{"id":32078,"date":"2023-07-17T14:32:24","date_gmt":"2023-07-17T12:32:24","guid":{"rendered":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/?media-library=religioese-bildung-thomas-mann"},"modified":"2024-12-12T15:19:36","modified_gmt":"2024-12-12T14:19:36","slug":"was-ist-das-oder-von-gottes-gemuetsart-religioese-bildung-in-den-romanen-thomas-manns-2","status":"publish","type":"media-library","link":"https:\/\/kath-akademie-bayern.de\/en\/mediathek-eintrag\/was-ist-das-oder-von-gottes-gemuetsart-religioese-bildung-in-den-romanen-thomas-manns-2\/","title":{"rendered":"&#8222;Was ist das?&#8220; oder von &#8222;Gottes Gem\u00fctsart&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Religi\u00f6se Bildung \u2013 das ist so eine Sache bei einem mehrfachen Sitzenbleiber ohne Abitur, der freilich zigfacher Ehrendoktor mehrerer Universit\u00e4ten weltweit geworden ist (in Bonn sogar zweimal) und Ehrenprofessor seiner Vaterstadt L\u00fcbeck ebenso wie der Princeton University war. Und so darf ich Sie auf f\u00fcnf Teile vorbereiten, die uns durch das erz\u00e4hlerische Werk f\u00fchren sollen, vom Roman \u201eBuddenbrooks\u201c aus dem Jahr 1901 bis zur Legende vom S\u00fcnder-Papst Gregorius im Roman \u201eDer Erw\u00e4hlte\u201c, erschienen ein halbes Jahrhundert sp\u00e4ter, 1951. Am besten beginnen wir wenige Schritte von hier am Wirtshaus Seerose, wo im Jahr 2003 auf Initiative des Thomas-Mann-Forums M\u00fcnchen eine Gedenktafel angebracht wurde.<\/p>\n<h3>I.<\/h3>\n<p>Die Tafel weist darauf hin, dass der damals 25-j\u00e4hrige junge Autor Thomas Mann im Sommer 1900, nach dreij\u00e4hriger Arbeit, seinen Roman \u201eBuddenbrooks. Verfall einer Familie\u201c hier, im dritten Stock des Hauses Feilitzschstra\u00dfe 5 (heute 32), beendet hat. Um die Tafel graphisch etwas interessanter zu gestalten, haben der K\u00fcnstler Joachim Jung und ich uns \u00fcberlegt, die ersten drei gesprochenen Worte des Romans, \u201eWas ist das\u201c und die letzten drei gesprochenen Worte \u201eEs ist so\u201c in der Handschrift Thomas Manns abzubilden. Das hatte gute Gr\u00fcnde. Thomas Mann selbst hat in einem fr\u00fchen Notizbuch festgelegt, dass sein Roman mit \u201eWas ist das\u201c beginnen und mit \u201eEs ist so\u201c enden sollte, dass also diese sechs W\u00f6rter die Kompositionsklammer der \u201eBuddenbrooks\u201c bilden sollten. Nun aber sind, wie zu zeigen ist, dieser Anfang und dieser Schluss des Romans besonders stark religi\u00f6s bestimmt, ja, haben direkt mit religi\u00f6ser Bildung zu tun!<\/p>\n<p>Die erste Seite des Romans, dessen Handschrift im Zweiten Weltkrieg in M\u00fcnchen verbrannt ist, hat sich als Fragment einer fr\u00fchen Fassung erhalten. Wir sehen das, was Thomas Mann im Notizbuch als \u201eAnfang\u201c festgelegt hat: \u201e\u2018Was ist das. \u2013 Was \u2013 ist das \u2026\u2018\u201c. Wir platzen als Leser mitten in ein Examen hinein. Im Jahr 1835 sitzt die achtj\u00e4hrige Antonie Buddenbrook, genannt Tony, auf den Knien ihres Gro\u00dfvaters und stammelt \u201eWas ist das\u201c. Es gibt kein Fragezeichen, daf\u00fcr zwei Gedankenstriche und drei Punkte: Die Kleine scheitert, sie kommt raus, wei\u00df nicht mehr weiter. Und ihr Gro\u00dfvater macht sich \u00fcber sie lustig: \u201eJe, den D\u00fcwel ook, c\u2019est la question, ma tr\u00e8s ch\u00e8re demoiselle.\u201c Im plattdeutschen Dialekt beschw\u00f6rt er den Teufel und \u00fcberl\u00e4sst im Franz\u00f6sisch der h\u00f6heren St\u00e4nde die Frage seinem lieben Fr\u00e4ulein.<\/p>\n<p>Aus der Bredouille des Versagens hilft Tony ihre Mutter heraus, die dem T\u00f6chterchen vorsagt \u201eTony (\u2026) ich glaube da\u00df mich Gott \u2013 \u201c, und da wei\u00df Tony weiter, wiederholt nochmal \u201eWas ist das\u201c, spricht darauf langsam \u201eIch glaube, da\u00df mich Gott\u201c, kommt wieder hinein und setzt \u201ew\u00e4hrend ihr Gesicht sich aufkl\u00e4rte, rasch hinzu: \u201a \u2013 geschaffen hat samt allen Kreaturen\u2018, war pl\u00f6tzlich auf glatte Bahn geraten und schnurrte nun, gl\u00fcckstrahlend und unaufhaltsam, den ganzen Artikel daher, getreu dem Katechismus, wie er soeben, Anno 1835, unter Genehmigung eines hohen und wohlweisen Senates, neu revidiert herausgegeben war.\u201c<\/p>\n<p>Wir Leser werden ebenfalls \u201eaufgekl\u00e4rt\u201c \u2013 Tonys Frage \u201eWas ist das?\u201c bezieht sich im Kleinen Katechismus Dr. Martin Luthers mit seinen \u201eerl\u00e4uternden Spr\u00fcchen\u201c nach dem ersten Hauptst\u00fcck mit den zehn Geboten auf das zweite Hauptst\u00fcck \u201eDas christliche Glaubensbekenntnis\u201c und da auf den ersten Artikel \u201eVon der Sch\u00f6pfung\u201c, der beginnt: \u201eIch glaube an Gott den Vater, allm\u00e4chtigen Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erden.