{"id":32077,"date":"2023-07-17T14:32:24","date_gmt":"2023-07-17T12:32:24","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=religioese-bildung-bei-kant"},"modified":"2024-12-12T15:15:25","modified_gmt":"2024-12-12T14:15:25","slug":"kants-theologie-der-hoffnung","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/kants-theologie-der-hoffnung\/","title":{"rendered":"Kant's theology of hope"},"content":{"rendered":"<p>Nicht nur au\u00dferhalb der Philosophie ist von Kants Gottesverst\u00e4ndnis oft selten mehr im Ged\u00e4chtnis geblieben, als Heinrich Heines Wort, Kant habe seinen Gott \u201e\u00fcber die Klinge\u201c springen lassen, der seitdem \u201eunbewiesen in seinem Blute\u201c schwimme. Dieses Bonmot aus Heines Deutscher Geschichte ist auf Kants kritische Einsicht bezogen, dass sich die Existenz Gottes nicht beweisen lasse, zumindest nicht so, wie die Tatsache, dass die Erde rund ist, dass sie sich um sich selber dreht und in ihrem kosmischen Lauf einmal im Jahr die Sonne umrundet.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die von Kant festgestellte Unm\u00f6glichkeit, Gottes leibhaftige Existenz zu beweisen, hatte Moses Mendelssohn von Kant als dem \u201eAlleszermalmer\u201c gesprochen. Das sollte hei\u00dfen: Nichts, das vorher nach einer festgef\u00fcgten Ordnung zusammenzuh\u00e4ngen schien, k\u00f6nne vor dem Urteil eines kritischen Philosophen bestehen. Zwar h\u00e4tte Kant diesem Urteil Mendelssohns nicht zugestimmt, doch es macht deutlich, wie Kant auf viele seiner gl\u00e4ubigen Zeitgenossen gewirkt hat.<\/p>\n<p>Und wer heute ein wenig in den Biographien bl\u00e4ttert, die \u00fcber Kant in Umlauf sind, der wei\u00df, dass Kant\u00a0kein Kirchg\u00e4nger\u00a0war. Als der auf Friedrich den Gro\u00dfen folgende K\u00f6nig Friedrich Wilhelm II. zu den Kr\u00f6nungsfeierlichkeiten mit seinem ganzen Hofstaat nach K\u00f6nigsberg angereist war und die Universit\u00e4t besuchte, hatte ihn der amtierende Rektor Immanuel Kant auf das Liebensw\u00fcrdigste begr\u00fc\u00dft, und ihn nach den akademischen Feierlichkeiten zum Dom geleitet.<\/p>\n<p>Vor dem Kirchenportal aber verabschiedete Kant die Majest\u00e4t mit dem Hinweis darauf, dass er selbst den \u201eAfterdienst\u201c eines Gottesdienstes nicht sch\u00e4tze und lie\u00df ihn mit seinem Gefolge allein in die Kirche ziehen.<\/p>\n<p>Der Philosoph hat es also nicht nur nicht vermocht, Gott als einen real existierenden physischen Teil der Welt zu erweisen, sondern er hat auch den weltlichen Zeremonien und Ritualen der Gottesverehrung misstraut. Und dennoch ist Gott in Kants Denken eine kaum zu \u00fcberbietende geistige Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>Das will ich zun\u00e4chst an einigen Beispielen vor Augen f\u00fchren, um anschlie\u00dfend bewusst zu machen, wie Kants Auszeichnung des G\u00f6ttlichen zu verstehen ist, um abschlie\u00dfend im letzten Teil anzudeuten, warum Kants philosophischer Umgang mit dem G\u00f6ttlichen von so au\u00dferordentlichem Einfluss auf die nachfolgenden Denker sein konnte. Auch dabei beschr\u00e4nke ich mich auf\u00a0einen\u00a0Punkt, der mit der eminenten Rolle des\u00a0Glaubens\u00a0und der\u00a0Hoffnung\u00a0zu tun hat.<\/p>\n<h3>Gott und die Welt<\/h3>\n<p>Als junger Magister und in der Erwartung, sich damit habilitieren zu k\u00f6nnen, hat Kant 1755 ein Buch ver\u00f6ffentlicht, das in der Geschichte der Astronomie Epoche gemacht hat. Es gelingt dem Autor, die Beschaffenheit ferner Sterne als\u00a0Galaxien\u00a0\u2013 und damit als weit entfernte \u201eMilchstra\u00dfen\u201c \u2013 zu deuten. Dar\u00fcber hinaus pr\u00e4sentiert er eine Hypothese zur\u00a0Entstehung\u00a0der\u00a0Sonnensysteme aus den sich in den Weiten des Kosmos in Millionen und Abermillionen F\u00e4llen verdichtenden rotierenden Gasnebeln.