4re das Memorieren gro\u00dfer Teile der Heiligen Schrift auch kaum m\u00f6glich gewesen. Zudem entstand im M\u00f6nchtum ein Konzept von Bildung, das sich der \u00c4hnlichkeit mit der Schule bewusst war, dennoch aber ein eigenes Gepr\u00e4ge beanspruchte. Paradigmatisch formulierte dies Johannes Cassian (\u2020 ca. 435):<\/p>\n<p>\u201eEs gibt kein Wissen, das nicht seinen eigenen Lehrplan und seine eigene Methode h\u00e4tte, wodurch diejenigen, die es beherrschen wollen, sich es aneignen k\u00f6nnen. Wenn also die \u201afreien K\u00fcnste\u2018, will man in ihnen vorankommen, durch sichere und je eigene Zielvorhaben ausgerichtet werden, um wieviel mehr liegt auch dem Unterricht in unserer Religion und ihrer Erkl\u00e4rung eine bestimmte Reihenfolge und Methode zugrunde!\u201c\u00a0(Collationes patrum\u00a014,1\u00a0; \u00dcbers. G. Ziegler).<\/p>\n<p>Eine genuin monastische Form von Bildung, die von methodischer Strenge gepr\u00e4gt sein sollte: Das war der Ansatz einer wahrhaft\u00a0christlichen Bildung. Das Klosterm\u00f6nchtum forderte sogar, dass alle M\u00f6nche und auch alle Nonnen lesen k\u00f6nnen mussten, um die Heilige Schrift zu meditieren. In pachomianischen und benediktinischen Kl\u00f6stern blieb das Niveau moderat, f\u00fcr das s\u00fcditalienische Kloster Vivarium entwickelte Cassiodor allerdings das Konzept einer umfassenden geistlichen\u00a0und\u00a0weltlichen Bildung. F\u00fcr ihn war die oft gescholtene Redegewandtheit die St\u00e4rke der gro\u00dfen Theologen fr\u00fcherer Zeiten, die mit ihrer geistlichen Schriftauslegung \u201egleich funkelnden Sternen den kirchlichen Himmel erstrahlen lassen\u201c (Institutiones divinarum et saecularium litterarum\u00a01,17). Das f\u00fchrte in den folgenden Jahrhunderten zum Kloster als Bildungsinstitution. Aber dies ist eine Geschichte, die ein andermal erz\u00e4hlt werden muss.<\/p>\n<h3>Potenziale religi\u00f6ser Bildung \u2013 \u00fcber das sp\u00e4tantike Christentum hinaus<\/h3>\n<p>Wie verhalten sich also Glauben, Wissen und Denken im beginnenden Christentum? Klar ist, dass einfache Antworten nicht zu erwarten sind: In einer religi\u00f6s pluralen und von Bildung erf\u00fcllten Welt fand das Christentum unterschiedliche Wege, um seine Identit\u00e4t zu formen. Das Christentum ist in diesem Sinne nicht nur eine Bildungsreligion, sondern hat eine Bildungsgeschichte\u00a0\u2013 in der wir heute, nach vielen weiteren Wendungen, immer noch stehen.<\/p>\n<p>Drei Gedanken zum Schluss. Zun\u00e4chst: Christlicher Glaube ist wesentlich\u00a0denkender Glaube. Augustin formulierte das mit einem Jesaja-Wort in grunds\u00e4tzlicher Weise:<\/p>\n<p>\u201eDas Verstehen ist der Lohn des Glaubens. Darum suche nicht zu verstehen, damit du glaubst, sondern glaube, auf dass du verstehst; denn \u201ewenn ihr nicht glaubt, werdet ihr nicht verstehen (Jes 7,9b)\u201c\u00a0(In Ioannis evangelii tractatus\u00a029,6).<\/p>\n<p>Credo ut intelligam\u00a0wird zum Kerngedanken abendl\u00e4ndischer Theologie: Nicht mein Gottesdenken steht am Anfang re<a id=\"_idTextAnchor000\"><\/a>ligi\u00f6ser Bildung, sondern der empfangene, unverf\u00fcgbare Glaube.<\/p>\n<p>Sodann: Die Selbstdistanzierung von Bildungsidealen und die Inanspruchnahme von Bildungsg\u00fctern gingen Hand in Hand. Das zeigt der Topos der \u201eFischerpredigt\u201c (sermo piscatorius):<\/p>\n<p>\u201eChristus erw\u00e4hlte nicht K\u00f6nige oder Senatoren, nicht Philosophen oder Redner; tats\u00e4chlich erw\u00e4hlte er vielmehr einfaches Volk, Arme, Ungelehrte und Fischer\u2026 Wenn nicht im Glauben der Fischer vorangeht, kann der Redner nicht dem\u00fctig folgen\u201c\u00a0(Augustin,\u00a0Sermo\u00a0197,2).<\/p>\n<p>Diese Distanznahme ist ernst zu nehmen, aber metaphorisch zu verstehen: Es waren ge\u00fcbte Rhetoren, die dieses Bild erfanden, zitierten und weiterentwickelten. Nicht dem Ideal \u201eheiliger Einfalt\u201c (sancta simplicitas), so Hieronymus (Epistula\u00a057,12,4) verdankte das Christentum seinen Erfolg in der antiken Welt, sondern seiner F\u00e4higkeit, mit deren G\u00fctern und Gaben kreativ umzugehen und aus ihnen etwas Neues, Eigenes, Best\u00e4ndiges zu machen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich: Bildungsaffinit\u00e4t und -skepsis bilden ein fruchtbares Spannungsfeld, das selbst Ausdruck von Bildung ist. Denn diese bef\u00e4higt dazu, sich zu sich selbst, zu Gott und zur Welt kritisch zu verhalten. Es ist Bildung, die den Menschen zum Menschen macht und ihn sogar vom Tier unterscheidet \u2013 darin waren sich bisweilen sogar \u201eheidnische\u201c Literaten und christliche Bisch\u00f6fe einig. Wir m\u00f6gen das heute weniger pathetisch formulieren. Aber das Erbe des Christentums als Bildungsreligion pr\u00e4gt auch noch uns.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Botschaft vom Kreuz \u2013 \u201eden Heiden eine Torheit\u201c? 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