\u201c<\/p>\n<p>Dieser Artikel wird nun aber nicht nur nicht zitiert, er kommt, wie die Handschrift deutlich zeigt, \u00fcberhaupt nicht vor. \u201eBuddenbrooks\u201c beginnen mit einem Nicht-Text, mit einem Nicht-Zitat, und wenn es nicht so schrecklich neumodisch kl\u00e4nge, m\u00fcsste man hier von einer Dekonstruktion sprechen, denn was liegt hier anderes vor als eine Zerlegung oder Aufl\u00f6sung? Wir k\u00f6nnten auch sagen, dass der nicht gesprochene oder nicht zitierte erste Glaubensartikel zur unsichtbaren Vor-Geschichte der Erz\u00e4hlung geh\u00f6rt, dass der Anfang gar kein richtiger Anfang ist im Sinne des \u201eEs war einmal\u201c, sondern eben ein unmittelbarer Einstieg in ein Gespr\u00e4ch oder, wie hier, in ein religi\u00f6ses Examen.<\/p>\n<p>Tony \u201eschnurrte nun (\u2026) den ganzen Artikel daher\u201c, also ohne tieferes Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr. Und ihr Gro\u00dfvater mokiert sich \u00fcber den Passus, dass Gott \u201eKleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, \u00c4cker, Vieh und alle G\u00fcter\u201c gegeben habe und fragt als Gesch\u00e4ftsmann seine Enkelin, \u201ewieviel sie f\u00fcr den Sack Weizen n\u00e4hme, und [erbietet] sich, Gesch\u00e4fte mit ihr zu machen\u201c. Johann Buddenbrook erweist sich hier als \u201eobjektiver Rationalist\u201c und entspricht damit dem f\u00fcr das Haus Buddenbrook zust\u00e4ndigen Pastor Wunderlich, der f\u00fcr das \u201eTatchristentum\u201c steht. Doch der auswendig gelernte Katechismus-Text und der Spott, mit dem der Gro\u00dfvater die Glaubenslehre kommentiert, sind \u2013 zusammen mit dem im Dialekt versteckten \u201eD\u00fcwel\u201c oder Teufel \u2013 zugleich die ersten Zeichen des Verfalls dieser Familie.<\/p>\n<p>Schon der Eingang zu \u201eBuddenbrooks\u201c ist also eine Lehrstunde in religi\u00f6ser Bildung. Wir k\u00f6nnten uns nun auf die komischen Jerusalemabende im Hause Buddenbrook einlassen, mit ihren \u201eausgedehnten Morgen- und Abendandachten\u201c, oder die Rollen der verschiedenen Pastoren durch die vier Generationen referieren, vom Tatchristentum des Pastor Wunderlich, \u00fcber die Doppelmoral des Pastor K\u00f6lling und der raffgierigen \u201eReisepastoren\u201c bis zum eitlen Schauspieler-Pastor Pringsheim. Zuletzt erlebt der kleine Hanno Buddenbrook das Christentum im Religionsunterricht des Oberlehrers Ballerstedt nur noch als perversen preu\u00dfischen Schuldrill, bei dem sich die \u201ereligi\u00f6se Unterweisung auf das sture Abh\u00f6ren biblischer Vieh-Statistiken aus dem Buche Hiob\u201c beschr\u00e4nkt und der Schuldirektor als \u201eder liebe Gott\u201c Angst und Schrecken verbreitet.<\/p>\n<p>Doch es gibt ja noch die Schlussformel, das \u201eEs ist so\u201c! Am \u201eSchlu\u00df des Romans\u201c, wie es im Notizbuch hei\u00dft, versammeln sich im leeren Haus \u201eacht Damen (\u2026) schwarz gekleidet\u201c, also in Trauer, und nehmen Abschied. Das Gespr\u00e4ch kommt am Ende auf die vielen Verstorbenen der Familie, und es stellt sich die Frage, oder besser: die Frage aller Fragen: ob man sich im Jenseits wiedersieht. Tony, der das Leben, wie sie immer wieder betont, so arg mitgespielt hat, ist skeptisch, und meint \u201eWenn es so w\u00e4re\u2026\u201c, wieder mit drei Punkten ins Unbestimmte hinein, wie zu Beginn des Romans bei der Frage \u201eWas ist das?\u201c.<\/p>\n<p>Da kommt am Tisch die Lehrerin Therese, genannt Sesemi Weichbrodt \u201ein die H\u00f6he, so hoch sie nur konnte. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, reckte den Hals, pochte auf die Platte, und die Haube zitterte auf ihrem Kopfe. \u201aEs ist so!\u2018 sagte sie mit ihrer ganzen Kraft und blickte alle herausfordernd an.\u201c Ob Eschatologie oder Auferstehung, das ist keine Frage: \u201eEs ist so\u201c \u2013 Sesemi Weichbrodt wei\u00df, dass man sich im Jenseits wiedersieht. \u201eWas ist das?\u201c \u2013 das war die Katechismus-Frage zum ersten Glaubenssatz. Das \u201eEs ist so\u201c schlie\u00dft die Klammer des Romans zur Jenseits-Vergewisserung und variiert zugleich das Schlusswort der kathechetischen Erl\u00e4uterung: \u201eDas ist gewi\u00dflich wahr.\u201c<\/p>\n<p>Die drei letzten Worte der Sesemi Weichbrodt sind aber nicht das Schlusswort des Romans. Das lautet: \u201eSie stand da, eine Siegerin in dem guten Streite, den sie w\u00e4hrend der Zeit ihres Lebens gegen die Anfechtungen von seiten ihrer Lehrerinnenvernunft gef\u00fchrt hatte, bucklig, winzig und bebend vor \u00dcberzeugung, eine kleine, strafende, begeisterte Prophetin\u201c. \u201eProphetin\u201c lautet also das letzte Wort des Romans, und damit beginnt bei Thomas Mann ein sonderbarer Prophetenreigen.