<\/p>\n<p>Kant kommt damit einer Auffassung nahe, die wir heute mit dem Zustand verbinden, der in der ersten Epoche nach dem sogenannten \u201eUrknall\u201c geherrscht haben d\u00fcrfe, ohne dass es eine Vorstellung davon gab, wie die Welt entstanden sein k\u00f6nnte. F\u00fcr Kant stand lediglich au\u00dfer Zweifel, dass es rein physikalische Ursachen gewesen sein d\u00fcrften, die alles in Bewegungen gesetzt haben d\u00fcrften. Dass Gott einfach nur gesprochen haben k\u00f6nne, so dass alles auf sein Wort hin entstanden sein k\u00f6nnte, hielt er f\u00fcr eine frommen Glauben, der zwar seine tiefere Bedeutung haben k\u00f6nne; aber die Entstehung des Kosmos, so war Kant \u00fcberzeugt, k\u00f6nne nur aus physikalischen Ursachen erkl\u00e4rt werden. Er schlug den Antagonismus von\u00a0Gravitation\u00a0und\u00a0Repulsion\u00a0vor, die in ihrem notwendigen Gegensatz in der Lage seien, alle Naturprozesse in Gang zu bringen. Mit Newton ging Kant davon aus, dass diese sich wechselseitig aufhebenden mechanischen Kr\u00e4fte in der Lage seien, die unbelebte wie auch die belebte Natur hervorzubringen.<\/p>\n<p>Das einzige, was Kant nicht aus dem Wirken der Elementarkr\u00e4fte von Anziehung und Absto\u00dfung ableiten konnte, war die Tatsache der\u00a0Existenz\u00a0des zun\u00e4chst gasf\u00f6rmigen\u00a0Stoffs, der das Universum f\u00fcllt und sich unter dem Druck von teils anziehenden und teils absto\u00dfenden Kr\u00e4fte immer mehr zu der Vielfalt der\u00a0Materien\u00a0verdichtet, aus denen die Sterne, die Planeten und alles, was sich in ihnen, auf ihnen und zwischen ihnen befindet. Er sah sich also nicht in der Lage, die Entstehung selbst zu erkl\u00e4ren. Somit blieb die Frage offen, woher die\u00a0Materie\u00a0stammt, aus der die Elemente der Welt bestehen.<\/p>\n<p>Kants Vermutung ist, die\u00a0Materie\u00a0m\u00fcsse\u00a0von\u00a0Gott\u00a0gegeben worden sein, und eben diese Sch\u00f6pfungstat sei auch schon alles, was Gott zur Welt beigetragen habe. Denn alles Weitere werde gleichsam von selbst durch das Zusammenwirken der elementaren physikalischen Kr\u00e4fte besorgt, die nat\u00fcrlich auch Gott so eingerichtet haben muss.<\/p>\n<p>Das ist, in denkbar knapper Fassung, die These, die Kant 1755 vertritt. F\u00fcnfunddrei\u00dfig Jahre sp\u00e4ter, also 1790, entwickelt Kant in seiner\u00a0Kritik der Urteilskraft\u00a0eine weiterf\u00fchrende \u00dcberlegung, wie es gedacht werden k\u00f6nne, dass die physikalischen Kr\u00e4fte in der Lage sind, auch die\u00a0Entstehung\u00a0des\u00a0Lebens\u00a0und den mit ihm auftretenden\u00a0Geist\u00a0zu begreifen. Kant lie\u00dfe sich somit als ein\u00a0Materialist\u00a0reinsten Wassers verstehen, wenn da nicht seine fortbestehende \u00dcberzeugung gewesen w\u00e4re, dass die\u00a0Materie, die aus der ihr innewohnenden\u00a0Energie\u00a0und der von ihr freigesetzten\u00a0Kr\u00e4fte\u00a0alles Folgende entstehen l\u00e4sst \u2013 diese Potenzen aber von niemand Geringerem als von\u00a0Gott\u00a0in die Welt eingebracht worden sind.<\/p>\n<p>Damit ist mit Blick auf den Ursprung nichts anderes gesagt, als dass Gott als\u00a0Urheber von allem, was es f\u00fcr den erlebnisf\u00e4higen Menschen gibt, namhaft gemacht werden kann. Nicht von ungef\u00e4hr stellen sich in der\u00a0Kritik der Urteilskraft\u00a0dann\u00a0auch\u00a0die Begriffe der\u00a0Physiko- und der\u00a0Ethikotheologie\u00a0ein.