<\/p>\n<h3>II.<\/h3>\n<p>Der n\u00e4chste \u201aProphet\u2018 im Werk Thomas Manns ist der Held Lobgott Piepsam in der Groteske \u201eDer Weg zum Friedhof\u201c. Der \u00e4rgert sich \u00fcber einen falsch fahrenden Radfahrer und pervertiert in einer apokalyptischen Wutrede das Bild- und Textprogramm des damals neuen M\u00fcnchner Nordfriedhofs; und so ist es kein Wunder, dass Lobgott, oder besser Schm\u00e4hgott Piepsam seine Rede nicht \u00fcberlebt. Ausf\u00fchrlich habe ich die Groteske in dem Buch \u00fcber Das R\u00e4tsel der Sphingen vom Nordfriedhof behandelt.<\/p>\n<p>Auf Lobgott Piebsam folgt im Prophetenreigen Thomas Manns der fanatische Savonarola-Imitator Hieronymus in der Novelle vom Schwert Gottes, \u201eGladius Dei\u201c. Der regt sich in einer Kunsthandlung am Odeonsplatz \u00fcber ein (in seinen Augen) gottesl\u00e4sterliches Madonnenbild auf und wird rausgeschmissen. Ist der Himmel am Anfang dieser Novelle mit den ber\u00fchmten Eingangsworten \u201eM\u00fcnchen leuchtete\u201c noch seidenblau gewesen, so hat er sich am Ende in einen schwefelgelben Gewitterhimmel verwandelt, und Hieronymus sieht darin \u00fcber der Feldherrnhalle \u201eein breites Feuerschwert stehen\u201c, das \u201eGladius Dei\u201c, das diese gottlose Kunst vernichten soll, und \u201emit einem versteckten und krampfigen Sch\u00fctteln seiner hinabh\u00e4ngenden Faust\u201c murmelt er, dass das \u201ecito et velociter\u201c, bald und schnell, geschehen solle!<\/p>\n<p>Die Novelle ist ein Nebenwerk zu Thomas Manns einzigem Theaterst\u00fcck, \u201eFiorenza\u201c, das 1492 im Florenz der Medici spielt. Darin ist der echte florentinische Bu\u00dfprediger Girolamo Savonarola der Gegenspieler des sterbenden Lorenzo de\u2018 Medici, genannt der Pr\u00e4chtige. Savonarola, heimlich verliebt in Lorenzos Frau, die sch\u00f6ne Fiore, gilt als \u201eProphet\u201c, und ist, nach seiner eigenen Aussage, zugleich K\u00fcnstler und Heiliger. Vor allem aber ist Savonarola ein Fanatiker, dessen Predigten sich gegen den Luxus Lorenzos, gegen die Sch\u00f6nheit der Fiore und gegen alles richtet, was nicht seiner Ideologie entspricht. Er endet im Feuer.<\/p>\n<p>Ihm gesellt sich in der Novelle \u201eBeim Propheten\u201c ein weiterer Fanatiker hinzu. In einer Dachkammer der Schwabinger Destouchesstra\u00dfe werden \u201eProklamationen\u201c eines gewissen Daniel vorgelesen (mit dem der Schwabinger \u201aKosmiker\u2018 Ludwig Derleth gemeint ist). Der religi\u00f6se Fanatismus, der die Welt erobern will und sich als ein \u201efieberhaftes und gereiztes Ich\u201c im \u201eGr\u00f6\u00dfenwahn\u201c versteigt, wirkt wie eine Synthese aus Lobgott Piepsam und Hieronymus:<\/p>\n<p>\u201eEs waren Predigten, Gleichnisse, Thesen, Gesetze, Visionen, Prophezeiungen und tagesbefehlartige Aufrufe, die in einem Stilgemisch aus Psalter- und Offenbarungston mit milit\u00e4risch-strategischen sowie philosophisch-kritischen Fachausdr\u00fccken in bunter und unabsehbarer Reihe einander folgten. Ein fieberhaftes und furchtbar gereiztes Ich reckte sich im einsamen Gr\u00f6\u00dfenwahn hervor und bedrohte die Welt mit einem Schwall von gewaltsamen Worten. Christus imperator maximus war sein Name, und er warb todbereite Truppen zur Unterwerfung des Erdballs (&#8230;). \u201aSoldaten!\u2019 schlo\u00df er, am \u00e4u\u00dfersten Ende seiner Kraft, mit versagender Donnerstimme: \u201aIch \u00fcberliefere euch zur Pl\u00fcnderung \u2013 die Welt!\u2019\u201c<\/p>\n<p>Wieder so ein merkw\u00fcrdiger religi\u00f6ser Fanatiker. Hieronymus hatte seinen Vernichtungswunsch in \u201eGladius Dei\u201c \u201emit einem versteckten und krampfigen Sch\u00fctteln seiner hinabh\u00e4ngenden Faust\u201c vor sich hingemurmelt, und nun h\u00f6ren wir diese \u201eversagende Donnerstimme\u201c seines Schwabinger Propheten-Kollegen.<\/p>\n<p>Von den Zuh\u00f6rern in der Schwabinger Dachkammer \u00e4u\u00dfert sich niemand zu diesen religi\u00f6sen Verstiegenheiten mit ihrem pr\u00e4faschistischen Tenor. Das geschieht erst in Thomas Manns Exil-Roman \u201eDoktor Faustus\u201c, wo es zu einer Reprise der Szene \u201eBeim Propheten\u201c kommt.