<\/p>\n<p>Vorrangig ist jedoch, dass Gott von Kant selbst noch in seiner kritischen Zeit, in der Gott, nach Heine, schon l\u00e4ngst \u201eunbewiesen\u201c in seinem Blute h\u00e4tte liegen sollen, weiterhin als Urheber der Welt begriffen werden muss, einer Welt, die diesem Urheber nicht nur in ihrem Anfangsimpuls, sondern auch in den nachfolgenden Etappen ihrer weiteren Entwicklung verbunden bleibt, weil ja auch die Kr\u00e4fte, die sie steuern, von Gott ins Werk gesetzt werden.<\/p>\n<p>Gott wird zwar nicht als Wesen gedacht, das jederzeit ins Weltgeschehen eingreifen kann. Aber als machtvoller\u00a0Initiator\u00a0des\u00a0physischen\u00a0wie auch des\u00a0organischen\u00a0Geschehens\u00a0der Welt hat der Gott, von dem Kant spricht, als die\u00a0Ursprungs- und Fortsetzungsinstanz\u00a0der Welt zu gelten. Nur zu\u00a0beweisen\u00a0\u2013 und noch nicht einmal zweifelsfrei zu\u00a0demonstrieren\u00a0ist er in diesen Funktionen nicht. Doch eben das soll sich sp\u00e4ter als der unsch\u00e4tzbarer Vorzug Gottes erweisen.<\/p>\n<h3>Die Selbstgen\u00fcgsamkeit Gottes<\/h3>\n<p>Der in seiner Existenz nicht zwingend zu beweisende Gott bekommt acht Jahre sp\u00e4ter von Kant einen\u00a0pr\u00e4gnanten Begriff,\u00a0und zwar in einer kleineren Schrift unter dem Namen\u00a0Der einzig m\u00f6gliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes. Sie erscheint 1763 und ist ausschlie\u00dflich einer Frage gewidmet, die in der nahezu zwanzig Jahre sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichen\u00a0Kritik der reinen Vernunft\u00a0zum zentralen Thema werden wird: Es geht um die\u00a0Erkennbarkeit Gottes\u00a0und um die M\u00f6glichkeit, \u00fcberhaupt von einem \u201eDasein Gottes\u201c zu sprechen.<\/p>\n<p>In detaillierten und h\u00f6chst anschaulichen Beispielen f\u00fchrt Kant vor Augen, was sich aus der Sicht der Philosophie anf\u00fchren l\u00e4sst, um das Wirken eines g\u00f6ttlichen Wesens anschaulich zu machen. Das reicht vollauf, um zu erkl\u00e4ren, warum sich das Interesse der Menschen auf Gott richtet. Nur im strikten\u00a0logischen\u00a0und\u00a0physikalischen\u00a0Sinn beweisen l\u00e4sst sich das \u201eDasein Gottes\u201c nicht. Auch in verbindlicher Weise demonstrieren l\u00e4sst sich die Existenz eines h\u00f6chsten Wesens nicht.<\/p>\n<p>H\u00e4tte Kant daraus die Konsequenz gezogen, dass es den in seinem Dasein nicht zweifelsfrei zu beweisenden Gott im strengen Sinn des Wortes gar nicht \u201egebe\u201c, h\u00e4tte er vielleicht schon damals den Argwohn der k\u00f6niglichen Religionsw\u00e4chter auf sich gezogen. Doch das geschah erst 1792 und unter der \u00c4gide des K\u00f6nigs, den Kant bei dessen Antrittsbesuch in K\u00f6nigsberg gar nicht mit in den Dom begleitet hatte. Elf Jahre nach der Publikation der ersten Vernunftkritik in der Regierungszeit Friedrichs des Gro\u00dfen hatte die Zensurbeh\u00f6rde Friedrich Wilhelms II einige religions- und kirchenkritische Aussagen in Kants 1792 erstem Beitrag zu seiner\u00a0Religion in den Grenzen der blo\u00dfen Vernunft\u00a0zum Anlass einer ernsthaften\u00a0k\u00f6niglichen\u00a0Verwarnung\u00a0genommen, die Kant den Verlust seiner Bez\u00fcge und seiner \u00c4mter angedrohte.<\/p>\n<p>Doch trotz des vom K\u00f6nig selbst unterschriebenen Reskripts hat sich Kant, nach einer gehorsamst vorgetragenen Bitte um Verst\u00e4ndnis, nicht davon abhalten lassen, den Text unver\u00e4ndert als erstes Kapitel in seine\u00a0Religionsschrift\u00a0von 1793 zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Doch ganz gleich, wie die politischen Umst\u00e4nde 1763 beschaffen waren: Die Idee einer Zensur kam 1763 schon deshalb nicht auf, weil Kant im Schlussabschnitt des Buches \u00fcber die\u00a0Demonstration eines Beweisgrunds f\u00fcr das Dasein Gottes\u00a0eine Redewendung gew\u00e4hlt hatte, die nicht nur ganz und gar\u00a0unverd\u00e4chtig\u00a0war, sondern die als \u00addenkbar\u00a0gr\u00f6\u00dfte\u00a0Auszeichnung\u00a0f\u00fcr ein g\u00f6ttliches Wesen angesehen werden kann: Kant spricht von einem Gott, der sich in jeder Hinsicht\u00a0selbst\u00a0gen\u00fcgt! Die Rede ist von der \u201eAllgenugsamkeit Gottes\u201c:<\/p>\n<p>\u201eGott ist allgenugsam. Was\u00a0da\u00a0ist, sei es m\u00f6glich oder wirklich, das ist nur\u00a0etwas, in so fern es durch\u00a0ihn\u00a0[durch Gott] gegeben ist. Eine menschliche Sprache kann den Unendlichen so zu sich selbst reden (!) lassen:\u00a0Ich bin von Ewigkeit zu Ewigkeit, au\u00dfer mir ist nichts, ohne in so fern es durch mich\u00a0(!)\u00a0etwas\u00a0(!)\u00a0ist.\u00a0Dieser Gedanke, der erhabenste unter allen, ist noch sehr vernachl\u00e4ssigt, oder mehrenteils gar nicht ber\u00fchrt worden.\u201c<\/p>\n<p>Wohl gemerkt: Der sich selbst gen\u00fcgende Gott hat es noch nicht einmal n\u00f6tig, zu anderen seiner selbst zu sprechen. Er spricht hier zu sich selbst \u00fcber sich selbst \u2013 und Kant ist der Ansicht, diese Selbstauszeichnung Gottes sei bislang noch nie angemessen verstanden worden.<\/p>\n<p>Das ist eine gro\u00dfartige Stelle, die in ihrer rhetorischen Anlage wie auch nach ihrem philosophisch-theologischen Gehalt un\u00fcberbietbar ist. Hinzu kommt, dass Kant das derart gekennzeichnete Wesen Gottes aus der Sicht des Menschen \u201e\u00fcberzeugend\u201c nennt und das \u00fcberdies vom Beweis durch stringente Argumente oder durch anschauliche Demonstration unterscheidet: \u201eEs ist durchaus n\u00f6thig\u201c, so beendet Kant seine fr\u00fche Schrift \u00fcber den\u00a0Beweisgrund, \u201edass man sich vom Dasein Gottes \u00fcberzeuge; es ist aber nicht ebenso n\u00f6thig, dass man es\u00a0demonstrire\u00a0[oder\u00a0beweise].\u201c<\/p>\n<h3>Gott im Widerstreit<\/h3>\n<p>Nach diesem Blick auf einen fr\u00fchen Text Kants d\u00fcrfte es gerechtfertigt sein, nicht n\u00e4her auf die\u00a0Antinomien\u00a0der\u00a0Kritik\u00a0der\u00a0reinen\u00a0Vernunft\u00a0einzugehen, in denen es Kant gelingt, die Destruktion der ontologischen Gotteslehre mit Hilfe eines einzigartigen literarischen Kunstgriffs zu inszenieren. Dass Leser wie Moses Mendelssohn so ersch\u00fcttert und K\u00fcnstler wie Heinrich Heine so nachhaltig beeindruckt waren, hat auch mit dem buchtechnischen Kabinettst\u00fcck zu tun, mit dem Kant die Aporien einer mit absolutem Wahrheitsanspruch auftretenden philosophischen Metaphysik zu Fall bringt:<\/p>\n<p>Auf der\u00a0linken\u00a0Buchseite wird mit bezwingender Logik dargetan, dass die Welt einen\u00a0Anfang\u00a0hat und auf der direkt gegen\u00fcberliegenden\u00a0rechten\u00a0Seite wird mit der gleichen Stringenz bewiesen, dass nur das\u00a0Gegenteil\u00a0der Fall sein kann.<\/p>\n<p>Entsprechend verf\u00e4hrt Kant auch mit dem Gegensatz von\u00a0Freiheit\u00a0und\u00a0Kausalit\u00e4t, mit dem von der\u00a0Existenz\u00a0und\u00a0Nicht-Existenz Gottes\u00a0und schlie\u00dflich mit der Frage, ob er innerhalb der Welt oder auch au\u00dferhalb derselben etwas schlechthin\u00a0Notwendiges\u00a0gibt oder nicht. Die von Kant aufgestellten Gegens\u00e4tze schlie\u00dfen sich wechselseitig aus und werden doch beide in den auch buchtechnisch sichtbar gemachten parallelen Beweisschritten als die jeweils\u00a0einzig\u00a0zul\u00e4ssige\u00a0Wahrheit\u00a0dargetan.