<\/p>\n<p>In Kapitel 34 \u201e(Fortsetzung)\u201c diskutiert nach dem Ersten Weltkrieg in M\u00fcnchen ein Kreis Intellektueller und K\u00fcnstler die verh\u00e4ngnisvolle politische Strategie aus Gewalt, Diktatur und Verdummung und hei\u00dft sie lachend gut. Mit \u201eDaniel Zur H\u00f6he\u201c taucht dort der einst sowohl lokal in der Schwabinger Dachkammer als auch thematisch \u201averstiegene\u2019 Dichter der Proklamationen, der schon erw\u00e4hnte Ludwig Derleth, wieder auf.<\/p>\n<p>Diese Wahnwitzs\u00e4tze werden nun \u201eeinem lyrisch-rhetorischen Ausdruck schwelgerischen Terrorismus\u2019\u201c zugeordnet. F\u00fcr den Erz\u00e4hler des Romans, den Gymnasialprofessor Serenus Zeitblom, sind sie ein unverantwortlicher Scherz, \u201eder steilste \u00e4sthetische Unfug\u201c, der ihm je vorgekommen sei. Es war lange Zeit unvorstellbar, dass dieser Unfug je ernst genommen und blutige Realit\u00e4t werden k\u00f6nnte. Dabei reicht er als religi\u00f6s motivierter Terrorismus bis in unsere Tage.<\/p>\n<h3>III.<\/h3>\n<p>Doch zur\u00fcck zum Thema, zur religi\u00f6sen Bildung. Sie steht bei Thomas Mann immer ein wenig in Frage, besonders stark im Roman \u201eDer Zauberberg\u201c (1924). Zwei P\u00e4dagogen, der westliche Humanist Lodovico Settembrini und der \u00f6stliche Jesuit Leo Naphta, stehen im Wettstreit um die Gunst der Vettern Hans Castorp und Joachim Ziem\u00dfen. Lodovico Settembrini vertritt den Humanismus und den sozialen Lebensdienst, Leo Naphta dagegen Inquisition und Krieg, ist f\u00fcr Gehorsam und die Todesstrafe, propagiert den \u201eGottesstaat\u201c, besser noch \u2013 nach der \u201eb\u00fcrgerlich-kapitalistischen Verrottung\u201c \u2013 den \u201ekommunistischen Gottesstaat\u201c, die \u201eWeltherrschaft des \u00dcbernat\u00fcrlichen\u201c.<\/p>\n<p>Leo Naphtas Thesen \u201eVom Gottesstaat und von \u00fcbler Erl\u00f6sung\u201c, wie der Abschnitt im Sechsten Kapitel des \u201eZauberberg\u201c \u00fcberschrieben ist, geh\u00f6ren heute zum \u201eTugendkatalog des internationalen Terrorismus\u201c. Das hat der deutsch-amerikanische Germanist Frederick Lubich in einem Beitrag f\u00fcr die FAZ kurz nach dem 11. September 2001 anschaulich belegt. Religion als Voraussetzung oder gar Begr\u00fcndung f\u00fcr Terror und Vernichtungsideologie, die Perversion des Glaubens, der Friedensbotschaft und der N\u00e4chstenliebe \u2013 das Thema ist heute aktueller denn je und w\u00e4re wert, einmal in einer eigenen Tagung diskutiert zu werden.<\/p>\n<p>\u201eWas aber ist denn das Religi\u00f6se?\u201c So fragt Thomas Mann in seinem Beitrag f\u00fcr den Band \u201eDichterglaube. Stimmen religi\u00f6sen Erlebens\u201c (Berlin 1931). Thomas Manns Antwort ist aufschlussreich: \u201eDer Gedanke an den Tod\u201c, das sei das Religi\u00f6se. Er sah seinen Vater sterben, er wisse, dass er selbst sterben werde, und dieser Gedanke sei ihm \u201eder vertrauteste\u201c. Der Gedanke stehe hinter allem, was er \u201edenke und schreibe, und die Neigung, alle Dinge in seinem Licht und Zeichen zu sehen\u201c, habe auch zum \u201eErgebnissatz\u201c seines letzten Romans \u201eDer Zauberberg\u201c gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Dieser Satz lautet: \u201eDer Mensch soll um der Liebe und G\u00fcte willen dem Tode keine Herrschaft einr\u00e4umen \u00fcber seine Gedanken\u201c. Was hei\u00dft das? Er ist die Synthese aus der romantischen \u201eSympathie mit dem Tode\u201c und dem praktischen \u201eLebensdienst\u201c. Eines ist ohne das andere nicht denkbar, nicht lebbar. Es ist, so Thomas Mann, der \u201eGegensatz des Religi\u00f6sen und des Ethischen\u201c, der Welt des Glaubens und der \u201eWelt der Pflichten\u201c und damit, weiter Thomas Mann, sein \u201epers\u00f6nlichstes geistiges Erlebnis\u201c.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt auch zu Thomas Manns Definition des \u201eGlaubens\u201c und auch \u201eGottes\u201c. Gott, was ist das? Ist es das Weltall im Einstein\u2019schen Sinn? Oder ist es die Herrscherinstanz, der wir unterworfen sind? Wie auch immer, der Mensch \u201ein seiner Zweiheit aus Natur und Geist (\u2026) ist das gro\u00dfe Geheimnis, und das religi\u00f6se Problem ist das humane Problem, die Frage des Menschen nach sich selbst\u201c.<\/p>\n<p>Alles ein wenig r\u00e4tselhaft, aber wie sollte das auch anders sein? Am Ende dieser Stellungnahme zum Religi\u00f6sen meint Thomas Mann, der \u201eZauberberg\u201c sei beinahe schon \u201eein religi\u00f6ses Buch\u201c. Und kommt zwangsl\u00e4ufig darauf, dass das \u201eReligions- und Mythengeschichtliche\u201c derzeit den \u201eGegenstand\u201c eben desjenigen neuen Romans bilde, an dem er gerade schreibe. Gemeint ist der am Ende, nach 16 Jahren Schreibzeit, vierteilige Roman \u201eJoseph und seine Br\u00fcder\u201c, worin die religi\u00f6se Bildung der Hauptfigur im zweiten Band, \u201eDer junge Joseph\u201c (1934) eine gro\u00dfe Rolle spielt.