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte tats\u00e4chlich als die \u201eZermalmung\u201c der Gottesfrage verstanden werden, wenn Kant nicht im selben Zusammenhang, scheinbar beil\u00e4ufig, den Ausdruck wiederholte, mit dem er sein vor Jahren publiziertes Buch \u00fcber die\u00a0Demonstration des Daseins Gottes\u00a0geendet hatte. Ich zitiere aus der angeblich die Gotteslehre endg\u00fcltig destruierenden\u00a0Kritik der reinen Vernunft:<\/p>\n<p>\u201eDie transzendentale Idee von einem nothwendigen allgenugsamen [!] Urwesen [wie Gott hier in kritischer Distanz genannt wird, V.G.] ist so \u00fcberschwenglich gro\u00df, so hoch \u00fcber alles Empirische, das jederzeit bedingt ist,\u00a0erhaben, da\u00df man theils niemals Stoff genug in der Erfahrung auftreiben kann, um einen solchen Begriff zu f\u00fcllen, theils immer unter dem Bedingten herumtappt und stets vergeblich nach dem Unbedingten, wovon uns kein Gesetz irgend einer empirischen Synthesis ein Beispiel oder dazu die mindeste Leitung giebt, suchen wird.\u201c<\/p>\n<p>Hinzu kommt einige Kapitel sp\u00e4ter, in der\u00a0Transzendentalen\u00a0Methodenlehre\u00a0der\u00a0Kritik der reinen Vernunft\u00a0\u2013 und zwar im drittletzten Abschnitt \u2013 eine folgenschwerere Er\u00f6rterung\u00a0Vom Meinen, Wissen und Glauben. Sie muss als \u00dcberleitung zu den beiden noch folgenden Vernunftkritiken \u00fcber die\u00a0praktische\u00a0Vernunft\u00a0(1788) und die\u00a0Kritik der Urteilskraft\u00a0(1790) verstanden werden. Und in beiden spielt der\u00a0Glauben, wenn auch unter verschiedenen Titeln und mit unterschiedlichen Leistungen, eine entscheidende, f\u00fcr Kants kritisches Denken ma\u00dfgebliche Rolle.<\/p>\n<h3>Das Sch\u00f6ne und das Erhabene<\/h3>\n<p>Mit dieser Einsicht kann man es sich ersparen, mit textnaher Akribie den Abschnitt \u00fcber\u00a0Meinen, Wissen und Glauben\u00a0durchzunehmen, um zu zeigen, wie stark Kant, der, soweit es m\u00f6glich ist, vom\u00a0menschlichen\u00a0Wissen\u00a0ausgeht. Aber mit Blick auf das\u00a0moralische\u00a0Handeln\u00a0und das \u00e4sthetische\u00a0Urteilen\u00a0kommt man damit nicht weit. Hier kommt es wesentlich an auf die\u00a0mitmenschliche\u00a0Selbstsch\u00e4tzung, auf das\u00a0Bewusstsein\u00a0der\u00a0personalen\u00a0W\u00fcrde\u00a0sowie das\u00a0Gef\u00fchl\u00a0der\u00a0Achtung\u00a0f\u00fcr alles das, was der Mensch als ihm ma\u00dfgeblich \u00fcberlegen empfindet. Moral und menschliche Lebensf\u00fchrung sind niemals allein durch\u00a0Wissen,\u00a0Geschicklichkeit\u00a0und technisches K\u00f6nnen fundiert. Sie bed\u00fcrfen vielmehr der Leitung und der St\u00fctze durch das\u00a0Meinen\u00a0und das\u00a0F\u00fcr-wahr-halten\u00a0sowie \u2013 und dies keineswegs zuletzt \u2013 des\u00a0Glaubens.<\/p>\n<p>Auf dem Feld der \u00c4sthetik stehen einerseits das\u00a0Gef\u00fchl f\u00fcr das Sch\u00f6ne\u00a0und andererseits die\u00a0Empf\u00e4nglichkeit\u00a0f\u00fcr\u00a0das\u00a0Erhabene, das im\u00a0Erleben einer \u00dcberw\u00e4ltigung\u00a0durch einen grunds\u00e4tzlich \u00fcberlegenen sinnlichen Eindruck und dem sich gleichwohl einstellenden\u00a0Gl\u00fcck, ihm mit eigener Kraft standzuhalten, m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Die sinnliche Komplexit\u00e4t im affektiven \u00dcberschwang des \u00e4sthetischen Urteils sowohl mit Blick auf das Sch\u00f6ne wie auch unter dem optischen oder akustischen Eindruck einer uns erschauern lassenden \u00dcbermacht des Erhabenen kann v\u00f6llig frei von religi\u00f6sen Assoziationen sein! Und dennoch r\u00fchren sie an das G\u00f6ttliche, so dass es uns nicht wundert, wenn Kant in dem Versuch, den Eindruck der absoluten Selbstbez\u00fcglichkeit des \u201eallgenugsamen\u201c g\u00f6ttlichen Wesens zu beschreiben, das Attribut des Erhabenen verwendet. Das ist so viel und so wenig fromm, wie das Duett in Mozarts\u00a0Zauberfl\u00f6te, in dem sich Tamina und Papageno wechselseitig versichern, dass die Liebe zwischen Weib und Mann \u201ean die Gottheit\u201c reichen.