<\/p>\n<h3>IV.<\/h3>\n<p>\u201eDer junge Joseph\u201c ist 17 Jahre alt, als ihn der alte Eliezer, von dem es hei\u00dft, \u201eer gleiche dem Abram von Angesicht\u201c, in \u201edie Wissenschaften\u201c einf\u00fchrt oder besser: Ihm Gottes Sch\u00f6pfung bis ins Kleinste nahebringt. Joseph erf\u00e4hrt \u201eim Schatten des Unterweisungsbaumes\u201c, warum Gott den Menschen erst \u201e\u2018als letztes nach allem Gew\u00e4chs und Getier\u2018\u201c geschaffen habe. \u201eDann mu\u00dfte Joseph antworten: \u201aAm allerletzten schuf Gott den Menschen erstens, damit niemand sagen k\u00f6nne, er habe mitgewirkt bei den Werken, zum zweiten um des Menschen Dem\u00fctigung willen, damit er sich sage: \u201aDie Schmei\u00dffliege ging mir voran\u2018, und drittens, damit er sich alsbald zum Mahle setzen k\u00f6nnte, als der Gast, f\u00fcr den alle Vorbereitungen getroffen.\u2018 \/ Hierauf erwiderte Eliezer zufrieden: \u201aDu sagst es\u2018, und Joseph lachte.\u201c<\/p>\n<p>Eliezer bringt Joseph die g\u00f6ttliche Weltordnung in den Zahlenverh\u00e4ltnissen bei, zeigt ihm, wo sich \u201eSein Finger\u201c zeige, und wie gut es sei, \u201edas Notwendige einzusehen und Gottes Gem\u00fctsart dabei zu durchdringen\u201c. Hier schon, also bevor wir Leser im folgenden Zweiten Hauptst\u00fcck erfahren, \u201eWie Abraham Gott entdeckt\u201c, zeigt Eliezer auf, wie Gott \u201edem Menschen ol\u00e2m ins Herz gegeben, n\u00e4mlich die F\u00e4higkeit, die \u00c4onen zu denken und sich damit in gewissem Sinne ebenfalls zu ihrem Meister aufzuschwingen\u201c. Joseph schreibt das alles auf, nutzt daf\u00fcr \u201edie Gottesschrift (\u2026), die Schrift des Gesetzes, der Lehre und der M\u00e4ren\u201c, erhebt sich dadurch aber, ganz im Sinne seines Vaters und dessen willk\u00fcrlicher \u201eErberw\u00e4hlung\u201c, \u00fcber seine Br\u00fcder und s\u00e4t schon fr\u00fch hochm\u00fctig Zwietracht.<\/p>\n<p>Josephs religi\u00f6se Bildung hat mit seiner Auserw\u00e4hltheit zu tun. Zum einen erscheint es seinem Vater \u201en\u00fctzlich und w\u00fcnschenswert (\u2026), da\u00df der Gesegnete auch ein Studierter sei\u201c, um seinen Br\u00fcdern darin voraus zu sein. Der zweite Grund hat direkt mit Josephs Pers\u00f6nlichkeit zu tun, mit seinem Wesen, das zwischen Ekstase und \u201eprophetische(m) Krampf\u201c, mit seiner Neigung zu Tr\u00e4umen und Visionen pathologisch gef\u00e4hrdet ist.<\/p>\n<p>Um Josephs \u201eSeelenheil und religi\u00f6se Gesundheit\u201c zu sichern, um zu vermeiden, dass er einer dieser \u201eOrakellaller\u201c werde, die als \u201eheilige Narren, Geiferer, Gottbesessene\u201c durch die Lande ziehen, um \u201ein sch\u00e4umendem Zustande wahrzusagen\u201c, um Joseph also vor dieser Narrheit zu bewahren, in der \u201eder Gottesverstand in die Br\u00fcche ging und geiler Taumel an seine Stelle trat\u201c, l\u00e4sst Jaakob seinen Sohn \u201ein genaue Zucht\u201c nehmen. Der H\u00f6hepunkt der Unterweisung ist dann erreicht, als Eliezer dem Joseph Abraham vorstellt als den Mann, \u201eder Gott entdeckt hatte\u201c.<\/p>\n<p>Der Abschnitt ist ein Kernst\u00fcck im Roman \u201eDer junge Joseph\u201c. Die Unterweisung Josephs ist zugleich ein R\u00fcckblick in die \u00e4ltesten Zeiten der Vergangenheit, oder besser, der gegenseitigen Bewusstwerdung von Mensch und Gott in der Zeit des Mythos. Dabei ist das kein linearer R\u00fcckblick auf den Ursprung des religi\u00f6sen Denkens, vielmehr ist die Schilderung \u201eWie Abraham Gott entdeckte\u201c derart auf Joseph und sein Welt- und Gottesverst\u00e4ndnis ausgerichtet, dass er, Joseph, der Hochm\u00fctige, der \u201eTr\u00e4umer von Tr\u00e4umen\u201c, wie ihn seine Br\u00fcder schimpfen, der Bevorzugte und besonders Gebildete, dass er, gerade er, und vielleicht sogar nur er verstehen kann und soll, wie es sich mit dieser Gottesentdeckung verhalten hat. Denn Hochmut und Auserw\u00e4hltheit \u2013 sie waren erstaunlicherweise gegenseitig vorhanden, bei Gott sowohl als auch bei Abraham, der \u201efast hoff\u00e4rtig und \u00fcberhitzt\u201c sich dieser gro\u00dfen Aufgabe gestellt hatte.<\/p>\n<p>Die \u201eList Gottes\u201c, so der erz\u00e4hlende Eliezer, \u201edie List Gottes\u201c sei es gewesen, \u201ein Abiram sich zu verherrlichen und sich durch ihn einen Namen zu machen\u201c. Im Gegenzug hatte \u201eAbraham Gott entdeckt aus Drang zum H\u00f6chsten, hatte ihn lehrend weiter ausgeformt und hervorgedacht und allen Beteiligten eine gro\u00dfe Wohltat damit erwiesen: dem Gotte, sich selbst und denen, deren Seelen er lehrend gewann.\u201c Abrahams Leistung bestand darin, den Polytheismus zum Monotheismus gewandelt zu haben. Er \u201ehatte die M\u00e4chte versammelt zur Macht und sie den Herrn genannt\u201c und darauf gezielt, dass \u201eimmer nur Er, der Letzth\u00f6chste, (\u2026) allein des Menschen rechter Gott sein konnte und der unfehlbar war f\u00fcr des Menschen Notschrei und Lobgesang\u201c. Doch das Verh\u00e4ltnis von Gott und Abraham war gegenseitig und existentiell, eines war undenkbar ohne das andere, und vom Kreat\u00fcrlichen aus gesehen war Abraham sogar \u201eGottes Vater\u201c. Was hie\u00df das nun wieder?<\/p>\n<p>Es hie\u00df: \u201eGottes gewaltige Eigenschaften waren zwar etwas sachlich Gegebenes au\u00dfer Abraham, zugleich aber waren sie auch in ihm und von ihm\u201c. Gott war alles, war Segen und Fluch, war \u201ewohlwollendes Schweigen\u201c, war \u201enicht das Gute, sondern das Ganze. Und er war heilig! Heilig nicht vor G\u00fcte, sondern vor Lebendigkeit und \u00dcberlebendigkeit, heilig vor Majest\u00e4t und Schrecklichkeit, unheimlich, gef\u00e4hrlich und t\u00f6dlich\u201c \u2013 alles in allem war das die gegenseitige existenzielle Bestimmung: \u201eGott war da, und Abraham wandelte vor ihm, in der Seele geheiligt durch seine Au\u00dfenn\u00e4he.\u201c Der Abstand schuf N\u00e4he, \u201edenn Abraham war nur ein Mensch, ein Erdenklo\u00df, aber verbunden mit Ihm durch die Erkenntnis und geheiligt durch Gottes erhabenes Du[sein]- und Da-sein\u201c. Das war die Voraussetzung f\u00fcr den Bundesschluss ebenso wie f\u00fcr den Bundesbruch.<\/p>\n<p>Dabei gab es von Gott selbst, so Eliezer weiter, nichts zu \u201eerz\u00e4hlen\u201c; die Erz\u00e4hlung der Genesis, vom ersten Menschenpaar und des S\u00fcndenfalls am Baum der Erkenntnis bis zum Weltuntergang am J\u00fcngsten Tag hatten keinen anderen Zweck, als Gott zu preisen, ihn, der alles war, er, \u201eHerr der Vernichtung, Herr des Erstehens\u201c. Was Abraham aber mit diesem Herrn vorhatte als dem \u201eGott der Zukunft\u201c, und \u201eob und bis zu welchem Punkte etwa Wesensgleichheit bestehe zwischen diesem Adon und Abrahams Herrn\u201c, das bleibt am Ende als Frage derart offen, dass sich Gott selbst, durch Eliezer, in die Unterweisung einschaltet und als Fazit Abrahams Gotteserkenntnis an ihn salbungsvoll zur\u00fcckgibt: \u201eGott aber hatte seine Fingerspitzen gek\u00fc\u00dft und zum heimlichen \u00c4rger der Engel gerufen: \u201aEs ist unglaublich, wie weitgehend dieser Erdenklo\u00df mich erkennt! Fange ich nicht an, mir durch ihn einen Namen zu machen? Wahrhaftig, ich will ihn salben!\u2018\u201c<\/p>\n<p>Ein Mehr an religi\u00f6ser Bildung ist nicht m\u00f6glich, k\u00f6nnte man meinen, in diesem mit viel Hintersinn und einer Prise Humor vorgetragenen Gott-Entdeckungs-Geschichte. Doch es gibt ein Mehr \u2013 Joseph setzt das Gottes-Spiel fort mit seinem Bruder Benjamin im Adonis-Hain. Er gibt seine religi\u00f6se Bildung an das Br\u00fcderchen weiter, und konnotiert darin auch schon das Leben und Sterben sowie die Auferstehung Jesu Christi. Der Mythos lebt, oder, um es mit dem Wort aus diesen Kapiteln zu sagen, \u201edie Sph\u00e4re rollt\u201c, das Gottes-Spiel setzt die Gottes-Geschichte fort, es ist alles gesagt, Joseph ist der Bevorzugte, aber nicht der Erw\u00e4hlte, er wird zweimal symbolisch sterben m\u00fcssen, um zweimal zu neuen, h\u00f6heren Aufgaben auferstehen zu k\u00f6nnen. Und es gibt noch ein zweites Mehr, wenn Jaakob der \u201eSucherin\u201c Thamar an \u201eeinem Wurzelstrange des Unterweisungsbaums\u201c die religi\u00f6se Welt erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Untergang und Erh\u00f6hung, zweifache Hadesfahrt und zweifacher Triumph \u00fcber den Tod \u2013 diese Geschichte der extremen Gegens\u00e4tze beruht nicht zuletzt auf Lug und Trug, kurzum auf T\u00e4uschung. Und so beh\u00e4lt sich der Erz\u00e4hler buchst\u00e4blich bis zum letzten Satz vor, Abrahams Gottes-Entdeckung als das zu bezeichnen, was sie nun eben nicht nur f\u00fcr den biblischen Ahnherrn, sondern eben auch f\u00fcr den Erz\u00e4hler der vier Romane gewesen ist, \u201edie sch\u00f6ne Geschichte und Gotteserfindung von Joseph und seinen Br\u00fcdern\u201c. Mit dem letzten Wort reduziert der Erz\u00e4hler die vier Romane auf das Sprachspiel, das hier gespielt wurde, in aller Genauigkeit und Treue, aber eben doch als Spiel der Worte \u201eEntdeckung\u201c und \u201eErfindung\u201c.<\/p>\n<h3>V.<\/h3>\n<p>Das mythische Erz\u00e4hlen der Joseph-Romane wendet Thomas Mann auch in der Moses-Novelle \u201eDas Gesetz\u201c an, die als Nachspiel zu den Joseph-Romanen zu verstehen ist. Die Novelle bringt uns die biblische Figur des Moses ebenso realistisch nahe, wie das bei Joseph der Fall war.