<\/p>\n<h3>Achtung, Glaube, Hoffnung<\/h3>\n<p>Dass die Moralphilosophie Kants auf einem Fundament aufruht, das niemals blo\u00df aus\u00a0Wissen\u00a0und\u00a0rationaler Einsicht\u00a0bestehen kann, wurde schon betont. In der Lehre von den\u00a0Triebfedern der reinen praktischen Vernunft\u00a0wird das zum Thema. Viele uns allen wohl vertraute Gef\u00fchle, auch solche, die wir uns nur zu gern moralisch zugutehalten, werden im Text genannt, ohne jedoch vor Kants strengem Urteil Gnade zu finden. So geht es mit dem \u201eWohlwollen gegen sich selbst\u201c oder dem \u201eWohlgefallen an sich selbst\u201c, so viel Humanit\u00e4t und Menschenliebe in sie auch gemischt sein m\u00f6gen.<\/p>\n<p>Aber dann wird von Kant ein \u201epositives Gef\u00fchl\u201c genannt, das \u201enicht empirischen Ursprungs ist und a priori erkannt wird\u201c. Es ist die \u201eAchtung f\u00fcrs moralische Gesetz\u201c, von der es hei\u00dft: Es sei ein \u201eGef\u00fchl\u201c, \u201ewelches durch einen intellectuellen Grund gewirkt wird, und dieses Gef\u00fchl ist das einzige, welches wir v\u00f6llig a priori erkennen, und dessen Nothwendigkeit wir einsehen k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p>Auch dieses Gef\u00fchl hat, wie die des Erhabenen, eine ihr innewohnende paradoxe Verfassung. Denn in ihr wird das moralische Gesetz als etwas erkannt, was uns als \u201eBestimmungsgrund unseres Willens in unserem Selbstbewusstsein dem\u00fcthigt\u201c, uns aber dennoch veranlasst, ihm zu folgen.<\/p>\n<p>Dieses Gef\u00fchl ist, so Kant, durchaus \u201eauch\u00a0positiv\u201c und kann so als \u201eBestimmungsgrund\u201c unseres Willens angesehen werden, ein Grund, der f\u00fcr sich \u201eAchtung\u201c verdient. Und damit, so schlie\u00dft Kant, k\u00f6nne das moralische Gesetz nicht nur objektiv, sondern auch \u201esubjectiv ein Grund der Achtung\u201c sein. Und mit dieser Erg\u00e4nzung werden \u201e\u00dcberzeugung\u201c und letztlich auch \u201eAchtung\u201c und \u201eGef\u00fchl\u201c als unverzichtbare philosophische Basiskr\u00e4fte rehabilitiert.<\/p>\n<p>Wie soll man zur\u00a0Achtung\u00a0f\u00e4hig sein, wenn man nicht Motive hat, die \u00fcber den Augenblick hinausgehen und die Lebensf\u00fchrung eines Menschen insgesamt betreffen? Auf diese Frage ist die\u00a0Dialektik\u00a0der\u00a0Kritik der praktischen Vernunft\u00a0bezogen, in der Kant davon spricht, dass die menschliche Vernunft in dem, was sie einem Menschen anr\u00e4t,\u00a0Postulate\u00a0ben\u00f6tigt, die es ihm erlauben, etwas als f\u00fcr ihn als Person\u00a0als\u00a0so\u00a0verbindlich\u00a0anzusehen, dass er sich nicht nur dann und wann, sondern \u00fcberhaupt in seinem Leben, nach den Prinzipien der Vernunft, richten k\u00f6nnen sollte.<\/p>\n<p>Und hier besteht das entscheidende Postulat f\u00fcr Kant darin, dass es diesen sich selbst gen\u00fcgenden, gar nicht auf die Welt angewiesenen und dennoch alle ihre Kr\u00e4fte in sich vereinigenden\u00a0Gott, derart f\u00fcr den Menschen gibt, dass er als\u00a0Urheber der gesamten Natur\u00a0und als\u00a0Grund von allem\u00a0gelten kann.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich\u00a0wissen\u00a0wir nicht, ob es so ist, und wir k\u00f6nnen auch k\u00fcnftig nicht auf Beweise rechnen. Aber wenn wir dies nicht in unserem\u00a0moralischen Glauben\u00a0als f\u00fcr uns verbindlich annehmen, verlieren wir nicht nur die \u00dcberzeugung von der\u00a0Einheit\u00a0unserer\u00a0Person, sondern wir k\u00f6nnen es auch nicht l\u00e4nger f\u00fcr m\u00f6glich halten, ob das, was wir in jeder f\u00fcr uns als bedeutsam angesehenen Handlung tun, auch nur von der\u00a0geringsten Bedeutung f\u00fcr das ist, was wir in der Welt tun!