<\/p>\n<p>Auf \u00e4hnliche Weise wird im n\u00e4chsten Roman die mittelalterliche Figur des \u201eDoktor Faustus\u201c aus dem Volksbuch von 1600 zu einem modernen Mann, zu dem Komponisten Adrian Leverk\u00fchn, der sich auf ebenso fatale Weise dem Teufel verschreibt, wie parallel dazu sein Land, Deutschland, sich dem \u201eF\u00fchrer\u201c verschrieben hat und nur wenige Jahre nach ihm, der 1940 stirbt, im Mai 1945 ebenfalls untergeht.<\/p>\n<p>Der Sch\u00fcler des Jahrgangs 1885 studiert erst Theologie in Halle, wechselt dann zur Musik und wird ein Vorreiter der Neuen Musik der Zwanziger Jahre. Der Roman hat insgesamt 47 Kapitel. F\u00fcr uns relevant sind die Kapitel 11 bis 15, in denen der Erz\u00e4hler, Leverk\u00fchns Schulfreund, der P\u00e4dagoge Serenus Zeitblom, Leverk\u00fchns Theologie-Studium in Halle als Beobachter begleitet. Der Stundenplan des Theologie-Studenten mit dem \u201eSchwergewicht\u201c anfangs \u201eauf den exegetischen und historischen F\u00e4chern, also auf Bibelwissenschaft, Kirchen- und Dogmengeschichte, Konfessionskunde\u201c, f\u00fchrt Adrian Leverk\u00fchn gleich zur Kritik an der \u201eliberalen Theologie\u201c, die er \u201eein h\u00f6lzernes Eisen\u201c nennt, eine \u201econtradictio in adjecto\u201c, da deren \u201ewissenschaftliche \u00dcberlegenheit\u201c nur verdecke, dass \u201eihre theologische Position (\u2026) schwach\u201c sei, \u201edenn ihrem Moralismus und Humanismus mangle die Einsicht in den d\u00e4monischen Charakter der menschlichen Existenz\u201c. Was soll das wieder hei\u00dfen?<\/p>\n<p>Erste Kl\u00e4rung schafft eine Diskussion im Seminar des Privatdozenten Schleppfu\u00df. Die Theologie neige \u201eihrer Natur nach (\u2026) jederzeit dazu (\u2026), zur D\u00e4monologie zu werden\u201c. Und worauf l\u00e4uft das hinaus? \u201eNat\u00fcrlich spielte die dialektische Verbundenheit des B\u00f6sen mit dem Heiligen und Guten eine bedeutende Rolle in der Theodizee, der Rechtfertigung Gottes angesichts des Vorhandenseins des B\u00f6sen in der Welt (\u2026). Das B\u00f6se trug bei zur Vollkommenheit des Universums (\u2026), darum lie\u00df Gott es zu, denn er war vollkommen und mu\u00dfte darum das Vollkommene wollen\u201c.<\/p>\n<p>Das B\u00f6se ist der springende Punkt \u2013 dem Theologiestudenten Leverk\u00fchn geht es weitaus weniger um den Gottesbeweis als vielmehr um den Teufelsbeweis, und das Medium daf\u00fcr wird f\u00fcr ihn die Musik werden. Sp\u00e4ter wird Leverk\u00fchn gestehen, sein \u201eLuthertum\u201c sehe \u201ein Theologie und Musik benachbarte, nahe verwandte Sph\u00e4ren\u201c, wobei die Musik, nahe den \u201eAlchimisten und Schwarzk\u00fcnstlern\u201c, immer der Inbegriff gewesen sei der \u201eAbtr\u00fcnnigkeit, nicht vom Glauben, das war gar nicht m\u00f6glich, sondern im Glauben; Abtr\u00fcnnigkeit ist ein Akt des Glaubens, und alles ist und geschieht in Gott, besonders auch der Abfall von ihm\u201c.<\/p>\n<p>Der \u201eDoktor Faustus\u201c ist somit die direkte Gegenfigur zum Gottsucher, oder besser Gott-Entdecker, wenn nicht gar Gott-Erfinder Abraham! Doch der \u201eDoktor Faustus\u201c erh\u00e4lt selbst noch einmal eine Gegenfigur in der Hauptfigur von Thomas Manns letztem Roman \u201eDer Erw\u00e4hlte\u201c.<\/p>\n<p>Erz\u00e4hlt der \u201eDoktor Faustus\u201c von Erh\u00f6hung und Sturz, so \u201eDer Erw\u00e4hlte\u201c von S\u00fcnde und Erh\u00f6hung! Hier gibt es keine spitzfindigen theologischen Diskussionen mehr, die Rolle der Religion ist klar definiert. Auch hier gibt es einen Erz\u00e4hler, das ist Clemens der Ire, ein Benediktinerm\u00f6nch, der die Geschichte des S\u00fcnder-Papstes Gregorius aufschreibt. Zur Religion hat er, zusammen mit seinem Auftraggeber, eine klare feste Meinung: \u201eMit unserem Abte Kilian bin ich der wohlgepr\u00fcften Ansicht, da\u00df die Religion Jesu und die Pflege antiker Studien Hand in Hand gehen m\u00fcssen in Bek\u00e4mpfung der Roheit\u201c.<\/p>\n<p>Bildung dient zur Verteidigung des Christentums. Und die Gnade ist das \u00c4quivalent zur S\u00fcnde. Dabei durchwaltet den Roman, von der Sprache bis in die kleinsten Details, ein, wie Thomas Mann 1950 selbst erkl\u00e4rt hat, \u201ereligi\u00f6se(r) Humor\u201c, der zum Bestandteil der Gnade geh\u00f6rt. Thomas Mann teilt mit: \u201eZwar w\u00fcrde ich mir nie den Namen eines homo religiosus anma\u00dfen und gebe zu, da\u00df in den Josephgeschichten das Christentum relativiert und ins Welt-Mythische aufgel\u00f6st ist. Dennoch f\u00fchle ich mich, schon in der Nachfolge Goethes und Nietzsches, durchaus als protestantischer Christ (\u2026). In der sp\u00e4ten modernen Nachformung der viel erz\u00e4hlten Gregorius-Legende ist das Thema von S\u00fcnde, Bu\u00dfe und Erw\u00e4hlung wieder ganz in versch\u00e4mten Scherz geh\u00fcllt.\u201c<\/p>\n<p>Versch\u00e4mter Scherz \u2013 das ist weitaus mehr als die viel zitierte Ironie Thomas Manns. Angesprochen wird vielmehr ein Grundzug der Humanit\u00e4t, der heimliche Humor, mit dem alles, was die religi\u00f6se Bildung im Erz\u00e4hlwerk Thomas Manns betrifft, besehen und bedacht werden sollte.<\/p>\n<p>Daher \u00fcberrascht es auch nicht, auch zu diesem Thema direkte oder indirekte Beziehungen im Werk Thomas Manns finden zu k\u00f6nnen. Ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist das Ende des \u201eErw\u00e4hlten\u201c. Es ist ein doppeltes Ende. Zun\u00e4chst l\u00e4uft das Leben der Figuren aus, die s\u00fcndigen Hauptfiguren erreichen ein hohes Alter, Sibylla stirbt mit achtzig Jahren, Gregorius, ihr \u201eBrudersohn, der Papst\u201c, wird neunzig \u2013 ihre Kinder und Kindeskinder leben fr\u00f6hlich weiter: \u201eWie lange aber, so gilbten auch sie, wie das Laub eines Sommers, und d\u00fcngten den Boden, darauf neue Sterbliche gr\u00fcnten und gilbten. Die Welt ist endlich und ewig nur in Gottes Ruhm.\u201c Das ist das eine Ende.<\/p>\n<p>Das andere ist im vorletzten Absatz der Dank des Erz\u00e4hlers Clemens an die Leser f\u00fcr ihre \u201eAufmerksamkeit\u201c. Man m\u00f6ge aus der Geschichte keine \u201efalsche Moral\u201c ziehen und es dem Frevler vielleicht sogar nachmachen wollen. Eine Bu\u00dfe wie die, \u201esiebzehn Jahre auf einem Steine\u201c hinzuzubringen und danach \u201edie Siechen mehr als zwanzig Jahre lang\u201c zu baden, sei kein \u201eSpa\u00df\u201c. Aber \u201eklug\u201c sei es, \u201eim S\u00fcnder den Erw\u00e4hlten zu ahnen\u201c, und klug sei das \u201eauch f\u00fcr den S\u00fcnder selbst. \u201c Und im letzten Absatz bittet der Erz\u00e4hler zum \u201eLohn f\u00fcr Warnung und Rat\u201c seine Leser noch um eine \u201eGef\u00e4lligkeit\u201c, sie m\u00f6gen ihn \u201eeinschlie\u00dfen\u201c in ihr \u201eGebet\u201c, auf \u201eda\u00df wir alle uns einst mit ihnen, von denen ich sagte, im Paradiese wiedersehen\u201c.<\/p>\n<p>Der Wunsch, man m\u00f6ge sich einander \u201eim Paradiese wiedersehen\u201c, steht, wie die kommentierte Ausgabe des \u201eErw\u00e4hlten\u201c feststellt, \u201ein genauer Gegensatzanalogie zum Schlussgebet\u201c des Erz\u00e4hlers Serenus Zeitblom am Ende des \u201eDoktor Faustus\u201c: \u201e\u2018Gott sei euerer armen Seele gn\u00e4dig, mein Freund, mein Vaterland.\u2018\u201c \u00dcbersehen wird dabei allerdings, dass Clemens\u2018 Wunsch in einer echten Analogie noch viel weiter zur\u00fcckreicht.<\/p>\n<p>So ewig Gottes Ruhm ist, so gewiss ist f\u00fcr Clemens die Jenseitsgewissheit. Und die kennen wir doch schon aus dem energischen Auftritt der Lehrerin Sesemi Weichbrodt als \u201ekleine, strafende Prophetin\u201c am Ende von \u201eBuddenbrooks\u201c mit ihrem \u201eEs ist so!\u201c.<\/p>\n<p>Unser Fazit k\u00f6nnte somit lauten: In \u201eBuddenbrooks\u201c spiegelt das Verh\u00e4ltnis zur Religion zwischen \u201eWas ist das\u201c und \u201eEs ist so\u201c den \u201eVerfall einer Familie\u201c. Die Propheten im Werk Thomas Manns, von Sesemi Weichbrodt \u00fcber Lobgott Piepsam, Savonarola bis Daniel zur H\u00f6he sind als Vorl\u00e4ufer religi\u00f6ser Fanatiker unserer Tage anzusehen, erst recht angesichts der Thesen Leo Naphtas im \u201eZauberberg\u201c. Gustav von Aschenbachs Schutzpatron, der Heilige Sebastian, l\u00e4sst sich im \u201eTod in Venedig\u201c, wie auch in der Figur des Hundes \u201eBauschan\u201c erkennen. Eine Summe all dieser Aspekte bildet die Mythos-Diskussion in den \u201eJoseph\u201c-Romanen, mit einem Gottes-Beweis, der alle Transzendenz in den Menschen selbst verlegt: Die Gottes-Findung ist nichts anderes als die Gottes-Erfindung. Am Ende bilden der Teufelspakt im \u201eDoktor Faustus\u201c und der S\u00fcndenfall des \u201eErw\u00e4hlten\u201c die Gegens\u00e4tze in der Frage, wie es um die Gnade bestellt sein kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Religi\u00f6se Bildung \u2013 das ist so eine Sache bei einem mehrfachen Sitzenbleiber ohne Abitur, der freilich zigfacher Ehrendoktor mehrerer Universit\u00e4ten weltweit geworden ist (in Bonn sogar zweimal) und Ehrenprofessor seiner Vaterstadt L\u00fcbeck ebenso wie der Princeton University war. 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