<\/p>\n<p>Das\u00a0Postulat vom Dasein Gottes\u00a0erlaubt uns somit, von der \u00dcberzeugung einer\u00a0inneren Einheit unserer Person\u00a0und von dem\u00a0Glauben\u00a0an die \u00dcbereinstimmung\u00a0zwischen dem, was wir tun, und dem, was wir als die Welt begreifen, auszugehen. Ohne dieses Postulat verlieren wir nicht nur unsere\u00a0Identit\u00e4t als Person\u00a0im\u00a0strengen\u00a0Sinn\u00a0des\u00a0Wortes. Vielmehr geht so auch der\u00a0Zusammenhang\u00a0mit\u00a0der\u00a0Welt, den das von uns\u00a0geglaubte\u00a0Dasein Gottes garantiert, ein f\u00fcr allemal verloren!<\/p>\n<p>Zwar, um das noch einmal zu betonen,\u00a0wissen\u00a0wir nicht, dass es so ist. Schon der Versuch, es wissen zu wollen, w\u00fcrde unsere Kr\u00e4fte \u00fcbersteigen. Aber unter der Pr\u00e4misse des Postulats k\u00f6nnen wir immerhin die\u00a0Hoffnung\u00a0haben, dass es so ist. Und es ist diese\u00a0Hoffnung, von der Kant sagt, dass mit ihr die Religion anhebt.<\/p>\n<h3>Moralische Glaubw\u00fcrdigkeit<\/h3>\n<p>Das, was ich hier in aller K\u00fcrze vorgetragen habe, wird so schnell vermutlich niemand nachvollziehen k\u00f6nnen. Also insistiere ich noch einen Moment auf diesem Punkt der\u00a0moralischen\u00a0Glaubw\u00fcrdigkeit, die das Postulat vom Dasein Gottes erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Es l\u00e4sst uns n\u00e4mlich erkennen, wie das unscheinbar erscheinende kleine Lehrst\u00fcck \u00fcber\u00a0Wissen, Meinen und Glauben\u00a0am Ende der\u00a0Kritik der reinen Vernunft\u00a0auch die praktisch bedeutsamen philosophischen Disziplinen der\u00a0Moral, der \u00c4sthetik und der\u00a0Theologie\u00a0auf eine neue Grundlage stellen! Hier wird\u00a0der Glauben als Fundament grundlegender Aussagen der kritischen Philosophie Kants\u00a0\u00fcberhaupt\u00a0anerkannt!<\/p>\n<p>Damit ist auch die Voraussetzung daf\u00fcr geschaffen, dass die Philosophie tats\u00e4chlich auf alle von ihm wiederholt betonten\u00a0Grundfragen\u00a0der\u00a0Philosophie:\u00a0Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?\u00a0philosophisch gerechtfertigte Antworten in Aussicht zu stellen vermag. Und da Kant die drei Leitfragen der Philosophie wiederholt in\u00a0eine\u00a0einzige\u00a0Frage\u00a0einm\u00fcnden l\u00e4sst, ist zugleich beantwortet, dass nicht nur dem\u00a0Wissen\u00a0und\u00a0Meinen, sondern auch dem\u00a0Glauben\u00a0eine grundlegende Rolle in der\u00a0Selbstsch\u00e4tzung\u00a0des\u00a0Menschen\u00a0zukommt.\u00a0Der Mensch ist, so darf man ohne \u00dcbertreibung \u2013 und ohne theologischen Hintergedanken \u2013 sagen,\u00a0notwendig auf den Glauben angewiesen.<\/p>\n<p>Das d\u00fcrfte in der Beziehung zwischen \u201eMeinen\u201c und \u201eGlauben\u201c niemanden \u00fcberraschen. Doch es lohnt sich \u2013 angesichts des verbreiteten Szientismus und S\u00e4kularismus \u2013 sehr wohl, die wechselseitige Angewiesenheit von Glauben und Wissen zu exponieren.<\/p>\n<p>Denn angesichts der landl\u00e4ufigen Meinung, Kant habe Gott \u00fcber die Klinge springen lassen, so dass er, insbesondere auch nach Nietzsches Wort \u201eGott ist tot\u201c und mit Marxens Gassenhauer von Gott als dem \u201eOpium f\u00fcrs Volk\u201c, auch philosophisch in Ruhe gelassen werden sollte, ist es durchaus erheblich, sich klar zu machen, dass Kant, der Gott nicht erst mit der\u00a0Kritik der reinen Vernunft, sondern schon lange vorher f\u00fcr gar nicht beweisbar gehalten hat, dennoch auch aus der Sicht des aufgekl\u00e4rten Menschen von Gott mit guten Gr\u00fcnden sagen kann, dass der Mensch auf Gott angewiesen bleibt.<\/p>\n<h3>Mensch und Menschheit<\/h3>\n<p>Abschlie\u00dfend brauche ich nur noch kenntlich zu machen, wie die Frage\u00a0\u201eWas ist der Mensch?\u201c\u00a0mit der\u00a0Hoffnung\u00a0verbunden ist. Man ahnt es bereits, wenn man in der\u00a0Triebfedernlehre\u00a0der\u00a0Kritik der praktischen Vernunft\u00a0liest, dass Kant das Ineinander von\u00a0Dem\u00fctigung\u00a0in der Pflichterf\u00fcllung und der sich damit zugleich einstellenden\u00a0Selbstaufwertung\u00a0des Menschen am Beispiel einer neutestamentarischen Botschaft illustriert. Das Bemerkenswerte dieses Beispiels ist, dass es auch die innere Beziehung zwischen dem G\u00f6ttlichen und dem Menschlichen offenlegt. Das Zitat lautet:<\/p>\n<p>\u201eLiebe Gott \u00fcber alles und deinen N\u00e4chsten als dich selbst.\u201c<\/p>\n<p>In der Auslegung des Satzes hebt Kant hervor, dass man Gott nicht lieben kann wie einen anderen Menschen, denn Gott sei \u201ekein Gegenstand der Sinne\u201c:<\/p>\n<p>\u201eGott lieben, hei\u00dft in dieser Bedeutung, seine Gebote\u00a0gerne\u00a0thun; den N\u00e4chsten lieben, hei\u00dft, alle Pflicht gegen ihn\u00a0gerne\u00a0aus\u00fcben.\u201c<\/p>\n<p>Und zu dieser inneren, aus eigenem Antrieb erf\u00fcllten Pflicht gegen\u00fcber dem N\u00e4chsten geh\u00f6rt bei aller Freiwilligkeit: \u00dcberwindung \u2013 oder, wie Kant sagt, \u201eAufopferung\u201c, die er als eine \u201einnere N\u00f6thigung\u201c versteht.<\/p>\n<p>M\u00f6glich ist sie nur unter einer weiteren Voraussetzung, die Kant schon in der\u00a0Grundlegung zur\u00a0Metaphysik\u00a0der\u00a0Sitten\u00a0(1785)\u00a0in Anspruch nimmt, dass der Mensch zu seiner Einheit als Person letztlich nur darin findet, dass er sich als einen\u00a0integralen\u00a0Teil\u00a0der\u00a0Menschheit\u00a0begreift:<\/p>\n<p>\u201eHandle so, da\u00df du die Menschheit in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals blo\u00df als Mittel brauchst.\u201c<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte man als eine unerh\u00f6rte Anma\u00dfung ansehen, die jeden Menschen \u00fcberfordert. Tats\u00e4chlich aber ist sie Bestandteil einer jeden Berufung auf die W\u00fcrde der eigenen Person und den Anspruch auf Achtung dieser Person durch jeden anderen Menschen.<\/p>\n<p>Das geh\u00f6rt inzwischen zu den\u00a0Pr\u00e4missen des Menschenrechts\u00a0und ist Bestandteil nicht nur der\u00a0Charta\u00a0der\u00a0Vereinten Nationen\u00a0und einer stattlichen Anzahl nationaler Verfassungen. Bestimmungen dieser Art werden zwar von vielen Menschen missachtet und auch von vielen als pure Ideologie angesehen. Aber jene, die es f\u00fcr m\u00f6glich erachten, dergleichen Bestimmung f\u00fcr sinnvoll und begr\u00fcndbar zu halten, d\u00fcrften es nicht als abwegig ansehen, die Rationalit\u00e4t in Kants Postulat vom Dasein Gottes als durchaus praxistauglich anzunehmen. Denn die Koh\u00e4renz zwischen Person und Weltbegriff, die Kants Postulat zu fassen sucht, wird auch in der m\u00f6glichen Deckung zwischen Mensch und Menschheit unterstellt.<\/p>\n<p>Allein mit diesem Vertrauen auf die Verbindung von Mensch und Menschheit, ja, bereits im Anspruch auf die W\u00fcrde des einzelnen Menschen, liegt ein Glauben, der ohne den Glauben an eine diesen Zusammenhang allererst erm\u00f6glichende, umfassende Macht, nicht m\u00f6glich w\u00e4re. Gott, so kann man, ohne damit im konfessionellen Sinn \u201ereligi\u00f6s\u201c zum werden, sagen, ist es, der uns im vollen Sinn des Wortes zu Menschen macht.<img decoding=\"async\" src=\"debatte_4_2022_29_LINKS_BACKUP-web-resources\/image\/1.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur au\u00dferhalb der Philosophie ist von Kants Gottesverst\u00e4ndnis oft selten mehr im Ged\u00e4chtnis geblieben, als Heinrich Heines Wort, Kant habe seinen Gott \u201e\u00fcber die Klinge\u201c springen lassen, der seitdem \u201eunbewiesen in seinem Blute\u201c schwimme. 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